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Lot 1 Albert-Lasard, Lou
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift in deutscher Sprache an den Berliner Musik- und Ballettkritiker Klaus Geitel, datiert 21.12.1955. 27 x 21 cm. Gefaltet.
After-Sale Price 200 €
Antwortbrief der deutsch-französischen Malerin und zeitweiligen Geliebten Rilkes an Klaus Geitel: “Zu Neujahr fallen einem die Briefschulden besonders ein … ich war sehr beschäftigt mit dem Herausbringen der Chinamappe, denn man will doch alle aesthetischen Punkte selbst bestimmen und überwachen. Sie ist nun auch wirklich sehr schön geworden und wird sehr bewundert”. Weiter schreibt sie über einen kurzen Aufenthalt in Deutschland und eine Ausstellung in Museum Leverkusen: “Ich gab dort einen Rilkeabend”. – Sehr gut erhalten.

Lot 2
Arabisches Manuskript. Arabische Handschrift in schwarzer Tinte auf Papier. Mit 10 blattgroßen Gouachen mit aufwendigen figürlichen Bordüren sowie goldgehöhter Ornamentik auf dem Titel. Arabien, um 1800. 50 nn. Bl. 24,5 x 16 cm. Späterer Lederband unter Verwendung von Buchdeckeln der Zeit (alte Deckel berieben und wohl stärker beschnitten). [#]
Result 1300 €
Der Text, der wohl von historischen Ereignissen berichtet, wird durch zahlreiche saubere Randnotizen auf Arabisch ergänzt. Die detaillierten kunstvollen Gouachen zeigen neben verschiedenen (Tiger-)Jagd- und Kampfszenen auch Feierlichkeiten und eine nackte Badende am Fluss. – Durchgehend wurmspurig, die weißen Ränder stärker betroffen, Wurmspuren im Text teils alt hinterlegt, schmaler Wasserrand unten, etwas braunfleckig.

Lot 3 Baumeister, Willi
Eigenhändige Postkarte, datiert 15.5.1955. Vorne mit der Abbildung des Gemäldes “Montaru” von Willi Baumeister. 15 x 10,5 cm.
Result 330 €
Die Postkarte richtet sich an “L.S”: “Beiliegend Durchschlag. Hoffentl. bekommen Sie die Unterstützung. Meine besten Grüßen an Prof. … und Camaro. In Köln meine bis jetzt schönst hängende Ausstellung”. – Gut erhalten.

Lot 4 Beckmann, Max
Photopostkarte mit eigenhändigem Neujahrsgruß und Unterschrift an Baron Freiherr Rudolf von Simolin. St. Moritz, 28.XII.28 (Poststempel). Gelaufen. 8,5 x 13,8 cm.
Result 1900 €
Auf der Vorderseite der Postkarte sind Max Beckmann und seine Frau Mathilde (geb. von Kaulbach), die er liebevoll “Quappi” nannte, in voller Skimontour zu sehen. – Beckmannn und Rudolf Baron von Simolin-Bathory (1885-1945), ein entfernter Verwandter von Mathilde, hatten sich im Laufe des Jahres 1928 näher kennengelernt und angefreundet. Der Sammler bedeutender Werke von Cezanne, Munch und Delacroix sollte einer der großen Förderer Beckmanns werden und besaß etwa 15 Gemälde von ihm. 1931 saß er Beckmann für ein großformatiges Porträt (Göpel 348) Modell. Wie sehr Max Beckmann Simolin schätzte und sich von ihm verstanden fühlte, bezeugt ein Brief vom 12. November 1929: “Sie wissen doch, dass Sie so ziemlich der einzige Mensch in diesem kleinen Erdenteater sind mit dem ich manchmal so sprechen kann, wie ich wirklich denke” (Barbara und Erhard Göpel, 1976). – Über Beckmanns Anrede “M. l. Simolin” findet sich noch ein “herzlicher Gruß” von “Hilde”. – Poststempel etwas verwischt, sonst sehr gut.

Lot 5 Befreiungskriege – Scriba, Carl von
Unglückliches Ende der von Schillschen Expedition im Jahr 1809. Von einem Augenzeugen beschrieben. Angefangen 21. IX. 1845 – beendet 4. II. 1846. Deutsche Handschrift auf Papier. 130 S., 21 Bl. vakat. 20 x 16 cm. Roter Pappband der Zeit mit Ganzgoldschnitt (Deckel etwas gebogen, Rücken mit Bezugsfehlstellen).
After-Sale Price 500 €
Der Verfasser dieses Berichts war der hannoversche Oberst a.D. Carl von Scriba (1788-1868), Leutnant im 2. Bat. der Mecklenburgischen Truppen in Stralsund 1809. – Beiliegend (in Kopie) ein eigenhändiger Brief mit Unterschrift, datiert: Nienburg 10. II. 1846. Zwei Seiten. An einen Major, dem von Scriba für die “gnädigste Erlaubniß” dankt, “das beigehende Manuscript, Seiner Königlichen Hoheit dem … Kronprinzen … überreichen zu dürfen.” – In stark veränderter und gekürzter Form wurde diese Schilderung unter dem Titel: “Der Zug Schill’s nach Stralsund” in der “Deutschen Rundschau”, Jg. 10, 1884, Band 39/40 abgedruckt (eine Notiz dazu von fremder Hand am unteren Rand des Titels). In der Fußnote heißt es dort: “Der Werth dieses authentischen Berichts, welcher naturgemäß manches Bekannte wiederholt, liegt vorzüglich in der Fülle des vom Verf. sogleich an Ort und Stelle tagebuchartig niedergeschriebenen Details, welches den Verlauf jener erschütternden Episode mit all’ ihren Nebenumständen zu einer greifbaren Wirklichkeit für uns macht.” – Titel verso mit Stempel der Fideikommiss-Bibliothek von Ernst August von Hannover.

