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Lot 1 Alexander I., Kaiser von Russland
Reisepass ausgestellt für den Freiherrn von Bachoven vom Russischen Hauptquartier in Frankfurt am 22. Juni/4.Juli 1815. Vorgedruckter Doppelbogen. 46,5 cm x 28,5 cm mit 2 gestochenen Wappenvignetten, Lacksiegel, Stempel und Unterschriften.
Nachverkaufspreis 300 €
In russischer und französischer Sprache. – Im oberen Rand mit hinterlegten Einrissen, stellenweise braunfleckig.

Lot 2 Apollo 11
Sammlung von Apollo 11 Memorabilia. Eigenhändige Unterschriften von Neil Armstrong, Edwin “Buzz” Aldrin und Michael Collins. Jeweils auf zwei Dokumenten vorhanden. Filzstift auf Papier. Sowie 3 Original-Photographien, anlässlich des Besuches der Astronauten in Berlin am 13. und 14. Oktober 1969. Verso: Copyrightstempel der Landesbildstelle, Berlin. Verschiedene Formate: 15 x 14 cm bis 33 x 31 cm (Ecken vereinzelt minimal berieben).
Zuschlag 2000 €
Vorhanden sind: I. Eigenhändig erstellte Urkunde, innen anlässlich des ersten Todestages von John F. Kennedy. Mit zwei handschriftlichen Zitaten aus Kennedys Reden und einer weiteren Urkunde mit Original-Briefmarke inklusive Poststempel vom 21.11.1964. Auf dem Vorderdeckel befinden sich die Original-Unterschriften der Apollo 11-Besatzung. Darunter handschriftliche Bildlegende: “Original Namenszüge der drei amerikanischen Astronauten… Die Signierung erfolgte am 13. Oktober 1969 beim Empfang im Rathaus Schöneberg …” sowie ein gesteckter Original-Philatelieumschlag mit Poststempel vom Datum der Mondlandung. – II. Auf einem Blatt, Kopie der “Lunar Plaque”, der Plakette, die auf der Mondlandefähre angebracht war. Hier befinden sich die drei Original-Unterschriften der Astonauten. Verso befindet sich ein maschinenschriftlicher Brief an das Spacecraft Center in Housten, Texas, mit der Bitte um die Signaturen der Astronauten für seinen 10-jährigen Sohn. Blauer Stempel vom 22.7.69. – III. Drei Original-Photographien. Ein Photo zeigt den Astonauten John Glenn, beim Eintragen ins Goldene Buch von Berlin, im Rathaus Schöneberg am 4.10.1965. Die zwei weiteren Photographien zeigen die drei Astronauten der Apollo 11-Besatzung anlässlich des Besuches in Berlin am 13./14.10.1969. – Schöne Sammlung eines Berliner Astonauten-Liebhabers. – Minimal verstaubt, insgesamt in sehr gepflegtem Zustand.

Lot 3 Bachem, Bele
Sammlung von 10 handschriftlichen Briefen und 4 Briefpapieren mit insgesamt 20 (13 farbigen) Original-Zeichnungen in Tusche und Farbstift, 9 Postkarten, 4 Bildkarten, 9 abphotographierte Zeichnungen. Ca. 1858-1967. Blattgrößen von 14,5 x 10,5 cm bis 29 x 21 cm. [#]
Zuschlag 300 €
Die Briefe und Postkarten sind fast alle an den britischen Verleger und Autor Thomas Michael Maschler in London abdressiert, nur zwei Briefe sind an ihren Vater gerichtet, die wohl aber auch von Tom Maschler weitergeleitet wurden. – Die Briefe dokumentieren die innige Freundschaft zwischen Bele Bachem und Tom Maschler, die aber nicht immer reibungslos verlief. Zudem geben die Briefe Einblicke in den Arbeitsalltag der Künstlerin. Teils mit schönen Zeichnungen von Bele Bachem. Dabei auch vier gefaltete Briefbögen mit jeweils drei Original-Zeichnungen in Farbstift. – Drei Briefe unvollständig vorhanden, meist mit Faltspuren, vereinzelt leicht fleckig bzw. mit Randeinrissen, insgesamt gut erhalten.

Lot 4 Berlin
Glückwunschadresse für Otto von Bismarck im schmiedeeisernen Prunkrahmen. Handschrift auf Pergament mit kalligraphischem Text in Schwarz, Rot und Blau mit Unterschriften und farbig gemalter Initiale. Berlin 1898. 1 Bl. 57 x 29 cm. (Widmungsblatt auf Karton montiert und etwas wellig, teilweise fleckig und berieben). [#]
Zuschlag 1500 €
Glückwunschadresse Berliner Bürger zu Bismarcks 83. Geburtstag. Gerahmt in einem aufklappbaren, reich verzierten, schweren schmiedeeisernen Standrahmen in Form eines B. Ca. 66 x 48 cm. – Insgesamt gut erhalten.

Lot 6 Booth, William
Eigenhändige handschriftliche siebenzeilige Widmung an Prinz Max von Baden. Tinte auf Papier. März 1910. [#]
Nachverkaufspreis 200 €
“His Royal Highness/ The Grand Duke/ of/ Baden/ with best wishes/ William Booth/ March 18. 1910”. – Auf Seite 6 von: Begbie, Harold. Broken Earthenware. London, Hodder and Stoughton 1910. 286 S., 1 Bl. OLwd. – William Booth (1829-1912) war der Gründer und erste General der Heilsarmee. Am 9. März 1910 sprach Booth in den Räumen der Heidelberger Sektion der Heilsarmee, offensichtlich traf er während seines Aufenthalts in Deutschland Max von Baden (1867-1929), der als letzter Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs am 9. November 1918 eigenmächtig die Abdankung von Wilhelm II. verkündete. – Titel mit kleinem Bibliotheksstempel von Max von Baden.

