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Lot 1671
2 illustrierte Programm-Plakate der 1920er Jahre. Lithographierte Plakate, Zinkographie der Illustrationen.
Nachverkaufspreis 260 €
I. 3 Dzhindzhi. Edinstvennye v svoem zhanre evropejskie artisty-ekscentriki kraft akrobaty, kaskadery. Shedevr lovkosti i sily. (Die 3 Gingees. Die einzigen Exzentrik-Artisten, Kraft-Akrobaten und Kaskadeure ihrer Art in Europa. Ein Meisterwerk von Geschick und Kraft). Leningrad, Gublit. Druck der Staatsdruckerei “I. Fedorov”. 1920er Jahre. 25,5 x 36,5 cm. – Senkrechte Knickspur, leicht fleckig, leichte Randläsuren, verso mit Formularstempel. – II. Nikulin, Andrey O. Opera Rusalka. Platon Cesevich v roli mel’nika. K predstoyashchim gastrolyam po vozvrashcheniyu iz zagranichnogo turne Italia – Franciya, Grand Opera. (Rusalka. Oper. Platon Zesewitsch als Müller. Zu den bevorstehenden Gastspielen nach Rückkehr von der Auslands-Tournee Italien-Frankreich, Grand Opera). Moskau, im Eigenverlag des Sängers (?). Druck der 26. Druckerei von Mospoligraf. 1928. 51,5 x 30,5 cm. – Etwas knick- und knitterspurig, leicht fleckig, unterer Rand mit leichten Läsuren, verso in Blei handschriftlich bezeichnet.

Lot 1672 Bulganov, F. und V. Min’yar
Ona ovladevaet massami k dejstviyu. (Sie bringt die Massen dazu, zu handeln). Vintage-Gelatineabzug. Moskau, Öffentliche Bibliothek der UdSSR “V. I. Lenin”. Reproduziert beim Zentralen Ethnologischen Museum. 1933. 76,5 x 55,5 cm.
Nachverkaufspreis 900 €
Seltenes konstruktivistisches Photomontage-Plakat. Die verwendeten Photographien lieferte ebenfalls die Lenin-Bibliothek. – Alt mit Papier verso doubliert und alt laminiert, stark knick- und knitterspurig, dadurch kleine Fehlstellen in der Abbildung, mehrere kleine Löcher in den Rändern, rechter Rand ca. 3 cm eingerissen.

Lot 1673
Daj hleba revolyucii! Krest’yanin! Urozhaj tvoj davno ubran. Poschital-li ty izlishki? Kak ty dumaesh rasporyadit’sya s nimi? Soobrazhay, tovarishch: Pred toboj dva gosudarstva. (Gib der Revolution Brot! Bauer! Deine Ernte ist längst eingefahren. Hast Du auch den Überschuss berechnet? Wie willst Du ihn verwenden? Verstehe, Genosse: Du hast zwei Staaten vor Dir.). Farbig lithographiertes Lubok-Plakat. Moskau, Staatsverlag, 1920. 71 x 53,5 cm.
Nachverkaufspreis 600 €
Text und Bild stellen den sowjetischen Staat dem Reich der Generäle und Grundbesitzer unter Denikin gegenüber. – Mehrere kleine Einrisse im linken weißen Rand, im rechten unteren Viertel ca. 12 cm eingerissen, kleiner Eckabriss rechts oben, unterer Rand rechts mit Fehlstelle im weißen Rand (ca. 13 x 1,5 cm).

Lot 1674 Dobroklonskij, Viktor
Glavone upravlenie cirkam. (Oberste Leitung der Zirkusse). Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, verlegt durch Oberste Leitung der Zirkusse beim Zentralbüro für Attraktionen (das sind Zirkus und Schausteller). Druck des Instituts für Visuelle Statistik. 1940. 86,5 x 59 cm.
Zuschlag 600 €
Das Plakat war für wechselnde Datierungen geeignet. – V. Dobroklonskij (1902-1960) arbeitete nach Ausbildung an den Vhutemas vor allem als Graphiker. Er schuf nicht nur Plakate, sondern lieferte auch Gestaltungen für verschiedene bekannte Zeitschriften (30 dnej, Smena u.a.) sowie zahlreiche Buchillustrationen. – Waagerechte und senkrechte Faltspuren, Falz unten ca. 9 cm eingerissen, drei kleinere Randeinrisse (ca. 3 cm), leichte Randläsuren unten, verso mittig punktuell beschabt.

