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Lot 374 Aesop
Le quattrocento favole allequali di nuovo son’ aggiunte moltre altre d’alcuni belli ingegni. Nuovamente ristampate. Mit 123 (teilweise wiederholten) blattgroßen Textholzschnitten. Venedig, Lovisa, 1718. 253 S., 1 Bl. 17 x 11 cm. Pergamentband der Zeit (fleckig, Ecken und Kanten etwas bestoßen).
Zuschlag 360 €
Die schönen blattgroßen Holzschnitte teilweise in etwas schwachen Abdrucken. – Aus der Bibliothek des amerikanischen Komponisten und Musikwissenschaftlers Everett Helm mit dessen handschriftlichen Besitzvermerk (“Modena/ 19. Ottobre, 1936″) auf dem Innendeckel. – Vorsatz fehlt, teilweise etwas fleckig bzw. gebräunt, die Holzschnitte teilweise im äußeren Rand eng beschnitten, teilweise mit Wurmspur im unteren weißen Rand.

Lot 375 Agrippa von Nettesheim, Heinrich Cornelius
Agrippaeana oder Heinrich Cornelius Agrippä merkwürdiges Leben und Schriften, aus bewährten Urkunden gesammelt, und sonderbar mit dessen in das Teutsche übersetzten Tractat von der Erbsünde vermehret. Von T. K. D. P. Mit halbseitigem gestochenen Porträt verso Titel. Ohne Ort und Verlag, 1772. 92 S., 2 Bl. Neuer roter Pappband mit goldgeprägtem Rückenschild. [*]
Zuschlag 200 €
Seltene erste Ausgabe. – Ohne das letzte Blatt mit den Druckfehlern. – Titel mit Stempel einer Adelsbibliothek.

Lot 376 Ariosto, Lodovico
Rasender Roland. Aus dem Italienischen übersetzt. Mit gestochener Titelvignette und 16 Kopf- und Schlussvignetten nach B. A. Duncker, von ihm selbst oder Eichler gestochen. Bern, Typographische Gesellschaft, 1778. 355 (recte 357) S. 18 x 11,5 cm. Rotbrauner Lederband im Stil der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten. [*]
Zuschlag 440 €
Eines der reizvollsten illustrierten Bücher der Schweiz im 18. Jahrhundert. – Goedeke VII, 636, 192, 1 – Nicolas 80 – Lanckoronska/Oehler II, 186: “Der prachtvolle Band ist ein Verlagswerk der Typogr. Ges., die Wert auf gutes Papier legte. Daher kommen die Kupfer zu schönster Geltung.” – Nur teilweise leicht gebräunt bzw. etwas fingerfleckig. Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 377 Bahrdt, Carl Friedrich
Ueber das Licht der natürlichen Religion von C. B. Mit Titel-, Kopf- und Schlussvignette. Göttingen, gedruckt mit Barmeierschen Schriften, 1776. 8 Bl. (das letzte weiß). 17,5 x 11 cm. Lederband der Zeit mit Filetenvergoldung (leicht berieben, Deckel leicht aufgebogen). [*]
Zuschlag 1000 €
Sehr seltene Ausgabe. – In keiner der einschlägigen Bibliographien aufgeführt. – Kein Exemplar über KVK nachweisbar. – “Verwegener Sterblicher! Nimm keine Bibel an; Mißkenne Glück und Heil, das sie uns kund gethan, Erweitre die Vernunft, sey glänzend wie Voltaire, Und sag! was bist du denn, wenn keine Bibel wäre…”. – Stellenweise leicht gebräunt.

Lot 378 Barockliteratur – Amthor, Christoph Heinrich
Poetischer Versuch einiger teutscher Gedichte und Übersetzungen: So wie er sie, theils in frembden Rahmen, theils vor sich selber entworffen. Nebst einem Vor-Bericht, worin zugleich die wieder seine Gedichte, und andere Staats-Schrifften, von einigen Ungenannten bisher ausgegossene Schmähungen bescheidentlich abgelehnet werden. Mit gestochenem Porträt-Frontispiz. Flensburg, Bosseck, 1717. 15 Bl., 543 S. 20,3 x 13 cm. Pergamentband der Zeit (etwas angestaubt und leicht fleckig).
Zuschlag 330 €
Erste Ausgabe der zweiten Gedichtsammlung. – Goedeke III, 341, 37, 1 – Faber du Faur 1639. – Christoph Heinrich Amthor (1678-1721) war Professor in Kiel, dann Kanzleirat in Rendsburg und ab 1719 Justizrat und Historiograph in Kopenhagen. – Leicht gebräunt, gutes Exemplar.

Lot 379 Barockliteratur – Canitz, Friedrich von
Gedichte, mehrentheils aus seinen eigenhändigen Schrifften verbessert und vermehret, mit Kupfern und Anmerckungen, nebst dessen Leben, und einer Untersuchung von dem guten Geschmack in der Dicht- und Rede-Kunst, ausgefertiget von Johann Ulrich König. Dritte Auflage. Mit gestochenem Frontispiz, 2 gestochenen Porträts und 1 gestochenen Kopfvignette. Berlin, Haude und Spener, 1750. LXXX, 476 (472) S., 3 Bl. 19,5 x 12 cm. Roter Ganzmaroquinband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten. [*]
Zuschlag 200 €
Dritter Druck der von J. U. König besorgten Ausgabe. – Goedeke III, 346, 2, o – Dünnhaupt 6, 8. – Enthält wieder die umfassende Lebensbeschreibung des Dichters von J. U. König. – Rudolph Ludwig von Canitz (1654-1699) versuchte den “Schwulst der Zeit” zu meiden und einen “einfacheren Ausdruck” zu finden. – Mit dem berühmt gewordenen Anhang “Untersuchung von dem guten Geschmack”, in denen der sächsische Hofpoet König Stellung zu den ästhetischen Forderungen der Schweizer Bodmer und Breitinger bezieht. – Das schöne Frontispiz im unteren Rand knapp beschnitten mit leichtem Buchstabenverlust, sonst überaus sauberes und prachtvoll gebundenes Exemplar.

Lot 380 Barockliteratur – Henrici, Christian Friedrich (Pseudonym: Picander)
Sammlung erbaulicher Gedancken über und auf die gewöhnlichen Sonn- und Fest-Tage, in gebundener Schreib-Art entworffen von Picandern. Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig, bey Boetius im Durchgange des Rathhauses, (1725). 491 (recte 487) S. 18,5 x 10,5 cm. Halbpergamentband (um 1950), etwas berieben.
Zuschlag 350 €
Erste Ausgabe der ersten Veröffentlichung, in Deutschland nur in der Stabi Berlin nachweisbar. – Goedeke III, 352, 18, 1 (datiert: 1724) – Faber du Faur 1756a. – Christian Friedrich Henrici “geb. 14.Jan 1700 zu Stolpe, studierte in Wittenberg, trat 1727 ins Post- und bald ins Steuerfach, starb als sächs. Kreis- Landsteuer- und Stadt-Tranksteuer-Einnehmer in Leipzig am 10. Mai 1764. Er hatte das Unglück, seiner Plattheit durch rohe Schlüpfrigkeit aufhelfen zu wollen. Elender Nachahmer Günthers” (Goedeke). – Die Seiten (193)-206 mit eigenem Titelblatt datiert 1725, aber durchgehender Paginierung. – Nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 381 Barockliteratur – Hinze, Tobias
Verneuert und verbessert Epistel und Formular-Buch. Auffs fleissigste revidiret und in dieser vierdten Edition mit vielen Episteln Exempeln, und Formulis augiret, und vermehret. Mit illustriertem Kupfertitel. Frankfurt, Thomas Matthias Götz, 1654. 2 Bl., 665 S., 8 Bl. 16,5 x 9,5 cm. Pergamentband im Stil der Zeit mit kalligraphischem Rückentitel. [*]
Zuschlag 240 €
Vierte Auflage, anonym erschienen. – Vgl. VD17 12:645860N (gleiches Jahr und gleicher Verlag, jedoch 462 Seiten). – Zuschreibung des Verfassers nach VD17 23:296157H. – Erscheinungsjahr am Ende der Widmung. – Etwas gebräunt.

Lot 382 Barockliteratur – Kaukol, Maria Joseph Clement
Christlicher Seelen-Schatz außerlesener Gebetter. Mit zahlreichen Vignetten und teilweise figürlichen Initialen ganz in Kupfer gestochen. Bonn, 1729. 128 nn. (inklusive Titel und 9 Zwischentiteln) gestochene Bl. 19,2 x 12 cm. Schwarzer Ganzmaroquinband der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (1 cm Einriss am Kapital).
Nachverkaufspreis 300 €
Rümann 504 – Faber du Faur 1854 – Thieme/Becker XX, 19. – Block etwas gelockert.

Lot 383 Barockliteratur – Moscherosch, Johann Michael
Wunderliche und warhafftige Gesichte Philanders von Sittewald, das ist Straff-Schrifften Hanß-Michael Moscherosch von Wilstädt. In welchen Aller Weltwesen, Aller Mänschen Händel, mit ihren Natürlichen Farben der Eitelkeit, Gewalts, Heucheley, Thorheit bekleidet, offentlich auff die Schau gefähret, als in einem Spiegel dargestellet und gesehen werden. Jetzo wider von neuem auffgelegt, vermehret, gebessert, mit Bildnussen gezieret, und Männiglichen unvergreifflich zu lesen in Truck gegeben. Erster und Ander Theil in 2 Bänden. Mit 2 gestochenen illustrierten Titeln, 10 (1 mitpaginierten) Kupfertafeln und einigen (1 ganzseitigen) Textholzschnitten. Straßburg, Josias Städel, 1677 und Straßburg, Johann Philipp Mülbe und Josias Städel, 1650 (2. Teil). 23 Bl., 709 S., 12 Bl.; 7 Bl., 931 (recte 911) S. 15,5 x 10 cm. Marmorierte Pappbände im Stil der Zeit mit handschriftlichem Pergamentrückenschild (etwas berieben). [*]
Zuschlag 850 €
Teil 1: 6. rechtmäßige Ausgabe; Teil 2: 5. rechtmäßige Ausgabe. – Faber du Faur 425 und 426. – Beide Bände enthalten 7 Gesichte: Schergen-Teuffel, Welt-Wesen, Venus-Narren, Todten-Heer, Letstes Gericht, Höllen-Kinder, Hof-Schule, Weiber-Lob, Thurnier, Soldaten-Leben etc. – Moscherosch war Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft (“der Träumende”). – Interessante satirische Zeitschilderung, teils eng am Vorbild der Visionen des Quevedo, teils in eigener Erfindung. – Teil 1 ohne S. 127/128, durchgehend gebräunt. Teil 2 stellenweise falsch paginiert (Paginierung springt von 760 auf 781), kleiner Stempel auf Titel, leicht gebräunt.