Lot 7 Brupbacher, Fritz
Maschinenschriftlicher Brief mit Unterschrift. Datiert 17. IV. 36. Verso mit Bleistift adressiert. 1 Bl. 29,5 x 21 cm. [#]
Zuschlag 260 €
Dieser inhaltsreiche Brief ist adressiert an “Liebe Kleiberes”. “To family of Max Kleiber Davis CA”. (Schweizer Biologe, Agrar- und Ernährungswissenschaftler). – Brupbacher äußert sich zur aktuellen politischen Lage Europas u.a.: “Wir sind natürlich mit den gleichen Problemen beschäftigt wie sie. In Stalin sehen wir das Pendant zu Noske. Er vertritt die neue Schicht der Plüschsophaprivilegierten in Russie.” Außerdem beschreibt er das spanische Proletariat und sagt: “… dass es ganz anders sei als alle andern europ. Proletariate.” Nach einigen Gedanken zu dem “Großkapitalismus” in den USA, erzählt er über seine Ehefrau. “Meine Paulette ist in ihrer Sowjetbegeisterung tüchtig abgekühlt worden…”. – Briefrand mit handschriftlicher Ergänzug von Brupbacher: “Und viele herzliche Grüss von der Paulette.” – Interessante Korrespondenz zwischen der Familie Kleiber in den USA und den Brupbachers. – An einer Knickfalte minimaler Einriss, sonst sehr schön.

Lot 8
Burgtheater von heute. 1. Mai 1934. Gedrucktes Mitgliederverzeichnis mit 74 eigenhändigen Unterschriften aller Schauspieler am Burgtheater. Wien 1934. 4 Bl. Original-Broschur.
Nachverkaufspreis 200 €
Beginnt mit Direktor Hermann Röbbeling, den beiden Dramaturgen Erhard Buschbeck und Josef Karl Ratislav, es folgen die Regisseure Georg Reimers, Albert Heine, Otto Treßler, Karl Zeska, Franz Herterich und Raoul Aslan, dann Schauspieler wie Franz Höbeling, Paul Hartmann, Ewald Balser, Fred Hennings, Werner Kraus, Hedwig Bleibtreu, Alma Seidler u.v.a. – Seitlich gelocht.

Lot 9 Clausewitz, Carl von
Eigenhändiger zweiseitig beschriebener Brief mit Unterschrift. Deutsche Handschrift auf Papier. Berlin, 23. May 1806. 22,5 x 18,5 cm. [#]
Zuschlag 2200 €
Der Brief ist gerichtet an die Allgemeine Jenaische Literatur Zeitung. Darin geht es um einen Vertrag, in dem der Oberst Scharnhorst für das Journal schreiben soll. Clausewitz lehnt den Vertrag ab mit der Begründung, dass im Falle eines Krieges der Oberst kaum in der Lage sein wird, für das Journal zu schreiben, nicht aufgrund mangelnder Zeit, sondern weil er permanent unterwegs sein wird und daher auf keine Bücher zugreifen kann. Darüber hinaus haben die lokalen Verbände die Order erhalten innerhalb 24 Stunden zum Marschbefehl einsatzbereit zu sein. “In jedem Fall sieht es gegenwärtig kaum so aus, dass es in Europa eine ruhige Zukunft geben wird.” – Gefaltet und gering braunfleckig, sonst schön. – Eingebunden in: Clausewitz, Vom Kriege. Höckner, Dresden, 1885. Original-Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Lot 10 Friedrich Carl Alexander von Preußen
Meldebuch. (Deckeltitel). Deutsche und andere Handschriften auf Papier. Berlin, 1857-1858. 177 Bl. mit Einträgen. 28,5 x 22 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Deckeltitel, Deckelfileten, etwas Rückenvergoldung und Goldschnitt (berieben, Rücken aufgehellt).
Nachverkaufspreis 2000 €
Das Gäste- bzw. Einlassbuch umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1857 bis zum 7. Oktober 1858. – Prinz Friedrich Carl Alexander von Preußen (1801-1883) war der dritte Sohn von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise. – Mit ca. 2000 eigenhändigen Einträgen und Unterschriften (teils mehrfach). – Mit eigenhändigen Unterschriften hatten sich jeweils die angemeldeten (und zugelassenen Gäste) der Hoheit verewigt: Giacomo Meyerbeer, Theodor Kullak, Gustav Richter, Graf zu Stolberg, Graf Kleist von Nollendorf, Freiherr von Richthofen, Baron von Galen, Helmuth von Moltke, von Alvensleben, August von Württemberg, Generalmajor von Prittwitz, Wilhelm Hensel, Minister von Manteuffel, Frédéric Godet u.v.a. – Vorderer Vorsatz und erste Blätter mit Tintenfleck, sonst gut.

Lot 11 Friedrich Wilhelm III., König von Preußen
4 Offizierspatent-Urkunden. Berlin 16.6.1819, 21.3.1820, 11.6.1833 und 7.3.1838. Doppelblatt. 37 x 22,5 cm. – Mit blindgeprägtem Siegelstempel, beziehungsweise Papiersiegel. [#]
Zuschlag 300 €
Vorgedruckte und handgeschriebene ergänzte Urkunden zur Beförderung des Adolph von Chappuis vom 22ten Infanterie Regiment. 1819 zum Port d’Epee Fähnrich, 1820 zum Seconde Lieutnant, 1833 zum Premier Lieutnant und 1838 zum Capitaine Compagnie Chef. – Ursprünglich mehrfach gefaltet. Gelocht mit kleinen Randläsuren und vereinzelten Einrissen.

