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Lot 1 Adel – Cecilie von Mecklenburg, Kronprinzessin
Sammlung von ca. 30 handschriftlichen Briefen an die Kronprinzessin. Deutsche und englische Handschriften auf unterschiedlichen Papieren. Paris, London u.a., um 1909-1916. Ohne Couverts. Gefaltet.
Result 240 €
Persönliche Post, meist nur mit dem Vornamen unterzeichnet und deshalb für uns nicht zuzuordnen. Enthält neben allgemeinen Grüßen auch Dankschreiben für erhaltene Geschenke, Briefe einer Kinderschwester mit Hinweisen auf den Zustand eines der Söhne der Kronprinzessin u.a. – Nicht eingehend gesichtet, ohne Rückgaberecht.

Lot 2 Albalate, Michael
Distinctiones et quaestiones metaphysicae. Lateinische Handschrift auf Papier. Mit 3 (2 farbigen) blattgroßen handgemalten Kartuschen sowie einigen farbigen Initialen und Vignetten sowie 1 Kupfertafel von H. Weyen. Nordspanien, 1734. 2 Bl., 280 S. (die letzten 7 Bl. leer). 21 x 15 cm (Schriftspiegel: 17 x 10,5 cm). Flexibler Pergamentband der Zeit mit 2 Verschlussschlaufen (fleckig, hinterer Deckel stärker, kleine Randfehlstellen, ohne Verschlussknöpfe). [#]
Result 320 €
Sehr sauber ausgeführte Handschrift zur Metaphysik, in regelmäßiger Kursive in dunkelbrauner Tinte, mit den vier Büchern “De proaemialibus metaphisicae”, “De natura entis, de eius proprietatibus et statibus”, “De praedicamentis” und “De post praedicamentis”. – Der Kupferstich von Hermann Weyen zeigt Johannes Baptista als Knaben. – Erste Lage gelockert, etwas fleckig.

Lot 3 Arino, Bartolome
Brevissum dialecticarum. Lateinische Handschrift auf Papier. Mit einer großen schematischen Darstellung und einigen kleinen Zeichnungen. Huesca, 1709. 1 Bl., 164 Bl., 1 Bl. 20,5 x 15 cm. Flexibler Pergamentband der Zeit mit Schließbändern (fleckig und gewellt, ohne 1 Schließband, hinterer Deckel mit Notizen von alter Hand). [#]
Result 260 €
Sauber ausgeführte Handschrift zur Philosophie, in regelmäßiger Kursive in schwarzer Tinte, mit zahlreichen Überschriften. – Stellenweise etwas fleckig.

Lot 4
Auszüge aus den Evangelien für den Nürnberger Patrizier Andreas Imhof. Deutsche Handschrift auf Papier. Nürnberg, 1574. Ca. 130 Bl. 16,5 x 10,5 cm. Ganzpergament der Zeit mit Platten- und Rollstempelverzierung (datiert 1574) (bestoßen, berieben, nachgedunkelt, etwas fleckig, Schließen fehlen).
Result 1200 €
Anfangs mit altkoloriertem, in der Platte signierten Exlibris des Virgil Solis für Imhof. Saubere Schrift, wohl nicht von Imhof selber, der 1574 schon 84 Jahre alt war und kaum mehr eine so ruhige Handschrift gehabt haben dürfte. Imhof (1491-1579) war erfolgreicher Nürnberger Kaufmann und Förderer von Albrecht Dürer und Hans Sachs. Laut NDB verfasste er zahlreiche Schriften, darunter Juristisches und Gebetbücher. – Beiliegend: obere Hälfte einer Rechnung des Berliner Antiquars Paul Graupe von März 1918. Er verkaufte das Bändchen seinerzeit an einen Freiherrn von Imhof, evtl. ein Nachfahr. – Auf dem Vorsatz montiert ist eine alte österreichische Zollquittung, nur wenig gebräunt und braunfleckig, insgesamt gut.

Lot 5 Bismarck, Otto von
Eigenhändiger, datierter und signierter Brief an Carl Bollmann. Tinte auf Papier. Friedrichsruh, 3.4.1891. 22 x 14 cm. [#]
Result 200 €
Bismarck bittet den damaligen Oberbürgermeister von Bochum Carl Bollmann (1833-1891), für die “freundlichen Glückwünsche” (wohl zu seinem Geburtstag am 1. April) seinen “verbindlichsten Dank” entgegenzunehmen. – Waagrechter Mittelfalz ca. 1,5 cm eingerissen.