Lot 384 Bernis, Francois-Joachim de Pierre de
Oeuvres. On y a joint la poeme de la religion vengée, ouvrage posthume de l’auteur. Mit Aquatinta-Frontispiz in Braundruck, gestochener Titelvignette und 4 Aquatinta-Tafeln in Braundruck. Paris, Didot, 1797. 3 Bl., 522 S., 1 Bl. 19,8 x 12 cm. Hellbrauner geflammter Kalbslederband der Zeit mit rotem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (Ecken etwas bestoßen, hinteres Rückengelenk mit kleinem Wurmgang).
Zuschlag 600 €
Erste Ausgabe. – Brunet I, 803 – Cohen/R. 138 – Gay III, 541 – Graesse I, 346. – In nur 250 Exemplaren auf ‘vélin d’Anonnay’ gedruckt, die schönen anonymen Aquatintas vor der Schrift. – Aus der Bibliothek von Zar Alexander I. in Tsarskoe Selo, mit dessen Stempel auf dem Vortitel. – Sehr sauberes und prachtvoll gebundenes Exemplar.
First edition, printed in only 250 copies. From the library of Tsar Alexander I. – With aquatinta frontispiece, engr. title-vignette and 4 aquatinta plates. Contemp. light brown mottled calf with red label, richly gilt, a.e.g. (corners slightly bumped, minor worming to back hinge). – Fine copy.

Lot 385 Böhme, Jacob
(Alle theosophische Wercken.) 13 (von 15) Teile in 7 Bänden. Mit 20 (1 doppelblattgroßen) gestochenen Titeln bzw. Zwischentiteln, 1 Textkupfer, 1 gefalteten Tabelle und 2 gefalteten Kupfertafeln. Amsterdam, (Wetstein oder Blaeu), 1682. 15,5 x 10 cm. Pergamentbände der Zeit (1 Vordergelenk etwas angeplatzt, teilweise etwas gebräunt).
Zuschlag 1600 €
Erste oder “Amsterdamer” Gesamtausgabe, herausgegeben von J. G. Gichtel. – Dünnhaupt 678, 3 – Buddecke 1. – Alle Teile sind mit eigenem Titel ohne Hinweis auf das Gesamtwerk versehen und wurden auch einzeln verkauft. – Die vorliegende Zusammenstellung enthält (in der von Buddecke willkürlich gewählten Folge, hier abweichend gebunden): 2. Morgenröte im Aufgang. – 3. Drey Principien göttliches Wesens. – 4. Von dem Dreyfachen Leben des Menschen. – 5. Viertzig Fragen. – 6. Von der Menschwerdung. – 7. Von sechs Puncten. – 8. Der Weeg zu Christo. – 9. Bedencken über E. Stiefels Büchlein. – 10. De signatura reum. – 11. Von der Gnaden-Wahl. – 12. Von Christi Testamenten. – 13. Mysterium magnum. – 14. Betrachtung göttlicher Offenbahrung. – Es fehlen (nach Buddecke) die Teile 1 (Lebenslauf, Briefe und Dokumente) und 15 (Theosophische Send-Briefe) sowie der gestochene Gesamttitel. – Nur teilweise leicht gebräunt. Sehr gutes Exemplar.

Lot 386 Brès, Jean Pierre
Mythologie des Dames. Mit gestochenem Titel mit kolorierter Vignette und 9 gestochenen kolorierten Tafeln. Paris, Louis Janet, ca. 1810. 1 Bl., 228 S. 13,5 x 8,5 cm. Grüner Ganzmaroquinband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Ganzgoldschnitt (leicht berieben, hinterer Deckel mit Fleck).
Zuschlag 200 €
Seltene erste Ausgabe. – Innendeckel mit Buchhändlermarke: “F. Riss, Père ret Fils, Libraires … a Moscou”. – Vorsatz mit Schenkungsvermerk von 1823. – Vorderes Innengelenk angebrochen, teilweise etwas stärker gebräunt.

Lot 387 Butler, Samuel
Hudibras, a poem. With notes, selected from Grey and other authors: to which are prefixed, a life of the author, and a preliminary discourse on the civil war. 2 Bände. Mit 12 kolorierten Aquatinta-Tafeln von John Clark. London, Thomas McLean, 1819. LXXIV, 444; 494 S. 21,5 x 13 cm. Dunkelbraune Ganzmaroquinbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Ganzgoldschnitt (Kanten und Gelenke leicht berieben, 1 Deckel mit kleiner Schabstelle).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe mit den kongenialen Illustrationen von Clark. – Tooley 80f. – Exlibris auf den Innendeckeln, nur teilweise leicht stockfleckig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 388 Byron, George Gordon Noel Lord
Childe Harold’s pilgrimage. A romance. Mit gestochenem Porträt, gestochenem Titel mit großer Vignette, gestochener gefalteter Karte und 59 halbseitigen gestochenen Textvignetten. London, John Murray, 1841. XVI, 320 S. 24 x 16 cm. Brauner Ganzlederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten, goldgeprägtem gekrönten Monogramm “A.C.” auf beiden Deckeln sowie Ganzgoldschnitt (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen).
Zuschlag 750 €
Hübsch illustrierte großformatige Ausgabe der Dichtung. – Aus der Bibliothek von Augusta Caroline Charlotte Elizabeth Mary Sophia Louise von Cambridge, Prinzessin von Großbritannien, Irland und Hannover (1822-1916), einer Enkelin des britischen Königs Georg III. und durch Heirat Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz, mit ihrem Monogramm auf beiden Deckeln und ihrem Bibliotheks-Stempel auf dem Drucktitel. – Nur teilweise leicht gebräunt, die Textvignetten teilweise mit leichtem Abklatsch. Sehr schönes Exemplar mit interessanter Provenienz.

Lot 389 Calderon de la Barca, Don Pedro
Schauspiele. Übersetzt von E. Fr. von der Malsburg. 6 Bände. Leipzig, Brockhaus, 1819-25. 17 x 11 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückenschildern und Rückenvergoldung (Kanten und Rücken etwas berieben, Ecken etwas bestoßen).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Goedeke IX, 219, 6. – Vorsätze mit handschriflichen Notizen der Zeit, die ersten und letzten Blätter teils schwach braunfleckig, Vorsätze leimschattig.

Lot 390 Cervantes, Miguel de
Der sinnreiche Junker Don Quixote von La Mancha. Aus dem Spanischen übersetzt; mit dem Leben von Miguel Cervantes nach Viardot, und einer Einleitung von Heinrich Heine. 2 Bände. Mit Holzstich-Titel, 2 Holzstich-Frontispizes und zahlreichen Textholzstichen nach Tony Johannot. Stuttgart, Verlag der Classiker, 1837-1838. 3 Bl., XLV-LXVI (Vorrede Heine), 730 S., XLIV (Biografie des Verfassers), S. 731-734 (Inhalt); 2 Bl., 870 S. 25,5 x 17 cm. Dekorative grüne Lederbände mit Rückenvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und reicher Blindprägung auf Deckeln und Rücken (Kanten und Deckel etwas berieben, Rücken leicht aufgehellt). [*]
Zuschlag 260 €
Erste Ausgabe mit der Einleitung von Heinrich Heine. – Goedeke VIII, 558, 56 – Wilhelm/Galley I, 587 – Meyer 51. – Biografie des Verfassers am Ende von Band 1 eingebunden. – Frisches, kaum fleckiges und dekorativ gebundenes Exemplar.

Lot 391 Curiosa – Lavater, Johann Kaspar
Kunst, die Männer und Frauen aus ihren Gesichtszügen zu erkennen. Ein physiognomisches Taschenbuch nach Lavaters Grundsätzen. Aus dem Französischen übersetzt. 3. verbesserte Auflage. Mit 63 (61 kolorierten) gestochenen Tafeln. Pest, Hartleben, 1829. Titel, 116 S., 5 Bl. 12,5 x 9,5 cm. Neuer brauner Lederband mit rotem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, rotem Mittelstück mit intarsiertem Porträt (“J.G. Lavater”) in Scherenschnittmanier auf dem vorderen Deckel, der hintere mit Orts- und Verlagsangabe. [*]
Zuschlag 280 €
Dritte Ausgabe. – Vgl. Hayn-Gotendort VI, 639 (mit früheren Ausgaben): “Sehr seltenes Curiosum besonders bemerkenswert wegen der 32 kolorierten Kupfern, die nach Art der Lavaterschen Lehre männliche und weibliche Physiognomien darstellen” (zur Ausgabe 1816). – Schönes nur teilweise leicht gebräuntes Exemplar in einem hübschen neuen Handeinband.

Lot 392
Die Dichter des deutschen Volkes. Album des Gediegensten und Ausgezeichnetsten aus den Werken deutscher Dichter. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 ornamentalen Titelblättern in Vierfarbendruck und 36 Stahlstichtafeln. Berlin, Hofmann, 1848. 26,5 x 18 cm. Blindgeprägter Original-Leinenband mit goldgeprägtem Rückentitel (Kanten etwas berieben, Ecken etwas bestoßen, Kapitale und Ecken mit kleinen Fehlstellen im Bezug). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste vollständige Ausgabe. – Rümann 743, 1351 und 2263. – Seltenes Berliner Gegenstück zu den “Düsseldorfer Randzeichnungen” von Schroedter und Sonderland, die auch hier vertreten sind. – Mit schönen, romantischen Illustrationen, deren Hauptblätter zweifellos die auf Stahlplatten gearbeiteten Radierungen von Adolph Menzel zu den Gedichten von Anastasius Grün sind. Weiter kommen Beiträge von Theodor Hosemann, Habermann, Dittner und Scholz vor. Der erste Teil dieses Albums war bereits 1846 erschienen, mit Erscheinen des 2. Teils wurde er mit neuem Titelblatt versehen. – Vorsätze etwas fleckig, vorderes Innengelenk angeplatzt, stellenweise gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 393 Dickens, Charles
The posthumous papers of the Pickwick Club. Mit 43 Tafeln (inklusive Frontispiz und Titel) mit Illustrationen von R. Seymour und Phiz (H. K. Browne). London, Chapman & Hall, 1837. XIV, 609 S. 21 x 12,5 cm. Brauner Ganzmaroquinband (signiert: “Bound by Sangorski & Sutcliffe London”) mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons, goldgeprägten Mittelornamenten mit kleinen Porträts (vorne Pickwick/ hinten Sam Weller), goldgeprägten Steh- und breiten Innenkantenfileten, Spiegel mit intarsiertem grünen Maroquin, der vordere mit gouachiertem ovalen Porträt des Verfassers unter Glas, grünen Moiréeseidenvorsätzen und Ganzgoldschnitt in brauner Halbmaroquin-Kassette mit goldgeprägtem Rückentitel.
Zuschlag 3400 €
Erste Buchausgabe. – Smith, Dickens I, 3. – Die Tafeln teilweise mit Seitenzahl, teilweise mit Titel, mit dem korrigierten Namen “Weller” auf dem illustrierten Titel. – Ungewöhnlich fleckfreies und prachtvoll gebundenes Exemplar.
First book edition. – With 43 plates. Full brown morocco with inlaid portraits to covers, richly gilt, morocco doublures with inlays, in the front with portrait of Dickens under glass, a.e.g., in half morocco slipcase. – Unusually clean copy in a sumptuous binding.

Lot 395 Diebe und Mörder – Smith, Alexander
Leben und Thaten der berühmtesten Strassen-Räuber, Mörder und Spitzbuben, so in den letzten funffzig Jahren in dem Königreich England sind hingerichtet worden. Aus dem Englischen übersetzet (von J. L. Rost). Mit gestochenem Frontispiz. Frankfurt und Leipzig, (ohne Verlag), 1720. Titel, 889 S. 16,6 x 10 cm. Halblederband der Zeit (Kanten berieben, Kapitale etwas bestoßen).
Zuschlag 700 €
Einzige deutsche Ausgabe. – Avé-Lallemant I, 219 – Price & Price, Literature S. 219, 978 – Hayn-Gotendorf II, 151: “Rar! – Die Schreibart ist oft unfläthig, ebenso die Liebesbegebenheiten.” – Kaldewey, Hehres und Triviales 4, 411: “Darstellung von 79 Räubern u. Räuberinnen! In drastischem, höchst amüsanten Teutsch des Spätbarok.” – Vorderer Vorsatz fehlt, zwei schwache Stempel auf dem Titel. Gutes Exemplar.

