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Lot 161 Architektur – Metzger, Johann Christian
Gesetze der Pflanzen- und Mineralienbildung angewendet auf altdeutschen Baustyl. Mit lithographischem Frontispiz und 8 lithographischen Tafeln. Stuttgart, Schweizerbart, 1835. VIII, 24 S. 26 x 16,5 cm. Bedruckte Original-Broschur (mit Bibliotheks-Aufkleber, Kapitale etwas eingerissen, Ecken knickspurig). [*]
Zuschlag 280 €
Erste Ausgabe der seltenen Abhandlung über die Wiedergeburt der Gotik und dem Einfluss der Formen von Pflanzen und Mineralien auf die Architektur, von dem deutschen Landschaftsarchitekten und Gärtner Johann Christian Metzger (1789-1852), der Großherzoglicher Gartendirektor in Heidelberg war. – Titel mit Stempel der Bücherei von Schloss Friedelhausen. – Stockfleckig, etwas gewellt.

Lot 162 Architektur – Percier, Charles und Pierre-Francois-Léonard Fontaine
Résidences de Souverains. Parallèle entre plusieurs résidences de Souverains de France, d’Allemagne, de Suède, de Russie, d’Espagne et d’Italie. Text- und Tafelband in 2 Bänden. Mit 38 (inklusive Titel, 3 doppelblattgroßen) Kupfertafeln. Paris, chez les auteurs, et chez les principaux libraires, 1833. VII, 354 S. Textband: 30 x 24 cm. Leinwand, (um 1880) mit goldgeprägtem Rückenschild; Tafelband: 59 x 43 cm. Neue Leinwand mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel. [*]
Zuschlag 400 €
Erste Ausgabe, mit dem Tafelband selten. – Die Architekten Charles Percier (1764-1838) und Pierre-Francois-Léonard Fontaine (1762-1853) arbeiteten beide im Auftrag von Napoleon Bonaparte. Neben architektonischen Entwürfen waren sie auch für die Raumgestaltung zuständig. Sie waren maßgebliche Vertreter des Empirestils und zählten zu den besten Architekturzeichnern ihrer Zeit. – Die Tafeln zeigen Pläne/Grundriss der Schlösser von Versailles, Potsdam (3), Stuttgart (2), Koblenz, Louvre/Tuilerien, Elysée, Saint-Cloud, Luxemburg, Petersburg, Madrid (2), Florenz Palais Pitti, Neapel (2), St. Michel, Stockholm u.a. – Wenige Tafeln etwas stärker gebräunt.

Lot 163 Architektur – Poleni, Giovanni
Memorie istoriche della gran cupola del Tempio Vaticano, e de’ danni di essa, e de’ ristoramente loro. Mit gestochener Titelvignette, Kopfvignette und Initiale, 19 (9 eingefalteten) ganzseitigen Textkupfern und 9 Kupfertafeln. Padua, Stamperia del Seminario, 1748. 4 Bl., 470 Sp. 46 x 32 cm. Grüner Ganzmaroquinband (19. Jh.) mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten breiten Deckelbordüren mit Eckfleurons, goldgeprägtem Wappensupralibros sowie Stehkantenvergoldung (etwas kratzspurig). [*]
Zuschlag 6500 €
Erste Ausgabe des monumentalen Werkes über die Restaurierung der Kuppel der Basilika im Vatikan in einem prachtvoll gebundenen Exemplar. – Millard IV, 104 (Anmerkung) – Riccardi I/2, 297 – Olschki 17835 – DSB XI, 66: “In 1748 he was called to Rome by Pope Benedict XIV to examine the cupola of St. Peter’s basilica and to propose means of preventing its further movement … a description of the means employed by Poleni for thr restoration of the cupola.” – Aus der Bibliothek des Kardinals Augusto Theodilo (1819-1892), die 1892 in Rom versteigert wurde. – Die ersten Textblätter meist im Rand mit Wurmgängen, nur teilweise leichter Buchstabenverlust, ein Blatt mit ergänztem Eckabriss. Nahezu fleckfreies, sauberes Exemplar.
First edition. – With engr. title-vignette, text-vignette and initial, 19 (9 fold.) text-engravings and 9 engr. plates. Later (19th century) full green morocco, richly gilt, gilt-stamped supralibros (a few scratch-marks). – Some worming to margins of first few text-leaves with minor loss of letters, one leaf with restored loss of corner. Very good copy in a sumptous binding.

