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Lot 32 Allgemein – Arrhenius, Svante
Recherches sur la conductibilite galvanique des electrolytes. 2 Bände. Mit einer lithographierten Tafel. Stockholm, Norstedt, 1884. 53 S., 89 S. 21,5 x 14 cm. Interimsbroschuren mit gestempeltem Titel (leicht gebräunt, mit kleinen Einrissen am Rücken, hinterer Umschlag von Band 1 mit kleinen Randfehlstellen).
Zuschlag 200 €
Bihang Till K. Svenska Vet.-Akad. Handlingar, Bd. VIII, 13. – Erster Separatdruck. – DSB I, 302 – Poggendorff IV, 40. – In seiner Doktorarbeit stellt Arrhenius erstmals seine Theorie der elektrolytischen Dissoziation vor. – Erste und letzte Blätter leicht gebräunt, sonst sehr gut erhalten.

Lot 33 Allgemein – Arrhenius, Svante
Ueber den Einfluss des atmosphärischen Kohlensäuregehalts auf die Temperatur der Erdoberfläche. Stockholm, Kungl. Boktryckeriet Norstedt, 1896. 102 S. 21,5 x 14 cm. Interims-Broschur mit gestempeltem Titel (in Rand leicht gebräunt).
Zuschlag 600 €
Bihang Till K. Svenska Vet.-Akad. Handlingar, Bd. XXII/I, 1. – Erster Separatdruck. – DSB I, 302 – Poggendorff IV, 40. – Die erste Arbeit über die globale Erwärmung. – “He developed a theory for the explanation of the glacial periods and other great climatic changes, based on the ability of carbon dioxide to absorb the infrared radiation emitted from the earth’s surface. Although the theory was based on thorough calculations, it won no recognition from geologists” (DSB I, 300). – Der bedeutende schwedische Physiker Svante Arrhenius (1859-1927; 1903 Nobelpreis für Chemie) erkannte 1895 als erster die Bedeutung des Kohlendioxyds für das Klima der Erde und begründete damit seinen Ruf als “Vater der Treibhaushypothese”. Er gewann dem Treibhauseffekt allerdings noch eher positive Seiten ab: “Der Anstieg des CO² wird zukünftigen Menschen erlauben, unter einem wärmeren Himmel zu leben.” – Tadellos.

Lot 34 Allgemein – Arrhenius, Svante
Ueber die Wärmeabsorption durch Kohlensäure und ihren Einfluss auf die Temperatur der Erdoberfläche. Stockholm, 1901. S. 25-58. 21,5 x 14 cm. Interimsbroschuren mit gestempeltem Titel.
Zuschlag 200 €
Ofversigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar 1901. No. 1. – Erste Ausgabe (nicht wie oft fälschlich angegeben erste Separatausgabe). – DSB I, 302 – Poggendorff IV, 40. – Arrhenius letzte Arbeit über den Treibhauseffekt, in der er auch auf die Kritik von Knut Angström reagiert. – Tadellos.

Lot 35 Allgemein
Das Buch der Welt. Ein Inbegriff des Wissenswürdigsten und Unterhaltendsten aus den Gebieten der Naturgeschichte, Naturlehre, Länder- und Völkerkunde, Weltgeschichte, Götterlehre etc. 6 Jahrgänge in 6 Bänden. Mit 4 (von 6) lithographierten Titeln, ca. 300 kolorierten Lithographien und schwarzweißen Stahlstichen sowie zahlreichen teils ganzseitigen Textholzschnitten. Stuttgart, Hoffmann, 1842-1860. 25 x 20 cm. Leinwand der Zeit (1) / neuere Halbleinwand (3) / neuere Pappbände (2).
Zuschlag 600 €
Estermann 367. – Die lithographischen Tafeln mit ausgesprochen dekorativen in kräftigen Farben kolorierten Tier- und Pflanzenbildern, die Stahlstiche mit Ansichten, Genrebildern etc. – Vorhanden sind die Jahrgänge 1842, 1843, 1844, 1846, 1847 und 1860. – Jahrgang 1843 auf dem Vorsatz mit Hinweis auf acht fehlende Tafeln und fehlende Textseiten. – Unterschiedlich gebräunt und fleckig, teilweise etwas wasserfleckig. – Nicht eingehend kollationiert, ohne Rückgaberecht.

Lot 36 Allgemein – Guyot, E.G
Nouvelles récréations physiques et mathematiques, contenant toutes celles qui ont découvertes et imaginés dans ces dernier temps… 4 Bände in 2 Bänden. Mit 73 (68 kolorierten) gefalteten Kupferstichtafeln und 6 (1 beidseitig) gestochenen Tabellen. Paris, Gueffier 1769-70. 20,5 x 13 cm. Lederbände der Zeit mit je 2 goldgeprägten Rückenschildern und reicher floraler Rückenvergoldung (Kanten berieben und bestoßen, 2 Kapitale mit schmalen Fehlstellen, Ecken mit kleinen Fehlstellen).
Zuschlag 600 €
Erste Ausgabe. – Caillet 4900 – Ferchl 206. – Mit den Bänden: I. Jeux de l’aiman. – II. Récréations sur les nombres. – III. Illusions de l’optique. – IV. Amusemens des encres sympathiques, de l’air, de l’eau et du feu. – Behandelt Experimentalphysik, Magnetismus, Optik, Chemie, Mathematik, Laterna magica, Wasseruhr, Uhren, Spielkarten, Perspektive, Zauber-, Karten- und Schachkunststücke u.v.a. mit Abbildungen von entsprechenden Instrumenten, Apparaturen, Versuchsanordnungen etc. – Stellenweise etwas braunfleckig, insgesamt gut erhalten, Titel mit handschriftlichem Besitzvermerk.

Lot 37 Allgemein – Kessler, Thomas
Fünffhundert außerlesene chymische Proceß und Stücklein, theils zur innerlichen, theils zur Wund- und eusserlichen Artzney, theils aber auch zur Versetzung und Verbesserung der mindern Metall dienstlich: Anjetzo mit vielen guten und geschwinden Handgriffen verbessert: Zu Nutzen der Hermetischen Medicin Liebhabern an Tag gegeben. (Teil 5:) Von einem fürnemen Chymico zusammengetragen, und neben noch etlichen eintzigen Processen den vierhundert Processen M. Thomae Keßlers, allen Liebhabern der Hermetischen Medicin zum besten, zur Zugab angehencket. 5 Teile in 1 Band. Mit 4 Textholzschnitten. Nürnberg, Endter, 1641-1645. 15,5 x 8,5 cm. Pergamentband der Zeit (Schließbänder fehlen, gebräunt). [*]
Zuschlag 700 €
Wellcome III, 388 – Ferguson I, 460 – Ferchl 271. – Medizinisch-alchemistisches Kompendium mit Rezepten zur Metallverarbeitung, für neue Legierungen und Lösungen sowie zur Linderung und Heilung von Schmerzen. – Zuerst 1629 mit 400 Rezepten erschienen, bis 1713 aufgelegt. – Teile 1 und 2 mit durchgehender Paginierung. Teile 3 und 4 mit Druckdatum 1641, Teile 1/2 und 5: 1645. – Das erste Titelblatt verso mit altem Namenszug “Johann Georg Reichenberger”. – Die Innendeckel und die letzten drei Blätter mit Wurmspuren, gering gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 38 Allgemein – Kircher, Athanasius
Ars magna sciendi, in XII libros digesta, qua nova & universali methodo per artificiosum combinationum contextum de omni re proposita plurimis et prope infinitis rationibus disputari omniumque summaria quaedam cognitio comparari potest. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 gestochenen Titeln, gestochenem Porträt, 3 Kupfertafeln (davon 2 mit beweglichen Teilen), 22 Textkupfern und 5 gefalteten Tabellen. Amsterdam, J. Janssonius a Waesberge & E. Weyerstraets Witwe, 1669. 7 Bl., 482 S., 5 Bl. (Index). 39,5 x 24,5 cm. Lederband der Zeit auf 6 Bünden mit floraler Rückenvergoldung, goldgeprägtem Rückenschild und Stehkantenvergoldung (leicht berieben und bestoßen, Hinterdeckel mit kleiner Fehlstelle im Leder (5×2 cm), Kapitale mit kleinen Einrissen und etwas wurmspurig). [*]
Nachverkaufspreis 2400 €
Einzige Ausgabe. – Dünnhaupt 2344,3 – Ferguson I, 467 – Wellcome III, 395. – Athanasius Kircher (1602-1680), barocker Universal-Gelehrter und Begründer der “Computertechnik”, war 1623 Professor für Griechisch in Koblenz, von 1629-31 Professor für Mathematik, Moralphilosophie, Hebräisch und Syrisch in Würzburg, ab 1632 Professur in Lyon und Avingion und ab 1634 Professor am Römischen Kolleg. – Diese erste auf einem Zahlensystem beruhende Enzyklopädie der Mnemotechnik und der Lernmethodik begründete die moderne formalisierende Logik. Es werden alle geistigen Disziplinen (Theologie, Jurisprudenz, Metaphysik, Dialiktik, Rhetorik, Physik, Medizin, Mathematik, Jus Canonicum) mit Hilfe eines Schemas kategorisiert, das auf der Zahl neun (göttliche Tugenden) beruht. Es wird ein mechanisches Verfahren zum Auffinden aller gültigen syllologischen Schlüsse entwickelt und Ordnungssystheme entworfen. Das Werk schafft eine Universalsprache, die es Wissenschaftlern und Philosophen erlaubt, ihre Erkenntnisse nach einem genormten System zu beschreiben. Mit einem ausführlichen Kommentar zu Ramon Lulls “Ars magna”. Der “arbor philosophico” versucht graphisch die Einheit des Wissens mit Hilfe eines Stammbaums zu veranschaulichen. – 2 der Kupfertafeln (hier unbeschnitten) lassen sich beschnitten mit je einem Textkupfer zu 2 Volvellen (mit 2 bzw. 4 beweglichen Teilen) kombinieren. – Papierbedingt etwas gebräunt, etwas stockfleckig, vereinzelt und die letzten Blätter stärker, Titelei leicht angestaubt und fingerfleckig, an vorderer Innenkante und wenige Tabellen mit minimalem Wurmfraß, am vorderen Vorsatz angeplatzt, dennoch sehr schönes Exemplar.
Only edition. – 2 parts in 1 vol. With 2 engr. titles, engr. portrait, 3 (2 with movable parts)engr. plates, 22 text-engravings and 5 fold. tables. Contemp. full calf, gilt (slightly rubbed, small piece of leather missing to back cover, spine-ends with small tears, some worming). – Some browning and foxing in places, title-page slightly soiled, minor worming, inner front hinge partly burst.

Lot 39 Astronomie – Ferguson, James
Anfangsgründe der Sternseherkunst für die Jugend in zehen Gesprächen. Aus dem Englischen übersetzt. Mit 7 gefalteten Kupfertafeln. Leipzig, Schwickert, 1771. 2 Bl., 176 S. 20,5 x 12 cm. – Angebunden: Schmid, N. Von den Weltkörpern. Zur gemeinnützigen Kenntniß der großen Werke Gottes. Verbesserte Auflage. Mit 3 gefalteten Kupfertafeln. Leipzig, Dyck, 1772. XIII, 232 S. Ganzlederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben).
Zuschlag 280 €
I. Seltene erste deutsche Ausgabe. – Price & Price, Humaniora 68 – Poggendorff I, 734. – Die Kupfer falsch an das Ende des Beibandes gebunden. – II. Zweite Ausgabe. – Poggendorff II, 812. – Schmid war Goldschmied und “nebenher Mechaniker in Hannover” (Poggendorff). – Die Kupfer falsch an das Ende des ersten Titels gebunden. – Beide Titel tadellos erhalten. Schöner Sammelband mit zwei seltenen astronomischen Titeln, dekorativ gebunden.

Lot 40 Biologie – Malpighi, Marcello
Opera posthuma. In quibus excellentissimi authoris vita continetur, ac pleraque quae ab ipso prius scripta aut inventa sunt confirmantur, & ab adversariorum objectionibus vindicantur. Supplementa necessaria, & praefationem addidit … Petrus Regis. Editio ultima figuris aeneis illustrata. Mit gestochenem Frontispiz und 19 gefalteten Kupfertafeln. Amsterdam, Gallet, 1698. 7 Bl., 387 S. 24,5 x 19 cm. Lederband der Zeit mit Rückentitel und (etwas oxydierter) Rückenvergoldung (berieben, Ecken bestoßen, vorderes Gelenk 5 cm angeplatzt).
Nachverkaufspreis 300 €
Die posthumen Werke des berühmten italienischen Anatomen erschienen zuerst 1697 in London und 1698 mit zwei verschiedenen Verlagsangaben in Amsterdam (vgl. Wellcome). – Nissen ZBI 2657 – Pritzel 5763 – Wellcome IV, 38. – Marcellus Malpighi (1628-1694) gilt als Begründer der Pflanzenanatomie und vergleichenden Physiologie. – “M. muß als Schöpfer der mikroskopischen Anatomie angesehen werden, indem er sich zuerst stark convexer Glaslinsen, sog. einfacher Mikroskope (Vergrößerung bis 180) zur Erforschung der feinen Structur der Organe bediente. Es ist kein Gebiet, das er nicht durch wichtige Entdeckungen bereichert hätte.” (Hirsch/H. IV, 111). – Exlibris, Vorsatz beschrieben, nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 41 Biologie – Martini, Friedrich Heinrich Wilhelm
Allgemeine Geschichte der Natur in alphabetischer Ordnung nach Bomarischer Einrichtung. Bände 1-11 (alles Erschienene). Mit 11 gestochenen Porträts, 11 (wiederholten) gestochenen Titelvignetten, 1 gefalteten Tabelle und 564 (558 altkolorierten/ 33 gefalteten) Kupfertafeln. Berlin und Stettin, Pauli, 1774-1793. 19,8 x 11,5 cm. Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (Deckel berieben und teilweise etwas fleckig, Rücken mit wenigen Wurmgängen und Bibliotheks-Nummerierung, Ecken etwas bestoßen, Band 4: Gelenke leicht angeplatzt und Kapitale mit schmalen Fehlstellen).
Zuschlag 3400 €
Vollständiges Exemplar des seltenen, unvollendet gebliebenen Werks (Band 11 endet mit dem Eintrag “Coquillo). – Zischka, Allgemeines Gelehrten-Lexikon 208 – Nissen, ZBI 2721 (556 Tafeln, ungenau) – Hagen 523 (nur 511 Tafeln). – Die Bände 5-6 wurden von J. F. W. Otto herausgegeben, die Bände 7-11 von J. G. Krünitz. – Die schön kolorierten Tafeln mit Blumen, Fischen, Muscheln, Früchten, Insekten, Reptilien, Säugetieren, Vögeln etc. – Innendeckel mit Bibliotheksschild “Aus der Bibliothek des Baron von Hertefeld in Liebenberg”, Vorsätze mit dessen Bibliotheksstempel. – Nur teilweise leicht gebräunt. Gutes und vollständiges Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 42 Biologie – Botanik – Adanson, Michel
Familles des plantes. 2 Bände. Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Paris, Vincent, 1763.2 Bl., CCCXXV, 189 S.; 1 Bl., 24 S., 2 Bl., 640 S. 19,5 x 12 cm. Marmorierte Lederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (Ecken etwas bestoßen, Rücken mit kleinem Bibliotheksschild). [*]
Zuschlag 480 €
Erste Ausgabe dieses systematischen Versuchs zur Klassifikation der Pflanzen anhand spezieller Merkmale. – Pritzel 21 – vgl. Poggendorff I, 11 (ohne diesen Titel). – Mit einem umfangreichen Vorwort über die Geschichte und den aktuellen Stand der Botanik. – Die Falttafel zeigt ein Gewächshaus. – Der französische Naturforscher und Ethnologe Adanson (1727-1806) war Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Paris und wurde durch seine “Histoire naturelle du Sénégal” (1757) bekannt, die er nach einer mehrjährigen Forschungsreise veröffentlichte. – Titel mit alten Stempeln einer fürstlichen Bibliothek, teilweise etwas braunfleckig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.
First edition. – 2 vols. With fold. engr. plate. Contemp. full calf, richly gilt (corners bumped, small library label to spines). – Title with stamps of a noble library. Occasional browning.