Lot 396 Einbände
Drei rote Ganzmaroquinbände mit reicher Rückenvergoldung sowie goldgeprägten, von Fileten und floralen Ornamenten gerahmten Wappensupralibros (teils leicht berieben, minimal angestaubt und fleckig, Rücken mit alten handschriftlichen Bibliotheksschildchen). [*]
Zuschlag 180 €
Enthält: Gothaischer genealogischer Hof-Kalender. 1853, 1856 und 1859. Mit zahlreichen gestochenen Porträts. Gotha, Perthes, (1852-58). – Dabei: Zwei weitere Bände des Gothaischen genealogischen Hof-Kalenders. 1830 und 1831. Pappbände der Zeit mit reicher Blindprägung und Ganzgoldschnitt. – Sehr schöne Sammlung mit drei aufwendig gebundenen Exemplaren aus königlich-sächsischem Besitz. – Ein Buchblock vom Rücken gelöst, ein Pappband etwas wasserrandig.

Lot 397 Einbände
Roter Ganzmaroquinband (1786) mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelornamenten, Steh- und Innenkantenvergoldung, goldgeprägtem Deckelmonogramm “E.F. 1786″ sowie Ganzgoldschnitt in braunem Ganzlederschuber der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und reicher Rücken- und Deckelvergoldung. 17,8 x 10,5 cm. (leicht berieben).
Nachverkaufspreis 240 €
Enthält: Mesenguy, F. P. Andachtsübungen gezogen aus der heiligen Schrift und aus den Gebeten der Kirche. Ins Deutsche übersetzt von Joseph Lauber. 5. Auflage. Mit gestochenem Frontispiz und gestochener Titelvignette. Wien, Hartl, 1786. 285 S., 1 Bl. – Vgl. Fromm 17559. – Teilweise etwas gebräunt.

Lot 398 Einbände
Vier rote Ganzmaroquinbände mit reicher Blindprägung, goldgeprägten Wappensupralibros und Eckvignetten (3) sowie gold- (3) bzw. blindgeprägten Rückentiteln und Ganzgoldschnitt (teils leicht berieben, 3 Bände mit Resten von alten Bibliotheksschildchen). [*]
Zuschlag 240 €
Enthält: Gothaischer genealogischer Hof-Kalender auf die Jahre 1832 und 1840 bis 1842. Mit zahlreichen gestochenen Porträts. Gotha, Perthes, (1831-41). – Sehr schöne, aufwendig gebundene Exemplare mit dem sächsischen Wappen aus offensichtlich königlichem Besitz. – Ein Buchblock vom Rücken gelöst, ein Vorsatz etwas fleckig.

Lot 399 Eisen, Charles
Anacréon, Sapho, Bion et Moschus, traduction nouvelle en prose, suivie de la veillée des fêtes de Vénus et d’un choix de pièces de différens auteurs. Mit gestochenem Frontispiz und 25 gestochenen Textvignetten von Massard nach Eisen. Paris, Le Boucher, 1773. 2 Bl., IV, 280 S. 21,5 x 14 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Stehkanten- und Innenkanten-Fileten sowie Ganzgoldschnitt (berieben und etwas bestoßen, Gelenke teils etwas angeplatzt, Kapital bestoßen).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe der Übersetzung von Moutonnet. – Sander 17 – Cohen-R. 79 – Fürstenberg 92: “Der Anakreon von 1773 hält sich auf gleicher Höhe (wie die Illustrationen zu ‘Le Temple de Gnide’ von 1772) und muß ebenfalls zu den schönsten Büchern des Jahrhunderts gezählt werden.” – Teilweise etwas gebräunt. – Angebunden: Musaios. Héro et Léandre, poeme. Mit gestochenem Frontispiz von Duclos nach Eisen. Paris, Le Boucher, 1774. XV, 104 S. – Etwas gebräunt, die letzten drei Blatt mit Wurmgang.

Lot 400 Faksimile
Das Berliner Stundenbuch der Maria von Burgund und Kaiser Maximilians. Vollständige Faksimile-Edition der Handschrift 78 B 12 im Kupferstichkabinett Berlin. Faksimile- und Kommentarband. Mit zahlreichen farbigen und goldgehöhten Miniaturen auf 363 faksimilierten num. Blatt. Lachen, Coron und Luzern, Faksimile Verlag, 1998/99. 363 num. Bl. und 182 S. (Kommentar). 11,6 x 8,8 cm und 29,5 x 21,5 cm (Kommentar). Roter Original-Samteinband mit vergoldeter Silberschließe und umlaufendem Goldschnitt in schwarzem Lederschuber sowie Original-Leinenband (Kommentar) in grüner Original-Samtkassette mit montiertem, goldgeprägten Deckelschild. [*]
Zuschlag 300 €
Eins von 920 (GA 980) nummerierten Exemplaren. – Mit dem Kommentarband von Eberhard König. – Tadellos.

Lot 401 Faksimile
Book of Kells. Ms. 58 College Library, Dublin. Vollständiges Faksimile der Ms. 58 (A. I. 6) aus der Bibliothek des Trinity College Dublin und Kommentarband. Mit 680 faksimilierten Seiten und zahlreichen, teils ganzseitigen Miniaturen und zahlreichen Abbildungen im Kommentarband. Luzern, Faksimile Verlag, 1990. 440 S. (Kommentar). Je 35 x 25 cm. Original-Halblederband im Leinenschuber und weißer Ziegenlederband auf 5 Bünden in einer Rindslederkassette mit Beschlägen und Prägungen in Messing und Silber, in ihrer Ornamentik den mittelalterlichen irischen Buchschreinen nachempfunden, entworfen von Ernst Ammering, mit dem Original-Plexiglas-Lesepult (dieses und Kassette minimal kratzspurig, Schuber leicht berieben).
Zuschlag 1600 €
Eins von 1480 nummerierten Exemplaren. – Erstes vollständiges Faksimile des berühmten Book of Kells, des größten und ältesten Werkes irischer Mönchskultur, das vermutlich um 800 im Kloster der Insel Iona entstand. Es enthält vor allem die vier Evangelien, aber es fanden auch mehrere andere Texte Aufnahme in dieses Evangeliar. – Geschmückt ist die lateinische Handschrift mit zahlreichen Miniaturen, die wohl zu den schönsten des frühen Mittelalters zählen. – Beigaben: Verlagswerbung mit Vorabdruck des Kommentarbandes und VHS-Kassette “Wiedergeburt eines unschätzbaren Kunstwerks”. – Tadelloser Zustand.

Lot 402 Faksimile
Das Buch der Welt. Vollständige originalgetreue Faksimile-Ausgabe der “Sächsischen Weltchronik” Ms. Memb. I 90 der Forschungs- und Landesbibliothek Gotha. Faksimile- und Kommentarband. Mit zahlreichen farbigen, teils goldgehöhten Miniaturen auf 166 num. faksimilierten Blatt. Luzern, Faksimile, 2000. 2 Bl., 166 num. Bl., 2 Bl.; XX, 319, 7 S. (Kommentar). 32,8 x 23,5 cm und 32,5 x 23,2 cm (Kommentar). Blindgeprägter Original-Lederband mit je 5 Messingbeschlägen auf den Deckeln und Messingschließe sowie Original-Leinenband (Kommentar) in brauner Velourkassette mit montierter, vergoldeter Nachbildung eines Siegels von Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem Vorderdeckel. [*]
Zuschlag 600 €
Eins von 333 (GA 980) nummerierten Exemplaren der Sonderausgabe in braunem Rindslederband mit Messingbeschlägen und -schließe. – Das Original aus dem 13. Jahrhundert stellt die älteste in Prosa verfasste Weltchronik in deutscher Sprache dar. Mit Hilfe von rund 500 farbigen, auf den danebenstehenden Text abgestimmten Miniaturen, erzählt die Chronik die Geschichte von der Erschaffung der Welt bis zum Stauferkaiser Friedrich II. – Tadellos.

Lot 403 Faksimile
Das Buch der Welt. Vollständige originalgetreue Faksimile-Ausgabe der “Sächsischen Weltchronik” Ms. Memb. I 90 der Forschungs- und Landesbibliothek Gotha. Faksimile- und Kommentarband. Mit zahlreichen farbigen, teils goldgehöhten Miniaturen auf 166 num. faksimilierten Blatt. Luzern, Faksimile, 2000. 2 Bl., 166 num. Bl., 2 Bl.; XX, 319, 7 S. (Kommentar). 32,8 x 23,5 cm und 32,5 x 23,2 cm (Kommentar). Blindgeprägter Original-Lederband mit je 5 Messingbeschlägen auf den Deckeln und Messingschließe sowie Original-Leinenband (Kommentar) in brauner Velourkassette mit montierter, vergoldeter Nachbildung eines Siegels von Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem Vorderdeckel. [*]
Zuschlag 400 €
Eins von 333 (GA 980) nummerierten Exemplaren der Sonderausgabe in braunem Rindslederband mit Messingbeschlägen und -schließe. – Das Original aus dem 13. Jahrhundert stellt die älteste in Prosa verfasste Weltchronik in deutscher Sprache dar. Mit Hilfe von rund 500 farbigen, auf den danebenstehenden Text abgestimmten Miniaturen, erzählt die Chronik die Geschichte von der Erschaffung der Welt bis zum Stauferkaiser Friedrich II. – Tadellos.

Lot 404 Faksimile
Die Chronik des Kreuzfahrerkönigreiches Jerusalem (Les chroniques de Jherusalem abregies). Faksimile- und Kommentarband. Mit 20 (2 losen handkolorierten) faksimilierten Blättern. Wien, Jaffé (Faksimile) und München, Wolff, 1924 (Kommentar). 1 Bl., 33 S. (Kommentar). 55 x 28,5 cm und 32 x 23,5 cm. Original-Pergamentband mit 3 beinernen Schließen und Original-Halbpergamentband im Original-Halbleinenschuber (leicht fleckig, Schuber in den Gelenken leicht eingerissen und leicht berieben, ein Schließband leicht eingerissen).
Nachverkaufspreis 300 €
Eins von 100 (GA 200) nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit zwei zusätzlichen unter Passepartouts montierten handkolorierten Faksimiletafeln in der Original-Mappe. – Mappe leicht fleckig, sonst gut erhalten.

Lot 405 Faksimile
Das Glockendon-Gebetbuch. Faksimile-Ausgabe im Original-Format der Bilderhandschrift Est. 136=a.U.6.7. der Biblioteca Estense Universitaria in Modena. Mit 42 ganzseitigen Miniaturen, dem Wappen des Mainzer Erzbischofs, 62 goldgehöhten Prunkinitialen sowie einem Kupferstich Albrecht Dürers auf 131 faksimlierten Blatt. Luzern, Faksimile Verlag, 1998. 2 Bl., 128 num. Bl., 1 Bl., 23 x 18 cm. Blindgeprägter Original-Lederband über Holzdeckeln mit 2 Messingschließen und mattem Ganzgoldschnitt (minimal berieben).
Zuschlag 240 €
Eins von 420 (GA 440) arabisch nummerierten Exemplaren. – Faksimile der 1543 geschaffenen Bilderhandschrift für Kardinal Albrecht von Brandenburg mit den schönen Miniaturen von Nikolaus Glockendon und den Prunkinitialen von Georg Stierlein. – Tadellos.

