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Lot 1195 Arndt, Ernst Moritz
Beherzigungen vor dem Wiener Kongreß. Von X. Y. Z. (Leipzig, Rein,) 1814. 1 Bl. 186 S. 18,2 X 10,3 cm. Neuer Pappband mit goldgeprägtem Rückenschild (Kanten minimal berieben).
Result 240 €
Erste und einzige Ausgabe. – Holzmann/Bohatta I, 4375. – Goedeke VII, 825, 48 (mit Angabe des Verlegers). – Loh 318. – Schäfer/Schawe 538: “Die unter Steins Inspiration entstandene Flugschrift behandelt die Normen für eine künftige deutsche Verfassung. … Die Broschüre war in fast ganz Deutschland streng verboten.” – So fordert Arndt u.a., dass “die allgemeine Pressfreiheit durch ein Reichsgesetz geheiligt und geboten werden” müsse und plädiert für die Abschaffung jeglicher Geheimpolizei. – Titel mit dem Namen des Autors bezeichnet, durchgehend gebräunt und teils fleckig. – Sehr selten.

Lot 1196 Barockliteratur – Gottsched, Johann Christoph
Oden der Deutschen Gesellschafft in Leipzig, in vier Bücher abgetheilet. An statt einer Einleitung ist des Herrn de la Motte Abhandlung von der Poesie überhaupt, und der Ode ins besondre vorgesetzet. Leipzig, Gleditsch, 1728. 8 Bl., XLIIX, 400 S. 19,5 x 11,5 cm. Lederband der Zeit (Kapital mit kleiner Fehlstelle, Rückenvergoldung oxydiert).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe dieser frühen Sammlung von Muster-Dichtungen, die Gottsched zur Förderung und Pflege der deutschen Sprache herausgab. – Goedeke III, 359, 14 – Faber du Faur 1761. – Die meisten der Oden, die jeweils zu aktuellen Anlässen verfasst und an hochgestellte Persönlichkeiten gerichtet wurden, stammen von Gottsched selbst, andere von J. G. Hamann, S. Seidel, B. Hofmann, Chr. Wolff u.a. – “Gottsched and his friends … attemt here in their political odes to attain a high style of the courtly representation” (Faber du Faur). – Vorsätze etwas leimschattig, sonst gut.

Lot 1197 Berg, Caroline Friederike von
Louise, Königin von Preußen. Der preußischen Nation gewidmet. Zum Besten der Wittwen und Waisen gebliebener Landwehrmänner und freiwilliger Jäger. (Gestochener Titel: Die Königin Luise …). Mit gestochenem Titel mit Vignette. Berlin, (Breitkopf und Härtel), 1814. 2 Bl., 124 S. 18,4 x 11 cm. Pappband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückenschild. [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe der ersten Biographie der 1810 jung verstorbenen preußischen Königin, anonym erschienen. – Kircheisen, Die Königin Luise in der Geschichte und Literatur, S. 6. – Caroline Friederike Gräfin von Berg geborene von Haeseler (1760-1826) war Hofdame und Vertraute der Königin Luise von Preußen. In Berlin unterhielt sie einen Literarischen Salon. – Titel mit zeitgenössischem handschriftlichen Eintrag “Von Frau von Berg, der innigen Freundin Luisens. – Ludwig Bender” – Etwas braunfleckig, wenige Blatt neu eingefalzt.

Lot 1198 Boccaccio, Giovanni
Contes et nouvelles de Bocace. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Titelvignetten und 2 gestochenen Kopfvignetten. Londres (Paris), 1744. 2 Bl., 335 S., 5 Bl.; 2 Bl., 383 S., 6 Bl. 14,5 x 8,5 cm. Lederbände der Zeit mit floraler Rückenvergoldung und je 2 goldgeprägten Rückenschildern (leicht berieben und bestoßen, ein unteres Kapital mit schmaler Fehlstelle). [*]
After-Sale Price 200 €
Seltene Ausgabe. – Graesse I, 453: “(Andere Ausgaben) ne sont ni rare ni estimeés à l’exception de celle de Londres (Paris) 1744.” – Band 1 bis S. 27 und ab S. 300 oben mit schmalem Wasserrand, S. 1/2 neu aufgebunden, dort eingerissen, sonst schönes Exemplar.

Lot 1199 Bodoni – Longus
Pastoralium de Daphnide et Chloe (graece) cum proloquio de libris eroticis antiquorum. Mit 2 gestochenen Vignetten. Parma, Regio Typographeio, 1786. 4 Bl., LXXIII S., 1 Bl., 164 S. 31,5 x 24 cm. Neuerer marmorierter Pappband (Rücken geblichen, leicht berieben). [*]
After-Sale Price 200 €
Graesse IV, 254 – Ebert 12231 – Brooks 314. – Unbeschnitten, vorderes Innengelenk geplatzt, leicht fleckig.

Lot 1200 Brüder-Gemeine
Samlung der Loosungs- und Text-Büchlein der Brüder-Gemeine von 1731 bis 1761. 4 Bände. Barby, 1762. 18 x 11,5 cm. Lederbände der Zeit (1 Kapital leicht bestoßen, berieben, Deckel von Band 4 mit wenigen Wurmlöchern).
Result 200 €
Erste Ausgabe der seltenen Sammlung. – Band 1 mit dem Haupttitel, die Bände 2-4 nur mit Vortiteln. – Vorsätze fehlen, teilweise leicht gebräunt, Band 4 im ersten Drittel mit abnehmenden Wurmlöchern (leichter Buchstabenverlust).

Lot 1201 Buchwesen
Allgemeines Adressbuch für den deutschen Buchhandel. I.-V. Abteilung (so komplett). VII. Jahrgang 1845. Leipzig, Schulz, 1845. 2 Bl., 1 Bl. Ergänzungen, 169 S.; 80 S., 4 Bl. Anzeigen. 23 x 16 cm. Marmorierter Pappband der Zeit.
After-Sale Price 200 €
Detaillierte Übersicht unter Einschluss der Antiquare, Musikalien- und Landkarten-Händler etc. – Die zwei Original-Deckel wurden beigebunden. – Gebräunt und braunfleckig, gegen Ende etwas wasserfleckig.

Lot 1202 Buchwesen – Aretin, Johann Christoph von
Über die frühesten universalhistorischen Folgen der Erfindung der Buchdruckerkunst. Eine Abhandlung vorgelesen in einer öffentlichen Sitzung der Academie der Wissenschaften in München, als diese den Tag ihrer Stiftung zum fünfzigstenmale feyerte am 28. März 1808. Herausgegeben mit dem vollständigen lithographischen Fac simile des ältesten bisher bekannten teutschen Druckes. Mit 5 Blatt lithographischen Faksimiles in Schwarz und Rot. München, 1808. 1 Bl., 50 S., 2 Bl. 27 x 21,5 cm. Halbleinwand (um 1850) mit goldgeprägtem Rückentitel.
Result 500 €
Seltene Veröffentlichung des Direktors der königlichen Zentral-Bibliothek. – Das Faksimile mit: “Eyn manug (Mahnung) d’cristeheit (Christenheit) widd’ die durke (Türken)”. – Etwas gebräunt.

Lot 1203 Buchwesen
Proben der Schriften welche in der Cottaischen Schriftgiesserei in Stuttgart zu haben sind. Mit gestochenem Frontispiz. 1795. VI, 48 (einseitig bedruckte) Bl., S. 49-52 (Preisliste). 18 x 11 cm. Ornamental bedruckte Original-Broschur (Rücken mit Fehlstellen, etwas fleckig und berieben).
Result 2400 €
Laut Vorwort die erste Sammlung der bei der Cottaschen Schriftgiesserei verfügbaren Schriften. – Nur ein Exemplar im KVK nachweisbar. – Mit einem Vorwort von C.F. Cotta. – Die letzten 17 Blatt mit Bordüren, Vignetten und ornamentalen Mustern. – Stellenweise leicht braunfleckig, Block gebrochen.

Lot 1204 Chamberland, Antoine
Der Weltweise wider seinen Willen. In Briefen abgefasset. Zween Theile. Aus dem Französischen des Hrn. Chamberland in das Deutsche übersetzt (von Jakob Schultes). Mit gestochener Titelvignette. Ulm, Bartholomäi, 1761. 4 Bl., S. (3)-288 (so vollständig). 16 x 10 cm. Brauner Ganzlederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (Kanten etwas bestoßen).
Result 380 €
Seltene erste deutsche Ausgabe. – Fromm 4802. – Enthält u.a. Briefe gegen den Despotismus im Vorfeld der französischen Revolution. – Die Titelvignette sauber hinterlegt. Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 1205 Ciangulo, Nicolò
Aventures singulieres de M.C. contenant le recit abbregé des desordres qui se commettent dans les convents, et de ce qu’il a éprouvé de la cruauté de l’Inquisition. Enfin comment par la particuliere bonté de Dieu, il s’est retiré dans un Pais de liberté où il a embrassé la Religion Reformée. I. & II. parties. Traduit de l’italien. Mit einem gestochenen Titel. Utrecht, Pierre Muntendam, 1724. 278 S. 15,5 x 10,5 cm. Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (Kanten berieben, etwas bestoßen). [*]
Result 200 €
Seltene einzige französische Ausagbe, anonym erschienen. – Lebensbeschreibung des in einem italienischen Kloster aufgewachsenen M.C. Nach mehrfacher (unberechtigter) Verfolgung durch die Inquisition entschließt sich MC aufgrund seiner Abneigung gegen die katholische Kirche zur Flucht aus Italien über Genf nach London. – Schönes Exemplar.