Lot 43 Biologie – Botanik – Artus, Wilibald
Atlas aller in den neuesten Pharmacopoeen Deutschlands aufgenommenen officinellen Gewächse nebst Beschreibung und Diagnostik der hierher gehörigen Pflanzen in pharmacognostischer und pharmacologischer Hinsicht; zugleich ein Hilfs- und Ergänzungswerk aller bisherigen Pharmacopoeen, pharmacognostischen und pharmacologischen Werke. In 2 Bänden. Mit 300 (recte 299, Tafeln 157 und 158 auf 1 Tafel) handkolorierten Kupfertafeln. Leipzig, Baensch, 1864. 396 S. 28,5 x 19,5 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (berieben und bestoßen, Bibliotheksaufkleber). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste Ausgabe des in 60 Lieferungen erschienenen Werkes. – Nissen BBI 52. – Der 2. Band mit dem Umschlag zur 33. Lieferung als Titel. – Einbände lose, Blöcke mehrfach gebrochen, Titel, Text und wenige Tafeln gestempelt, teilweise etwas gebräunt bzw. stockfleckig.

Lot 44 Biologie – Botanik – Bonafous, Matthieu
Histoire naturelle, agricole et économique du maïs. Mit Porträt-Frontispiz, 15 Tafeln in Farbstich mit Retusche und 5 Stahlstichtafeln. Paris, Huzard und Turin, Bocca, 1836. 2 Bl., 181 S. 53 x 35 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (Kanten berieben und bestoßen, Gelenke restauriert). [*]
Zuschlag 2400 €
Einzige Ausgabe der großen Monographie über Mais. – Nissen BBI 198 – de Belder 38 – Great Flower Books 51. – Die 14 prächtigen Tafeln mit Maispflanzen und eine Tafel mit Insekten nach Duport, Meunier, Bottione-Rossi und J. P. Redouté (eine seiner letzten Arbeiten). Die fünf Stahlstiche mit Maschinen und Geräten zur Verarbeitung und Lagerung von Mais nach Le Blanc. – Charles Darwin zitiert in “The variation of animals and plants under domestication” (1868) Bonafous Werk und bezeichnet es als “magnificent work”. – Text unterschiedlich stark (meist im Rand) stockfleckig, die farbigen Tafeln nur leicht, die Stahlstiche stärker stockfleckig.
Only edition. – With portrait-frontispiece, 20 (15 col.) engr. plates. Contemp. half calf (hinges restored). – Foxing to margins of text-leaves and steel-engr. plates, colour plates with only minor foxing.

Lot 45 Biologie – Botanik – Hochenleitter, Lukas (Hg.)
Plantarum indigenarum et exoticarum icones ad vivum coloratae oder: Sammlung nach der Natur gemalter Abbildungen inn- und ausländischer Pflanzen für Liebhaber und Beflissene der Botanik. Hrsg. von einer Gesellschaft Kräuterkenner. Band 1-6 (von 8). Mit 4 kolorierten gestochenen Titelvignetten und 356 (von 360) handkolorierten Kupfertafeln. Wien und Leipzig, Hochenleitter, 1786-92. 23 x 14,5 cm. Marmorierte Pappbände der Zeit mit goldgeprägten Rückenschildern (etwas berieben und leicht bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 3300 €
Einzige Ausgabe. – Nissen BBI 2342. – Die in zweimonatigen Lieferungen erschienenen Tafeln von J. Lachenbauer wurden von I. Albrecht gestochen und im unteren Rand in Deutsch und Latein (nach Linné) bezeichnet. – Zwei Bände mit einem Vorwort des Herausgebers. – Bindungen teils etwas gelockert. – In diesem Umfang und Zustand sehr seltenes, frisches und sauberes Exemplar mit Tafeln in kräftigem leuchtenden Kolorit.

Lot 46 Biologie – Botanik – Lauche, Wilhelm
Deutsche Pomologie. Chromolithographische Abbildung, Beschreibung und Kulturanweisung der empfehlenswerthesten Sorten Aepfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche und Weintrauben. Nach den Ermittelungen des Deutschen Pomologen-Vereins. 7 Teile in 6 Bänden. Mit 300 chromolithographischen Tafeln. Berlin, Paul Parey, 1882-1883. 25,5 x 18,5 cm. Lose in hellbraunen Original-Kalbslederkassetten mit 2 farbigen Rückenschildern und reicher Rücken- und Deckelblindprägung (gering berieben).
Zuschlag 1600 €
Seltene vollständige erste Ausgabe des ab 1880 in monatlichen Lieferungen erschienenen Werkes, hier in einem seltenen ungebundenen Exemplar in den dekorativen Original-Ganzlederkassetten. – Nissen, BBI 1145 – NDB XIII, 697f.: “Seine vielbeachteten Bücher sind bedeutende Zeugnisse der Pomologie u. des … Formobstbaues des 19. Jhdts.” – Die farbenprächtigen Obstdarstellungen, nach Vorlagen des Herausgebers lithographiert, zeigen Äpfel (I/1-2: 100 Tafeln), Birnen (II/1-2: 100 Tafeln), Kirschen (III: 25 Tafeln), Pflaumen (IV: 25 Tafeln), Aprikosen (V: 10 Tafeln), Pfirsische (VI: 25 Tafeln) und Wein (VII: 15 Tafeln). – Beiliegend der Verlagsprospekt von 1879 mit Wiederholung von Tafel I, 29. – Text teilweise etwas stockfleckig, die Tafeln überwiegend sauber.

Lot 47 Biologie – Botanik – Matthiolus, Petrus Andreas
Les commentaires de M. P. André Matthiolus, medecin senois, sur les six livres de Pedacius Dioscoride Anazarbeen, de la matiere Medecinale. Traduits de Latin en François par M. Antoine du Pinet. Mit Titel- und Schlussholzschnitt-Vignette (wiederholtes Porträt des Autors) und 1478 Textholzschnitten. Lyon, Rigaud, 1620. 65 Bl., 606 S., 16 Bl. 34,5 x 22,5 cm. Späterer Halbpergamentband (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Nissen BBI, 1312 – Pritzel 5991. – Spätere französische Ausgabe der erstmals 1561 in Lyon erschienenen Übersetzung Antoine du Pinets. Die Textvignetten zeigen mehrheitlich Abbildungen von Pflanzen und Kräutern nebst einigen Darstellungen von Tieren. – Innenspiegel mit Jugenstil-Exlibris “The Horticultural Society of New York. Bequest of Kenneth K. Mackenzie, October 1934”. – Vorsätze erneuert. – Durchgehend etwas wasserrandig, Titel gestempelt und mit Notiz von alter Hand, 3. Blatt mit Eckabriss (kein Textverlust), stellenweise etwas gebräunt.

Lot 48 Biologie – Botanik
Der neu-ankommende holländische Gärtner. Oder gründlicher und deutlicher Unterricht, wie die holländische Blumen-Zwiebel in unserm Ober-Teutschland am sichersten zu pflantzen, zu warten und zu vermehren sei. Mit gestochenem Frontispiz und 11 Kupfertafeln. Nürnberg, Lochner, 1731 oder 1737. 216 (recte 214) S. 13,5 x 9 cm. Pappband der Zeit (etwas berieben, Ecken bestoßen).
Zuschlag 700 €
Seltene für uns bibliographisch nicht nachweisbare Schrift über holländische Blumenzwiebeln. – Enthält im 2. Teil mit eigenem Titelblatt “Einfältige jedoch gründliche Anweisung, wie man die Zwerg- und hochstämmigen Bäume pflantzen, beschneiden und versetzen solle”. – Durch unten knapp beschnittenen Titel eine Zeile Textverlust, dadurch ist das Erscheinungsjahr nicht genau bestimmbar. – Stellenweise leicht fleckig.

Lot 49 Biologie – Botanik – Patek, Johann
Giftpflanzen. Mit 40 lithographierten Tafeln. Prag, Tempsky, 1867. 2 Bl., 28 S. 31,5 x 25,5 cm (Begleitheft) und 32 x 24,5 cm. Tafeln auf Kartons (41 x 29 cm) montiert und Begleitheft (Rückenbroschur) lose in Halbleinenmappe der Zeit mit montiertem Deckelschild (Kanten berieben, leicht fleckig). [*]
Nachverkaufspreis 500 €
Seltene erste Ausgabe. – Nissen 1495 – Pritzel 6981. – Das Begleitheft mit ausführlichen Tafelerläuterungen und einer allgemeinen Belehrung. – Die Tafeln mit Sammlungsstempel des Wiener Architekten Adolf Machatschek, Begleitheft mit Stempel einer Wiener Buchhandlung. – Heft etwas gebräunt, stellenweise leicht braunfleckig, Tafeln teils leicht braunfleckig, Trägerkartons leicht gewellt.

Lot 50 Biologie – Botanik – Weinmann, Johann Wilhelm
Phytanthoza-Iconographia, Oder Eigentliche Vorstellung etlicher Tausend, so wohl Einheimisch- als Ausländischer, aus allen vier Welt-Theilen, in Verlauf vieler Jahre, mit unermüdlichem Fleiß … gesammleter Pflanzen, Bäume, Stauden, Kräuter, Blumen, Früchte und Schwämme. 4 Bände. Mit 975 (von 1025) kolorierten Kupfertafeln in Farbstich nach G. D. Ehret, N. Asam u.a., gestochen von Seuter, Haid und Ridinger. Regensburg, Hieronymus Lentz (I-III) bzw. Heinrich Georg Neubauer (IV), 1735-1745. 39 x 24,5 cm. Blindgeprägte Schweinslederbände der Zeit über Holzdeckeln mit Rückenbezug aus Kiebitzpapier mit floraler Rückenvergoldung und je 2 goldgeprägten Rückenschildern in Rot und Grün und je 2 Messingschließen (etwas fleckig und berieben, 4 Schließen ohne Messingteil). [*]
Zuschlag 20000 €
Erste Ausgabe des prachtvollen botanischen Werks. – Nissen 2126 – Pritzel 10140 – Botanisches Meisterwerk des Barock mit farbfrischen Pflanzen-Tafeln und gleichzeitig das erste dieser Art, in welchem der später sogenannte englische Farbstich, eine Verbindung von Radierung und Schabkunst, angewandt wurde. – Den Grundstock dieses Werkes bildete die umfangreiche Sammlung von Pflanzendarstellungen des Regensburger Apothekers Johann Wilhelm Weinmann (1683-1741), hinzu kamen Vorlagen von Georg Dionysius Ehret, der Regensburger Blumenmalerin N. Asam und dem Amsterdamer Verleger Burmann (etwa die 25 Magnolienarten) u. a. – Hunt II, 494: “The work may be called the first successful botanical book using color-printed mezzotint”. – “Eine seltsame Verquickung des alten Kräuterbuchtyps mit den barocken Blumenbüchern von der Art des Eichstätter Gartens. In der Meissner Porzellanmanufaktur wurde es alsbald nach Erscheinen als Vorlage benutzt” (Nissen). – Mit prachtvollen Darstellungen von Kakteen, Glockenblumen, Nelken, Sonnenblumen, Chrysanthemen, Wicken, Azaleen, Agaven, Tulpen, Rosen, Lilien, zahlreichen pomologischen Pflanzen, Südfrüchten, Stauden, Pilzen etc. – Kollation: Band I. 200 S. Mit “Index-Titel” in Schwarz und Rot (“Multilinguis Phytanthoza-Iconographiae Weinmannianae Index”). Ohne Band- und Reihentitel und die in anderen Exemplaren zusätzlich eingebundene, großformatige Falttafel. Mit 275 Tafeln “N. 1-275” (Nr. 227 gefaltet). – Tafel Nr. 68 mit kleinem Randeinriss (ca. 3,5 cm außerhalb der Darstellung), Tafeln Nr. 96 und 176 mit verso hinterlegtem horizontalem Riss im Rand, wenige Tafeln (Nr. 157, 159, 177, 182, 199, 201, 211, 218, 223, 225) sowie vereinzelte Textblätter etwas stärker gebräunt. – Band II. 2 Bl. (lateinischer und deutscher Titel in Rot und Schwarz), 516 S. Mit 250 Tafeln “N. 276-525”, davon 10 gefaltet (Nrn. 354, 442-446, 448, 453, 500, 518). – Tafeln Nr. 299 und 300 etwas stärker gebräunt, letzte Tafeln mit schmalen Wasserrändchen. – Band III. 2 Bl. (lateinischer und deutscher Titel in Rot und Schwarz), 488 S. Mit 250 Tafeln “N. 526-775”, davon 2 mehrfach gefaltet bzw. doppelblattgroß (Nrn. 737 und 761). – Tafel Nr. 541 im (gefalteten) Seitenrand knickspurig und mit Läsuren, Tafeln Nr. 740 und 741 etwas gebräunt. Mit zusätzlich eingebundenen 3 Doppelblatt “Paraenesis” mit einem Verzeichnis der Tafeln zu der entsprechenden Lieferung. – Band IV. Ohne Titel. 366 (statt 540) S. (“Commentarius uber den vierdten Band”). Mit 200 (statt 250) Tafeln “N. 776-975” (Nr. 911 gefaltet). Es fehlen die letzten 50 Tafeln “N. 976-1025”), die Titelblätter, 11 Bl. Vorstücke, 174 Bl. Text, 31 Bl. Register sowie die 3 Bl. mit Porträts in Blau gedruckter Schabkunstmanier. Zusätzlich eingebunden sind 5 Bl. “Paraenesis” (ein Doppelblatt). – Alle Titel (bzw. erste Textblatt) mit Besitzeintrag, fliegende vordere Vorsätze der Bände I, III und IV (in Band II entfernt) mit russischem Einfuhrstempel sowie handschriftlichem Vermerk, die Innenspiegel mit montiertem Blanko-Etikett. – Nur ganz vereinzelt minimal fleckig, einige Tafeln etwas stärker gebräunt, teils mit Abklatsch. – Insgesamt sehr schönes und frisches Exemplar mit gratigen Abzügen und ausgezeichneter leuchtender Kolorierung.
First edition. – 4 vols. With 975 (of 1025) coloured mezzotint plates. Contemp. blindstamped pigskin over wooden boards each with 2 labelas and 2 brass clasps (4 clasps without brass parts). – Old owner’s inscription to all titles. First free endpapers of vols. 1,3 and 4 with Russian import stamp with handwritten notes, vol. 2 without ffep. – Only very occasional minor staining, a few plates browned, some offsetting. – Very good and crisp copy. The plates with bright colouring.

Lot 51 Biologie – Botanik – Zwinger, Theodor
Theatrum botanicum, Das ist: Vollkommenes Kräuter-Buch… auf das Neue übersehen, und mit vielen Beschreibungen und Figuren der Kräuter vermehret durch F. Zwinger. Mit gestochenem Titel und ca. 1200 Pflanzenholzschnitten im Text. Basel, Bischoff, 1744. 7 Bl., 1216 S., 28 Bl. 38 x 24 cm. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit 2 Messingschließen (etwas berieben). [*]
Zuschlag 1500 €
Zweite erweiterte Ausgabe. – Pritzel 10532 – Nissen 1311 (unter Mattioli). – Vom Sohn des Autors herausgegebene vermehrte Ausgabe des erstmals 1696 erschienenen Pflanzenkompendiums. Theodor Zwinger (1658-1724) erweiterte die ursprünglich von B. Verzachius 1678 editierte Ausgabe um den pharmakologischen Teil und beschrieb neue Wirkstoffkombinationen der Kräuter. Neben sämtlichen Heilpflanzen und Kräutergewächsen ist diese von Friedrich Zwinger herausgegebene Ausgabe um Baum- und Staudengewächse vermehrt. Ebenso enthalten sind Angaben zu den Genußmitteln wie Tabak, Kaffee und Schokolade (vgl. Mueller, Kakao, I, 46). – Ohne das häufig fehlende Verfasserporträt. – Stellenweise leicht fleckig.

Lot 52 Biologie – Zoologie – Bechstein, Johann Matthäus
Naturgeschichte der Stubenthiere. Vögel. (2. Titel: Naturgeschichte der Stubenthiere … 1. Band (von 2): Die Stubenvögel). 3. vermehrte und verbesserte Auflage. Mit kolorierter Titelvignette (Nachtigall) und 16 kolorierten Kupfertafeln. Gotha, Ettinger, 1812. XXVI, 764 S. 17,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild (berieben und bestoßen, Bezug mit Fehlstellen).
Nachverkaufspreis 200 €
Lindner 117.03 – Nissen 83 – Wood 227: “Famous treatise on cage-birds.” – Ohne die gefaltete Tabelle. – Teilweise etwas gebräunt bzw. stockfleckig, Tafeln mit Fleck in der oberen Ecke, wenige kleine Randeinrisse.