Lot 6 Blücher, Gebhard Leberecht von
Brief von Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher mit eigenhändiger Unterschrift an das Militär-Gouvernement von Westfalen. Tinte auf Papier. Höchst, 21. Dezember 1813. 1 Bl., verso weiß, mehrfach gefaltet. 37,5 x 23 cm. [#]
After-Sale Price 600 €
Mitteilung von Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt (1742-1819), an das Westfälische Militär-Gouvernement, dass er ein Schreiben an Generalmajor Gustav von Rauch (1774-1841) weitergegeben habe, worin es um die Lieferung von 20.000 englischen Gewehren geht, mit denen neu zu formierende Truppen ausgrüstet werden sollen. – Aus einer bedeutenden Tegernseer Autographensammlung, in handschriftlich beschrifteter Sammlermappe mit kurzen Angaben zum Inhalt und Kaufvermerk: am 24. II. 1924 bei Henrici in Berlin für 20 Mark. – Oberer und rechter Rand mit hinterlegten Einrissen, linker Rand unregelmäßig beschnitten, etwas fleckig.

Lot 7 Freksa, Kurt
Sammlung von ca. 50 handschriftlichen und maschinenschriftlichen Briefen an Freksa bzw. von ihm. Deutsche Handschriften und Maschinenschriften auf unterschiedlichen Papieren. München, Berlin u.a., um 1910-1940. (Gebrauchsspuren).
After-Sale Price 240 €
Kapsel aus dem Teilnachlass von Freksa, aus dem wir in früheren Auktionen bereits Stücke angeboten haben. Vorhanden sind 19 Stück an den Bruder Hans Helmut Friedrich (masch. Durchschläge) bzw. von diesem, meist Familienangelegenheiten (Erbsache und diverse Geldsorgen) betreffend. Dabei zeitgenössische beglaubigte Abschrift eines Testaments vom September 1915 von Hans Friedrich (der Bruder Hans Helmut ?). Die restlichen 30 sind teils mehrseitige und ganz überwiegend handschriftliche Stücke an Freksa, u.a. von: Wilhelm Prager (UFA-Regisseur) 1938; Familie August Grisebach (Kunsthistoriker, je eines von Emmy und Nora, zwei von August), Paul und Anna-Maria von Klenau, Otto Orlando Kurz (3 Stück), Ludwig Kraft, Hans Kyser, Christian Lahusen (Musiker), Hans Brenner (Zille-Freund), Franz Dülberg, Ilka Rosen-Delius, Rudolf Spieker (Theologe) u.a – Lose eingelegt in Leinwandhülle mit vergoldetem Deckeltitel (dat. 17.5.1881), wohl anlässlich der Eheschließung von Freksas Eltern, inliegend die sechseitige gedruckte Hochzeitszeitung. – Nur ganz vereinzelt wasserfleckig, teils Randläsuren und kleine Randfehlstellen ohne Textverlust, ordentlich.

Lot 8 Freud, Sigmund
Eigenhändiger, vierzeiliger signierter Geschenkvermerk. Ohne Ort. Das Datum 24.1(19)24 von anderer Hand wohl später zugesetzt. [#]
Result 800 €
Gegenüber dem Titel von J. Kollmann, Plastische Anatomie. Leipzig, 1901. Der Text lautet “Liebe Frau / der kleinen Künstlerin / zur weiteren Förderung ! / Herzlichst / Ihr Freud”. – Provenienz: Besitz einer Münchner Familie von L., aus der Eleonore (“Leonie”) von L. bis zu ihrem Tod im Jahre 1939 eine umfangreiche Korrespondenz mit Freud und anderen bekannten Persönlichkeiten der Zeit führte. Die im Text genannte kleine Künstlerin war von L.`s Tochter Anneliese. – Beiliegend: Brief eines Erben des Bandes mit Angaben zur Provenienz. – Im Bereich der Dedikation etwas braunfleckig, sonst ordentlich, der Band bestoßen, Rücken mit deutlichen Fehlstellen, anfangs neuer Besitzvermerk, eine Seite lose, passabel erhalten.

