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Lot 1467 Brus, Günter
Patent merde. Oswald Wiener gewidmet. Mit 3 montierten Original-Photographien von Hoffenreich, 11 Original-Siebdrucken (inkl. Umschlag) und 21 Zeichnungen von Brus im (teils mehrfarbigen) Matrizendruck. Wien, Eigenverlag, 1969. 56 Bl. (Text und Zeichnungen) in Matrizendruck. Mit 4 Siebdrucken illustrierte, klammergeheftete Original-Broschur (Kanten minimal bestoßen).
Zuschlag 13000 €
Sehr seltenes, bedeutendes Pamphlet der Wiener Aktionisten zur “Uni-Ferkelei”. – Eins von 70 Exemplaren mit signiertem Titelblatt. – Archiv Sohm Abb. 226 – Die montierten Original-Photographien von Hoffenreich (Vintages. Silbergealtine. 17,5 x 12 cm) entstanden während den Aktionen “Strangulation” und “Kunststücke” (vgl. Schastrommel 8b, S. 130). – Das 1968 veröffentlichte Heft “Patent Urinoir” und “Patent Merde” “stellen den Beginn einer neuen künstlerischen Strategie dar, mit Hilfe einer Publikation an die Öffentlichkeit zu treten, die als Collage aus Fakten, Polemik und Fiktion eine Aufarbeitung der Repressionen und der Ereignisse rund um die Uni-Aktion erlaubt. Brus druckt die Gerichtsprotokolle und die anonymen Drohbriefe ab, schreibt einen Text in Anspielung auf die psychiatrischen Gutachten und die Zeitungskampagne mit dem Titel ‘Günter Brus – meistgehasster Österreicher’ und fügt passendes Bildmaterial hinzu.” (Faber. Brus. Werkumkreisung S. 81 mit Abb.). – Nach ihrer Aktion am 7.6.1968 an der Universität Wien werden Brus, Mühl und Wiener zu sechs Monaten verschärftem Arrest wegen Herabwürdigung der Staatssymbole verurteilt. Während ihrer Berufungsverhandlung arbeitet Brus an der Veröffentlichung von “Patent Urinoir” und “Patent Merde”. Nach Ablehnung der Berufung flüchtet Brus auf Anraten von Stenzel und Rühm nach Deutschland (Vgl. Vgl. Wiener Aktionismus 1960-71 II S.140). – Sehr gut erhalten.