Lot 53 Biologie – Zoologie – Brehm, Christian Ludwig
Handbuch für den Liebhaber der Stuben-, Haus- und aller der Zähmung werthen Vögel, enthaltend die genauesten Beschreibungen von 200 europäischen Vögelarten … Unter Mitwirkung des Grafen von Gourcy-Droitaumont. Mit 8 altkolorierten Kupfertafeln und 1 lithographischen Tafel. Ilmenau, Voigt, 1832. XXXVI, 410 S. 20 x 11,5 cm. Leinwand (um 1860) mit goldgeprägtem Rückentitel (etwas berieben).
Zuschlag 400 €
Erste Ausgabe. – Nissen IVB 141 – Zimmer 91: “Many varieties, individual and otherwise, are described under binimial names and many new generic and specific names are proposed, although some of them were discussed in the author’s work of the previous year, ‘Handbuch der Naturgeschichte…’.” – Die kolorierten Kupfer jeweils mit mehreren Singvögeln. – Das letzte Blatt mit restaurierten Läsuren im Falz, Tafeln etwas gebräunt, 1 Tafel mit Farbflecken im Rand. – Angebunden: Finkler, W. Die Kanarien-Hecke oder die Zucht der Kanarienvögel und deren Bastarde. Nach eigenen Beobachtungen und Erfahrungen bearbeitet. Leipzig, Krappe, 1848. VI, 40 S. – Erste Ausgabe. – Über KVK nur in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden nachweisbar.

Lot 54 Biologie – Zoologie – Buffon, George-Louis Leclerc de
Natural history abridged. A new edition by the Rev. W. Hutton. Embellished with 100 engravings, in 2 volumes. Mit 2 altkolorierten gestochenen Titeln mit Vignette und 98 altkolorierten Kupfertafeln. London, T. Tegg u.a., 1821. IV, VIII, IV, 352 S.; IV, 426 S., 1 Bl. 21 x 13 cm. Dunkelblauer Ganzlederband der Zeit mit jeweils 2 roten Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie blindgeprägten Deckeln (etwas bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 300 €
Vollständiges Exemplar der gekürzten Fassung, die Tafeln meist mit Abbildungen aus dem Tierreich und in schönem Altkolorit. – Nissen ZBI 724. – Vorderes Innengelenk von Band 2 lose, drei Blatt lose, teilweise etwas, nur wenige Blatt stärker gebräunt.

Lot 55 Biologie – Zoologie – Buffon, George-Louis Leclerc de
Oeuvres complète de Buffon. Avec la nomenclature Linnéenne et la classification de Cuvier. Revues sur l’édition in-4° de l’Imprimerie Royale et annotées par M. Flourens. 12 Bände. Mit Stahlstich-Frontispiz und -Porträt, 4 grenzkolorierten Stahlstich-Karten und 148 kolorierten Stahlstich-Tafeln. Paris, Garnier, 1855-57. 27,5 x 18 cm. Rote Halbleinwandbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln (etwas angestaubt und leicht berieben, Rücken etwas ausgeblichen und teilweise fleckig, Kapitale und Ecken teilweise etwas bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Zweite von Flourens herausgegebene Werkausgabe Buffons, gegenüber der ersten, 1853-55 erschienenen nur leicht verändert. – Nissen 705. – Die Hinzufügung der Linnéschen Nomenklatur sowie der Klassifikation nach Georges Cuvier machten das populärste naturgeschichtliche Werk des 18. Jahrhunderts auch für die systematische Wissenschaft des 19. Jahrhunderts nutzbar. – Die Stahlstich-Tafeln nach Vorlagen von Edouard Traviès und Henry Gobin in schönem, teilweise eiweißgehöhten Kolorit. – Buchblöcke etwas gelockert, Bände 1 und 10 stellenweise stärker stockfleckig, gebräunt und wasserrandig, sonst etwas stockfleckig, Tafeln meist etwas gebräunt.

Lot 56 Biologie – Zoologie – Hessling, Theodor von
Die Perlmuscheln und ihre Perlen naturwissenschaftlich und geschichtlich mit Berücksichtigung der Perlengewässer Bayerns. Mit 8 (6 kolorierten bzw. teilkolorierten) lithographischen Tafeln, 2 gefalteten Tabellen und 1 gefalteten kolorierten lithographischen Karte. Leipzig, Engelmann, 1859. VIII, 376 S. 24,5 x 16,5 cm. Halbleinwandband (um 1900) mit aufgezogenem vorderen Original-Umschlag (etwas angestaubt).
Zuschlag 220 €
Erste Ausgabe der seltenen Monographie. – Nicht bei Nissen und Poggendorff. – Die Karte mit einer Übersicht “der geographischen Verbreitung der Perlmuscheln in Bayern”. – Titel etwas fleckig, sonst nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 57 Biologie – Zoologie – Kiener, Louis Charles
Spécies général et iconographie des coquilles vivantes comprenant la collection du Muséum d’Histoire naturelle de Paris, la collection Lamarck, celle du Prince Masséna (appartenant maintenant A. M. B. Delessert) et les découvertes récentes des voyageurs. Famille des canalifères. III. Rocher, triton, ranelle. Mit 80 handkolorierten gestochenen Tafeln. Paris, Rousseau und J. B. Baillière, 1841-1843. 2 Bl., 130 S., 1 Bl., 48 S., 40 S. 33 x 26 cm. Halbleinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (Kanten etwas berieben, leicht beschabt). [*]
Nachverkaufspreis 1350 €
Sehr seltene große Ausgabe. – Caprotti 197 – Dance 137 – Faber 64 – Nissen ZBI 2183. – Wunderschön ausgeführten Werkes von großer wissenschaftlicher Bedeutung, das die Beschreibungen und Illustrationen vieler neuer und wenig bekannter Muscheln enthält. – Nissen erwähnt nur die 8vo-Ausgabe, aber auf Originalverpackungen aus der Zeit von Kiener wurde angegeben, dass das Werk in “Grand in-8 °, papier grand-rosin. figures coloriées. 6 fr.” Und “Grand in-4°” verfügbar ist. – Louis Charles Kiener (1799-1881) nutzte die berühmte Delessert-Sammlung und die des Naturhistorischen Museums von Paris, eine der größten Sammlungen von conchologischem Material. – “He soon put it to good use; and in 1834 he published the first part of his Spécies . This exquisitely illustrated iconography, started before the Sowerbys and Reeve began to issue theirs, appeared at intervals up to 1880, when eleven volumes had been completed” (Dance, A History of Shell Collecting). – Dieser Band umfasst die Stachelschnecken (Rocher), die Froschschnecken und Cymatiidae (Ranelle) und weitere Cymatiidae (Triton) sowie einige Hornschnecken (Colubraria) und Gitterschnecken (Plesiotriton). – Die feinen, handkolorierten Tafeln von Maubert, Roch, De la Haye und anderen gehören zu den schönsten Illustrationen von Muriziden und Ranelliden, die jemals veröffentlicht wurden. Die Veröffentlichung begann 1841 und wurde zwei Jahre später abgeschlossen (Faber, 2011). – Text etwas braunfleckig (meist im Rand), vereinzelte Tafeln leicht gebräunt, Tafeln meist nur wenig oder nicht fleckig.

Lot 58 Biologie – Zoologie – Lacépède, B. E. G. de
Histoire naturelle comprenant les cétacées, des quadrupèdes ovipares, les serpents et les poissons. Nouvelle édition. Précédée de l’éloge de Lacépède par Cuvier. Avec des notes et la nouvelle classification de A.-G. Desmarest. 2 Bände. Mit 34 (von 36) kolorierten und teilweise eiweißgehöhten gestochenen Tafeln. Paris, Furne, 1839. 2 Bl., XII, 668 S.; 2 Bl., 647 S. 27 x 17 cm. Grüne Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Nissen ZBI, 2346. – Mit Abbildungen zum Wal- und Haifang, Fische, Schlangen und Echsen. Die qualitativ hochwertigen, teilweise eiweißgehöhten Tafeln zeigen die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung, oft beim Beutefang. Der Band 2 ist ausschließlich den Fischen vorbehalten. – Text teilweise stockfleckig, Tafeln teilweise etwas, teilweise stärker gebräunt.

Lot 59 Biologie – Zoologie – Martens, Eduard von
Ueber vorderasiatische Conchylien nach den Sammlungen des Prof. Hausknecht. Mit 9 kolorierten lithographischen Tafeln. Kassel, Theodor Fischer, (ca. 1880). 127 S. 30 x 22,5 cm. Blindgeprägte Leinwand mit goldgeprägtem Deckeltitel (minimal berieben).
Zuschlag 240 €
Pfeiffer, Novitates conchologicae. Band 5. – Erste Ausgabe. – Nicht bei Nissen. – Ohne den Reihentitel. – Tafeln etwas gebräunt und teilweise mit Wasserfleck im oberen Rand.

Lot 60 Biologie – Zoologie
Naturhistorische Bildersammlung in 1164 lithographirten Abbildungen des Thierreichs. Wohlfeiles, schönes und nützliches Geschenk für die Jugend. Mit 48 lithographischen Tafeln. Reutlingen, Mäcken, 1828. 25,5 x 34 cm. Neuer Pappband mit beigebundenem vorderen Original-Umschlag (dieser etwas fleckig).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – “Auch zu jedem Lehrbuch der Naturgeschichte brauchbar” (Titel). – Ohne das Textheft. – Teilweise leicht fleckig, eine Tafel mit hinterlegtem Einriss.

Lot 61 Biologie – Zoologie – Pfurtscheller, Paul
Mammalia. Mus dec. Tab. 28. Wien, Pichler’s Witwe & Sohn, um 1910. Auf kräftiges Papier montierte zweiteilige Chromolithographie. 138 x 129 cm. Im oberen Rand mit 2 Metallösen versehen. [*]
Zuschlag 240 €
Zoologische Wandtafeln, Tafel 28. – Seltene Wandtafel, die die Morphologie und Anatomie einer Maus darstellt. – Nissen ZBI, 3152. – Der österreichische Zoologe und Naturwissenschaftler Paul Pfurtscheller (1855-1927) produzierte ab 1902 die Reihe “Zoologischen Wandtafeln” (es erschienen 39 von geplanten 70). Ab 1877 war Pfurtscheller Mitglied der Zoologischen und Botanischen Gesellschaft Wien und erstellte die Wandkarten, um seinen Unterricht zu veranschaulichen. Diese wurden später vom Zoologischen Institut der Universität verwendet und von hervorragenden Zoologen geschätzt. – Die Tafeln wurden ursprünglich von A. Pichlers Witwe & Sohn, Buchhandlung und Lehrmittelanstalt herausgegeben (ebenso wie dieses Exemplar), einer Buchhandlung, die sich auf Unterrichtsliteratur und Lehrmittel in Wien und Leipzig spezialisiert hatte. – Etwas knickspurig, teils etwas wellig, stellenweise leicht gebräunt, leicht fleckig, leichte Randläsuren am Trägerpapier, verso mit Resten von Klebeband.

Lot 62 Biologie – Zoologie – Redi, Francesco
Experimenta circa generationem insectorum ad Nobilissimum Virum Carolum Dati. Mit gestochenem Titel, gestochener Titelvignette, 2 (1 ganzseitigem) Textkupfern und 38 (10 gefalteten) Kupfertafeln. Amsterdam, A. Frisius, 1671. 5 Bl., 230 (recte 330) S., 10 Bl. 14 x 8 cm. Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben).
Nachverkaufspreis 240 €
Erste lateinische Ausgabe von einem der Hauptwerke Redis, der zu den Begründern der Verwendung von Mikroskopen in der Zoologie zählt. – Nissen ZBI 3320. – Ein Texblatt mit ergänzter Fehlstelle (halbseitiger Textverlust), sonst sehr gutes und vollständiges Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 63 Biologie – Zoologie – Schäffer, Jacob Christian
Sammelband mit 14 naturwissenschaftlichen Abhandlungen. Mit insgesamt 35 gefalteten kolorierten Kupfertafeln. Regensburg, 1754-1764. 23,5 x 19 cm. Halblederband der Zeit mit floraler Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückenschild (Kanten berieben, etwas beschabt). [*]
Zuschlag 1900 €
Bis auf eine Schrift alles in erster Ausgabe. – Nissen ZBI 3631. – Der umfangreiche Sammelband enthält die Schriften: I. Die Krebsartige Kiefenfuss mit kurzen und langen Schwanzklappe. 1756. 7 Tafeln, 142 S. – II. Das Zwiefalter oder Afterjüngferchen. 1763. 1 Tafel, 3 Bl., 26 S. – III. Die Blumenpolypen der süßen Wasser beschrieben und mit den Blumenpolypen der salzigen Wasser verglichen. 1755. 3 Tafeln, 3 Bl., 54 S. – IV. Die Armpolypen in den süßen Wassern um Regensburg entdektet und beschrieben. 1754. 3 Tafeln, 2 Bl., 84 S. – V. Die grünen Armpolypen die geschwanzten und ungeschwandzten zaktigen Wasserflöhe und eine besondere Art kleiner Wasseraale. 1763. 3 Tafeln, 1 Bl., 96 S. – VI. Der weichschaalige Cronen- und Käulenkäfer. 1763. 1 Tafel, 3 Bl., 22 S. – VII. Verschiedene Zwiefalter und Käfer mit Hörnern. 1763. 3 Tafeln, 2 Bl., 40 S. – VIII. Neuentdeckte Theile an Raupen und Zwehfaltern nebst der Verwandlung der Hauswurzraupe zum schönen Tagvogel mit rothen Augenspiegeln. 1763. 2 Tafeln, 2 Bl., 56 S. – IX. Die Mauerbiene in einer Rede beschrieben. 1764. 5 Tafeln, 3 Bl., 38 S. – X. Der wunderbare und vieleicht in der Natur noch nie erschienene Eulenzwitter nebst der Baumraupe aus welcher derselbe entstanden und welche vor einigen Jahren an vielen Orten Sachsens überaus großen Schaden gethan hat. 1761. 1 Tafel, 3 Bl., 30 S. – XI. Die eingebildeten Wurmer in Zähnen nebst dem vermeyntlichen Hülsmittel wider dieselben. 1757. 1 Tafel, 2 Bl, 44 S. – XII. Vorläufige Beobachtungen der Schwämme um Regensburg angesteller und mit vier Kupfertafeln ausgemahlter Abbildungen erläutert. 1759. 4 Tafeln, 3 Bl., 62 S. – XIII. Der Sichtschwamm mit grünschleimigen Hute. 1760. 5 Tafeln, 6 Bl., 36 S. – XIV. Jacob Christian Schäffers erläuterte Vorschläge zur Nusbesserung und Förderung der Naturwissenschaft. Zweyte Auflage. 1764. 2 Bl., 38 S. – Die Paginierung von I. springt von 42 auf 49 ohne Textverlust. – Erster Titel leicht gebräunt, sonst frisches und kaum fleckiges Exemplar mit feinem Kolorit.

Lot 64 Chemie – Sickingen, Carl Heinrich von
Versuche über die Platina. Mit gefaltetem gestochenen Titel mit Vignette, 1 gefalteten Tabelle und 2 mehrfach gefalteten Kupfertafeln. Mannheim, Hofdruckerei, 1782. 8 Bl., 324 S., 1 Bl. 19 x 11 cm. Neue Halbleinwand.
Zuschlag 440 €
Seltene erste Ausgabe, der zuerst in der Pariser Akademie vorgetragenen Abhandlungen, anonym erschienen und übersetzt von dem Kameralisten G. A. Suckow. – Poggendorff II, 922 – Ferchl 502. – ” S. ist in der Geschichte der Chemie als der Verfasser der wichtigsten Arbeiten bekannt, welche im 18. Jahrhundert über das Platin ausgeführt worden sind. Er war der erste, welcher die Schweißbarkeit dieses Metalls erkannte und dem es gelang, das Platin in Blechform auszuhämmern und es zu feinen Drähten auszuziehen” (ADB XXXIV, 158). – Titel fleckig und mit Stempel verso, am Anfang im Rand etwas feuchtfleckig, später im Falz, etwas gewellt, teilweise etwas gebräunt.

Lot 65 Chemie – Stahl, Georg Ernst
Ausführliche Betrachtung und zulänglicher Beweiß von den Saltzen, daß dieselbe aus einer zarten Erde, mit Wasser innig verbunden, bestehen. Halle, Waisenhaus, 1723. 8 Bl., 432 S. 16,6 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild (berieben und etwas bestoßen, Kapital mit schmaler Fehlstelle).
Zuschlag 750 €
Erste Ausgabe. – Ferguson II, 397 – Ferchl 513 – Kopp I, 69. – Der bedeutende Arzt und Chemiker G. E. Stahl (1660-1734), Leibarzt des preußischen Königs in Berlin, gilt neben J. J. Becher als Hauptbegründer der Phlogiston-Theorie, die erst am Ende des Jahrhunderts durch Lavoisiers Oxydationstheorie der Verbrennung überwunden wurde. – “Wichtige chemische Beobachtungen enthaltende” Schrift (Kopp), bedeutsam durch die in ihr dokumentierte Abkehr Stahls von alchemistischen Gedanken (im 36. Kapitel über Goldmacherei). – Vorsatz und Titel mit Stempel der “Halleschen Pfännerschaft”, Vorsätze, Titel und letztes Blatt etwas stärker gebräunt.

