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Lot 191 Gastronomie – Bier – Müller, Carl Ludwig
Geprüfte Anweisung zu der Kunst mit weit weniger Aufwand als bisher ein weit vorzüglicheres Bier zu brauen. Nach Anleitung chemischer Grundsätze. Mit einer einleitenden Vorrede begleitet von Herrn Professor Walther in Gießen. Mit 4 gefalteten Kupfertafeln. Gießen und Darmstadt, Heyer, 1807. VI, 258 S. 17,2 x 10,5 S. Pappband der Zeit (Rücken etwas berieben).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Schoellhorn 309. – Teilweise leicht gebräunt.

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Lot 192 Gastronomie – Bier
Poetischer Wettstreit über das beste Bier. Humorvolle Lieder und Gedichte zur Erheiterung der Stammtischgenossen und der Freunde des edlen Gerstensaftes. Mit einem Widmungsgedicht herausgegeben von A. H-g (das ist: wohl Albert Hackelberg). Berlin, Born, (um 1889). 4 Bl., 86 S., 1 Bl. 22 x 14,5 cm. Original-Leinwand (gering berieben und fleckig).
Schätzpreis 300 €
Selten, bibliographisch von uns weiter nicht nachweisbar, online nur zwei Exemplare in öffentlichen deutschen Bibliotheken findbar, beide in München (wo sonst …), eine davon in der Teilbibliothek Weihenstephan. – Der Band versammelt Gedichte rund ums Bier und den Biergenuß, teils unter voller Nennung des Namens der Dichtenden, teils wurde der Name abgekürzt. Alle Beiträger kamen aus der Branche und arbeiteten für diverse Brauereien (deren Namen jeweils hier dem Namen des Dichtenden beigesellt wurde), Hackelberg bei Spatenbräu München. – Das Porträt in einem der Bibliotheksexemplare wurde von einem Vorbesitzer eingeheftet, es gehört nicht ursprünglich zum Buch, wie der alte Titeleintrag der Bibliotheks-Karteikarte belegt. – Papierbedingt gering gebräunt, anfangs ein alter kleiner Besitzerstempel, etwas braunfleckig, ohne Bierflecken.

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Lot 193 Gastronomie – Getränke – Goettler, Hans (Hg.)
Lexikon der Spirituosen- und Alkoholfreien Getränke-Industrie sowie verwandter Branchen. 3 Bände. Mit einigen Textabbildungen. Leipzig, Born, 1923-1927. 24,5 x 18 cm. Grüne Original-Leinenbände mit gold- und schwarzgeprägten Rücken- und Deckeltiteln (Rücken etwas geblichen, nur leicht berieben).
Schätzpreis 300 €
Die ersten beiden Bände in der 3. Auflage, der dritte von Otto Kullmann herausgegebene Ergänzungsband in Erstausgabe. – Alles für das Destillations-Gewerbe Wissenswerte über die Herstellung von Branntweinen, Likören, Fruchtäthern, Essenzen, Süßweinen, Essig etc. “Das Lexikon umfasst circa 3000 Fachartikel und 3000 Rezepte und dürfte die größte existierende Rezeptsammlung auf allen in Betracht kommenden Gebieten enthalten” (Vorwort). – Papierbedingt durchgehend gebräunt.

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Lot 194 Gastronomie – Getränke – Gotthardt-Hartmann, Adolf
Rezeptschatz. 1000 Rezepte für ehemal. Besucher der Destillateur-Fachschule. Gesammelt und zusammengestellt von A. Gotthardt-Hartmann. Altenburg, Selbstverlag, 1939. 4 Bl., 532 S., 1 Bl. 21,3 x 14,5 cm. Original-Leinenband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel im Original-Pappschuber (dieser etwas berieben und minimal bestoßen, Papierbezug partiell gelöst).
Schätzpreis 300 €
Äußerst seltener, im Selbstverlag des Verfassers erschienener und offenbar nur an einen kleinen Kreis von Empfängern abgegebener “Rezeptschatz” für die Herstellung von Tinkturen, Essenzen, Spirituosen, Likören und “Spezialgetränken” wie dem Bärenfang, dem Berliner Sauern oder dem Cordial-Medoc. Alle Rezepte mit präzisen Mengenangaben der teils sehr umfangreichen Zutatenliste. – Verlagsseitig durchgehend durchschossen zur handschriftlichen Ergänzung seitens des Besitzers. – Vorsätze mit Werbung. – Sehr guter Zustand.

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Lot 195 Gastronomie – Kochkunst – Davidis, Henriette
Zuverlässige und selbstgeprüfte Recepte der gewöhnlichen und feineren Küche. Practische Anweisung zur Bereitung von verschiedenartigen Speisen, kalten und warmen Getränken, Gelees, Gefrornem, Backwerken, sowie zum Einmachen und Trocknen von Früchten, mit besonderer Berücksichtigung der Anfängerinnen und angehenden Hausfrauen. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Elberfeld, Löwenstein und Comp., 1846. 1 Bl., XXIV, 373 S. 17,5 x 11,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben, Kanten leicht bestoßen). [*]
Schätzpreis 900 €
Seltene zweite Auflage. – Vgl. Weiss 691 und Methler 146. – Die schon immer etwas schwierige Editionsgeschichte des bekanntesten und auflagenstärksten deutschen Kochbuchs des 19. Jahrhunderts wird mit diesem Exemplar nicht einfacher: Die Erstausgabe erschien 1845 (mit 1844 datiertem Vorwort) bei Velhagen & Klasing in Bielefeld. Die junge Autorin trat gegen 450 Taler alle Rechte an den Verlag ab, der auch bereits 1846 mit eigenem Impressum eine “Zweite verbesserte und vermehrte Auflage” herausgab, allerdings laut Methler auch 70 renommierten Buchhandlungen anbot, das eigene Firmenimpressum auf dem Titelblatt einzudrucken. Hier vorliegend nun eine in der Literatur und im KVK unbekannte Ausgabe für das Elberfelder Unternehmen Löwenstein. – Teilweise leicht stockfleckig.

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Lot 196 Gastronomie – Kochkunst – Dubois, Urbain
Grand livre des patissiers et des confiseurs. 2 Teile in 2 Bänden. Mit 13 (1 doppelblattgroßen) Stahlstichtafeln und 125 Holzstichtafeln. Paris, Dentu, 1883. XXIV, 338 S., 5 Bl.; Eingebundener vorderer Original-Umschlag, S. 349-701. 31 x 24 cm. Halblederbände der Zeit (beide Rücken zur Hälfte gelöst und mit Fehlstellen, etwas berieben und bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Drexel 774 – Georg 1630 – Vicaire 291. – Prachtvoll illustrierter Klassiker der Backkunst. – Der doppelblattgroße Stahlstich zeigt ein “Grand Buffet de bal”. – Die ersten und letzten Blätter etwas gebräunt, Bindung etwas gelockert, sonst gut erhalten.

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Lot 197 Gastronomie – Kochkunst – Garlin, Gustave de Tonnerre
Le cuisinier moderne ou les secrets de l’art culinaire. Menus – Haute Cuisine – Patisserie – Glaces – Office etc. Suivi d’un dictionnaire complet des termes techniques. Ouvrage complet illustré de 60 planches (330 dessins). Gravés par M. Blitz comprenant 5000 titres et 700 observations. 2 Bände. 2. Auflage. Mit 60 Tafeln. Paris, Garnier Freres, 1889. XLIV, 292; 3 Bl., 368 S. 32,5 x 24,5 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (berieben, Ecken etwas bestoßen, etwas angestaubt und fleckig, Rücken unten mit Klebespuren).
Schätzpreis 300 €
Vicaire 386 – Bitting 176 – Oberle 254. – Ein Meisterwerk der Hohen Schule zum Ende des 19. Jahrhunderts. – Vortitel gestempelt, in Band 2 Bindung gelockert, eine Lage gelöst, Seidenhemdchen teilweise etwas knittrig und eingerissen, durchgehend insbesondere in den Rändern etwas gebräunt.

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Lot 198 Gastronomie – Kochkunst – Karpath, Ludwig
Jedermann seine eigene Köchin. 222 auserlesene Kochrezepte mit Ratschlägen und einer Betrachtung über Feinschmeckerei. München, Knorr & Hirth, 1929. 182 S., 1 Bl. 22 x 16 cm. Original-Leinenband mit Rücken- und Deckeltitel (etwas lichtrandig, etwas berieben).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Seltenes Kochbuch des bekannten österreichischen Musikschriftstellers Ludwig Karpath (1866-1936). – Mit Daumenregister. – Daumenregister etwas eselsohrig und angestaubt.

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Lot 199 Hausväterbücher – Bauer, Joseph Anton
Der wirthschaftliche Tausendkünstler, oder auserlesene Sammlung der nützlichsten Kunststücke in der Haus- und Landwirthschaft. Mit gestochener Titelvignette. Augsburg, L. Benedikt, 1796. 248, XVI S. 17 x 10 cm. Pappband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückenschild (etwas berieben).
Schätzpreis 300 €
Einzige Ausgabe. – Typisches Hausväterbuch mit Abhandlungen aus allen Bereichen der Haus- und Landwirtschaft. – Vorsatz fehlt, teilweise leicht gebräunt.

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Lot 200 Heilsarmee
Regeln und Verordnungen für Feldoffiziere der Heilsarmee. Vom General. Berlin, Verlag der Heilsarmee, 1910. XIII, 1 Bl., 432 S. 18,5 x 12,5 cm. Original-Leinenband mit goldgeprägtem Deckel- und Rückentitel (Kanten berieben, leicht fleckig).
Schätzpreis 300 €
Seltenes Handbuch der 45 Jahre zuvor gegründeten Heilsarmee. – Mit den Teilen: 1. Der Feldoffizier (u.a. mit den Kapiteln: Persönliche Religion, Befähigung und Eigenschaften für den Krieg, Pflege und Gesundheit und Persönliche Erscheinung). – 2. Der F.O. und seine Beziehung zu den Unbekehrten. – 3. Das geistliche Wachstum. – 4. Das persönliche Verhältnis des F.O. zu seinen Soldaten. – 5. Belehrung der Soldaten durch den F.O. – 6. Praktische Wirksamkeit. – 7. Die Beziehung des F.O. zur Welt. – 8. Störungen (Der Pöbel, Die Bösen, Die Polizei etc.) – 9. Die gegenseitigen Pflichten der F.O. – Vorsatz mit handschriftlicher Widmung, Bindung etwas gelockert, stellenweise minimal fleckig.

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Lot 201 Jagd – Happel, Friedrich
Jagd-Scenen nach Original-Zeichnungen. Lithographiert von C. Diedrich. Mit 1 lithographierten Deckblatt mit Vignette und 6 lithographischen Tafeln. Arnsberg, C. Diedrich, Grote in Commission (später: H.F. Grote), 1848 (1856). 33 x 42 cm. Lose Blatt im Original-Lieferungsumschlag (dieser etwas knick- und knitterspurig, mit kleinen Randläsuren). [*]
Schätzpreis 360 €
Nicht bei Knorring und Schwerdt. – Mit sechs Blatt vollständig. – Happel (1825-1854) war Schüler der Düsseldorfer Akademie und Spezialist für Jagddarstellungen. Die ADB bemerkte zu seinen Jagddarstellungen, er habe “in allen bewiesen, daß er den Haushalt des deutschen Wildes mit Aufmerksamkeit beobachtet.” Die Mappe ist die einzige mit seinen Arbeiten erschienene, erstmals 1848 (dazu das hier vorliegende originale Titelblatt). Anscheinend wurden Reste der Auflage später von Grote übernommen und mit einem neuen Lieferungsumschlag (mit der späteren Jahreszahl 1856) versehen. Dieser liegt hier ebenfalls vor. – Deckblatt von 1848 in einer Ecke mit professionell restaurierter Fehlstelle, die Blätter unbeschnitten, braunfleckig.

