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Lot 335 Esperanto
Sammlung mit 1 Buch und 3 Plakaten. 1. Jubilea Universala Kongreso Esperantista. Albumo Krakow 1912. 20 S. und Tafelteil mit 554 Porträts der Kongressteilnehmer. 23,5 x 34 cm. Original-Leinwand. 2. Plakat: XIV:a Universala Kongreso de Esperanto en Helsinki – Helsingfors Finnlando Augusto 1922. Entwurf von Eric Vasström. Gefaltet. 100 x 73 cm (einige Faltstellen mit kleinen Einrissen). – 3. Plakat: Esperanto. VIII-a Tutmonda kongreso de SAT okazos en Göteborg, Swedio la 14-19:an de augusto 1928. 94 x 62 cm. Gefaltet (etwas gebräunt, mit Randläsuren und 2 Fehlstellen mittig). – 3. Plakat: Internacia Foiro Budapest. 7-16 majo 1932. Entworfen von Berény. 94,5 x 62,5 cm. Gefaltet. [*]
Result 600 €

Lot 336 Gastronomie – Borchardt, F. W
Preis-Verzeichnis der Delicatessen und Colonialwaren, Liqueure und Spirituosen. Berlin, Eigenverlag, um 1912. 128 S. 22 x 15 cm. Illustrierte Original-Halbleinwand (etwas braunfleckig).
After-Sale Price 200 €
Umfänglicher Katalog der bestellbaren und teils auch lieferbaren Speisen und Getränke: von Austern über Früchte bis zu Alkoholica, am Ende Muster-Menus und Beispiele historischer Menüs. – Klammerung teils dezent angerostet, sonst gut.

Lot 337 Gastronomie – Kochkunst – Busch, Jean-Daniel
Verbindung deutscher und französischer Kochkunst nach bewährten Vorschriften und eigener Erfahrung. Nebst einer kleinen Abhandlung über die Knochen-Gallerte, und einer Anweisung, wie man bey Gastmählern die Weine der Reihe nach auftragen soll. Mit 3 gefalteten Holzschnitt-Tafeln. Strassburg, Treuttel und Würtz, 1822. 4 Bl., 312 S. 21,5 x 13 cm. Halblederband der Zeit (berieben und bestoßen, Gelenke etwas angebrochen). [*]
Result 370 €
Einzige Ausgabe, anonym erschienen. – Weiss 3941. – Umfangreiche Rezeptsammlung mit kurzem Nachtrag. – Auf den Tafeln zwei runde sowie ein hufeisenförmiges Gedeck, ferner acht kleine Darstellungen von Maschinen, Geflügel etc. – Teilweise stockfleckig, Titelei und Tafeln stärker betroffen, Tafeln durch Fehlfaltungen knittrig.

Lot 338 Gastronomie – Kochkunst – Mangor, Anne Marie
Kochbuch für kleine Haushaltungen, enthaltend eine gründliche Anweisung zur Zubereitung verschiedener Gerichte und Kuchen, mit beigefügtem Maaß und Gewicht. Verfaßt von einer Dame in Kopenhagen. Nach der vierten Auflage übersetzt, und zum Gebrauch deutscher Haushaltungen eingerichtet. Kopenhagen, Thiele, 1841. XX, 260 S. 16 x 11 cm. Halbleinwand der Zeit (berieben). [*]
Result 480 €
Sehr seltene erste und einzige deutsche Ausgabe, anonym erschienen. – Weiss 2008 (ohne Angabe der Autorin). – Über KVK nur zwei Standortnachweise in Dänemark. – Anne Marie Mangor (1781-1865), bekannt als “Madam Mangor” veröffentlichte 1837 ihr für die dänische Küche einflussreiches “Kogebog for smaa Huusholdninger”, das bis 1910 vierzig Auflagen erlebte. – Stockfleckig.