Lot 1675 Eberling, Al’fred G. (auch Wilhelm Alfred Rudolf)
Podpishites’ na voennyj 5,5 zaem. Prolozhite put’ k pobede. (Zeichnen Sie 5,5 Prozent Kriegsanleihe! Ebnen Sie den Weg zum Sieg!). Farbig lithographiertes Plakat. Petrograd, ohne Verlag. Druck durch I. Kadushin. 1916. 99,5 x 70 cm.
Nachverkaufspreis 800 €
In der Vorlage bezeichnet. – Druckzulassung der Zensur vom 26.09.1916. – A. Eberling (1872-1951) war Hofkünstler Nikolaus II. (Porträt, Landschaft) und Direktor der Kuindzhi-Gesellschaft zur Förderung der Künste. Später arbeitete er auch als Graphiker, Photograph, Pädagoge und war Mitglied des Leningrader Künstlerverbands. – Stellenweise knickspurig, Eckabriss rechts unten, Eckabriss rechts oben alt restauriert, kleine Randeinrisse im weißen Rand, teils alt restauriert, ein größerer und zwei kleine alt restaurierte Risse im Bild, kleiner Fleck im weißen Rand rechts oben.

Lot 1676 Fedotov, Yurij
Plakat zu den sowjetischen Umwälzungen in der Baumwollproduktion. Farbig lithographiertes Plakat. Taschkent, Agitprop des Taschkenter Obkom der KP Usbekistans. Druck durch “Nauka i trud”. 1925. 71 x 89,5 cm. [#]
Zuschlag 1100 €
Der usbekische Text in arabischer Schrift. – Blasser Inventarstempel der Zeit im oberen Blattrand, waagerechte und senkrechte Faltspuren, mehrere restaurierte Randeinrisse, davon zwei knapp bis in die Abbildung und ein Einriss unten mittig ca. 18 cm, winzige restaurierte Fehlstellen in den Faltspuren.

Lot 1677
Filmplakat für “Bronenosec Potemkin”. (Panzerkreuzer Potjomkin) von S. Ejzenshtejn. Farbig lithographiertes Plakat. Ohne Angaben zu Verlag und Druck. Wohl zweite Hälfte der 1930er Jahre. 92 x 59 cm.
Zuschlag 1200 €
Das Plakat war für wechselnde Aufführungs-Daten geeignet. Das Motiv wurde auch für ausländische Plakate der Zeit verwendet. – Senkrechte und waagerechte Faltspuren, mehrere Einrisse im oberen und unteren Rand (bis 3 cm), unterer weißer Rand leicht fleckig.

Lot 1678
Fotoleht. Nr. 3-4. Veebruar 1945. Elaguu punaarmee – nsvl rahvaste vendluse ja sójalise úhtsuse armee! (Foto-Chronik. Nr. 3-4, Februar 1945. Es lebe die Rote Armee – die Armee der Brüderschaft der Völker und der militärischen Einheit!). Plakat in kombiniertem Druck. Tallinn, Zeitungsverlag RK. Druck des Kombinats Oktyabr’. 1945. Blattmaße: 61 x 167 cm.
Nachverkaufspreis 700 €
Erstellt von einem Redaktionskollektiv. Druckzulassung vom 20.02.1945. In estnischer Sprache. – Auf zwei seitlich aneinander montierten Segmenten. – Waagerechte und senkrechte Faltspuren, mehrere kleine Randeinrisse, davon drei bis knapp in die Abbildung, oberer Rand des linken Segments mit zwei kleinen und einer größeren Randfehlstelle (ca. 2 x 0,5 cm).

Lot 1679 Gurro, I
Usilivaem klassovuyu bditel’nost’! Dob’em kulaka! Sdelaem vse kolhozy bol’shevistskimi! Tam gde rukovodyat “shlyapy”. / Kulakov v kolhoze ne byvaet. (Verstärken wir die Klassen-Wachsamkeit! Erledigen wir die Kulaken! Machen wir alle Kolchosen bolschewistisch! Die unter der Leitung von “Großkopferten”. / Kulaken im Kolchos gibt es keine). Plakat, Farb-Rotaprint. Tiflis, Zakpartizdat. Druck des Gruzpoligraf-Trusts. 1933. 81,5 x 61 cm.
Nachverkaufspreis 500 €
Über den interessanten Künstler I. Gurro (1907-?) ist wenig bekannt, er gestaltete vor allem Plakate der 1940er Jahre. – Senkrechte und waagerechte Faltspuren, wenige kleine Einrisse im weißen Rand, leicht fleckig, sonst gut erhalten.