Lot 164 Architektur – Pozzo, Andrea
Perspectiva pictorum et architectorum. – Prospettiva de pittori et architetti. Band 1 (von 2). Mit gestochenem Frontispiz und 102 Kupfertafeln mit Drucktext verso. Rom, Komarek, 1693. 2 typographische Titelblätter, 5 Bl. 41 x 28 cm. Pergamentband der Zeit (stark fleckig, Rücken mit Fehlstellen, Gelenke eingerissen). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste Ausgabe. – Fowler 251 – Kruft 120 – Ornamentstichkatalog Berlin 4725 – vgl. Millard, Italian Books, 107. – Text auf Italienisch und Latein. – “The first volume of Pozzo’s Prospettiva, published 1693, appeared simultaneously with his greatest success in Rome: the completion of the decorations of Sant’Ignazio … This treatise was the last and most widely studied work on perspective published in the seventeenth century. Its success is due to its clarity and avoidance of lengthy mathematical demonstrations.” (Millard). – Alter Namenseintrag auf Innendeckel. Vorderer Vorsatz fehlt, unterschiedlich gebräunt bzw. fleckig, stellenweise wasserrandig in oberer Ecke.

Lot 165 Architektur – Schinkel, Karl Friedrich
Werke der höheren Baukunst für die Ausführung erfunden von Schinkel (Haupttitel). (1. und 2. Abteilung in 1 Band.) Mit 13 (7 montierten) chromolithographischen Tafeln, 3 getönten Lithographien und 8 (3 kolorierten) Stahlstichen (zusammen 24 von 25 oder 27 Tafeln). Potsdam, Riegel, 1840-1848. 2 Bl. (Titel), 1 Bl. (Widmung) 57,5 x 82 cm (Tafeln). Halbleinenmappe der Zeit mit handschriftlichem Deckeltitel (gestempelt, berieben, bestoßen, fleckig, Rücken mit Fehlstellen).
Zuschlag 12000 €
Gesamtausgabe der beiden Teile des sehr seltenen Prachtwerkes, das von 1840 bis 1848 in Lieferungen erschien und Schinkels Visionen von zwei fürstlichen Palästen dokumentiert, die in der Kühnheit der Entwürfe und ihrer Ausmaße die Mittel und den Geschmack ihrer Auftraggeber überforderten, sodass sie nie ausgeführt wurden. – Thieme/Becker XXX, 81 – Schinkel-Katalog (Ost) 1980, S. 353-358, 361-365 und 415 – Schinkel-Katalog Berlin (West) S. 203-208. – Die 12 (hier vorhanden 1-10, ohne Zusatztafel zu Tafel 1 und ohne Tafelverzeichnis) Blätter der 1. Abteilung zeigen die Planung für den Palast König Ottos von Griechenland auf der Akropolis. Die 18 (3 Bl. Titel und Widmung, 15 Tafeln) Blätter der 2. Abteilung zeigen die von der Schwester Friedrich Wilhelms, der Zarin Alexandra, in Auftrag gegebenen Entwürfe für die Sommerresidenz Orianda auf der Krim. – Die Anzahl der Tafeln wird in der Literatur unterschiedlich angegeben. – Von Teil 1 konnten wir weder im Handel noch in Bibliotheken ein Exemplar mit mehr als 10 Tafeln nachweisen. – Teilweise (besonders im Rand) stärker (braun-)fleckig, Titel- und Widmungsblatt am rechten Rand mit kleineren Einrissen und Fehlstellen sowie 6 geklebten Einrissen, bei 6 Tafeln kleinere Fehlstellen (bzw. Eckabrisse) und Einrisse am rechten Rand, eine Tafel mit 2 Rissen längs des Plattenrands, 1 Tafel im oberen und rechten Rand mit Fehlstellen, Titel gestempelt.

