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Lot 149 Antike – Warsberg, Alexander von
Odysseeische Landschaften. 3 Bände. Wien, Gerold, 1878-1879. Und: Die Kunstwerke Athens. Auf den Spuren des Gaudenzio Ferrari. Ein Sommernachtstraum in der Walhalla. Wien und Leipzig, Braunmüller, 1892. VII, 333 S., 1 Bl. 19,5 x 13 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägten Rückenschildern sowie dreiseitigem Goldschnitt, Rückenvergoldung der “Kunstwerke” leicht abweichend (Kanten etwas berieben). [*]
Schätzpreis 300 €
Beides erste Ausgaben. – Brümmer VII, 327: “Durch das fast unausgesetzte Studium des Homer, besonders der Odyssee, erwachte in W. eine enthusiastische Liebe zum Orient”. Später war er österreichischer Konsul auf Korfu und unternahm zahlreiche Reisen in Griechenland, Kleinasien und Ägypten. – “Durch die Unmittelbarkeit seiner farbensprühenden Darstellung erwarb er sich schnell den geachteten Namen eines Schriftstellers…” (ADB XLI 182). – Nur minimal fleckig.

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Lot 150 Befreiungskriege
Erinnerungsbuch für alle, welche in den Jahren 1813, 1814, 1815 Theil genommen haben an dem heiligen Kampf um Selbständigkeit und Freiheit. Mit gestochenem Frontispiz, 21 gestochenen Porträts und 11 (3 gefalteten) Plänen mit Formationskolorit. Halle, Waisenhaus, 1817. Nicht paginiert. 27,5 x 21 cm. Brauner marmorierter Ganzlederband mit 2 farbigen Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, breiten ornamentalen Deckelfileten, Steh- und Innenkantenvergoldung, illustrierten Spiegeln sowie Ganzgoldschnitt (Rücken etwas berieben, Kapital mit geklebtem Einriss).
Schätzpreis 300 €
Exemplar einer Vorzugsausgabe auf stärkerem Papier und im Prachteinband. – Die Tafeln wie immer teilweise papierbedingt stärker gebräunt.

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Lot 151 Bismarck, Otto von
Glückwunschadresse der Deutschen in Natal zu Bismarcks 70. Geburtstag. Handschrift auf Papier. Natal, 1885. Mit kalligraphierter Widmung. 4 Bl. (das erste leer) und 7 Bl. mit Unterschriften in kleinerem Format. Mit Kordelheftung. Gerollt in blauer Samtrolle. 60,5 x 11,5 cm. [*]
Schätzpreis 300 €
Unterzeichnet von Gustav Monhaupt, Konsul des Deutschen Reichs in Natal, u. vielen anderen. – Etwas angestaubt und eingerissen, Kordelheftung lädiert.

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Lot 152 DDR
Zwei signierte Gratulationsschreiben und eine signierte Gratulationsurkunde an Oberst a.D. Hermann Lewerenz. Berlin, 1971-1986. Ca. 31 x 22 cm. Kordelgeheftete Original-Leinenmappe mit goldgeprägtem Hoheitszeichen auf dem Deckel und Kartonmappe mit goldgeprägtem Hoheitszeichen auf dem Deckel.
Schätzpreis 300 €
Die Sammlung umfasst: I. Maschinenschriftlicher signierter Brief von General Heinz Hoffmann zum 60. Geburtstag von Lewerenz am 5.2.1971. Mit Briefkopf des Ministers für nationale Verteididung – Heinz Hoffmann (1910-1985) Mitglied des Ministerrats der DDR, Minister für Nationale Verteidigung, Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates und Abgeordneter der Volkskammer der DDR sowie seit dem 2. Oktober 1973 Mitglied des Politbüros des ZK der SED. – II. Mehrfach signierte Gratulationsurkunde zum 60. Geburtstag von Lewerenz. Unterzeichnet von Admiral Waldemar Verner (1914-1982), Chef der Volksmarine und Stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung und Chef der Politischen Hauptverwaltung der Nationalen Volksarmee. Generalmajor Rothe, Generalmajor Hampf und Oberst Goßens. – Mit Briefkopf und Umschlag des Ministerrats. – III. Gratulationsschreiben zur Verleihung der Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold vom 7.3.1986. Mit Briefkopf des Ministers für nationale Verteidigung. Unterzeichnet von Heinz Keßler (1920-2017), Mitglied des Ministerrats der DDR, Minister für Nationale Verteidigung und Abgeordneter der Volkskammer der DDR. Er gehörte dem SED-Zentralkomitee, dem Politbüro und dem Nationalen Verteidigungsrat der DDR an. In den Mauerschützenprozessen wurde er zu einer siebeneinhalbjährigen Freiheitsstrafe wegen Totschlags verurteilt. – Jörg Lewerenz schreibt auf dem Internetseite www.denk-mal-prora.de über seinen Vater Herrmann “Ab ca. 1966 hat er wohl hauptamtlich für die Stasi gearbeitet, nachweislich bis 1989. 1971 hat er mich bei der Stasi angezeigt, weil ich nicht seinen Weg gehen wollte (er meinte damals, er hätte Probleme bei meiner Erziehung. Die Stasi sollte das richten. Ist wohl nicht ganz gelungen). Damit war aber auch meine berufliche ‘Karriere’ besiegelt.” – Gut erhalten

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Lot 153 Französische Revolution – Schulz, Friedrich
Geschichte der großen Revolution in Frankreich. Mit gestochener Titelvignette und gestochenem gefalteten Plan. Berlin, Vieweg, 1790. Titel, 244 S., 1 Bl. 14,5 x 9 cm. Pappband der Zeit mit (oxydiertem) Rückenschild (berieben, Ecken etwas bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe des berühmten Augenzeugenberichts der ersten Revolutionsereignisse in Paris. – Goedeke IV/1, 934, 72 – Recke-N. IV, 148: “Das wahrhafteste und unpartheyischste jener Periode.” – Der Faltplan mit dem Grundriss und einer kleinen Ansicht der Bastille.