Lot 6 Dietrich, Marlene
Eigenhändige Signatur mit schwarzem Filzstift auf Porträt-Photographie. Silbergelatine. Neuabzug, um 1980. 25,5 x 20,5 cm.
Result 350 €
Das Photo wurde ursprünglich von Cecil Beaton 1935 in New York aufgenommen. – Beigegeben: Charlotte Willott. Marlene Dietrich in Berlin. Um 1960. Original-Photographie. Vintage. Silbergelatine. 12,5 x 17,5 cm. Verso Studiostempel und zeitgenössische Marginalien. – Das Beaton-Photo sehr gut, das Willott-Photo knickspurig, etwas bestoßen und mit kleinen Kratzern.

Lot 7 Dobritz / Anhalt-Zerbst
Nachrichten von Dobritz, Nuthe und Hagendorf. Handschrift auf Papier. Zeitgenössische Abschriften verschiedener Dokumente aus den Jahren 1648 bis 1713. 12 (von 13) Bl. (Register), 3 (weiße) Bl., Titel, 99 (von ?) Bl. 21 x 17 cm. Geheftet, ohne Einband. [#]
Result 200 €
Handschrift aus der Gemeinde Dobritz im Fürstentum Anhalt-Zerbst. – Enthält unter anderem: Vergleiche des Hauses Dobritz mit einer anderen Gemeinde, Auszüge aus Gerichtsprotokollen, Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde Dobritz, über das Vorwerk und die Meierei Hagendorf, Kauf der Neuen Schenke zu Dobritz, Dobritzscher Lehnbrief etc. – Ohne das erste Blatt des Registers, gebräunt und stockfleckig, etwas angerändert, Lagen gelockert.

Lot 8 Dumas, Alexandre
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Moritz Gottlieb Saphir. 1o-zeilige französische Handschrift auf Papier. Nach 1853. Blattgröße: 20,5 x 13,5 cm. [#]
Result 200 €
Handschriftlicher Brief von Alexandre Dumas (1802-1870) an seinen Freund Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858), der österreichischer Schriftsteller, Journalist und Satiriker war. Die beiden Schriftsteller hatten sich 1853 auf einer Reise in Brüssel kennengelernt und angefreundet. – Mit großem Braunfleck, mit Randausrissen und -einrissen, Papier gebräunt und etwa brüchig.

Lot 9 Ehrenlegion
Ordre Royal de la Légion d’Honneuer. Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion für Georg Kasimir Erbgraf zu Isenburg-Philippseich (1794-1875). 1. September 1824. Gestochene Urkunde mit den Signaturen Ludwigs XVIII. und des Ordensmarschalls Macdonald. Auf Pergament. Blattgröße: 37 x 42 cm. [#]
Result 200 €
Der bayerische Major der Kavallerie wurde in der Schlacht an der Beresina, 1812, durch Schuss und Stich in die Brust schwer verwundet. – Sein Geburtsdatum enthält einen kleinen Fehler, 5. April statt 15. April; der schwer gichtkranke Ludwig XVIII. verstarb nur wenig später nach Ausstellung der Urkunde am 16. September 1824. – Links und rechts eingefaltet. Sehr gutes Exemplar. – Beiliegend I.: Instruction pour les membres de l’Ordre Royal de la Légion d’Honneur. Paris, Dec. 1825. 4 S. – II. Vorgedrucktes Überreichungsschreiben mit handschriftlich ausgefülltem Namen.

Lot 10 Fedorov, Nikolaj I
Tajna i tainstvennost’ Remisova. (Remisows Geheimnis und Rätselhaftigkeit). Eigenhändiges signiertes Manuskript. Tinte auf dünnem Papier. Buenos Aires, (wohl 1950er Jahre). 16 nn. Bl. Je 25,5 x 18,5 cm.
Result 370 €
Handschrift des russischen Schriftstellers Nikolai Fjodorow (1892-1980), der auch unter dem Pseudonym Kudeyar veröffentlichte. Nach seiner Emigration 1920 gab er ab 1947 in Buenos Aires die Zeitung “Russkoe edinstvo” und die Zeitschrift “Yuzhnyj Krest” heraus. Der Text war offenbar bereits für die Veröffentlichung im “Novyj Zhurnal” (New York) vorgesehen, eine Publikation ist uns jedoch nicht bekannt. Das Manuskript enthält Korrekturen des Autors aus dem Schreibprozess. Das letzte Blatt mit Ortsangabe und Signatur. – Teils leicht knickspurig, sonst gut erhalten.

Lot 11 Friedrich III., der Weise, Kurfürst von Sachsen
Brief mit eigenhändiger Unterschrift “Frederich m.p.”, Trockensiegel und Spuren eines roten Wachssiegels, an “unseren Schosser zu Lautenberg”. Datiert “Torgaw, Montags nach Sant Marie Magdalene … Anno drey” (= Torgau, 1489). Ein mehrfach gefaltetes Blatt. 19,5 x 22 cm. [#]
Result 800 €
Der Absender “Von gots gnaden Friderich Churfürst und Johanns gebruder Herzogen zu Sachsen”, unterzeichnet unten rechts mit dekorativem Schnörkel und dem Zusatz “m.p.” (manus propria). In dem Schreiben weist er seinen Verwalter im thüringischen Leutenberg an, das Hilfeersuchen eines Untertanen zu gewähren. – Friedrich III. (1463-1525) waren 1486 nach dem Tod seines Vaters das sächsische Kurland und die Kurwürde aus der ernestinischen Linie der Wettiner zugefallen, über die übrigen weit verstreuten Herrschaftsgebiete regierte er zusammen mit seinem Bruder Johann, dem Beständigen. Torgau baute er zu seiner Hauptresidenz aus. – Etwas knittrig, die Falze mit kleinen, teils hinterlegten Fehlstellen.