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Lot 202 Judaica – Beck, Johann Jodocus
Tractatus de juribus Judaeorum, von Recht der Juden. Worinnen von denen Gesetzen, denen sie unterworffen, deren Heyrathen, Contracten, Wucher, Testamenten, Successionen oder Erbfolgen, Verbrechen und deren Bestrafungen, Privilegien und Rechts-Wolthaten … gehandelt wird. Mit gestochenem Frontispiz. Nürnberg, Lochner, 1741. 5 Bl., 599 S. 21,2 x 17 cm. Pappband der Zeit (berieben und etwas fleckig, Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Zweite Ausgabe. – Vgl. Roest I, 142 (Erstausgabe 1731) – nicht bei Fürst. – Beck plädiert für die rechtliche Gleichstellung der Juden. Alle juristischen Nachweise mit umfangreichen Quellenbelegen. – “Die beherrschende Schrift dieser Zeit … Das Buch ist besonders für Süddeutschland wichtig geworden und enthält zahlreiche Responsa, Gesetzesurkunden und Judeneidformeln” (Landauer, Zur Geschichte der Judenrechtswissenschaft, S. 299). – Das Frontispiz zeigt Juden in vier Lebenslagen: Heirat, Geschäfte, Testament und Hinrichtung. – Ohne die Vorsätze, Titelei gelockert, nur teilweise leicht gebräunt.

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Lot 203 Judaica – Beck, Johann Jodocus
Tractatus de juribus Judaeorum, von Recht der Juden. Worinnen von denen Gesetzen, denen sie unterworffen, deren Heyrathen, Contracten, Wucher, Testamenten, Successionen oder Erbfolgen, Verbrechen und deren Bestrafungen, Privilegien und Rechts-Wolthaten … gehandelt wird. Mit gestochenem Frontispiz. Nürnberg, Lochner, 1741. 5 Bl., 599 S. 21 x 16,5 cm. Zeitgenössisches Ganzpergament mit Lederrückenschild, beide Deckel mit zeitgenössischer Wappenmalerei, diese zum Schutz alt lackiert (fleckig, Rücken stark beschädigt, Gelenke teils geplatzt und mit Resten von Klarsichtfolie). [*]
Schätzpreis 360 €
Zweite Ausgabe. – Vgl. Roest I, 142 (EA 1731) – nicht bei Fürst. – Beck plädiert für die rechtliche Gleichstellung der Juden. Alle juristischen Nachweise mit umfangreichen Quellenbelegen. – “Die beherrschende Schrift dieser Zeit… Das Buch ist besonders für Süddeutschland wichtig geworden und enthält zahlreiche Responsa, Gesetzesurkunden und Judeneidformeln” (Landauer, Zur Geschichte der Judenrechtswissenschaft, S. 299). Das Frontispiz zeigt Juden in vier Lebenslagen: Heirat, Geschäfte, Testament und Hinrichtung. – Ausgeschiedene Bibliotheksdoublette (ordnungsgemäß entwidmet) aus dem Leo Baeck Institut New York. Das Wappen konnte von uns nicht identifiziert werden. – Stellenweise braun- und stockfleckig.

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Lot 204 Judaica – Benyovszky, Karl und Josef Grünfeld
Pressburger Ghettobilder. Mit einem Anhang “Wörterbuch der im Ghetto gebräuchlichen Jargon- und hebräischen Ausdrücke. Pressburg, Steiner, 1932. 145 S., 1 Bl.. Illustrierte neue Halbleinen-Broschur unter Verwendung der originalen Deckel (berieben, knickspurig).
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe, das erwähnte Wörterbuch umfasst zweispaltig 14 Seiten. – Papierbedingt gebräunt, etwas fleckig und eselsohrig, angesichts der Seltenheit recht gut.

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Lot 205 Judaica – Kirchner, Paul Christian
Jüdisches Ceremoniel, Oder Beschreibung dererjenigen Gebräuche, welche Die Jüden sowol inn- als ausser dem Tempel, bey allen und jeden Fest-Tägen, im Gebet, bey der Beschneidung, bey Hochzeiten, Auslösung der Erst-Geburt, im Sterben, bey der Begräbnuß und dergleichen in acht zu nehmen pflegen … vermehrt und mit Anmerkungen erläutert von Sebastian Jacob Jungendres. Mit gestochenem Titel, gestochenem Frontispiz und 28 gefalteten Kupfertafeln von Georg Puschner. Nürnberg, Peter Conrad Monath, 1734. 5 Bl., 226 S., 13 Bl. 20,5 x 16,5 cm. Pergamentband der Zeit mit Rückenschild (etwas fleckig).
Schätzpreis 600 €
Vgl. Fürst II, 190 – Roest-Rosenthal 638 – Lipperheide Oc 20. – Berühmtes Werk über die jüdischen Riten und Gebräuche. Die hübschen Tafeln zeigten zahlreiche Szenen aus dem Leben der jüdischen Gemeinden: “Neumonds Gebeth außer dem Tempel”, “Das Kuchen backen”, “Das Neue Jahrs Fest”, “Das Versöhnungs-Fest”, “Von den Gelübden”, “Vom Schächten und Zubereitung der Speisen”, “Ceremonien in Kinds-Nöthen und Kindbett”, “Die Beschneidung”, “Die Hochzeit-Procession”, “Die Copulation”, “Reinigung der Weiber im Bad”, “Vom Sterben und betrauern der Juden” und vieles mehr. – Bindung gelockert, Block gebrochen, Vorsatz und die ersten drei Blätter leicht wurmspurig, Titel mit rasiertem Stempel und handschriftlichem Besitzvermerk, Tafelverzeichnis mit Bleistiftnotizen, hinterer Vorsatz mit Notizen, sonst gut erhalten und kaum fleckig.

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Lot 206 Judaica – Mendelssohn, Moses
Ritualgesetze der Juden, betreffend Erbschaften, Vormundschaftssachen, Testamente und Ehesachen, in so weit sie das Mein und Dein angehen. Entworfen von dem Verfasser der Philosophischen Schriften, auf Veranlassung und unter Aufsicht R. Hirschel Lewin, Oberrabbiners zu Berlin. Berlin, Voß, 1778. 6 Bl., XXII, 267 S., 2 Bl. 15,3 x 9,5 cm. Pappband der Zeit (berieben und etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goedeke IV/1, 489, 10 – Meyer 237 – Fürst II, 364 – Borst 366. – Wichtige Richtschnur zur Rechtsprechung bei Streitfällen zwischen Juden, entstanden auf Befehl des Königlichen Justizdepartments in Berlin. – Vorsatz mit handschriftlichem Eintrag des Juristen und Kriminalschriftstellers (Friedrich Christian) Benedikt Avé-Lallement: “Für die Rathhausbibliothek eingereicht. Dr. Benedikt Avé-Lallement. 1860. Feb.”, darunter ein Eintrag eines Korpsstudenten Fritsch für einen “Collegen Flügge”: “Damit Sie nicht unvorbereitet den wichtigen Schritt, der doch unvermeidlich ist, thun mögen, schenke ich Ihnen dieses, für mich nicht mehr actuelle Werk! Der Gott Abrahams Isaacs und Josephs geleite Sie ins gelobte Land Ihrer Väter in Israel!”. – Vorderer Spiegel mit zeitgenössischem Hinweis in Blau (wohl von Spaßvogel Fritsch) auf S. 140/141. Dort eine Anstreichung bzgl. eines Textes des Vollzuges der ehelichen Pflichten, denen sich auch besonders der Gatte zu unterwerfen habe, wenn die erforderliche Anzahl des Nachwuchses noch nicht erreicht sei. – Teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar mit schöner Provenienz.

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Lot 207 Judaica – Mendelssohn, Moses und Joel Löwe
Sefer Zemirot Yisrael. Band 3-5 (von 5). Fürth, Isaac David Zirndorffer, 1805. 20,5 x 12 cm. Lederband der Zeit (Fehlstellen im Bezug mit Leder alt hinterlegt).
Schätzpreis 300 €
Der deutsch-jüdische Bibelkommentator Joel Löwe (1760-1802) zog um 1780 nach Berlin, “dort lernte er Moses Mendelssohn kennen, zu dessen Freunden und Bewunderern er gehörte” (ADB XIX, 297). Er gehörte den Biuristen an, die sich stark an der Lehre Mendelssohns orientierten. – Jeweils mit Titel- und Reihentitelblatt mit zwei sich wiederholenden Holzschnitt-Titelvignetten. – Etwas gebräunt und fleckig, Bindung gelockert.

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Lot 208 Judaica – Münzer, Kurt
Der Weg nach Zion. Ein Roman. Berlin, Stuttgart und Leipzig, Axel Junckers, 1907. 3 Bl., 604 S., 1 Bl. 19,5 x 13 cm. Illustrierter Original-Leinenband (leicht fleckig). [*]
Schätzpreis 300 €
Seltene einzige Ausgabe. – Der jüdische Schriftsteller Kurt Münzer (1879-1944), der mit seinem Pseudonym Georg Fink auf der “schwarzen Liste” der Nationalsozialisten stand, setzte sein in Berlin begonnenes Studium in Zürich fort, wo er Kontakte zur dortigen Literaturszene knüpfte. Münzer war in Zürich an einem Erpressungsversuch unter Androhung privater Enthüllungen gegenüber Magnus Hirschfeld und Benedict Friedländer beteiligt, für den sein Freund Karl Feigl zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Nach einem erneuten Aufenthalt in Berlin emigrierte Münzer 1933 nach Zürich, wo er 1944 verstarb. – Teils mit Anstreichungen und Randbemerkungen in Bleistift, Vorsatz mit handschriftlichem Besitzvermerk.

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Lot 209 Judaica – Riesser, Gabriel
Jüdische Briefe. Zur Abwehr und zur Verständigung. Zweites Heft (von 2). Berlin, Veit, 1842. 153 S. 18 x 11 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (leicht berieben).
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe, das erste Heft war bereits 1840 erschienen. – Fürst II, 157 (datiert irrig “1841”). – Über KVK nur in der Universitätsbibliothek Frankfurt nachweisbar (Hefte 1 und 2). – Der Publizist und Jurist Gabriel Riesser (1806-1863) “einer der führenden Verfassungspolitiker der deutschen Revolution” und “mutiger und tatkräftiger Vorkämpfer der Judenemanzipation erwarb … sich in ganz Deutschland großes Ansehen” (NDB XXI, 609). – “Er schrieb … sodann ‘Jüdische Briefe zur Abwehr und Verständigung’ (Heft 1: 1840; Heft 2: 1842, Berlin) gerichtet gegen Pfizer, Menzel und Gutzkow.” (ADB XXVIII, 586ff.). – Ein von Riesser im Vorwort zu Heft 2 angekündigtes 3. Heft erschien nicht mehr. – Die ersten und letzten Blatt leicht leimschattig.