Lot 1206 Diebe und Mörder – Haar, Paul
Die Historie von Karl Stülpner, dem kühnen Wildschützen des sächsisch-böhmischen Erzgebirges, in poetischem Gewande geschildert und nach Stülpners eigener Ueberlieferung mitgetheilt. Mit Holzschnitt-Porträtfrontispiz. Sorau, Selbstverlag (Druck von P. Rauter, Sagan), 1888. 3 Bl., 140 S. 19,2 x 12,5 cm. Bedruckte Original-Broschur (angerändert und mit Randfehlstellen, Kapital mit Fehlstelle). [*]
Result 440 €
Seltene erste Ausgabe, über KVK nur in zwei Dresdener Bibliotheken nachweisbar. – “Die Historie von Karl Stülpner, dem kühnen Wildschützen des sächsisch-böhmischen Erzgebirges, in poetischem Gewande geschildert und nach Stülpners eigener Ueberlieferung mitgetheilt von Paul Haar 1888 ist eine Bearbeitung der Schönbergschen Biographie. Im Unterschied zu anderen literarischen Nachverwertern betrieb Haar aber selbst Nachforschungen vor Ort und präsentierte einige bis dato unveröffentlichte Episoden und Daten in Form von Fußnoten. Als Gewährsmann nennt er den Scharfensteiner Ortsvorsteher Wilhelm Gottschalk, dessen Hausgenosse Stülpner zeitweise war” (Wikipedia). – Papierbedingt leicht gebräunt und etwas fingerfleckig.

Lot 1207 Diebe und Mörder – Krohne, Karl
Lehrbuch der Gefängniskunde unter Berücksichtigung der Kriminalstatistik und Kriminalpolitik. Mit 15 (7 doppelblattgroßen) Tafeln. Stuttgart, Ferdinand Enke, 1889. 610 S. 19,5 x 13 cm. Original-Leinenband mit geprägtem Rücken- und Deckeltitel (leicht berieben und bestoßen). [*]
Result 260 €
Erste Ausgabe. – Als Leiter der Strafanstalt Berlin-Moabit und ab 1892 Vortragender Rat und Dezernent für das Gefängniswesen im preußischen Innenministerium prägte der bedeutende Reformer den preußischen Strafvollzug nachhaltig. – Papierbedingt leicht gebräunt. – Dabei: I. Anselm von Feuerbach. Aktenmässige Darstellung merkwürdiger Verbrechen. Frankfurt, Heyer, 1849. – III. Koloman Berkes. Das Leben und Treiben der Gauner. Budapest, 1889. – IV. Alexander Moszkowski (Hg.). Stuß im Jus. Berlin, Verlag der Lustigen Blätter Eysler, o.J. (ca. 1900). Original-Broschur mit Deckelillustration von Lucian Bernhard (etwas angestaubt, bestoßen und knickspurig). – Schöne Sammlung zu Verbrechen, Justiz und Vollzug.

Lot 1208 Diebe und Mörder – Wagner, Joseph Maria
Die Litteratur der Gauner- und Geheimsprachen seit 1700. Ein bibliographischer Versuch. Dresden, Schönfeld, 1861. 30 S., 2 Bl. (Nachtrag in “Neuer Anzeiger für Bibliographie und Bibliothekswissenschaft”, S. 151-154), 7 S. (Zweiter Nachtrag). 22 x 14 cm. Halbleinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (etwas berieben). [*]
After-Sale Price 200 €
Sonderabdruck des in Julius Petzholds “Neuer Anzeiger für Bibliographie und Bibliothekswissenschaft” im selben Jahr erschienenen Artikels samt der in den folgenden Jahren veröffentlichten Nachträge. – Das zweifach mit dem Bibliotheksstempel des Autors versehene Handexemplar, in das mehrere weiße Blatt eingebunden wurden, enthält neben einigen Anstreichungen und Korrekturen in Bleistift, eingeklebte Artikel und handschriftliche Ergänzungen. – Titel und letztes Blatt verso gestempelt, papierbedingt leicht gebräunt. – Dabei: I. Louis Günther. Das Rotwelsch des deutschen Gauners. Leipzig, Grunow, 1905. – Erste Ausgabe, ohne die überklebte Verlagsangabe. – II. Erich Bischoff. Wörterbuch der wichtigsten Geheim- und Berufssprachen. Leipzig, Grieben, o. J. – Schöne Sammlung zur Gauner- und Geheimsprache.

Lot 1209 Einbände
Handbemalter mehrfarbiger Ganzpergamentband nach Art der Bauerneinbände. Mit reicher ornamentaler Blindprägung, Deckel mit Feldern in Braun, Dunkelgrün und Rot-Orange, der Rücken durch grüne Bänder abgesetzt mit allseitigem Goldschnitt. Um 1740. 20 x 11,5 cm (gering beschabt und nachgedunkelt).
Result 800 €
Enthält: Johann Arnds Sechs Bücher vom Wahren Christenthum. Stockholm, 1731. Frontispiz, Titel, 1244 S., 36 Bl. Register. Mit Textkupfern. Vor- und nachgebunden jeweils einige Leerblätter aus altem Büttenpapier. – Innen gering gebräunt, insgesamt gut.

Lot 1210 Einbände
Roter Maroquinband mit mehrfachen Deckelfileten, geometrischen Deckelvignetten, dreiseitigem Goldschnitt, Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückentitel sowie Steh- und reicher Innenkantenvergoldung. Um 1942. 19,3 x 13,5 cm. Signiert “Gruel”. Im marmorierten Pappschuber mit Lederkante. – Vorderes Gelenk oben und oberes Kapital etwas berieben, oberes Kapital mit minimaler Fehlstelle, Rücken etwas aufgehellt. [*]
After-Sale Price 200 €
Enthält: La Fayette, Marie M. Pioche de La Vergne comtesse de. La princesse de clèves. Avec des illustrations de A.-E. Marty. Mit farbigem Frontipiz und zahlreichen farbigen Textabbildungen. Paris, Éditions Émile-Paul frères, 1942. 1 Bl., 212 S., 1 Bl. Mit eingebundener Original-Broschur. – Eins von 1000 (GA 1041) nummerierten Exemplaren auf Vélin blanc. – Exlibris. – Tadellos.

Lot 1211 Einbände
Vier hellbraune Maroquinbände mit aufwendiger Rückenvergoldung, mehrfachen Deckelfileten, je zwei goldgeprägten Rückenschildern, Steh- und reicher Innenkantenvergoldung sowie Goldschnitt. Im marmorierten Pappschuber mit Lederkante. Auf den Vorsätzen signiert: “Ve(euve) Niedrée”. Um 1860. 13 x 8 cm. (Gelenke leicht, ein Gelenk und ein Kapital etwas stärker berieben, zwei Rücken leicht berieben, Schuber an den Kanten berieben und leicht angeplatzt). [*]
After-Sale Price 400 €
Enthält: Bossuet, Jacques Bénigne. Discours sur l’histoire universelle, depuis le commencement du monde jusqu’à l’empire de Charlemagne. 4 Bände. Paris, Didot, 1784. – Brunet I, 1135. – Alle Innenspiegel mit dem Exlibris von Baron J. de Rothschild. – Vorsätze mit Exlibris. – Gut erhalten.

Lot 1212 Festbücher – Ménestrier, Claude-Francois
Traité des tournois, ioustes, carrousels, et autres spectacles publics. Mit gestochener Titelvignette, 23 Textkupfern von Claude Derbage sowie 23 großen gestochenen Initialen. Lyon, J. Muguet, 1669. 6 Bl., 399 S. 25 x 18,5 cm. Pergamentband der Zeit (etwas fleckig, am Rand Bezug leicht aufgebogen). [*]
Result 1800 €
Erste Ausgabe. – Brunet III, 1624 – De Backer/S. V, 917, 58 – Lipperheide Tb 12 – Mennessier de la Lance II, 186. – Berühmtes frühes Werk des Jesuiten Claude-Francois Ménestrier (1631-1705) über Organisation und Symbolik der barocken Festlichkeiten. Behandelt Turniere und andere Reiterspiele, Festzüge, öffentliche Belustigungen, Karussells, Maskeraden und Kostüme, Ballett und Tanz, Zirkus etc. – “Une partie importante est consacrée aux carrousels et fêtes, hippiques et un chap. spécial traite des chevaux qui peuvent servir aux carrousels.” (Mennessier). – Die schönen Kopfvignetten zeigen Reiterspiele, Festwagen, einen Schlitten u.a. – Innenspiegel mit montiertem Exlibris einer Zarenbibliothek, 2. Blatt und Seite 17 im Rand mit Stempel einer nicht mehr existenten russischen Bibliothek. – Mit Unterstreichungen und vereinzelten Notizen von alter Hand im Rand, Titel leicht fleckig und leicht eselsohrig mit kleiner Fehlstelle im oberen Bug.
First editiion. – With engr. title-vignette, 23 text-engravings and 23 engr. initials. Contemp. full vellum (somewhat stained). – Exlibris of a Russian czarist library to inner cover, Russian library stamp to second leaf and p17. – With old underlinings and annotations, title slightly stained and small missing piece to upper inner margin.