Lot 406 Faksimile
Die goldene Jahrhundert Bibel. Vollständige Ausgabe des Alten und Neuen Testaments in der Einheitsübersetzung. Illuminiert mit Meisterwerken mittelalterlicher Kodizes. Stuttgart, Belser, 1997. 1007 S., 8 Bl. (Familienchronik). 36,5 x 25,5 cm. Original-Lederband mit goldgeprägten Deckeln und Rückentitel, umlaufendem Goldschnitt und zwei goldenen Schließen in der Original-Plexiglaskassette mit Deckeltitel (diese minimal kratzspurig).
Zuschlag 200 €
Eins von 2500 nummerierten Exemplaren. – Durchgehend szenisch illustrierte Bibelausgabe. – “Für den Druck der goldenen Jahrhundert Bibel wurde ein Spezialverfahren angewandt, das den Goldglanz mit Hilfe einer individuellen Gravur- und Prägetechnik, von Bild zu Bild, von Epoche zu Epoche differenziert”. – Tadellos.

Lot 407 Faksimile
Histoire d’amour sans paroles. Faksimile in Originalgröße der Handschrift Ms. 388 des Musée Condé in Chantilly. Mit 28 ganzseitigen, meist goldgehöhten Miniaturen. Müller & Schindler und Eikon Editores, Madrid, 2005. 83 S. (Kommentar). 19,7 x 13 cm. Grüner Original-Lederband mit Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten und Eckfleurons und Original-Broschur (Kommentar) in Original-Seidenkassette mit Rückentitel und Deckelschild (minimal berieben). [*]
Zuschlag 200 €
Eins von 500 (GA 530) arabisch nummerierten Exemplaren. – Kommentar von Patricia Stirnemann und Michael Zink in Deutsch und Französisch. – Tadellos.

Lot 408 Friedrich II. von Preußen
Eloge du Prince Henri de Prusse. Mit 2 Vignetten.. Berlin, C.F. Voss, 1768. 30 S. 20,5 x 12 cm. Schmucklose Broschur der Zeit (Rücken mit kleinen Fehlstellen, etwas angestaubt und eselsohrig).
Zuschlag 200 €
Meusel III, 517 – Holzmann/B. III, 632. – Einer von mindestens zwei Drucken des Jahres, deren Reihenfolge nicht feststeht. Sie unterscheiden sich zumindest in der Custode auf Seite 3: hier lautet sie “voyoit”, beim anderen Druck nur “voy”. – Unbeschnitten und breitrandig. – Minimal gebräunt, recht gut.

Lot 409 Friedrich II. von Preußen – Löffler, J.F.Chr
Gedächtnispredigt auf den Hochseligen König von Preussen Friedrich den Zweyten. Mit einer allegorischen Titelvignette. Berlin, J.F. Unger, 1786. 24 S. 17,5 x 11,5 cm. Broschur mit papierverstärktem Rücken (minimal gebräunt),
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe, selten. Von uns online nur ein Exemplar in der StaBi Berlin nachweisbar. Löffler war Professor der Theologie und Pastor in Frankfurt/Oder. – Beigegeben: Kurze Nachricht vom Tode Friedrichs des Zweiten. Ein Schreiben aus Potsdam. Berlin, J.F. Unger, 1786. 14 S. 16 x 10 cm . Erste Ausgabe. Der Autor ist wohl nicht identifiziert. – Minimal gebräunt, insgesamt frisch.

Lot 410 Genlis, Stéphanie-Félicité
Arabesques mythologiques, ou les attributs de toutes les divinités de la fable. Le texte contenant l’histoire des faux dieux, de leur culte, le détail des cérémonies religieuses, etc. précédé d’un discours sur la mythologie en général et particulièrement sur l’influence que dut avoir le paganisme sur le caractère, les moeurs et la littérature des anciens Grecs et des Romains. Ouvrage fait pour servir à l’éducation de la jeunesse. 2 Bände. Mit 78 handkolorierten gestochenen Tafeln. Paris, Charles Barrois, 1810-1811. 2 Bl., XXX, 266 S.; 2 Bl., IV, 228 S., 1 Bl. 19,5 x 12 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln und Rückenvergoldung (Kanten berieben, Ecken bestoßen, Rücken von Band 2 restauriert, hinteres Gelenk von Band 1 geplatzt). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste Ausgabe. – Brunet VI, 22570 – Gumuchian 2699: “Édition originale d’un des plus curieux ouvrages illustrés de cette époque. Les… planches, d’une composition vraiment extraordinaire, comportent les attributs des divinités et leurs noms ‘doubles pour la symmetrie’”. – Die Kupfer, “gravées d’après les dessins coloriés de Madame de Genlis” (Titel), zeigen höchst originelle Arabesken aus feinstem Zierrat und Symbolen, meist Namenszüge der behandelten Götter und Halbgötter etc. – Vorsätze sowie erste und letzte Blätter etwas leimschattig, stellenweise etwas braunfleckig bzw. gebräunt.
First edition. – 2 vols. With 78 handcoloured engr. plates. Contemp. half calf, gilt (edges rubbed, corners bumped, spine of vol. 2 restored, back hinge of vol. 1 cracked). – Endpapers, first and last leaves somewhat stained, occasional browning in places.

Lot 411 Görres, Johann Joseph von
Die teutschen Volksbücher. Nähere Würdigung der schönen Historien-, Wetter- und Arzneybüchlein, welche theils innerer Werth, theils Zufall, Jahrhunderte hindurch bis auf unsere Zeit erhalten hat. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1807. 6 Bl., 311 S. 16,5 x 11 cm. Halbpergamentband der Zeit (etwas berieben und beschabt, leicht fleckig).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke I, 341, 4 und VI, 204, 15. – “Das Material zu seiner von einem geplanten Aufsatz ausgehenden Sammlung … fand Görres in Clemens Brentanos Bibliothek. … Wird schon die Einleitung zu den Volksbüchern von der romantischen Auffassung von Volk und Volksdichtung bestimmt, so entwirft Görres im Nachwort ein farbenprächtiges Bild der mittelalterlichen Kultur, der eigentlichen romantischen Kultur. Sie ist ein ‘schöner langer Mai’ mit Farbenteppichen, Wohlgerüchen und Nachtigallen” (KNLL VI, 422). – Hinterer Vorsatz mit handschriftlichem Inhaltsverzeichnis, gelegentlich leicht stockfleckig.

Lot 412 Goethe, Johann Wolfgang von – Jagemann, F. (nach)
Porträt Johann Wolfgang von Goethe. Im Profil nach rechts blickend. Original-Rötelzeichnung auf Bütten. Unsigniert, undatiert (um 1840). Ca. 19,5 x 16,5 cm.
Zuschlag 300 €
Offensichtlich diente das Porträt von Jagemann (1818) als Vorbild. Gekonnte, spätbiedermeierliche Arbeit. – Gering angestaubt, nur ganz dezent fleckig.

Lot 413 Grandville, J. J
Les fleurs animées. Introduction par Alph. Karr. Texte par Taxile Delord. 2 Bände. Mit 2 kolorierten Holzstich-Frontispizen und 52 (50 kolorierten) Stahlstich-Tafeln. Paris, Gonet, ca. 1847. 260 S. 1 Bl.; 1 Bl., 102, IV, IV S., S. 105-166, 1 Bl., S. 169-234, 1 Bl. 26 x 18,5 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild (Leder beschabt, 1 Deckel mit Schabspur).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe. – Sander 215 – Vicaire III, 133. – Vorliegende Ausgabe mit separater Paginierung für beide Bände. – Die schön kolorierten Tafeln gehören zu den bedeutendsten Illustrationen Grandvilles. – Eine Tafel mit Randeinriss, nur gering gebräunt und fleckig.

Lot 414 Grandville, J. J. – Wolff, O. L. B. (Pseudonym: Plinius der Jüngste)
Eine andere Welt von Plinius dem Jüngsten. Illustriert von J. J. Grandville. Mit Holzschnitt-Frontispiz, 32 kolorierten Holzschnitt-Tafeln und zahlreichen teilweise ganzseitigen Textholzschnitten. Leipzig, Lorck, 1847. XIII S., 1 Bl. 261 S. 26,3 x 18 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken leicht bestoßen).
Zuschlag 220 €
Erste deutsche Ausgabe. – Hirschberg S. 726 – vgl. Rümann, Das illustrierte Buch S. 162. – Mit den schönen, bis ins Surreale gesteigerten Illustrationen von Grandville. – Teilweise etwas braunfleckig bzw. gebräunt.

Lot 415 Heine, Heinrich
Buch der Lieder. Mit Holzschnitt-Titelvignette. Hamburg, Hoffmann und Campe, 1827. Vortitel, Titel, 372 S. 16,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung (Rücken leicht brüchig, Rückenschild mit 2 kleinen abgeplatzten Stellen am Rand, Gelenke berieben). [*]
Nachverkaufspreis 2000 €
Erste Ausgabe auf Velin, mit dem oft fehlenden Vortitel und Widmungsblättern. – Goedeke VIII, 555, 26 – Wilhelm-Galley I, 336 – Borst 1526 – Houben I, 392f. – Hier noch mit den in allen späteren Auflagen wegfallenden Widmungsblättern an Salomon Heine (S. 107), Friederike Varnhagen von Ense (S. 175) und Friedrich Merckel (S. 307). – Das Widmungsblatt an Merckel auch noch nach dem Titel beigebunden. – Ohne das Anzeigenblatt am Schluss. – Vorsätze stärker, die ersten zwei Blätter und das letzte Blatt in den Ecken minimal leimschattig, vereinzelt minimal fleckig.

Lot 416 Heine, Heinrich
Sämmtliche Werke. Rechtmäßige Original-Ausgabe. 21 Bände und 2 Supplementbände. Hamburg, Hoffmann und Campe, 1861-1884. 17,5 x 11 cm. Schwarze Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung, Supplementbände später in ähnlichem Stil gebunden (teils leicht berieben).
Zuschlag 360 €
Seltenes Exemplar der ersten rechtmäßigen von A. Strodtmann herausgegebenen Gesamtausgabe. – Goedeke VIII, 563, 107 und 110. – Mit den beiden 1869 und 1884 erschienenen Supplementbänden. – Exlibris, papierbedingt teils etwas (erster Supplementband stärker) gebräunt, die ersten 13 Blätter des ersten Supplementbands neu aufgebunden mit Läsuren im Bug und etwas verbunden, ohne einen Zwischentitel. – Vollständiges Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 417 Heine, Heinrich
Tragödien, nebst einem lyrischen Intermezzo. Berlin, F. Dümmler, 1823. 2 Bl., 247 S. 17 x 10,5 cm. Späterer (um 1900) Halblederband mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung sowie Kopfgoldschnitt. [*]
Zuschlag 1100 €
Erste Ausgabe. – Wilhelm/Galley 575 – Borst 1417 – Goedeke VIII, 552, 15. – Heines zweite eigenständige Buchveröffentlichung. Enthält die Stücke “William Ratcliff” und “Almansor” sowie 66 Gedichte. – Innendeckel mit Exlibris und goldgeprägtem Monogramm. – Vereinzelt minimal fleckig.