Lot 12 Friedrich Wilhelm III., König von Preußen
Gesiegelte und signierte Urkunde zur Verleihung des Roten Adlerordens dritter Klasse an Ernst Daniel August Bartels. Deutsche Handschrift auf Papier. 18. Januar 1836. Wachssiegel links unten. 36,5 x 22 cm. Gefaltet. [#]
Result 260 €
Der Mediziner Ernst Daniel August Bartels (1774-1838) war als Professor an den Universitäten Helmstedt, Erlangen, Marburg und Breslau tätig. – Rechts unten mit Signatur von Friedrich Wilhelm III. – Leicht knickspurig, leichter Abklatsch des Siegels.

Lot 13
Gästebuch des “Museums Artis” aus dem Kneippkurort Wörishofen. 125 nn. Bl. (davon 29 mit Einträgen). Ca. 1895. 41,5 x 32 cm. Pergamenteinband der Zeit mit dekorativen versilberten Eckbeschlägen und Schließen (Deckel etwas fleckig). [#]
After-Sale Price 500 €
Das “Museum Artis” in Wörishofen wurde am 1. Juli 1895 von dem holländischen Maler Abraham Calissendorff eröffnet und für Ausstellungen, Künstlerfeste und Konzerte genutzt. Der erste Eintrag mit Unterschrift “Alle Gewässer der Erde loben den Herrn” erfolgte von Sebastian Kneipp. Er war als Pfarrer in Wörishofen tätig und nach Erscheinen seines Buches “Meine Wasserkur” erfolgte ein zunehmender Zustrom von Kurgästen. Weitere Einträge und Unterschriften u.a.: Erzherzog Joseph, Erzherzog Joseph August und Erzherzogin Auguste von Österreich, Graf Gyula von Széchenyi, Joseph Zakrzewski, Marie Adelgonde und Henri de Bourbon, Antoinette Prinzessin von Isenburg, Luise Marquise Gandolfi di Gazelli, Prince Alfred de Croy, Ottilie Gräfin Wurmbrandt, Marques de la Romana, Duca & Duchesse di Parma, Adelaide & Beatrice di Borbone Principessa di Parma, Maria Theresia Erzherzogin von Österreich Infantin von Portugal, Elisabeth Erzherzogin von Österreich, Herzog Don Miguel und Herzogin von Braganca uvm. – Ein Blatt mit der Tischordnung zum 18. Geburtstag der Gräfin Margareta Wratislav. Lose beiliegend: Neun weitere Blätter mit Einträgen von 1895 “Dem Künstler des Tempels ‘Artis'”. – Unbeschnitten, teils etwas gebräunt, insgesamt schönes und prächtiges Album.

Lot 14 Herrnhuter – Klingsohr, Johann August und Jacob van Vleck
Catalogus der seit der Restitution der Brüderkirche ordinierten Brüder nebst denen zu Diaconissen eingesegneten Schwestern, und denen zu Acoluthie angenommen Geschwistern. Deutsche Handschrift in braun-schwarzer Tinte auf Papier mit einigen englischen Einsätzen. Bethlehem, Pennsylvania, um 1785-1835. 70 (davon 10 weiß) nn. Bl. 21 x 13 cm. Lederband der Zeit (berieben, Gelenke angeplatzt). [#]
Result 600 €
Chronologischer Katalog der Ordensbrüder und -schwestern der sich neu formierenden “Unitas Fratrum”, der Herrnhuter Brüdergemeine aus bedeutender Provenienz. – Aufgeführt werden die Namen aller “Episcopi”, “Coepiscopi”, “Seniores” und “Conseniores”, der “Presbyteri”, der “Diaconi” und der “Diaconissae”, der “Acolthi” bzw. “Acoluthae” von der Gründung 1735 bis 1835. Ein “Who-is-who” der frühen reformierten Herrnhuter Kirche und interessantes Zeitzeugnis, das für die Ordensgeschichte von großer Bedeutung sein dürfte. – Ursprünglich zusammengetragen wurde der Katalog von Johann Augustus Klingsor (1746-1798), einem sächsischen Porzellanmaler und Theologen aus Jena und Leipzig, der in seinen Anfangsjahren in Herrnhut lebte, dann aber nach Bethlehem in Pennsylvania emigrierte und dort als Pastor und Prediger arbeitete. Fortgeführt von Jacob van Vleck (1751-1831) in dessen Handschrift. Geboren in New York gehörte dieser der dortigen Brüdergemeine an, verbrachte einige Zeit in Sachsen und ging dann ebenfalls nach Bethlehem, wo er – ein hervorragender Organist – für den ersten Präsidenten George Washington bei dessen Besuch im Jahre 1782 spielte. Dritter Einträger des Katalogs war der Bischof Johann Daniel Anders (gest. 1847), der in Herrnhut lebte, wo er das Buch von den Söhnen des Jacob van Vleck als Erinnerung gesendet bekam. – Mit eigenhändigem Besitzvermerk des August Klingsohr (durchgestrichen), Besitzvermerk von Jacob van Vleck, Eintrag von Johann Daniel Anders auf dem vorderen Innendeckel und altem Stempel eines Reinhold Becker. – Etwas gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 15 Hesse, Hermann
Zwei Porträt-Postkarten und zwei Publikationen, eigenhändig signiert bzw. monogrammiert. 1950er Jahre. [#]
Result 300 €
I. Hesse, Hermann. Der Trauermarsch. Montagnola, Privatdruck, 1957. 21 S., 1 Bl. Original-Broschur. – Drittes Blatt von Hesse mit Bleistift signiert. – II. Hesse, Hermann. Vier späte Gedichte. Privatdruck, 1959. 4 Bl. Original-Broschur. – Titel von Hesse monogrammiert “HH grüsst”. – III. Photopostkarte von Hesse mit seinem Enkel. – Verso mit eigenhändigem signierten Gruß “Gruß von H.Hesse”. – IV. Photopostkarte mit Porträt von 1927. Im unteren Rand eigenhändig monogrammiert. – Beigegeben: Derselbe. Weihnachtsgaben und Anderes. Montagnola, Privatdruck, 1956. 29 S. Original-Broschur.