Lot 1213 Fontane, Theodor
Der deutsche Krieg von 1866. Mit Illustrationen von Ludwig Burger. 2 Bände. Mit 17 Porträts und 19 Gefechtsbildern auf aufgewalztem China sowie 383 Abbildungen und 65 Plänen im Text. Berlin, Decker, 1870-1871. VIII, 735; VII, 339, 56 S. 27 x 18 cm. Original-Leinwand mit goldgeprägtem Rücken- und illustriertem Deckeltitel (leicht berieben).
Result 340 €
Erste Ausgabe. – Schobeß 201 – Borst 3083. – Band 1: Der Feldzug in Böhmen und Mähren. – Band 2: Der Feldzug in West- und Mitteldeutschland. – Exlibris, nur teilweise leicht stockfleckig. – Sehr gutes, nahezu fleckfreies Exemplar in den Original-Verlagseinbänden.

Lot 1214 Fontane, Theodor
Jenseits des Tweed. Bilder und Briefe aus Schottland. Berlin, Springer, 1860. 4 Bl., 350 S., 1 Bl. 19 x 12,5 cm. Halbleinwand der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel.
Result 240 €
Seltene erste Ausgabe. – Schobeß 185 – Borst 2754. – Bericht von der Schottland-Reise, die Fontane 1858 gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Bernhard von Lepel unternommen hatte. – “Eine Reise an der Seite eines Freundes ist eine Freundschaftsprobe, wie die Ehe eine Liebesprobe ist. Wir haben sie bestanden” (Vorwort). – Namenseintrag auf Vorsatz und Blatt 3, vier Blatt im unteren Rand etwas braunfleckig, sonst sehr gutes Exemplar.

Lot 1215 Fontane, Theodor
Wanderungen durch die Mark Brandenburg. 4 Bände. Und: Fünf Schlösser. Altes und Neues aus Mark Brandenburg. Zusammen 5 Bände. Berlin, Hertz, 1862-1889. 21 x 13,5 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (Bände 1-4)/ Halbleinwand der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (etwas berieben, Kanten teilweise etwas bestoßen).
After-Sale Price 600 €
Alle Bände in erster Ausgabe. – Schobeß 304 und vgl. 306 – Borst 2823. – Eines der Hauptwerke des deutschen Realismus. – Obwohl die “Fünf Schlösser” von Fontane im Vorwort ausdrücklich nicht als Fortsetzung der “Wanderungen” vorgesehen waren, werden sie allgemein als Ergänzungsband derselben behandelt. – “Die ‘Wanderungen’ bedeuten für den Romanschriftsteller Fontane wichtige künstlerische Vorbereitung, zudem wurden sie für ihn ein unersetzliches, reiches Reservoir, aus dem er immer wieder für seine Erzählungen schöpfte, von kleinen Gesprächsthemen über Einzelszenen, die z.T. wörtlich übernommen wurden, bis zu den Darstellungen des märkischen Lebens in den Romanen ‘Vor dem Sturm’, ‘Effi Briest’ und ‘Stechlin'” (KNLL V, 681). – Die “Wanderungen” einheitlich in zeitgenössische Halblederbände gebunden, die “Fünf Schlösser” abweichend in Halbleinwand der Zeit. – Exlibris, Innengelenke der Bände 1 und 2 verstärkt, nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 1216 Friedrich II. von Preußen – Sales, Jean de
De la philosophie de la nature, ou traité de morale pour l’espèce humaine. Troisième édition, et la seule conforme au manuscrit original. Bände 1-2 (von 6). Mit gestochenem Frontispiz, 4 Kupfertafeln und 2 gestochenen Titeln mit Vignette. London, 1777. XLV S., 3 Bl., 366 S.; 456 S. 18 x 12 cm. Lederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägtem Wappensupralibros (“FR” darüber Krone) auf den vorderen Deckeln (berieben und bestoßen, Schilder teilweise abgerieben). [*]
Result 350 €
Aus der Bibliothek von Friedrich dem II. von Preußen. – Vgl. Königliche Bücher, Bucheinbände des Hauses Hohenzollern, 1986. – Nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 1217 Göschen, Georg Joachim
Reise von Johann. Erster Theil (alles Erschienene). Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig, G. J. Göschen, 1793. 224 S. 16,2 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (leicht fleckig).
Result 230 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goedeke V, 498, 18 – Kaldewey, Hehres und Triviales II, 118: “Der einzige Roman des bedeutenden Verlegers. Geistreiche und humoristische Schilderung einer Reise durch Süddeutschland. Anspruchsvolle Prosa mit vergnüglichen Excursen über die Buchhändler, die Sinnlichkeit etc. und eingehenden Ortsbeschreibungen von Bayreuth, Erlangen, Nürnberg, München (Englischer Garten, Besuch bei Westenrieder), Augsburg, Tübingen u.a.” – Frontispiz und Titel auf Velin gedruckt. – Die ersten und letzten Blatt etwas gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 1218 Grimm, Brüder
Altdeutsche Wälder. Herausgegeben durch die Brüder Grimm. 3 Bände. Kassel, Thurneissen (Band 1) und Frankfurt, Körner (Bände 2-3), 1813-1816. 20 x 11,5 cm. Halblederbände (um 1850) mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (Rücken etwas berieben).
Result 705 €
Erste Ausgabe. – Goedeke I, 2 – Borst 1176. – Klassische Sammlung der Zeugnisse über die deutschen Heldensagen, auf der das gemeinsame Hauptwerk der Brüder Grimm “Die deutschen Heldensagen” von 1829 beruht. Enthält auch zahlreiche Erstdrucke aus dem Umkreis des Nibelungenliedes. – Innendeckel mit dem Exlibris der “Bibliotheca Lindesiana”. – Die ersten und letzten Blatt teilweise etwas stärker gebräunt bzw. stockfleckig.

Lot 1219 Hanway, Jonas
Mitternacht, das Signal! In sechszehn Briefen an eine Dame von Stande. Aus dem Englischen. 2 Teile in 1 Band. Mit einem Kupfertitel mit Vignette. Leipzig, Schwickert, 1780. 136 S., 2 Bl., 122 S. 16,2 x 10 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (Ecken etwas bestoßen). [*]
Result 600 €
Erste deutsche Ausgabe, anonym erschienen. – Nicht bei Price & Price. – Sammlung von Briefen zu Mode und den Gefahren, denen das weibliche Geschlecht speziell in der dunklen Nacht ausgesetzt ist. – Der Kaufmann, Politiker, Reiseschriftsteller und Philanthrop Jonas Hanway (1712-1786) ist heute wohl am bekanntesten als der Mann, der den Regenschirm in seiner heutigen Form populär gemacht hat. Als erster Londoner wurde er in den Straßen seiner Heimatstadt mit diesem Mitbringsel einer Parisreise gesehen, die Kunde verbreitete sich in Windeseile und kein britischer Dandy wollte mehr auf den Regenschirm als modisches Accessoire verzichten. – Vordere Vorsätze eng beschrieben, etwas gebräunt.

Lot 1220 Hemsterhuis, Frans
Alexis ou de l’age d’or. Riga, Hartknoch, 1787. 188 S. 17,1 x 11,1 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung. [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe, gleichzeitig mit der deutschen Übersetzung von Jacobi (“Alexis, oder von dem goldenen Weltalter”) anonym erschienen. – Barbier I, 95. – Es fehlt das Kupfer mit der geometrischen Darstellung, die hier als Zeichnung nach Seite 188 wiedergegeben wird. – Leicht gebräunt, Lage L vor K verbunden. – Gutes breitrandiges Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 1221 Hölderlin, Friedrich
Die Trauerspiele des Sophokles. Übersetzt von Friedrich Hölderlin. 2 Teile in 1 Band. Frankfurt, Wilmans, 1804. 2 Bl., 108, 103 S. 19,5 x 12,5 cm. Neuer Lederband mit geprägtem Rückentitel. [*]
Result 1000 €
Seltene erste Ausgabe. – Goedeke V, 472, 2 – Borst 995. – Hölderlins letztes und neben dem “Hyperion” einziges von ihm selbst in Druck gegebenes Werk. – Neben Übersetzung der beiden Dramen “Oedipus der Tyrann” und “Antigonae” enthält das Buch Anmerkungen zu den beiden Stücken, die zu den ganz wenigen dichtungstheoretischen Äußerungen Hölderlins gehören. – Exlibris, kleiner Kaufvermerk auf dem 1.Titel, etwas gewellt, wohl vorsichtig gereinigtes Exemplar, das aber durchgehend noch Reste von Wasser- bzw. Sporflecken enthält.

Lot 1222 Holbein, Hans – Chamberlaine, John
Imitations of original Drawings by Hans Holbein, in the collection of his Majesty, for the Portraits of illustratious Persons of the court of Henry VIII. With biographical Tracts. Mit 78 (von 84) Porträttafeln in Farbstich von F. Bartolozzi, C. Metz, C. Knight u.a. auf meist rosafarbenem Papier. London, Bulmer, 1812. 63 (statt 72) nn. Bl. 34 x 25,5 cm. Lose Tafeln und Seiten, ohne Einband. [*]
Result 200 €
Verkleinerter Nachdruck der “Imitations”, die erstmals 1792 in einer Großfolio-Ausgabe veröffentlicht wurden. – Hiler 157 – Abbey 205 Anmerkung – vgl. Lowndes 405 – Parker, Die Zeichnungen H.H. in Windsor, S. 18. – Es fehlt das Titelblatt sowie 8 Seiten Text und 6 Tafeln. – Linker, bei den Tafeln rechter Rand etwas unregelmäßig durch das Ausbinden, vereinzelt stockfleckig, vereinzelt mit kleinen Randeinrissen.