Lot 12 Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
Signierter Brief in französischer Sprache, adressiert an M. Mayet, Direktor einer Fabrik in Berlin. Potsdam, 26.Februar 1785. Mehrfach gefaltetes Doppelblatt 23 x 19 cm.
Nachverkaufspreis 200 €
Friedrich Wilhelm II. gratuliert M.Mayer zu einem Preis, den ihm die Akademie von Lyon für eine Abhandlung über Fabriken verliehen hat. – Stellenweise minimal fleckig, sonst gut.

Lot 13 Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen
2 Offizierspatent-Urkunden. Potsdam, 13.05.1848, Charlottenburg 22.3.1853. Doppelblatt. 37 x 22,5 cm. – Mit blindgeprägtem Siegelstempel. [#]
Nachverkaufspreis 300 €
Vorgedruckte und handsignierte ergänzte Urkunden zur Beförderung des Adolph von Chappuis zum Major des 23ten Landwehr-Regiments, sowie zum Oberst Lieutnant. – Ursprünglich mehrfach gefaltet mit Randläsuren, gelocht.

Lot 14 Grieshaber, HAP
Sammlung von 3 Briefen und Zeitungsausschnitten. Deutsche eigenhändige Handschrift bzw. Maschinenschrift auf Papier.
Zuschlag 400 €
I. Handschriftlicher Brief an Frau Schöffler (Ehefrau des Journalisten und Lektors Heinz Schöffler). Bestehend aus vier losen Blättern, zum Teil mit aufgeklebten Ausschnitten von Plakaten der Pfälzischen Sezession, um die sich auch der Inhalt des Briefes dreht. Darin schreibt HAP Grieshaber auch das Bedauern, dass er Heinz vor seinem Tode nicht mehr getroffen hatte. Zu dieser Korrespondenz gehört auch ein Original-Holzschnitt mit eigenhändiger Widmung Grieshabers: “in Gedenken an Heinz Schöffler”. Ca. 29,5 x 21,5 cm. – II. Ein zweiseitiger maschinenschriftlicher Brief mit dem Titel: “Herbst der Wilhelmstrassenkrämmer”. Darin werden Kindheitserinnerungen und Gedanken an die Laubenkolonien geschildert. 30 x 21 cm. – III. Handschriftlicher Text auf einem gefalteten Blatt Papier. Monogrammiert und datiert 16 IX 74. 24,5 x 19 cm. -Beigegeben: HAP Grieshaber, Erster Dürerpreisträger der Stadt Nürnberg 1971. Erste Ausgabe 1971. 3000 Exemplare zur Nürnberger Ausstellung vom 14.5. – 30.7.1971. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen, sowie 10 Original-Holzschnitten. – Weitere zahlreiche Zeitungsausschnitte zu HAP Grieshaber. – Insgesamt gut erhalten.

Lot 15 Gutschmid, Alfred von
Römische Kaiser Geschichte. Deutsche Handschrift auf Papier. 620 S. Um 1878. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel. 22,5 x 15 cm (Rücken gelöst, beschabt und bestoßen). [#]
Nachverkaufspreis 300 €
Bei diesem Buch handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine eigenhändige Arbeit über die Römische Kaisergeschichte, die bislang nicht veröffentlicht oder verlegt wurde (laut KVK Recherche). Hermann Alfred Freiherr von Gutschmid (1831-1887) war ein deutscher Historiker und Orientalist. Er befasste sich vor allem mit der Geschichte des vorgriechischen und des hellenistischen Orients sowie der alten Chronologie und Annalistik. – Innen ein schönes Exemplar.

Lot 16
Inventarium und Beschreibung. Alles dessen, was die erbw. tugendreiche Frau Regina Loysa des Erbarn und wohlführnehmen Anthoni Marggraff, Bürgers und Handelsmanns alhier in Nürnberg, eheliche Hausfrau, eine geborene Rühlin… im Jahr 1700 beschehenes zusammen heyrathen, an eigenem Vermögen zugebracht hat. Deutsche Handschrift auf Papier mit eigenhändigen Unterschriften des Markgrafen und des Notars sowie zwei Wachssiegeln in gedrechselten Siegelkapseln. Nürnberg 26. Mai 1702. 22 S. 34 x 21 cm. Original-Pergamentband mit Kordelbindung und silbergeprägten zweifachen Fileten, Eckfleurons und zentralem ornamentalen Mittelstück, sowie Seidenschließen (Vorderdeckel etwas gewellt und minimal verstaubt). [#]
Zuschlag 850 €
Vollständige Inventarbeschreibung und Werteinschätzungen der Regina Loysa. Es werden aufgeführt: Barschafft, Güldene Ringe und Halsgehängen, Silbergeschmeid, Zinn- Kupfer- und Messinggeschirr, Frauen Kleidern, Weiß Leinen, Spanbett und Federwerck, Büchsen auch Krügen und Schalen, Schreinerwerck und Hausrath und Küchenzeuch. Summa Summarum 13042 Gulden. – Papier vereinzelt etwas gebräunt, sonst sehr schön erhaltene Urkunde.