Lot 339 Gastronomie – Kochkunst – Rumohr, Carl Friedrich von
Geist der Kochkunst von Joseph König. Ueberarbeitet und herausgegeben von C. F. von Rumohr. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1832. XVI, 196 S. 20,5 x 12 cm. Blindgeprägter etwas späterer Ganzlederband mit goldgeprägtem Rückentitel, etwas Rückenvergoldung und gepunztem Eckgoldschnitt (Gelenke leicht berieben, das vordere angebrochen). [*]
Result 260 €
Zweite Ausgabe. – Vgl. Weiss 3282 und Horn-Arndt 568 und Schraemli 74: “Die erste Auflage dieses deutschen ‘Brillat’ erschien … einige Jahre ehe Frankreichs berühmtes Werk über die ‘Gutesserei’erschien. Man hielt zuerst J. König, den Koch des Herrn v. Rumohr, für den Verfasser, später stellte sich aber heraus, dass v. Rumohr selbst der Autor war… In der Einleitung gibt der Autor einen ausgezeichneten Überblick über die gastronomische Literatur, die von seinem großen Weitblick und einer großartigen Belesenheit zeugt.” – Schönes Exemplar aus der Bibliothek des österreichischen Germanisten Theodor von Karajan mit dessen Exlibris auf dem vorderen Innendeckel.

Lot 340 Gastronomie – Kochkunst – Wurzer, Ferdinand
Etwas über die Rumford’schen Suppen. Dritte, und umgearbeitete Auflage. Mit gefalteter Kupfertafel. Köln, Haas und Sohn, 1803. VIII, 28 S. 20 x 12 cm. Pappband der Zeit mit Deckelschild (etwas fleckig). [*]
Result 220 €
Weiss 4305 (Ausgabe 1802). – Die Rumfordsuppe, erfunden von Benjamin Thompson, Reichsgraf von Rumford, ist eine preisgünstige nahrhafte Suppe auf der Grundlage von Graupen und getrockneten Erbsen. Anfangs als billige Nahrung für die Truppen des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz und den Insassen des Münchner Arbeitshauses gedacht, wurde sie bald in zahlreichen Suppenküchen an Bedürftige ausgeteilt. Besonders schmackhaft wird sie nicht gewesen sein, Heinrich Heine urteilte über sie: “Alle überlieferte Heiterkeit, alle Süße, aller Blumenduft, alle Poesie wird aus dem Leben herausgepumpt werden, und es wird davon nichts übrigbleiben als die Rumfordsche Suppe der Nützlichkeit”. – Karl Marx bezeichnete sie sogar als “ein amerikanischer Humbug” (Anspielung auf die amerikanische Herkunft des Benjamin Thompson). – Gering fleckig, gutes Exemplar.

Lot 341 Gastronomie – Wein – Wahl, August Christian Martin
Gedanken über die Erzeugung und Zubereitung des Weins nebst einem Anhange vom Essigbrauen. Erfurt, Georg Adam Keyser, 1784. 17 x 11 cm. Pappband der Zeit (Rücken mit kleinen Bezugsfehlstellen, Ecken etwas bestoßen).
Result 850 €
Erste Ausgabe. – Seltenes Werk über die Herstellung von Wein und Essig von dem Diakon an der Kaufmannskirche in Erfurt August Christian Martin Wahl (1749-1815). – Name auf Titel, gutes Exemplar.

Lot 342 Jagd – Radcliffe, F. P. Delme
The Noble Science: A Few General Ideas on Fox-Hunting, for the use of the Rising Generation of Sportsmen, and more Especially those of the Hertfordshire Hunt Club. Mit gestochenem Frontispiz, Holzschnitt-Titel, gestochenem Porträt. 7 Holzstich-Tafeln und zahlreichen Textholzstichen. London, Ackermann, 1839. XII, 327 S. 26 x 16 cm. Roter Maroquinband (signiert: “Morrell Binder, London”) mit reicher figürlicher (Füchse) Deckel- und Rückenvergoldung, sowie golgpeprägten Steh- und Innenkanten und beigebundenen Original-Umschlägen. [*]
After-Sale Price 240 €
Schwerdt II, 122: “… well-written treatise on the art of fox-hunting, containing much practical information”. – Mit heraldischem Exlibris William Bartlett – Gutes Exemplar, prachtvoll gebunden.