Lot 1223 Homer
Ilias (graece). 2 Bände. Glasgow, Robert und Andrew Foulis, 1747. 2 Bl., 251 S.; 1 Bl., 281 S. 18,8 x 15 cm. Lederbände der Zeit mit goldgeprägten Deckelfileten und etwas Rückenvergoldung (1 Kapital etwas bestoßen, Rücken mit wenigen Wurmgängen). [*]
After-Sale Price 300 €
Erster Druck durch die Presse der Foulis Brüder in Quarto. – “A very beautiful Edition” (Harwood). – Die Druckerei der Brüder Foulis in Glasgow war berühmt für die textliche und ästhetische Qualität ihrer Drucke, die Homerausgabe soll der schönste Druck dieser Presse sein. – Vorsatz von Band 1 mit kleinem Ausschnitt, nur teilweise leicht gebräunt. Gutes und breitrandiges Exemplar.

Lot 1224 Kalisch, Ludwig
Paris und London. 2 Teile in 1 Band. Frankfurt, Rütten, 1851. VI, 265 S., 3 Bl., 266 S. 17,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (berieben). [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe. – “Kalisch war ein überzeugter Demokrat und beteiligte sich von Beginn an am politischen Leben der Stadt Heidelberg. Während der Märzrevolution war Kalisch Mitglied des Demokratischen Vereins und gab mit dem Demokraten das offizielle Organ des Mainzer Arbeiterbildungsvereins heraus. … Als die Frankfurter Nationalversammlung im Mai 1849 gescheitert auseinanderging, schloss sich Kalisch dem Widerstand an und wurde Sektionschef der provisorischen Regierung der Pfalz. Nach der Niederschlagung des Aufstands floh er ins Ausland, um einer Verhaftung zu entgehen. Im Zweibrückener Hochverratsprozess in Abwesenheit zum Tod verurteilt, lebte er von nun an abwechselnd in England und Frankreich. Unter dem Titel ‘Paris und London’ veröffentlichte er 1851 zwei bis heute lesenwerte Essaybände, in denen er seinem deutschen Publikum vergleichende Beobachtungen aus den beiden Metropolen vorlegte” (Florian Ferrebeuf, Institut für Geschichtliche Landeskunde, Mainz 2009). – Exlibris, teilweise etwas stärker gebräunt.

Lot 1225 Kayser, Albrecht Christoph
Kleine Geschichten und Aufsätze vermischten Inhalts. 2 Bände. Regensburg, Montag, 1786. 182 S., 1 Bl.; 210 S., 1 Bl. 19,2 x 12,4 cm. Interimsbroschuren (etwas angestaubt). [*]
After-Sale Price 240 €
Erste Ausgabe, sehr selten. – Goedeke IV/1, 602, 62, 3. – Albrecht Christoph Kayser (1756-1811) war Bibliothekar am Hof derer von Thurn und Taxis in Regensburg. Er gilt bis heute als “Vater der Titelaufnahme”. – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Nur teilweise etwas stärker gebräunt.

Lot 1226 Kerner, Justinus
Eigenhändiges vierzehnzeiliges Gedicht. Von Kerner signiert. Um 1833.
Result 650 €
Auf dem Vorsatz von: J. Kerner, Die Seherin von Prevorst. Erster und zweiter Theil (in 1 Band). Mit 8 Steindrucktafeln. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1832. Pappband der Zeit. – Auf dem Vorsatz mit altem Besitzvermerk des Medizinalrates von Hardegg “Dr. Hardegg / donum autoris / Friedrichshall 1833”. – Der Band bestoßen, im Bereich der Kapitale mit kleinen Fehlstellen, das Widmungsblatt papierbedingt gebräunt, teils etwas braunfleckig, sonst innen sauber.

Lot 1227 Kerner, Justinus
Kleksographie eines Schmetterlings mit begleitendem eigenhändigen, voll signierten vierzeiligem Gedicht. Deutsche Handschrift auf Papier. Um 1835. 75 x 86 mm. Etwas später montiert auf Doppelbogen.
Result 1300 €
Laut alter Notiz (wohl nur wenig später geschrieben) ein Geschenk des Dichters an die Frau eines Obermedizinalrates, Alwine von Hardegg. Es dürfte sich um denselben Medizinalrat handeln, dem der mit voriger Katalognummer angebotene Band mit Widmungsgedicht Kerners zugeeignet wurde. – Papierbedingt gebräunt, gefaltet, leicht knitterig, insgesamt recht gut.

Lot 1228 Klopstock, Margareta
Hinterlaßne Schriften. Bohn, Hamburg, 1759. LXXXIV, 84 S. 20,5 x 12,5 cm. Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (berieben, Ecken etwas bestoßen, hinterer Deckel mit kleinen Wurmlöchern, Vergoldung teilweise abgerieben).
After-Sale Price 200 €
Seltene erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 178, 75 – Burckhardt/Nicolai 98. – Margareta (Meta) Moller, seit 1754 mit Klopstock verheiratet, verstarb 1759 bei der Totgeburt eines Kindes, nachdem sie bereits zwei Fehlgeburten erlitten hatte. Sie hinterließ religiöse Gedichte, ein Trauerspiel sowie Prosa. – Mit einer umfangreichen Einleitung und Anmerkungen von Klopstock. – Vorsatz mit gelöschtem Stempel, Titel mit kleinem Besitzvermerk, gebräunt.

Lot 1229 Kolportage – Bernhardi, Wolfgang
Die “Gründer” von Berlin, oder: Das Geheimniß des Grafen Weidenfels. Roman. Berlin, Döring, um 1870. 800 S. 22 x 13 cm. Lederband der Zeit (berieben und etwas bestoßen). [*]
Result 500 €
Seltene einzige Ausgabe. – Kosch 515 – Kein Exemplar im KVK nachweisbar. – Der Schriftsteller Wolfgang Bernhardi (1840-1896) gab u.a. die Zeitschriften Berliner Theater-Punsch (1863), Berliner Punsch (1866-67) und Bernhardi’s Journal heraus. – Durchgehend gebräunt und stellenweise fleckig, Papier brüchig, dadurch mehrere Seiten mit kleineren Läsuren und Fehlstellen, kein Textverlust, riecht etwas muffig, ohne vorderen Vorsatz.

Lot 1230 Lawrence, James Henry
Das Paradies der Liebe in zwölf Büchern. 4 Bände. Mit einer gefalteten Notentafel. Berlin, Unger, 1801. 16,5 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern (“Journal der Romane”) und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen, Bandzahl des Journals im 2. Schild entfernt). [*]
Result 1400 €
Seltene erste Ausgabe, anonym erschienen. – Ohne den Reihentitel “Journal der Romane VI-IX”. – Price & Price, Literature 600 – Hayn-Gotendorf VI, 62: “Ziemlich selten. Ein Abschnitt stand bereits 1793 in Wieland’s Deutschem Merkur”. – Dieser Abschnitt, der Essay “Ueber die Vortheile des Systems der Galanterie und Erbfolge bey den Nayren” war beeinflusst von Mary Wollstonecrafts 1792 erschienenem Titel “A vindication of the rights of woman”. Ausgehend von einer Beschreibung der mütterlichen Erbfolge bei den südindischen Nayar plädiert Lawrence darin für die gleichwertige Bildung von Frauen und der Aufhebung von restriktiven Ehegesetzen zugunsten von frei gewählten Liebesbeziehungen und eines auf weibliche Nachkommen basierenden Erbrechts. Auf diesen Essay aufbauend veröffentlichte der auf Jamaica geborene und in Weimar lebende Sohn eines Plantagenbesitzes, James Henry Lawrence 1801 vorliegendes Werk auf deutsch bei Unger, die Übersetzungen ins Englische und Französische erfolgten erst später. – Teilweise etwas stärker stockfleckig.

Lot 1231 Lexika – Mirabellius, Domenicus Nanus und Joseph Lang
Florilegii Magni, seu Polyantheae floribus novissimis sparsae libri XX. Titel mit Holzschnitt-Druckermarke. Frankfurt, Lazari Zetzneri, 1621. 4 Bl., 3208 (recte 3206) Sp. 37 x 23,5 cm. Pergamentband der Zeit mit blindgeprägten Deckeln (fleckig, Ecken bestoßen, vorderes Gelenk angeplatzt). [*]
After-Sale Price 200 €
Stark erweiterte Ausgabe des umfangreichen und in zahlreichen Auflagen erschienenen Lexikons geisteswissenschaftlicher, philosophischer und theologischer Begriffe. Mit sehr umfangreichen Artikeln, meist über abstrakte Begriffe (Ambitio, Animus, Avaritia, Doctrina, Fides, Miraculum, Paupertas etc.), aber auch naturwissenschaftliche und okkulte Fragen, jeweils mit ausführlichen Quellenzitaten. – Titel verso mit montiertem Wappen-Exlibris von Andreas Johannes Strathowius. – Innenspiegel mit Exlibris, Titel unten mit ca. 3 cm breitem Ausschnitt, stellenweise etwas fleckig.

