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Lot 478 Satire – Tieck, Ludwig (Pseudonym: Gottlieb Färber)
Die sieben Weiber des Blaubart. Eine wahre Familiengeschichte herausgegeben von Gottlieb Färber. Istambul, bey Heraklius Murusi, Hofbuchhändler der hohen Pforte; im Jahr der Hedschrah 1212 (das ist: Berlin, Nicolai, 1797). 268 S., 2 Bl. 17 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben). [*]
Nachverkaufspreis 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 36, 40. – “Selten” (Carl Georg von Maassen). – Innerhalb der die Frühzeit der romantisch-literarischen Bewegung charakterisierenden experimentellen Dichtung ist diese “wahre Familiengeschichte” Tiecks ein Extrem. Märchen, Satire, Gedichte, surrealer NonSens in einer Nicht-Geschichte wurde das Buch lange Zeit nicht oder nur am Rande beachtet. – R. Haym, entschiedener Gegner dieser Art frühromantischer Literatur, gleichwohl ihr erster, einflussreicher Monograph (Die romantische Schule. 1870), urteilt: “(…) eine Composition, die jeder litterarischen Kategorie spottet, das Unsinnigste und Verworrenste, was je aus Tieck’s Feder geflossen ist.” (S. 111f.). – Leicht, Außenblätter etwas stärker stockfleckig. S. 163/164 mit kleinem Loch im oberen Rand.