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Lot 154 Friedrich II. von Preußen – Müller, Adam Heinrich
Dritte Vorlesung über Friedrich II und die Natur, Würde und Bestimmung der Preussischen Monarchie. Von der Nothwendigkeit des Ständeverhältnisses, mit Beziehung auf Friedrich II und die Preussische Monarchie. Gehalten den 25sten Januar 1810. Berlin, Sander, 1810. 39 S. 15,4 x 10 cm. Roter Halblederband im Stil der Zeit mit Rückenvergoldung und Deckelschild. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Separatausgabe. – Vgl. Goedeke VI, 197, 9 – Klippel, Naturrecht und Rechtsphilosophie 1549. – Wichtiger Text zur Kenntnis der politischen Romantik. “Aus der Ungewissheit adeliger Souveränität entspringt eine Metaphysik der Tat; aus der ‘Ordnung der Natur’ destilliert Fichte konsequent jene Verbindung von ‘Kriegeradel’ und ‘Nationalstolz’, in der die Repräsentation der Geschichte von der Präsenz der Bewegung abgelöst wird. Im ‘Prinz von Homburg’ zeigt Kleist die Bedeutung dieser Neubestimmungen und Ausrichtungen übereinstimmend mit den Thesen des befreundeten Staatsrechtlers und Publizisten Adam Müller” (M. Neumann, Adel der Tat, S.345, in: Kleist-Jahrbuch 2008/9, Stuttgart 2009). – “Im Januar 1810 beginnt Adam Müller damit, wöchentlich einmal im großen Saal der Berliner Akademie öffentliche Vorlesungen zu halten … Unter seinen Zuhörern ist … auch Heinrich von Kleist, der sich, nachdem man in Dresden im Streit über den Verlag des Phöbus geschieden war, wieder mit Müller versöhnt.” (D. Sangmeister S.348, in: Buchkulturen, Wiesbaden 2005). – 3 Bl. mit kleinem Eckabschnitt oben, sonst gut.

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Lot 155 Genealogie – Hammer-Purgstall, Joseph von
Denkmal auf das Grab der beyden letzten Grafen von Purgstall. Gesetzt von ihrem Freunde Joseph von Hammer. Gedruckt als Handschrift für Freunde. Mit 1 Wappenkupfer verso Titel, 2 gestochenen, gefalteten Ansichten (G. M. Vischer Geograph del.), 2 lithographischen Porträts, Noten im Text und auf 11 gefalteten Seiten. Wien, gedruckt bey Anton Strauß, 1821. 2 Bl., 258 S., 1 Bl. 22 x 13,5 cm. Braunroter Halbchagrinband der Zeit mit Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (Ecken etwas bestoßen, leicht berieben). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe, nicht im Buchhandel erschienen. – Goedeke VII, 762, 55. – Von Hammer stammt die Vorrede mit den Biographien der beiden letzten Grafen, deren Frau bzw. Mutter Jane Anne Cranston aus Schottland war. Einige der im Hauptteil abgedruckten Texte der Verstorbenen haben einen starken Bezug zu England bzw. Schottland (eine Reisebeschreibung des Vaters, Aufsätze in Englisch und Übersetzungen aus dem Englischen des Sohnes). Von dem jung gestorbenen Sohn Wenzeslaus Rafael Gottfried (1798-1817) stammen Aufsätze über Musik und die Kompositionen im Anhang zu Texten von Goethe (“Nur wer die Sehnsucht kennt”, “Singet nicht in Trauertönen”), Matthisson, Th. Körner und L. Rellstab. – Die beiden Ansichten des Stammsitzes Riegersburg sind von den Original-Platten abgezogen. – Nur die Notenseiten in den Rändern stockfleckig, sonst nahezu fleckfrei, auf Velin.

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Lot 156 Genealogie – Rhede van der Kloot, Matthijs Antonius van
De gouverneurs-Generaal en Commissarissen-Generaal van Nederlandsch-Indië 1610-1888. Historisch genealogisch beschreven. Mit 13 farbig lithographierten Wappentafeln.. Den Haag, Stockum & Zoon, 1891. XI, 355 S., 1 Bl. 28,5 x 18,5 cm. Prächtiger roter Maroquinband mit reicher Rückenvergoldung, schwarz intarsiertem Wappensupralibros, goldgeprägten Eckfleurons und Fileten sowie Steh- und Innenkantenvergoldung, Original-Broschur eingebunden (etwas berieben und bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Eins von 15 nummerierten und vom Herausgeber eigenhändig signierten Exemplaren auf Holländisch Bütten. – Zweiseitig unbeschnitten, der vordere Innendeckel mit Exlibris von Albert Carel Baron Snouckaert van Schauburg (1841-1902), dem Leiter des Königlichen Hausarchivs von 1891-1902.

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Lot 157 Heraldik
Arms, crests, monograms. Zwei Alben mit ca. 500 montierten Wappen und Monogrammen. Überwiegend England, um 1900. Leder und Halbleder der Zeit (Deckel teils lose, bestoßen und beschabt). [#]
Schätzpreis 300 €
Die Monogramme bzw. Wappen jeweils nur millimetergroß, vermutlich handelt es sich um Ausschnitte aus Briefumschlägen. Die Besitzer lassen sich ganz überwiegend nicht ermitteln, nur vereinzelt ist der Name beigedruckt. – Etwas fleckig und fingerfleckig, die Monogramme sauber.

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Lot 158 Heraldik
Der durchlauchtigen Welt … neu vermehrter und verbesserter Geschichts-, Geschlechts- und Wappen-Calender auf das Jahr … 1739. Nebst historischer Erklärung eines Medaillons von Kayser Maximlian II. Mit gestochenem Frontispiz, einer Medaillontafel und 98 ganzseitigen Wappenkupfern sowie einigen Vignetten. Nürnberg, Lorenz Bieling für Witwe Christoph Weigel d. Ä., (1738). 10 Bl. (Einleitung, Privilegium und Kalender), 68 num. Doppelblatt (Stammtafeln I-CXX), S. 69-113, 1 Bl. 21 x 13 cm. Pergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel (dieser stärker berieben und bestoßen, Rücken mit Fehlstellen).
Schätzpreis 300 €
VD18 90286901. – Die Kupfer auf Falze geheftet, vorderes Gelenk aufgeplatzt, hinteres etwas wurmspurig, Titel und erstes Blatt mit rotem Besitzstempel. – Dabei: Wappen-Calender auf das Schalt-Jahr 1728. Mit gestochenem Frontispiz, 12 blattgroßen Porträtstichen und 86 ganzseitigen Wappenkupfern sowie einigen Vignetten. Nürnberg, Lorenz Bieling für Witwe Christoph Weigel d. Ä., (1727). 15 Bl. (Einleitung und Kalender), S. 61-82 (Beschreibung), 4 Bl. (Register und Verzeichnis), 58 Doppelblatt (Stamm-Tafeln I-X, XII-XXXV, XXXVIII-CVIII). Neuer Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel auf rotem Schildchen (Rücken minimal geblichen). – Es fehlen offensichtlich die Stamm-Tafeln XI und XXXVI/XXXVII, Titel und Frontispiz neu aufgezogen, zwei kleine alte handschriftliche Besitzeinträge auf dem Titel, einige Blatt mit teils längerem Randeinriss, teils stärker fleckig. – VI. und XVII. Jahrgang des von 1723-1757 erschienenen Kalenders, der ab 1759 bis 1763 unter dem Namen “Handbuch der neuesten Genealogie und Heraldik” fortgeführt wurde. – Titel und Kalendarium in Schwarz und Rot gedruckt.