Lot 9 Hesse, Hermann
Maschinenschriftlicher Brief auf der Rückseite eines Bogens des Hotel Waldhaus, Sils Maria an die Schriftstellerin Jeanne Berta Semmig. Von Hesse eigenhändig signiert. 1 Bl. 18 x 14 cm. Datiert Sils, im August (19)55. Gefaltet. [#]
Result 200 €
Antwort auf einen Brief an Hesse zum Tode von Thomas Mann, den Hesse wie hier angegeben charakterisiert. – Beigegeben: original-photographische Postkarte mit Porträt H. Hesse, nach Photo von Heiner Hesse. 1956. Von Hesse eigenhändig signiert. – Nur gering bestoßen, gut.

Lot 10 Hirschfeld, Christian Cay Lorenz
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Tinte auf Papier. Kiel, 19. November, 1769. Doppelblatt, 3 Seiten beschrieben. 23,5 x 19 cm. [#]
After-Sale Price 600 €
Bedeutender, umfangreicher Brief des Gartentheoretikers Christian Cay Lorenz Hirschfeld (1742-1792) an Johann Georg Eck (1745-1808) in Leipzig. Dieser war seit 1768 Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften in Erfurt und begann im selben Jahr auch Vorlesungen an der Universität Leipzig zu halten, wo er 1770 außerordentlicher und 1781 ordentlicher Professor der Philosophie wurde. – Hirschfeld bespricht verschiedene zeitgenössische Autoren, gibt Hinweise zu eventuellen Rezensionen seiner neuesten Werke, bittet um Hinweise auf Erwähnungen in Zeitschriften etc. Unveröffentlichte, inhaltsreiche Quelle zum literarischen Leben der Zeit. – Komplette Transkription liegt bei. – Senkrechter Mittelfalz. – 3. Seite oben mit braunen Flecken.

Lot 11 Kanne, Johann Arnold
Eigenhändiger, annähernd ganzseitiger Brief an einen nicht bezeichneten Empfänger. Deutsche Handschrift auf Papier. Stg. (Stuttgart), 12.07.(1)813. Mit vollem Nachnamen signiert.
Result 280 €
Zum Umfeld von Jean Paul gehörender Schriftsteller und Forscher (1773-1824). Typische Äußerungen eines nervösen Publizisten der Zeit: erwähnt erhaltene Druckfahnen, einen Aufsatz, der an ein Journal gesandt wurde und schließt: “aber heute ist nicht Zeit u. morgen ist es zu spät. Der Ihrige Kanne”. – Gefaltet, kleine Randfehlstellen, verso alte Bleistiftmarginalie zu Kanne (mit falschem Todesjahr), etwas gebräunt, ordentlich.

Lot 12 Koran
Arabisches Manuskript mit kalligraphischer Handschrift (Tinte) auf geglättetem Papier. Mit reich illuminiertem doppelblattgroßen Titel mit floralen Verzierungen und einigen farbigen ornamentalen Randmedaillons. Wohl Türkei, um 1850. 304 Bl. 20 x 12,5 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit (Gelenke angeplatzt, Kanten berieben und bestoßen).
Result 750 €
Kunstvoll kalligraphierter Koran, wohl aus der Türkei (Hakkakzade Mustafa Hilmi?). – Die letzten zwei Blatt mit farbigen ornamentalen Verzierungen. Text mit Goldrahmen eingefasst. – Mit vereinzelten Anmerkungen auf Arabisch im Rand. – Stellenweise etwas braun- bzw. fingerfleckig, Goldauflage der Titelseiten etwas berieben, Titel fleckig und etwas knickspurig, teils mit leichten Randläsuren.

Lot 13 Koran
Beidseitig beschriebenes Koran-Blatt in maghrebinischer Schrift auf Pergament. Jeweils fünf Zeilen in Sepia-Tinte mit diakritischen Zeichen in Rot und Grün. Wohl Spanien oder Marokko, 12. Jahrhundert. Blattgröße: 17,5-18 x 22,5-23 cm.
Result 1000 €
Die Maghrebinische Schrift ist eine elegante arabische Buchschriftart, welche ab dem 10. Jahrhundert im Maghreb sowie in al-Andalus (Iberische Halbinsel) verwendet wurde. Als Schreibmaterial dominierte lange Zeit Pergament. Maghribi-Korane sind meist relativ klein und quadratisch. – Mit kleinen (drei etwas größere) Löchlein und Randläsuren, in den Rändern etwas gebräunt, etwas fleckig.