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Lot 210 Judaica – Schwarz, Albert
Kochbuch. Prag, Selbstverlag, 1939. 144 S. 23 x 15 cm. Halbleinenband der Zeit (etwas berieben).
Schätzpreis 360 €
Seltene einzige Ausgabe. – Tielblatt verso mit einer handschriftlichen datierten und signierten Widmung des Autors: “Zur frdl. Erinnerung viel Glück und Gesundheit…” vom 27.9.1939. – “… Zwei Einrichtungen… die Ende der 1930er Jahre für viele Münchner Auswanderungswillige von existentieller Bedeutung sind: Die Kochschule Albert Schwarz und die jüdischen Anlernwerkstätten. Beide machen es sich zur Aufgabe, Jugendlichen und Erwachsenen Grundfertigkeiten in gefragten Berufen nahezubringen und diese so auf einen beruflichen Neuanfang im Ausland vorzubereiten. Albert Schwarz, der Gründer der Kochschule, hat bis zur Jahreswende 1937/38 in der Schlosserstraße ein koscheres Restaurant geführt. 1938 stellt er beim Schulreferat einen Antrag auf Genehmigung eines Back- und Kochkurses für jüdische Teilnehmer. Obwohl die Behörden jüdische Einrichtungen grundsätzlich ablehnen, wird dieser Antrag doch genehmigt, weil man hofft, dass die Ausbildungsmaßnahmen die jüdischen Auswanderungen begünstigen… Trotz erheblicher Unterrichtskosten ist die Nachfrage enorm… aus ganz Deutschland kommen Ausbildungswillige… Nach der ‘Reichskristallnacht’ wird die Kochschule von Amts wegen geschlossen” (Heusler und Sinn. Erfahrungen des Exils. Berlin, 2015). – Bug mit Spuren früherer Heftung, stellenweise leicht fleckig.

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Lot 211 Judaica – Tirsch, Leopold
Nützliches Handlexicon der jüdischen Sprache, in welchem alle den Juden entweder eigene oder aus dem Hebräischen und Rabbinischen entlehnte Wörter mit ihrer wahren Bedeutung enthalten sind, nebst einigen Erklärungen ihrer verschiedenen Gebräuche, Fast- und Festtagen, Monate, und dergleichen. Mit gestochener Titelvignette. Prag, Schönfeld, 1773. 167 S., 45 nn. Bl. 18,5 x 11 cm. Halbleinwandband (um 1880) mit goldgeprägtem Rückentitel (berieben, Decke etwas gewellt). [*]
Schätzpreis 600 €
Wohl erste Ausgabe, anonym erschienen. – Fürst III, 432 – Ave-Lallement III, 224. – Kam textgleich unter verschiedenen Titeln heraus, vgl. dazu auch Brisman, A history and guide to Judaic dictionaries and concordances 242. – Der Jesuit Tirsch (1733-1788) war Prager Professor der hebräischen Sprache und zugleich Zensor für hebräische Druckwerke. Das wichtige Wörterbuch Tirschs wurde später noch von Vollbeding plagiiert. Eine jüdische Abstammung des Autors, wie von Ave-Lallement vermutet (der ihn allerdings nicht benennen konnte), ist wohl eher unwahrscheinlich. – Innengelenke angeplatzt, Block etwas wellig, Titelblatt seitlich mit alter Hinterlegung und kleinen Randläsuren.

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Lot 212 Judaica – Würfel, Andreas
Historische Nachricht von der Judengemeinde in dem Hofmarkt Fürth unterhalb Nürnberg, in zween Theilen. Der I. Theil enthält die Beschreibung von der Juden Ansitz in der Hofmark Fürth, ihre Immunitaeten, Schutzgelder, Anlagen, Kahls Gebäude und derselben Erbauung, der öffentlichen Bedienungen und derselben Revenuen, samt den Beylagen der benöthigten Urkunden, der II. Theil liefert das Tekunnos Büchlein der Fürther Juden b.i. der Juden aeltesten daselbst ertheilte Instructiones, wie sich ihre Bürger bey ihren freywilligen und gebottenen Mahlzeiten, Gürtelgeben, Hochzeitmahlen, Schenkwein, Brautgeschenken, Kleidung und in andern Vorfallenheiten verhalten sollen und wie viel sie Unkosten aufwenden dürfen. In das Teutsche übersetzet und mit Anmerkungen erläutert. 2 Teile in 1 Band. Frankfurt und Prag, (ohne Drucker), 1754. 170 (recte 169) S. 20,5 x 16,5 cm. – Angebunden: Derselbe. Historische Nachrichten von der Juden-Gemeinde welche ehehin in der Reichsstadt Nürnberg angericht gewesen aber Ao. 1499 ausgeschaffet worden. Mit gestochenem Frontispiz.. Nürnberg, Monath, 1755. 3 Bl., 164 S. Halbpergamentband der Zeit (berieben und bestoßen, Rücken mit Bezugsfehlstellen).
Schätzpreis 600 €
I.: Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Holzmann-Bohatta III, 6003 – Fürst III, 538. – II.: Erste Ausgabe. – Fürst III, 538. – Das schöne siebenteilige Frontispiz mit Ansicht der Judenschule und sechs Abbildungen von Juden in ihren Trachten. – Nur wenige Blätter etwas stärker gebräunt.

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Lot 213 Judaica – Antisemitismus – Céline, Louis-Ferdinand
Die Judenverschwörung in Frankreich. Deutsche Ausgabe von Willi Fr. Könitzer und Arthur S. Pfannstiel. Dresden, Zwinger-Verlag, um 1937. 379 S., 2 Bl. 18,5 x 13 cm. Original-Leinwand (etwas angestaubt).
Schätzpreis 300 €
Erste deutsche Ausgabe. – Louis-Ferdinand Céline (1894-1961) war ein französischer Schriftsteller und Arzt. Antisemitische Elemente sind in allen seinen Texten nachweisbar; der Hass auf das Judentum steigerte sich allerdings um 1937 auf eine Weise, dass manche Forscher von einer regelrechten Psychose sprechen. – Kopfschnitt etwas fleckig, papierbedingt etwas gebräunt.

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Lot 214 Judaica – Antisemitismus – Faust von Aschaffenburg, Johann Friedrich
Diarium historicum, Darinnen deß Heyligen Reichs-Statt Franckfort an dem Mäyn gefährlicher auffstandt unnd schwürige Unwesen, wie dasselbige die Jahr hero von Tag zu Tag von denen Uhranheberen unnd Haupt-räthlinsführern geübet und fortgetrieben worden, ordentlich verzeichnet ist. Darbey auch die gantz vätterliche fürsorg der Roemischen Kays. May. unsers allergnädigsten Herrn. Wie dann ebenmessig die trewhertzige angewandte Bemuehung der darzu Hoechst und Hochansehenlichen Herrn Kayserlichen verordineten Commissarien maenniglichen vor Augen gestelt wirdt. Wie dann endtlichen den 9. Martii 1616 die kayserliche Achtserklärung an etlichen Mißthätigen und Urtheil und Recht volnzogen: Allerhöchstgedachte Röm. Kays. May. auch es hinfüro mit den gemeinen Zünfften und gemeiner Judenschafft wööle gehalten haben, außdrücklichen vermeldet wirde. Allen Reichsstaetten vnd Staendten zu gutem, damit sie derogleichen Unheyl desto zeitlicher zuvorkommen wissen in offenen Truck verfertiget. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. Frankfurt, Heinrich Kröner, 1617. 1 Bl., 379 S. (davon S. 253-264, 313-324 und 379 in sauberer zeitgenössischer Handschrift ersetzt). 30,5 x 19 cm. Pergamentband der Zeit (fleckig, Kapital mit Einrissen und 2 cm Fehlstelle). [*]
Schätzpreis 750 €
Seltener späterer, anonym erschienener, Druck des erstmals 1615 bei Humm erschienenen Werkes zum Frankfurter Fettmilchaufstand, hier erstmalig mit der Erweiterung auf den Seiten 337-379 (“Folget die Kayserliche Execution”), die die grausame Hinrichtung der 26 Hauptverantwortlichen beschreibt. Die von dem Frankfurter Lebkuchenbäcker Vinzenz Fettmilch angeführte judenfeindliche Revolte führte zur Plünderung der Judengasse und zur Vertreibung aller Frankfurter Juden. Erst mit kaiserlicher Hilfe konnte der Aufstand niedergeschlagen werden. – Ohne das Porträt und mit den wie angegeben handschriftlich ersetzten Blättern. – Ausgestrichener Name auf Titel, stockfleckig und gebräunt.

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Lot 215 Judaica – Antisemitismus
Der Jude zu Franckfurt Stättigkeit un Ordnung, wie dieselbe so wol von uhralten Jahren hero, als hernacher biß auff das Jahr 1613. gefunden worden. (Nach. S. 24 mit dem zweiten Titel:) Abschieds-Puncten, zwischen einem Ehrsamen Rath und Burgerschafft der Stadt Franckfurt am Mayn, durch die von Röm. Käys. Majest. verordnete Höchst- und Hochansehnliche Herrn Commissarien vorgenommen, beygelegt und verglichen. Jetzo aber von Ihrer Käys. Mäjest. selbsten ratificirt und confirmirt. Mit 1 schematischen Darstellung auf dem ersten Titel, 2 Textholzschnitten und einem Wappenholzschnitt auf dem zweiten Titel. Frankfurt, J. Saur, 1614. 41 S. 29,5 x 18,5 cm. Geheftet. Ohne Einband. [*]
Schätzpreis 1800 €
Erster rechtmäßiger Abdruck. – Kreutzberger, Katalog Leo Baeck Institut I, A 976: “Zweiter Abdruck der ältesten Stättigkeit der Frankfurter Juden. Der erste Abdruck, erschienen im gleichen Jahr, ebenfalls bei Saur, erfolgte als ‘Raubdruck’, ohne Genehmigung des Rates, und wurde daher wieder von ihm eingezogen.” Dazu berichtigend sei ergänzt, dass Kreutzberger hier etwas irrt: Der erste Abdruck erschien bereits 1613. – Bemerkenswert hier das Titelblatt, das einen schematischen Ring darstellt, der die erste gedruckte Darstellung einer an der Kleidung zu tragenden diffamierenden Kennzeichnung jüdischer Mitbürger ist. Die beiden kleinen Textholzschnitte stellen sogenannte Judenhüte dar. Auf Seite 23 eine Liste der in der Frankfurter Judengasse ansässigen Familien. – Etwas gebräunt, wenige Randanmerkungen in Bleistift.