Lot 16 Kokoschka, Oskar
Eigenhändiger Brief auf blauem Briefpapier mit Briefkopf mit Adresse aus Villeneuve an den WDR III, datiert 15.XI.1971. 21 x 15 cm.
Result 480 €
Kokoschka nimmt Bezug auf ein Honorarangebot des WDR: “Sehr geehrter Herr. Ich verzichte auf das mir angebotene Honorar … habe nicht Zeit mich mit Gesuchen an die Finanzbehörde zu bemühen. Sie können das mir zustehende Honorar dem Roten Kreuz aushändigen”. Unten steht noch in Kugelschreiber und wohl später notiert: “Honorar nicht zurückbekommen”. – Linke Ecken mit Tesa geklebten Ausrissen, linker Rand gelocht, Mittelfalte.

Lot 17 Kunert, Günter
84 Autographen: 6 eigenhändige Briefe mit Unterschrift, 30 maschinenschriftliche Briefe (ca. 50 S.) mit eigenhändiger Unterschrift mit 16 Umschlägen, 24 (17 eigenhändige) Bildpostkarten mit Unterschrift, 9 eigenhändige Billetts mit Unterschrift. – Dazu: Ca. 15 Typoskripte (ca. 100 S.), davon 9 (ca. 80 S.) mit eigenhändigen Korrekturen bzw. Zusätzen und 11 von Kunert gestaltete Grußkarten und Holzschnitte meist mit eigenhändiger Widmung oder Signatur. Berlin, Coventry, San Francisco, Houston, Itzehoe u.a., 17. VIII. 1973 bis 26. VI. 1989. Verschiedene Formate, meist Folio. [#]
After-Sale Price 2000 €
Sehr umfangreiche Sammlung von Briefen und Manuskripten an Wolfram Schütte, Feuilletonredakteur der “Frankfurter Rundschau”, bei Übersendung von Beiträgen, über seine Buchpläne sowie mit persönlichen Nachrichten. – (Berlin) 27. II. 1974: “… Ihr Brief vom 7. Jan. 1974 kam gestern! Fast zwei Monate unterwegs! Ein Skandal ohnegleichen. Ich weiss nicht, was ich zu einer solchen Sauerei sagen soll; ich hoffe nur, mein Mitleser – der nun gewiss auch dies hier studiert – wird sich beim nächsten Mal ein bißchen ranhalten und meinen Brief nicht wieder mit in den Urlaub nehmen!!!. – (Berlin) 7. XII. 1977: “… Wie es mit der Arbeit weitergehen soll oder wird, ich habe keine Ahnung. Das ‘Englische Tagebuch’ … ist überarbeitet und abgeliefert, doch ist nichts an Kraft und Intention nachgewachsen, was mich zu einer neuen Arbeit veranlassen würde. Im Grunde gammle ich nur herum, lese und räume auf: kein erfreulicher Zustand … Inwieweit das die Auswirkungen einer allgemeinen Lethargie sind, der ich mich als ‘Sohn des Volkes’ nicht entziehen kann, ist mir ganz ungewiss …” – Erwähnt ferner u.a. Nicolas Born, Elias Canetti, Erich Fried, Erich Loest und Arno Schmidt.

Lot 18 Mathematik – Dubreuil, Jean (nach)
Extrait d’un cours de perspective pratique, par un religieux de la Compagnie de Jésus. 2e-3m partie. Manuskript auf Papier mit zahlreichen Original-Zeichnungen in Tinte und grauer Farbe. Frankreich, vor 1782. 84 num. Bl. (Titel, 1-36, Titel, 1-48). 29 x 34 cm. Roter Ganzmaroquin-Einband im Stil der Zeit (signiert “Marc Ollivier”) mit grünem goldgeprägten Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten (hinterer Deckel etwas kratzspurig). [#]
After-Sale Price 2000 €
Vorderer Spiegel mit einmontiertem Besitzeintrag (des Schreibers?): “Allain (Allaire ?) 1782”. – Fein ausgeführtes und recht gut lesbares Manuskript aus dem späten 18. Jahrhundert nach den späten Ausgaben von Jean Dubreuils Jesuitenperspektive von 1647 und 1649. – Das Manuskript enthält große Teile der Kapitel 2 und 3 der wichtigen Publikation zu allen Aspekten der Kunst der Perspektive, einschließlich der grundlegenden Definitionen sowie Kapitel über Bögen, Decken, Anamorphose, mit der Behandlung von Schatten und Licht, Reflexion usw. – “Sein Werk über die Perspektive ist wahrscheinlich das einflussreichste, das jemals ausdrücklich für ein Laienpublikum veröffentlicht wurde. Es enthält bereits früher veröffentlichtes Material, darunter einige von Jacques Aleaumes Tafeln, obwohl die erste Ausgabe noch vor dem Erscheinen von Aleaumes Buch veröffentlicht wurde” (Millard). – Rand durchgehend schwach wasserfleckig.

Lot 19 Nobelpreisträger – Eliot, T. S.
Autogrammkarte mit eigenhändiger Unterschrift neben einer montierten Porträtaufnahme (wohl Zeitungsausschnitt). Datiert “I.X.51”. 7 x 11,5 cm (auf Unterkarton montiert).
Result 300 €
Das Porträt des Literaturnobelpreisträgers von 1948 wurde wahrscheinlich 1951 von George Douglas aufgenommen und erstmals im Picture Post Magazine veröffentlicht.