Lot 14 Kotzebue, August von
Eigenhändiger, dreiseitiger Brief an einen hochgeehrten Herrn. Deutsche Handschrift auf dünnem Papier. Schwarzen bei Reval, 5./15. April 1809. Gefaltet. [#]
Result 600 €
Vom Verfassser eigenhändig signiert “Ihr gehorsamer Diener Collegiums-Rath v. Kotzebue”. Bezieht sich auf einen in Nummer 64 des “Allgemeines Anzeigers” erschienenen Artikel, den Kotzebue gelesen hatte und zu dem er Allgemeines bemerkt. – Kleiner Sammlerstempel, von alter Hand am unteren Rand der Name Kotzebues zugesetzt, minimal gebräunt, unverwischt, gut.

Lot 15 Militaria – Kittner, Major
Ausrüstung eines Feld-Artillerie-Trains. Deutsche Handschrift auf Papier. Ohne Ort, vor 1823. 54 Bl. 24 x 19 cm. Zeitgenössisches weinrotes Ganzleder mit reichen goldenen Deckelbordüren, vergoldetem Rücken und Goldschnitt (nur gering berieben).
Result 270 €
Sehr sauber und fein ausgeführte Handschrift mit detaillierten Aufzeichnungen in 101 Paragraphen. Ausweislich der Endbemerkung Kittners wurde diese Abhandlung im Winter 1822-23 nochmals überarbeitet. – Papierbedingt gering gebräunt, Spiegel mit altem Leimdurchschlag, sonst gut.

Lot 16 Miniaturen
Einzelblatt auf Pergament aus einem Antiphonar mit historisierter Initiale “Königsanbetung” in Gold und Farben von einem Nachfolger des Meisters der Vitae Imperatorum. Rotunda in schwarzbrauner Tinte mit schwarzbraunen Quadratnoten auf 4 roten Linien. Italien, Lombardei, um 1460. Blattgröße: 46,5 x 33 cm. Unter Passepartout montiert und unter Glas gerahmt.
Result 1600 €
Die prachtvolle Initiale “H” (Format: ca. 10 x 3 cm.) in weiß gehöhtem Mauve auf Blattgold-Grund in quadratischem Rahmen und mit auslaufenden Akanthusblättern in Grün, Blau und Rot. Die Darstellung der Königsanbetung zeigt in Ornamentik, Figuren- und Gewandstil charakteristische Züge der Schule des Meisters der Vitae Imperatorum. Die Initiale “H” leitet die erste Antiphon zum Fest Ephiphanias ein, beginnend mit “Hodie in Iordane bapticato domino”. – Mit winziger Randbemerkung des Schreibers für den Illuminator, welches Bildthema er hier einzumalen habe: “ladoratia di magi”. – Goldgrund leicht berieben, Pergament etwas fleckig.

Lot 17
Morgengabe-Brief und Leibgedings-Brief. Deutsche Handschriften auf lithographierten Vordrucken. Zusammen vier Blatt mit zwei Papiersiegeln. Kopenhagen 1. und 11. Juni 1841. 33 x 21 cm. Zwei Rohseiden-Mappen mit Bindebändern in einem zeitgenössischen, teils vergoldeten Pappschuber (Schuber teils angeplatzt, Bände teils angeschlissen und lichtrandig).
Result 200 €
Jeweils mit wohl eigenhändiger Unterschrift des Kronprinzen Ferdinand und einer weiteren Signatur eines Kanzlisten. Handelt trotz der missverständlichen Bezeichnungen nicht von adeligen oder religiösen Dingen, sondern von ökonomischen: Geldverleih, Zinsen, geschuldete Dienstleistungen. – Ganz gering gebräunt und fleckig, gut.

Lot 18 Musik
Lieder und Arien für Sopran und Begleitung des Pianoforte von verschiedenen Komponisten. Notenschrift bzw. deutsche Handschrift auf starkem Papier. Mit einem aquarellierten Titelblatt. Ohne Ort, 1849. 28 Bl. 34 x 24 cm. Halbleder der Zeit (berieben und bestoßen, Kapitale mit kleinen Fehlstellen).
Result 200 €
Schöne, saubere Handschrift, geschrieben von einem Heinrich Mette, laut Deckeltitel für eine Julie. Weiteres konnten wir nicht eruieren. Enthält deutsche und andere Volkslieder, Arien aus Opern u.a. – Etwas gebräunt, selten minimal verwischt, kleine Randläsuren, gut.