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Lot 216 Judaica – Antisemitismus – Lippert, Robert
Anklagen der Juden in Russland wegen Kindermords, Gebrauchs von Christenblut und Gotteslästerung. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Rußland im letzten Jahrzehend und früherer Zeit. Aus den Criminalacten wortgetreu ausgezogen. Leipzig, Wilhelm Engelmann, 1846. 128 S. 16,5 x 11 cm. Halbleinwandband (um 1900) mit handschriftlichem Rückenschild. [*]
Schätzpreis 300 €
Über den Welischer Ritualmordprozess von 1823. – In Welisch (Veliz) im Gouvernement Vitebsk wurden ein jüdischer Kaufmann und ein jüdisches Ratsmitglied beschuldigt, den Sohn eines russischen Soldaten ermordet zu haben; der Fall wurde zwar bald wegen unsinniger Behauptungen eingestellt, aber durch die Beschwerde einer Hauptbelastungszeugin dann wieder aufgenommen. Die Untersuchungen wurden dem für seinen Antisemitismus berüchtigten weißrussischen Generalgouverneur Chovanskij übertragen, der dem Zaren Nikolaus I. bald persönlich berichtete, 42 männliche und weibliche Personen und damit praktisch die gesamte jüdische Bevölkerung der Ortschaft, hätten den Mord gemeinsam begangen. Als Sektenmitglieder würden sie christliches Blut für ihre Riten benötigen. Der Zar ließ alle jüdischen Schulen und Synagogen schließen, die Juden wurden zu langen Strafen verurteilt. Der Fall wurde 1831 wieder aufgerollt und endete 1835 mit einem Freispruch der Beschuldigten, die allerdings für ihre Haft keine Entschädigung erhielten. Die Hauptbelastungszeugin und zwei weitere Personen wurden wegen Meineides zur Verbannung nach Sibirien verurteilt. – Titel gestempelt, etwas gebräunt und mit schwachem, schmalen Wasserrand oben.

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Lot 217 Judaica – Antisemitismus – Seidel, V. A
Kartenreihe “Wiener Judenpresse”. Zehn antisemitische Postkarten. Wien, Bund der Germanen, um 1919-20. [#]
Schätzpreis 450 €
Ungelaufen, unbeschriftet. Sechs der Motive tragen verso den Eindruck mit Angabe der Reihe (die insgesamt aus zehn Stück bestand) und Nummer des jeweilgen Motivs, die anderen vier sind auf etwas stärkerem Karton gedruckt und ohne Reihentitel und Nummerierung, aber zweifelsfrei zur selben Serie gehörig und vom selben Zeichner. Die Reihe dürfte also wie hier vorliegend vollständig sein. Zu Seidel konnten wir weiter nichts eruieren. Jede Karte nimmt sich eine Wiener Zeitung vor, die als Teil der “Judenpresse” verunglimpft wird, die zugehörige Karikatur nimmt antisemitische Stereotype auf und damit den “Stürmer” vorweg. – Gering angestaubt und bestoßen, etwas gebräunt und braunfleckig.

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Lot 218 Liebig-Bilder
Album mit 40 kompletten Serien mit je 6 Bildern. Gesteckt in Original-Halbleinwandalbum. Um 1900. 27 x 29 cm (bestoßen und berieben, etwas fleckig).
Schätzpreis 300 €
Die Bilder gut erhalten. – Beigegeben: Stollwerck Sammelalbum No. 3. Mit 56 kompletten und 4 inkompletten Serien. – Die Bilder gut.

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Lot 219 Luxuspapiere
Album mit ca. 750 in farbigem Prägedruck gestalteten und montierten Oblaten zu den Themen Marine, Militär u.a. Meist englisch, um 1900. 42 x 33 cm. Leinwand-Album der Zeit (Rücken fehlt, bestoßen und beschabt). [#]
Schätzpreis 1500 €
Die Größe der Oblaten reicht von 0,5 x 1,5 cm bis 33 x 29 cm. Ca. 1/3 beschäftigen sich mit Segelschiffen, Marine und Fischerei, es folgen berühmte Persönlichkeiten, Kinder, Blumen und Tiere, dazu gibt es ein Bild des Eiffelturms u.a. – Oblaten selten etwas berieben und knickspurig, insgesamt gut.

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Lot 220 Luxuspapiere
Album mit über 280 sehr aufwendigen, meist in farbigem Prägedruck mit montierten Teilen gestalteten Karten. Frankreich, Deutschland u.a., um 1900-1920. 48 x 34 cm. Halbleinwand der Zeit (bestoßen und beschabt, etwas fleckig). [#]
Schätzpreis 600 €
Die meist sehr aufwendig gestalteten Karten zum Neuen Jahr, Geburtstag, mit allgemeinen Glückwünschen, Liebesschwüren, Grüßen aller Art u.a. – Gelaufen, verso teils beschriftet, nur vereinzelt auch recto im Bildbereich, nur ganz selten etwas fleckig, insgesamt gut.

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Lot 221 Luxuspapiere
Drei Alben mit zusammen ca. 220 meist montierten Andachtsbildchen. Unterschiedliche Materialien und Techniken. Wien u.a., um 1800-1900. 15,5 x 9 cm (ein Album) und 18 x 23 cm (zwei Alben). Ganzleder mit dezenter Vergoldung (etwas berieben und bestoßen).
Schätzpreis 450 €
Formate der Bilder 4 x 5 cm bis 17 x 23 cm. Ca. 25 wurden auf farbige Seide gedruckt, zwei sind auf Pergament, die restlichen auf teils aufwendig gestanzten und chromolithographisch bedruckten Papieren. Neben erbaulichen Texten finden sich überwiegend Porträts von Jesus, Maria und allerlei Heiligen. Die meisten Objekte dürften aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, etliche aus dem Bereich der k.k. Monarchie. – Teils etwas gebräunt und fleckig, meist nur geringe Alters- und Gebetsspuren.

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Lot 222 Luxuspapiere
Kleine biedermeierliche Devotionalie (nach Art eines Breverl). Mit zehn gestochenen und montierten Heiligenbildchen und einem Zentralstück nach Art einer Reliquie aus kleine Kreuzen, Stoffstücken u.a. Materialien, montiert in einen gefalteten zeitgenössischen Einblattdruck, wiederum einmontiert in ein gefaltetes zeitgenössisches Blatt aus starkem Papier. Süddeutschland oder Österreich, um 1800. Zusammengefaltet 8 x 6 cm (etwas beschabt und angestaubt). [#]
Schätzpreis 300 €
Derartige Breverl wurden häufig in Nonnenklöstern hergestellt, durch den Verkauf erwirtschafteten die Klostergemeinschaften relevante Einnahmen. – Gering angestaubt, insgesamt recht gut.

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Lot 223 Mode und Stoffe
Musterbuch für Tischdecken. Ohne Ort und Firma (Schweden?), um 1930. 48 x 29 cm. Leinwand der Zeit (angestaubt und fleckig). [*]
Schätzpreis 600 €
Das voluminöse Musterbuch mit einer Vielzahl verschiedenster Designs für Tischdecken, zumeist in einer späten Form des Jugendstils. Es liegen keine Angaben zu einem Händler oder Hersteller vor, die Zuschreibung “Schweden?” erfolgt durch zwei Muster mit dem Schriftzug “God Jul” (Frohe Weihnachten). Das Musterbuch selbst mit dem Etikett eines österreichischen Herstellers (Dischler & Riedmann, Lustenau), der Rücken mit Jahreszahl 1937. – Mit den üblichen leichteren Gebrauchsspuren für ein Musterbuch. Jedes Muster mit handschriftlicher Nummerierung.

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Lot 224 Mode und Stoffe
Preis-Buch Held & Herter Berlin W.8, Friedrich-Strasse 65a. Erste Etage. Gegründet 1858. Mit zahlreichen Abbildungen. Berlin, 1899. VI, 166 S. 23 x 15 cm. Rote Original-Leinwand mit goldgeprägter Jahreszahl (“1899”) auf dem Deckel.
Schätzpreis 300 €
Seltenes “Preis-Buch” des Berliner Versand-Modehauses. – Kein Nachweis über KVK. – Angeboten wird Mode für Damen, Herren und Kinder, aber auch Häkel-Automaten und Näh-Gerät aller Art.

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Lot 225 Musik – Beethoven, Ludwig van
Troi sonates pour le pianofoerte avec accompagnement d’un violon. Oeuvre III, N. 1. Wien, Bureau d’Arts et d’Industrie, 1803. Titelei, S. 2-20, 6 S. 24 x 33,5 cm. Gestochene Original-Broschur (bestoßen, fleckig und wasserfleckig).
Schätzpreis 600 €
Erstdruck. – Kinsky p. 75 – Dorfmüller p. 306 – Hoboken II, 156 – Die gestochenen Noten (auf recht starkem Papier) lose eingelegt in die Original-Hülle. – Es fehlt ein leeres Blatt zwischen den zwei Teilen, etwas fleckig und tabakfleckig, sonst innen recht gut.

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Lot 226 Musik – Devienne, Francoise
Nouvelle méthode théorique et pratique pour la flûte dans laquelle il est traité de tous les principes indispensable pour jouer de cette instrument. De la maniere de monter, tenir et emboucher la flûte, des coups de langue, des liaisons, cadences, cadences brisées, trilles, petites notes, &c. &c. Ces principes sont suivis des games diezées, bémolisées et cadencées, de 20. petits airs, 18 petits duo, et 6. sonates graduées, avec un prélude dans le ton et à la tête de chaque morceau. Deuxieme edition. Dediée à Monsieur Roslin d’Ivry par F. Devienne. Mit gestochenem Titelblatt und 77 gestochenen Notenseiten. Paris, Imbault, ca. 1796. 33,5 x 25,5 cm. Halbpergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Deckelschild (etwas bestoßen und fleckig, obere Ecke des Vorderdeckels abgebrochen). [*]
Schätzpreis 360 €
Zweite Auflage der bedeutenden Flötenschule des Francoise Devienne (1759-1803), die heute noch zur Erlernung zeitgenössischer Techniken Anwendung findet. – MGG III, 378: “Als Administrator und Inspecteur des Institut National wurde Devienne zum Professor 1. Klasse für Flöte ernannt … Das beste Zeugnis für seine ausgezeichnete Lehrweise ist die berühmte ‘Méthode de flute’, die so oft wieder neu gedruckt wurde und ihren vollen Wert bis heute bewahrt hat.” – Stock- und fingerfleckig, teilweise in den Rändern stärker gebräunt.

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Lot 227 Musik – Dussek, Johann Ladislaus
Sammelband mit 8 Notenheften für Sonaten. Paris, Sieber, um 1820. Zusammen ca. 200 S. 32 x 25,5 cm. Halbleder der Zeit (bestoßen, beschabt, Ecken und Kapitale mit Fehlstellen).
Schätzpreis 360 €
Dussek (1760-1812) war einer der profiliertesten Pianisten seiner Zeit, schon ab Ende der 1770er war er auch als Komponist tätig. Die hier vorhandenen Drucke, allesamt gestochen, wie bei Sieber auch später noch üblich, sind Nachdrucke von den alten Platten, die Erstdrucke waren meist vor 1800 erschienen. – Teils gebräunt, selten reparierte Randfehlstellen, ein Titelblatt mit Ausschnitten, sonst ordentlich.