Lot 17 Kabarett
Album des Kabarettleiters und Schauspielers Willi Schaeffers. Meist deutsche Handschriften auf Papier. Berlin zwischen 1937 bis 1962. 130 Bl. 11,5 x 21,5 cm. Pappeinband um 1850.(Ecken und Kanten bestoßen und berieben). [#]
Zuschlag 400 €
Gästebuch von Willi Schaeffers, dem Conférencier des Kabaretts der Komiker mit ca. 180 Signaturen und Widmungen. Darunter sind: Brigitte Mira, Peter Igelhoff, Aldo von Pinelli, Claire Waldorff, Mady Rahl, Otto Wernicke, Walter Gross, Grethe Weiser, Walter Frank, Renita Kramer, Karl Bergeet und viele andere mehr. Aufschlussreiches Dokument für die Kabarett- und Schauspielszene aus der Zeit des Nationalsozialismus in Berlin.

Lot 18 Kokoschka, Oskar
Eigenhändige Authentizitätsbestätigung einer Zeichnung des Künstlers auf der Rückseite einer Photographie derselben, voll signiert und datiert: “Villeneuve, 19.XI.1964.” Silbergelatine-Abzug auf Agfa-Papier. 23,2 x 16,5 cm.
Zuschlag 450 €
Kokoschka bestätigt, “dass die Zeichnung, die auf dem Photo hier aufgenommen ist, von meiner Hand kommt, um 1920-21 in Dresden gemalt wurde. Wer die dargestellte Person war, weiß ich nicht mehr.” – Am unteren Rand etwas knickspurig.

Lot 19 Koran
Beidseitig beschriebenes Koran-Blatt in maghrebinischer Schrift auf Pergament. Jeweils fünf Zeilen in Sepia-Tinte mit diakritischen Zeichen in Rot und Grün. Wohl Spanien oder Marokko, 12. Jahrhundert. Blattgröße: 18 x 23 cm.
Zuschlag 800 €
Die Maghrebinische Schrift ist eine elegante arabische Buchschriftart, welche ab dem 10. Jahrhundert im Maghreb sowie in al-Andalus (Iberische Halbinsel) verwendet wurde. Als Schreibmaterial dominierte lange Zeit Pergament. Maghribi-Korane sind meist relativ klein und quadratisch. – Mit vier kleinen Löchlein und Randläsuren, etwas gebräunt, fleckig und knickspurig.

Lot 20 Koran
Koran. Arabisches Manuskript mit kalligraphischer Handschrift (Tinte) auf Papier. Mit zahlreichen farbigen ornamentalen Randmedaillons und wenigen ganzseitigen Zeichnungen. Wohl Südsahara, 19. Jahrhundert. 500 Bl. 23,5 x 18 cm. Lose in moderner bordeauxfarbener Leinwandschatulle mit Metallschließe.
Zuschlag 300 €
Schöne und reich verzierte Koranhandschrift. – Papierbedingt gebräunt, teils etwas fleckig bzw. mit kleinen Randläsuren und -einrissen, stellenweise mit schwachem Wasserrand.

Lot 21 Krone, Carl
Einseitiger, maschinenschriftlicher Brief mit Unterschrift. Datiert, Düren 12.06.1935. Blattgröße: 28 x 22 cm. Dabei: Original- Couvert, maschinenschriftlich adressiert und abgestempelt. Beides mit gedrucktem Briefkopf in Blau und Gold. [#]
Nachverkaufspreis 200 €
An Fräulein Hanna Küchler in Berlin. Antwort auf eine Stellenbewerbung beim Zirkus. – Zweifach gefaltet, Couvert minimal fleckig, sonst sehr gut.

Lot 22 Louis de Bourbon, duc de Bourgogne
Handgeschriebener Brief in französischer Sprache mit Unterschrift, adressiert an “Anne”, Versailles, 10. Mai 1699. 1 Bl. mit Blindsiegel.
Nachverkaufspreis 200 €
Louis, Dauphin von Frankreich, Herzog von Burgund (1682-1712), war der älteste Sohn des französischen Thronfolgers Louis de Bourbon und dessen Gattin Maria Anna Victoria von Bayern. Er führte französische Truppen im Spanischen Erbfolgekrieg in der Schlacht bei Oudenaarde. – Stellenweise etwas fleckig, sonst schön.

Lot 23 Ludwig III., König von Bayern
Freiherrendiplom. Handschrift auf vorgedrucktem und koloriertem Pergament. Leutstetten, 3. August 1915. Zwei lose Doppelblätter. 37,5 x 29 cm. [#]
Zuschlag 1000 €
Freiherrendiplom für die Generalmajorswitwe Gertraud Freifrau von Schaumberg und ihre Kinder Irmgard Freiin von Schaumberg und Ulrich Freiherrn von Schaumberg, Leutnant im K. 1. Infanterie-Regiment. Mit eigenhändiger Unterschrift des Königs, des Staatsministers und des Königlichen Reichsherolds. Wappenentwurf von Lorenz M. Rheude. – Pergamentblätter ursprünglich gebunden, Rücken etwas gebräunt und etwas gewellt.

Lot 24 Mann, Thomas und Max Reinhardt
Eigenhändige Unterschriften unter maschinengeschriebenem Brief an Hermann Thimig mit der Bitte, einen Beitrag zur “Deutschen Volksspende für Goethes Geburtsstätte” zu leisten. München, Berlin, Februar 1933 (durchgestrichen “Dezember 1932”).
Zuschlag 380 €
Zweifache Faltspur, leicht gebräunt.

