Nosbüsch & Stucke Logo

Lot 1610 Zille, Heinrich
Umfangreiche Zille-Sammlung aus dem Nachlass Otto Nagels mit Original-Photographien, zahlreichen Andruckmustern mit eigenhändigen Bildunterschriften von H. Zille, Widmungsexemplaren etc. Berlin, 1925-1929.
Zuschlag 3800 €
Heinrich Zille (1858-1929) und der um einiges jüngere Otto Nagel (1894-1967) waren nicht nur freundschaftlich eng verbunden. Die vorliegende, aus Nagels Nachlass stammende Sammlung, zeugt auch von der engen Zusammenarbeit der beiden Berliner Künstler. Sie enthält u.a.: I. Vierzig Andruckmuster mit eigenhändigen, teils mehrzeiligen Bildunterschriften von H. Zille zu “Für Alle! Ernstes und Heiteres”. – Die “Auswahl und Zusammenstellung der Beiträge besorgte Otto Nagel gemeinsam mit Meister Zille”. Das 1929 erschienene, reich illustrierte Buch zeigt vor allem Zeichnungen Zilles aus der Folge “Kriegsmarmelade”. – Dazu: Die erste Ausgabe des Buchs: Berlin, Neuer Deutscher Verlag, 1929. Unpapginiert. 24,5 x 20 cm. Illustrierter Original-Leinenband (fleckig). – Der Vergleich zwischen Muster und gedrucktem Buch offenbart ein offensichtliches Ringen mit der Zensur, wenn etwa das Geschlecht Wilhelms II. zuerst offen in Szene gesetzt, dann aber von einem Pisspott überdeckt wird. Oder in einer Bordellszene der letzte Satz “Und dann der nächste Herr immer schön anwichsen” doch entfällt. – II. Zwei Original-Photographien, zwei Original-Autographen, zwei Radierungen und zahlreiche Lithographien, die in “Otto Nagel. H. Zille” abgebildet wurden. – Die Photographie des “alten Zille am Ofen” ist zusammen mit einer abphotographierten Zeichnung der “kleinen Pardemann” (?), auf welche Zille einen längeren Gruß geschrieben hat, unter Passepartout montiert. – Die am Ende der Monographie abgebildete Photographie des “alten Zille vor seiner Staffelei” liegt ebenfalls als Original-Abzug bei. Verso mit einer eigenhändigen Widmung Zilles an “meine kleine liebe Frau Nagel”, signiert und datiert “2. April 1928” (Copyrightstempel von R. Horlemann). – Dazu: Die erste Ausgabe der Monographie: Berlin, Henschelverlag, 1955. 180 S., 2 Bl. 24,5 x 17 cm. Illustrierter Original-Leinenband. Sowie “die 25. Auflage” (1968) des Buches mit einer Widmung von Wally Nagel an ihre Tochter. – III. Zwei weitere Original-Photographien Zilles von R. Horlemann, eine auf Karton montiert und verso von Otto Nagel beschriftet. – IV. Zwei Widmungsexemplare von Heinrich Zille. – Zille schenkte seinem “lieben Otto Nagel” gleich zwei Ausgaben von “Graphiker der Gegenwart” (Berlin, Neue Kunsthandlung, 1925): im “Juli 1925” und am “27. September 1928”. – Außerdem zahlreiche Zeitungsausschnitte, einige Monographien etc. – Die Graphiken und Photographien teils unter Passepartout montiert, teils etwas knickspurig und berieben.