Lot 418 Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
Prinzessin Brambilla. Mit 8 Kupfern in Sepiamanier nach Callot’schen Original-Blättern (von C. F. Thiele). Breslau, Josef Max, 1821. IV, 310 S., 1 Bl. (Druckfehler), IV S. (Anzeigen). 18 x 11 cm. Pappband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückenschild (fachgerecht restauriert). [*]
Zuschlag 650 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VIII, 496, 54 – Rümann 673 – Borst 1362 – Salomon 144. – Inspiriert wurde Hoffmann durch die Callot’schen Kupferstiche, die ihm sein Freund J. Koreff zum Geburtstag geschenkt hatte. Das Spätwerk gilt “als eines der bedeutendsten Werke humoristischer Erzählkunst” (KLL). – Unbeschnitten. – Titel mit sauber ergänzter Eckfehlstelle, etwas stockfleckig und gebräunt.

Lot 419 Homer
L’Iliade. Traduite en vers, avec des remarques & un discours sur Homere: Nouvelle édition, augmentée d’un examen de la philosophie d’Homere; par M. de Rochefort. 3 Bände. Mit gestochenem Frontispiz-Porträt und 25 Kupfertafeln. Paris, Saillant & Nyon, 1772. 19,5 x 12 cm. Braune marmorierte Ganzlederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten (Deckel, Gelenke und Kapitale teilweise mit Wurmfraß, Ecken teilweise bestoßen).
Zuschlag 200 €
Hübsch illustrierte französische Homer-Ausgabe. – Teilweise leicht gebräunt, die Tafeln zum Teil stärker.

Lot 420 Jacobi, Johann Georg
Briefe. Mit gestochener Titelvignette von J.W. Meil. Berlin, 1778. 80 S. 16 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (etwas berieben und bestoßen, Rücken erneuert). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Zweite Ausgabe. – Goedeke IV/1, 669, 7 – Dorn 230. – Briefsammlung, die vor allem den Briefwechsel mit Gleim, daneben auch den mit Uz sowie einige Gedichte enthält. – Angebunden: Briefe von den Herren Gleim und Jacobi. Mit gestochener Titelvignette von J.W. Meil. Berlin, 1778. VIII, 280 S. – Goedeke IV/1, 669, 8. – Vorsätze sowie die ersten und letzten beiden Blätter etwas leimschattig, leicht gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 421 Jung-Stilling, Johann Heinrich
Die Geschichte Florentins v. Fahlendorn. 3 Bände. Mit 3 Holzschnitt-Titelvignetten. Mannheim, Hof- und akademische Buchhandlung, 1781-83. 15,3 x 9,2 cm. Pappbände der Zeit mit Rückenschildchen (diese teils gelöst und mit kleinen Fehlstellen, Einbände etwas angestaubt und fleckig, bestoßen und mit Bezugsfehlstellen).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe, der Reichsgräfin Marianne von der Leyen gewidmet. – Goedeke IV/1, 689, 6 – Schulte-Strathaus 74, 12. – Durchgehend etwas gebräunt, der zweite Band im Schnitt teils mit kleinem Wasserrand.

Lot 422 Katzen – Champfleury (das ist: J. F. F. Husson)
Les chats. Cinquième edition augmentee de planches en couleur et d’eaux-fortes. Mit chromolithographischem Frontispiz, 6 (statt 5) Original-Radierungen von Manet u. a. und zahlreichen Illustrationen im Text und auf Tafeln. Paris, J. Rothschild, 1870. 21,5 x 15 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückentitel (Kanten etwas berieben, unteres Kapital leicht eingerissen, Gelenke oben minimal angeplatzt).
Nachverkaufspreis 600 €
Édition de Luxe. – Harris 65 – Guérin 53,II. – Mit E. Manets Radierung “Le chat et les fleurs” und weiteren Radierungen von E. Lambert (diese doppelt vorhanden), A. Gautier, Grafty und Marie Champfleury sowie einem chromolithographierten Frontispiz. – Stellenweise gering gebräunt, die Radierungen teils etwas gebräunt bzw. braunfleckig im Rand.

Lot 423 Katzen – Chevalier-Desormeaux, O
Mémoires d’une petite chatte. Mit 8 handkolorierten Original-Lithographien von Bayalos. Paris, Fonteney et Peltier, 1862. IX, 1 Bl., 308 S. 17,5 x 12 cm. Neuer Leinenband mit farbig illustrierter lithographierter Original-Broschur (Broschur leicht fleckig und berieben, am Rücken mit kleinen Fehlstellen)
Nachverkaufspreis 200 €
Seltene erste Ausgabe. – Mit den hübschen handkolorierten Lithographien von Aimé de Bayalos. – Vorsatz mit handschrifltichem Besitzvermerk, Schnitt und einige Blätter im äußersten Rand mit Tintenfleck, vereinzelt schwach braunfleckig.

Lot 424 Katzen – Michel, Gustav
Das Buch der Katzen. Mit illustriertem Titel und 26 teils ganzseitigen Illustrationen. (Weimar, Uschmann, 1870). 1 Bl., 263 S. 17,5 x 13 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (leicht berieben, Rücken etwas aufgehellt).
Zuschlag 240 €
Sehr seltene erste Ausgabe der ausführlichen Kulturgeschichte der Katzen in sieben Briefen. – Nur drei Exemplare über den KVK nachweisbar. – Der Maler Gustav Michel “zählt zu den tüchtigsten Koloristen der Gegenwart und beherrscht das Gebiet der Tier-, Figur- und Landschaftsmalerei in gleichem Maße” (Brümmer, Dichter II, 43). – Vorsatz mit handschriftlichen Besitzvermerken.

Lot 425 Kleist, Heinrich von
Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe, ein großes historisches Ritterschauspiel. Aufgeführt auf dem Theater an der Wien den 17. 18. und 19. März 1810. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1810. 198 S. 19,3 x 11,3 cm. Lederband (signiert: “C. von Hahn”) im Stil der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und rotem, goldgeprägten Rückenschild sowie montierten blauen Pappdecken (minimal berieben). [*]
Zuschlag 900 €
Erste Ausgabe. – Sembdner 8 – Goedeke VI, 102, 6 – Borst 1117. – Nachdem bereits einige Fragmente im “Phöbus” veröffentlicht worden waren, “hatte Kleist sein Stück Cotta für ein Taschenbuch mit Zeichnungen von Ferd. Hartmann angeboten und sich vergeblich um die Aufführung an deutschen Bühnen bemüht, … (er) bot es 1810 Reimer an, der es gleichzeitig mit den “Erzählungen” herausbrachte … Goethe warf das geborgte Exemplar, das ihm sein Sekretär gebracht hatte, mit den Worten ins Feuer: ‘Das führe ich nicht auf, wenn es auch halb Weimar verlangt’.” (Sembdner). – Vorsatz und Titel mit alten handschriftlichen Besitzeinträgen, wenige Blatt mit etwas größeren braunem Feuchtfleck, leicht gebräunt und fleckig.

Lot 426 Kotzebue, August von
Theater. Rechtmäßige Original-Auflage. 40 Bände in 20 Bänden. Mit gestochenem Porträt-Frontispiz. Leipzig, Eduard Kummer und Wien, Ignaz Klang, 1840-41. 15 x 11 cm. Dekorative Halblederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Rückentiteln (Kanten etwas berieben, Rücken leicht aufgehellt).
Nachverkaufspreis 240 €
Zweite Ausgabe der Theaterstücke Kotzebues. – Goedeke V, 287, 267. – Innenspiegel mit Wappenexlibris. – Bindungen teils etwas gelockert, kaum fleckig.

Lot 427 La Roche, Sophie von
Schönes Bild der Resignation. Band 1 (von 2). Mit gestochenem kolorierten Frontispiz von J. S. Knüpf(f)er, Meißen, nach Dufresne und gestochener Titelvignette. Leipzig, Gräff, 1795. 2 Bl., 146 (recte 246) S., 4 Bl. (Anzeigen). 16 x 9,5 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit Rückentitel und Rückenvergoldung. [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 593, 17. – Schwach wasserrandig und leicht gewellt.

Lot 428 Lessing, Gotthold Ephraim
Hamburgische Dramaturgie. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Titelvignetten von G. A. Liebe nach J. W. Meil. Leipzig, Dodsley und Compagnie (das ist: Schwickert), 1769. 5 Bl., 415 S.; 1 Bl., 412 S. 16,5 x 9,5 cm. Halblederbände (um 1800) mit 2 farbigen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (leicht fleckig).
Nachverkaufspreis 200 €
Zweite, unrechtmäßige Ausgabe dieser für die deutschsprachige Bühne bahnbrechenden Sammlung von Theaterkritiken und literaturtheoretischen Reflexionen, mit deren Nachdruck bereits begonnen wurde, als das Original noch nicht abgeschlossen war. – Goedeke IV/1, 405, 103 – Muncker 417. – Schwickert hatte verkündet, der zweite Jahrgang werde 104 Stücke enthalten, während Lessing nur 100 Stücke geplant hatte. Der große Satiriker lässt sich auf das Spiel ein, verkündet, er werde “die guten Leute schon nicht zu Lügnern machen” und nutzt die Möglichkeit, sich in Stück 101-104 intensiv mit dem Nachdruck-Problem seiner Zeit und speziell mit der Unverfrorenheit Schwickerts auseinanderzusetzen. Schwickert wiederum sieht sich veranlasst, seinem Nachdruck ein “Intermezzo” anzufügen, das eine Replik auf Lessings Kritik enthält. – Die letzten Blatt jeweils etwas stärker gebräunt. Dekorativ gebunden.

Lot 429 Lever, Charles
The novels of Charles Lever. Edited by his daughter. Edition de luxe. 37 Bände. Mit 1 Porträt, 638 teilweise kolorierten Holzschnitt-Tafeln von Phiz und Textabbildungen. London, Downey & Co., 1897-1899. 22 x 14,5 cm. Hellbraune Ganzmaroquinbände (signiert: “Bound by Zaehnsdorf 1902″) mit 2 roten und 1 grünen Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (teilweise minimal berieben bzw. minimal fleckig).
Nachverkaufspreis 2000 €
Eins von 100 Exemplaren der Luxus-Ausgabe, Vorsatz von Band 1 mit einem handschriftlichen Brief des Verfassers (zweiseitig mit Umschlag) an Sir Alexander Spencer. – Teilweise leicht gebräunt, sonst tadelloses Exemplar, prachtvoll gebunden.
One of 100 copies of the de-luxe-Edition. – 37 vols. With portrait, 638 partly col. woodcut plates and text-illustrations. Contemp. full light brown morocco with 3 col. labels, richly gilt, a.e.g. – Two-page ms. letter by the author to A. Spencer at endpapers of vol. 1. – Minor browning in places. – Beautiful and very decoratively bound set.

Lot 430 Lexika – Garsault, Francois A. de
Notionaire, ou Mémorial raisonné de ce qu’il y à d’utile d’intéressant dans les connoissances acquises dépuis la création du monde jusqu’à présent. Mit gestochener Titelvignette, 39 (2 gefalteten/ 2 auf 1 Tafel) Kupfertafeln, 1 ganzseitigen Textholzschnitt und 1 gefalteten Tabelle. Paris, Desprez, 1761. VIII, 733 S., 1 Bl. 20,5 x 12,5 cm. Brauner Ganzlederband der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben und bestoßen, Gelenke am Kapital etwas angeplatzt).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe des nicht alphabetisch geordneten Kompendiums. – Hoefer, NBG XIX, 544. – Enthält u.a. Wissenwertes über Architektur, Astronomie, Gartenbau, Genealogie, Geographie, Handel, Kriegswissenschaft, Musik (dazu zahlreiche Kupfer mit Musikinstrumenten), Spiele und Zoologie. – Nur teilweise schwach braunfleckig. Gutes Exemplar.