Lot 19 Musik – Pfannstiel. Johann Valentin
Eingesammelte Oden und Lieder mit Melodien für das Clavier. Zusammengetragen von Pfannstiel, Schmalkalden, den 2ten Septembris 1789. Deutsche Handschrift auf Papier. 17 Bl. 19 x 29 cm. Pappband der Zeit (Vorderdeckel fehlt).
Result 200 €
Ohne Quellenangabe, eventuell stammen Texte und Melodie von Pfannstiel, über den wir weiter nichts herausbringen konnten. – Etwas gebräunt und fleckig bzw. fingerfleckig.

Lot 20 Musik – Strauss, Johann (Enkel)
Sammlung von 60 handschriftlichen Postkarten und Briefkarten an Maria Strauss, Ehefrau von Johann Strauss (Enkel) u.a. Empfänger der Familie. Wien, Berlin u.a., um 1902-1910. Gelaufen.
Result 240 €
J. Strauss (Enkel) (1866-1939) war seit Anfang des 20. Jahrhunderts Kapellmeister in Berlin. Seit 1894 war er mit Mitzi (Maria Emilie Karoline) verheiratet. Die meist farbig lithographierten “Gruß aus”-Karten stammen wie auch die nicht illustrierten Briefkarten von unterschiedlichen Personen des Familien- und Freundeskreises (die mit “Dein Mann” unterschriebenen sind wohl vom Kapellmeister selber) und sind meist an Maria /Mizzi / Mitzi gerichtet, aber auch an andere Familienmitglieder (Jolan, Lili, Hansi – wohl die Kinder). Der Inhalt dreht sich überwiegend um allgemeine Ferien- und Liebesgrüße. – Teils gebräunt und etwas fleckig, selten etwas verwischt, Rück- und Vorderseite teils feuchtigkeitsbedingt getrennt, teils wasser- und sporfleckig.

Lot 21 Nagel, Hanna
Sammlung von eigenhändigen Briefen und Postkarten an W. Pieper, Studienrat in Berlin. Mit 17 monogrammierten, meist kolorierten Original-Zeichnungen von Hanna Nagel. Deutsche Handschriften auf Papier. Heidelberg, 1943-1951. Zusammen 16 Bl. Briefe und 5 Karten. Unterschiedliche Formate.
Result 360 €
Die Graphikerin Hanna Nagel (1907-1975) hatte den Adressaten offensichtlich während ihres Studiums in Berlin kennengelernt, wo sie Anfang der 1930er Jahre die Klassen von Hans Meid und Emil Orlik, der in ihr eine “neue Kollwitz” sah, besuchte. – Die seit Ende der 1930er Jahre in Heidelberg lebende Künstlerin teilt dem Freund in einer Karte vom 9.11.43 ihre neue Adresse mit, beginnt ihre Schreiben 1944/45 mit “Leben Sie noch?”, fragt 1946 nach der Lage in Berlin “mit den Russen”, organisiert später ihre Berlin-Besuche, während derer sie bei Pieper wohnt, und immer wieder erkundigt sie sich nach der gemeinsamen Freundin Renée Sintenis. – Jeder Brief ist mit einer aufgeklebten Original-Zeichnung versehen. – Dabei: Sieben Postkarten mit Motiven von H. Nagel. Dr. Cantz’sche Druckerei Stuttgart. Unbeschrieben. – Und: Gedicht zur Silberhochzeit. Deutsche Handschrift. sechs Blatt. – Guter Zustand.

Lot 22 Oertel, Friedrich Wilhelm Philipp
Eigenhändiger Brief an seinen Verleger (Julius) Niedner. Deutsche Handschrift auf Papier. Undatiert. Signiert mit Oertel, 1 Bl. verso weiß.
After-Sale Price 200 €
Bietet eine kleine Erzählung an. Niedner war zwischen 1850 und 1867, dem Todesjahr von Oertel dessen Verleger, der Brief dürfte aus diesem Zeitraum stammen. Oertel wurde vor allem unter seinem Pseudonym “W.O. von Horn” bekannt – Gefaltet, gebräunt, Randläsuren.