Lot 343 Jagd – Angeln – Horrocks, John
Die Kunst der Fliegenfischerei auf Forellen und Aschen in Deutschland und Oesterreich. Mit 5 chromolithographischen Tafeln und einigen Holzschnitt-Textabbildungen. Weimar, Voigt, 1874. VIII, 180 S. 20,5 x 14,5 cm. Original-Leinwand mit Blind- und Goldprägung. [*]
Result 360 €
Erste Ausgabe. – Westwood-S. 119 – Huber 161: “Es muß ihm zum Ruhme nachgesagt werden, daß er durch Lehre und Beispiel, durch seine Schriften und durch schonende Behandlung der Fischwasser und die kunstgerechte Befischung viel dazu beigetragen hat, die Fliegenfischerei in Deutschland zu verfeinern und größeren Bekanntheitsgrad zu geben.” – Minimal fleckig. – Schönes Exemplar.

Lot 344 Judaica – Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Exlibris David Friedlaender. Kupferstich auf Bütten. Um 1774. Unter der Darstellung in der Platte signiert. Plattengröße: Ca. 104 x 72 mm. Blattgröße: 120 x 87 mm (am unteren Rand etwas ungleichmäßig beschnitten).
Result 330 €
Engelmann 111 – Bauer 220 – Seltenes Exlibris für den hier “Fridlaender” geschriebenen Vorkämpfer jüdischer Emanzipation. Die Datierung der Arbeit ist umstritten. Das Blatt zeigt Hermes, Apoll lauschend – eine Anspielung auf die musischen Neigungen des Kaufmanns. – Verso neuer Sammlerstempel, am oberen Rand verso Spuren alter Falzung, dezent fleckig, insgesamt gut. – Beigegeben: Eigenexlibris Chodowieckis sowie zehn weitere Blatt montierter Stiche Chodowieckis aus Büchern.

Lot 345 Judaica – Herz, Marcus
An die Herausgeber des hebräischen Sammlers über die frühe Beerdigung der Juden. Des Sammlers vierten Jahrgangs erste Zugabe. Berlin, Orientalische Buchdruckerey, 1787. 35 S. 17 x 10 cm. Marmorierte Broschur der Zeit. [*]
After-Sale Price 400 €
Sehr seltene erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 166, 9 – Fürst I, 387. – Marcus Herz (1747-1803), Berliner Arzt und Philosoph der Aufklärung, tritt hier entschieden gegen das jüdische Gesetz der Halacha, der Vorschrift der frühzeitigen Bestattung auf. Die grassierende und auch nicht ganz unbegründete Furcht vor dem lebendig begraben werden führte letztendlich 1800 zu einer preußischen Verordnung, die sich auch explizit an die Judenschaft wandte und ein Begräbnis erst 72 Stunden nach dem Ableben erlaubte. Moses Mendelssohn, der Patient, Förderer und langjährige Freund des Marcus Herz, wurde 1786 noch nach dem Gesetz der Halacha bestattet. Interessanterweise wurde selbst Herz, der nach dem Erlass, der von ihm vorangetriebenen Verordnung verstarb, noch dem alten jüdischen Gesetz folgend beerdigt. – Etwas gebräunt, leicht fingerfleckig.