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Lot 159 Jakobiner – Clauer, Carl Gottlieb Daniel
Der Kreuzzug gegen die Franken, eine patriotische Rede, welche in der deutschen Reichs-Versammlung gehalten – werden könnte. Germanien (das ist: Straßburg), 1791. Im zweyten Jahre der Freyheit. 11 S. 20,7 x 18 cm. Neuer Umschlag aus Marmorpapier. [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Behrens 333 – Katalog Mainz (1993) Nr.2. – Die sehr seltene erste Ausgabe dieses “Höhepunkts der deutsch-jakobinischen Publizistik” (nach W. Grab) erschien am 18.Juni 1791 als “Extra-Beylage zur Geschichte der gegenwärtigen Zeit”, einem Journal, das in kleiner Auflage und auf billigem Papier gedruckt in Straßburg erschien und Plattform für die Aufsätze der dorthin emigrierten deutschen Jakobiner war. Wenige Tage später vermeldete eine Anzeige in der “Geschichte”, dass nur noch wenige Exemplare vorrätig seien. “Der Kreuzzug wurde mehrmals nachgedruckt und zählte auch lange nach seinem Erscheinen zu den verbreitetsten und erfolgreichsten Agitationsschriften, die einem Krieg gegen das revolutionäre Frankreich entgegentraten.” (H. W. Engels, in: Demokratische Wege, S. 116). – Bei den in Antiquariats- und Bibliothekskatalogen angezeigten Exemplaren handelt es sich fast ausschließlich um einen dieser auch heute nicht eben seltenen Nachdrucke. – Etwas stockfleckig, kleiner restaurierter Randausriss am ersten Blatt.

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Lot 160 Karl VII., König von Frankreich – Baudot de Juilly, N
Histoire de Charles VII. 2 Bände. Paris, Didot u.a., 1754. 12 Bl., 454 S.; 2 Bl., 423 S., 2 Bl. 17,4 x 10 cm. Lederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (Ecken etwas bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Zweite Ausgabe, wie die erste von 1697 anonym erschienen. – Barbier II, 664 – Brunet 23409. – Vorsätze mit gelöschtem Bibliotheksstempel, Vorsätze stärker, sonst nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 161 Karl XII. von Schweden – Limiers, Henri Philippe de
Histoire de Suede sous le regne de Charles XII. Où l’on voit aussi les révolutions arrivées en différens tems dans ce royaume; toute la guerre du Nord. Et l’avènement de la Reine & du Roi Régnant, jusqu’à présent. Enrichie de médailles et de plusieurs autres figures. 6 Bände. Mit gestochenem Frontispiz und 59 (22 gefalteten) Kupfertafeln. Amsterdam, Janssonius-Waesberge, 1721. 16,5 x 9,5 cm. Lederbände der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (4 Kapitale mit schmalen Fehlstellen, 1 Gelenk geklebt, etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe. – Warmholtz 6060 – Cioranescu 40488. – Die Kupfer mit Porträts, Münzen sowie Ansichten und Plänen, darunter mehrere deutsche und baltische. – Etwas stockfleckig und gebräunt, wenige Lagen mit braunem Fleck im Rand, Tafeln teilweise etwas stärker gebräunt bzw. etwas angerändert.

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Lot 162 Militaria – Borkenstein, Carl Friedrich
Versuch zu einem Lehrgebäude der theoretisch-practischen Artilleriewissenschaft. 2 Bände in 1 Band. Mit 18 gefalteten Kupfertafeln und 35 (28 gefalteten) Tabellen. Berlin, G. Reimer, 1822. XXXVI, 2 Bl., 244 S.; LIV, 206 S. 25,5 x 20 cm. Halblederband der Zeit mit 2 goldgeprägten Rückenschildern und etwas Rückenvergoldung (berieben und etwas bestoßen, Deckel beschabt).
Schätzpreis 360 €
Seltene einzige Ausgabe. – Catalog der Bibliothek des Königlich-Hannov. Generalstabes 46. – Mit Abhandlungen über die Pulvertheorie, die Einrichtung der Artillerie, die Kugelbahn, die Wahrscheinlichkeit des Treffens, die Artillerie der englischen Marine und mit einigen Nachrichten über die preußische Artillerie. – Vorsatz mit Notiz und handschriftlichem Besitzvermerk des Bergmanns, Geologen und Geographen Wilhelm Ludwig von Eschwege (1777-1855). – Stellenweise minimal gebräunt, sonst sauber und nahezu fleckenfrei.

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Lot 163 Militaria – Cöler, Conrad
Tyrocinium militare, Wie junge anfangende Soldaten zu Fuß abgerichtet werden sollen, auffs einfältigst beschrieben. Mit 1 gefalteten Tabelle. Danzig, Hünefeldt, 1616. 44 nn. Bl. 19 x 14,5 cm. Pappband der Zeit (berieben und etwas bestoßen, Rücken mit kleinen Läsuren).
Schätzpreis 360 €
Seltene erste Ausgabe. – VD17 23:286834G – nicht bei Jähns. – Über KVK nur in zwei deutschen Bibliotheken nachweisbar. – Vorsatz und Titel mit geschwärzten Stempeln und Exlibris, leicht gebräunt.