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Lot 228 Musik – Händel, Georg Friedrich
Händels Oratorium Der Messias. Im Clavierauszuge nach der Mozartschen Bearbeitung eingerichtet von Xaver Gleichauf. Bonn, Simrock, um 1828. 1 Bl., 139 S., 1 Bl. 26,5 x 34 cm. Weinrotes Ganzleder (datiert 1857) mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung und Goldschnitt (gering bestoßen und beschabt, Nachname auf dem Vorderdeckel ausgekratzt).
Schätzpreis 450 €
RISM H 739 – Köchel 572 – Der auf dem Vorderdeckel eingeprägte Widmungstext bezieht sich auf ein Konzert (in den Niederlanden) am 22.1.1857, der Name der Bewidmeten war Sophia Enthoven. Reizvolle biedermeierliche Ausgabe. – Papierbedingt etwas gebräunt, Spiegel und wenige Seiten etwas fleckig bzw. braunfleckig, sonst recht gut.

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Lot 229 Musik – Mehul, Etienne
Ariodant. Opera en 3 actes. Paroles d’ Francois-Benoît Hoffman. Dedie a Cherubini. Gestochene Partitur. Paris, Imbault, um 1799. 3 Bl., 319 S. 32 x 25 cm. Halbpergament der Zeit mit handschriftlichem Deckelschild (berieben und bestoßen, etwas fleckig und nachgedunkelt).
Schätzpreis 300 €
Ausweislich des Vergleichs mit dem Exemplar der BNF der Erstdruck, die Oper war für die Entwicklung der romantischen Oper in Frankreich und Deutschland von großer Bedeutung und ein großer Erfolg. Das Libretto basiert auf einem Text aus Ariosts “Rasendem Roland”. – Etwas gebräunt, am oberen Rand durchgängiger Braunfleck, gegen Ende stärker, letztes Blatt dort mit Einriss und kleiner Fehlstelle ohne Textverlust.

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Lot 230 Musik – Mozart, Wolfgang Amadeus
Dreißig (XXX) Gesänge mit Begleitung des Pianoforte. Leipzig, In der Breitkopf- und Härtelischen Musikhandlung in Leipzig, 1799. 100 S. 26 x 34 cm. Neue Leinwand (Gelenke angerissen, Ecken und Kapitale bestoßen und mit Fehlstellen).
Schätzpreis 360 €
RISM, A 1 M 7316 – Haberkamp I, p. 409-415 – Erstdruck, wohl früher oder sogar erster Abdruck. – Enthält neben dem Vorbericht die KV-Nummern 472. 473. 474. 476. 519. 523. 524. 441. 517. 520. 307. 539. 619. 433. 596. 597. 598. 308. 437. 579. 152. 392. 518. 391. 529. 390. 531. 468. 530. 349a. Anfangs der gestochene Reihentitel (Böhm nach Kininger) “Oeuvres Completes de Wolfgang Amadeus Mozart. Au Magasin de Musique de Breitkopf & Härtel à Leipsic”. Die Texte überwiegend deutsch, teils auch französisch. – Block im Einband gelockert, gebräunt und fleckig bzw. fingerfleckig, teils kleine Randläsuren, anfangs Geschenkvermerk von 1966, insgesamt ordentlich.

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Lot 231 Musik
Richard Strauss-Blätter. Hefte 1-12. Herausgegeben von der Internationalen Richard Strauss-Gesellschaft. Wien, 1971-1978. 29,5 x 21 cm. Bedruckte Original-Broschuren (teils leicht fleckig).
Schätzpreis 300 €
Für den Inhalt der Mitgliedszeitschrift der Internationalen Richard-Strauss-Gesellschaft war bis Heft 5 der österreichische Komponist, Dirigent, Dramaturg und Regisseur Franz Eugen Dostal und ab Heft 6 der Musikwissenschaftler und Leiter der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Günther Brosche verantwortlich. – Mit Paralleltext auf Deutsch und Englisch. – Gut erhalten.

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Lot 232 Musik – Rumpel, Franz
Musik zu C. Crome-Schwienings Comödie “Die Weihnachtsfee”. Deutsche Notenhandschrift (wohl von Schreiberhand) auf starkem Papier. Graz oder Oldenburg, 1882. 24 Bl. 26,5 x 32,5 cm. Halbleinwand (gering berieben).
Schätzpreis 300 €
Auf dem Titelblatt mit Rumpels Besitzerstempel, also wohl sein Archivexemplar. – Rumpel (1858-1935), besser bekannt unter seinem Pseudonym “Waldegg”, war Kapellmeister, Komponist und Volksliedforscher. Bis 1882 war er in Graz tätig, im selben Jahr ging er nach Oldenburg, 1905 dann nach Berlin, wo er auch starb. Die Buchausgabe von Crome-Schwienings (1858-1906) Märchenspiel Weihnachtsfee erschien erst 1883, hier also evtl. die Musik zur Uraufführung. – Papierbedingt gebräunt, sonst sauber.

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Lot 233 Musik
Sammlung von 16 Notenheften mit farbig lithographierten Titeln im Stil der Zeit. Berlin u.a., um 1923-30. Meist 30 x 23 cm. Farbig illustrierte Original-Broschuren (meist etwas gebräunt, kleine Randläsuren). [*]
Schätzpreis 300 €
Mit Deckelillustrationen von Herzig, Lingen, Matejko u.a. – Teils etwas angerändert, selten im Falz gerissen, recht gut.

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Lot 234 Musik – Stoepel, Franz
Neues System der Harmonie-Lehre und des Unterrichts im Pianoforte-Spiel. 3 Abteilungen mit 6 Heften in 1 Band. Mit 6 lithographischen Tafeln, 1 lithographischen Notentafel, 6 lithographischen Notenseiten und zahlreichen Noten im Text. Frankfurt, Andreä, 1825-1827. 33,5 x 24,5 cm. Halblederband der Zeit mit altem handschriftlichem Deckelschild (berieben und bestoßen, vorderes Gelenk angeplatzt). [*]
Schätzpreis 450 €
Einzige Ausgabe. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – 1. Abteilung: Die Kunst eine Mehrzahl von Schülern im Pianoforte-Spiel und in der Theorie der Harmonie zugleich zu unterrichten. – 2. Abteilung: Studien für das Pianoforte. Nach J. B. Logier componirt und bearbeitet. 1.-3. Heft. – 3. Abteilung: Die Kunst des reinen Satzes in der Musik. Systematisch geordnet für Lehrer und Lernende. 1.-2. Heft. – Teilweise etwas gebräunt, teilweise mit kleinem Braunfleck im weißen Rand.

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Lot 235 Occulta
Die bekannten hundert acht und dreyßig neu-entdeckten und vollkommen bewährten, anjetzo aber auf zwey hundert vier und siebenzig vermehrte Geheimnuesse, oder allerhand magische, spagyrische, sympathetische und oeconomische Kunst-Stücke, wobey annoch funfzig Kunst-Stücke vor Wein-Schenken angeführt sind … Mit gestochenem Frontispiz. Breslau und Leipzig, Pietsch, 1762. 3 Bl., 228 S., 6 Bl. 19 x 12 cm. Schlichte Interims-Broschur der Zeit (Rückenbezug fehlt, Vordeckel mit Randläsuren und -fehlstellen, stärker fleckig).
Schätzpreis 450 €
Graesse BMP 114 (Ausgabe 1732) – vgl. Schoene, Wein 4429 (Ausgabe 1756) – Ferchl (Ausgabe 1725) – Clarke/Blind 11 – nicht bei Volkmann. – Wesentliche erweiterte Ausgabe mit Haushaltsrezepten und Zauberkunststücken mit Karten und auf mathematischer Basis, z.B.: “210. Ein besonderes artiges Kunststück, ein Karten=Blatt, welches der andere an das Licht hält, ohne es anzusehen, zu erkennnen.”, “244. Aus der ersten Reyhe Zahlen den Product eines gantzen Additions-Exempels von 5 Reyhen zu finden, ehe die 4. Letztern noch hinzu gesetztet sind”. Mit Absätzen über Zauberei, Hexenwesen, Wahrsagerei und Schatzsuche sowie Rezepten für Liebestränke, Pestmittel und einem Anhang über Wein-Schenken, Gast- und Hauswirte. – Unbeschnitten, vereinzelt mit kleinem Feuchtrand, teils leicht eselohrig, gering gebräunt und minimal fleckig. – Sehr selten.

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Lot 236 Occulta – Böhme, Jacob
Sammelband mit 6 Titeln aus der Amsterdamer Gesamtausgabe (Alle theosophische Wercken). 6 (von 15) Teile in 1 Band. Mit 9 gestochenen Titeln bzw. Zwischentiteln und 2 gefalteten Kupfertafeln. Amsterdam, (Wetstein oder Blaeu), 1682. 15,5 x 10 cm. Pergamentband der Zeit (Vordergelenk etwas angeplatzt, teilweise etwas gebräunt).
Schätzpreis 600 €
Erste oder “Amsterdamer” Gesamtausgabe, herausgegeben von J. G. Gichtel. – Dünnhaupt 678, 3 – Buddecke 1. – Alle Teile sind mit eigenem Titel ohne Hinweis auf das Gesamtwerk versehen und wurden auch einzeln verkauft. – Die vorliegende Zusammenstellung enthält (in der von Buddecke willkürlich gewählten Folge, hier abweichend gebunden): 4. Von dem Dreyfachen Leben des Menschen. – 5. Viertzig Fragen. – 6. Von der Menschwerdung. – 7. Von sechs Puncten. – 11. Von der Gnaden-Wahl – 12. Von Christi Testamenten. – Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Das Exemplar stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfarin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). -Nur teilweise leicht gebräunt, eine gefaltete Tafel mit restauriertem Riss, sonst sehr gutes Exemplar.

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Lot 237 Occulta – Brognolo, Candido
Manuale exorcistarum, ac parochorum: hoc est tractatus de curatione, ac protectione divina. … Prodit quator indicibus locupletatum. Venedig, Pezzana, 1720. 12 Bl., 352 S., 14 Bl. 24 x 17 cm. Neuer brauner Lederband mit goldgeprägtem Rückentitel. [*]
Schätzpreis 500 €
Vgl. Caillet 1688 und Rosenthal 2047 (frühere Ausgaben) – in keiner Ausgabe bei Ackermann, Dorbon und Graesse, BMP. – Erschien erstmals 1651 in Bergomi. – “Manuel d’exorcisme fort rare” (Caillet). – Stempel und Namen auf dem Titel, teilweise etwas stockfleckig. Gutes Exemplar.
Later full calf. – Stamp and name to title. Occasional foxing. Very good copy.
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Lot 238 Occulta – Clüver, Detlev
Nova crisis temporum Oder curiöser philosophischer Zeit-Vertreiber, worinn die merckwürdigste und schwereste Sachen, so in der Welt-Weißheit zu ergründen stehen, auf eine leichte Art erklärt zu finden sind. Insonderheit was die Natur und Kunst und deren gröste Geheimnisse betrifft sowol in der Physic und natürlichen Magie als denen Mathemat. Wissenschaften. Nemblich: Von der Quadratur des Circuls, Duplicatione Cubi, der Oval-Bewegung des Himmels ac. der Music, Astrologie, Alchimie, von der Verwandelung der Metallen, dem Lapide Philosophorum, Hermetischen Arcanis etc., wobey denn verschiedene Anmerckungen über neue Bücher von dergleichen Materien hinbeygefüget sind, nebenst zugehörigen Registern. Hamburg, Gottfried Liebernickel, 1703. 3 Bl., 448 S., 10 Bl. (“Vierfaches Register”). 19,8 x 16 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste (Buch-)Ausgabe. – Kirchner 10 – Diesch 479 – Rosenthal, Bibliotheca Magica 2897 – Brüning, Bibliographie der alchemistischen Literatur 2999. – Der Band enthält alle 56 Nummern der unter dem Titel “Wöchentlicher Curiöser Zeit-Vertreiber” im Jahr 1700 erschienenen Zeitschrift, die 1703 mit einem Haupttitel, einer Vorrede und einem Register versehen neu ausgegeben wurde. – Der Herausgeber/Verfasser D. Clüver (1645-1708) ist Repräsentant einer Wissenschaft, die magisch-alchemistische Tradition mit damals modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu vereinen suchte. – Etwas gebräunt, etwas stockfleckig, am Anfang teils feuchtrandig, teilweise eselsohrig.