Lot 1680
Holera. Tif. Dizenteriya. (Cholera. Typhus. Ruhr). Farbig lithographiertes Plakat. Taschkent, Staatsverlag Turkestans. Druck der 1. Druckerei, Taschkent. 1921/1922. 71 x 52 cm. [#]
Nachverkaufspreis 1000 €
Mit von uns nicht zu identifizierendem Monogramm. – Seltenes Hygiene-Plakat in usbekischer Sprache, in arabischer Schrift. – Schwacher Inventarstempel der Zeit in der Nähe der Bildmitte, oberer Rand mit Fehlstelle mit Bildverlust (ca. 4 x 14 cm), diese professionell ergänzt, unterer weißer Rand mit ergänzter Fehlstelle (ca. 2 x 3 cm), zahlreiche kleine und zwei große (bis 25 cm) restaurierte Einrisse, kleine Fehlstelle in der Mitte ergänzt.

Lot 1681 Jakub, F
Prazhs’kyj mizhnarodnij yarmarok vid 21.-28. Bereznya 1926 r. Praga, Chehoslovachchina. (Prager Internationale Messe 21.-28. April 1926. Prag, Tschechoslowakei). Farbig lithographiertes Plakat. Prag, Unie Praha, 1926. 94 x 63,5 cm.
Nachverkaufspreis 300 €
Das Plakat wurde offenbar in verschiedenen Sprachen gedruckt. Hier vorliegend mit Text in ukrainischer Sprache. – Schwache waagerechte und senkrechte Faltspuren, mehrere kleine Einrisse im weißen Rand, linker Rand mit alt hinterlegtem Einriss (ca. 4 cm).

Lot 1682 Kiselis, Petr Yu
Tovarishchi. Vse na Ural! Smert’ Kolchaku i prochim prispeshnikam carya i kapitalisma. (Genossen! Alle in den Ural! Den Tod für Kolchak und die anderen Helfershelfer des Zaren und des Kapitalismus). Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, Abt. Agitation und Bildung des Allrussischen Büros der Militär-Kommissare, 1919. 98,5 x 71 cm.
Zuschlag 1000 €
Für den jungen Künstler P. Kiselis (1890-1940) war der Bürgerkrieg Anlass, sich auch dem Plakat zuzuwenden. Er war einer der Mitbegründer der AHRR (Assoziation der Künstler des Revolutionären Russlands). – Stellenweise knick- und knitterspurig, mehrere kleine, teils alt hinterlegte Randeinrisse, kleine (ca. 3 mm) hinterlegte Fehlstelle in der Mitte, Ecke rechts oben mit zwei größeren alt hinterlegten Einrissen, oberer Rand leicht unregelmäßig beschnitten.

Lot 1683 Kiyanchenko, Yurij (Georgij) V
Kryvavyj bezumec’! Davisya mechem! / Shcherby svoji zuby, kate! / My j golovu hyzhu tvoyu vidsichem / Chervonym mechem rozplaty! (Blutrünstiger Irrer! Ersticke am Schwert! / Nimm das, brich Dir die Zähne aus! / Auch deinen räuberischen Kopf schlagen wir ab / Mit dem roten Schwert der Vergeltung!). Chromolithographie auf Papier. Charkow, Mistectvo, 1941. 70 x 50 cm. [#]
Zuschlag 800 €
Nummer 641, herausgegeben vom Bund der Sowjetischen Künstler der Ukraine. – Yurij (ab 1945 Georgij) Kiyanchenko (1911-1980). – Auf Leinen doubliert, durchgehender waagerechter Riss und mittiger senkrechter Riss (ca. 10 cm) restauriert, Faltspuren, unteres Drittel etwas wasserrandig, stellenweise etwas fleckig, die unteren Ecken mit kleinen restaurierten Ausrissen.

Lot 1684 Kiyanchenko, Yurij (Georgij) V
Znyshchymo fashysts’ku nechyst’. (Beseitigen wir den faschistischen Ungeist!). Chromolithographie. Charkow, Mistectvo, 1941. 76 x 53,5 cm. [#]
Nachverkaufspreis 800 €
Nummer 825, herausgegeben vom Bund der Sowjetischen Künstler der Ukraine. – Yurij (ab 1945 Georgij) Kiyanchenko (1911-1980). – Auf Leinen doubliert, Faltspuren, oberes Viertel und linker Rand etwas wasserrandig, kleine Ausrisse an den Ecken, stellenweise etwas fleckig, mehrere restaurierte Einrisse.