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Lot 164 Militaria – Thallhofer, Carl und Michael Isnardi
Figuren zur Fechtkunst à la Contrepointe und Anleitung, sich mit dem Säbel oder Degen gegen den Bajonnetisten zu vertheidigen (Deckeltitel). Mit 59 teils gefalteten lithographierten Tafeln. Wien, Strauss, 1838. 15,5 x 25,5 cm. Halbleinenband der Zeit mit aufgezogenem vorderen Original-Umschlag (Kanten berieben, etwas fleckig). [*]
Schätzpreis 750 €
Einzige Ausgabe. – In den letzten 25 Jahren kein Exemplar im Jahrbuch der Auktionspreise nachweisbar. – Ohne den Textband “Theoretisch-practische Anleitung zur Fechtkunst…”. – Carl Thallhofer war Inspectionsoffizier und Fechtlehrer (wie Isnardi) an der k.k. Militärakademie in der Wiener Neustadt. – “Die Frucht einer, auf vorzüglichen Fechtakademien erworbener Anschauung, vieljähriger Übung, ernsten Nachdenkens und des Lesens vorzüglicher Werke über diesen, zum Berufe gewählten Gegenstand.” (Allgemeine Theaterzeitung, 1840, No. 7, S.32). – Leicht gebräunt, stellenweise leicht fleckig, insgesamt gut erhalten.

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Lot 165 Militaria – Fortifikation – Hoyer, Johann Gottfried von (Hg.)
Neues Magazin für Befestigungskunst und Artillerie. Heft 1-3 (alles Erschienene). Mit 5 gefalteten Kupfertafeln. Berlin, Reimer, 1820-1822. 25 x 21 cm. Neuer Pappband mit goldgeprägtem Rückenschild.
Schätzpreis 450 €
Einzige Ausgabe. – Nicht bei Jähns. – Der preussische Generalmajor und Militärschriftsteller Johann Gottfried von Hoyer (1767-1848) “wurde 1825 als Inspecteur der zweiten Ingenieurinspection in den Ruhestand versetzt. Er hielt nun in Halle Vorlesungen über Kriegskunst und Kriegsgeschichte” (ADB XIII, 218). – Mit Beiträgen über russische Haubitzen, die Geschichte des französischen Ingenieur-Corps, Mittel ohne Brücken über Flüße zu gehen, Wallprofile von Festungen, Geschütze auf Bergfestungen etc. – Leicht gebräunt, stellenweise leicht braunfleckig.

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Lot 166 Napoleon I. – Arndt, J. W
Miszellen historischen und politischen Inhalts. Gesammelt und herausgegeben von J.W. Arndt. Mit einem Kupfer, welcher 11 interessante Perioden aus Bonaparte’s Leben, von Korsika an bis auf die Insel St. Helena vorstellt. Mit 1 gefalteten Tafel. Pesth, J. Müller, 1816. 122 S., 1 Bl. 19,5 x 11,5 cm. Kartonage der Zeit (Deckel fast lose).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe der fast ausschließlich Napoleon gewidmeten Sammlung, mit dem ungewöhnlichen Frontispiz “Buonapartes Lebensreise”. – Unbeschnitten, teilweise etwas angerändert und gebräunt.

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Lot 167 Nationalsozialismus
Facts in Review. Issued by the German Library of Information. Volume 1 und 2. Mit zahlreichen photographischen Abbildungen. New York, 1939-1940. 28 x 22 cm. Leinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel (berieben und etwas fleckig). [*]
Schätzpreis 450 €
Der Band umfasst die kompletten ersten beiden Jahrgänge: Volume I, Heft 1, 16.8.1939 – Heft 19, 28.12.1939 (inklusive Sondernummer) und Volume II, Heft 1-50 sowie einem Register für beide Jahrgänge. – “‘Facts in Review’ was an early World War II weekly newsletter published in English, funded directly by the Third Reich and overseen by Joseph Goebbels, Hitler’s minister of information and propaganda. George Sylvester Viereck, a registered agent for Germany, a poet, intellectual, journalist, and Nazi front man, was the editor of this English Language newsletter. Publication of ‘Facts in Review’ commenced in mid 1939 and was shut down by the U.S. government in June of 1941. It was published by the Nazi’s infamous propaganda frontorganization, the ‘German Library of Information’… In the short 24 months of publication, ‘Facts in Review’ had grown from an original two page … to sixteen plus pages. … Controversial and dramatic from the first issue on, the propaganda newsletters are filled with photos of German children, industry; military and family life as well as positive spin stories on Germany’s aggression and praise for the Third Reich. ‘Facts in Review’ had a mailing list of 200,000 and was sent free of charge to wealthy American families, congressman and senators, and other prominent individuals.” (https://germanlibraryofinformation.wordpress.com). – Ohne das erste Blatt vom Register des ersten Halbjahrs des 2. Jahrgangs, sonst gut erhalten.

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Lot 168 Niederlande – Le Jean
Introduction a la revolution des Pays-Bas, et a l’histoire des Provinces-Unies. Ouvrage divisé en quatre parts. 3 Bände in 1 Band. (Ohne Ort und Verlag), 1754. 16,5 x 9,5 cm. Brauner Ganzlederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Wappensupralibros, goldgeprägten Deckelfileten, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (leicht berieben, Ecken etwas bestoßen).
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Barbier II, 962. – Innendeckel mit dem gestochenen Exlibris der “Bibliotheque du Cháteau de Maucreux”. – Teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 169 Numismatik – Fliessbach, Ferdinand
Münzsammlung enthaltend die wichtigsten seit dem Westphälischen Frieden bis zum Jahre 1800 geprägten Gold- und Silbermünzen sämmtlicher Länder und Städte. Mit geographischen, geschichtlichen, statistischen, heraldischen und numismatischen Erläuterungen. Mit 120 Tafeln in Gold- und Silberprägedruck. Leipzig, Schäfer, 1853. Unpaginiert. 23 x 15 cm. Halblederband der Zeit mit geprägtem Rückentitel, Gold- und Blindprägung (Kanten leicht berieben).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Humpert 11386 – Nicht bei Leitzmann. – Hervorragend ausgestattetes Werk mit den exakten Münzabbildungen in aufwendigem Prägedruck. – Sehr sauberes Exemplar in dekorativem Einband.

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Lot 170 Numismatik – Hübner, Lorenz
Grundlehren von den Münzen. München, Johann Fritz, 1778 (ursprüngliche Verlagsangaben überklebt). 32 nn. Bl. 17 x 10 cm. Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückenschild (berieben und etwas bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Der Verleger Johann Fritz scheint die Restbestände der ersten Ausgabe (1777) von Klatzinger aus Burghausen übernommen zu haben. – Vgl. Holzmann-Bohatta II 8069 (wohl irrig Ausgabe 1776). – Anonym erschienen. – Der Priester und Professor der Rhetorik Lorenz Hübner (1751-1807) war als Aufklärer “besonders dem Augsburger Theologenkreis um Joseph Anton Weißenbach ein Hauptgegner der Kirche und wurde von Männern konservativer Gesinnung durchaus neben Neuerer wie Joseph Valentin Eybel, Karl Joseph Huber, Kaspar Royko, Kaspar Ruef und Max Anton Wittola gestellt.” (NDB IX, 721). – Stellenweise etwas braunfleckig.