Lot 346 Judaica – Hopfer, Daniel
Die Sprich Salomo das XI Capitel Wer Korn inhelt dem flüchen die Leit aber Segen kompt uber den so es verkafft. Nürnberg, David Funck, um 1680. Radierung auf Büttenpapier. Plattengröße: Ca. 20,4 x 27,9 cm. Blattgröße: Ca. 20,8 x 28,8 cm. [*]
Result 550 €
Seltenes Judaicum. – Vgl. Bartsch 1802-1821, 30 – Hollstein, German, IV, II – Eyssen 1904, 31. – Der Spruch des Königs Salomon “Wer Korn zurückhält, dem fluchen die Leute; aber Segen kommt über den, der es verkauft” (11, 26) illustriert von dem Augsburger Waffenätzer, Radierer und Holzschneider Daniel Hopfer dem Älteren (1470-1536), hier in einem besonders kraftvollen, schönen Druck des Nürnberger Verlegers David Funck (1642-1709), der bekannterweise als Nachfahre des Künstlers im 17. Jahrhundert etwa 230 Platten von der Familie Hopfer aufkaufte, die er dann mit einer Nummer versah (hier “29”) und auf dem typischen Schellenkappen-Papier abdrucken ließ (Zustand II-Drucke). Hopfer war vor allem dadurch bekannt, dass er als Erfinder der Ätzradierung galt, die er auch in dieser Serie zur Anwendung brachte. – Der Spruch Salomonis ist in Versalien mit der Jahreszahl “MDLXXXIIII” (1534) versehen, in die dann später noch in die Platte ein “C” (1634) eingebracht wurde, wohl um die Platte aktueller zu machen. Vor einer Stadtsilhouette mit Augsburger Häusern (unverkennbar eine Anspielung auf den Rathausturm) lagert ein reicher Kornhändler links im Bild, schon angefressen von fürchterlichen Teufelchen, während er den Schatz seiner zum Turm aufgestapelten Kornsäcke dem Volke verweigert. Vor ihm fordern die Menschen ihren Anteil, rechts wird das Korn weise verteilt. – Oben der Plattenriss und ein kleiner Einriss im Papier, oberer Rand fest auf Pappe montiert, sonst lose, minimale Knicke, kaum fleckig oder gebräunt, insgesamt sehr schönes Exemplar dieses eindrucksvollen Blattes im Zustand II, oben die Initialen mit der Augsburger Zirbelnuss “D.H.”.

Lot 347 Judaica – Lewis, Ludwig
Hokhmat Yisrael (hebraice: “Die Weisheit Israels”) oder Moralische, Religiöse und Messianische Lehren Jüdischer Schriftsteller aus dem Talmud, dem Sohar, den Midraschim, und anderen Werken, übersetzt und herausgegeben von Ludwig Lewis. Bevorwortet von Wilhelm Böhmer und J. G. L. Kosegarten. Greifswald, Selbstverlag, 1831. XXVIII, 172 S. 17 x 10 cm. Hellblaue Feinseide über Pappband mit aufmontierten Goldprägebordüren an den Kanten (Bordüren mit wenigen Läsuren, Deckel fleckig, Rücken mit Bezugsfehlstellen und handschriftlichem Rückenschild). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Fürst II, 245. – Von dem Freimaurer Ludwig Lewis (1799-1890) herausgegebenes und umfänglich von Wilhelm Böhmer (1800-1863) und von Johann Gottfried Ludwig Kosegarten (1792-1860) eingeführtes Kompendium “Hokhmat Yisrael” als Taschenbändchen auf blaugefärbtem Büttenpapier gedruckt und reizend gebunden.

Lot 348 Judaica – Lundius, Johannes
Die Alten Jüdischen Heiligthümer, Gottesdienst und Gewohnheiten, für Augen gestellet, In einer ausführlichen Beschreibung des gantzen levitischen Priesterthums. Und fünff unterschiedenen Büchern (…). Mit gestochenem Porträt und Frontispiz sowie 25 (von 30) Kupfertafeln von J.W. Michaelis. Hamburg, Fickweiler, 1722. 22 Bl., 1090 S., 72 Bl. 34 x 21 cm Leder der Zeit (berieben, bestoßen, Kapitale und Kanten mit Fehlstellen). [*]
After-Sale Price 200 €
Vgl. Fürst II 274 – Bruun I 93 – Vierter Druck des umfassenden Werkes über die jüdischen Altertümer, die Priesterschaft, die Richter und den täglichen Gottesdienst der alten Hebräer nebst den Feiertagen. Die Kupfer zeigen den Tempel, Altäre, Kultgegenstände sowie die Priester in ihren unterschiedlichen Gewändern. – Stärker gebräunt und braunfleckig, noch ordentlich.