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Lot 239 Occulta – Eckartshausen, Karl von
Zahlenlehre der Natur, oder: Die Natur zählt und spricht; Was sind ihre Zahlen? Was sind ihre Worte? Ein Schlüssel zu den Hieroglyphen der Natur. Mit gestochenem Frontispiz und gestochener Titelvignette. Leipzig, in Kommission bey G. E. Beer, 1794. 9 Bl., 410 S. 19,2 x 11,5 S. Pappband der Zeit (etwas berieben, Kapital mit schmaler Bezugsfehlstelle).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe des seltenen zahlenmystischen Werkes. – Faivre 74 – Kloss 3914 – Kosch III, 842. – 1795 erschien als Fortsetzung, jedoch als selbständiges Werk, die “Probaseologie”. – Vorsatz und Seitenränder teilweise etwas schmauchspurig, die letzte Seite stärker, zwei Blätter mit Randnotizen.

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Lot 240 Occulta – Francisci, Erasmus (das ist: Erasmus von Finz)
Sammlung vieler auserlesener und seltener Geschichten und merkwürdiger Begebenheiten, welche sich mit erscheinenden Gespenstern, werfenden und rumorenden Poltergeistern, Vorboten der Todes-Fälle, Hexengespenstern, Zauberern, Zauberinnen, Schatzgräbern, u.d.g. an vielen Orten zugetragen haben. Nebst gruendlichem Beweis, daß es wuerklich Gespenster gebe. Nürnberg, Endter und Engelbrecht 1753. 23 Bl., 1120 (recte 1118) S., 23 Bl. 17 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit (Kapitale geklebt). [*]
Schätzpreis 900 €
Letzte Auflage des bereits 1690 erstmalig erschienenen “Höllischen Proteus”. – Jantz I, 1013 – Dünnhaupt 47.5. – “Nach zeitgenössischem Geschmack ‘modernisierter’ reißerischer Titel” (Dünnhaupt in der ersten Auflage). – “Titelauflage zwecks Aufdatierung der alten Restbestände” (Zweite Auflage). – Vorsatz mit unbezeichnetem Wappen und Stempel eines Vorbesitzers “R. Frieser”. – Etwas gebräunt, die letzten Blätter schwach wasserfleckig.

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Lot 241 Occulta – Graben zum Stein, Otto von
Monathliche Unterredung von dem Reiche der Geister Oder: Gründliche Untersuchung von dem Wesen der Geister, deren Fall, und was dieselben für Eigenschaften vor und nach dem Falle bekommen … Nach den Grund-Sätzen der Heil. Schrift, alter glaubwürdiger Kirchen-Väter, der besten Philosophen und anderer berühmter Männer … zwischen Andrenio und Pneumatophilo. Stücke 13-17 in 1 Band. Leipzig, Walther und Berlin, Selbstverlag (ab Stück 15), 1731 – 1738. 546 S. Halblederband der Zeit (berieben, etwas bestoßen, Schild teilweise abgeplatzt). [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Ackermann I, 439 – Kirchner 6622 (16 Stücke) – Hayn-Gotendorf III, 248: (kennt nur Band I): “Interessantes und seltenes Werk”. – Der seltene dritte und letzte Band behandelt die “Auswärtigen Geister”. – Bedeutende Quelle zum deutschen Volksaberglauben; die beiden ersten Bände sind schon nicht häufig, dieser hier vorliegende letzte Band dagegen ausgesprochen selten. – Mit gestochenen Exlibris der schwedischen Säfstaholms Bibliothek des Grafen Bonde von J. F. W. Mester. – Das Titelblatt des 16. Stücks restauriert (leichter Buchstabenverlust).

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Lot 242 Occulta – Kerner, Justinus Andreas Christian
Geschichte zweyer Somnambülen. Nebst einigen andern Denkwürdigkeiten aus dem Gebiete der magischen Heilkunde und der Psychologie. Karlsruhe, Gottlieb Braun, 1824. X, 452 S., 1 Bl. 20,5 x 12,5 cm. Leinwandband (um 1900) mit goldgeprägtem Rückentitel.
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Wellcome III, 3887 – Hirsch-H. III, 509f. – Goedeke VIII, 207, 41 – Borst 1447. – Seltene Abhandlung des deutschen Dichters und Arztes Justinus Kerner (1786-1862) über seine Erfahrungen mit dem Somnambulismus. Kerner beschäftigte sich mit dem animalischen Magnetismus von Franz Anton Mesmer, später wandte er sich zunehmend dem Übersinnlichen sowie den ‘Nachtseiten’ der menschlichen Natur zu. Ab 1826 behandelte er die als Seherin von Prevorst bekannt gewordene Friederike Hauffe, bei der Somnambulismus diagnostiziert wurde. Bei deren Behandlung wendete er die Methoden der Magnetotherapie von Mesmer an. – Teilweise etwas stärker gebräunt.

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Lot 243 Occulta – Petersen, Johann Wilhelm
Das Geheimniß des in der letzten Zeit gebährenden Apocalyptischen Weibes. Mit gestochenem Frontispiz. Frankfurt, Heyl und Liebezeit, 1708. 7 Bl., 190 S. 16,8 x 10 cm. Brokatpapier-Umschlag. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Rosenthal 2784 – vgl. Jöcher-A. V, 1995, 29 und Georgi III, 196 (nennen beide Hamburg als Verlagsort). – Eine der zahlreichen Schriften zur biblischen Offenbarung des evangelischen Theologen und Mystikers Johann Wilhelm Petersen (1649-1727), der wegen seiner chiliastischen Lehren in Konflikt mit der Amtskirche geriet. – Das Frontispiz mit sieben Allegorien in Medaillons. – Minimal fleckig. Gutes Exemplar.

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Lot 244 Occulta – Pölitz, Karl Heinrich Ludwig
Können höhere Wesen auf den Menschen wirken und sich mit ihm verbinden? Zweite Ausgabe. Leipzig, Heinsius, 1810. Titel, S. (9)-158 S., 1 Bl. 18,5 x 11 cm. Broschur der Zeit.
Schätzpreis 300 €
Seltene aufklärerische Schrift (Erstausgabe 1794) des fleißigen Professors, dessen 1839 erschienener Bibliothekskatalog (mehr als 13.000 Bände) “104 unter des Verfassers Namen und 43 anonym erschienene Bücher (zum Theil mehrbändig), dann 22 Abhandlungen und Aufsätze, 9 Schriften Anderer, deren Herausgabe P. besorgt hatte, endlich 6 Zeitschriften und Journale, von P. geleitet” (ADB XXVI, 389ff.) aufzählt. – Das digitalisierte Exemplar der Staatsbibliothek München mit gleicher Kollation. – Unbeschnitten und teilweise unaufgeschnitten. – Titel mit radiertem Stempel.

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Lot 245 Occulta – Süße, Johann Gabriel
Umständliche Nachricht von dem sogenannten Proßner Manne, Christian Heerings, eines Elb-Fischers und Innwohner zu Proßen bey Königstein, seit etliche zwanzig Jahren bekannt gewordene Erscheinungen und Voraussagungen betreffend, benebst einer historisch-theologischen Abhandlung der Casual-Frage: Ob es noch heut zu Tage neue Offenbarungen von wichtigen Revolutionen in der Kirche, im Staat und von besonderen Schicksalen einzelner Personenen gebe, und was von selbigen zu halten sey? Auf Veranlassen des dieserhalben längst begierig gewesenen Publici entworfen, und zusammt Johannis Charliers, sonst Gerson genannt, Tractat: von der Prüfung derer Geister, allhier ins Teusche übersetzt und mit Anmerkungen erläutert, dem Druck überlassen. Dresden und Leipzig, Gerlach Wittwe und Sohn, 1772. 29 S., 1 Bl., 184 S., 8 Bl. 17,4 x 10 cm. Halblederband der Zeit (berieben, Ecken bestoßen, größere Bezugsfehlstelle im unteren Feld des Rückens). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Graesse, Bibliotheca magica et pneumatica S. 92 (gibt den Titel ungenau, teils falsch wieder). – Bringt auch eine neue Übersetzung von Gersons “Tractat von der Prüfung der Geister” (S. 131ff.). – Besitzeintrag auf dem Vorsatz “A.Semler”. – Etwas gebräunt.

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Lot 246 Occulta
Die vier mahl vier Zeichen oder das Buch über die Krankheiten der Könige. Ein Manuscript in einer Chiffersprache gefunden, ins Hochteutsche übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen. Erstes bis viertes Quart (alles Erschienene) in 1 Band. Mit 4 Titelvignetten und kleinen Textholzschnitten. Zu finden in allen Europäischen Staaten und in der Asiatischen Türkey, (Teile 1-2 ohne Jahr/ Teile 3-4 datiert: 1795). 16 x 9,5 cm. Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (berieben, Kapital mit schmaler Fehlstelle).
Schätzpreis 600 €
Vollständige erste Ausgabe. – Hayn-Gotendorf VIII, 615: “Rar” – Wolfstieg I, 6779: “Selten. Auf dem Titel frmrische Symbole. Quart 2 S. 62-82 enth. ein Kap. ‘Plan zum 2.Bd.’, der sich mit dem Wilhelmsb. Konvent, Schrepffer, Caglistro, Rosenkr. etc. beschäftigt.” – Die vier Titel in Grün gedruckt. – Der erste Titel mit zeitgenössischem handschriftlichen Druckvermerk “Graiz bey Hennings 1791”. – Mit radierbaren roten Randanmerkungen und Anstreichungen, teilweise etwas gebräunt.

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Lot 247 Occulta – Welling, Georg von
Opus mago-cabbalisticum et theosophicum, darinnen der Ursprung, Natur, Eigenschaften und Gebrauch des Saltzes, Schwefels und Mercurii in dreyen Theilen beschrieben … Andere Auflage. Mit 14 (von 15) Kupfertafeln. Frankfurt und Leipzig, Fleisch, 1760. 4 Bl., 582 S., 10 Bl. 21 x 17,5 cm. Neuer Pergamentband.
Schätzpreis 450 €
Zweite Ausgabe des “merkwürdigen theosophischen Buches” (Rosenthal 904), dessen “durchaus mystischer Inhalt höchst unklar ist” (Kopp II, 220). – Caillet 11938 – Ferchl 573 – Ferguson II, 543. – Literarische Berühmtheit erlangte es durch Goethe und Fräulein von Klettenberg. – Über die Tafeln schreibt Gardner: “This learned work contains 15 fine Cabbalistic Plates, some of which Hargrave Jennings has reproduced in his work on the Rosicrucians.” Eine Beziehung zu den Rosenkreuzern sieht Kopp aber nicht: “Ich habe keine Anzeichen gefunden, daß Welling dem Rosenkreuzer-Bunde angehört habe.” – Es fehlt die zweite doppelblattgroße Tafel des zweiten Teils. – Wenige kleine alte Korrekturen. Gutes, nahezu fleckfreies Exemplar.