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Lot 171 Preussen – Erman, Jean Pierre
Mémoires pour servir a l’histoire de Sophie Charlotte Reine de Prusse, lus dans les séances publiques de l’Academie Royale des Sciences et Belles-Lettres, augmentés de notes historiques et de quelques mémoires relatifs à l’histoire du pays. Berlin, Starcke, 1801. 3 Bl., 329 S. 21 x 12,5 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (Deckel etwas fleckig und berieben, Kapital mit kleinem Einriss).
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe von einem der letzten Werke des deutschen Historikers und Theologen Jean Pierre Erman (1735-1814), desssen Familie 1720 aus Genf nach Berlin übergesiedelt war. Erman wurde bereits mit 17 Jahren Lehrer am Französischen Gymnasium in Berlin und noch vor seinem 20. Lebensjahr Prediger der französischen Gemeinde. 1766 wurde er Direktor des Französischen Gymnasiums und 1786 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. 1792 wurde er zum Historiographen der brandenburgischen Geschichte ernannt. – Teilweise leicht gebräunt.

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Lot 172 Preussen – Pöllnitz, Carl Ludwig von
Memoiren zur Lebens- und Regierungsgeschichte der vier letzten Regenten des Preußischen Staates mit einem berichtigendem Anhange. Aus dem Französischen übersetzt (von F. L. Brunn). 2 Bände. Berlin, Voss, 1791. VIII, 612 S.; Titel, 597 S. 15,5 x 10 cm. Halbpergamentbände der Zeit mit Rückenschild (Deckel knickspurig, etwas berieben und bestoßen). [*]
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe der deutschen Fassung, gleichzeitig erschien auch eine französische, ebenfalls herausgegeben von F. L. Brunn. – Fromm 28451 – Hayn-Gotendorf VI, 287. – Das Werk ist nicht zu verwechseln mit den “Mémoires”, die Pöllnitz 1734 und 1738 veröffentlicht hatte. – “Man kennt des Verfassers angenehme Art zu erzählen aus verschiedenen Schriften, die noch jetzt mit Vergnügen gelesen werden. Schäzbarer als sie alle sind die gegenwärtigen Memoiren, die lange Zeit nur in wenigen Abschriften existirten. Bekanntlich starb der Verfasser 1775, und vermuthlich wagte er es nicht, seine Schrift bei den Lebzeiten Friedrichs II. druken zu lassen.” (Privilegirte Münchner Zeitung, 1791, CLIV, S. 830). – Die Innendeckel mit eigenhändigem Besitzeintrag des Dichters, Philologen und Philosophen O. F. Gruppe (1804-1876), Verfasser u.a. des “Antäus” (1831). – Etwas gebräunt, Bleistiftanmerkungen.

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Lot 173 Ranke, Leopold (Hg.)
Historisch-politische Zeitschrift; herausgegeben von Leopold Ranke. 2 Bände. Mit 1 gefalteten Tabelle. (Band 1:) Hamburg, Perthes, 1832/ (Band 2:) Berlin, Duncker und Humblot, 1832. VI, 824 S.; VI, 807 S. 22 x 13 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Ecken leicht bestoßen, Deckel etwas berieben). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe. – Kirchner 7594 – Obenaus, Literarische und politische Zeitschriften S. 78 – nicht bei Estermann. – Die Zeitschrift erschien in loser Folge in insgesamt acht Heften. “Die Initiative zur Gründung ging seit Mitte 1830 vom Hamburger Verleger Perthes aus, nach dessen Ansicht die Wirkungen der französischen Revolution auf die öffentliche deutsche Meinung, deren Vergiftung durch die Presse, nur mit Erfolg durch ‘gute’ Presse bekämpft werden konnte. Mit seiner Konzeption eines billigen, populären ‘Volksblatts’ konnte Perthes sich aber nicht durchsetzen. Rankes im Auftrag des preußischen Außenministers von Bernstorff im Frühjahr 1832 begründete Zeitschrift war, wie Perthes enttäuscht kommentierte, ‘nur für höhere Staatsbeamte, für Männer vom Fach und für höhere politische Kreise bestimmt, die schon dieselbe Richtung haben, also nicht erst mit vieler Mühe und vielen Kosten gewonnen zu werden brauchen'”. – Zeitgenössisches gestochenes Exlibris auf dem Innendeckel “Freiherrlich von Lotzbeck’sche Familien-Fideicommiss-Bibliothek auf Schloss Weyhern”. – Teils etwas stockfleckig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 174 Rechtswissenschaft
Constitutio Criminalis Theresiana oder der Römisch-Kaiserl. zu Hungarn und Böheim etc.etc. Königl.Apost. Majestät Mariä Theresiä Erzherzogin zu Oesterreich etc.etc. peinliche Gerichtsordnung. Mit 30 teilweise blattgroßen (3 gefalteten) mitpaginierten Kupfern. Wien, Trattner, 1769. 8 Bl., 282, LVI S. 35,5 x 22 cm. Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung (berieben und bestoßen, Kapitale und Schild mit Fehlstellen). [*]
Schätzpreis 750 €
Lipperheide Pi 7 – Giese, Trattner 957 – Stubenrauch 651 – Hayn-Gotendorf V, 451: “Die Verbreitung des ominösen Werks wurde von der Regierung verhindert und dasselbe gleich nach Erscheinen unterdrückt”. – Die letzte in Österreich erschienene Strafrechtsverordnung mit Anwendung der Folter. Erst am 2. Januar 1776 erfolgte die Aufhebung der Tortur durch Entschließung Maria Theresias. 1787 wurde die “Theresiana” durch die sogenannte “Josephina” außer Kraft gesetzt. – Im Textteil werden die Strafen und ihre genaue Durchführung festgelegt. Dazu gehörten Todesstrafen wie die Hinrichtung durch Verbrennen, Schwert oder Strang ebenso wie Leibstrafen, z.B. durch Auspeitschen, Foltern oder Verstümmeln. – Die Kupfer zeigen ausschließlich Folterszenen und -werkzeuge, wie Bein- und Daumenschrauben, Streckmaschinen etc. – Etwas gebräunt, stellenweise fingerfleckig, wenige Textblätter und zwei Tafeln im Rand wasserfleckig, eine Tafel mit Einriss.