Lot 24 Richthofen, Manfred von
Eigenhändige Unterschrift auf einer Grußkarte aus Klein-Wandriss, Kreis Liegnitz (Schlesien). Nicht gelaufen, undatiert, um 1917-18. [#]
After-Sale Price 800 €
Verso Text “Zur Erinnerung an den schönen / Tag in Kl. Wandriss bei einem / echten Deutschen und Antise-/miten”. Es folgen die Unterschriften von Rittmeister v. Richthofen, W. Gilles (könnte vom Alter her durchaus Werner Gilles sein) und Oblt. Hansjoachim Dumcke (?, nicht klar zu lesen, Buddecke heißt es aber nicht). – Gering gebräunt, etwas bestoßen.

Lot 25 Sammlung Murr
Chirographa personarum celebrium. E collectione Christoph. Theoph. de Murr. Missus I. (alles Erschienene). Duodecim tabularum. Mit 12 gestochenen Tafeln auf 7 Blättern. Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1804. 18 S. 41 x 25 S. Pappband der Zeit mit handschriftlichem Deckelschild (berieben).
Result 240 €
Beispiele aus der Autographensammlung des deutschen Juristen, Zollbeamten, Bibliographen und Universalgelehrten Christoph Gottlieb von Murr (auch zitiert als Christopherus Theophilus de Murr/ 1733-1811). – Abgebildet und beschrieben werden Autographen von Katharina II., Voltaire, d’Alembert, Luther, Melanchthon, Dürer usw. – Etwas stockfleckig.

Lot 26 Schweitzer, Albert
Dreizeilige eigenhändige Widmung an Herrn “Senator Landahl” 26. Okt. 1951. Unter einer Lichtdruck-Abbildung einer Porträt-Plakette von Louis Mayer. Blattgröße: 30 x 21 cm.
Result 200 €
Die Widmung für den deutschen Politiker Heinrich Landahl (1895-1971), der langjähriger Hamburger Schulsenator für die SPD war und aus dessen Besitz das Blatt auch stammt. – Dabei: Porträt-Photo von Albert Schweitzer. Original-Photographie. Vintage. Silbergelatine. Format: 23,8 x 18 cm. – Verso mit handschriftlichem Copyright “foto gabriel Hamburg 39” und dem Vermerk “An der Schnitger-Orgel in St. Jakobi 1959”. – Sehr gut erhalten.

Lot 27 Ulrich, Carl
Aufzeichnungen seines Aufenthaltes in Deutsch-Ostafrika in Briefen an seine Mutter. Deutsche Handschrift auf Doppelbögen. Zusammen ca. 235 Seiten. Tansania, 1895-1898. 18 x 11 cm bis 23 x 14 cm (gebräunt, etwas gebräunt, fleckig und knickspurig).
Result 240 €
Beginnt mit der Reise nach Rom im Dezember 1895, es folgen Neapel, dann im Februar 1896 die Reise mit der “General” via Aden nach Dar-es-Salam im April 1896, schließlich der Aufenthalt in der Kolonie Deutsch-Ostafrika in Dar-es-Salam und Tanga. Berichtet über Reiseprobleme, das ungewohnte Klima, Fiebererkrankungen (ich bin … vom Fieber bisher verschont geblieben), die kleinen Unannehmlichkeiten des Koloniallebens (“die Zigarren sind hier alle sehr teuer”) u.a. Ulrich (der Nachname ergibt sich aus einer neueren Angabe auf dem Umschlag) war eher kein Militär, sondern wohl Kaufmann, der in einer Firma der Familie arbeitete. Beigegeben: eine Original-Photographie, wohl den Schreiber darstellend(?). – Insgesamt recht gut.

Lot 28
Urkunde der Hagen-Gesellschaft für Johann Victor Krämer. Deutsche Handschriften auf Pergament in Blau und Rot. Mit 24 eigenhändigen Unterschriften österreichischer Künstler. Wien, 1893. Doppelblatt: 46,7 x 37,9 cm (gefaltet). [#]
After-Sale Price 200 €
Der Text der kalligraphierten Handschrift lautet: “Dem trefflichen Künstler Johann Victor Krämer spricht ihre freudige und bewundernde Zustimmung zu seinen letztausgestellten Werken aus die Hagen-Gesellschaft. Wien, anno domini 1893. – Später vor allem als Orientalist bekannt geworden, war Krämer (1861-1949) nach seinem Studium als Zeichenlehrer der Kinder von Karl Wittgenstein angestellt und wurde 1893 Mitglied im Wiener Künstlerhaus. Viele der dort organisierten Künstler trafen sich bereits ab 1880 in der “Hagengesellschaft”, deren Name auf den Inhaber eines Wirtshauses in der Wiener Gumpendorfer Straße zurückging. Erst 1900 wurde der “Künstlerbund Hagen” als selbstständiger Club innerhalb des Künstlerhauses gegründet. – Zu den Unterzeichnern auf der zweiten Seite gehören u.a. Friedrich König, Eugen Schroth, Eduard Kasparides, Leopold Stolba, Leopold Carl Müller, Franz Jaschke, Anton Nowak, Rudolf Konopa. – Teils etwas fingerfleckig, am unteren rechten Rand mit größerem Wasserfleck.