Lot 66 Chemie – Stas, Jean-Servais
Oeuvres complètes. 3 Bände. Mit 3 Porträt-Frontispizen. Brüssel, Librairie Européenne C. Muquardt, 1894. 28 x 21 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln und etwas Rückenvergoldung und goldgeprägten Wappensupralibros der “Académie Royale de Belgique” auf den Deckeln (Rücken minimal berieben). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Der belgische Chemiker Jean Servais Stas (1813-1891) führte erstmals exakte Messungen der Atommasse, unter anderem des Kohlenstoffs durch. – Ein Vortitel und zwei Frontispize auf der Rückseite etwas fleckig, sonst nahezu fleckenfrei und sehr gut erhalten.

Lot 67 Chemie – Trommsdorff, Johann Bartholomäus
Kallopistria, oder die Kunst der Toilette für die elegante Welt. Erfurt, Hennings, 1805. Titel, XIV, 286 S. 15,8 x 9 cm. Neuer Halbpergamentband.
Zuschlag 200 €
Seltene erste Ausgabe des pharmazeutisch-kosmetischen Rezeptbuches. – Poggendorff II, 1137 – Ferchl 453. – Mit Anleitungen für “unschädliche Parfums und Schönheitsmittel, Pulver, Pommaden, Schminken, Pasten, aromathischen Bädern …” (Titel). – Trommsdorf (1770-1837) gründete das erste pharmazeutische Institut in Deutschland und errichtete eine der ersten Fabriken für chemisch-pharmazeutische Präparate. – Titel gebräunt und teilweise hinterlegt, teilweise etwas stockfleckig.

Lot 68 Geologie – Cuvier, Georges
Die Umwälzungen der Erdrinde in naturwissenschaftlicher und geschichtlicher Beziehung. Nach der fünften Original-Ausgabe übersetzt und mit besondern Ausführungen und Beilagen begleitet von J. Nöggerath. 2 Bände. Mit 1 mehrfach gefalteten Tabelle. Bonn, Weber, 1830. XIV, 378 S., 1 Bl.; 2 Bl., 424 S., 1 Bl. 19,5 x 11,5 cm. Bedruckte Original-Broschuren (angerändert, kleine Fehlstellen an den Kapitalen, Rücken mit Bibliotheks-Schild, Deckel von Band 1 mit Bibliothekssignatur). [*]
Zuschlag 500 €
Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 6370 – Poggendorff I, 507 – Reichardt I, 28. – – Cuviers Werke waren bei Goethe hoch angesehen. Nöggerath, Professor der Mineralogie und Bergwerkswissenschaften in Bonn, gehörte zu jenem Kreis von Gelehrten, denen Goethe größte Beachtung schenkte. – Unbeschnitten. – Teilweise etwas gebräunt, Band 1 zum Schluss mit Wasserfleck im oberen Rand.

Lot 69 Geologie – Groß, Ludwig von
Geologie, Geognosie und Petrefactenkunde. Mit 500 Abbildungen der die Gebirgsformationen characterisirenden Petrefacten. Mit 16 gefalteten gestochenen Tafeln. Weimar, Voigt, 1844. X, 323 S., 1 Bl. 20 x 13 cm. Pappband der Zeit mit 2 goldgeprägten Rückenschildern (etwas berieben und bestoßen).
Nachverkaufspreis 200 €
Seltene einzige Ausgabe. – Mit den Kapiteln: Geologie oder Bildung der Erdkugel. – Elemente der Geognosie. – Petrefactenkunde. – Geognosie. – Text gebräunt und braunfleckig, Tafeln nur leicht gebräunt und leicht fleckig, erste Tafel mit leichtem Abklatsch.

Lot 70 Geologie – Leonhard, Karl Cäsar von
Geologischer Atlas zur Naturgeschichte der Erde. Mit 11 kolorierten gestochenen bzw. lithographierten Karten und 1 kolorierten lithographierten Profiltafel. Stuttgart, Schweizerbart, 1841. 33 S. 19,5 x 24,5 cm. – Beigebunden: Derselbe. Vulkanen-Atlas zur Naturgeschichte der Erde. Mit 15 (4 kolorierten) gestochenen bzw. lithographierten Karten. Ebda., (1844?). Titel, 1 Bl. Neuer Pappband mit altem montierten Deckelschild.
Zuschlag 600 €
Die beiden Teile bilden zusammen den seltenen Atlasband zu Leonhards 1836-1844 erschienener “Geologie oder Naturgeschichte der Erde”. – Der erste Titel alt gestempelt, leicht gebräunt. Gutes und vollständiges Exemplar.

Lot 71 Geologie – Lyell, Charles
L’ancienneté de l’homme prouvée par la géologie et remarques sur les théories relatives à l’origine des espèces par variation. Traduit … par M. Chaper. Mit 2 Holzschnitt-Tafeln und 58 Textholzschnitten. Paris, Baillière, 1864. 560 S. 22,5 x 13,5 cm. – Beigebunden: Appendice. L’homme fossile en France. Communications faites a l’institut (Academie des sciences). Mit 2 gefalteten Tafeln und 10 Textholzschnitten. Ebda., 1864. 4 Bl., 296 S. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Kapital mit kleiner Fehlstelle, Gelenke teilweise geklebt). [*]
Zuschlag 220 €
Erste französische Ausgabe. – Stempel auf Titel, farbige Randanstreichungen. – Beigegeben: Derselbe. Manuel de géologie élémentaire ou changements anciens de la terre et de ses habitants. Traduit de l’anglais sur la cinquième édition par M. Hugard. Cinquième édition considérablement augmentée et illustrées de 750 gravures sur bois. 2 Bände. Mit Holzschnitt-Frontispiz, Holzschnitt-Titelvignetten und 717 Textholzschnitten. Paris, Langlois und Leclercq, 1856-1857. XVI, 492 S.; VII, 520 S. 22 x 13 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung. – Nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 72 Geologie – Rasch, Johann
Erdbidem Chronic. Nach art eines Calenders, sambt einem kurtzen bericht un Catalogo Autorum. Darin allerley Erdbiden und Erdkluefften, vor Christi Geburt 1569. und sovil deren biß auff diß 1591. Jar her beschrieben: Diese seyen von innerlichem Erdrich herauß, oder vom Himmel herab, von Lufft, Wind, und Wetter verursacht, darauß zusehen und zulernen, was desto troestlicher sich menniglich darnach zurichten hat. Mit 1 großen Titelholzschnitt. München, bey Adam Berg, 1591. 20 nn. Bl. 19,5 x 16,5 cm. Interimskartonage des 18. Jahrhunderts mit altem handschriftlichem Titeletikett auf dem Deckel. [*]
Zuschlag 1300 €
Einzige Ausgabe der ersten selbständigen Abhandlung über Erdbeben in deutscher Sprache. – VD16 R 299. – Rasch (ca. 1540 – ca. 1615) war Mathematiker, Astronom und Organist. Insbesondere in seinen astronomischen und meteorologischen Schriften setzte er sich auch mit dem Pseudo-Prophetismus auseinander, den er als in Wien universitär ausgebildeter Mathematiker und Astronom vor allem der Astrologie unterstellte. – Vorliegende, beim herzoglich bayerischen Hofbuchdrucker Adam Berg in München gedruckte Schrift enthält neben der eigentlichen, beschreibenden Chronik von Erdbeben seit 1569 vor Christi (bis Drucklegung) eine kurz kommentierte Bibliographie von neun Schriften zum Thema, eine Vorrede über das Wesen von Erdbeben (als Widmungsrede an den Drucker verfasst) und eine aus den zeitgenössischen Darstellungen von Antoine Mizauld und Guglielmo Grataroli gezogene Darlegung der Vorzeichen von Erdbeben. – Der große Titelholzschnitt mit einer Erdbeben-Szenerie. – Titel gebräunt, mit zwei alten unleserlichen Stempeln, wovon einer großenteils rasiert ist und handschriftlicher Datierung “i59i”, etwas stockfleckig und gebräunt, kleine Wurmgänge im Falz.

Lot 73 Geologie – Theophrastus
Abhandlung von den Steinarten. Aus dem Griechischen übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Carl Schmieder. Freyberg, Craz und Gerlach, 1807. XII, 84 S. 19,6 x 12 cm. Pappband der Zeit mit grünem Rückenschild (Rücken mit Bibliotheksschild).
Zuschlag 330 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff II, 822. – Carl Schmieder (1778-1850) war Lehrer an der Realschule in Halle, später Direktor der Bürgerschule in Kassel und Mitglied der mineralogischen Gesellschaft in Jena. – Stempel auf Vorsatz, schwacher Stempel auf dem Titel. Gutes Exemplar.

Lot 74 Landwirtschaft – Leo, Joseph Christoph Otto
Reizendes Beyspiel der Nützlichkeit und Möglichkeit zu Abschaffung der Brache. Nebst desselben Abhandlung von dem Beyspiel und dem hierüber gefällten kunstrichterlichen Urtheil. Frankfurt, Eichenberg, 1777. 10 Bl., 268 S., 2 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild (Kapitale mit kleinen Fehlstellen, etwas berieben, hintere Rückenkante mit Wurmgang).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe der ersten größeren landwirtschaftlichen Abhandlung des Agrarreformers. – Dieser Titel nicht bei Humpert. – Gutes Exemplar.

Lot 75 Landwirtschaft – Stöcker, W
Wiesenbau. Manuskript. Deutsche Handschrift auf Papier. Mit 36 (6 mehrfach gefalteten) meist aquarellierten Tafeln mit Tuschzeichnungen. Nauen, um 1906. 360 S. 33 x 22 cm. Späterer Halbleinenband (berieben und etwas bestoßen, Rücken zur Hälfte gelöst). [#]
Nachverkaufspreis 300 €
Sauber ausgeführtes Manuskript mit kalligraphischen Tafel- und Kapitelüberschriften über die Bewirtschaftung von Wiesen, wohl das Werk eines Landwirtschaftsschülers aus dem Brandenburger oder Lausitzer Raum. Der Text und die sorgfältig gezeichneten Tafeln beschäftigen sich vorrangig mit der Be- und Entwässerung von Wiesen. Die Tafeln zeigen entsprechende Vorrichtungen und Techniken wie Überstauung, Furchenbewässerung, verschiedene Wehre, Stauvorrichtungen, Schleusen sowie von Teichanlage, Querschnitt durch den Dortmund-Ems-Kanal (als Beispiel eines “Rohrdruckers”), Beispiele für Uferschutz, künstliche Uferbefestigung, Fischteiche, Werkzeuge etc. Enthält u.a. die Kapitel Bewässerungssysteme, Hangbau, Rückenbau, Abstecken von Kurven und Stauanlagen. – Vorsatz mit handschriftlichem Besitzvermerk W. Stöcker. – Stellenweise leicht fleckig, sonst gut erhalten.

Lot 76 Landwirtschaft – Gartenbau – Rhagor, Daniel
Pflantz-Gart. Darinn grundtlicher Bericht zu finden, welcher gestalten 1. Obs-Gärten, 2. Kraut-Gärten, 3. Wein-Gärten. Mit lust und nutz anzustellen, zu bawen und zu erhalten, … Vermehret, mit einem sehr nutzlichen Bericht, was deß Pflantzens halb 1. In gewissen Monaten fürzunemmen, 2. Auff etlichen nammhafften Tagen zu halten, 3. Auß der Witterung zu schließen seye. Auß langwiriger, selbs eygener Erfahrung zusamen getragen … und … zum anderen mahl in Truck verfertiget. 4 Teile in 1 Band. Bern, Sonnleitner, 1650. 16,8 x 10 cm. Pergamentband der Zeit (etwas bestoßen, gebräunt). [*]
Zuschlag 600 €
Zweite Ausgabe des ersten in der Schweiz gedruckten Werkes über Obst-, Gemüse- und Weinbau. – Wimmer/Lauterbach 85 – Janson 405 – Schoene 1750 – Martini 45-46. – Daniel Rhagor (1577-1648) war Ratsherr in Bern. “Einige von Rhagor kurz beschriebenen Obst- und Rebsorten haben sich bis heute erhalten. Der Berner Rat beschloss noch im Erscheinungsjahr des ‘Pflantz-Gart’, Daniel Rhagor als Anerkennung für sein Werk ein Geschenk von 40 Dublonen und ein Fass Ryffwein auszurichten. Daniel Rhagor kann man als Vorläufer jenes grossen Agronomen Emanuel von Fellenberg und des Pomologen Friedrich Zehender betrachten” (Martini 46). – Exlibris, teilweise stärker braunfleckig, am Ende einige Leerblätter alt beigebunden.

Lot 77 Landwirtschaft – Gartenbau – Vallemont, Pierre Le Lorrain de
Curiositez de la nature et de l’art sur la vegetation, ou l’agriculture, et le jardinage dans leur perfection: Où l’on voit le secret de la multiplication du blé, & ley moyens d’augmenter considerablement le revenu des biens de la Campagne. De nouvelles découvertes pour grossir, multiplier, & embellir les fleurs & les fruits, &c. Nouvelle edition. Revûë, corrigée, & augmentée. I. De la culture de jardin potager. II. De la culture du jardin fruitier. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 gestochenen Frontispizes und 12 Kupfertafeln. Brüssel, Jean Leonard, 1715. Titel, 8 Bl., 311 S., 3 Bl., Titel, 359 S., 3 Bl. 16 x 10,5 cm. Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel.
Zuschlag 220 €
Die erste Ausgabe erschien 1705. – Vgl. Hunt, 410 – Nissen BBI, 2037n. – Sehr gutes Exemplar des Standardwerks des Abbé de Vallemont (1649-1721).

Lot 78 Landwirtschaft – Schafzucht – Röver, Friedrich
Der Schäfer auf dem Lande. Ein Buch für Schafhirten und Landleute, die Schafe halten; oder Anweisung: welche Kenntnisse für Schäfer in gegenwärtigen Zeiten erforderlich sind, welche Pflichten sie haben, wie sie ihre Schafe behandeln müssen, und durch welche Arzeneymittel sie deren Krankheiten zu heilen im Stande sind. Mit Hülfe einiger Freunde und des Schafmeisters Gabriel Homann hieselbst herausgegeben. Magdeburg, Heinrichshoven, 1825. XII, 188 S. 17,4 x 10,5 cm. Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (Kanten etwas berieben).
Zuschlag 220 €
Seltene erste Ausgabe. – Der Prediger Röver war Verfasser mehrerer Werke für Landleute und Viehzüchter. – Name auf dem Titel, teilweise leicht gebräunt.

Lot 79 Mathematik – Clavius, Andreas
Die harmonische Verhältniß, wonach alle reguläre Vielecke geometrice erwiesen, und in einem Circkel beschrieben werden, als den Grund der widerrechtlich verhasseten und verruffenen arithmetischen Quadratur des Circkels, untersuchet und erweiset zum Vorschmack. Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Frankfurt und Leipzig, (ohne Verlag), 1755. 3 Bl., 72 S. 17 x 10 cm. Halbpergamentband der Zeit (etwas fleckig). [*]
Zuschlag 400 €
Erste Ausgabe. – Murhard, Litteratur der mathematischen Wissenschaften I, 118. – Seltener Beitrag zur Leibniz’schen Monadenlehre des Wolffianers Andreas Clavius (1692-1755) aus Celle. – Vorsätze mit Berechnungen zur Quadratur des Kreises zeitgenössisch eng beschrieben. Beiliegend einige lose Blatt mit weiteren Anmerkungen von gleicher Hand. – Etwas gebräunt und teilweise leicht feuchtfleckig.