Lot 1232 Lexika – Moréri, Louis
Le grand dictionnaire historique ou le mélange curieux de l’histoire sacrée et profane. … Commencé en 1674. … et continue par le meme & par plusieurs auteurs de differens partis. Nouvelle edition de Bale en Francois, corrigee & considerablement augmentee. 6 Bände und 3 Supplementbände in 9 Bänden. Basel, Jean Louis Brandmuller, 1740 und Basel, Jean Christ, 1743-45 (Supplementbände). 37,5 x 23,5 cm. Halbpergamentbände der Zeit (alte Rückenbeschriftung verblasst, Deckelbezüge teilweise mit Läsuren, Kanten teilweise bestoßen). [*]
Result 400 €
Hauptteil in zweiter, Supplemente in erster Auflage der Basler Ausgabe des berühmten Lexikons. – Vgl. Brunet III, 1901 und Zischka 7: “Bedeutendes und sehr erfolgreiches Werk, Vorläufer der späteren französischen Enzyklopädien. Enthält viel wertvolles Material.” – Erstmals 1674 erschienen “steht das Buch am Beginn einer neuen Entwicklung (der Lexikographie). Neben dem klassischen Bildungsstoff brachte das Werk viele Aktualitäten, dabei über die im Titel gesteckten Grenzen eines historischen Lexikons hinausgehend. Die sich immer wieder ablösenden Auflagen stellten so etwas wie ein Jahrbuch der gebildeten Welt dar. Neue Forschungsergebnisse wurden unverzüglich in die neue Auflage eingearbeitet. Die Belange der katholischen Geistlichkeit, Biographien von Kirchenmännern und Kirchengeschichte waren eine besonders starke Seite des Werkes” (Zischka S. XXXVII). – Gutes Exemplar aus dem Besitz der Franziska von Hohenheim, Herzogin von Württemberg (Vorbild für Lady Milford in Schillers ‘Kabale und Liebe’). Mit Stempel von Schloss Bächingen. – Es fehlt das Frontispiz. – Nur teilweise leicht gebräunt, wenige Blatt schwach wasserfleckig.

Lot 1233 Liber amicorum
Freundschaftsalbum aus Berlin mit 2 farbigen Original-Zeichnungen, 2 Reispapiermalereien und 17 Lithographien etc. sowie 23 Bl. mit handschriftlichen Eintragungen. Ca. 1855-1861. 20 x 25 cm. Leder-Album der Zeit mit Blindprägung von Vorder- und Rückdeckel sowie dreiseitigem Goldschnitt (etwas berieben und beschabt). [#]
Result 300 €
Hübsches Berliner Album mit Ansichten von Schloss Reinhardsbrunn, Gotha, Gondorf, Waltershausen, Ehrenbreitstein etc. – Teils etwas fleckig, vereinzelt mit Montagespuren.

Lot 1234 Liber amicorum
Poesiealbum der Auguste von Uthmann. Mit 38 handschriftlichen Seiten mit Gedichten. Um 1842. Pappband der Zeit mit hübscher Perlstickerei (Ecken und Kapitale bestoßen, Kanten etwas berieben). [#]
Result 240 €
Hübsches Perlstickerei-Album mit Gedichten eines heranwachsenden Mädchens. – Gering fleckig.

Lot 1235 Liber amicorum
Stammbuch mit einem ganzseitigen Aquarell und 94 handschriftlichen Eintragungen. Jena, 1734-1737. 129 Bl. (nummeriert 1-159, ohne die Blätter 17-46). 10,5 x 16,5 cm. Grüner Lederband mit goldgeprägtem Deckelornament und Rückenvergoldung (fleckig, berieben, Deckel etwas aufgebogen). [#]
Result 800 €
Die Eintragungen meist in lateinischer Sprache von Persönlichkeiten wie Henning Benedikt von Rumohr (Besitzer des Warleberger Hofs in Kiel und Domherr Lübecks, (1717-1777), Hermann Friedrich Teichmeyer (Pionier der Gerichtsmedizin, 1685-1744), Johann Friedrich Hertel (1667-1743), Burkhard Gotthelf Struwe (1671-1758), Simon Paul Hinscher (1682-1748), von Holstein, von Mansfeld, de Netz oder Teuffel von Birkensee sowie Johann Salomon Brunnquell (Rechtshistoriker, 1693-1735), dessen Eintragung wohl wenige Tage vor seinem Verlassen Jenas entstand, er unterrichtete folgend in Göttingen, von wo ihm seine zukünftigen Studenten entgegenritten um ihn in Empfang zu nehmen. – Etwas stockfleckig und gebräunt.

Lot 1236 Mason, William
Der Englische Garten, ein Gedicht. Aus dem Englischen (von Christian Felix Weiße). 4 Bände in 1 Band. Leipzig, Schwickert, 1773-1783. 16 x 10 cm. Brauner Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (Deckel mit kleinem Bibliotheks-Aufkleber). [*]
Result 750 €
Erste deutsche Ausgabe. – Price & Price, Literature 153 – Hoefer XXXIV, 145 – vgl. Lowndes 1507. – William Mason (1724-1797) war ein englischer Dichter und Gärtner. – Der Untertitel “ein Gedicht” ist irreführend. Der Text, eine dichterische Hymne an den Garten, ist in Prosa verfasst. – Sehr gut erhaltenes Exemplar der seltenen deutschen Übersetzung, die in einem Zeitraum von 10 Jahren erschien. – Minimal gebräunt.

Lot 1237 Musäus, Johann Karl August
Die deutschen Volksmährchen. Herausgegeben von Christoph Martin Wieland. 5 Bände. Mit 5 gestochenen Titelvignetten von Rossmässler. Gotha, Ettinger, 1804-1805. 16,5 x 10 cm. Pappbände der Zeit mit rotem Rückenschild (etwas fleckig und leicht berieben). [*]
Result 240 €
Erste Ausgabe der Wielandschen Bearbeitung. – Goedeke IV/1, 575, 210 und 580, 5. – Auf Bitten von Musäus’ in Not geratener Witwe hatte sich Wieland seit 1803 mit einer neuen Ausgabe der Volksmärchen beschäftigt, da der Verleger eine bloße neue Auflage ablehnte. Wieland passte die bedeutendste deutsche Märchensammlung vor den Brüdern Grimm dem geläuterten Geschmack der Zeit an und eliminierte oder erläuterte nicht mehr verständliche Anspielungen und Stiche auf längst vergessene literarische Produkte und Schriftsteller jener Zeit. – Exlibris, etwas stockfleckig und gebräunt.

Lot 1238 Nestroy, Johann
Der Zerrissene. Posse mit Gesang in drei Acten. Die Handlung ist dem Französischen (L’homme blasé) nachgebildet. Mit koloriertem, gestochenen, gefalteten Frontispiz. Wien, J. B. Wallishausser, 1845. 136 S. 16,5 x 10 cm. Halbleinwand (um 1900) mit Rückenschild (etwas berieben). [*]
Result 220 €
Erste Ausgabe. – Borst 2175 – Conrad 32. – Das Stück wurde am 9. April 1844 im Theater an der Wien als “BenefizVorstellung” für Nestroy uraufgeführt. – Frontispiz verso gestempelt, etwas gebräunt.

Lot 1239 Nicolai, Friedrich
Jeremias Reibedanz. Eine Geschichte zur Unterhaltung für Leser, welche ohne Ritter und Gespenster fertig werden können. Mit gestochener Titelvignette. Berlin und Leipzig, Carl August Nicolai, 1796. 1 Bl., IX, 412 S. 19,5 x 10,5 cm. Umschlag der Zeit. [*]
Result 850 €
Seltene erste Ausgabe. – Becker, Nicolai 269 – Hayn-Gotendorf VI, 388 (ohne Nennung des Verfassers): “Theilweise anstössig” – vgl. Mollenhauer, Friedrich Nicolais Satiren, S. 77-79, der die Autorenschaft anzweifelt und das Werk als “Pseudo-Nicolai” führt. – Unbeschnitten. – Teils in den breiten Rändern etwas fleckig.

Lot 1240 Philosophie und Pädagogik – André, Christian Carl
Bildung der Töchter in Schnepfenthal. Erstes Fragment (alles Erschienene). Göttingen, J. C. Dieterich, 1789. 4 Bl., XL, 96 S. 17 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (berieben und etwas bestoßen). [*]
Result 850 €
Seltene einzige Ausgabe. – Goedeke VII, 17, 21, 9 – Holzmann-Bohatta I, 6879 – Sveistrup/Zahn-Harnack, Die Frauenfrage in Deutschland, S.359: “Über die Erziehungsgrundsätze in der von Christian Gotthilf Salzmann 1784 in Schnepfenthal (Thüringen) gegründeten Erziehungs-Anstalt”. – Durchschossenes Exemplar, zu Beginn mit teilweise umfangreichen zeitgenössischen Anmerkungen. – Teilweise etwas braunfleckig.

Lot 1241 Philosophie und Pädagogik
Antwortschreiben des Professors Kant in Königsberg an den Abt Sieyes in Paris 1796. Ohne Ort und Verlag, 1797. 112 S. 20 x 12,3 cm. Neuerer Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel (Kanten leicht berieben und bestoßen). [*]
Result 400 €
Erste Ausgabe. – Vgl. Kant, Briefwechsel, Band 4, Berlin 1922, S. 424. – Bei Kants angeblichem “Antwortschreiben” handelt es sich um eine Fälschung. – Anfang 1796 verbreiteten sich Berichte von einem Schreiben von Sieyès an Kant, der daraufhin in den “Königsbergischen Gelehrten und politischen Zeitungen” erklärte, dass es sich um bloße Gerüchte handele. Auch Sieyès bestätigte, dass er nach Deutschland gar keine Korrespondenz hatte. – Vorsätze minimal leimschattig, vereinzelte Bleistift-Anstreichungen und partiell minimal braunfleckig.