Lot 29
Vier Autographen Berliner Künstler und Literaten. Deutsche Handschriften (3) bzw. Maschinenschrift (1) auf unterschiedlichen Papieren. Berlin, 1889-1902. [#]
After-Sale Price 240 €
Vorhanden sind: I. Georg Bleibtreu. Dreiseitiger eigenhändiger Brief an einen Herrn Doctor. Charlottenburg, 20.Febr. (18)89. Ausführlicher Dank für einen erhaltenen Brief. – II. Hanns Fechner. Zweiseitiger Brief von Schreiberhand an einen ungenannten Adressaten. Auf Fechners Briefpapier, mit Briefkopf in Kupferdruck. Von Fechner eigenhändig signiert. Berlin, 29. April 1896. – III. Franz Skarbina. Siebenzeiliger, eigenhändiger Brief an einen Herrn Doktor. Mit kurzen Grüßen zum neuen Jahr. Berlin, 3. Jan. 1899. – IV. Paul Lindau. Maschinenschriftlicher Brief auf Papier des Berliner Theaters, mit eigenhändiger Unterschrift. 19.02.1902. An einen Sanitätsrath, der wohl einen Anachronismus in einer Aufführung des Theaters monierte. – Meist gefaltet, papierbedingt teils etwas gebräunt, recht gut.

Lot 30 Wittgenstein, Ludwig – Engelmann, Paul
Briefe von Ludwig Wittgenstein und Erinnerungen an ihn. Hektographiertes Typoskript auf Durchschlagpapier mit zahlreichen eigenhändigen Korrekturen des Autors. Mit einem Vorwort von Dr. Josef Schächter, datiert “Haifa, im Mai 1965”, gefolgt von Engelmanns Einleitung, handschriftlich datiert “Tel-Aviv, Januar 1965”. 4 nn. Bl., 83 num. Bl., 1 nn Bl. (Inhalt). 31,9 x 20,9 cm. Braune Kartonage der Zeit mit Klammerheftung (diese etwas angerostet, im oberen Bereich stark wasserspurig). [#]
Result 1200 €
Das Typoskript gibt nach 54 Briefen, die Wittgenstein zwischen Dezember 1916 und Juni 1937 an Engelmann adressierte, sieben Essays zu Engelmanns Auseinandersetzung mit dem Philosophen wider: Wittgenstein in Olmütz; Religiöses; Literatur, Musik, Film; Bemerkungen zum Tractatus; Die Familie Wittgensteins; Kraus, Loos, Wittgenstein; Der wortlose Glaube. – Die englische Übersetzung des Werks erschien 1967 posthum in der New Yorker Horizon Press. Offensichtlich handelt es sich bei dem vorliegenden Typoskript um die letzte Fassung der deutschen Vorlage, an der Engelmann, der im Februar 1965 starb, in seinen letzten Lebensmonaten arbeitete. So sind alle handschriftlichen Korrekturen, Ergänzungen sowie ein Hinweis “für d. Übersetzer” in der publizierten, von Dr. L. Furtmüller übersetzten Fassung berücksichtigt, die die Briefe in deutsch-englischem Paralleltext widergibt. – Dabei: Derselbe. Letters from Wittgenstein. With a memoir. New York, Horizon Press, 1967. XV, 150 S. Illustrierte Original-Broschur. Erste Ausgabe. – Briefwechsel und Erinnerungen zeugen von einer intensiven, sich gegenseitig befruchtenden Freundschaft des Philosophen und des Architekten, mit dem zusammen er für seine Schwester Margarethe ab 1925 das “Haus Wittgenstein” in Wien entwarf. – Durchgehend wasserrandig und gewellt, teils leicht fleckig und schwach eselsohrig.