Lot 20 Nobelpreisträger – Hauptmann, Gerhart
Maschinenschriftlicher Brief an den Maler Hermann Ebers mit eigenhändiger Unterschrift. Agnetendorf, 18. Juni 1924. 26 x 20 cm (gefaltet). – Und: Handschriftlicher diktierter Brief an “Frau Ebers” mit eigenhändiger Grußformel und Unterschrift “Schönster Gruss von Haus zu Haus Ihr Gerhart Hauptmann”. Kloster auf Hiddensee / Haus am Meer, 18. August 1924. 23 x 14 cm. [#]
After-Sale Price 240 €
Der Münchener Maler und Illustrator Hermann Ebers (1881-1955) war als Jugendfreund von Katia Pringsheim nicht nur eng mit Thomas Mann befreundet, sondern hielt von seinem “Russenschlössl” am Starnberger See aus regen Kontakt zur Münchner Kunstszene. – Ebers und Hauptmann haben sich offensichtlich auf Hiddensee kennengelernt, wo Hauptmann in seinem ersten Brief hofft “Ihnen und den lieben Ihrigen wiederum zu begegnen”, bevor er sich für die Zusendung der von Ebers illustrierten “Flegeljahre” Jean Pauls (München, Drei Masten, 1923) herzlich bedankt: “Ich finde Ihre Schöpfung wundervoll und sehe in ihr ein kleines Göttergeschenk”. – Im zweiten, von Hauptmann diktierten Brief bedankt er sich bei Eberts zweiter Frau, der Geologin Edith Ebers (1894-1974), für die Zusendung von dem im selben Jahr erschienenen Werk Edgar Dacquès “Urwelt, Sage und Menschheit”, das ihn zur Fortsetzung eines “Romanwerks” anrege, “das ich in diesen Tagen wieder hervorgesucht habe … Es soll ‘Erdmann’ heißen”. – Der maschinenschriftliche Brief zweifach gefaltet.

Lot 21 Nobelpreisträger – Hauptmann, Gerhart
Photopostkarte mit eigenhändiger Unterschrift unter einem Porträt von Hauptmann mit seinen Hunden. Verso mit Dankesschreiben an “Gerhart Hadda, Breslau”, datiert “z. Zt. Rapallo, März 1933” (von anderer Hand). Silbergelatine auf Agfa. 13,3 x 8,5 cm (Karte).
After-Sale Price 200 €
Der “Verspätete Dank für freundlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag” an den 1923 in Breslau geborenen David Fritz Ervin Gerhart Hadda, dessen Eltern Willusch und Lytz den Nobelpreisträger von 1912 so sehr verehrten, dass sie ihren Sohn nach dem deutschen Literaten benannten. – Während der sich im selben Monat vollziehende Machtwechsel in Berlin für die jüdische Familie den Beginn eines dramatischen Überlebenskampfes markierte, verfolgte Hauptmann mit seiner Frau Margarethe am Kurort Rapallo an der italienischen Riviera die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler und reagierte mit “Ich sage ,ja!” auf den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund. – Verso mit Anmerkungen in Bleistift, sonst sehr gut.

Lot 22 Nobelpreisträger – Hemingway, Ernest
Albumblatt mit eigenhändiger Unterschrift und Widmung “To Richard Ehm with all good wishes” unter einem montierten Porträt (Zeitungsausschnitt). Um 1954. 29,5 x 21 cm (Trägerkarton).
Result 1400 €
Das montierte Porträt stammt aus dem Life Magazine vom 8. November 1954, das sich auf acht Seiten dem gerade gekürten Literaturnobelpreisträger desselben Jahres widmete. Das ikonische Photo wurde von Leonard McCombe in Hemingways kubanischem Domizil aufgenommen. – Die obere rechte Ecke des Trägerkartons leicht knickspurig.

Lot 23 Nobelpreisträger – Hesse, Hermann
Postkarte mit eigenhändigem 9-zeiligen Text und Unterschrift an “Eugen Kehl” in Grenzach, Süd-Baden. Gelaufen. Stuttgart, 13.11.1948 (Poststempel). 10,5 x 14,5 cm (Karte).
Result 220 €
“In der Annahme, Sie seien inzwischen heimgekehrt, danke ich Ihnen für den Glückwunsch, den Sie mir aus Ägypten im Sommer sandten. Meine Adresse ist stets Montagnola b. Lugano, u. wenn ich weiß, dass Sie zurück sind, schicke ich Ihnen gern einen kleinen Privatdruck. Mit guten Wünschen Ihr H. Hesse” – Gelocht (mit kleinem Buchstabenverlust), sonst sehr gut.

Lot 24 Nobelpreisträger – Kipling, Rudyard
Brief mit eigenhändigem 10-zeiligen Text und Unterschrift. Briefpapier mit Blindprägung “Telegrams and Express, Brattleboro” und “Naulakha, Waite, Vermont”. 30. April 1896. 17,5 x 11 cm (gefaltet).
Result 360 €
Begleitschreiben zu einem “cheque for five Guineas” für den “Newspaper Press Fund” (?). – Oben links offensichtlich mit dem handschriftlichen Vermerk des Eingangsdatums “11/5/96”. – Leicht gebräunt, sonst sehr gut.

Lot 25 Nobelpreisträger – Lagerlöf, Selma
Antwortpostkarte an den Züricher Max Rascher Verlag mit eigenhändiger Unterschrift und Ortsbezeichnung “Schweden, Mårbacka, Sunne”. April, 1919. Gelaufen. 9 x 14 cm (Karte).
Result 200 €
Auf der vorgeschriebenen Antwortkarte konnte sich die Unterzeichnende mittelst Durchstreichung des nicht infrage kommenden Absatzes entscheiden, “an dem europäischen Sammelbuch ‘Der Aufbau’, das der Max Rascher Verlag, A. G., Zürich, herauszugeben gedenkt, mitzuarbeiten” oder eine Mitarbeit abzulehnen. Die erste weibliche Literaturnobelpreisträgerin von 1909 entschied sich gegen eine Mitarbeit. – Gelocht, leicht angestaubt, knittrig und fleckig.