Lot 25 Medizin – Zaggang Daniel
Dispensatorium – Arzney Buch. Gründlicher Bericht von Herrn zu Judicire nach beschreibungen der Berühmten Doctorum der Medicina als Avicena, Constantina, Dioscorides, Egidius (etc.) 4 Teile in 1 Band. Mit 2 montierten Federzeichnungen. Deutsche und lateinische Handschrift. (Ohne Ort), 1794. 375 und 12 S. 21,5 x 17 cm. Halbpergamentband der Zeit(Block etwas locker, Deckel und Kanten stärker berieben und beschabt).
Nachverkaufspreis 800 €
Ein Daniel Zaggang ist im Jahr 1810 als Gerichtsvollzieher im schweizerischen Kanton Freiburg belegt. Vorne sind zwei montierte Federzeichnungen des Mediziners und “Wunderdoktors” Michel Schüppach, der im 18. Jahrhundert im schweizerischen Langnau im Emmental tätig war und über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. – Die Handschrift ist aus einer Hand und meist gut leserlich, teils mit schmückenden Kartuschen verziert. – Vereinzelt etwas fingerfleckig, manche Seiten mti papierbedingter Fehlstelle in der rechten unteren Ecke – insgesamt ein schönes Exemplar.

Lot 26 Minutoli, Julius von
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Teheran, 17. August 1860. 22,5 x 14,3 cm. 1 S. auf Doppelblatt (Faltspuren). [#]
Zuschlag 300 €
Brief des preussischen Diplomaten und Reiseschriftstellers (1804-1860) an eine Redaktion, sehr wahrscheinlich diejenige der Leipziger “Illustrirten Zeitung”, der er einen Aufsatz über “die Besteigung des Demawend (Damawand)” zusendet. Minutoli hatte diesen Berg kurz zuvor unter erheblichen Strapazen bestiegen und sollte bereits am 5. November 1860 in der Karawanserei Kanesen-jan bei Schiraz den Tod finden. Er wurde von der armenischen christlichen Gemeinde auf deren Friedhof in Schiraz bestattet. – Im vorliegenden Schreiben bittet er die Redaktion darum, Exemplare der Nummer mit seiner Veröffentlichung unter anderem an die Frau seines Mitreisenden Heinrich Brugsch nach Berlin zu senden. – Vgl. Henze I, 378. Zur Reise der Preussischen Gesandtschaft in Persien und deren Publikation durch Heinrich Brugsch. – Sehr schön.

Lot 27 Missale
Blatt aus einem Florentiner Missale. Lateinische Handschrift auf Pergament. Beidseitig beschrieben. Mit 3 Initialen in Rot und Blau und Quadratnotation auf 4 Linien. Italien, 13. Jahrhundert. Blattgröße: 56 x 40 cm. Schriftspiegel: Ca. 38 x 25 cm. [#]
Zuschlag 380 €
Im unteren weißen Rand mit Bleistift bezeichnet “Aus einem Florentiner Missale 13tes Jahrhundert”. – Rechter Rand mit kleinem Randausriss, mit wenigen kleinen Randeinrissen sowie einem kleinen Löchlein im weißen Rand, in den Rändern etwas gebräunt und fleckig, leicht knickspurig und wellig.

Lot 28 Pfemfert, Franz
Original-Photopostkarte mit dem Porträt von Rudolf Rocker und Original-Unterschrift. Die Karte ist adressiert an Rudolf Rocker. Unten links signierte Widmung von R. Rocker an Minna Lowensohn. Bromsilberabzug. 13,5 x 9 cm. [#]
Zuschlag 220 €
Der Publizist und Herausgeber Franz Pfemfert schreibt: “Lieber Freund Rocker, da ich diese Karte für recht vollkommen halte, soll ich Ihnen und Ihrer Frau einen Strauss bringen …”. – Da Pfemfert auch Porträtphotograph war, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Original aus seiner Hand. – Untere Ecke mit Widmung fast vollständig gelöst, sonst gut.

Lot 29 Puccini, Giacomo
Eigenhändige volle Unterschrift und Datierung “Berlin 1913” auf Porträt-Postkarte. Montiert. 14 x 8,5 cm. [#]
Zuschlag 480 €
Trägerpapier leicht stockfleckig. Sonst gut.

Lot 30 Rocker, Rudolf
Bibliographie Rockers. Maschinenschriftlicher Text auf Durchschlagpapier, mit handschriftlichen Korrekturen und Unterschrift. 6 Bl. 28 x 21,5 cm. [#]
Nachverkaufspreis 200 €
Ausführliche Bibliographie mit Angaben zu übersetzten Titeln. – Vereinzelt kleine Einrisse und eselsohrig, sonst gut.

Lot 31 Rocker, Rudolf
Original-Photographie von John Most, verso eigenhändig beschrieben: “Eigentum von Rudolf Rocker.” Vintage. Albuminabzug im Kabinettformat. Bildgröße: 14 x 10 cm. Kartongröße: 17 x 11 cm. Um 1895. (Abzug etwas verblichen, Karton etwas braunfleckig). [#]
Zuschlag 200 €
Seltener Albuminabzug des sozialistischen Redakteurs, Politikers und Anarchisten aus dem Besitz von Rudolf Rocker.

Lot 32 Rocker, Rudolf
Zwei Original-Photgraphien von Rudolf, Millie und Fermin Rocker. Verso bezeichnet: “Received from Rudolph July, 1956, Paul Aurich Collection. Sowie Photographie von Millie Rocker(?) im Garten. Verso vierzeiliger Text an Milly und Rudolf Rocker von Sophie Kropotkin. Vintages. Silbergelatine. Format je 9 x 13 cm. [#]
Nachverkaufspreis 200 €
Private Aufnahmen der Familie Rocker mit aufschlussreichen Widmungen aus dem Freundeskreis. – Ein Photo ausgesilbert, sonst gut.