Lot 1685 Kochergin, Nikolaj M
1-e maya 1920 goda. Cherez oblomki kapitalizma k vsemirnomu bratstvu trudyashchihsya! (1. Mai 1920. Über die Trümmer des Kapitalismus hinweg zur weltweiten Brüderschaft der Arbeitenden!). Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, Staatsverlag. 1920. Druck der 2. Staatsdruckerei. 71 x 53,5 cm.
Nachverkaufspreis 2000 €
N. Kochergin (1897-1974) arbeitete nach künstlerischer Ausbildung am Stroganov-Institut als Graphiker und Plakatkünstler. Neben seinen Plakaten und TASS-Fenstern sind auch seine Gestaltungen für Zeitschriften (u.a. Mir priklyuchenij, Krasnaya panorama) und Kinderbücher von Bedeutung. – Mit dünnem Papier doubliert, schwache waagerechte Faltspur, oberer und unterer Rand leicht fleckig, einige fachmännisch restaurierte Einrisse, an den oberen Ecken auf weißen Karton montiert.

Lot 1686 Kogout, Nikolaj
Deine Feinde senden Dich durch Betrug und Einschüchterung in den Krieg. – Wenn Du willst, dass Frieden und Freiheit vollwertig werden, dann wende die Waffe in Deiner Hand. (In arabischer Schrift). Nr. 126. Zweifarbig lithographiertes Plakat. Moskau, Abteilung Literatur und Verlagswesen der Polit-Leitung des revolutionären Militär-Sowjets der Republik, 1920. Druck der 26. Druckerei des Moskauer Stadtsowjets für Volkswirtschaft. 82 x 60 cm.
Nachverkaufspreis 600 €
Der Text in tatarischer Sprache ist begleitet vom russischen Text in der Graphik: RSFSR. Proletarii vseh stran soedinyajtes’! / Vrangel’, burzhuy, Antanta, Zhoffe. (Proletarier aller Länder, vereinigt euch! / Gen. Wrangel, der Bourgeois, die Antante, Gen. Joffe). – Nikolaj Kogout (1891-1959) arbeitete nach Absolvierung von Stroganov-Institut und Vhutemas vor allem als Plakatkünstler (v.a. politische Plakate), aber auch für Zeitschriften (Daesh’, Bezbozhnik u stanka, TASS-Fenster u.a.). – Etwas fleckig und etwas gebräunt, Ränder mit einigen kleinen und einem großen (links unten, ca. 15 cm) restaurierten Einrissen.

Lot 1687 Kol’cenko
Kurkul’, bandyt ta Chervona Armiya. (Großbauer, Bandit und die Rote Armee). Farbig lithographiertes Plakat. Kiew, Staatsverlag der Ukrainischen SSR. 1920. 76 x 55,5 cm.
Nachverkaufspreis 600 €
In der Vorlage nachgetragenes Impressum. Im unteren Bereich begleiten die graphische Darstellung 25 Vierzeiler “Kurkul’ ta bandit”. – Schwache waagerechte Faltspur, leicht gebräunt, mehrere kleine (teils alt hinterlegte) Randeinrisse (ca. 1 cm), oben ca. 3 cm. eingerissen.

Lot 1688 Kol’cenko
Novyj zemel’nyj zakon radyans’koji vlady na Ukrajiny: 1. Zemlya pans’ka, yak bulo za paniv ta kapitalistiv / 2. Vsy zemlya selyanstvu, yak stalo za radyans’koji vlady. (Das neue Bodengesetz der Sowjetmacht in der Ukraine. Herrschaftlicher Boden, wie es bei den Herren und Kapitalisten war / Aller Boden der Dorfbevölkerung, wie es nach der Sowjetmacht wurde). Farbig lithographiertes Plakat. Kiew, Staatsverlag der Ukrainischen SSR. Druck der 3 Sowjet-Druckerei. 1920. 79 x 55,5 cm.
Zuschlag 500 €
Leicht gebräunt, schwache senkrechte und waagerechte Faltspuren, etwas knickspurig, oberer Rand mit kleinen hinterlegten Randfehlstellen, mehrere kleine, teils hinterlegte Randeinrisse, unten ca. 5 cm eingerissen.

Lot 1689
Kommunisticheskoe vospitanie detej – put’ k osvobozhdeniyu chelovechestva. (Kommunistische Kindererziehung – Weg zur Befreiung der Menschheit). Farbig lithographiertes Plakat. Taschkent, Staatsverlag Turkestans. Druck der Druckerei Nr. 1, Taschkent. 1921. 42 x 60,5 cm. [#]
Nachverkaufspreis 500 €
Der Text in russischer und usbekischer (in arabischer Schrift) Sprache. – Senkrechte und waagrechte Faltspuren, oberer Rand mit drei unterer Rand mit zwei professionell ergänzten Fehlstellen, mehrere große kaum merklich restaurierte Einrisse, verso kleine Notiz.