Lot 166 Cittadella, Cesare Don
Catalogo istorico de’ pittori e scultori Ferraresi e delle opere loro con in fine una nota esatta delle piu celebri pitture delle chiese di Ferrara. 4 Bände in 2 Bänden. Mit 4 gestochenen Titeln mit floraler Bordüre und 25 gestochenen Porträts. Ferrara, Pomatelli, 1782-1783. 20 x 13 cm. Marmorierte Pappbände (um 1880) mit gedrucktem Rückenschild.
Zuschlag 450 €
Seltene erste Ausgabe, anonym erschienen. – Graesse II, 189. – Beschreibt mehr als 180 aus Ferrara stammende Maler und Bildhauer. – Unbeschnitten. – Exlibris, wenige neuere Bleistiftanstreichungen, wenige alte Anmerkungen, nur teilweise leicht gebräunt bzw. fingerfleckig.

Lot 167 Farbenlehre – Schiffermüller, Ignaz
Versuch eines Farbensystems. Mit großer gestochener Titelvignette, 1 teilkolorierten Kupfertafel, 1 kolorierten gestochenen Farbentafel, 1 großen gestochenen Schlussvignette und 1 doppelblattgroßen Tabelle. Wien, Augustin Bernardi, 1772. 4 Bl., 82 S. 30,5 x 22 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (restauriert). [*]
Zuschlag 600 €
Zweite Ausgabe des sehr seltenen Werkes. – Poggendorff II, 797 – De Backer/Sommervogel VII, 780 – Ornamentstichsammlung Berlin 4748 (falsch mit drei Kupfertafeln). – Über das Farbenspektrum, die Einteilung, Bezeichnung, das Mischen und den Gebrauch der Farben für Fresco-, Email-, Porzellan- und Pastellmalerei, “Theatermalen”, die Ölmalerei, für Graphik, den Buchdruck usw. – Ein Kupfer mit dem Farbenspektrum, in den vier Ecken jeweils eine hübsche kleine teilkolorierte Illustration zum Thema; die Farbentafel mit 36 Blauschattierungen. – Ignaz Schiffermüller (1727-1809) war Professor am Theresianum in Wien. – Durchgehend teils stärker wasserfleckig, einige Textblätter mit Japan hinterlegt, teilweise mit etwas Buchstabenverlust, das Farbenspektrum und die Farbentafel mit Abklatsch und leichten Verklebungen. Sollte vorbesichtigt werden, ohne Rückgaberecht.

Lot 168 Kunstgewerbe – Porzellan
Marki farfora. (Porzellan-Marken). Vypusk 1. Russkie zavody. (1. Lieferung. Russische Hersteller). Umschlaggestaltung von V. Mosyagin. Mit 312 Illustrationen. Petersburg, A. A. Maceevskij, 1922. 31 S. 23 x 18,5 cm. Zweifarbig illustrierte Original-Broschur (leicht knickspurig). [*]
Zuschlag 1100 €
Erste Ausgabe. – Der Autor des Textes war nicht nachzuweisen. Mit der im Exemplar vorliegenden 1. Lieferung wurde das Erscheinen eingestellt. – Papierbedingt gebräunt, knickspurig.

Lot 169 Kunstgewerbe – Porzellan
Völlig entdecktes Geheimniß der Kunst Fayence, englisches Steingut und ächtes Porcellain zu verfertigen; nebst einer Anweisung der darzu nöthigen Formen. Mit 6 Kupfertafeln. Leipzig, Hilscher, 1793. XIV, 262 S., 4 Bl. 18 x 10,5 cm. Ganzlederband der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben). [*]
Zuschlag 460 €
Erste Ausgabe, sehr selten. – Interessante, anonym erschienene Abhandlung über die Herstellung von Fayencen, englischem Steingut, Porzellan und Gussformen. – Die Kupfer mit Darstellungen von Arbeitsgerät und Öfen. – Mit zeitgenössischem Besitzeintrag eines Prinzen Szapary. – Etwas gebräunt, Titel verso gestempelt.

Lot 170 Malerschule – Gautier, Hubert
L’art de laver, ou la nouvelle maniere de peindre sur le papier, suivant le coloris des desseins qu’on envoie a la cour. Ouvrage noveau. Mit 1 Kupfertafel. Brüssel, Francois Foppens, 1708. 4 Bl., 120 S. 16 x 10 cm. Kartonage der Zeit (Kapitale etwas bestoßen).
Nachverkaufspreis 200 €
Zweite Ausgabe der erstmals 1687 erschienenen Abhandlung. – Wohl eines der ersten in Europa erschienenen Bücher über das Kolorieren mit Wasserfarben. – Unbeschnitten und teilweise unaufgeschnitten. – Etwas gebräunt bzw. stockfleckig.