Lot 33
Sammlung von 10 Feldpostbriefen. Deutsche und französische Handschrift auf Papier. Faltbriefe. 1819 bis 1887. Unter anderem Berlin, Breslau, Halle, Gleiwitz und Brieg. Teilweise Doppelblatt. Formate von 17 x 20 cm bis 24 x 38,5 cm. [#]
Nachverkaufspreis 500 €
Die Briefe sind an Adolph von Chappuis gerichtet. Einige der Briefe sind auf Französisch, mit privatem Inhalt und an die Kasernen in Tarnau und Münsterberg in Niederschlesien adressiert. Vier Briefe des Generalkommandos des 6ten Armee-Corps aus Berlin, Breslau und Halle von 1858 und 1887 geschrieben an den Oberst von Chappuis. – Teilweise gelocht, vereinzelt mit Randeinrissen sonst gut. Beigegeben: Fünf handgeschriebene Notizen auf Papier. Ca. 16x 20 cm bis 21 x 33 cm. Aufzeichnungen zum Stammbaum der Familie Chappuis.

Lot 34
Sammlung von 13 militärischen Urkunden und Dokumenten. Teils vorgedruckte Urkunden mit handschriftlichen Ergänzungen auf Papier. Preußen 1851 bis 1898. Teilweise Doppelblatt. Formate von 16,5 x 20,5 cm bis 34,5 x 42 cm. [#]
Nachverkaufspreis 500 €
Alle Dokumente sind an Adolph von Chappuis ausgestellt, darunter sind: Verleihung des Roten Adlerordens 4. Klasse vom 7.12.1861, Auszeichnung für 25jähriges Dienstjubiläum vom 24.6.1886, Brief des Ministeriums Elsaß-Lothringen, Abteilung des Innern vom 10.12.1887, Brief der Pensions-Abteilung des Kriegsministeriums an den Major Chappuis vom 19.12.1887, zwei Briefe des Kriegsministeriums vom 18.12.1888 und 14.11.1890. Verleihung des Roten Adlerordens 4. Klasse vom 29.12.1898, Bestallung zum Postdirektor, Berlin 19. Juli 1895. Vorgedruckte und handgeschriebene Urkunde mit Blindsiegelstempel und Brief der Kaiserlichen Ober-Postdirektion zum Ausscheiden aus dem Dienst und Verleihung des Kronen-Ordens 3. Klasse vom 23.12.1898. – Mehrfach gefaltet und teilweise gelocht, sonst gut erhalten – Beigegeben: Vier Urkunden. Dabei sind: Gedenkmünze für Kombattanten von 1851, Kombattantenkreuz für die Schlacht bei Königsgrätz 1866, Kriegsgedenkmünze für den Feldzug 1870/71 und die Centenarmedaille von 1898. – Gelocht und etwas knickspurig.

Lot 35
Sammlung von 19 Kreditbriefen. Hardegsen um 1761. Deutsche Handschrift auf Papier. Je 2 Doppelblatt mit Papiersiegeln und zwei Unterschriften. Formate: 33 x 21 cm (vereinzelt etwas fleckig).
Nachverkaufspreis 200 €
Die Urkunden sind ausgestellt von der Stadt Hardegsen im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Alle sind vom Consul Johann Friedrich Ebbrecht unterzeichnet, sowie von weiteren Beamten. Die Kreditnehmer sind namentlich benannt, wie auch die Höhe des Kredites. Als Grund für die Kreditvergabe werden die “fortwährenden betrübten Kriegs-Calamitäten” genannt. – Insgesamt gut.

Lot 36
Sammlung von 4 französischen signierten Autographen zwischen 1913 und 1933. Handschriften auf Papier. Datiert und signiert. Verschiedene Formate.
Nachverkaufspreis 300 €
Vorhanden sind: I. Signierter Brief von Gerardin (Sekretär des Herzogs von Orleans), adressiert an Charles Maurras am 23. Juni 1923 in Paris. 1 Bl. 15 x 10 cm. – II. Signierter Brief von Duc de Guise (1874-1940), adressiert an Charles Maurras am 12.Januar 1928, St. Pierre bei Brüssel. 3 Bl. mit Briefumschlag, 21 x 15,5 cm. – III. Signierter Brief von Ferdinand Buisson (1841 -1932), adressiert an den Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Versailles am 17.Januar 1913. Eine ganze und eine halbe Seite auf Doppelblatt. 17,5 x 11,5 cm. – IV. Signierte Karte von Franchet D’Esperey (1856-1942), gerichtet an einen Freund am 5.Februar 1933 in Paris. 10,5 x 14 cm. – Insgesamt sehr schön

Lot 37
Sammlung von 7 signierten Autographen an Jean Browaeys, Veteran der 1. Französischen Armee und Offizier im Französischen Sektor von Berlin. Verschiedene Verfasser und Formate.
Nachverkaufspreis 200 €
Vorhanden sind: I. Signierte Weihnachtskarte von Richard Weizsäcker, Berlin 1983. -II. Signierter Kurzbrief vom Oberbürgermeister von Stuttgart, Manfred Rommel. 1984. – III. Zwei signierte Karten von Jean Pierre M. Liron. – IV. Zwei signierte Karten von Andre Arnaud. 1968/70. Sowie ein Jubiläumsheft der 1. Französischen Armee mit dreizeiliger Widmung an Jean Browaeys des Generals Jean de Lattre de Tassigny, Sept. 1950. – Insgesamt gut erhalten.