Lot 1690 Krylov, N
Kak cari izdevalis’ nad narodom. Otca-starika ostav’ i zhenu i idi na vojnu. (Wie die Zaren das Volk verhöhnt haben. Lass den greisen Vater zurück und die Ehefrau und zieh in den Krieg.). Farbig lithographiertes Lubok-Plakat. Moskau, Verlag des Allrussischen Exekutivkomitees der Arbeiter-, Bauern-, Rotarmisten- und Kosaken-Deputierten. 1918. 69,5 x 51 cm.
Nachverkaufspreis 600 €
Der den Graphiken beigefügte Text wird ergänzt durch Verse von D. Bednyj in 5 Spalten im unteren Bildbereich (zuerst in der Satire-Zeitung “Bednota”, Heft 185-1918) – Schwache waagerechte Faltspur, fünf kleinere Randeinrisse (bis 3 cm), Bereich (ca. 4 x 3 cm) im rechten Rand fast ausgerissen.

Lot 1691 Kukrynisky
2 Plakate. In serbischer Übersetzung. Farbdrucke. Signatur und Datierung jeweils gedruckt. Belgrad (u.a.?), 1941 und 1944.
Nachverkaufspreis 240 €
Das Künstlerkollektiv Kukryniksy bildeten M. Kupriyanov, P. Krylov und N. Sokolov. Der Text der Plakate im Vergleich zu den russischsprachigen Erstdrucken leicht gekürzt. – Enthalten: I. Napoleon je bio porazhen to dje biti i sa Hitlerom! (Napoleon wurde doch besiegt, so wird es auch mit Hitler sein!). Ohne Angaben zum Druck. 1941. 49,5 x 69,5 cm. – Senkrecht und waagerecht gefaltet, kleine hinterlegte Einrisse in den Falzen und in den Rändern (teils hinterlegt), kleine Fehlstelle in der Mitte, leicht knickspurig, zwei kleine Flecken im Rand. – II. Raport sa istochnogo fronta. (Rapport von der Ostfront). 1944. 68,5 x 49,5 cm. – Der russische Erstdruck erschien als TASS-Fenster Nr. 899. – Senkrecht und waagerecht gefaltet, kleine hinterlegte Einrisse in den Falzen, kleine Fehlstelle in der Mitte.

Lot 1692 Letkar (das ist: Leon K. Ter-Karapetyan)
MOPR. Doloj kapitalisticheskoj tyur’my. (IAH. Nieder mit dem kapitalistischen Gefängnis!). Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, verlegt beim ZK der MOPR. Druck der 3. Druckerei der Transpechat’ beim Moskauer NKPS. 1928. 94 x 62,5 cm.
Zuschlag 1000 €
Plakat Nummer 9 einer Serie. – Letkar (1897-1966) begann sein künstlerisches Schaffen als Plakatkünstler im Bürgerkrieg. Später gestaltete er neben Plakaten auch ephemere Dekorationen (u.a. Demonstrationen und Plätze in Moskau) und Ausstellungsdesigns (auch international). – Mit dünnem Papier doubliert, Faltspuren, etwas knickspurig, kleine ergänzte Eckabrisse oben, leicht fleckig, mehrere fachmännisch restaurierte Einrisse.

Lot 1693 Litvynenko, Valentyn G. und Roman F. Mel’nichuk
Na tobi!. ukrajins’kogo hliba. ukrajins’koji stali. ta zemli! (Hier, nimm! Von ukrainischem Brot. Von ukrainischem Stahl. Und ukrainischer Erde!). Chromolithographie. Charkow, Mistectvo, 1941. 34,5 x 54 cm. [#]
Nachverkaufspreis 500 €
Nummer 885, herausgegeben vom Bund der Sowjetischen Künstler der Ukraine. – Entwurf von V. Litvynenko (1908-1979) und R. Mel’nichuk (1905-1960). – Senkrechte Faltspur, auf Leinen doubliert, kleine Ausrisse an den Ecken und kleine Fehlstelle im oberen Rand ergänzt, stellenweise leicht fleckig.

Lot 1694 Matorin, Mihail
Da zdravstvuet mirovoj Oktyabr’! Rabochie zavoevali vlast’ v Rossii. Rabochie zavoyuyut vlast’ vo vsem mire. (Es lebe die Welt-Oktoberrevolution! Die Arbeiter errangen die Macht in Russland. Die Arbeiter werden die Macht in der ganzen Welt erringen). Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, Staatsverlag. Druck der 1. Staatsdruckerei (Sytin). 1920. 66 x 98 cm.
Nachverkaufspreis 1000 €
M. Matorin (1901-1976) war bereits 1922 an der Ausstellung in der Galerie van Diemen beteiligt. Der bekannte Graphiker war Mitglied der AHR und OPH. Einflussreicher Graveur, Plakatkünstler und Lehrer. – Senkrechte und waagerechte Faltpuren, leicht knitterspurig, mehrere Einrisse im weißen Rand, davon vier bis knapp in die Abbildung, rechter und linker Rand mit zwei kleinen (ca. 0,5 x 0,5 cm) Fehlstellen, verso mit einem schwachen Andruck eines anderen Plakats in Gelb, dieser teils leicht durchschlagend auf die Vorderseite.