Lot 26 Nobelpreisträger – Meir, Golda und Willy Brandt
Photographie mit eigenhändigen Unterschriften von Golda Meir und Willy Brandt. Verso mit dem Photographenstempel von Ulrich Ritter. Wohl Tel Aviv, 1973. Silbergelatine. 10,5 x 14,5 cm.
Result 440 €
Die Aufnahme von Ulrich Ritter entstand am 07.06.1973 in Tel Aviv während des Besuchs von Willy Brandt, dem ersten Staatsbesuch eines deutschen Bundeskanzlers in Israel. – Schwache vertikale Knickspur und kleinere Randläsuren. – Dabei: Autogrammkarte mit eigenhändiger Unterschrift Willy Brandts. Um 1975. 15 x 10,5 cm. Dazu eine “Mit freundlichen Grüßen überreicht Willy Brandt Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands” bedruckte Karte.

Lot 27 Nobelpreisträger – Pasternak, Boris L
Karte mit eigenhändiger 5-zeiliger Widmung und Unterschrift unter einer montierten Porträtphotographie an Karl Günter Werber. Datiert “11. Febr. 1960, an meinem siebzigsten Geburtstage”. 17,5 x 11 cm.
Result 2800 €
Die Karte ging “als Glückspfand und Freundschaftszeichen” an den deutschen Germanisten Dr. Karl Günter Werber (1929-2013). Nur wenige Monate später starb der an Lungenkrebs erkrankte Literaturnobelpreisträger von 1958 am 30. Mai 1960 in Peredelkino. – Leicht knickspurig.

Lot 28 Nobelpreisträger
Sammlung mit 36 Autographen von Literaturnobelpreisträgern. Unterschiedliche Formate. 1869 bis 2004. Zusammen in einem Ordner.
Result 2000 €
Vorhanden sind: I. Theodor Mommsen. Eigenhändiger 7-zeiliger Brief mit Unterschrift, datiert “Alte Jakobstraße. 126, 17 Dez. 69”. 21,5 x 14 cm. – II. Rudolf Christoph Eucken. Postkarte mit eigenhändigem 16-zeiligen Text und Unterschrift an den Literaturhistoriker Dr. Ferdinand Heitmüller. 8,8 x 14 cm. – III. Paul Heyse. Signierte Photopostkarte mit seinem Porträt an den Wiener Theaterkritiker Otto Kleinpeter. Gelaufen. Wohl 1912. 13,7 x 8,5 cm. – IV. Romain Rolland. Maschinenschriftlicher Brief mit eigenhändiger Unterschrift an den russischen Tolstoi-Schüler Nicolai N. Apostolov-Ardens, datiert “Villeneuve, le 7 Juin 1936”. 26,7 x 21,5 cm. Mit Briefumschlag. – Rolland geht im Zusammenhang mit Ardens Vorschlag, seinen “Jean-Christophe” in der UdSSR zu verfilmen, auf laufende Verhandlungen über Filmrechte in den USA und Frankreich ein. – Dabei: Ein Brief des Fond Romain Rolland an den Ardens vom 22.06.1962, unterzeichnet von Marie Romain Rolland, mit Briefumschlag. – V. Anatole France. Eigenhändiger 17-zeiliger Rohrpostbrief mit Unterschrift an die Künstlerin Marie Scheikevitch. Gelaufene Carte Pneumatique. Paris, wohl 1911 (Poststempel). – France bittet um die Verschiebung eines Treffens und berichtet über die geplante Besichtigung eines Gemäldes von Alessandro Tiarini im Louvre (Le Repentir de Saint Joseph). 14 x 11 cm. – Außerdem sind vorhanden eine zweifach von Frédéric Mistral signierte Postkarte, eine Karte mit montierter kolorierter Karikatur und Widmung und Unterschrift von Jacinto Benavente, ein Albumblatt von Henri Bergson mit eigenhändiger Sentenz und Unterschrift, ein zweiseitiger Brief mit Unterschrift von John Galsworthy, eine Grußkarte von Gabriella Mistral, ein maschinenschriftlicher Brief mit Unterschrift von François Mauriac und ein von Vicente Aleixandre unterzeichnete 3-zeilige Sentenz. Außerdem mit signierten Autogrammkarten bzw. Porträtphotographien von Grazia Deledda, Heinrich Böll, Günter Grass, Herta Müller, Halldór Laxness, Isaac Bashevis Singer, Czeslav Milosz, Elias Canetti, William Gerald Golding, Claude Simon, Derek Walcott, Wislawa Szymborska, Dario Fo, José Saramago, Gao Xingjian, Imre Kertesz, Elfriede Jelinek sowie eigenhändigen Unterschriften von Miguel Angel Asturias, Eugenio Montale, Jaroslav Seifert, Naguib Mahfouz, Camilo José Cela, Toni Morrison, und Kenzaburo Oe. – Insgesamt sehr gut erhalten.