Lot 80 Mathematik – Euler, Leonhard
Vollständige Anleitung zur Algebra. 2 Teile in 1 Band. St. Petersburg, Akademie der Wissenschaften, 1770. 8 Bl., 356 S., 1 Bl., 532 S., 1 Bl. 20,4 x 12,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (berieben und etwas bestoßen, Deckelbezug mit Fehlstellen).
Zuschlag 650 €
Erste deutsche Ausgabe. – Eneström 387 und 388 – Poggendorff I, 690 – Roller-G. I, 375 – Honeyman 1075. – Eines von Eulers schönsten Büchern (NDB IV, 689), vom bereits erblindeten Verfasser seinem Sekretär Nikolaus Fuß diktiert. Eine russische Übersetzung war bereits 1768-1769 veröffentlicht worden, daher “war das ganze Werk sicherlich schon 1767 fertig” (Enerström). – Es ist ein elementares Lehrbuch der Algebra und insbesondere zum Selbststudium gedacht. Und weil faszinierend klar geschrieben und didaktisch geschickt aufgebaut, wurde das Buch “the model of many later texts on algebra” (Honeyman). – Wenige Blatt mit schwachem Wasserfleck, wenige mit kleinem Wurmgang im Rand, nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 81 Mathematik – Reyher, Samuel
Mathesis mosaica, sive loca pentateuchi mathematica mathematice explicata, cum appendice aliorum S. Script. Iocorum mathematicorum. Mit 1 gefalteten Kupfertafel und einigen Textholzschnitten. Kiel, Reumann, 1679. 4 Bl., 808 S. 18,5 x 15 cm. Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel (leicht angestaubt).
Zuschlag 850 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff II, 617 – Kantor III, 524. – “So sind der ‘Mathesis mosaica …, Kiliae 1679, 808 Seiten in 4°’, zahlreiche Disputationen einverleibt, welche sich auf die verschiedenartigsten Dinge beziehen. Dies sonderbare Werk, welches noch im folgenden Jahrhundert manchen ähnlichen Schriften als Fundgrube diente, entsprach der damaligen Zeitrichtung, die Wissenschaften durch den Nachweis ihres usus in theologia zu verherrlichen. Auf Grundlage von Bibeltexten ließen sich wissenschaftliche Kenntnisse verbreiten und durch die Hinzufügung mancher Curiosa die Aufmerksamkeit fesseln. Loca mathematica waren dabei alle Stellen, die, wenn auch nur entfernt, eine Beziehung zur Mathematik in ihrem weitesten Sinne haben konnten. So kommen von den juristischen, dem Werke einverleibten Disputationen vor: die schon erwähnte ‘De jure primogeniorum’, dann ‘De mappa geographica Palestinae’, ‘De columnis templi Salomonici’, ‘De aeneo Salomonis mari’ u.s.w. Bei der Erwähnung des ersten Regenbogens wird die Cartesische Theorie des Regenbogens vorgetragen. Zu der in das Buch eingefügten Disputation ‘De diluvio Noachico’ wird auf die Angabe der Dauer vom 17. bis 27. Tage des zweiten Monats hingewiesen, doch ließ sich R. hierbei, wie Weyer bemerkt, die merkwürdige Beziehung entgehen, daß diese Dauer dem Unterschiede der Tage des Sonnenjahres und Mondjahres entspricht. Bei den Mauern Jericho’s wird das Mitklingen von Tönen abgehandelt u. dergl. mehr” (ADB XXVIII, 354ff.). – Eine weitere gestochene Tafel beigebunden. – Nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 82 Mathematik – Weigel, Erhardt
Wienerischer Tugend-Spiegel. Darinnen alle Tugenden nach der Anzahl derer gleich so vielen Festungs-Linien und Wercken bei der weltgepriesenen nunmehr zum andernmal so tapffer wider Türck und Tartarn defendirten Kayserl. Residenz-Stadt Wien zu immerwährendem Gedächtnüß vorgestellet. 2 Teile in einem Band. Mit gestochenem Frontispiz und 35 Kupfertafeln. Nürnberg, Endter, 1687. 8 Bl., 136, 112, 44 (recte 40) S., 6 Bl., 452 S. 17 x 10 cm. Pergamentband der Zeit (fleckig). [*]
Zuschlag 300 €
Erste Ausgabe. – Gugitz 587 – Sturminger 3047 – VD 17 23:283541M. – Enthält im ersten Teil, dem titelgebenden “Wienerischen Tugend-Spiegel”, die Betrachtung von 35 Tugenden, im zweiten Teil eine wiederum zweiteilige Aretologistik. In dieser Tugendschule behandelt Weigel die Rechenkunst; im kleineren ersten Teil dieser Schule wird der Zusammenhang von Tugend und Rechnen entwickelt, welches Rechnen in einem sehr umfassenden Sinn alle auf Erkenntnis zielende Verstandestätigkeit meint, der recht umfangreiche zweite Teil ist dann tatsächlich dem Rechnen gewidmet. Und auch in diesem Teil macht Weigel deutlich, dass Rechnen kein bloßes “Zifferirn” ist, sondern in allen Rechenoperationen stets auf das Universelle gerichtetes Handeln. So haben Tugendlehre und Rechenkunst letztlich das gleiche Ziel: sie dienen der “Mathematischen Demonstration von Gott wider alle Atheisten”. Mit diesen Worten stellt Weigel den Skopos des ganzen Werkes bereits auf der Titelseite vor. – Erhard Weigel (1625-1699) war als Mathematiker, Astronom und Philosoph vielfältig anregender Geist in der frühneuzeitlichen Republik der Gelehrten, der “barocke Erzvater der deutschen Frühaufklärung”, wie er mehrfach in der neueren Literatur apostrophiert wird. – Ein Vergleichsexemplar im Handel enthält ein Frontispiz und 36 Kupfertafeln, davon eine mehrfach gefaltet; die im VD 17 verzeichneten Exemplare enthalten am Beginn meist zusätzlich ein gefaltetes Blatt oder einen gefalteten Kupfertitel. Ein Frontispiz gibt es bloß in einem Erfurter Exemplar mit nur 33 Kupfern, das wie unser Exemplar kein gefaltetes Blatt aufweist. – Gebräunt und teilweise etwas fleckig, Frontispiz und Titel gelockert.

Lot 83 Medizin – Descartes, Rene
Tractatus de homine, et de formatione foetus. Quorum prior notis perpetuis Ludovico de la Forge, M.D. illustratur. Mit zahlreichen Textholzschnitten. Amsterdam, Blaeu, 1686. 39 Bl., 239 S. 22 x 16,5 cm. Blindgeprägter Pergamentband der Zeit (fleckig, Deckel etwas aufgebogen).
Zuschlag 350 €
Osler 931 – Waller 236 – Wellcome II, 453 – vgl. Garrison-Morton 574 (für die Erstausgabe von 1662): “Descartes considered the human body a material machine, directed by a rational soul located in the pineal body. This book was the first attempt to cover whole field of ‘animal physiology’.” Die teils auf Descartes zurückgehenden Holzschnitte zeigen meist anatomische Darstellungen. – Angebunden: LaForge, Ludwig de. Tractatus de Mente Humana, ejus facultatibus & functionibus, nec non de ejudem unione cum corpore, secundum principia Renati Descartes. Mit zwei Textholzschnitten. Amsterdam, Blaeu, 1688. 11 Bl., 241 S., 3 Bl. – Erste lateinische Ausgabe. – Willems 1411 – Krivatsy 6554. – Vorsatz, Titel, die ersten und die letzten drei Blätter mit schmaler Fehlstelle im Rand, stellenweise leicht gebräunt und fleckig.

Lot 84 Medizin – Graumann, P. B. C
Diätetisches Wochenblatt für alle Stände, oder gemeinnützige Aufsätze und Abhandlungen zur Erhaltung der Gesundheit. 1.-3. Jahrgang mit jeweils 48 Heften (alles Erschienene) in 1 Band. Rostock, Müller, 1781-1783. 17,5 x 10 cm. Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (Ecken und Kanten bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 240 €
Einzige Ausgabe. – Kirchner 3593. – Vollständig wie vorliegend sehr selten, besonders mit den vier Blatt “Ankündigung”, die wir sonst nicht nachweisen können, die aber interessant sind, da hier auch eine Liste der Orte und Personen abgedruckt ist, bei denen das Blatt pränumeriert werden konnte. Daraus geht hervor, dass das Wochenblatt seine Leserschaft praktisch ausschließlich in Nord- und Ostdeutschland suchte. – Heute fast unbekannt, muss das Wochenblatt seinerzeit doch einige Popularität besessen haben, denn noch 1815 schreibt Hufeland’s “Journal der pactischen Heilkunde” (Band 41, S. 128), Graumann habe sich “besonders durch sein diätetisches Wochenblatt hinlänglich bekannt gemacht”. – Das Spektrum der Themen reicht von der Haarpflege über Kleidung bis zu den hohen Absätzen der Schuhe und die Schädlichkeit starker Gerüche. Umfangreich wird über Wert und Wirkung bestimmter Nahrungsmittel und deren Zubereitung berichtet. Aufgelockert wird das Ganze durch Erzählungen (“Orientalische Geschichte” u.a.). – Exlibris “Bücherei des Vereins für Rostocks Alterthümer” auf dem Innendeckel, deren Stempel und Abgabestempel auf dem ersten Titel verso und letzter Seite, auf dem Vorsatz handschriftlich “Geschenk von H. Buchhändler Meyer 1888”. – Etwas stockfleckig, unterer Teil feuchtrandig.

Lot 85 Medizin – Hecker, Johann Julius
Betrachtung des menschlichen Cörpers nach der Anatomie und Physiologie, nebst einem Anhang allerhand zur Erhaltung der Gesundheit dienender Regeln und Anmerckungen, samt Ubersetzung einer vormals in lateinischer Sprache von dem Hochberühmten Herrn Fried. Hoffmann … hieselbst gehaltenen Rede. Mit nöthigen Kupferstichen erläutert. Mit gestochener Titelvignette und 12 Kupfertafeln. Halle, Waisenhaus, 1734. 32 Bl., 624 S., 20 Bl. 17,5 x 10 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit mit Rückenschild (etwas fleckig).
Zuschlag 260 €
Erste Ausgabe des seltenen medizinischen Lehrbuchs des evangelischen Theologen und Reformpädagogen Johann Julius Hecker (1707-1768). Er gilt als Gründer der praxisorientierten Realschule und war der Begründer des ersten preußischen Lehrerseminars im Jahr 1748. – Titel mit gelöschtem Namen und etwas angerändert, teilweise leicht gebräunt. – Angebunden: Derselbe. Einleitung in die Botanic, worinnen die nöthigste Stücke dieser Wissenschaft kürtzlich abgehandelt werden. Mit gestochener Titelvignette. Halle, Waisenhaus, 1734. 14 Bl., 547 S. – Erste Ausgabe. – Teilweise leicht gebräunt, wenige Unterstreichungen.

Lot 86 Medizin – Venette, Nicolas
Von Erzeugung der Menschen. Mit gestochenem Porträtfrontispiz und 12 gestochenen, römisch nummerierten Figuren auf 8 Tafeln. Leipzig, Fritsch, 1698. 31 Bl., 608 S. 16,4 x 9,5 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Titel auf rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (professionell restauriert). [*]
Zuschlag 200 €
Seltene erste deutsche Ausgabe. – Hayn/Gotendorf IX, 599 – Hirsch/H. V, 725 – Waller 9863 – Lesky 677 – Wolfenbüttel 1719. – Wichtige und umfangreiche Schrift der Aufklärungsliteratur zu den Themen Zeugung, Liebe und Geburt nach den damaligen wissenschaftlichen Kenntnissen. – Die französische Erstausgabe war 1687 anonym erschienen. Der Verfasser dieses von Hirsch/Hübotter als “obszön” bezeichneten Werks war Professor für Anatomie und Chirurgie in La Rochelle. Berühmt ist der erste “Sexologe” Nicolas Venette (1633-1698) vor allem für sein erstmals 1886 in Amsterdam erschienenes “Tableau de l’amour conjugal”, das die Grenzen zur erotischen Literatur zumindest streifte. – Die achte Tafel mit fünf Illustrationen von Hermaphroditen. – Titel am unteren Rand mit faksimilisierter Verlagsangabe angesetzt, durchgehend gebräunt und etwas fleckig, wenige Blatt schwach wasserrandig.

Lot 87 Medizin – Anatomie – Bock, Carl Ernst
Hand-Atlas der Anatomie des Menschen. Nebst einem tabellarischen Handbuche der Anatomie. Mit 28 handkolorierten Stahlstichtafeln. Leipzig, Volckmar, 1841. IV, 137 S., 29 Bl. 24,5 x 16,5 cm. Leinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (angestaubt und fleckig, Gelenke geplatzt, etwas bestoßen).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe. – Der Anatom Carl Ernst Bock (1809-1874) lehrte ab 1839 als außerordentlicher Professor der Medizin an der Universität Leipzig und ab 1845 als Professor der pathologischen Anatomie. – Die “28 fein illuminierten Abbildungen” beinhalten “4 Knochentafeln, 1 Bändertafel, 3 Muskeltafeln, 10 Gefässtafeln, 6 Nerventafeln und 4 Eingeweidetafeln”. – Gebräunt und teils etwas fleckig, Bindung leicht gelockert, Tafeln in schönem Kolorit.

Lot 88 Medizin – Anatomie – Frohse-Brödel
Neun farbig lithographierte anatomische Lehrtafeln. Entworfen von Fritz Frohse, herausgegeben und überarbeitet von Max Brödel. Aufgezogen und gerollt, im originalen Wandhalter. Chicago, Nystrom, 1918. Format der Karten: 150 x 104 cm, Maße des Wandkastens: 126 x 54,5 x 8 cm. [#]
Zuschlag 1800 €
Die Karten sind nummeriert von 1-7 und 9-10, der Halter ist aber damit voll, Platz für Karte 8 ist gar nicht vorhanden. Vermutlich ist das Set also so komplett. Frohse (1871-1916) war ein deutscher Mediziner und Anatom, die hier angebotenen hochwertigen Lehrbilder erläutern die Anatomie des Skelettes, der Muskeln, des Nervensystems, des Herzkreislauf-Systems und der Haut, des Ohrs und der Augen, der Brust und des Unterleibs, des Kopfes und des Nackens sowie der Hormondrüsen und des weiblichen und männlichen Beckens. Die Karten sind auf Leinen aufgezogen und auf Kiefernholz gerollt, der Kasten besteht wohl aus Eiche. Die Karten werden mittels einer Mechanik in den Kasten eingehängt und können einzeln auf- und eingerollt werden. – Karten teils etwas lichtgebräunt und an den Rändern wasserrandig, sonst recht gut erhalten.

Lot 89 Medizin – Anatomie – Walter, Johann Gottlieb
Anatomische Beobachtungen. Aus dem Lateinischen übersetzt von Johann Gottlob Daniel Michaelis. Mit gestochener Titelvignette und 13 (1 kolorierten) gefalteten Kupfertafeln nach J. B. Hopffer. Berlin und Stralsund, G. A. Lange, 1782. VIII, 111 S. 27 x 21 cm. Pappband (um 1900) mit handschriflichem Rückenschild (Kanten berieben, etwas fleckig).
Zuschlag 300 €
Erste deutsche Ausgabe. – Goldschmid 70 – Blake 480 – Engelmann 610/611 – Hirsch/H. V, 835. – Sehr seltenes und vollständiges Exemplar der hervorragend illustrierten Sammlung von anatomisch-pathologischen Abhandlungen. – J. G. Walter (1734-1818) studierte in Königsberg und Berlin, wurde 1760 Prosector seines Lehrers Meckel; nach dessen Tod erhielt er 1774 die erste Professur für Anatomie an der Charité, wo er auch zeitweise eine geburtshilfliche Professur betreute. Er galt als einer der geschicktesten Anatomen seiner Zeit und schuf ein bedeutendes anatomisches Museum, das vom Staat für die Berliner Universität angekauft wurde. – Exlibris, Vorsatz mit einmontierten Informationen zum Werk, teilweise etwas gebräunt.

Lot 90 Medizin – Balneologie – Goldfail, L. F
Letschenije wodoi. (Heilung durch Wasser). Mit fotografischen Illustrationen. Moskau und Leningrad, Staatlicher Medizinverlag, 1930. 72 S. 18 x 12,5 cm. Illustrierte Originalbroschur (etwas fleckig, Spuren eines entfernten Bibliotheksschildes).
Nachverkaufspreis 200 €
Wasseranwendungen wurde in Analogie zu Kneipps Verfahren in Deutschland auch in der Sowjetunion ein hoher (teilweise fragwürdiger) Wert als naturheilkundliches Verfahren beigemessen. – Alte Bibliothekstempel, papierbedingt gebräunt.

Lot 91 Medizin – Chirurgie – Arnaud de Ronsil, Georges
Memoires de chirurgie, avec quelques remarques historiques sur l’état de la médecine & de la chirurgie en France & en Angleterre. 2 Bände. Mit 24 (2 gefalteten) Kupfertafeln. London, J. Nourse, 1768. 3 Bl., XVI, 4 Bl., S. XVII, 14 S., 2 Bl., S. 15-403 (recte 423), 19 Bl.; 5 Bl., VIII, S. 401-828 (recte 826), 14 Bl., 13 S. 25 x 18 cm. Gesprenkelte Kalbslederbände der Zeit mit floraler Rückenvergoldung, goldgeprägten doppelten Stehkantenfileten und je 2 Rückenschildern (minimal berieben). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste und wohl einzige Ausgabe. – Waller 475 – Wellcome II, 58. – George Arnaud de Ronsil (1698-1774), französischer Chirurg aus der Blütezeit der Chirurgie des 18. Jahrhunderts, praktizierte in London. Seine Schriften zeichnen sich durch Klarheit und Tiefe aus (vgl. Hirsch/H.). – Vortitel und letzte Blätter im Rand leicht gebräunt, sonst von tadelloser Gesamterhaltung.
First edition. – 2 vols. With 24 (2 fold.) engr. plates. Contemp. full calf, richly gilt. – Minor browning to margin of half title and last leaves else fine.