Lot 1695 Mel’nikov, Dmitri
25 oktyabrya 1917 g. – 7 noyabrya (25 oktyabrya) 1920 g. Trechletnyaya bor’ba i upornyj trud. (25.10.1917-07.11.1920. Dreijähriger Kampf und hartnäckige Arbeit.). Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, Staatsverlag. Druck der 5. Staatsdruckerei. 1920. 92 x 59,5 cm.
Nachverkaufspreis 600 €
“Bauer! Du hast für den besitzenden Herrn gearbeitet. Nun gehört der Boden dem arbeitenden Volk.” – D. Mel’nikov (1889-1956) absolvierte das MUZhVZ und wurde später Mitglied der AHRR. Nach Zusammenarbeit mit verschiedenen Zeitschriften (Bezbozhnik, Smehach, Krasnyj perec u.a.) lieferte er zunehmend Gestaltungen für die politische Agitation, vor allem Plakate. – Waagerechte und senkrechte Faltspuren, links unten mit kleinem, rechts unten mit größerem Eckabriss, unten, rechts und links jeweils ein Einriss bis knapp in die Illustration, mehrere kleine Randeinrisse, die oberen Ecken etwas knitterspurig, kleine Fehlstelle im rechten weißen Rand, Rand links unten etwas angeschmutzt.

Lot 1696
Mir i svoboda v Sovdepii. (Frieden und Freiheit im Lande Sowjetdeputien). Farbig lithographiertes Plakat. (Odessa, Zweigstelle der Abt. Propaganda. 1918-1919. 78,5 x 56 cm.
Zuschlag 2400 €
Antisowjetisches Plakat. – Thematischer Hintergrund ist Lev Trockijs gerade veröffentlichter Erlass zur radikalen Säuberung der Partei. Neben seiner Darstellung als schamloser (jüdischer) Teufel finden sich weitere Topoi des asiatischen Barbaren. – Mit dünnem Papier doubliert, Faltspuren, einige Einrisse professionell restauriert, weißer Rand leicht fleckig, wenige sehr kleine hinterlegte Randfehlstellen, an den oberen Ecken auf weißen Karton montiert.

Lot 1697 Moor, Dmitri (das ist Dmitri S. Orlov)
Tovarishchi! Vintovkoj i molotom otprazdnuem Krasnyj Oktyabr’! (Genossen! Feiern wir den Roten Oktober – mit Gewehr und Schmiedehammer!). Nr. 131. Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, Literatur-Verlags-Abt. der Politischen Leitung des Revolutionären Militärrats Russlands. Druck beim Moskauer Stadtsowjet für Wirtschaft (ehem. Mashistov). 1920. 88,5 x 68 cm.
Nachverkaufspreis 800 €
Anlässlich des Jahrestages der Revolution gedrucktes, gegen die Truppen General Vrangel’s gerichtetes Plakat. – D. Moor (1883-1946) war einer der bekanntesten Karikaturisten und Plakatkünstler der Sowjetunion. Die Arbeit als ausgebildeter Drucker verband er zunächst mit künstlerischer Ausbildung. Seine folgende Arbeit für Satirezeitschriften (u.a. Budil’nik, Bezbozhnik u stanka, Daesh) und der Bedarf an revolutionären Plakaten ließen den Künstler dann zu einem der Gründungsväter des sowjetischen politischen Plakats werden. – Mit dünnem Papier doubliert, Faltspuren, etwas fleckig, rechter Rand und rechte obere Ecke stärker fleckig, Eckabriss links oben hinterlegt, linker Rand und rechte obere Ecke mit kleinen hinterlegten Fehlstellen, mehrere Einrisse fachmännisch restauriert, an den oberen Ecken auf weißen Karton montiert.

Lot 1698
Narody vsego mira privetstvuyut Krasnuyu Armiyu Truda. (Die Völker der ganzen Welt grüßen die Rote Armee der Arbeit). Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, Verlag des Zentralen Exekutivkomitees. Druck der I. D. Sytin Gen., 1919. 71 x 53,5 cm.
Nachverkaufspreis 900 €
Schwache waagerechte und senkrechte Faltspur, Ränder leicht knitterspurig, zwei Einrisse im weißen Rand (ca. 3 cm), zwei kleine Fehlstellen im rechten und linken Rand (ca. 0,5 cm).