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Lot 175 Rechtswissenschaft – Hübner, Christian Gotthelf
Ueber Ehre, Ehrloßigkeit, Ehrenstrafen und Injurien. Ein Beytrag zur Berichtigung der positiven Rechtswissenschaft. Leipzig, Tauchnitz, 1800. XVI, 248 S. 16,2 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägtem Wappensupralibros (angestaubt, kleiner Einriss am hinteren Gelenk).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Enslin I, 184. – Hübner (1772-1808) war Professor in Leipzig. – Handschriftlicher alter Eintrag (“Criminal-Senat”) und Stempel auf Titel, die ersten und letzten Blatt in den Ecken etwas leimschattig.

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Lot 176 Rechtswissenschaft – Savigny, Friedrich Carl von
Das Recht des Besitzes. Eine civilistische Abhandlung. Gießen, Heyer, 1803. XXXII, 495 S. 20 x 11,5 cm. Restaurierter Halblederband der Zeit. [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe von Savignys grundlegendem Werk, worin er das Recht als Erscheinung des sozialen Lebens darstellt und sich um eine Synthese von historisch-kritischer und systematisch-dogmatischer Denkweise bemüht. – Goedeke VI, 233, 1 – Stintzing-L. III, 191ff – Borst 953. – Mit diesem Buch erregte er schlagartig Aufsehen und erhielt große Anerkennung. Das Werk wurde zum Vorbild der juristischen Monographien im 19. Jahrhundert. – Vorsätze gebräunt, etwas stockfleckig.

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Lot 177 Sachsen
Sammelband mit 9 Schriften zur Sächsischen Verfassung von 1831. Verschiedene Orte und Verlage, 1831-1832. 17 x 10 cm. Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (“Miscellen von Sachsen”).
Schätzpreis 300 €
Enthält: 1. Frey, Theodor. Der Staat. Zeitgemäße Andeutungen. 1831. 36 S. – 2. Derselbe. Die Kirche. Zeitgemäße Erörterungen. 1831. 59 S. – 3.-6. Prof. Krug. Ueber die Wiedergeburt des Königreichs Sachsen. Erste bis vierte Gabe. 1831. 34, 40, 44, 40 S. – 7. An die Stände des Königreichs Sachsen. 1831. 44. S. – 8. Ueber die Repräsentation der Evangelischen Geistlichkeit auf dem Königlich Sächsischen Landtage. 1831. 23 S. – 9. Die Patrimonialgerichtsbarkeit, in ihrer, dem Gemeinwohle nachtheiligen Vernunft- und Rechtswidrigkeit. Von einem Königlich Sächsischen Justizbeamten. 1832. 81 S. – Nur die erste Schrift stockfleckig, sonst gut.

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Lot 178 Siegelkunde
Siegelsammlung der Brüder Arnold, Schleiz. Mit zusammen ca. 1500 Lacksiegeln und mit wenigen Papiersiegeln. Montiert in 7 Hefte. 1858-1862. 21 x 16 cm. Original-Broschuren (bestoßen, etwas fleckig und wellig, kleine Randläsuren, ein Rückdeckel fehlt). [#]
Schätzpreis 450 €
Auf den Vorderdeckeln jeweils handschriftlich bezeichnet und datiert. Bei den Siegeln ist ganz überwiegend kein Name zugesetzt, es handelt sich aber augenscheinlich nicht nur um Adelssiegel, sondern auch um Siegel bürgerlicher Familien und von Städten und Behörden. – Eine Seite fehlend, selten Ausschnitte, gelegentlich Ausbrüche oder Brüche, insgesamt recht gut erhalten.

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Lot 179 Sozialismus – Kommunismus
Sammlung von 56 Flugblättern und Anschlägen sowie 3 Zeitschriften zur Münchner Räterepublik München, ca. April-Mai 1919. Ca. 16 x 17 cm bis 47 x 33 cm.
Schätzpreis 750 €
Die Sammlung umfasst Flugblätter der KPD und Roten Armee (4), Arbeiter und Soldatenräte (11, darunter 2 Doubletten und 2 handschriftliche Flugblätter) und 3 Ausgaben (Nr. 3, 7 und 8) der “Mitteilungen des Vollzugsrats der Betriebs- und Soldatenräte”, SPD und Regierung Hoffmann (12, darunter 2 handschriftliche Flugblätter), sowie 24 weitere Flugblätter contra Räterepublik: Deutschvölkische Liste Senger (“Juda, Jesuiten und Völkische ringen um die Macht”), Wählt Völkisch-Sozial (über “Die Weisen von Zion”), Einwohnerwehr (2) und Wachregiment der Reichswehr, Republikanische Partei, Deutsche Volkspartei, Deutsch-Demokratische Partei, Bayerische Volkspartei, Deutsch-nationale Volkspartei, Generalmajor Möhl, Staatskommissar Ewinger, Polizeidirektion, Polizeipräsident Staimer (zur Ermordung Eisners), Verband der evangelischen Vereine, Reichsministerium etc. – Teils mit Randläsuren und Einrissen (vereinzelt Textverlust), teils etwas knickspurig, meist im oberen Rand mit handschriftlicher Nummer versehen, papierbedingt gebräunt. – Beigegeben: Estée, O. München auf dem Kopf. Mit zahlreichen Karrikaturen zur Räterepublik. München, Ost-Petersen, 1919. 15 S. Illustrierte Original-Broschur – Fleckig, mit Einrissen und knickspurig. – Beigegeben: Ein Jahr bayerische Revolution im Bilde. Mit zahlreichen photographischen Abbildungen. München, Photobericht Hoffmann, 1919. 32 S. 31 x 23,5 cm. Späterer Halbleinenband mit aufgezogener Original-Broschur. – Durchgehend etwas gewellt, die unteren Ecken mit Papierstreifen verstärkt, etwas fleckig.

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Lot 180 Sozialismus – Kommunismus
Sammlung von ca. 550 Original-Photographien zu stalinistischer Propaganda. Vintages. Silbergelatine. Sowjetunion, um 1935. 15 x 9 cm bis 29 x 23 cm. [*]
Schätzpreis 2400 €
Die Photos der sehr umfangreichen Sammlung zeigen abphotographierte Abbildungen oder ganze Seiten verschiedener sowjetischer Publikationen der 30er Jahre, darunter auch einige mit avantgardistischen Photomontagen. Sie gibt so einen Überblick über die stalinistische Propaganda der 30er Jahre. – Vereinzelt verso mit einem russischen Stempel. – Gewellt, teils etwas angestaubt, teils etwas knickspurig, vereinzelt mit leichten Randläsuren.