Lot 92 Medizin – Chirurgie – Velpeau, Alfred-Armand-Louis-Marie
Nouveau éléments de médecine opératoire. Atlas. Mit 21 (1 ankolorierten) lithographischen Tafeln. Brüssel, Dumont, 1834. 1 Bl. (Titel). 34 x 25 cm. Halblederband der Zeit (fehlender Rücken mit Textilklebeband überklebt, bestoßen und berieben). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Garrison-M. 5592 – Hirsch-H. V, 721 – Waller 9850. – Exlibris, Bindung gebrochen, gebräunt und stockfleckig.

Lot 93 Medizin – Chirurgie – Zimmermann, Karl
65 Tafeln Abbildungen zur Lehre des chirurgischen Verbandes und dessen Verbesserungen. Mit 65 (2 gefalteten) lithographischen Tafeln. Leipzig, Köhler, 1834. Titel. 26,8 x 21 cm. Halblederband der Zeit mit grünem Rückenschild (etwas berieben).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe des Tafelbandes. – Der hier fehlende Textband erschien bereits 1831. – Etwas stockfleckig.

Lot 94 Medizin – Gynäkologie – Boehmer, Philipp Adolph
Observationum anatomicarum rariorum fasciculus alter notabilia circa uterum humanum continens. 2. Teil (von 2). Mit gestochener Titelvignette und 8 Kupfertafeln von G. A. Gründler und N. Bernigeroth. Halle, Gebauer, 1756. LXVIII S. 43 x 28 cm. Spätere Halbleinwand-Kartonage (berieben und etwas bestoßen).
Zuschlag 240 €
Einzige Ausgabe, selten. Ohne Teil 1, der nur 3 Tafeln enthielt. – Blake 52 – Wellcome II, 188 – Goldschmid 246: “Die 11 Tafeln des prächtig ausgestatteten Werkes bringen lebensgroße Abbildungen von ektopischer Schwangerschaft, Myom, Uterusmißbildung und Mißgeburt in plastischem Linienstrich.” – Böhmer war Sachsen-Weimarischer Leibarzt und wurde 1741 auf den anatomischen Lehrstuhl in Halle berufen. – Teilweise etwas gebräunt.

Lot 95 Medizin – Ophthalmologie – Panum, Peter Ludvig
Physiologische Untersuchungen über das Sehen mit zwei Augen. Mit 57 (4 farbigen) Textholzschnitten und Figuren im Text und auf 2 Tafeln. Kiel, Schwers, 1858. 2 Bl., 94 S., 1 Bl. 27,5 x 22,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückentitel (Kanten etwas beschabt, Rücken etwas aufgehellt). [*]
Zuschlag 300 €
Erste Ausgabe. – Hirsch IV, 429 ff. – Waller 7098. – Seltene und berühmte Schrift des dänischen Physiologen Peter Ludvig Panum (1820-1885), in der erstmals das stereoskopische Sehen erklärt wird, welches später als das nach ihm benannte Panum-Areal benannt wurde. Panum studierte u.a. bei Rudolf Virchow und war Professor in Kiel und Kopenhagen. Das Panum-Institut an der Universität Kopenhagen wurde nach ihm benannt. – Teils etwas gebräunt, Titel mit Sammler- und gelöschtem Bibliotheksstempel.

Lot 96 Medizin – Pharmazie – Boyle, Robert
Medicinische Experimente: Oder hundert zusammengetragene auserlesene Artzney-Mittel, welche meistentheils schlecht und leicht zu verfertigen, dem geneigten Leser zu Gefallen außm Englischen ins Teutsche übersetzt. Leipzig, Gleditsch, 1692. 78 S., 5 Bl. 13,5 x 7,5 cm. Neuer marmorierter Pappband mit Rückenschild. [*]
Zuschlag 800 €
Erste deutsche Ausgabe. – Hirsch/H. I, 552 – Krivatsy 1725. – Sehr seltene erste deutsche Übersetzung der im gleichen Jahr erstmals veröffentlichten “Medicinal Experiments” (London, Smith) des in vieler Hinsicht bedeutenden Mitglieds der Royal Society Robert Boyle (1627-1692), der als ein Mitbegründer der modernen Naturwissenschaften gilt. – Leicht gebräunt.

Lot 97 Medizin – Psychiatrie – Brierre de Boismont, Alexandre Jacques François
Des hallucinations ou histoire raisonnée des apparitions, des visions, des songes, de l’extase, du magnétisme et du somnambulisme. Seconde édition entièrement refondue. Paris, Baillière, 1852. XVI, 720 S. 22 x 14 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben und beschabt). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Zweite Ausgabe. – Standardwerk zum Thema, verfasst vom französischen Arzt und Psychiater Alexandre Jacques François Brière de Boismont (1797 -1881). Erstmals 1845 erschienen, hier in der korrigierten und erweiterten Ausgabe. – “Briere de Boismont, one of the leading members of Esquirol’s circle published this first psychiatric survey of hallucinations at Paris in 1845. He considered hallucinations to be one of the most important aspects of man’s psychological history. In the work he discussed the theories that had been developed to explain the occurrence of hallucinations, divided them into ten groups based on whether they occurred alone or together with various mental or organic diseases, and presented a wide variety of clinical cases to illustrate his points” (Eimas 1602 zur 3. Ausgabe). – Etwas gebräunt, Schnitt und äußere Lagen etwas stockfleckig.

Lot 98 Medizin – Radiologie – Köhler, Alban
Knochenerkrankungen im Röntgenbilde. Mit 20 photographischen Tafeln und 17 Textabbildungen. Wiesbaden, Bergmann, 1901. 4 Bl., 78 S. 30 x 21,5 cm. Bedruckter Original-Halbleinenband (fleckig, etwas berieben, Rücken mit kleiner Fehlstelle, mit handschriftlichem Besitzvermerk). [*]
Zuschlag 300 €
Erste Ausgabe. – Fischer I, 788. – Die sehr frühe Veröffentlichung zum Thema erschien bereits fünf Jahre nach Röntgens Erfindung und im selben Jahr, in dem er dafür den Nobelpreis erhielt. – Der Radiologe Alban Köhler (1874-1974) aus Wiesbaden war u.a. Mitbegründer der Deutschen Röntgengesellschaft. – Papierbedingt leicht gebräunt.

Lot 99 Medizin – Toxikologie – Fontana, Felice
Traité sur le vénin de la vipère sur les poisons américains sur le laurier-cérise et sur quelques autres poisons végétaux. On y a joint des observations sur la structure primitive du corps animal. Différentes expériences sur la réproduction des nerfs et la description d’un nouveau canal de l’oeil. 2 Bände. Florenz, Paris, London, Nyon L’Ainé, Emsley, 1781. XXVIII, 328 S.; XI, 373 S. 26 x 19,5 cm. Dekorative gesprenkelte Kalbslederbände der Zeit mit floraler Rückenvergoldung und je 2 Rückenschildern (Rücken professionell im Stil der Zeit und kaum merklich erneuert, Kanten leicht berieben). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste französische Ausgabe. – Haeser II, 586 – Sabin 24988 – Wellcome III, 37. – “The quality of Fontana’s scientific accomplishment is evident from his first work, on irritability and sensitivity, a subject that he continued to pursue so intensely as to earn the praise of Haller in 1767 … The research on the movement of the Iris (1765) and on viper venom (1767, 1781) is strictly tied to irritability. After a series of impressive and ingenious experiments, Fontana retracted the action of the bite of the viper to an alteration in the irritability of the fibers which he maintained was mediated by the blood: in other words, the viper’s poison directly alters the blood, coagulating it, and this in turn alters all parts of the organism – especially nerve fibers – that the blood would normally nourish. Fontana extended his toxicological experiments to other substances, especially to curare. Fontana also took advantage of microscopic investigations …(and he) belongs, together with Spallanzani, among the major microscopists of the 18th century” (DSB V, 55 – 57). – Teils etwas stockfleckig, sonst ungewöhnlich schönes und sauberes Exemplar.
First French edition. – 2 vols. Contemp. full calf, richly gilt (spine renewed). – Some foxing in places else a fine copy in decorative bindings.

Lot 100 Medizin – Veterinärmedizin – Gurlt, E.F und H.C. Hertwig
Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte. Mit 10 ganzseitigen anatomischen Kupfern. Berlin, Reimer, 1847. IV, 209 S., 8 S. 44,5 x 30,5 cm. Späterer Halblederband mit goldgeprägtem Rückenschild (Kanten etwas berieben). [*]
Zuschlag 400 €
Seltene erste und wohl auch einzige Auflage. – Hirsch II, 703 (ohne Nennung dieses Titels, ein vollständiges Schriftenverzeichnis Gurlts würde ca. 150 Nummern umfassen.) – Beschäftigt sich stark mit Operationen von Pferden, dazu meist auch die Tafeln. – Stellenweise etwas braunfleckig, durchgehend etwas (schwächer werdend) wasserrandig im rechten Rand.

Lot 101 Metallurgie – Kunckel von Löwenstern, Johann
Collegium physico-chymicum experimentale, Oder Laboratorium Chymicum, in welchem deutlich und gründlich von den wahren Principiis in der Natur und denen gewürckten Dingen, so wohl über als in der Erden, als Vegetabilien, Animalien, Mineralien, Metallen, wie auch deren wahrhafften Generation, Eigenschafften und Scheidung, nebst der Transmutation und Verbesserung der Metallen gehandelt wird. Herausgegeben von Johann Caspar Engelleder. II. Edition. Mit 1 gestochenen Porträt. Hamburg und Leipzig, Heyl, 1722. 15 Bl., 455 (recte 739) S., 18 Bl. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit Rückenschild und 2 Schließen (leicht berieben). [*]
Zuschlag 900 €
Zweite Ausgabe des erstmals 1716 erschienenen ausführlichen Werkes über Metallurgie. – Dünnhaupt 10.2 – DSB VII, 525 – Brüning 3819 – Wellcome III, 420. – “Daß K. noch den Traditionen der Alchimie verhaftet ist, andererseits aber schon … der Chemie als Wissenschaft die Bahn bereitet, zeigen seine zahlreichen wissenschaftlichen Versuche, welche J. G. Engelleder als ‘Collegium Physico-Chymicum Experimentale oder Laboratorium Chymicum’ postum veröffentlicht” (NDB XIII, 288). – Ohne die häufig fehlende Kupfertafel. – Teilweise stärker gebräunt, sonst gutes Exemplar.

Lot 102 Mineralogie – Dufrénoy, Armand
Handbuch zum Bestimmen der Mineralien auf dichotomischem Wege nach Dufrénoy’s Traité de Minéralogie. Mit einem Vorwort von Chr. Zimmermann. Mit 8 gestochenen Tafeln auf 2 mehrfach gefalteten Tafeln mit 240 Abbildungen. Clausthal, Schweiger, 1848. III-XII, 372 S. 16,5 x 11 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (etwas berieben, leicht bestoßen).
Zuschlag 220 €
Einzige Ausgabe. – Poggendorff I, 614. – Der französische Geologe Armand Dufrénoy wurde 1835, als Nachfolger von Bronchant de Villiers, Professor für Mineralogie an der École des Mines. – Ohne den Vortitel. – Titel verso mit gelöschtem Stempel, etwas gebräunt.

Lot 103 Mineralogie – Gerhard, Carl Abraham
Abhandlung über die Umwandlung und über den Uebergang einer Erd- und Stein-Art in die andere. Mit gestochener Titelvignette. Berlin, Vieweg, 1788. Titel, 129 S. 17,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Rücken mit Bibliotheksschild).
Zuschlag 350 €
Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 880f. – Carl Abraham Gerhard (1738-1821) hielt bis 1778 Vorlesungen über Bergwerkswissenschaften und war seit 1786 Geheimer Ober-Finanz-, Kriegs- und Domänen-Rat in Berlin. – Stempel auf Vorsatz. Gutes Exemplar.

Lot 104 Mineralogie – Zimmermann, Johannes
Taschenbuch der Mineralogie zur schnellen Übersicht und leichten Repetition bearbeitet. Mit 47 Textholzschnitten. Leipzig, Renger, 1852. VII, 1 Bl., 435 S. 17 x 12,5 cm. Bedruckte Original-Broschur (leicht angestaubt, unteres Kapital leicht eingerissen).
Zuschlag 200 €
Seltene einzige Ausgabe. – Vgl. Poggendorff II, 1413 (unter Johann Christian Z.). – Der Oberbergrat Johann Christian Zimmermann (1786-1853) war von 1811 bis 1851 Geschäftsführer der Bergschule Clausthal sowie von 1850 bis 1853 stellvertretender Berghauptmann beim Berg- und Forstamt Clausthal. – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Gut erhalten.

Lot 105 Physik – Erxleben, Johann Christian Polykarp
Anfangsgründe der Naturlehre. Mit 8 gefalteten Kupfertafeln. Göttingen und Gotha, Dieterich, 1772. 8 Bl., 648 S. 17,8 x 10,5 cm. Ganzlederband der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (Rücken etwas berieben). [*]
Zuschlag 300 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff I, 679. – Eines der Hauptwerke des Göttinger Professors. – Besonders geschätzt und verbreitet waren die von ihm verfassten Lehrbücher: “Anfangsgründe der Naturgeschichte”, 1768, … ; “Anfangsgründe der Naturlehre”, 1772. ADB VI, 335). – Die ersten Blatt mit Wurmgang im unteren weißen Rand. Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 106 Physik – Gravesande, Wilhelm Jacob van
Philosophiae Newtonianae institutiones, in usus academicos. Editio secunda auctior. Mit gestochener Titelvignette und 17 gefalteten Kupfertafeln. Leiden & Amsterdam, Langerak u.a., 1728. 8 Bl., 488 S., 8 Bl. 16 x 10 cm. Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (Kapital etwas berieben).
Nachverkaufspreis 200 €
Zweite Ausgabe der gekürzten Fassung seiner “Physices elementa mathematica …”. – Gravesande (1688-1742), niederländischer Physiker, Mathematiker und Philosoph, war der erste nichtenglische Anhänger der Lehren von Isaac Newton, den er 1715 in der Royal Society in London kennenlernte. – Titel mit ehemals mit Tesa geklebter Läsur im Falz, sonst sehr gutes, nahezu fleckfreies Exemplar.

Lot 107 Physik – Musschenbroek, Petrus van
Tentamina experimentorum naturalium captorum in Academia del Cimento … Ex Italico in Latinum sermonem conversa. Quibus commentarios, nova experimenta, et orationem de methodo instituendi experimenta physica addidit. Mit 32 gefalteten Kupfertafeln. Leiden, Verbeek, 1731. 8 Bl., XLVIII S., 6 Bl., 193 S., 192 S., 7 Bl. 25,3 x 19 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung sowie Steh- und Innenkantenvergoldung (etwas kratzspurig, Gelenke restauriert, unteres Kapital mit schmaler Fehlstelle).
Nachverkaufspreis 400 €
Erste Ausgabe von Musschenbroeks Bearbeitung der Berichte der Academia del Cimento über deren physikalischen Experimente. – Giese 293 – Poggendorff II, 247 – Ferchl 376 – Darmstaedter 94. – Titel mit handschriftlichem Namenseintrag “Maupertuis 1735”. – “Many of these experiments have become classics … one of the better known apparatuses is the pyrometer” (DSB IX, 595). – Die ersten und letzten Blätter im Rand etwas stärker gebräunt, hinterer Vorsatz fehlt.

Lot 108 Technik – Automobil
Mercedes-Benz Kompressor Sechsliter Modell 630. Werbeheft. Mit teils farbigen Abbildungen. Stuttgart, Druck bei Union, 1929. 8 Bl. 24 x 33 cm. Blindgeprägte, vergoldete und versilberte Original-Broschur (ganz gering berieben, Rückdeckel in einer Ecke mit zwei Löchlein von entfernter Heftklammer). [*]
Nachverkaufspreis 350 €
Luxuriöser Prospekt zum legendären Automobil. Zeigt farbige Außenansichten von Pullman, Tourenwagen und Cabrio, dann technische Detailansichten in schwarz-weiß. – Beigegeben: Propekt über Mercedes Typ Mannheim. Ausstattung Bernd Reuters. Um 1930. 8 Blatt. Quergefaltet. – Innen nur gering angestaubt und fingerfleckig, insgesamt gut.