Lot 431 Lexika – Krünitz, Johann Georg
Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Land- Haus und Staats-Wirthschaft, in alphabetischer Ordnung. Erster Theil von Aa bis Am. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette und 10 Kupfertafeln. Berlin, Pauli, 1773. XXVIII, 771 S. 20 x 12 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild (leicht berieben).
Nachverkaufspreis 200 €
Band 1 der von 1773 bis 1858 in 242 Bänden erschienenen Enzyclopädie. – Nur teilweise leicht gebräunt. Sehr gutes Exemplar.

Lot 432 Lexika – Meyer, Joseph
(Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände.) 6 Sammelbände mit den Illustrationen. Mit 1678 teilweise gefalteten gestochenen Tafeln und 164 teilweise grenzkolorierten, meist gefalteten gestochenen Karten und Plänen(zusammen 1842 Tafeln). Hildburghausen u.a., Bibliographisches Institut, 1840-1855. 23,5 x 15,5 cm. Braune Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Ecken und Kanten teilweise bestoßen, Kapitale etwas berieben, Deckel berieben).
Zuschlag 930 €
Wohl vollständige Folge der Illustrationen zum in 52 Bänden erschienenen “Wundermeyer”. – Vgl. Sarkowski, BI 54ff. und Nr.8 – Peche 420 – Zischka 1. – Die Anzahl der Tafeln wird meist mit “ca. 1800″, manchmal genauer mit “1832″ angegeben. – Enthält mehrere hundert Stadtansichten, die meistens denen aus “Meyer’s Universum” entsprechen, mehrere hundert Porträts sowie Landkarten, botanische, zoologische, technische Illustrationen u.v.m. – Den Tafeln vorgebunden jeweils ein Lieferungsumschlag zum 6. Supplementband. – Eine Tafel lose, zwei durchgerissen, wenige mit Randeinrissen, teilweise stock- bzw. fingerfleckig, nur wenige Tafeln stärker gebräunt.

Lot 433 Liber amicorum
Denkmal der Freundschaft. Album in Form einer Kassette mit 1 Aquarell (signiert: C. Nicolas), 1 Tuschzeichnung (signiert: Guillaume Grunwald), 1 kolorierten Federzeichnung (signiert: A. Nicolai) sowie 28 handschriftlichen Textblättern. Berlin, 1824-1829. 12,5 x 19 cm. Rotes Leder der Zeit mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung sowie Goldschnitt (nur wenig berieben).
Zuschlag 200 €
Schönes biedermeierliches Liber amicorum mit Eintragungen von Freundinnen der Vorbesitzerin, meist in deutscher, teils aber auch französischer Sprache. Unter den erwähnten Namen: Hugo Grunwald, G. und M. Bassigny, Botho von Hülsen (wohl der spätere Intendant), Eduard de Wilde, Emilie Kowalska, Superintendent Samuel Marot, Emilie Louise von Sydow u.a. – Beiliegend ca. 28 Blatt meist kolorierter und teils gestochener Illustrationen, nicht ursprünglich zugehörig. – Gering gebräunt und in den Rändern gewellt, sonst sauber.

Lot 434 Molière, Jean-Baptiste
Oeuvres. Nouvelle edition, augmentée de la vie de l`auteur & des remarques historiques & critiques, par M. de Voltaire. Ave de très-belles figures en tailles douces. 6 Bände. Mit gestochenem Frontispiz, gestochenem Porträt und 31 Kupfertafeln nach Boucher sowie 6 (3 gestochenen) Titelvignetten. Amsterdam und Leipzig, Arkstee & Merkus, 1765. 14,5 x 8 cm. Rote Lederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten floralen Deckelfileten und Ganzgoldschnitt (etwas bestoßen, 3 Kapitale mit schmalen Fehlstellen).
Nachverkaufspreis 200 €
Hübsche Werkausgabe mit reizenden und kräftigen Kupferstichen. – Graesse IV, 563. – Nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 435 Montesquieu, Ch.-L. de Secondat
Le temple de Gnide. Mit gestochenem Frontispiz und 11 Kupfertafeln von N. Le Mite u.a. nach Charles Eisen. Paris, Didot Jeune, 1794. 1 Bl., XII, 153 S. 25,8 x 16,5 cm. Roter Ganzmaroquinband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, etwas Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten, Ganzgoldschnitt und Moiréeseidenvorsätzen (leicht berieben und bestoßen, Bezug am Kapital etwas gedunkelt).
Nachverkaufspreis 200 €
Sander 1385 – Cohen/R. 728 – Lewine 367-368: “In the plates artist and engraver both appear at their best.” – Mit den reizenden Kupfern der Ausgabe von 1772, um zwei Kupfer zur Erzählung “Arsace et Isménie” vermehrt. – Exlibris und Name auf Vorsatz, im oberen Falz mit Wasserfleck.

Lot 436 Nicolai, Friedrich – Goeckingk, Leopold Friedrich Günther von
Friedrich Nicolai’s Leben und literarischer Nachlaß. Mit 1 gefalteten Notentafel. Berlin, Nicolai, 1820. VI, 201 S., 3 Bl. 19,5 x 12 cm. Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (etwas berieben und leicht bestoßen).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 497e. – Wichtige Quellenschrift zum Leben des vielseitigen Verlegers, Schriftstellers und Musikhistorikers Friedrich Nicolai (1733-1811). – Mit Erstdrucken Nicolais (“Einzelne Ideen” und “Poetische Kleinigkeiten”) und unveröffentlichten Entwürfen von Nicolais Freund Moses Mendelssohn (“Von der Herrschaft über die Neigungen” und “Zufällige Gedanken über die Harmonie der inneren und äußeren Schönheit”). – Mit einer Bibliographie von Nicolais Schriften. – Etwas braunfleckig, Titel gestempelt, Vorsatz mit Notizen.

Lot 437 Petrarca, Francesco
Le rime … S’aggiungono le considerazioni rivedute e amplitate d’A. Tassoni, le annotazioni di G. Muzio, e le osservazioni di L. A. Muratori. All’ illustrissimo ed eccellentissimo S. A. Rambaldo. Modena, B. Soliani, 1711. XXXV, 859 S. 24 x 18 cm. Lederband der Zeit mit reicher floraler Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückenschild (Rücken unter Verwendung des Original-Materials sauber restauriert). [*]
Nachverkaufspreis 300 €
Gamba 729. – Haym, Bibl. Italiana 104, 2: “Quest’ opera è generalmente lodata”. – Mit einer kurzen Einleitung über die Vita Petrarcas im Vorspann. – Die ersten und letzten Blätter sowie teilweise im Randbereich leicht braunfleckig. – Schönes Exemplar in dekorativem Einband.

Lot 438 Philosophie und Pädagogik – Ewald, Johann Ludwig
Der gute Jüngling, gute Gatte und Vater, oder Mittel, um es zu werden. Ein Gegenstück zu der Kunst ein gutes Mädchen zu werden. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Frontispizes und 6 gestochenen Tafeln von Wilhelm Jury. Frankfurt, Wilmanns, 1804. Titel, XXIV, 415 S.; Titel, XVI, 332 (recte 432) S. 15,5 x 9,5 cm. Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Wegehaupt I, 578 – Lanckoronska-Oehler III, 61 – Kosch IV, 607. – Ewald (1748-1822) war ein eifriger Verfechter der Ideen Pestalozzis, den er 1804 in der Schweiz besuchte. Von Hause aus reformierter Pfarrer, war doch eher die Pädagogik sein erwünschtes Arbeitsfeld. 1781 weihte er das erste lippische Lehrerseminar ein. – Gutes Exemplar.

Lot 439 Philosophie und Pädagogik – Kant, Immanuel
Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Riga, Hartknoch, 1785. Titel, 7 Bl., 128 S. 20,5 x 12,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (berieben, Ecken und Kapitale leicht bestoßen).
Zuschlag 440 €
Erste Ausgabe. – Warda 90. – Etwas gebräunt, saubere Unterstreichungen. – Beigegeben: Ders. Die Metaphysik der Sitten in zwey Theilen. (2. Teil) Königsberg, Nicolovius, 1797. X, 188 S., 2 Bl. 22,8 x 13 cm. Neuerer Halbpergamentband mit handschriftlichem Rückentitel. – Erste Ausgabe von Teil 2 mit der “Tugendlehre”, enthält nur den “Obertitel”. – Warda 176. – Unbeschnitten. – Name auf Titel, gebräunt bzw. teilweise schwach wasserfleckig. – Beigegeben: Ders. Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen. Riga, Hartknoch, 1771. Titel, 110 S. 17 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (berieben, Rückenbezug fehlt). -Dritter Druck der dritten Ausgabe . – Warda 33. – Etwas gebräunt.

Lot 440 Philosophie und Pädagogik – Schopenhauer, Arthur
Ueber das Sehn und die Farben, eine Abhandlung. Leipzig, Hartknoch, 1816. 88 S. 23 x 13,5 cm. Moderner Halblederband (leicht aufgebogen). [*]
Nachverkaufspreis 1000 €
Seltene erste Ausgabe. – Grisebach 11 – Hübscher 32. – In dieser zweiten Arbeit setzt sich Schopenhauer vor allem mit der Goethe’schen Farbenlehre auseinander. So schreibt er in der Einleitung: “Der Inhalt nachstehender Abhandlung ist eine neue Theorie der Farbe, die schon am Ausgangspunkt von allen bisherigen sich gänzlich entfernt. Sie ist hauptsächlich für diejenigen geschrieben, welche mit Göthe’s Farbenlehre bekannt und vertraut sind.” Goethe selbst wurde jedoch nach der Lektüre sehr unwillig, und so herzlich die Beziehungen nach Schopenhauers erster Publikation begonnen hatten, so kühl beendete Goethe sie nach der Lektüre dieser zweiten Schrift. – Unbeschnitten, Titel mit altem handschriftlichen Besitzeintrag am unteren Rand und verso mit Bibliotheksstempel der “Naturforschenden Gesellschaft Danzig”, etwas gebräunt und fleckig.

Lot 441 Robinsonaden – Boussenard, Louis
Les Robinsons de la Guyane. 3 Bände. Mit zusammen 24 Holzstich-Tafeln. Paris, Librairie Illustrée/ M. Dreyfous, 1882. 17,5 x 11 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Kanten etwas berieben).
Nachverkaufspreis 240 €
Erste Ausgabe oder erste illustrierte Ausgabe. – Ullrich 220, 208a. – Vorsatz mit eigenhändiger Widmung des Verfassers: “A Lorenzo Ventura/ trés amical souvenir/ Boussenard”. – Ullrich nennt eine Ausgabe 1880, die wir aber, genauso wie eine bei Wikipedia genannte Ausgabe von 1881 über KVK nicht nachweisen können. – Der Schriftsteller und Wissenschaftsjournalist Louis Boussenard (1847-1910) gilt neben Jules Verne als der bedeutendste französische Verfasser von Abenteuerromanen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. – Die drei Teile mit den Titeln: Le Tigre blanc, Le Secret de l’Or und Les Mystères de la Forêt vierge. – Nur teilweise leicht gebräunt. Schöne einheitlich gebundene Reihe.