Lot 1699 Nodel’man, Semyon Ya
Znyshchymo gadynu! (Überwinden wir das Untier!). Chromolithographie auf Papier, doubliert. In der Zeichnung signiert und datiert. Charkow, Mistectvo, 1941. Blattgröße: 49 x 35 cm. [#]
Nachverkaufspreis 600 €
Nummer 872, herausgegeben vom Bund der Sowjetischen Künstler der Ukraine. – S. Nodel’man (1912-1979). – Auf Leinen doubliert, Faltspuren, größerer Eckverlust rechts oben, oberer Rand beschnitten, leicht fleckig.

Lot 1700
Plakat des Moskauer Kino-Theater “Kolizej” für den sowjetischen Film “Zhenshchina kotoraya izobrela lyubov'” (Die Frau, die die Liebe erfand). Zweifarbig lithographiertes Plakat. Moskau, Eigenverlag, 1921 (?). Blattgröße: 96,5 x 69,5 cm. [#]
Nachverkaufspreis 200 €
Im heute offenbar verschollenen, abendfüllenden Film in zwei Serien spielte der Stummfilm-Star Vera Holodnaya die Titelrolle. Gedreht wurde nach dem Roman von Guido de Verona in der Regie von V. Viskovkij. Gegenüber der Premiere 1918 bestand der Film nun offenbar aus elf statt zehn Streifen. – Senkrechte und waagrechte Faltspuren, dort etwas angestaubt und mit einigen kleinen Fehlstellen, rechter Rand mit zwei größeren Fehlstellen (ca. 2 cm), Fehlstelle links oben (ca. 6 x 6 cm) mit Bildverlust, dieser professionell ergänzt, verso mit dünnem Papier doubliert.

Lot 1701
Pritcha o spravedlivosti. (Gleichnis von der Gerechtigkeit). Farbig lithographiertes Lubok-Plakat. Moskau, Staatsverlag. Druck der 2. Staatsdruckerei. 1920. 68,5 x 53 cm.
Nachverkaufspreis 500 €
Der Text in 2 x 4 Spalten erläutert, was die Graphik wie folgt zeigt: Drei Säcke Mehl statt eines Sacks pro Esser, bei kollektiver Feldarbeit. – Schwache waagerechte und senkrechte Faltspur, rechts oben ca. 14 cm eingerissen, Falz unten ca. 6 cm eingerissen, mehrere kleine Einrisse (bis 3 cm) im weißen Rand, Rand links unten mit kleiner Fehlstelle (ca. 1 x 1 cm), kleiner Eckabriss rechts oben, drei kleine Fehsltellen (2-3 mm) im Text (2) und Illustration.

Lot 1702
Razgrom avstrijcev s germancami v Galicii. (Zerschlagung der Österreicher und Germanen in Galizien). Nummer 37 b. Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, I. M. Mashistov. Verlagseigener Druck. 1915. 57 x 87,5 cm. [#]
Zuschlag 240 €
Der begleitende Text schildert die Ereignisse vom 16.02.1915. – Die Zensur-Zulassung erfolgte am 21.02.1915. – Senkrechte Faltspur, dort mittig mit kaum merklich ergänzter Fehlstelle (ca. 8 x 1 cm), mehrere kleine restaurierte Randeinrisse.

Lot 1703 Rodchenko, Aleksandr M
Lengiz: knigi po vsem otraslyam znaniya. (Lengiz: Bücher aus allen Wissensbereichen). Farbiges Offset-Plakat. Moskau. 1930er Jahre. 62 x 88 cm. [#]
Zuschlag 2200 €
A. Rodchenko (1891-1956) war zweifellos einer der einflussreichsten Avantgarde-Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine Plakatgestaltungen sind nicht selten zu Ikonen geworden. – Beim vorliegenden Plakat handelt es sich offenbar um einen frühen Nachdruck des Originals von 1925. – Stark knitterspurig, unterer Rand mit mehreren kleinen Einrissen, davon einer bis knapp in die Abbildung, rechter weißer Rand mit zwei Einrissen (ca. 3 cm).