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Lot 181 Staatswissenschaft – Franklin, Benjamin
Interrogatoire de Mr Franklin Deputé de Pensilvanie au Parlement de la Grande Bretagne. Traduit de l’anglois par Ch… D. H… Straßburg, Simon Kürsner, (ohne Jahr, ca. 1776). 35 S. 18 x 11 cm. Neuer Pappband.
Schätzpreis 360 €
Erste französische Ausgabe der “Examination of Doctor Benjamin Franklin …” (1766). Sabin 25504 – Howes F 319. – Franklin war von 1764-1775 als Vertreter der “Pennsylvania Assembly” in England. – “Parliament reassembled January 14, 1766. On the 17th a petition of the merchants of London trading with North America against the Stamp Act was presented. Then (January 28) followed the examination of Franklin, in relation to the Stamp Act, before the House, in Committee. With this mass of information before them, American affairs received an exhaustive discussion. The Stamp Act was repealed, and the royal assent was given March 18th” (Winsor, History of America VI, 32).

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Lot 182 Staatswissenschaft – Malthus, Thomas Robert
Versuch über die Bedingung und die Folgen der Volksvermehrung. Aus dem Englischen von Franz Hermann Hegewisch. Erster bis zweiter Teil in einem Band. Altona, Hammerich, 1807. XVI, 368 S., VIII, 358 S. 1 Bl. 20,3 x 11,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Kapital mit schmaler Fehlstelle, Leder etwas rissig, vorderes Gelenk oben etwas angeplatzt). [*]
Schätzpreis 1500 €
Erste deutsche Ausgabe. – PMM 251 – Humpert 13008 – Menger 484 – Kress B.5222. – Ursprünglich aus einem Streitgespräch auf der Grundlage von William Godwins “Enquiry Concerning Political Justice” (1792) zwischen T. R. Malthus (1766-1834) und seinem Vater über die Möglichkeiten zur Vervollkommnungsfähigkeit menschlicher Gesellschaften entstanden und 1798 anonym veröffentlicht, arbeitete er seine epochemachenden Thesen in neuen Auflagen weiter aus. “Die gegenwärtige Uebersezung ist nach der dritten Ausgabe, Oktav, London 1806. Die Quartausgabe ist minder vollständig.” (Hegewisch; S. V). – Papierbedingt leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

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Lot 183 Staatswissenschaft – Moser, F. K. von
Was ist: gut Kayserlich, und: nicht gut Kayserlich? Mit gestochener Titelvignette. Gedruckt im Vaterland, mit leserlichen Schriften, (das ist: Frankfurt, Fleischer), 1766. 8 Bl., 335 S. 16,5 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung (leicht angestaubt).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Nicht bei Goedeke – Humpert 7508 (mit abweichender Verlagsangabe) – Holzmann-Bohatta IV, 11777. – Die Schrift untersucht das Verhältnis zwischen Kaiser und Reich in historischer Perspektive. Als Bekämpfer des staatlichen Despotismus und der Sittenlosigkeit der Höfe tritt er für die Aufrechterhaltung der Macht des Kaisers ein. Vor allem wendet er sich gegen Friedrich den Großen. – Teilweise etwas gebräunt, farbige Unterstreichungen. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 184 Sully, Maximilian de Béthune, Baron de Rosny, Duc de
Mémoires des sages et royalles oeconomies d’estat domestiques, politiques et militaires de Henry le Grand, l’exemplaire des Roys, le Prinve des vertus, des armes et des loix, et le Père en effet des ses peuples francoises. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 kolorierten Titelvignetten. Amstelredam (sic!), chez Alétinosgraphe de Clearetimelee et Graphexecon de Pistariste, ca. 1640. 4 Bl., 508 S., 12 Bl., 7 Bl., 447 S., 14 Bl. 37,5 x 24 cm. Lederband der Zeit (Ecken und oberes Kapital bestoßen, etwas berieben).
Schätzpreis 450 €
Vgl. Kress 537 – Goldsmith 686 – Einaudi 5507 – Hoefer 44, 666 – Matsuda 1045. – Wohl die erste Nachdruckausgabe der den Zeitraum von 1570 bis 1606 abdeckenden Erinnerungen Sullys, die er zuerst 1638 privat auf seinem Schloss drucken ließ. Die vorliegende Ausgabe hat zwar eine andere Paginierung, simuliert die Erstausgabe jedoch durch das Impressum und das typische Zeichen des Hauses Sully (dreifaches grünes V) auf dem Titelblatt. Das Werk gilt als eine der wichtigsten Quellen für die Regierungszeit Heinrich IV. – Die ersten hundert Seiten mit Wurmspur, dadurch geringer Buchstabenverlust, nur leicht gebräunt und fleckig.

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Lot 185 Westfälischer Friede
Icones legatorum praecipuorum tam monasterii, quam Osnabrugae, pacis universalis orbi Christiano conciliandae causa nunc existentium. Mit 27 gestochenen Porträts. Amsterdam, Jansson, 1648. Titel. 30 x 18 cm. Pappband der Zeit (fleckig, Rücken fehlt).
Schätzpreis 300 €
Schöner Sammelband mit den Porträts von an den Friedensschlüssen Beteiligten, den wir unter diesem Titel über KVK nur in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek (dort nur 26 Kupfer) nachweisen können. – Die Porträts meist mit ausführlicher Legende. – Im weißen Rand teilweise etwas gebräunt bzw. schwach wasserrandig.

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Lot 186 Wirtschaftswissenschaft – Fischer, Heinrich August
Versuch einer historisch-pragmatischen Beschreibung des alten deutschen Oekonomie- und des, in der Folge der Zeit, daraus erwachsenen deutschen fürstlichen Cammerwesens. Nebst einem Repertorio von denen dahin gehörigen Schriften und Abhandlungen. Zusammengetragen von einem Liebhaber der deutschen Reichshistorie und der gemeinnützlichen Wissenschaften. Leipzig, Breitkopf, 1755. 4 Bl., 220 S. 22,2 x 17 cm. Halblederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung (Schild abgerieben, Deckelbezug mit Fehlstellen, berieben). [*]
Schätzpreis 500 €
Seltene erste Ausgabe, anonym erschienen. – Humpert 603 (irrig 1754) – Meusel III, 362 – nicht bei Kress und Goldsmiths. – Das Repertorium mit einer Bibliographie kameralistischer Schriften in deutscher Sprache ab S. 95. – Fischer (ca. 1705 -1781) war Obersalzinspektor in Dresden. – Anfangs mit braunem Fleck im Rand, Vorsätze etwas leimschattig.