Lot 1242 Philosophie und Pädagogik – Burke, Edmund
Philosophische Untersuchungen über den Ursprung unsrer Begriffe vom Erhabnen und Schönen. Nach der fünften englischen Ausgabe (übersetzt von Christian Garve). Riga, Hartknoch, 1773. 8 Bl., 302 S. 21,4 x 12,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (berieben, vorderes Gelenk angeplatzt, Kapital mit Einrissen). [*]
Result 380 €
Erste deutsche Ausgabe. – Goedeke IV/1, 509, 15 (Garve) – Price & Price, Humaniora 36 – Bateson II, 53. – Der Übersetzer war Professor für Philosophie in Leipzig. Mit seinen Übersetzungen zahlreicher philosophischer Werke aus dem Englischen trug Garve entscheidend zu deren Bekanntwerden in Deutschland bei. – Kleiner Monogrammstempel auf dem Titel, etwas gebräunt.

Lot 1243 Philosophie und Pädagogik – Crusius, Christian August
Entwurf der nothwendigen Vernunft-Wahrheiten, wiefern sie den zufälligen entgegen gesetzet werden. Mit gestochener Titelvignette und gestochenem Frontispiz von Bernigeroth. Leipzig, Johann Friedrich Gleditsch, 1745. 15 Bl., 648 S., 1 Bl. S. (649)-948, 29 Bl. 18,2 x 11,4 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild (berieben und etwas bestoßen, unteres Kapital ca. 2,5 cm eingerissen, vorderes Gelenk oben mit kleiner Bezugsfehlstelle, Deckel wurmspurig).
Result 240 €
Erste Ausgabe. – Ziegenfuß I, 213 – Eisler S. 111. – Christian August Crusius (1715-1775), Professor für Philosophie und evangelische Theologie in Leipzig, “war bemüht eine Philosophie zu schaffen, die dem gemeinen Menschenverstande als auch der christlichen Religion Genüge leiste” (NDB). Er gilt als der bedeutendste Gegner der Leibniz-Wolffschen Philosophie mit beträchtlichem Einfluss auf Kant, Lambert und Mendelssohn. – Die ersten Blatt schwach wasserrandig im Rand, teils etwas gebräunt, wenige Seiten etwas stockfleckig, Bindung gelockert.

Lot 1244 Philosophie und Pädagogik – Crusius, Christian August
Weg zur Gewißheit und Zuverläßigkeit der menschlichen Erkenntniß. Mit gestochener Titelvignette und gestochenem Porträt-Frontispiz von Bernigeroth nach Haußmann. Leipzig, Johann Friedrich Gleditsch, 1747. 11 Bl., 1132 S., 18 Bl. 17,8 x 10,8 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild (etwas berieben und bestoßen, Rücken leicht fleckig, vorderer Deckel und Rücken wurmspurig).
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Ziegenfuß I, 213 – ADB IV, 630. – Zentrale Schrift des Leipziger Philosophen und evangelischen Theologen Christian August Crusius (1715-1775), der als einer der schärfsten Gegner von Leibniz und Christian Wolff gilt. – “Crusius suchte eine vollkommene Uebereinstimmung zwischen Vernunft und Offenbarung, Philosophie und Theologie herzustellen, ohne daß ihm dieser Versuch gelungen wäre, oder er ein dauerndes Ansehen behauptet hätte. Er ist auch ohne Scharfsinn und Tiefe der Gedanken, aber breit, schwerfällig und zur Mystik und Unklarheit geneigt. Er fand sich durch die Denkgesetze der Wolff’schen Schule nicht befriedigt und suchte nach einer tieferen Begründung; unter seinen Einwendungen gegen den Satz vom zureichenden Grunde ragt die hervor, daß die Wolffianer Idealgrund und Realgrund miteinander verwechselten. In der Moral trennte er sich ganz von Wolff, indem er das oberste Moralprincip in den Willen Gottes setzte, wie er durch die biblische Offenbarung und das Gewissen sich ausspricht. Am meisten hat Kant zur Erhaltung des Andenkens an Crusius beigetragen, da er in der Kritik der praktischen Vernunft ihn unter die Zahl der Begründer objectiver Moralprincipien aufgenommen hat, auch sonst von ihm mit Achtung spricht. Doch gehört Crusius zu den mehr praktischen, wissenschaftlich nur halbfertigen Naturen” (ADB). – Vorsatz mit Eckausriss, Titel gestempelt, die erste Hälfte mit kleinen Wurmlöchern, sonst schönes und sauberes Exemplar.

Lot 1245 Philosophie und Pädagogik – Herder, Johann Gottfried
Zwei Preisschriften welche die von der Königl. Akademie der Wissenschaften für die Jahre 1770 und 1773 gesetzten Preise erhalten haben. Zweite berichtigte Ausgabe. Berlin, Voß und Sohn, 1789. 319 S. 15,5 x 9,5 cm. Brauner Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung sowie goldgeprägten Deckel- und Stehkantenfileten (etwas fleckig, Ecken etwas bestoßen).
Result 330 €
Erste neubearbeitete Sammelausgabe der erstmals 1772 und 1775 erschienenen Preisschriften. – Goedeke IV/1, 731, 85 – Günther/ Volgina/ Seifert 23. – Enthält 1. Abhandlung über den Ursprung der Sprache und 2. Ursachen des gesunknen Geschmacks bei den verschiedenen Völkern, da er gebildet. – Bis auf die letzte Lage auf besserem bläulichen Papier gedruckt. – Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 1246 Philosophie und Pädagogik – Malebranche, Nicolas
Traite de la nature et de la grace. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Amsterdam, Elsevier, 1680. 3 Bl., 268 S. 14,8 x 8,2 cm. Schöner roter Ganzmaroquinband (um 1900) mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons, goldgeprägter Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Ganzgoldschnitt.
Result 300 €
Seltene erste Ausgabe von einem der Hauptwerke des französischen Philosophen und Oratorianers (1638-1715), der als Hauptvertreter des Occasionalismus gilt. – Ziegenfuss II, 112f. – Willems, A. Les Elzevier Nr. 1583. – “Seine eigenen ‘De la recherche de la vérité’, die er schon ab 1668 zu schreiben begann, erschienen aufgrund von Schwierigkeiten mit der Zensur erst ab 1674. Seine Bemühungen, eine eigene Synthese kartesianischer mit theologischen Ideen zu erzielen setzte er mit den folgenden Auflagen seines Hauptwerks und mit dem ‘Traité de la nature et de la grâce’ von 1680 fort” (Ziegenfuss). – Nur teilweise minimal gebräunt. Gutes und sehr dekorativ gebundenes Exemplar.

Lot 1247 Preuschen, Hermine Schmidt von – Duncker, D
Stille Winkel. Storm, Heyse, Lenbach, Geibel, Menzel, Liszt, Ibsen, Boecklin, Ebers, Wagner. Mit begleitendem Text von D. Duncker. Mit 11 chromolithographischen Tafeln von Hermine Schmidt von Preuschen. Berlin, Hofmann & Comp., 1885. 28 S. 40 x 29 cm. Blindgeprägte Original-Leinwand mit goldgeprägtem Deckeltitel (etwas fleckig und berieben). [*]
Result 440 €
Einzige Ausgabe. – Die Schriftstellerin und Malerin Hermine von Preuschen (1854-1918) “gilt als ‘Erfinderin’ des Historischen Stilllebens, was z. T. sehr kontrovers diskutiert wurde. Ihr Werk Mors Imperator wurde durch die offizielle Kunstkritik als eine Anspielung auf den alten Kaiser Wilhelm I. verstanden. Die einseitige Berichterstattung führte letztlich zu einer Anklage wegen Majestätsbeleidigung. Der Vorstand der Berliner Kunstausstellung wies das Bild 1887 zurück” (Wikipedia). – Die sehr aufwendig und in glänzenden Farben produzierten Tafeln teilweise mit leichten Verklebungen.

Lot 1248 Rechlin, Karl
Fantasiegemählde. Lübeck und Leipzig, Friedrich Bohn, 1795. XIV S., 1 Bl. 264 S. 16,5 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (hinterer Deckel mit kleiner Schabstelle).
Result 200 €
Seltene erste Ausgabe der Gedichtsammlung des Lübecker Privatgelehrten Rechlin (1769-1796). – Goedeke V, 428, 87, 1 – Meusel, Gelehrtes Teutschland XI, 628. – Über KVK nur in den Universitätsbiliotheken Göttingen, Hamburg und Jena nachweisbar. – Die ersten und letzten Blatt in den Ecken etwas leimschattig, sonst gut.

Lot 1249 Robinsonaden – Wallwille, Maria Owliam Gräfin von (Pseudonym?)
Merkwürdige und interessante Lebensgeschichte der Frau von Wallwille, welche vier Jahre lang mit einem Irokesen verheyrathet war. Kein Roman. Meissen, Goedsche (Kolophon: Sulzbach, gedruckt mit Kommerzienrath Seidlischen Schriften), 1809. 284 S., 1 Bl. 16,5 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild (berieben, Kanten etwas bestoßen). [*]
Result 500 €
Teubner, Robinson-Literatur 167 – Sabin 101128. – Angeblich autobiographische Erzählung der Maria Gräfin von Wallwille, die 1755-1759 unter Irokesen gelebt haben will und einen Stammeskrieger heiratete. Nach ihrer Flucht heiratete sie einen Grafen Wallwille. – Erschien 1799 erstmals mit dem Zusatz “Die wilde Europäerin”. – Etwas gebräunt, Titel mit kleinem alten Stempel, einige Blatt im Rand knickspurig.