Lot 29 Nobelpreisträger
Sammlung mit 8 Autographen von Friedensnobelpreisträgern. Unterschiediche Formate. 1899 bis 1995.
Result 1500 €
Vorhanden sind: I. Bertha von Suttner. Eigenhändiger 10-zeiliger Brief mit Unterschrift. Datiert “14/11.99”. 22 x 14 cm. – II. Albert Schweitzer. 2-seitiger Brief mit eigenhändiger Unterschrift und Begleitschreiben von Mathilde Kottmann, datiert “4. Februar 1959”. Briefpapiere mit den Stempeln von Dr. Albert und Helene Schweitzer. 12,5 x 20,5 cm. – III. Muhammad Anwar as-Sadat. Porträtphotographie mit eigenhändiger Widmung in Deutsch und Unterschrift. Mit Begleitschreiben des Public Relations Department, datiert “Cairo, 15.02.1977”. 24 x 17,5 cm. – Außerdem sind vorhanden eine von Menachim Begin unterzeichnete Grußkarte, sowie signierte Autogrammkarten von Desmond Tutu, Elie Wiesel, Dalai Lama sowie von Yitzhak Rabin zusammen mit Helmut Kohl. – Beigegeben ist außerdem ein Albumblatt mit der eigenhändigen Unterschrift von Jawaharlal Nehru. – Insgesamt sehr gut erhalten.

Lot 30 Nobelpreisträger – Shaw, George Bernard
Postkarte mit eigenhändigem 11-zeiligen Text und voller Unterschrift sowie Monogramm an Emil Ludwig. Karte mit Shaws aufgedruckter Adresse “4, Whitehall Court, London S.W.1.”, datiert “29rd June 1934” sowie “17th July”. Gelaufen. 11,5 x 9 cm.
Result 450 €
“I have just rung up the Sidney Webbs, but find that they are engaged for the week-end. They desired me to express their regret that they could not be at home to receive you, and their hope that next time you come to England you will make a larger stay. G. Bernard Shaw.” – Wie auf der Rückseite der Karte auf einem Aufkleber unterhalb des Empfängernamens zu sehen ist, erreichte die Notiz diesen nicht, sondern wurde “Re-directed from Claridges Hotel … Try Mr. Aubert c/o Foreign Office OSLO Norway”. Doch auch dieser Zustellversuch war erfolglos, so schrieb Shaw unter seine erste Nachricht “This has just been returned to me from Oslo after chasing you there in vain” datiert “17th July” und mit Shaws Kürzel versehen. – Sidney und Beatrice Webb, die zusammen mit Shaw 1895 die “London School of Economics and Political Science” gegründet hatten und zu seinen engsten Freunden gehörten, waren mit dem jüdischen Schriftsteller Emil Ludwig, der glücklicherweise bereits seit 1932 das Schweizer Bürgerrecht erworben hatte und 1936 mit seinem “Mord in Davos” die besondere Wut Goebbels auf sich ziehen sollte, möglicherweise schon seit seiner Londoner Korrespondentenzeit 1914 bekannt. – Gelocht (minimaler Buchstabenverlust), minimal fleckig.

Lot 31 Nobelpreisträger – Steinbeck, John
Maschinenschriftlicher Brief mit eigenhändiger Unterschrift an Mort Lewis. Auf Briefpapier von “John Steinbeck – Office: 206 East 72nd Street – New York 21, N. Y.”, datiert “December 16, 1952”. 27,8 x 21,5 cm.
Result 900 €
In dem Schreiben an den Musikproduzenten Mort Lewis (1926-2016), vor allem als Manager von Simon & Garfunkel bekannt, entschuldigt sich Steinbeck für sein Nichterscheinen zu einem Treffen am 8. Dezember “As a matter of fact, I am not very good at going to any meetings. I seem to shy away from them, but in this particular case I couldn’t have gone, even if I did not shy away from them.” – Zwei horizontale Faltspuren, minimal knittrig.

Lot 32 Rostropovich, Mstislav
Porträtphoto mit signierter Widmung und signiertes Programmheft. New York, 1971-1972.
After-Sale Price 200 €
Mstislaw Rostropowitsch (1927-2007) war ein bekannter russischer Cellist, Pianist, Komponist und Dirigent. Zur Zeit der Perestrojka bemühte sich auch die wertegeleitete Politik um den Künstler. – Enthalten: I. Porträtphotographie, oben mit datierter und signierter privater Widmung an Zoja Yurieff. Original-Photographie. Vintage. Silbergelatine. 1971. Bildgröße: 23,5 x 18,5 cm. Blattgröße: 25,5 x 20,5 cm. Aus dem Besitz der Slawistin Soja O. Jurjewa (amerikanisch: Zoja Yurieff, 1922-2000). – II. Programmheft der “Philharmonic Hall for the Performing Arts” im Lincoln Center, in der Blattmitte mit Filzstift signiert von Rostropowitsch und dem polnisch-amerikanischen Pianisten Artur Balsam (1906-1994). 1971-1972. S. 1-24, A-H, 25-48 (inkl. Umschlag). 28 x 20,5 cm. Farbig illustrierte Original-Broschur. – Klammern angerostet, Bindung teils gelöst.

Lot 33
Sammlung von 50 handschriftlichen Briefen. Meist 17./18. Jahrhundert. Unterschiedliche Formate. [#]
Result 1400 €
Vorhanden sind u.a.: ein Schreiben des Herzogs von Schlesien Georg Rudolf nach Jägerdorf von 1653, Breslau, mit Papiersiegel und Unterschrift; eine Pachturkunde von Johann Adolf, Graf zu Bentheim, Tecklenburg, Steinfurt aus dem Jahr 1682; ein Schreiben Philipp Julius, Herzog von Pommern nach Stralsund, Wolgast, 1612. Der früheste Brief, 1594 in Stralsund geschrieben, behandelt ausführlich einen Rechtsstreit und ist an Leonhard Wolf, Doktor der Rechte und Advokat sowie Prokurator am Kaiserlichen Kammergericht zu Speier. – Andere Briefe stammen aus Königsberg (8), Hamburg, Kiel, Cappeln, Tecklenburg, Marienburg, Celle, Einbeck, Münster, Halle, Magdeburg, Naumburg, Altenburg, Glogau, Breslau, aber auch aus Grenada, Rom, den USA oder Modena. – Einige mit Papiersiegel, meist ohne Wachssiegel, teils etwas knittrig, insgesamt gut erhalten.