Lot 38
Schuldurkunde zwischen der Firma A. Borsig und der Magdeburger Bau- und Credit Bank über 38 700 Mark. Vorgedruckter Darlehensvertrag mit handschriftlichen Ergänzungen und Original-Unterschrift von (Ernst?) Borsig, Berlin den 28. Mai 1900. 5 gefaltete Doppelblätter in Fadenheftung mit Stempelmarken und Lacksiegel. 33 x 21 cm.
Nachverkaufspreis 300 €
Darlehensvertrag mit aufgelistetem Tilgungsplan. Sehr wahrscheinlich steht dieser Kredit im Zusammenhang mit dem Kauf von Grundstücken in Borsigwalde – Dalldorf (heute Wittenau). Interessantes Dokument zur Geschichte der Fa. Borsig. – Insgesamt gut erhalten.

Lot 39 Schurz, Carl
Handschriftlicher Original-Brief mit Unterschrift vom 14. Juli 1887. 92 Zeilen in deutscher Sprache auf zwei doppelt gefalteten Blättern. 15,5 x 12 cm. [#]
Zuschlag 200 €
Carl Schurz (1829-1906) hat an der “48er Revolution” teilgenommen und floh anschließend in die USA. Dort begründete er die Republican Party mit und war der erste in Deutschland geborene US-Senator und Union Army General im Civil War. Darüber hinaus war er Verleger. – Zur Zeit des vorliegenden Briefes leitete er die New York Evening Post. Seine Adresse am Briefkopf lautet: 175 West 58th Street. Schurz’ bekanntester und häufig zitierter Slogan war: “My country, right and wrong; if right, to be kept right; and if wrong, to be set wright. – Minimal gebräunt, kleiner Aufkleber mit der Zahl 60, insgesamt sehr gut erhalten.

Lot 40
Signierter Brief von “Fiot”, französische Handschrift auf Papier, adressiert an den Innenminister, vom 12.Dezember 1840. Doppelblatt: 21,5 x 17 cm.
Nachverkaufspreis 200 €
In diesem Brief bittet der Abgeordnete den Innenminister um drei Eintrittskarten für die Bestattungszeremonie des Kaisers Napoleon Bonaparte im Invalidendom am 15.Dezember 1840. – Minimal angestaubt, sonst sehr schön.

Lot 41
Tagebuch einer heranwachsenden jungen Frau. Deutsche Handschrift auf Papier. 90 S. davon 47 beschrieben. Bütow und Berlin 1932 bis 1935. 21,5 x 16,5 cm. Grüngoldener expressionistischer Pappband mit blindgeprägtem Zackendekor und Schloss (Rückenfalz etwas eingerissen). [#]
Zuschlag 420 €
Auf dem Vorsatz Widmung: Geschenk zum 15. Geburtstag von deinen lieben Eltern. Polschen den 9. August 1932. – Gut leserliche Sütterlinschrift, einige Passagen in Kurzschrift verfasst. Beschrieben werden Tanzvergnügen und ihre jeweiligen Tanzpartner mit ihren Vorzügen, aber auch Fackelaufmärsche von Nazis, von denen die Autorin sehr angetan war. Eintrag vom 31.01.1933: “Ich mußte noch immer an die schönen Nazis denken”. Am 1.1.1933 wurde die Familie aus dem Pommerschen Bütow nach Berlin versetzt. Auch in Berlin beschreibt die 17jährige ihre Bekanntschaften mit verschiedenen Herren. Dabei besuchen sie auch häufiger das Café und Tanzlokal Moka Efti im Tiergarten. – Das dekorative Tagebuch ist ein aufschlussreiches Zeugnis aus dem Berlin der 1930er Jahre. – Schöner Gesamtzustand.

Lot 42 Thiel, Alfred
Tagebuch. An der Westküste Afrika`s. Deutsche Handschrift auf Papier. 17 Original-Photographien. Breslau, 27. November 1897. 204 S. 33,5 x 22 cm. Leinenband mit goldgeprägtem Deckeltitel und Vorsatzpapier mit Kaiserlichen Wappen und Eichenlaubdekor (Kapitale etwas eingerissen, Ecken beschabt). [#]
Zuschlag 1300 €
Der Oberhoboist Alfred Thiel war vom 1.10.1896 bis 2.3.1898 als Besatzungsmitglied an Bord des Kanonenbootes S.M.S. Habicht der Kaiserlichen Marine in Westafrika. Ab 1885 wurde die Habicht ins Westafrikanische Geschwader eingegliedert. Im Oktober 1897 wurden Teile der Besatzung zur Unterstützung der Schutztruppe Kamerun zur Bekämpfung von Aufständischen bei Kribi eingesetzt. Nachträglich sind vom Autor Original-Zeitungsartikel mit Themen zu den Aufständen, Sklavenhandel und kolonialen Machtpolitik beigebunden (ca. 1930 bis 1950), sowie Original-Speisenfolge und Programm. – Seltene und umfangreiche private Aufzeichnungen eines Zeitzeugen zur Deutschen Kolonialgeschichte in Westafrika. – Insgesamt gut erhalten.

Lot 43 Tour d’Auvergne, Théophile Malo Corret de la
Eigenhändiger unterschriebener Brief, adressiert an Herrn Hardy de Lévaré, Bürgermeister von Laval, Paris 19.Januar 1747. 1 Bl. mehrfach gefaltet mit rotem Lacksiegel. 22 x 16,5 cm.
Nachverkaufspreis 200 €
Beigegeben: Zwei Radierungen mit Porträts des Latour d’Auvergne, französischer Offizier in der Revolutionsarmee. – Minimal braunfleckig, sonst schön.