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Lot 248 Occulta – Alchemie – Altus (das ist: Isaac Baulot)
Mutus liber, in quo tamen tota Philosophia hermetica, figuris hieroglyphicis depingitur, ter optimo maximo Deo misericordi consecratus, solisque filiis artis dedicatus, authore cuius nomen est Altus. Mit gestochenem Titel und 14 (6 ankolorierten) Kupfertafeln. La Rochelle, P. Savouret, 1677. 1 (von 2) Bl. 32 x 22 cm. Lederband (18. Jahrhundert) mit Rückenvergoldung (berieben und bestoßen, Ecken stärker, Kapitale mit Fehlstellen, Deckel kratzspurig).
Schätzpreis 4500 €
Sehr seltene erste Ausgabe, die wir über KVK nur in der ETH Zürich (Stiftung der Werke von C.G.Jung, Zürich) und der Staatsbibliothek Berlin (“Kriegsverlust”) nachweisen können. – Gardner I, 386 – Neu 2894 – Wellcome II, 37 – Brunet I, 203 – Quérard I, 282 – Duveen 19 und 387: “This work consists of an engraved title and a series of fourteen beautiful engraved plates, without a word of text or explanation, portraying the preparation of the Philosopher’s Stone. The plates are partly symbolical and partly allegorical: they represent an adept and his wife engaged in various alchemical operations.” – Hinter dem Pseudonym Altus verbirgt sich der Arzt aus La Rochelle Isaac Baulot (1619-unbekannt), wie Jean Flouret herausgefunden hat: “A propos de l’auteur du Mutus Liber”, in: Revue Française d’histoire du livre, Nr. 11, 2. Trimester 1976, Seiten 205-211. – Die ETH Zürich nennt Isaac Baulot als Verfasser, die Stabi Berlin mit dem Vermerk: “Jac. Saulat sieur des Marez, der die Druck Erlaubniss nachsuchte, oder Tolle, Arzt in La Rochelle werden als Verfasser vermuthet”. – Enthält außer den 15 Kupfern das Blatt “Au Lecteur”, hier mit einem Besitzeintrag von 1868 und handschriftlicher deutscher Übersetzung “An den Leser” von gleicher Hand. – Mit einem beidseitig beschriebenen Blatt “Analize de ce livre” und einigen alten Anmerkungen auf den zwischengebundenen Leerblättern. – Ohne das Blatt mit der Druckerlaubnis. – Exlibris, zwei Tafeln mit hinterlegten Einrissen, eine mit Randausschnitt (kein Bildverlust), teilweise im unteren Rand etwas wasserfleckig, teilweise etwas gebräunt, wenige kleine Randeinrisse.

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Lot 249 Occulta – Alchemie – Roth-Scholtz, Friedrich
Deutsches Theatrum Chemicum, auf welchem der berühmtesten Philosophen und Alchymisten Schrifften, die von dem Stein der Weisen, von Verwandlung der schlechten Metalle in bessere, von Kräutern, von Thieren, von Gesund- und Sauer-Brunnen, von warmen Bädern, von herrlichen Artzneyen und von andern grossen Geheimnüssen der Natur handeln, welche bißhero entweder niemals gedruckt, oder doch sonsten sehr rar worden sind, vorgestellet werden. Dritter Theil (von 3). Mit 2 gestochenen Porträts und wenigen wiederholten Textholzschnitten. Nürnberg, Adam Jonathan Feißecker, 1732. 46, 960 (recte 956) S. 17 x 10 cm. Lederband der Zeit (berieben und bestoßen, Ecken stärker, Gelenke teilweise angeplatzt, Kapital mit Fehlstelle).
Schätzpreis 360 €
Einzige Ausgabe der seltenen Sammlung. – Ferguson II,298 (mit detaillierter Aufstellung der Schriften) – Duveen 518 – Caillet 9618 – Ferchl 456 – Kopp II, 342. – Groß angelegtes Sammelwerk mit älteren alchemistischen Texten. “Contains original matter by the editor in the form of introductions and notes. These are historical, biographical or bibliographical, as the case may be, and an afford information not to be found elsewhere” (Ferguson). – Mit den Porträts von John Dee und Edward Kelly. – Ein Porträt etwas angerändert und mit zwei kleinen hinterlegten Einrissen, Titel mit Stempel einer Leihbibliothek und Ausriss unten (leichter Buchstabenverlust), erstes Blatt der Vorrede mit kleinem Randausriss, teilweise etwas gebräunt.

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Lot 250 Occulta – Masonica
Die Bauhütte. Zeitung für Freimaurer. Organ des Verein’s deutscher Freimaurer. Begründet und herausgegeben von J. G. Findel. Jahrgänge: 1863, 1864, 1874, 1878, 1879 1882 und 1883 in 7 Bänden. Leipzig, Findel, 1863-1883. 32,2 x 23,5 cm. Grüne Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und goldgeprägten Freimaurersymbolen am Rücken sowie Kopfgoldschnitt (leicht berieben und etwas kratzspurig). [*]
Schätzpreis 300 €
Unbeschnitten. – Aus der Charlesworth Masonic Library (Deckelprägung). – Teilweise etwas stockfleckig bzw. gebräunt. Dekorativ gebunden.

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Lot 251 Occulta – Rosenkreuzer – Löhrbach, Graf von
Die theoretischen Brüder oder zweite Stuffe der Rosenkreutzer und ihrer Instruktion das erstemahl ans Licht herausgegeben von einem Profanen. Nebst einem Anhang aus dem dritten und fünften Grad, als Probe. Neue Auflage. Mit gestochener Titelvignette in Rot und 2 doppelblattgroßen gestochenen Tafeln. Athen (das ist: Regensburg, Montag & Weiss), 1789. Titel (auf hellgrünem Papier), 278 S. 18 x 10 cm. Einfacher Halblederband (um 1900).
Schätzpreis 360 €
Zweite Ausgabe, die erste erschien 1785. – Holzmann-Bohatta I, 8210 – Ackermann V/200 – Kloss 2662 (nennt eine Tabelle, die nicht nachweisbar ist) – Caillet 10615 – Wolfstieg 42519: “Fragment aus der Geschichte der Könige von Schesian, Aufnahme, Gesetze, Ritual der Tafelloge, Unterricht, Unterricht.” – Die beiden Tafeln zeigen den Teppich und die Kleinode des Grads. – Es fehlt das letzte Blatt (“Errata”).

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Lot 252 Occulta – Rosenkreuzer – Spangenberg, Wolfhart (Pseudonym: Adolf Rosen von Creutzheim)
EselKönig. Eine wunderseltzame Erzehlung, wie nämlich die Monarchei unnd Gubernament uber die vierfüssige Thier geändert, das Königreich umbgefallen und die Krone auff einen Esel gerathen. Welcher gestalt auch derselb regieret: und wunderbahrer weyse mit gefahr Leibs unnd Lebens bald wider umb das Königreich kommen. Alles sehr kurtz-eylig unnd Lustig: vielleicht auch nit ohne nutzliche Lehr; zulesen: Jetzt erst auß uhralter Cimmerischer dieser zeit ohnbekanter Zungen, in unsere gemeine Mutter Sprache verteutschet … Ede & Rumina. Gedruckt zu Ballenstet, bey Papyrio Schönschrifft (das ist: Straßburg, Johannes Carolus), 1625. 4 nn. Bl., 407 S. (ungerade Pagination in verso). 17 x 9,5 cm. Pergamenteinband der Zeit aus einer älteren Pergamenthandschrift (fleckig, Ecken teils bestoßen, Fehlstellen am Rücken). [*]
Schätzpreis 1500 €
Erste und einzige zeitgenössische Ausgabe. – Dünnhaupt 3924, 35 – Goedeke II, 506, 26 – Faber du Faur 59 – Maltzahn II,1083: “Sehr selten” – Neufforge 258 – Gilly, Cimelia Rhodostaurotica 303. – Obwohl ein eindeutiger Beweis aussteht, ist die Autorschaft W. Spangenberg (1567-1636), Sohn des “berühmten Dichter-Theologen Cyriacus” (Dünnhaupt) seit den Arbeiten Fritz Behrends 1905 bzw. 1914 weitgehend unbestritten. Behrend “schätzte den EselKönig so hoch ein, daß er ihn als Zeitsatire neben Grimmelhausens ‘Simplicissimus’stellen wollte.” (W. E. Schäfer. Die satirischen Schriften W.Sp.s, Tübingen 1998, S.52). – In Gestalt einer Tierfabel beschreibt Spangenberg satirisch Verhältnisse und Missstände seiner Zeit, bezieht sich aber in erster Linie auf die Rosenkreuzer, was schon das Pseudonym andeutet. 1607 geplant, als J. V. Andreae sich in Straßburg aufhielt und möglicherweise mit Spangenberg, der seit 1577 dort lebte, in Kontakt kam, laut Vorwort 1617, zur Zeit des Höhepunkts der Rosenkreuzerei fertiggestellt, wurde Spangenbergs “satirischer Roman gegen die Rosenkreuzer” (Gilly) erst acht Jahre später veröffentlicht. – Vorderes Innengelenk gebrochen, Block gelockert, Titel mit Randläsuren, teils leicht feuchtrandig.

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Lot 253 Pferde – Camphausen, Wilhelm
Vaterländische Reiterbilder aus drei Jahrhunderten. Mit illustriertem Titel und 17 Lichtdrucktafeln nach Camphausen mit ornamentaler Rahmung sowie Buchschmuck und Textillustrationen von L. Burger. Berlin, Schuster, 1880. 3 Bl., 91 S. 41,5 x 33 cm. Aufwendig gold- und schwarzgeprägter Original-Leinenband (etwas berieben, hinterer Deckel wasserrandig).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Schobeß 417. – Prachtband u.a. mit Darstellungen von: Der große Kurfürst, Friedrich der Große, Zieten, Keith, Gneisenau, Blücher, Kaiser Wilhelm, Moltke und Bismarck. – Der beschreibende Text stammt von Theodor Fontane. – Die letzten vier Blätter im Bug etwas wellig, Block gebrochen, stellenweise leicht fleckig, Vortitel und erstes weißes Blatt ca. 12 cm eingerissen.

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Lot 254 Pferde – Ridinger, Johann Elias
Entwurff einiger Maul-Thiere und Esel, nach ihren unterschiedlichen Arten und Gebrauche nach dem Leben gezeichnet. Samt beygefügten Anmerckungen. Mit 14 Kupfertafeln. Augsburg, Selbstverlag, 1754. 2 Bl. 34,8 x 20 cm. Neuer Halbpergamentband mit Rückentitel. [*]
Schätzpreis 300 €
Entwurff einiger Thiere, wie solche nach ihren unterschiedlichen Arten, Actionen und Leidenschaften, nach dem Leben gezeichnet. 7. Teil (von 7). – Nissen, ZBI 3406. – Die Tafeln nummeriert 23-36. – Mit dem Exlibris der Sammlung Henry Sarasin. – Leicht gebräunt, minimal fleckig.