Lot 109 Technik – Automobil
Die Renngeschichte der Daimler-Benz Aktiengesellschaft und ihrer Ursprungsfirmen 1894-1939. (Gesamtbearbeitung Wolfgang B. von Lengerke und Max Rauck). Mit zahlreichen photographischen Porträts der Rennfahrer. Stuttgart, ca. 1940. XVI, 452 S., 1 Bl. 30 x 23 cm. Original-Pergaminband im Original-Schuber (Schuberkanten etwas bestoßen). [*]
Zuschlag 500 €
Schöne und seltene Festschrift mit umfangreichen Angaben über die einzelnen Rennen. Mit Porträt-Abbildungen, Kurzbiographien und Auflistung der Rennerfolge der bedeutendsten Fahrer. – Mit vorgebundenem gedruckten Widmungsblatt “Herrn Professor Oppermann gewidmet vom Vorstand der Daimler-Benz Aktiengesellschaft. Kriegsweihnachten 1940”. Hier dürfte es sich um den Verleger und Nazi-Politiker Theodor Oppermann (1889-1945) handeln, der Hauptschriftleiter der Zeitschrift Deutsche Kraftfahrt, dem Organ des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK) war. 1940 wurde Oppermann zum NSKK-Obergruppenführer befördert. Am 6. Mai 1945 beendete er in der Internierungshaft sein Leben durch Suizid. – Tadellos erhaltenes Exemplar.

Lot 110 Technik – Automobil
Sammlung von zeitgenössischen Materialien zum KdF-Wagen. Mit teils farbigen Abbildungen. Unterschiedliche Formate und Einbände (kleine Gebrauchsspuren). [*]
Zuschlag 420 €
Vorhanden sind: I. Mein KdF-Wagen. Ausstattung v. Axster-Heudtlaß. Um 1939. 32 S. 29,5 x 21 cm. Farbig illustrierte Original-Broschur (Aktenlochung mit kleinen Bildverlusten). – II. Der KdF-Wagen von A bis Z. Ausstattung Thomas Abeking. Um 1939. 123 S. Original-Halbleinwand mit farbig illustriertem Original-Schutzumschlag (minimal berieben, gut). – III. KdF-Wagen-Sparkarte von 1942. Ohne Einzahlbelege. Dazu fünf weitere Blatt von 1942 zu den Zahlungs- und Bezugs-Modalitäten. – IV. Vier Stück zum VW-Käfer mit Betriebsanleitung und Pannenhilfe. – Teils gering gebräunt, insgesamt nur kleine Altersspuren, recht gut.

Lot 111 Technik – Bergbau – Boissoudy, Ch. de
Arbeits-Album eines Bergbauingenieurs. Mit 26 Tafeln mit teils aquarellierten Federzeichnungen. Frankreich, um 1870. 23,5 x 31 cm. Halblederband der Zeit (berieben und bestoßen, Rücken etwas eingerissen und mit kleinen Fehlstellen).
Zuschlag 240 €
Laut eines handschriftlichen Texts auf dem Innenspiegel studierte der Verfasser an der “École des Mineurs de Saint-Etienne” und arbeitete von 1851-1874 als leitender Ingenieur in den Bergbaugebieten der Haute Loire, der Saone und Loire. – Die technischen Zeichnungen oft mit erläuterndem Text mit Berechnungen zum Materialaufwand, Preisen, Maßen, Hinweisen zu vergleichbaren Einrichtungen etc. Die Zeichnungen zeigen Förderkräne, andere Fördervorrichtungen, Brücken, mehrere Blätter mit aquarellierten Zeichnungen zu schienengebundenen Loren etc. – Laut Blattnummerierung wurden wohl die Blätter 2 und 3 entfernt. – Etwas fingerfleckig.

Lot 112 Technik – Bergbau – Jugel, Johann Gottfried
Höchstnützliches Berg- und Schmeltz-Buch. 2 Teile und Anhang in 1 Band. Mit 5 (2 gefalteten) Kupfertafeln. Berlin, Rüdiger, 1743. 189 S., 1 weißes Bl. 17 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (etwas berieben, unteres Kapital mit Wurmgang).
Zuschlag 650 €
Seltene erste Ausgabe. – Ferguson I, 440 – Ferchl 262 – Poggendorff I, 1208. – Der bedeutende Metallurg und Alchemist J. G. Jugel (1707-1786) wurde 1742 von Friedrich dem Großen zum “Bergdirektor” ernannt und wirkte in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Werke zum Bergbau und zur Alchemie und trat auch als Rosenkreuzer hervor. – Die Kupfertafeln zeigen einen “Prospect des grossen Flötzwercks zum Fünff-Königs-Kertzen, im Voigtlande” sowie Schmelzhütten und -öfen. Der Anhang behandelt die “in Schlesien befindlichen edlen und sehr reichen Gold- und Silberhaltigen Ertz-Gebürge”. – Titel mit kleiner Signatur, leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 113 Technik – Bergbau
Riße und Beschreibung der Saltz-Cothen. Deutsche Handschrift auf Papier. Mit 10 kolorierten Federzeichnungen. Ohne Ort (Oldenburg ?), um 1720. 14 Bl. Text, 10 Bl. Zeichnungen. 37,5 x 25 cm. Pappband der Zeit (bestoßen, angestaubt, Bezug mit Fehlstellen).
Zuschlag 1600 €
Exemplar aus einer alten Militär-Bibliothek, mit deren Exlibris (entworfen und gestochen von Ganz), Stempel und Ausscheidungsvermerk, danach laut zweitem Exlibris im Besitz des Historikers Hanns Freydank, der vielfach über Salzkotten, Salzgewinnung, die Halloren u.a. publiziert hat. Der Text, anfangs mit Bezug auf eine Salzsiederei bei Varel (Oldenburger Land), dem Duktus und der Sprache nach aus dem Barock, beschreibt die Salzgewinnung durch Sieden und Trocknen, die Tafeln zeigen entsprechende Bauten bzw. Becken der Salzkotten. – Nur gering gebräunt und fingerfleckig, gut.

Lot 114 Technik – Bergbau – Voigt, Johann Carl Wilhelm
Geschichte des Ilmenauischen Bergbaues nebst einer geognostischen Darstellung der dasigen Gegend und einem Plane, wie das Werk mit Vortheil wieder anzugreifen. Mit lithographischem Porträt, gestochener Titelvignette, 2 lithographischen Tafeln und 1 gestochenen, gefalteten Karte. Sondershausen und Nordhausen, Privatdruck, 1821. XIV, 111 S. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild (etwas berieben, unteres Kapital etwas bestoßen).
Zuschlag 330 €
Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 1225. – In Voigts (1752-1821) Todesjahr erschienener Privatdruck durch seinen Sohn. Der Verfasser war seit 1789 Bergrat in Ilmenau. – Der Titel kündigt drei “Steindrücke” an, wie im vorliegenden Exemplar so auch in Bibliotheken sind nur zwei Lithographien vorhanden. – Die schöne petrographische Faltkarte wurde von Johann Gottfried Schreiber 1776 und 1777 angefertigt. – Vorsatz und Titel mit gelöschten Stempeln der “Eisleber Bergschule”. – Name auf Titel, etwas gebräunt, Anmerkungen meist mit Bleistift, Karte lose.

Lot 115 Technik – Eisenbahn – Kermones
Cours de chemins de fer. Vorlesungsmitschrift von Emile Grellier. Mit 142 (50 aquarellierten) technischen, teils mehrfarbigen Federzeichnungen. Tinte auf Papier. Lille, 1889-1890. 199 meist einseitig beschriebene Bl. 22,5 x 17 cm. Blindgeprägter Leinenband mit blindgeprägter Vignette und Deckeltitel “Institut Industriel Lille” (berieben und etwas fleckig) .
Nachverkaufspreis 300 €
Die meist einseitig beschriebenen Textblätter meist mit jeweils einer den Text erklärenden Zeichnung auf der gegenüberliegenden Seite. Alle Illustrationen sehr fein und sauber ausgeführt. – Die Mitschrift des Kurses von einem Ingenieur Kermones am Institut Industriel in Lille besteht aus zwei Teilen, der erste Teil bis Seite 224 mit einer Einführung über die Entwicklung der Eisenbahntechnik und sechs Kapiteln über Streckenführung, Stationen, Gleiswechsel, Bahnhöfe etc. Der zweite Teil behandelt technische Details bei Lokomotiven und Wagen. – Beiliegend ein maschinenschriftliches Zirkular mit handschriftlichen Berechnungn von 1910 das vom damaligen “Ingénieur Pricipal”, dem Ingenieurstudenten von 1889 Emile Grellier, verfasst wurde. – Vorsätze und die letzten Lagen lose, Innengelenke geplatzt, Bindung gelockert.

Lot 116 Technik – Eisenbahn – Kruckenberg, Franz
Denkschrift Die Flugbahn. Herausgegeben von der Flugbahn-Gesellschaft. Mit zahlreichen Textabbildungen. Köln, Eigenverlag, Druck bei WB, 1938. 81 S. 30 x 21 cm. Schmucklose Leinwand (etwas fleckig und angestaubt). [*]
Zuschlag 240 €
Nummeriertes Exemplar, sicher in nicht allzu großer Auflage erschienen. Kruckenberg war früher Direktor und Konstruktionschef des Luftschiffbaues Schütte-Lanz, hier geht es aber nicht ums Fliegen, sondern um das problemlose schnelle pünktliche Fahren auf Gleisen, ein in Deutschland bis heute nicht zufriedenstellend gelöstes Problem… Die Abbildungen zeigen Risszeichnungen von Schienen, Wagen und deren Details, den Schienenzepp, eine Art Magnet-Monorail u.a. – Innen minimal gebräunt, insgesamt gut.

Lot 117 Technik – Eisenbahn
Magyar kiralyi allamvasutak gepgyayea Budapesten. Maschinenfabrik der Königlich Ungarischen Staatseisenbahnen Budapest. Katalog über Eisenbahnen, landwirtschaftliche Maschinen und Eisenkonstruktionen. Budapest, Eigenverlag (Druck bei Czettel und Deutsch), 1899. 68 S., ca. 180 Tafeln. 23 x 33 cm. Original-Leinwand (gering berieben und bestoßen).
Nachverkaufspreis 240 €
Dokumentiert auch die frühen Lokomotiven der Firma seit 1873, allerlei Maschinen für Saat und Ernte, diverse Brückenkonstruktionen, teils mit Detailabbildungen. – Papierbedingt etwas gebräunt, wenig fleckig, sonst sauber.

Lot 118 Technik – Eisenbahn – Van der Zypen & Charlier
Eisenbahnwagen und Maschinenfabrik. Köln-Deutz, Van der Zypen & Charlier 1890. Mit 1 kalligraphierten Widmungsblatt von Jakob Scheiner (signiert) an Otto von Bismarck, 1 aus 3 Photographien zusammengesetztes Panorama und 80 Photographien auf lithographischen Trägerkartons mit zusätzlicher handschriftlicher Bezeichnung in roter Tinte. Bildgröße: 11 x 16,5 cm, Panorama auf mit Leinen hinterlegtem Trägerkarton. Köln, 1890. Lose in 2 Original-Ledermappen mit goldgeprägtem Deckeltitel (etwas berieben, 1 Rücken eingerissen). [*]
Zuschlag 1200 €
Die 1845 in Köln-Deutz gegründete Eisenbahnwagen- und Maschinenfabrik van der Zypen & Charlier zählte zu den bedeutendsten Unternehmen dieser Art in Europa. Die Photos mit Darstellungen von Personen-, Salon- und Schlafwagen, offenen und gedeckten Güterwagen sowie Kessel- und Kranwagen; hergestellt für Eisenbahnen in Argentinien, Belgien, Brasilien, Dänemark, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Niederlande, Ostafrika, Paraguay, Rumänien, Russland, Spanien und Venezuela. – Das Panorama zeigt die Fabrikanlagen nach einem Gemälde des Landschaftsmalers Jakob Scheiner (1821-1911), der auch das Widmungsblatt an Fürst Bismarck kalligraphierte. Die Widmung ist von den Firmeninhabern Julius und Eugen van der Zypen, Max und Paul Charlier und Franz Schulz unterzeichnet. – Trägerkartons meist etwas gewellt und leicht stockfleckig, Photos etwas verblasst und oft weißfleckig.

Lot 119 Technik – Färberei – Persoz, Jean Francois
Handbuch des Zeugdrucks und der damit verbundenen Färberei. 2 Bände. Mit 9 gefalteten lithographischen Tafeln auf 8 Bl. Weimar, Voigt, 1848. XVI, 669 S., 1 Bl.; 2 Bl., S. (IX)-XVI, 752 S. 18,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentítel und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben, Bandzahlen auf dem Rücken vertauscht). [*]
Zuschlag 700 €
Neuer Schauplatz der Künste und Handwerke, Bände 162-163. – Erste deutsche Ausgabe. – Vgl. Poggendorff II, 409. – Band 1: Enthaltend die Grundsätze der Chemie und der Physik in Bezug auf die einfachen und zusammengesetzten Körper und deren Einwirkung oder Anwendung bei den Operationen der Färberei und des Zeugdrucks. – Band. 2: Enthaltend die Operationen des Zeugdrucks und der Färberei nach den erprobtesten und vortheilhaftesten Verfahrungsarten, vermöge deren sich mit mehr als bisherigem Gewinn die Preise der Fabricate sehr bedeutend und oft sogar bis unter die Hälfte vermindern. – Jean François Persoz (1805-1868) war Professor der Chemie sowie der Färberei und des Zeugdrucks am Conservatoire des Arts et Métiers in Paris. – Wie oft bei der umfangreichen Reihe ist das Verzeichnis aller erschienenen Bände hier in Band 2 nicht mitgebunden. Schönes und komplettes Exemplar.

Lot 120 Technik – Firmenschriften – Birk, Michael
Katalog Nr. 4 über medizinisch-pharmazeutische Geräte, Verpackungen, Etiketten etc. Mit über 1000 teils farbigen und montierten Abbildungen. Sammlung von 16 (!) Exemplaren des Katalogs in der originalen alten Holz-Versandkiste. Tuttlingen, Eigenverlag, um 1914. 16 Bl., 290 S., 17 Bl. 29,5 x 23,5 cm. Kiste 79 x 41 x 18 cm. Illustrierte Original-Leinwand und Holzkasten. [*]
Zuschlag 600 €
Luxuriöser Katalog der heute noch existierenden Firma, viersprachig für den Export gemacht: Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch. Enthält buchstäblich alle Arten von Etiketten, Rechnungsformularen (darunter aufwendig in Chromolithographie gedruckte), Tüten, Schachteln und Dosen bis hin zu Geräten für Zahnheilkunde, Chirurgie sowie auf den Seiten 164/165 mit allerlei Präservativen aus der klangvollen Serie “Lustige Witwe”. – Sechs der Kataloge sind absolut komplett, bei den anderen sechs fehlen auf den ersten Seiten zwischen zwei und fünf der einmontierten Original-Etiketten. – Im Rand teils leicht wellig, drei Bände stärker bestoßen, sonst insgesamt gute Exemplare, die Kiste bestoßen, fleckig, nachgedunkelt, mit kleinen Absplitterungen.

Lot 121 Technik – Firmenschriften
Farbwerke vorm. Lucius und Brüning bzw. IG Farbenindustrie AG. Drei Leporellos mit zusammen ca. 365 gefärbten und montierten Original-Proben von Stoffen und Kunststoffen. Hoechst und Frankfurt, Eigenverlag, um 1910-30. Original-Leinwandhüllen. 19 x 11,5 cm bis 25 x 15 cm (bestoßen, stärker berieben, fleckig).
Zuschlag 240 €
Zwei Leporellos aus Hoechst, das andere der IG Farben. – Träger teils etwas braunfleckig, die Färbeproben frisch.

Lot 122 Technik – Firmenschriften – Gladenbeck, H. und Sohn
Katalog über Werke der Kleinplastik sowie von plastischen Kunstwerken älterer Zeiten. Mit ca. 460 Abbildungen auf 57 Tafeln. Berlin-Friedrichshagen, Eigenverlag, um 1910. 7 Bl., 57 Beiblätter. 28 x 40 cm. Original-Broschur (angestaubt, Rücken und Kanten mit Läsuren und kleinen Fehlstellen). [*]
Zuschlag 1000 €
Enzyklopädischer Firmenkatalog, der einen substantiellen Teil des Gesamtprogramms dokumentiert. Am Anfang Übersichten über die gelieferten Denkmale, Standbilder und Büsten, dann ein Nummernverzeichnis und das thematische Verzeichnis. Tafeln 1-53 gehören zum Grundwerk, Tafeln 54-57 sind Ergänzungstafeln. Zu jeder Tafel gibt es ein gedrucktes Blatt mit Angaben zu den Größen, den unterschiedlichen Ausführungen, zur Modellnummer, zum Preis, zum Entwerfer etc. Versammelt so ziemlich alle Namen der Berliner Bildhauerschule, bis hin zu Albert Reimann (wohl gerade bis zur Gründung seiner Schule), aber auch Max Klinger, Bertel Thorwaldsen, E.M. Geyger u.v.a. Unentbehrlicher Beleg zum Schaffen der Firma. – Nur wenig angestaubt und fingerfleckig, erstes Blatt stärker knickspurig, sonst innen gut.