Lot 1250 Rousseau, Jean-Jacques
Geständnisse nebst den Selbstbetrachtungen des einsamen Naturfreundes. 2 Teile in 1 Band. Riga, Hartknoch, 1782. 4 Bl., 432, 519 S. 16,5 x 9,5 cm. Halbleinwand (um 1900), (Kanten berieben). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste deutsche Ausgabe der Autobiographie, im selben Jahr wie die Originalausgabe erschienen. – Fromm 22673. – Die Übersetzung dieser Ausgabe besorgte Karl Gottfried Schreiter; im gleichen Jahr erschien bei Unger in Berlin eine Übersetzung unter dem Titel “Bekenntnisse”. Rousseau versuchte im Winter 1770/71 die in den 60er Jahren entstandenen “Confessions” durch Lesungen der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Nach heftigen Protesten und einem polizeilichen Verbot der Lesungen ordnete Rousseau an, das Werk erst zu veröffentlichen, wenn er und seine Freunde tot seien. Diese schonungslose Generalbeichte und Selbstanalyse soll zu neuen Erkenntnissen über den menschlichen Charakter beitragen und ein Lehrbuch über den Menschen sein. Darüber hinaus stehen die “Bekenntnisse” am Beginn der modernen, stark subjektiven Autobiographie, und sie sind von nicht zu überschätzender Bedeutung für die Literatur der Romantik geworden. Im Anschluss sind die berühmten “Träume eines einsamen Spaziergängers” abgedruckt. – Etwas gebräunt.

Lot 1251 Satire
La musique du diable ou le mercure galant devalisé. Mit 1 gestochenen Frontispiz von Berterham nach B. Picart. Paris, Robert le Turc, 1711. 11 Bl., 381 S. 13 x 8,5 cm. Halblederband der Zeit (etwas bestoßen und berieben). [*]
Result 700 €
Seltene einzige Ausgabe. – Brunet III, 1965: “Histoire satirique et galante”. – Satirische Schrift über die Abenteuer der französischen Sopranistin Marie Louise Desmatins (1682-1708) in der Hölle. – In seinem Aufsatz “La Musique du Diable (1711): an obscure specimen of fantastic literature throws light on the elusive opera diva Marie-Louise Desmatins” aus dem Jahr 2007 führt Ilias Chrissochoidis aus, dass Desmatins wohl an Komplikationen bei einer frühen Form der Fettabsaugung verstarb, aber vorher: “she wanted to divert herself at the expense of her best friends; she had prepared puddings,sausages, and andouilles wherein she said to mix her fat, & having employed a butcher for this noble commission, pre-sented them to anyone that her fancy picked, not sparing even her dear Royal treasurer nor her most devoted lovers, in one word to anyone who upon eating them would unanimously agree that they had never come across pieces so tasty in their lives”. Die Frage nach der Zuverlässigkeit dieser Schilderung beantwortet Chrissochoidis mit einem Zitat aus dem Vorwort “les fixions mêlées agréablement avec le vrai-semblance”. – Titel hinterlegt und mit handschriftlichem Besitzvermerk, letztes Blatt mit kleinem hinterlegten Loch im unteren Rand.

Lot 1252 Satire – Stranitzky, Joseph Anton
Prehauser oder der Wienerische Hannßwurst nebst lustige Reysebeschreibungen aus Salzburg in verschiedene Länder. Mit gestochenem Frontispiz. Pintzkerthal (das ist wohl: Wien), 1787. 144 S. 17,2 x 10,5 cm. Halbleinwandband (um 1850) mit goldgeprägtem Rückentitel (Kapitale leicht bestoßen). [*]
After-Sale Price 400 €
Wohl 2. Ausgabe, anonym erschienen. – Holzmann-Bohatta III, 9696 – Sammlung Eckl I, 188 – vgl. Hayn-Gotendorf VIII, 454 und Goedeke III, 374, 2. – Stranitzky (1676 – 1726) war Wanderschauspieler, ab 1706 Prinzipal im Komödienhaus in Wien. Er gilt als Schöpfer der komischen Figur des Hanswurst. Als populäre bäuerliche Figur trat der Hanswurst in Stücken des Jahrmarktstheaters und der Wanderbühnen auf. – Seine alleinige Verfasserschaft für das vorliegende Werk ist umstritten. – Das Titelkupfer zeigt den Hans Wurst Godefridus Prehauser. – Seite 88 mit neuem Titel “Anhang oder hannswurstische Träume, auf jeden Monat eingetheilt von Johanne Wurstico”, die Paginierung läuft jedoch weiter. – Frontispiz etwas beschnitten, wenige Blatt mit kleinem Wurmgang oder etwas fleckig.

Lot 1253 Scherenschnitte – Livizzani, Ercole
Album papirografico di dodici fac-simili d’altrettanti recenti intagli dell’illustre signor avvocato Ercole Livizzani bolognese. Pubblicato da Antonio Zannoli litografo. Mit lithographischem Porträt und 12 Tafeln in Schwarz und Gold nach Papyrographien von E. Livizzani. Bologna, Enrico Corty, 1853. 14 Bl. 23,5 x 31 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung (berieben und etwas bestoßen, die Kanten mit Bezugsfehlstellen). [*]
Result 450 €
Die fein ausgeführten Scherenschnitte von dem Begründer der Bologneser Papyrogaphie Ercole Livizzani (1795-1874) zeigen vom mönchischen Leben der “Solitari” bis zur Hirschjagd in “il cervo in ritirata” verschiedene Genreszenen. Jede ist unterhalb der Darstellung betitelt und wird von einer breiten, in Gold gedruckten, teils figurativen Girlande gerahmt. – Partiell minimal fleckig, ein Textblatt mit schwacher Knickspur. – Sehr selten.

Lot 1254 Sprachwissenschaft – Adelung, Johann Christoph
Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen. Zweyte vermehrte und verbesserte Ausgabe. 4 Bände. Leipzig, Breitkopf, 1793-1801. 28,5 x 23 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und etwas (teilweise oxydierte) Rückenvergoldung (Ecken bestoßen, vordere Gelenke teilweise leicht angeplatzt, 1 Kapital geklebt, 2 mit schmalen Fehlstellen). [*]
Result 240 €
Letzte von Adelung besorgte Ausgabe des ersten umfassenden Wörterbuches in deutscher Sprache. – “War jahrzehntelang Autorität in Fragen der Sprachreinheit, auch von Goethe benutzt, bringt viel altes Material. Wertvolle, ausführliche Artikel” (Zaunmüller 89). – “Adelungs Bemühungen um die deutsche Sprache gipfeln im Wörterbuch, das ihm der Verleger Breitkopf antrug. … Das Meißnische Deutsch, das Obersächsische seiner Zeit wird über alle volkssprachliche und mundartliche Prägung deutscher Landschaften hinaus zum Muster der schriftsprachlichen Form erhoben, damit als bleibend festgelegt” (NDB I, 63f.; ausführlich). – Wenige alte Bleistiftanmerkungen, teilweise etwas gebräunt.

Lot 1255 Stifter, Adalbert
Der Nachsommer. Eine Erzählung. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Titeln mit Vignetten von J. Axmann nach P.G. Geiger. Pesth, Heckenast, 1857. 17 x 11,5 cm. Braune Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (leicht berieben).
After-Sale Price 300 €
Erste Ausgabe. – Eisenmeier 161 – Brieger 2268 – Borst 2669. – “Der ‘Nachsommer’ ist Stifters erster Versuch in der epischen Großform und wurde vor allem von der älteren österreichischen Literaturwissenschaft gern als Bildungsroman in der Tradition von Goethes ‘Wilhelm Meister’ gesehen. – Alle Bände mit Vortitel, Drucktitel und gestochenem Titel. – Band 1 nur teilweise schwach fleckig, Bände 2 und 3 mit meist schwachem Wasserrand.

Lot 1256 Theologie – Brosses, Charles de
Du culte des dieux fétiches, ou parallèle de l’ancienne religion de l’Egypte avec la religion actuelle de Nigritie. Paris, ohne Drucker, 1760. 285 S. 16 x 10 cm. Pergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel (leicht angestaubt). [*]
After-Sale Price 240 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Brunet I, 1277 – Caillet 1693 – Gay, l’Afrique 331. – Diese Abhandlung zeigt erstmals Parallelen zwischen den gegenwärtigen Religionen Zentralafrikas und den ägyptischen Zauberkulturen, sie war zugleich eine geschickte Tarnung von Brosses aufklärerischer Kritik am Katholizismus. Brosses verwendet hier erstmalig den Begriff des Fetischismus. – Titel gestempelt, kaum fleckig, Innenspiegel mit handschriftlicher Notiz.

Lot 1257 Theologie – Hieronymus Stridonensis, S. E
Solitudo Virorum. Das Leben der heiligen Vätter und Einsidler. Anfängklich durch den heiligen Vatter und Kirchenlehrer Hieronymum mehrertheils in Latein beschriben, anjetzo aber in kurtze Reimen verfaßt, und mit schönen Kupfferstucken geziert. Mit illustriertem Kupfertitel und 33 Kupfertafeln von Mauritius Mittnacht. Augsburg, Mang, 1609. Drucktitel, 34 Bl. 14,5 x 9,5 cm. Pergamentband (um 1700) mit blind- und schwarzgeprägten Deckelfileten und Deckelornamenten.
After-Sale Price 400 €
Seltene erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – VD17 12:651839X. – Die Kupfer jeweils mit den 4 Porträts der auf dem folgenden Blatt beschriebenen Autoren. – Blatt 28 mit neuem Titel: “Das Leben der heiligen Weibßpersonen und Einsidlerin …”. – Vorsätze fehlen, Kupfertitel mit altem Besitzeintrag und etwas angerändert, Drucktitel und das erste Kupfer teilweise hinterlegt, teilweise etwas gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 1258 Tieck, Ludwig
Franz Sternbalds Wanderungen. Eine altdeutsche Geschichte. 2 Bände. Berlin, Unger, 1798. VI, 375 S.; Titel, 410 S. 15,8 x 9,5 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (leicht berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Result 500 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 37, 46 – Borst 829. – “Der Sternbald nimmt in der Geschichte des deutschen Künstlerromans einen wichtigen Platz ein. In ihm wurden erstmals die Grundstrukturen des romantischen Kunstwollens, die Unendlichkeitssehnsucht, als deren allegorische Entsprechung die Landschaft gilt, dichterisch formuliert. Sein Einfluß auf die Malerei und Kunsttheorie der Romantik ist nicht zu unterschätzen” (KNLL XVI, 571). – Exlibris, Vorsatz mit altem Besitzeintrag. Gutes, nur teilweise minimal gebräuntes Exemplar, hübsch gebunden.