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Lot 255 Rundfunk
Scrapbook zum 45. Geburtstag von Richard Kistenmacher. Mit 1 Porträt in Federzeichnung, 2 Aquarellen, 1 Bleistifzeichnung sowie 16 Original-Geburtstagskarten in unterschiedlichen künstlerischen Techniken. Moshaisk, 1948-1949. 29 x 23 cm. Halbleder (bestoßen und berieben).
Schätzpreis 360 €
Kistenmacher war 1904 geboren und als Schauspieler und Conferencier tätig – und als Rundfunksprecher. Letzteres war er während des zweiten Weltkriegs beim Soldatensender Belgrad, wo er gerne ein bestimmtes Lied von Lale Andersen auflegte, das dann nicht ganz unpopulär wurde … Er war DER Sprecher, der das Lied durch regelmäßiges Abspielen so bekannt machte. Was hier aber natürlich nicht thematisiert wird. In Kriegsgefangenschaft war er im russischen Lager Moshaisk in der Nähe von Moskau, wo er den hier gefeierten Geburtstag verbrachte. Die Widmungsblätter sind alle von den Mitinsassen unterzeichnet, weitere bekannte Namen scheinen aber nicht dabei zu sein. Die zwei Aquarelle zeigen einen Blick auf das Lager bzw. Baracken. Nach seiner Entlassung arbeitete Kistenmacher beim SFB. – Etwas gebräunt und angestaubt, kaum verwischt, recht gut.

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Lot 256 Schach – Hellwig, Johann Christian Ludwig
Versuch eines aufs Schachspiel gebaueten taktischen Spiels. 2 Bände. Mit 2 (wiederholten) gestochenen Titelvignetten, 18 (von 19, 17 teilkolorierten) gefalteten Kupfertafeln. Leipzig, Crusius, 1780. XXXVIII, 1 Bl., 164 S., 1 Bl.; XXXVIII, 1 Bl., 192 S. 20 x 12 cm. Halblederbände der Zeit mit je 2 goldgeprägten Rückenschildern und floraler Rückenvergoldung (berieben, etwas bestoßen, Deckel leicht wurmspurig, 1 Rückenschild mit Fehlstelle). [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgabe. – Der Mathematiker und Naturforscher Johann Christian Ludwig Hellwig (1743-1831) “war auch Erfinder des bekannten, seiner Zeit sehr beliebten ‘Kriegsspiels’, einer Abart des Schachspiels”. (ADB XIII, 499) Zu seinen Schülern zählte Carl Friedrich Gauß. – Mit den Untertiteln “Von zwey und mehreren Personen zu spielen” und “Praktischer Teil”. – Exlibris. – Vorsätze mit dem Stempel der Bibliothek Sugenheim. – Stellenweise leicht gebräunt bzw. braunfleckig.

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Lot 257 Schach – Portius, Karl Julius Simon
Katechismus der Schachspielkunst. Mit zahlreichen Textabbildungen. Leipzig, Weber, 1854. XVI, 176 S. 17 x 11 cm. Späterer Halblederband mit blindgeprägtem Rückentitel (leicht berieben und leicht fleckig).
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe. – Linde-N. 815 – Kieler Schachkatalog 3100. – Das Werk des bekannten Schachschriftstellers Portius (1797-1862) wurde zwischen 1854 und 1920 vierzehnmal aufgelegt. Der Autor bittet im Vorwort den Anfänger “Vertraue mir! Thu Alles, was Dir geheißen, mit der möglichsten Sorgfalt! Durchblättere mich nicht, sondern studire mich!” – Ohne Vortitel, vereinzelte Bleistiftnotizen, papierbedingt etwas gebräunt.

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Lot 258 Spiele – Seidel, J.C
Das l’Hombre-Cabinet oder gründliche Anweisung das l’Hombre-Quadrille- und Cinquille-Spiel auf eine leichte Art zu erlernen und nach den besten Regeln zu spielen, nebst einer Nachricht von Erfindung der Spielkarten. Frankfurt an der Oder, Strauß, 1785. 9 Bl., 166 S., 1 Bl. 17,5 x 11 cm. Pappband der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückenschild (berieben, etwas bestoßen, handschriftlicher Deckeltitel, Rücken mit Fehlstellen im Bezug, Schild teils gelöst).
Schätzpreis 300 €
Seltene einzige Ausgabe. – Über den KVK nur in zwei deutschen Bibliotheken nachweisbar. – Anonym erschienen. – Das im 17. und 18. Jahrhundert weit verbreitete Kartenspiel L’Hombre “sey wegen seiner Fürtrefflichkeit, wesentlichen Schönheit und angenehmen Veränderungen, das vornehmste, und der Herr aller Spiele” (Einleitung). – Innenspiegel mit entferntem Exlibris, Block angebrochen.

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Lot 259 Sport – Fechten
L’escrime. (Wochenschrift). 1.-3. Jahrgang (alles Erschienene) in 2 Bänden. Mit wenigen Abbildungen. Paris, 1881-1883. 27 x 18 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (leicht berieben).
Schätzpreis 360 €
Seltene Zeitschrift zu allen Aspekten des Fechtsports. – Der erste Jahrgang erschien vom 9. Oktober 1881 bis zum 1. Januar 1882 in 13 Heften. – Der zweite vom 8. Januar 1882 bis zum 31. Dezember 1882 in 52 Heften und der dritte vom 7. Januar 1883 bis zum Dezember 1883 in 29 Heften, wobei die Hefte zum Schluss nur noch monatlich erschienen. – Eine Fortsetzung der Zeitschrift mit einer neuen Redaktion und mit einem neuen Konzept wurde in Heft 28 des dritten Jahrgangs angekündigt, ist aber für uns nicht nachweisbar. – Exlibris, teilweise etwas gebräunt

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Lot 260 Sport – Fechten – McArthur, John
The army and navy gentleman’s companion, or a new and complete treatise on the theory and practice of fencing. Displaying the intricacies of small-sword play … Illustrated by mathematical figures, and adorned with elegant engravings … A new edition revised with a glossary and improvements. Mit gestochenem Frontispiz und Titel sowie 19 (16 gefalteten) Kupferstichtafeln. London, printed for J. Murray, 1784. 3 Bl. (subscribers), XXII, 162 S. 27 x 21,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (etwas angestaubt, berieben und bestoßen). [*]
Schätzpreis 600 €
Zweite überarbeitete Ausgabe. – Thimm S. 172. – Die erste Ausgabe erschien 1780; das “advertisement to the second edition” erwähnt, der Autor habe “some labour and attention in revising, correcting, and improving this edition” gesteckt “and added a copious glossary of the technical terms.” – John McArthur (1755-1840) trat 1778 in den Dienst der Britischen Marine, wo er u.a. als Sekretär von Admiral Samuel Hood (1st Viscount Hood) Karriere machte. – Innendeckel mit kleinem handschriftlichen Eintrag und Klebespuren, Titel mit überklebtem Stempel und restauriertem etwa 6 cm langem Einriss, Tafeln teils mit schwachem Abklatsch, im Rand teils leicht gebräunt, wenige Blatt schwach stockfleckig.
Second revised edition. – With engr. frontispiece and title, 19 (16 fold.) engr. plates. Contemp. half calf, gilt (somewhat soiled and rubbed). – Inner cover with traces of glue and handwritten note, title with pasted over stamp and restored tear, plates with some off-setting, minor browning resp. foxing.
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Lot 261 Studentica
Sammlung von 10 Vivatbändern. Drucke auf farbiger Seide. Berlin, Amsler und Ruthardt, 1914-15. Jeweils 40 x 6 cm. Einmal gefaltet. [#]
Schätzpreis 300 €
Zu Beginn des Weltkriegs und im weiteren Verlauf (Winterschlacht in Masuren) verlegte Patriotica, hier nach Entwürfen von Emil Doepler d.J., Hanns Anker, Georg Erler, Fritz Erler, Franz Stassen, Herman Knackfuss, Friedrich Wilhelm Kleukens, Otto Hupp. – Verso an Anfang und Ende Spuren entfernter Montage, sonst sauber.

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Lot 262 Studentica
Schmollis Deutsche Bierzeitung. Von Studenten und Philistern für Philister und Studenten sämtlicher Facultäten. Herausgegeben von Mansfelder. Sommer-Semester 1878, Heft 1-3. Mit zahlreichen Textillustrationen. Altenburg, Schmollis-Verlag, 1878. 15 x 11 cm. Illustrierter Original-Halbleinenband (berieben und bestoßen, Rücken mit Papierstreifen überklebt).
Schätzpreis 300 €
Erster kompletter Semesterjahrgang der seltenen Studentenzeitung. – Es erschienen pro Semester 3 Hefte (insgesamt wohl nur 12 Hefte in 4 Semestern, SS 1878-SS 1879). – Der Ausdruck Schmollis (auch: Smollis, Schmolles) ist bereits vor 1795 belegt als Zuruf unter Studenten verbunden mit der Aufforderung, Brüderschaft zu trinken und damit einen vertrauteren Umgang zu pflegen. – Als die im Titel erwähnte Philister bezeichnet man die im Berufsleben stehenden “Alten Herren” einer Studentenverbindung. – Vorsatz mit handschriftlichem Besitzvermerk und Zirkel einer Studentenverbindung (KStV Thuringia Coburg?). – Etwas gebräunt, Bindung gelockert.

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Lot 263 Tabak
Der Teutsche Taback-Trincker. Einblattdruck mit halbseitigem Kupferstich. Nürnberg, Johann Hoffmann, 17. Jahrhundert. Blattgröße: 38,5 x 30 cm. Unter Passepartout montiert.
Schätzpreis 300 €
Seltene Flugschrift über die “Grundrichtige Beschreibung von Ursprung und Erfindung des Edlen Wunder-Krauts Nicotina, von den Physicis Sana Sancta, von den Hispaniern, Tabaco, und von den Teutschen Taback benahmet: Sambt desselben Lob und Nutzen und wie es erstlich aus Florida in Portugal, von dannen ferner in Franckreich, Spanien, Holland, endlichen auch in Teutschland transferirt und gebracht worden und daselbst hauffenweiß gepflanzt und angebauet wird.” – Unterrand mit angestückeltem Rand, linker Rand mit kleiner ergänzter Fehlstelle, teils knapp bis an die Bordüre beschnitten.

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Lot 264 Waffen und Rüstungen – Caryophilus (Garofalo), B
De veterum clypeis opusculum. Mit gefaltetem Frontispiz, gestochener Titelvignette, 2 Kupfertafeln von Salomon Kleiner und 34 Textkupfern. Leiden, Luzac, 1751. XVI, 131 S. 24,5 x 18,5 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (Deckel etwas angestaubt, Kanten etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe des reich ausgestatteten Werks über antike Schilde. – Cicognara 1617 – Lipsius-L. I, 71. – Die Tafeln zeigen besonders prächtige Schilde, die Textkupfer auch Münzen, Schlachtszenen und Herrscher-Porträts. Der lateinische Text mit hebräischen und griechischen Passagen. – Sauberes Exemplar, dekorativ gebunden.

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