Lot 123 Technik – Glas – Heye, Hermann
Musterbuch über Glaswaren. Mit überaus zahlreichen, teils farbigen und lithographierten Abbildungen. Annahütte/Lausitz, Bremen u.a., Eigenverlag, um 1912. 2 Bl., 60 Tafeln. 33,5 x 25,5 cm. Original-Leinwand mit Kordelbindung (gering bestoßen, Deckel gering ausgebunden). [*]
Zuschlag 440 €
Heye produzierte seit 1821 Glas, seit 1842 unter eigenem Namen. Die Bremer Firma bestand als letzte bis in die 1970er Jahre. Der Katalog bringt Tafelglas aller Art: Seidel, Becher, Bowlen, Karaffen, Tortenplatten, Butterdosen etc., dazu etwas technisches Glas. Floraler Jugendstil findet sich nur vereinzelt, meist sind die Stücke in historischen Stilen. Auf fünf Tafeln gibt es farbige Abbildungen. – Innen sauber, insgesamt gut.

Lot 124 Technik – Glas – Neri, Antonio
Sieben Bücher: Handlend von der künstlichen Glaß- und Crystallen-Arbeit, oder Glaßmacher-Kunst, und alle dem jenigen, was dazu gehöret. Sambt denen, darüber von Christoph Merret … gefertigten außbündigen Anmerckungen. Verdeutscht durch Friedrich Geißlern. 2 Teile in 1 Band. Mit 10 (2 gefalteten) Kupfertafeln. Frankfurt und Leipzig, Grosse, 1678. 16 Bl., 283 S., 2 Bl., 184 S. 16,2 x 10 cm. Halbpergamentband der Zeit (leicht berieben und bestoßen, unteres Kapital mit kleiner Fehlstelle). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste deutsche Ausgabe. – Duncan 9299 – Ferchl 380 – Ferguson II, 134f. – Seltenes älteres Werk über die Glasmacherkunst, erstmals 1612 in italienischer Sprache erschienen, hier mit den umfangreichen Kommentaren Merrets. – Die Kupfer zeigen Werkzeuge, Schmelz- und Brennöfen. – Gebräunt, gegen Ende etwas feuchtfleckig, Titel mit dünner Stelle durch getilgten Besitzvermerk, beide Vorsätze mit Exlibris-Trockenstempel, vorderer Vorsatz außerdem mit Bibliotheks-Signatur und Ausscheidungsstempel, vorderer Spiegel mit Exlibris, hinterer mit kleinem Sammlerstempel.

Lot 125 Technik – Handwerk – Müller, Johann Fr
Kurze und auf Erfahrung gegründete Anweisung zum Lackiren aufgesetzt und mit einem brauchbaren Register versehen. Frankfurt/Oder, Kleyb, 1754. 4 Bl., 65 S., 2 Bl. 17,5 x 10 cm. – Angebunden: Neuer Tractat von Firniß- Laquir und Mahler-Künsten, nach dem Original des berühmten Pater Bonani in Rom. Mit vielen neuen Arcanis, unterschiedlichen Beschreibungen des Gummi Copal und Bernsteins, deren Eigenschafften, Praeparation und Auflösung zu Firnissen etc. vieler Gummaten Tugenden auch andern nützlich- und curieusen Anmerckungen, … Fünfte Auflage. Mit 4 Kupfertafeln. Breslau und Leipzig, Pietsch, 1746. 160 S. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und (etwas oxydierter) Rückenvergoldung (berieben, Deckelbezug mit Fehlstellen).
Zuschlag 200 €
Zu 1: Seltene erste Ausgabe. – Leicht gebräunt, Namensstempel auf Titel. – Zu 2: Fünfte Auflage. – Ohne den auf dem Titel angekündigten Anhang (38 S.) von J. J. Rembold. – Leicht gebräunt.

Lot 126 Technik – Kutschen – Sosander, Lysippus (Pseudonym)
Der Wagen-Ancker eine leichte und doch zulängliche Anstalt beym Fuhrwercke gegen betrübte Unglücks-Fälle von flüchtigen Pferden. Zum gemeinen Besten nach sichern Gründen der Vernunft und der Mechannik in Vorschlag gebracht, und nebst gehörigen Kupfern, zur weitern Prüfung und Verbesserung ausgestellet. Mit 2 gefalteten Kupfertafeln. Lemgo, gedruckt mit Meyerschen Schriften, 1749. 32 S. 20,8 x 18 cm. Neuer Umschlag aus Marmorpapier. [*]
Zuschlag 480 €
Erste Ausgabe. – Georgii, Bücher-Lexikon, 1. Supplement, S. 329 – nicht bei Weller und Holzmann/Bohatta. Der Name des Verfassers dieses wohl ersten Versuchs, durch technische Veränderungen an Kutschen das Fahren sicherer zu machen, ist unbekannt. Sosander entwirft eine Vorrichtung, um das Fuhrwerk im Notfall schnell von den Zugpferden zu trennen und zugleich einen Anker mit der Funktion einer Notbremse. Wie Sosanders “Absicht ruhmwürdig ist; so hat er auch bey verschiedenen Erinnerungen, die er wegen des Baues der Wagen macht, eine gute Einsicht in die practische Mechanick, und durch seine Schrift mehr zur menschlichen Glückseligkeit beygetragen, als wenn er eben so viel Bogen voll philosophischer Grillen hätte drucken lassen.” (Neue Zeitungen von gelehrten Sachen, 1748 (!), Band 1, S. 859). – Titel am Rand mit kleiner Ausbesserung, zeitgenössischem roten Eignerstempel (“v.Zach”) und handschriftlicher Marginalie.

Lot 127 Technik – Luftfahrt
Deruluft. Deutsch-Russische Luftverkehrs-Gesellschaft. Sammlung von drei Kleinschriften. Unterschiedliche Formate und Einbände (Gebrauchsspuren).
Nachverkaufspreis 200 €
Vorhanden sind: I. ABC des Luftverkehrs. Texte Deutsch-Russisch. Mit zahlreichen teils gefalteten Abbildungen sowie Inseraten. Um 1931. 68 S. – II. Deruluft 1 Million Flugkilometer. Werbeschrift mit zahlreichen Abbildungen. Texte Deutsch-Russisch. 1925. 118 S. – III. Flugpläne 1930. (Vorderdeckel fehlt). – Kleinere Beigaben. – Teils etwas fleckig, fingerfleckig und knickpurig, recht gut.

Lot 128 Technik – Mechanik – Bresse, Jacques Antoine Charles
Cours de mécanique appliquée, professé à l’École des Ponts et Chaussées. 3 Textbände und 1 Tafelband. Mit zahlreichen Textabbildungen, 2 gefalteten Tafeln und 24 gestochenen Tafeln im Tafelband. Paris, Maillet-Bachelier, 1859-1865. 21,5 x 14 und 27 x 47 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln (Text) und Halbleinenband der Zeit (Kanten berieben).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 294. – Première partie: Résistance des matériaux et stabilité des constructions. – Seconde partie: Hydraulique. – Troisième partie: Calcul des moments de flexion dans une poutre à plusieurs travées solidaires. – In Anerkennung seiner Leistungen erhielt der Ingenieur und Mathematiker Jacques Antoine Charles Bresse (1822-1883) Platz 5 unter den 72 Namen auf dem Eiffelturm. – Stellenweise etwas gebräunt bzw. braunfleckig, eine Tafel mit leichten Randläsuren.

Lot 129 Technik – Mikroskopie – Rockstroh, Heinrich
Das Mikroskop … nebst Angabe, wie die interessantesten mikroskopischen Objekte aus den drei Naturreichen aufzufinden, zu präparieren, aufzubewahren und auch zweckmäßig zu beurtheilen sind. Ein Geschenk für die reifere Jugend, so wie für Freunde der Natur überhaupt. Mit 12 (7 kolorierten, 6 gefalteten) Kupfertafeln von Steglich. Berlin, Schüppel, 1835. XII, 263 S. 13,5 x 12,5 cm. Halbleinwandband (um 1850) mit goldgeprägtem Rückentitel (leicht berieben).
Zuschlag 330 €
Erste Ausgabe. – De Martin 179. – Name auf Titel, teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 130 Technik – Möbel – Farago, Ödon
Lakasmüveszet. Wohnungskunst. Mit 45 (von 60) Tafeln. Budapest, Eigenverlag, um 1910. 2 Bl. (Inhalt) 50 x 33 cm. Illustrierte Original-Halbleinwanddecke (Gelenke teils eingerissen, bestoßen, nachgedunkelt und fleckig).
Nachverkaufspreis 200 €
Dokumentiert Inneneinrichtungen und Möbel, überwiegend in ländlich-historistischen Stilen, nur vereinzelt schimmert floraler Jugendstil durch. – Etwas bestoßen, knickspurig und angestaubt, recht gut.

Lot 131 Technik – Öfen – Hoffmann, Johann Christian
Holz-Spar-Kunst. Ein Buch für Jedermann. Erster Theil (von 2). Mit 13 Kupfertafeln. Leipzig, Selbstverlag, 1800. XVI, 160 S. 18 x 11 cm. Pappband der Zeit mit handgeschriebenem Rückenschildchen (dieses mit kleineren Fehlstellen und Randläsuren, Einband etwas berieben und bestoßen mit kleineren Bezugsfehlstellen). [*]
Zuschlag 200 €
Seltene erste Ausgabe. – Nach theoretischen Erörterungen zum ressourcensparenden Einsatz von Holz, insbesondere zu den “Versuchen und Bemerkungen des Grafen Rumford” (nach dem Physiker Benjamin Thompson Graf Rumford wurde der sog. Rumfordofen benannt, unter dessen Beinamen der Ofen bekannt wurde), folgen detaillierte Anleitungen zum Bau von unterschiedlichen Stubenöfen und Herden. Es gibt aber auch ein Kapitel zu “Töpfen, deren man sich mit großer Holzersparniß bedienen kann” sowie “zur Behandlung der Erdkohle”. – Der zweite Teil erschien 1806 bei Bruder und Hofmann in Leipzig (mit 10 Kupfern). – Zwei Blatt alte, handschriftliche Notizen auf den vorderen Vorsatz montiert, etwas gebräunt, Bindung gelockert, Tafeln teils minimal fleckig.

Lot 132 Technik – Optische Geräte – Liesegang
Umfangreiche Sammlung von über 2000 (!) Seiten überwiegend farbiger Prospekte zu Film- und Diaprojektoren, Episkopen, Vergrößerungsgeräten u.a. Erzeugnissen der Firma. Düsseldorf, Eigenverlag, um 1907-65. Überwiegend ca. 22 x 15 cm. Unterschiedliche Einbände (Gebrauchsspuren). [*]
Nachverkaufspreis 300 €
Liesegang (1854 gegründet, seit 1873 in Düsseldorf ansässig, existiert als Firmenname bis heute) begann als Hersteller von Fotoaparaten und Zubehör wie Entwicklern und Fotopapieren. Nachdem dieser Zweig an Bayer verkauft wurde (Keimzelle der späteren Agfa) konzentrierte man sich auf Projektoren aller Art. Berühmt-berüchtigt bis in unsere Tage wurden Diaprojektoren (Herzstück zahlloser langweiliger Dia-Abende) und – fast noch schlimmer – Episkope (hier Megaskop oder Antiskop genannt), die einen mit langweiligen Bildern im Bio-Unterricht quälten. Angesichts der schleppenden Digitalisierung deutscher Schulen ist zu befürchten, daß noch eine Menge dieser Ungetüme in Benutzung sind. – Umfassender Überblick zur Produktion der Firma im analogen Zeitalter. Enthält vereinzelt auch Stücke in fremden Sprachen (etwa Russisch) sowie theoretische Schriften zum Apparatebau oder zur Foto- und Filmtechnik. – Doubletten. – Nicht eingehend gesichtet, ohne Rückgaberecht.

Lot 133 Technik – Schifffahrt – Le Cordier, Samson
Instruction des pilotes. 3 Teile in 1 Band. Mit Textholzschnitten und Tabellen. Saint-Malo, Hovius, 1784. 17 x 10,5 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und dekorativer Rückenvergoldung (leicht berieben, Rücken leicht aufgehellt).
Nachverkaufspreis 200 €
Vgl. Polak 5566 (EA 1683). – Lehrbuch der Hydrographie und Navigation für Lotsen. – Der Hydrograph Samson Le Cordier (1647-1709) aus Le Havre fuhr mehrere Jahre zur See und lehrte nach einer Verwundung an der Königlichen Schule für Hydrographie in Dieppe. – Einige Lagen auf bläulichem Papier. – Teils etwas gebräunt.

Lot 134 Technik – Tunnelbau – Brunel, Marc Isambard
An explanation of the works of the tunnel under the Thames from Rotherhithe to Wapping. Mit 10 (4 gefalteten, 1 getönten, 1 mit “Brille”) Stahlstichtafeln. London, Warrington, 1838. 24 S. 10,4 x 13 cm. Original-Kartonage mit Deckelschild (Deckel mit Aufkleber, Stempel und Notizen, etwas angerändert).
Zuschlag 230 €
Schön illustrierte Broschüre zum spektakulären, 1825 begonnenen, Bau des weltweit ersten Unterwassertunnels. Unter der Leitung von Th. Cochrane und I. Brunel wurde er nach mehreren Überflutungen und einer siebenjährigen Bauunterbrechung 1843 fertiggestellt. Der Tunnel war für den Verkehr von Pferdekutschen geplant, wurde dann aber zunächst für Fußgänger und dann als Eisenbahntunnel genutzt. – Stempel auf Titel, etwas angerändert, Tafeln teilweise etwas knickspurig.

Lot 135 Technik – Waffen
Ordonnanz sammt Zeichnungs-Tafeln zum Schweizerischen Repetir-Karabiner (System Vetterli) Modell 1871/1878. Beschluss des Schweizer Bundesrathes vom 20. Februar 1871 und vom 30. April 1878. – Ordonnance avec planches de dessins du Mousqueton à répétition suisse. Mit 10 (1 mehrfach gefalteten) lithographischen Tafeln. Bern, 1878. 5 S. (Text). 25 x 36 cm. Neue Rückenbroschur. [*]
Zuschlag 200 €
Mit deutsch-französischem Paralleltext. – Die Tafeln zeigen das Gewehr in allen Einzelheiten, Tafel 1 (25,5 x 108 cm) mit einer Gesamtansicht. – Etwas stockfleckig.

Lot 136 Technik – Zimmermann – Schübler, Johann Jacob
Nützliche Anweisung zur unentbehrlichen Zimmermanns-Kunst, worinnen von den antiquen und modernen proportionirten Dächern die nöthige Projection in einem deutlichen Zusammenhang geometrisch vorgestellet, und daraus die Italiänische, Französische und Teutsche Heng- und Spreng-Wercke, unter einer leichten Methode mit vielen Figuren den Werck-Leuten recht begreiflich gemacht … Mit 43 (von 44) Kupfertafeln. Nürnberg, Weigel, 1731. 152 S., 2 Bl. 31,5 x 19 cm. – Angebunden: Derselbe. Sciagraphia artis tignariae, Oder nutzliche Eröffnung zu der sichern fundamentalen Holtz-Verbindung, bey dem Gebrauch der unentbehrlichen Zimmermanns-Kunst, in welcher nicht nur die einfachen Siberischen, Tartarischen Hütten, und zierliche Chinesische, Japanesische und Griechische Dächer, besondere Kirch-Thürne, nach ihrer äusserlichen Figur vorgestellt … Mit 44 Kupfertafeln. Nürnberg, Trautner, 1736. 6 Bl., 148 S. Neuer Halblederband mit Rückenschild.
Zuschlag 400 €
Beide Teile in erster Ausgabe. – Der zweite in sich abgeschlossene und selbständige Teil ist als Ergänzung zum ersten Teil gedacht und enthält die Vorstellungen zur Dachwerkstatik. – Es fehlt Tafel 40 im ersten Teil. – Name auf Titel von Teil 1, nur teilweise leicht gebräunt.