Lot 34 Schweitzer, Albert
Eigenhändige signierte und datierte Widmung an Clara Faisst. Auf einer Porträtpostkarte. Juni 1923. 13,5 x 8,5 cm. [#]
Result 600 €
“Clara Faisst in freundlichem Gedenken”. – Die Komponistin, Musikpädagogin, Pianistin und Dichterin Clara Mathilde Faisst (1872-1948) war bis zu ihrem Tod eng mit dem Arzt, Theologen und Musiker Albert Schweitzer befreundet. – Ecken bestoßen, etwas beschabt, verso mit Montierungsspuren. – Beigegeben: Photopostkarte von Schweitzer mit Hans. A. Bühler. Silbergelatine. Vintage. 14 x 8,5 cm. – Verso mit eigenhändigem datierten und signierten Text von Schweitzers Mitarbeiterin und Vertrauter Emmy Martin vom 4.2.1933: “Vielen Dank… es war schön mit Ihnen… die Abreise Herrn Schweitzers naht.” – Beigegeben: Postkarte von Albert Schweitzer. 13 x 8 cm. – Etwas knickspurig, Kanten bestoßen, verso Montierungsspuren.

Lot 35 Tito (das ist Josip Broz)
Zwei signierte Original-Photographien. Vintages. Silbergelatine. Jeweils rechts unten signiert und datiert: 23.9.1951 und 20.4.1953. Format: 18 x 17 cm bzw. 17 x 23 cm.
Result 200 €
Die beiden Photos enstanden während Interviews, die der in London lebende jüdische Berliner Journalist Alfred Joachim Fischer (1909-1992), zusammen mit seiner Frau und Sekretärin Eva Fischer, mit dem jugsolawischen Diktator Josip Broz Tito (1892-1980) führte. Das Treffen 1951 fand im Jagdschloss Brdo in Slowenien statt, das Treffen 1953 im Weissen Königspalast von Belgrad. Die Photos sind verso handschriftlich bezeichnet bzw. mit montierter Legende versehen. Das Photo von dem Interview 1951 ist abgebildet in: A.J. Fischer. In der Nähe der Ereignisse, S. 249. – Das Photo von 1951 mit ca. 2,5 cm. langem Einriss im oberen Rand sowie etwas knickspurig und mit Resten einer alten Montierung auf der Rückseite, das Photo von 1953 nur leicht knickspurig. – Beiliegend: Officielle Einladungskarte sowie eine Photokopie derselben für das Ehepaar Fischer zu einer Audienz mit Tito am 21.8.1951. 10,5 x 16,5 cm. – Etwas knickspurig.

Lot 36 Todesurteil
Malefizurteil gegen Anna Maria Heftrich und ihren Sohn Hans Peter wegen Diebstahls. Nürnberg, 14.11.1719. Deutsche Handschrift auf Papier. 3 engbeschriebene Seiten, das 2. Blatt verso mit Archivvermerk und Bestätigung der Hinrichtung durch das Schwert. Blattgröße: 34 x 21 cm. [#]
Result 240 €
Laut Schlussvermerk wurde die Hinrichtung durch den Scharfrichter Johann Michael Widmann (1675-1738) vollzogen. – Leserliche Handschrift mit der Schilderung der Vorwürfe und Urteilsbegründung. – Randläsuren, Faltspuren und kleine Fehlstellen im Bug, leicht fleckig.

Lot 37
Urkunde aus Leipzig für Johann Gotthelf Gerhard. Deutsche Handschrift von Schreiberhand auf Pergament. Mit angehängter Siegelkapsel aus Holz mit Siegel. Leipzig, 1709. 35,5 x 56 cm.
Result 400 €
Gefaltet, etwas fleckig.

Lot 38 Valeska, Gert
Eigenhändige Signatur mit blauem Kugelschreiber auf Porträt-Photographie. Silbergelatine. Neuabzug, 1970er Jahre. 17,6 x 12,3 cm.
Result 160 €
Die Photographie zeigt Valeska Gert in der Tanzpantomime ‘Vergnügte Verzweiflung’, photographiert von Alexander Binder, Ende der 1920er Jahre. – Ecken minimal knickspurig, etwas fingerfleckig, sonst schön.

Lot 39 Wilhelm II., deutscher Kaiser und König von Preußen
Sammlung von 4 Ernennungurkunden, 1 Beauftragung und 2 Photopostkarten mit Signaturen von Wilhelm II. [#]
Result 460 €
I. Ernennungsurkunde für Friedrich Wilhelm Domino vom 9.10.1913. – II. Ernennungsurkunde für Hans von Schrabisch vom 16.6.1909. – III. Ernennungsurkunde für Johann August Schricker vom 4.9.1893. – IV. Ernennungsurkunde für August Schricker vom 15.3.1897. – V. Beauftragung an Oberstleutnant Eulert zur Führung des Regiments von Grolmann vom 27.1.1910. – VI. Photopostkarte von Wilhelm II. im Exil, auf einer Bank wohl mit seinem Dackel Senta. Um 1920. Signatur im unteren Rand. Leicht ausgesilbert. – VII. Porträtpostkarte mit Signatur verso. Haus Doorn, Juli 1921. – Beigegeben: Hermine, Prinzessin Reuß (ältere Linie). Eigenhändige, signierte und datierte Photopostkarte. Wohl Haus Doorn, 13.4.1924. – An einen unleserlichen Adressaten “Der … Kaffee erfreut uns täglich und gedenken wir dankbar des heutigen Lebens. Ihre Briefe interessieren uns immer sehr. Viele Grüße von uns Beiden”. Signatur auf der Vorderseite. – Leicht ausgesilbert.