Lot 1704 Tarhov, Dmitri
Cerezit. Edinstvennoe radikal’noe sredstvo ot syrosti. (Ceresit. Das einzige radikale Mittel gegen Betonfeuchte). Plakat, Farb-Rotaprint. Charkow, im Eigenverlag. Druck der Staatlichen Druckerei “I. Fedorov”, Leningrad. 1926. 70,5 x 51,5 cm.
Nachverkaufspreis 900 €
Werbeplakat für das Ceresit-Werk von O. K. Vassil. Das beworbene Produkt verwendeten nach Werbehinweis auch das NKPS, der Staatskonzern Industriebau, Mosstroj, Donugol’ u.a. – D. Tarhov (1893-1948) arbeitete nach Ausbildung am Stroganov-Institut vor allem als Plakatkünstler und Industriedesigner. Unter seinen Plakaten der 1920-1930er Jahre finden sich neben politischer Agitation auch kommerzielle Werbeplakate. – Waagerechte und senkrechte Faltspur sowie weitere Knick- und Knitterspuren, waagerechter Falz rechts ca. 3 cm eingerissen, senkrechter Falz unten mit alt hinterlegtem ca. 10 cm Einriss, zwei kleine Einrisse im rechten weißen Rand.

Lot 1705 Tarhov, Dmitri
Cerezit. Nezamenimaya izolyaciya ot proniknoveniya vody. (Ceresit. Unersetzlich als Isolation gegen das Eindringen von Wasser). Plakat, Farb-Rotaprint. Charkow, im Eigenverlag. Druck der Staatlichen Druckerei “I. Fedorov”, Leningrad. 1926. 70,5 x 51,5 cm.
Nachverkaufspreis 900 €
Werbeplakat für das Ceresit-Werk von O. K. Vassil. – Das Produkt wurde in eigenen Filialen in der gesamten Sowjetunion vertrieben. – D. Tarhov (1893-1948) arbeitete nach Ausbildung am Stroganov-Institut vor allem als Plakatkünstler und Industriedesigner. Unter seinen Plakaten der 1920-1930er Jahre finden sich neben politischer Agitation auch kommerzielle Werbeplakate. – Schwache waagerechte und senkrechte Faltspur, drei kleine Einrisse im weißen Rand, waagerechter Falz rechts mit alt hinterlegten ca. 5 cm Einriss, leichte Randläsuren.

Lot 1706
Tol’ko horosho obuchennaya i s krepkoj disciplinoj armiya mozhet rasschityvat’ na uspeh v boyu. (Nur eine gut ausgebildete Armee mit fester Disziplin kann auf einen Sieg im Gefecht zählen). Farbig lithographiertes Plakat. Moskau, Militärverlag NKO der UdSSR. Druck der 1. Musterdruckerei des OGIZ. 1941. 28,5 x 59 cm. [#]
Nachverkaufspreis 350 €
Herausgegeben durch die Oberste Führung für Politische Propaganda der Roten Armee. – Der Text zitiert die Abschlussrede General S. Timoshenkos von der Führungstagung der Roten Armee im Dezember 1940. – Etwas knickspurig, oberer Rand links mit restauriertem Einriss (ca. 5 cm), linker weißer Rand mit zwei kleinen restaurierten Einrissen, leichte Randläsuren.

Lot 1707 Unbekannter Künstler nach Vladimir Mayakovskij
Prosveshchenie. Samogonshchik iz derevni von! . Izgonyaj, kto poit! Vygonyaj, kto p’et! (Aufklärung. Den Selbstgebrannten raus aus dem Dorf!. Jag fort den, der einschenkt! Wirf hinaus den, der trinkt!). Farbig lithographiertes Plakat. Glavpolitprosvet und Krasnaya Nov’. Druck des Mospoligraf “Krasnyj proletarij”. 1923. 106 x 70,5 cm.
Zuschlag 1600 €
Die graphische Darstellung wird begleitet von Versen Mayakovskijs. – Der Verlag “Krasnaya nov'” veröffentlichte das Plakat zusammen mit der Broschur-Ausgabe von Mayakovskijs Gedichten “Von samogon!”. – Auf Leinen doubliert, etwas wellig, Faltspuren, Ränder teils etwas knitterspurig, stellenweise leicht fleckig, einige fachmännisch restaurierte Einrisse.

Lot 1708
Vojna Rossii s Germaniej i Avstriej. (Krieg Russlands mit Deutschland und Österreich). Nummer 15. Chromolithographisches Plakat. Kiew, I. T. Gubanov. Druck der Korchak-Novickij-AG. 1914. 46,5 x 60 cm. [#]
Nachverkaufspreis 240 €
Der begleitende Text schildert die Ereignisse vom 12.-21.09.1914. – Die Zensur-Zulassung erfolgte am 07.10.1914. – Leicht fingerfleckig, kleiner Eckabriss links oben und kleine Fehlstelle rechts oben ergänzt, mehrere kleine Randeinrisse und großer Eckabriss links unten professionell restauriert.