Lot 442 Robinsonaden – Defoe, Daniel
Aventures de Robinson Crusoe. Nouvelle édition. Collationnée sur celle originale de Londres et enrichie de 28 noveaux sujets de gravure. 2 Bände. Mit 2 kolorierten gestochenen Frontispizes, 2 gestochenen Titeln mit kolorierten Vignetten und 12 kolorierten Kupfertafeln mit je 2 Abbildungen. Paris, Eymery, 1813. 528 S.; 506 S. 17 x 10 cm. Braune Ganzlederbände der Zeit mit je 2 dunkelgrünen Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren und Stehkantenvergoldung (etwas berieben und bestoßen, Band 2: vorderes Gelenk 6 cm angeplatzt).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Gumuchian 4833 (in 12°) – nicht bei Adelphi und Ullrich. – Die schönen Illustrationen in leuchtendem Kolorit. – Obere Ecke von Band 1 teilweise leicht feuchtrandig, teilweise leicht gebräunt.

Lot 443 Robinsonaden – Defoe, Daniel
Aventures de Robinson Crusoé. Traduites par Mme A. Tastu, suivies d’une notice sur Foé et sur le matelot Selkirk, par Louis Reybaud, et ornée de 50 gravures sur acier, d’après les dessins de M. de Sainson. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Frontispizen, 2 gestochenen Titeln, 48 gestochenen Tafeln und zahlreichen Textholzschnitten. Paris, Didier, 1837. 4 Bl., 396 S. ; 2 Bl., 384 S. 22 x 14,5 cm. Dekorative polierte blaue Lederbände der Zeit (signiert: “Bibolet”) mit reicher Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Goldschnitt (Kanten und Gelenke leicht berieben). [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Erste Ausgabe dieser Übersetzung und mit den Illustrationen von Louis de Sainson. – Ullrich 41, 41 – Adelphi 227 – Gumuchian 4859: “Belle et rare édition, non cité par Vicaire …” – Stellenweise etwas braunfleckig.
First edition of this translation. – 2 vols. With 2 engr. frontispieces, 2 engr. titles, 48 engr. plates and numerous text-woodcuts. Contemp. polished blue calf, richly gilt. – Some browning in places else fine.

Lot 444 Robinsonaden – Defoe, Daniel
Ernstliche und wichtige Betrachtungen des Robinson Crusoe, welche er bey den erstaunnungsvollen Begebenheiten seines Lebens gemacht hat. Benebst seinem Gesicht von der Welt der Engel. Aus dem Englischen und Frantzösischen uebersetzt (von Ludwig Friedrich Vischer). Wie auch mit curiösen Kupffern, nebst einer accuraten Land-Charte, worau alle des Autoris Reisen gezeichnet sind, gezieret. Mit gestochenem Frontispiz, 1 gefalteten gestochenen Weltkarte und 6 gestochenen Tafeln. Amsterdam (das ist: Leipzig, Weidmann ?), 1721. 15 Bl., 512 S. 17 x 10 cm. Pergamentband der Zeit (leicht gebräunt).
Zuschlag 1100 €
Erste deutsche Ausgabe. – Ullrich 52, 69 – Deneke34 – Kippenberg VI, 7. – Sehr seltene Ausgabe der “Serious reflections”, des heute kaum noch bekannten dritten Teils des “Robinson Crusoe”, in dem Robinson Betrachtungen über seine innere Entwicklung während seines Inseldaseins anstellt. – “Der dritte Teil des Robinson ist deutsch nur ein einziges mal übersetzt worden” (Ullrich). – Kippenberg verzeichnet ebenfalls nur diese Übersetzung, erwähnt aber eine 1721 angeblich bei Weidmann in Leipzig erschienene, die ihm aber unbekannt ist. – Mit der oft fehlenden Karte mit den beiden Erdhalbkugeln. – Etwas gebräunt. – Gutes Exemplar.

Lot 445 Robinsonaden – Defoe, Daniel
La vie et les avantures suprenantes de Robinson Crusoe, contenant entre autres évenements, le séjour qu’il a fait pendant vingt-huit ans dans une Ile déserte, située sur la Côte de l’Amerique, prés de l’embouchure de la grande Rivière Oroonoque. Le tout écrit par lui-même. Traduit de l’Anglois (par Saint-Hyancinthe et Van Effen). Cinquième Edition. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Frontispizen, 18 Kupfertafeln und 1 gestochenen Faltkarte. Leiden, Luzac, 1754. 16,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild und -vergoldung (Rücken berieben und rissig, kleine Fehlstelle am oberen Kapital von Band 2, 3 Kapitale leicht eingerissen). [*]
Nachverkaufspreis 350 €
Ullrich 35, 7, 12. – Band 2: La vie et les aventures…contenant son retour dans son Ile, et ses autres nouveaux voyages. Band 3: Reflexions serieuses et importantes de Robinson Crusoe…avex sa vision du monde angelique. – Vorsätze mit Leimschatten, alter Name auf Titel. – Die Kupfer in kräftigen Abdrucken. Gutes und innen sauberes Exemplar.
3 vols. With 3 engr. frontispieces, 18 engr. plates and 1 engr. fold. map. Contemp. half calf, gilt (spines rubbed, some blemishes to spine-ends). – Endpapers stained. Old name to title. – Interiorly a very good and clean copy.

Lot 446 Robinsonaden – Defoe, Daniel
The life and adventures of Robinson Crusoe. Embellished with engravings. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Reihentiteln mit Vignette und 6 gestochenen Tafeln. London, Cooke, 1793. 15,5 x 9 cm. Marmorierte Lederbände der Zeit (“Bound by C. Kalthoeber, London”) mit rotem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten sowie Steh- und Innenkantenvergoldung (berieben, etwas bestoßen, Deckel von Band 3 lose, der von Band 2 fast lose).
Nachverkaufspreis 200 €
Cooke’s edition of Select British Novels 13-15. – Ullrich 12, 29. – Die hübschen Kupfer mit floraler Bordüre und Legende. – Etwas gebräunt.

Lot 447 Robinsonaden – Gain de Montagnac, Louis Laurent Joseph
Der Wiener Robinson oder seltsame Abentheuer des Ritters von Kilpar. Aus dem Englischen des Herrn Fildings. Neu übersetzt und frei bearbeitet. Mit gestochenem Frontispiz und gestochenem Titel mit Vignette. Hohenzollern, Wallishauser, 1805. 287 S. 16,5 x 10 cm. Leinwand der Zeit mit floraler Blindprägung und goldgeprägtem Rückentitel (etwas lichtspurig).
Nachverkaufspreis 200 €
Ullrich 169, 70e – Quérard III, 239. – Dritte deutsche Ausgabe des Fielding untergeschobenen, 1768 erstmals auf Französisch unter dem Titel “Les aventures ou la vie et les voyages du noveau Robinson” erschienenen Werkes. – Exlibris, stellenweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 448 Robinsonaden
Glück und Unglück an einer Kette oder Ferdinand Adalbert L. eines Gräzers Reisen, Schicksale und andere merkwürdige Begebenheiten. Mit gestochenem Frontispiz und gestochenem Titel. Krems, Möstl, 1799. 6 Bl., 227 S. 17 x 10 cm. – Angebunden: Benkowitz, Carl Friedrich. Der einsame Inselbewohner. Oder Robert Surrais Schicksale in zween Welten. Mit gestochenem Frontispiz. Wien, Doll, 1799. Titel, 208 S. Halbleinwandband (um 1850).
Zuschlag 440 €
Seltene erste Ausgaben. – Zu I: Hayn-Gotendorf II, 633. – Abenteuerliche Geschichte; der junge “Gräzer” wird in einem Triester Handelshaus ausgebildet und in Geschäften nach Venedig geschickt, wo er u.a. gefährliche Abenteuer mit einem Falschmünzer erlebt. Weiter geht es über Genua nach Cartagen, dort erwehrt er sich einer heißblütigen Spanierin; dann über Indien auf die Insel Bourbon, wo er vom Skorbut genest und einer schönen Kaufmannsgattin verfällt. Aber es zieht ihn weiter nach Surate, dort werden erfolgreiche Geschäfte getätigt und Kämpfe gegen die Wilden gefochten. Nach neun Jahren geht es mit Reichtümern beladen zurück nach Bourbon, die Angebetete ist mittlerweile Witwe und ebenfals steinreich. Kurz entschlossen soll es nach Graz gehen, venezianische Piraten müssen bei der Rückfahrt überwunden werden, aber es geht zurück in die Heimat. Das reichliche Barvermögen, noch vermehrt durch eine weitere große Zuwendung, wird vertrauensvoll in der “Wiener-Banque” deponiert, um fortan Gutes in der Steiermark zu tun. – Zu II: Ullrich 179, 98. – Das schöne Frontispiz zeigt ein untergehendes Schiff, im Vordergrund der Titelheld mit anderen Leidgeprüften im sturmumtosten Meer um ihr Leben kämpfend. – Beide Titel teilweise leicht gebräunt.

Lot 449 Rousseau, Jean-Jacques
Discours sur l’origine et les fondemens de l’inegalité parmi les hommes. Mit 1 gestochenen Titelvignette, 1 Textkupfer sowie 1 Kupfer von Sornique nach Ch. Eisen als Frontispiz. Amsterdam, M. M. Rey, 1755. LXX S., 1 Bl., 262 S., 1 Bl. Errata. 19,5 x 12,5 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild (bestoßen und beschabt, Kapitale mit Fehlstellen durch Wurmgänge).
Zuschlag 300 €
Erster Druck der ersten Ausgabe. – Dufour 55 – Laut Dufour u.a. erkennbar an den Druckfehlern “Jaques” statt “Jacques” auf der Titelei und der Seite LII sowie am zweifarbigen Druck der Titelei. Die von Dufour beschriebenen 3 Cartons sind für uns nicht erkennbar. – Alter Name auf dem Titel, Block etwas gewellt, sonst innen gutes Exemplar.

Lot 450 Runckel, Dorothee Henriette
Moral für Frauenzimmer nach Anleitung der moralischen Vorlesungen des sel. Prof. Gellerts und anderer Sittenlehrer, mit Zusätzen von Dorothee Henriette Runckel. Dresden, auf Kosten der Herausgeberin, 1774. 6 Bl., 332 S., 1 Bl. 18,5 x 11,5 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, hinterer Deckel etwas kratzspurig).
Zuschlag 330 €
Erste Ausgabe der auf Gellert fußenden moralischen Erziehungslehre für Mädchen, spätere Auflagen folgten 1784 und 1796. – Dorothee Henriette Runckel (1724-1800) wurde bekannt als Herausgeberin der Briefe ihrer Freundin Luise Gottsched. – Innendeckel etwas beschabt, Vorsatz zeitgenössisch beschrieben, etwas gebräunt, das letzte Blatt mit Eckabriss (ohne Textverlust). Gutes Exemplar.

Lot 451 Satire – Bosc du Bouchet
Le conseil de Momus, et la revue de son regiment, poëme calotin. Mit 3 Kupfertafeln. Paris, 1730. IV, 237 (recte 255) S. 19,5 x 12,5 cm. Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägtem Wappensupralibros (etwas berieben, Gelenke brüchig, teils ausgebessert). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Gay/Lem I, 666. – Barbier I, 696. – Sehr seltenes satirisches Werk aus der Feder eines Mitglieds der Kalottisten, eine gegen Ende der Regierung Ludwigs XIV. entstandene Gesellschaft, die unter dem Deckmantel der Narrheit sittenrichterliche Kritik ausübte. Der Verein wurde später aufgehoben, da höchste Persönlichkeiten, darunter selbst der König, angegriffen wurden. – Paginierung springt. – Stellenweise leicht gebräunt.