Lot 171 Malerschule – Le Brun, Charles (?)
Handwörterbuch der Seelenmahlerey zum gemeinnützigen Gebrauch besonders für Zeichner, Mahler und Liebhaber charackteristischer und allegorischer Darstellung. Mit gestochenem Frontispiz, gestochenem illustrierten Titel und 13 Kupfertafeln. Wien und Prag, Haas, 1804. VI, 370 S. 20 x 11,5 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild (berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Zuschlag 280 €
Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Kleefeld, 1802. – Vgl. Fromm 14617 – Zischka 125 (beide die Erstausgabe unter Le Brun). – Nach Fromm handelt es sich beim “Handwörterbuch” um eine Übersetzung des “Traité sur la physionomie” von Charles Le Brun (1618-1690). Tatsächlich sind jedoch nur die Kupferstiche nach Vorlagen von Le Brun angefertigt, dem Hofmaler von Ludwig XIV. Der Text ist keine Übersetzung, sondern ein durchaus eigenständiges Werk über den Ausdruck der Gemütsbewegungen, Empfindungen, Gefühle, Leidenschaften in der bildenden Kunst, verfasst um 1800. Einige Indizien sprechen für den zu Kant in Gegnerschaft stehenden Philosophen Johann August Eberhard (1738-1809) als Verfasser, der unter anderem ein großes Synonymenwörterbuch veröffentlicht hat. In der “Seelenmahlerey” wird Mendelssohn, auf den der Begriff zurückgeht, im Vorwort positiv erwähnt – Mendelssohn und Eberhard waren befreundet. Eberhard hat seine Arbeiten gerne anonym veröffentlicht. Sicher ist das “Handwörterbuch der Seelenmahlerey” nicht von Le Brun, wie Fromm und Zischka schreiben; ob es von Eberhard ist, lässt sich zwar nicht beweisen, aber doch begründet mutmaßen. – Innen gutes, fleckfreies Exemplar.

Lot 172 Malerschule – Prange, Christian Friedrich
Die Schule der Mahlerey, nebst einem Anhang von der Kunst in drey Stunden ein Mahler zu werden und die Werke der berühmtesten Meister in Farben zu setzen ohne die Zeichnungskunst erlernt zu haben. Aus dem Französischen übersetzt. Mit 2 kolorierten Kupfertafeln. Halle, Hendel, 1782. 5 Bl., 146 (von 148) S. 18 x 12 cm. Pappband der Zeit (etwas berieben und bestoßen).
Nachverkaufspreis 600 €
Zweite Ausgabe. – Seltene Malerschule mit Kapiteln u.a. zu: Geschichte der Malerei, Von den Farben und ihren Anwendungen, Malerei einzelner Gegenstände der Natur und Kunst, Die Kunst in drei Stunden Maler zu werden, etc. – Der Jurist und Philosoph Christian Friedrich Prange (1752-1836) beschränkte sich im vorliegenden Werk auf 211 Farbenmischungen, die er auf den zwei Tafeln mit entsprechenden Farbenproben und einer “Erklärung der beygefügten Farbentafeln nach ihren Verhältnissen und Bestandtheilen” beschreibt. – S. 9/10 der Einleitung in Photokopie beigebunden, Titelblatt fleckig und hinterlegt, Kolorit auf einer Tafel stellenweise leicht verschmiert. – Angebunden: Österreich, Matthias. Beschreibung der Königlichen Bildergallerie und des Kabinets im Sans-Souci. Mit gestochener Titelvignette. Potsdam, Voß, 1764. 1 Bl., VI, 134 S., 2 Bl. – Erste Ausgabe. – Dorn, Meil, 133. – Seltene Publikation über die Königlich Preußische Gemäldesammlung, die im 18. Jahrhundert schon zu den reichsten europäischen Sammlungen gehörte. – Oesterreich wirkte von 1757 bis zu seinem Tode (1778) in Sanssouci als Galeriedirektor. – Ohne Vorsätze, durchgehend etwas gebräunt bzw. braunfleckig,