Lot 44 Wilhelm I. deutscher Kaiser und König von Preußen
2 Urkunden mit eigenhändiger Unterschrift. Berlin, Kassel und Karlsbad 1861-1864. Mit blindgeprägtem Siegelstempel. Doppelblatt. 23 x 35 cm, gelocht. [#]
Nachverkaufspreis 300 €
I.Vorgedruckte und handsignierte ergänzte Urkunde zur Bestallung des Freiherrn Karl von Kaltenborn-Stachau zum Ordentlichen Professor der Juristischen Fakultät an der Universität in Königsberg (26.06.1861). II. Dimissiorale für den Freiherrn Karl von Kaltenborn-Stachau (18.07.1864). Beigegeben: I. Brief eines Ministers mit Jahresgehalt von 1400 Talern an den Freiherrn Carl von Kaltenborn. Kassel 1864. Beigegeben: II. Friedrich Wilhelm III. 1797-1840. Urkunde zur Ernennung des Carl Kaltenborn-Stachau zum Professor. (Halle 23.04. 1839.) 56 x 46,5 cm. Baron Carl von Kaltenborn-Stachau (1817-1866) war ein bedeutender Staatsrechtslehrer in Preußen. – Ursprünglich mehrfach gefaltet, teils eingerissen und etwas braunfleckig, sonst ordentlich.

Lot 45 Wilhelm I. deutscher Kaiser und König von Preußen
4 Offizierspatent-Urkunden. Berlin 12.11.1864, Baden Baden 11.10.1865, Ems 13.7.1872, Berlin 21.5.1879. Doppelblatt. 37 x 22,5 cm. – Mit blindgeprägtem Siegelstempel. [#]
Zuschlag 300 €
Vorgedruckte und handsignierte ergänzte Urkunden zur Beförderung des Adolph von Chappuis zum Port d’Epee Fähnrich, zum Seconde Lieutnant, zum Premier Lieutnant sowie zum Hauptmann des 6ten Westfälischen Grenadier Regiments. – Ursprünglich mehrfach gefaltet mit kleinen Randläsuren, gelocht.

Lot 46 Wilhelm II., deutscher Kaiser und König von Preußen
3 Urkunden mit Unterschrift. Berlin 16.01.1896, 18.12.1901 und 17.12.1902. 33 x 21 cm. – Mit blindgeprägtem Siegelstempel. [#]
Nachverkaufspreis 300 €
Vorgedruckte und handsignierte ergänzte Urkunden zur Verleihung des preußischen Roten Adler Ordens dritter Klasse (1896) sowie des Kronenordens zweiter Klasse (1902) an Otto Kühnas und eine Bestellung zum Staatsanwalt Dr. Friedrich Fuchs (1901). – Ursprünglich mehrfach gefaltet, an den Rändern etwas gebräunt.

Lot 47 Wilhelm II., deutscher Kaiser und König von Preußen
Adelsbrief mit Unterschrift. Kalligraphie auf Pergament. 3 Bl. Mit ganzseitiger Wappenmalerei in Gold und Farben. Berlin, 30. Januar 1905. 37 x 27 cm. Brauner Lederschnittband mit 4 silbernen Eckbeschlägen auf Vorderdeckel, mittig mit preußischem Adler in Schwarz, Gold und Rot, florale Umrahmung, Hinterdeckel mit 4 Messingnägeln und Rautenmuster, Seidenmoiré-Vorsätzen, sowie großem Majestätssiegel in getriebener Silberkapsel (ca. 16 cm Durchmesser) an silberfarbener Kordel mit 2 großen silberfarbenen Quasten. In brauner, reich verzierter Lederschnitt-Kassette mit Seidenmoiré-Auskleidung und Messingschloss. [#]
Zuschlag 2000 €
Adelsbrief für Johannes Eduard Julius von Mutzenbecher (1854-1916) und August Victor von Mutzenbecher (1866-1935). Hier in der ersten Ausfertigung für Johannes Eduard Julius von Mutzenbecher, Minister-Resident zur Disposition, in Berlin. – Das Wappen entworfen von von Borwitz und Harttenstein, gemalt von H. Nahde. Der prächtige Einband mit Kassette von B. Borries, Berlin (signiert auf Vorderdeckel). – Seidenauskleidung in Kassette teils zerfasert. – Prachtvolles Objekt in sehr schöner Erhaltung.

Lot 48 Zur Mühlen, Hermynia
Briefwechsel zwischen Hermynia zur Mühlen (8 maschinenschriftlich, signierte) und Stefan Klein vom Konstanzer Verleger Oskar Woehrle von 1921-1922. Meist signiert, 12 handschriftlich von Stefan Klein. Jeweils ein Blatt. Meist 29 x 21 cm., die handschriftlichen Briefe zwischen 15 x 10 cm und 29 x 21 cm.
Zuschlag 240 €
Der Briefwechsel dreht sich hauptsächlich um Buchveröffentlichungen, Honorare und Einhaltung von Veröffentlichungsterminen. Zu Spannungen kam es wohl immer wieder, weil Termine nicht eingehalten und Honorare nicht rechtzeitig überwiesen wurden: “Ihre kategorische Erklärung, ich werde mich mit den tausend Mark bis Anfang Februar gedulden müssen, finde ich etwas merkwürdig” (H. zur Mühlen am 23.2.1922). – Die Briefe gefaltet und mit Aktenlochung ohne Textverlust, insgesamt ordentlich.