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Lot 187 Wirtschaftswissenschaft – Forges, Chevalier de
Patriotische Gedanken von dem wahren Nutzen des Vaterlandes. Aus dem Französischen übersetzt. Augsburg und Leipzig, M. Rieger und Söhne, 1769. 4 Bl., 189 S. 17 x 10 cm. – Angebunden: Caraccioli, Domenico. Praktische Landökonomie der Alten. Nebst einem Entwurfe derselben zum Besten des gemeinen Wesens wieder aufzuhelfen. Aus dem Französischen übersetzt. Augsburg, M. Rieger und Söhne, 1770. 12 Bl., 164 S., 1 Bl. Lederband der Zeit mit Rückenschild (leicht berieben). [*]
Schätzpreis 450 €
Jeweils erste deutsche Ausgabe. – Nicht bei Fromm, Humpert, Kress etc. – Beide Schriften stammen nicht von dem auf den Titeln unterstellten Louis-Antoine Caraccioli (1719-1803), dem erklärten Feind der Aufklärung und Vielschreiber im Interesse der katholischen Gegenaufklärung. Die deutschen Ausgaben (fast) aller seiner Schriften kommen aus der “Übersetzungsfabrik” Riegers in Augsburg, dem Zentrum der gegenaufklärerischen katholischen Propaganda. Beide Werke haben wohl wegen dieser Fehlattribution in Deutschland bis heute nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit gefunden. – Zu 1) Sehr seltene Übersetzung des zuerst 1764 in drei Drucken gleichzeitig erschienenen Werkes “Des véritables intérêts de la patrie”, eines für uns nicht weiter identifizierbaren Chevalier De Forge oder Forges (vgl. Barbier, Anonymes, IV, 933). – Zu 2) Domenico Caraccioli (1715-1789?) wurde 1763 Botschafter des Königs von Neapel in London, kam dann nach Paris, dort wurde er 1770 ebenfalls zum Botschafter ernannt. Hier stand er in Kontakt zu d’Alembert, Helvétius, Diderot, Galiani etc. Sein Traktat, im französischen Original “L’Agriculture simplifiée selon les règles des anciens” (Paris 1769), ist Ausdruck der Bedeutung, die die Enzyklopädisten einer modernen Landwirtschaft als Grundlage eines aufgeklärten Staats beimaßen. In der Vorrede spricht Caraccioli von der Notwendigkeit, den “Feldbau” auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Am Schluss entwirft er ein quasi utopisches Bild einer Gesellschaft, die auf Ordnung und Effizienz basiert. Die Ideen der Enzyklopädisten suchte er in die Praxis umzusetzen, als er 1781 das Vizekönigtum Sizilien übernahm. – Teilweise stockfleckig.

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Lot 188 Wirtschaftswissenschaft – Marperger, Paul Jacob
Des Geöffneten Ritter-Platzes Dritter Theil. 5 Schriften in 1 Band. Mit gestochenem Frontispiz und zusammen 17 Kupfertafeln sowie 3 Falttabellen. Hamburg, Schiller und Kißner, 1707-1723. 15 x 8,5 cm. Pergamentband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (leicht angestaubt, Rückenschild aufgehellt). [*]
Schätzpreis 900 €
Erste und zweite Ausgaben. – Dünnhaupt 2648, 21.2; 2644, 16.2; 2645, 17.2; 2645, 18.2; 2646, 19,2. – Enthält jeweils mit eigenem Titelblatt: I. Raritäten- und Naturalienkammer. Mit 12 Kupfertafeln. 1707. – II. Das neu-eröffnete Berg-Werck. Mit 5 Kupfertafeln. 1720. – III. Die neu-eröffnete Kaufmanns-Börse. Mit 3 Falt-Tabellen. 1707. – IV. Das Neu-eröffnete Manufacturen-Haus. 1721. – V. Curieuse Nachricht von Erfindungen und Erfindern. 1707. – Handbuch für Adelige mit Abhandlungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen. – Leicht gebräunt, sonst gut erhalten.

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Lot 189 Wirtschaftswissenschaft – Süßmilch, Johann Peter
Die Göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, dem Tode und der Fortpflanzung desselben erwiesen. Zwote und ganz umgearbeitete Ausgabe. 2 Bände in 1 Band. Mit zahlreichen (1 gefalteten) Tabellen. Berlin, Verlag der Buchhandlung der Realschule, 1761-1762. 4 (von 5) Bl., S. (III)-XVI, 576, 114 S., 1 Bl., Titel, 625, 78 S. 18,5 x 11,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (berieben und bestoßen).
Schätzpreis 450 €
Zweite Ausgabe. – Vgl. Kress 7169 – Humpert 12169. – Johann Peter Süßmilch (1707-1767) “ist heute allgemein als einer der hervorragendsten Vertreter der aufkeimenden Socialwissenschaft des vorigen Jahrhunderts anerkannt. Sein Hauptwerk ‘Die göttliche Ordnung …’ wird von Rümelin … geradezu als die Grundlegung einer socialen Biologie bezeichnet … Roscher endlich würdigt Süßmilch’s ‘Göttliche Ordnung’ … als das bedeutendste volkswirthschaftliche Specialwerk seiner Zeit, gleichzeitig als die erste ausführliche Bevölkerungstheorie” (ADB XXXVII, 188). – Es fehlt das Widmungsblatt hinter dem ersten Titel, nur teilweise leicht gebräunt.

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Lot 190 Wirtschaftswissenschaft
Der wohlberathene Geld-Negociant, sowohl als Darleiher, wie als Erborger. Ein Handbüchlein für Ungelehrte, Bürger und Landleute, welche Gelder zu verleihen oder zu erborgen und sich dabei vor Schaden zu hüten wünschen. Nebst Interessen-Tabellen nach Conventionsgeld, … Ingleichen Vorschriften zu Schuld- und Pfandverschreibungen unverheiratheter Manns- oder Weibspersonen. Ilmenau, Voigt, 1825. VIII, 126 S., 1 Bl. 18,2 x 10 cm. Neuer Pappband.
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe des seltenen Ratgebers, den wir über KVK nur in der Landesbibliothek Dresden und der HAAB Weimar nachweisen können. – Etwas stockfleckig und gebräunt.

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