Lot 452 Satire – Trenck, Friedrich von der
P(ater) Pavian, Voltaire und Ich in der Unterwelt. Mit gestochenem Frontispiz und gestochener Titelvignette. Berlin und Leipzig, (das ist: Wien), 1784. 189 S. 17 x 10 cm. Hübscher Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (kleiner Fleck auf dem hinteren Deckel). [*]
Zuschlag 200 €
Zweite Ausgabe, anonym erschienen. – Weller I, 126. – “Dieser allegorische Traum hat weder der Berliner noch Leipziger, sondern wahrscheinlich der Wiener Preßfreiheit seine Existenz zu danken. Es ist ein satyrischer Ausfall auf die römische Klerikey und deren Intoleranz … Mitunter hat der Verfasser einige frivole Geschichtchen eingemischt, die völlig das Ansehen haben, als ob sie nur da stünden, üppige Leser, die Schlüpfrigkeiten lieben, dadurch anzulocken.” (Allgemeine deutsche Bibliothek, Band LXVII, 441). – Druck auf starkem Papier. Schönes Exemplar.

Lot 453 Schaden, Adolph von
Die Ahnfrau. Ein musikalisches Quodlibet tragikomischer Natur. In einer neu aufgewärmten Versart bearbeitet. Berlin, Maurer, 1819. VIII, 95 S. 19 x 11,5 cm. Roter Halblederband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung. [*]
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IX, 174, 15, 11: “Die Nrn. 10 (Die moderen Sappho) und 11 waren nicht für Aufführungen berechnet und unterscheiden sich schon dadurch von den Wiener Parodien. Diese erscheinen gegenüber den Stücken Schadens, die nichts sind als eine Anhäufung von Unflätereien und Gemeinheiten, als wahre poetische Kunstwerke.” – Etwas gebräunt.

Lot 454 Schiller, Friedrich von
Sämmtliche Werke. 12 Bände in 6 Bänden. Stuttgart, Cotta, 1862. 22 x 15 cm. Dekorative hellbraune Lederbände der Zeit mit je 2 farbigen goldgeprägten Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, doppelten Deckelfileten, Stehkantenvergoldung und blindgeprägter Innenkante (3 Kapitale leicht eingerissen, Kanten und Gelenke etwas berieben).
Zuschlag 200 €
Mit einer 30-seitigen Biographie von Körner. – Etwas braunfleckig.

Lot 455 Seeger, Ludwig (Hg.)
Deutsches Dichterbuch aus Schwaben mit epischen, lyrischen und dramatischen Beiträgen. Mit 16 montierten Original-Photographien mit Dichterporträts. Stuttgart, Ebner, 1864. X, 580 S. 16,2 x 12 cm. Original-Lederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Rückenvergoldung, blind- und goldgeprägten Deckeln und einer Messingschließe (minimal berieben).
Zuschlag 300 €
Erste Ausgabe. – Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam 540. – Neben den teils im Erstdruck vorliegenden Gedichten von 38 auch nicht-schwäbischen Dichtern sind vor allem die in einem ornamentalen Rahmen mit faksimilierter Unterschrift montierten Original-Photographien (ca. 5 x 4 cm) bemerkenswert, die zu den frühesten Photographien in deutschen Büchern gehören. Sie stammen aus dem Atelier G. F. Krauss in Stuttgart. – Tadellos.

Lot 456 Shakespeare, William
The pictorial edition of the works of Shakspere. Edited by Charles Knight. Revised edition. 8 Bände. Mit 8 illustrierten Holzschnitt-Titeln und zahlreichen teilweise ganzseitigen Textholzschnitten. London, Routledge & Sons, ca. 1865. 25,5 x 17,5 cm. Rote Ganzmaroquinbände mit je 2 grünen Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Stehkanten- und Innenkantenfileten sowie Ganzgoldschnitt (leicht berieben bzw. leicht kratzspurig).
Nachverkaufspreis 400 €
Reich illustrierte Ausgabe. – Band 8 mit der Biographie Shakespeares von Charles Knight. – Gutes Exemplar in prachtvollen roten Maroquinbänden.
8 vols. With 8 illustr. woodcut titles and numerous partly full-page woodcut illustrations. Full red morocco, richly gilt, a.e.g. – Very decoratively bound set.

Lot 457 Shakespeare, William
Sonnette. Übersetzt von Karl Lachmann. Berlin, G. Reimer, 1820. Titel, 153 S. 13,5 x 10 cm. Brauner Ganzlederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, gold- und blindgeprägten Deckelfileten sowie Stehkantenvergoldung (Gelenke am Kapital etwas angebrochen). [*]
Zuschlag 360 €
Erste deutsche Ausgabe. – Die Sonnette 135, 136 und 151 wurden von der Zensur gestrichen. – Vorsatz mit Exlibris und altem Namenseintrag, Titel etwas gebräunt. – Gutes Exemplar auf starkem Papier gedruckt und sehr dekorativ gebunden.

Lot 458 Shelley, Mary Wollstonecraft
Frankenstein: or, the modern Prometheus. By the author of ‘The last man’, ‘Perkin Warbeck’, etc. etc. Revised, corrected, and illustrated with a new introduction by the author. Mit gestochenem Frontispiz und gestochenem Titel mit Vignette von W. Chevalier nach T. Holst. London, Colburn und Bentley, 1831. XII, 202 S. 17,2 x 10,5 cm. Roter Halblederband der Zeit (signiert: “Chatelin”) mit goldgeprägtem Rückentitel unbd Rückenvergoldung sowie Kopfgoldschnitt.
Zuschlag 2800 €
Dritte Ausgabe mit einem neuen Vorwort, in dem sie über die Entstehung des Werkes berichtet, die erste mit Nennung der Verfasserin auf dem gestochenen Titel und mit einer Illustration von Frankenstein und seiner Kreatur. – Ausgabe letzter Hand von einem der berühmtesten Horrorromane der Weltliteratur. – Sadleir 3734a – Wolff 6280a. – Erschien als Band IX der Serie: “Standard novels” und enthält noch den ersten Teil von Schillers ‘The Ghost-seer’. Der zweite Teil von Schillers Werk und eine weitere Novelle erschienen als Band X der Reihe. – Schnitt und die letzten Blätter im oberen Rand etwas wasserfleckig, der Rücken der Original-Broschur hinten eingeklebt.
Third edition, with a new foreword. – With engr. frontispiece, engr. title with vignette). Contemp. red half calf, gilt, t.e.g. – Orig. spine pasted to inner cover. – Some dampstaining to upper edge and upper margin of last few leaves.

Lot 459 Trivialliteratur der Goethezeit – Sponagel, Georg Christian
Des Vetters Feldzug in die Seebäder von Doberan. Mit gestochenem Frontispiz. Hannover, Hahn, 1826. IV, 377 S., 1 Bl. 20,5 x 12 cm. Interims-Broschur (hinterer Umschlag mit Einriss).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe des zweiten und letzten Romans des norddeutschen Juristen Sponagel (1763-1830). – Goedeke VI, 395, 33, 2. – Beschreibt die außergewöhnlichen Erlebnisse eines außergewöhnlichen Kurgastes in Bad Doberan-Heiligendamm im Jahre 1816. – Zweiseitig unbeschnitten. – Teilweise etwas stärker gebräunt, Lagen teilweise gelockert.

Lot 460 Völperling, Heinrich Ferdinand August
Kinder der Musse. Eine Sammlung dichterischer Erzeugnisse. Wismar, Oesten, 1818. 4 Bl., 136 S. 15,5 x 9,5 cm. Roter Ganzlederband mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons, goldgeprägter Deckelvignette, Steh- und Innenkantenvergoldung, seidenbezogenen Falttaschen auf beiden Innendeckeln sowie Ganzgoldschnitt (Kanten leicht berieben).
Zuschlag 500 €
Erste Ausgabe der einzigen Veröffentlichung des Schulmannes Völperling (1782-um 1830), die wir über KVK nur in zwei deutschen Bibliotheken (Rostock und Schwerin) nachweisen können. Goedeke XIV, 37, 40. – Enthält auch einige Charaden, Logogryphen und Anagramme, die auf der letzten Seite aufgelöst werden. – Die ungewöhnlichen Falttaschen auf den Innendeckeln enthalten zehn handschriftliche Widmungsblätter aus Lübeck, Rostock und Lüneburg und einige leere Blätter. – Durchschossenes Exemplar. – Leicht gebräunt. – Prachtvoll gebunden.

Lot 461 Voltaire – Condorcet, J. A. N. de Caritat de
Vie de Voltaire. Suivie des mémoires de Voltaire, ecrits par lui-même. Ohne Ort, Imprimerie de la société littéraire-typographique, 1789. 2 Bl., 344 S., 1 Bl. (verso paginiert 354). 21,5 x 14 cm. Interimsbroschur mit handschriftlichem Rückentitel (leicht fleckig, Kapitale etwas eingerissen). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Cioranescu 20418. – Biographie Voltaires von dem berühmten Mathematiker Condorcet, der für seine Theorien zur Wahrscheinlichkeitsrechnung (Condorcet-Methode und Condorcet-Paradoxon) bekannt wurde. – Unbeschnitten. – Vereinzelt leicht fleckig.

Lot 462 Weber, Johann Adam
Annulus memoriae ex dictaminibus ethicis et politicis quorum regentes prae aliis meminisse oportet, concinnatus et selectis historiis, cum sententiis operi accommodatis illustratus. Mit gestochenem Frontispiz und Holzschnitt-Titelvignette. Salzburg, Mayr, 1679. 9 Bl., 482 S., 12 Bl. 20 x 14,5 cm. Brauner Ganzlederband der Zeit mit reicher Blindprägung und figürlichem Mittelstück (Justitia mit Waage und Schwert) und späterem Ganzgoldschnitt (Kapital mit schmaler Fehlstelle). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Seltene erste Ausgabe. – VD17 3:004953D. – Der Jurist, Historiker und katholische Theologe Johann Adam Weber (1611-1686) war Augustiner-Chorherr und Propst in Hegelwerth. – Name auf Titel, etwas gebräunt bzw. stockfleckig.

Lot 463 Zimmermann, Ludwig Richard
Zeitglossen. Nummern 1 bis 9 (alles Erschienene) in 1 Band. Oedenburg und Passau, 1871-1872. 288 S. 19,5 x 12,5 cm. Halbleinwand der Zeit (gering berieben und bestoßen).
Zuschlag 200 €
Komplette Suite dieser Kleinschriften des irrlichternden Abenteurers, Militärs und antikatholischen Publizisten Zimmermann (um 1820 -1887). Erst Soldat in österreichischen Diensten wurde er wegen seiner Probleme mit der Disziplin und später wegen seiner antikatholischen Schriften ausgewiesen und setzte seine publizistische Tätigkeit hinter der Grenze in Passau fort. Seiner Autobiographie zufolge, war er zu seinen Militärzeiten auch noch Brigant in Italien gewesen, mit casanovahafter Attitude (in Buchform 1864 “Erinnerungen eines ehemaligen Brigantenchefs”) – ob man das alles glauben mag ? Was weiter mit ihm geschah ist anscheinend unbekannt, seine letzte Veröffentlichung ist wohl die “Pfaffenpeitsche” von 1876. Eine neuzeitliche Beschäftigung mit Leben und Werk scheint ein Desiderat. – Die Vorder- und Rückdeckel der Broschüren wurden mit eingebunden. – Papierbedingt etwas gebräunt, Nummerierung der Schriften von alter Hand, vorderer Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris, sonst recht gut.