Lot 1259 Trivialliteratur der Goethezeit
Antoinette. Ein Roman aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert. Mit gestochenem Titel mit Vignette und 2 Kupfertafeln (Hoppe fec.). Berlin, Thomas, 1794. 246 S., 1 weißes Bl. 18 x 11 cm. Umschlag der Zeit. [*]
Result 360 €
Wohl erste deutsche Ausgabe. – Nicht bei Hayn-Gotendorf. – Die zeitgenössische Kritik vermutet eine Übersetzung aus dem Englischen; tatsächlich gibt es das Werk “Antoinette. A novel” von Anne Plumptre (die wiederum Kotzebue übersetzte), das allerdings erst 1796 erschienen ist und dessen Inhalt wir nicht einsehen konnten. – Es geht fürwahr rund: Der Held wird von einer tugendhaften Dame nachts in ihre Kammer bestellt; während des Tages hat er ihren Vater aus den Händen von Räubern befreit, in der kommenden Nacht wird der Bruder ebenfalls befreit, auch der Gemahl der Geliebten erlangt seine Freiheit wieder, die Geliebte wird eingekerkert und erwartet ihren Tod – auch sie wird vom Helden befreit! Zwischendrin erscheint noch ein Geist, der Rache an dem Mörder seiner Mutter fordert, eine Verurteilung zum Tode ohne alle Beweise und ein Novize, der die Beichte abnimmt. – Unbeschnitten. – Gutes Exemplar.

Lot 1260 Trivialliteratur der Goethezeit
Merkwürdige Schicksale und Galanterien eines türkischen Israeliten. (Zweiter Titel:) Der junge glückliche Jude. Aus dem Französischen. Mit gestochenem Frontispiz. Ulm, Ebner, 1830. 2 Bl., 192 S. 15,5 x 9,5 cm. Pappband (um 1900) mit Rückenschild (Gelenke mit kleinen Läsuren). [*]
Result 500 €
Wohl erste Ausgabe und keine Übersetzung aus dem Französischen. – Für uns bibliographisch nicht nachweisbar. – Abenteuerliche Geschichte aus der Zeit des Russisch-Türkischen Krieges (1787-1792), die mit der Revolte der Janitscharen und dem Tode Selim III. 1808 endet. Der in Konstantinopel geborene Jude Ephraim, Sohn des aus Izmail in der Provinz Bubjak (heutige Ukraine) stammenden wohlhabenden Händlers Ruben Nephtali, hat sonnige Kindheitstage, aber schon früh erlebt er auch tragische Momente: Ephraim verliert seine Eltern und reist als Gesandter der Ottomanische Pforte auf einer jahrelangen Fahrt nach Italien, Spanien, Marokko und England. Von dort geht er über die Bermudas in die USA, wo er Philadelphia, New York und Boston besucht. Letztlich beschließt er, zurück nach England zu reisen, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Auf den ausgedehnten Fahrten muss Ephraim Räubern und Piraten trotzen, lernt aber auch wunderschöne Frauen kennen, trifft einen “wollüstigen” Marquis und erlebt unzählige Abenteuer und Schicksalsschläge. Ephraim ruht aber in sich selbst und begegnet stoisch allen Herausforderungen – bis zu den letzten Seiten der abenteuerlichen Geschichte, wo er noch einem seiner zahlreichen Rivalen ein Ohr abschießt. – Teilweise etwas stockfleckig.

Lot 1261 Uhl, Friedrich
Märchen aus dem Weichselthale. Zweite Ausgabe. Mit lithographischem Titel und 6 Lithographien über Tonplatte nach Federzeichnungen von A. Kaiser, N. von Strzegocki und M. von Zichy. Wien, Greß, 1852. 2 Bl., 78 S., 1 Bl. 17 x 13 cm. Halbleder der Zeit (gering bestoßen und berieben).
Result 400 €
Erstmals 1847 in einem anderen Verlag erschienen, diese zweite Ausgabe von uns bibliographisch nicht bzw. online in keiner deutschen Bibliothek nachweisbar. Auf dem Vorsatz mit vierzehnzeiligem eigenhändigen Widmungsgedicht von Uhl an eine Marie. Auf dem Dedikationstitel mit gedruckter Widmung an Adalbert Stifter und Ludwig August Frankl. – Etwas gebräunt und braunfleckig, Block etwas gelockert, 1 Tafel lose.

Lot 1262 Verne, Jules
Bekannte und unbekannte Welten. Abenteuerliche Reisen. 5 Titel der Reihe. Mit zahlreichen Textholzstichen. Wien u.a., Hartleben, 1878-1910. 24,5 x 17 cm. Braune illustrierte Original-Leinwandbände mit reicher Gold- und Schwarzprägung (teilweise etwas berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Result 330 €
Aus der großformatigen Prachtausgabe. – Vorhanden: 1. Zwanzigtausend Meilen unter’m Meer. 3. Auflage. (0hne Jahr). (= 4. und 5. Band). – Block etwas gelockert. – 2. Reise durch die Sonnenwelt. 1878. (= 25. Band). – Vorsatz fehlt. – 3. Keraban der Starrkopf. 1887. (= 43. Band). – Kapitale mit kleinen Einrissen. – 4. Der Südstern oder Das Land der Diamanten. 1887. (= 45. Band). – 5. Die Schiffbrüchigen des “Jonathan”. 1910. (= 95.-97. Band). – Vorderes Gelenk etwas angeplatzt.

Lot 1263 Wolke, Christian Heinrich
Zweihundert und zehn Lider froelicher Geselschaft und einsamer Froelichkeit gesamlet von Wolke. Dessau, Philanthropische Buchhandlung und in Kommission bei Crusius in Leipzig, 1782. XXIV S., S. (3)-262. 17,2 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (berieben, Ecken bestoßen).
Result 200 €
Seltene Liedersammlung des Pädagogen Wolke (1746-1825), der sich 1770 Basedow als Gehilfe anschloss und diesem 1773 nach Dessau folgte. Er war dort bis 1784 als Lehrer und Leiter des Philanthropins tätig. – Goedeke VII, 568, 131, 2. – Eventuell fehlt ein Vortitel. – Teilweise leicht gebräunt.

Lot 1264 Zeitschriften
Curieuses Bücher-Cabinet oder Nachricht von historischen, Staats- und galanten Sachen. Herausgegeben von A. Paulini (das ist: J. J. Schmauss). Eingänge 1-55 (von 62) in 10 Bänden. Mit 49 (teilweise gefalteten) Kupfertafeln. Cölln und Franckfurt (das ist: Halle), Renger, 1711-1719. 17 x 10,5 cm. Lederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln und Rückenvergoldung (Vergoldung teiweise oxydiert, 2 Rücken mit kleinen Läsuren). [*]
Result 450 €
Umfangreiches Teilstück der bis 1720 in 62 Eingängen erschienenen Zeitschrift. – Kirchner 924 – Diesch 488 – Hayn-Gotendorf VI, 134 – Weller, Druckorte I, 62. – Ab Eingang (Teil) 39 unter dem Titel: “Curieuses Bücher- und Staats-Cabinet”. – Die Kupfer meist mit Porträts. – Exlibris, teilweise etwas gebräunt.

Lot 1265 Zeitschriften
Hannoverische Beyträge zum Nutzen und Vergnügen vom Jahre 1759-1762. 4 Bände (alles unter diesem Titel Erschienene). Mit 1 gefalteten Kupferkarte, 1 gefalteten Tabelle, mehreren (1 ganzseitigen) Textholzschnitten und 5 (4 gefalteten) Kupfertafeln. Hannover, Schlüter, 1759-1763. 21 x 18 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückenschildern (Deckel und Kanten etwas beschabt, 2 Kapitale leicht eingerissen).
Result 450 €
Kirchner I, 219. – Ohne die 7 Hefte: 1759, 71., 81., 82. und 97. Stück – 1762, 71.-73. Stück. – Ein Titel oben mit kleinem Eckabriss. – Angebunden: Hannoverische Anzeigen von allerhand Sachen, deren Bekanntmachung dem gemeinen Wesen nöthig und nützlich. Vom Jahre 1759-1762. Hannover, 1760-1763. 105; 104; 104; 105 Stücke. Jeweils hinter den entsprechenden Jahrgang der “Beyträge” gebunden. – Angebunden: Allgemeines Register über alle Verordnungen, Avancements und Beforderungen, wie auch gerichtliche Sachen, u.s.f. welche in den Hannoverschen Anzeigen von 1750 bis 1760 enthalten sind. Hannover, 1761. – In Band 2 hinter die “Anzeigen” gebunden. – Vorsätze mit gelöschtem Bibliotheksstempel, teils leicht gebräunt bzw. braunfleckig, insgesamt gut erhalten.