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Lot 737 Bolz, Hanns
Männlicher Kopf. Bronzeguss, grün patiniert. Unten rechts gestempelt “BOLZ” und nummeriert. Exemplar: 3/3. 1916/2009. Maße: 53 x 22 x 39 cm.
Zuschlag 16000 €
Einer von drei Abgüssen nach dem um 1916 entstandenen Original-Gipskopf von Hanns Bolz (ursprünglich im Besitz von Egidius Ludwig Ronig in Köln), hergestellt 2009 im Gießerei-Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. – Vgl. Ernst Cremer. Hanns Bolz. Botschafter der Moderne. Aachen, Selbstverlag, 2018. S. 102-112 (Beigabe) – vgl. Joachim Heusinger von Waldegg, In memoriam Hanns Bolz (1885-1918), in: Aachener Kunstblätter Bd. 47, 1976/77, S. 296 – vgl. Matthias Forschelen. Teil II des Ausstellungskataloges Hanns Bolz, Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen 1985, S. 42/43. – Bolz’ “Kopf” erschien 1919 im Katalog des “Bulletin D” und war somit ein gutes Jahr nach dem frühen Tod des Künstlers im November 1919 in der dadaistischen Ausstellung der “Gruppe D” in der “Gesellschaft der Künste” im Kunstverein Köln und danach in Düsseldorf zu sehen. Drei Jahre später tauchte der offenbar dunkel gefasste Kopf auf einer 1922 entstandenen Photographie wieder auf, die das Ehepaar Eluard mit Theodor Baargeld zu Besuch bei der Familie Ernst in Köln zeigt. Das Photo diente Max Ernst als Vorlage für das Porträt Baargelds in seinem berühmtem vorsurrealistischen Gemälde “Rendezvous der Freunde” von 1922 (Museum Ludwig, Köln). – Der Gipskopf wurde in den 1920er Jahren von Dr. Hans Schmitt-Rost in einer “Schulsammlung in Köln-Nippes wiederentdeckt, woraufhin mehrere Kölner Sammler, die mit Bolz befreundet waren, einen Abguss” (Cremer) erhielten, von denen jedoch kein Exemplar den Krieg überstand. Allein das Gips-Original im Besitz von Egidius Ronig überdauerte die Bombardements und gelangte in den Besitz des Verfassers der aktuellen Bolz-Monographie, die dem vorliegenden Bronzeguss beigegeben ist (siehe S. 111/112). – Provenienz: Sammlung Ernst Cremer, Aachen. – Tadellos.