Lot 349 Judaica – Nothnagel, J. A. B
Beer Dann, Schutz-Jude in Frankfurt, alt 66 Jahr. (Darüber Titel in Hebräisch). Radierung von J. A. B. Nothnagel. Ohne Ort, 1774. In der Platte mit Initiale signiert und datiert. Blattgröße: 10 x 7,5 cm. Auf dünnem Karton montiert. [#]
Result 550 €
Hopp, Jüdisches Bürgertum in Frankfurt, 279 – Rubens, A History of Jewish Costume 125 – Nagler XI, 383, 31: “… fanden seine radierten Blätter großen Beifall, in welchen er teilweise den Rembrandt glücklich nachstrebte, besonders in einzelnen Köpfen und Bruchstücken. Man findet deren in vorzüglichen Sammlungen”. – Selten gewordenes Porträt eines namentlich bezeichneten Juden, das in seiner Art zu den frühesten überhaupt zählen mag. Die sich unter dem Frankfurter Judentum herausgebildete bürgerliche und vermögende Oberschicht hatte das Bilderverbot überwunden und zeigte sich mit den Insignien ihres Erfolges. Löb Beer Dann (1708-1804) trägt den traditionellen dreieckigen Hut, einen geteilten weißen Vollbart und hält eine Münze in der rechten Hand.

Lot 350 Judaica – Oppenheim, Moritz
Bilder aus dem altjüdischen Familien-Leben. Nach Original-Gemälden von Moritz Oppenheim. Mit Einführungen und Erläuterungen von Leopold Stein. Mit 20 Lichtdrucken, auf stärkerem Karton montiert. Frankfurt, Keller, 1882. 51 Bl. 40 x 29 cm. Ungebunden. [*]
Result 300 €
Erste Ausgabe des Werkes mit allen 20 Tafeln. – Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam 362 – Freimann S. 361 – Thieme/Becker XXVI, 30. – Die Anzahl der Tafeln erweiterte sich zwischen 1866 und 1881 von zuerst 6 Tafeln auf schließlich 20 photographischen. Tafeln. – Gezeigt werden u.a. Sabbath, Purim-Fest, Oster-Abend, Laubhütten-Fest. – Jede Bildtafel mit Zwischentitel und 1-2 Textblatt. – Textblätter unaufgeschnitten. – Titel und wenige Umschläge stärker angestaubt, Tafeln teils in den Rändern, Rücken der Lieferungen teilweise mit Einrissen.

Lot 351 Judaica
Ordnung nach welcher die Juden, so in dem gemeinschaftlichen Amte Kirberg wohnen, oder darinnen aufgenommen werden, sich verhalten sollen. Herborn, 1769. 20 S. 35 x 21,5 cm. Ungebundene Doppelblätter. [*]
Result 480 €
Über KVK nur ein Exemplar in Trier nachweisbar. – Das Amt Kirberg war ein nassauisches Amt mit Sitz in Kirberg (heute Bad Camberg) im Taunus. – Das erste Doppelblatt mit Einriss im Bug, leicht fleckig. – Unbeschnitten.

Lot 352 Judaica – Rosenfeld, Samson Wolf
Mémoire an die hohe Stände-Versammlung des Königreichs Baiern über verschied’ne gegen die Juden gemachte Anträge. Nebst einigen Wünschen und Bitten. München, Lentner, 1822. 43 S. 18,5 x 11 cm. Umschlag der Zeit (hinterer Umschlag mit 2 Einrissen). [*]
Result 240 €
Erste Ausgabe. – Zum Verfasser vgl. ausführlich: Falk Wiesemann: Samson Wolf Rosenfeld (1780-1862), Rabbiner in der Emanzipationszeit (In: Geschichte und Kulter der Juden in Bayern, Band 18. München, Saur 1988). – Titel gestempelt, 2 Seiten etwas angeschmutzt.

Lot 353 Judaica – Sulzbach, J
Kalender nebst Barmizwah-Tabelle für das Jahr 5669 berechnet von J. Sulzbach. Vom 26. September 1908 bis 15. September 1909. Rödelheim, Lehrberger, 1908. 20 Bl. 11 x 6,5 cm. Bedruckte Original-Kartonage. – Und: Israelitischer Kalender nebst Barmizwah-Tabelle für das Jahr 5675. Vom 21. September 1914 bis 8. September 1915. Ebda., 1914. 38 S., 1 Bl. 12 x 7,5 cm. Bedruckte Original-Kartonage.
After-Sale Price 200 €
Zwei hübsche israelitische Taschenkalender. – Texte auf hebräisch und deutsch. – Die Umschläge beidseitig mit Werbung Frankfurter Firmen. – Die Kalender erschienen von 1894 bis 1937. Für die ersten zwei Jahrzehnte sind in deutschen Bibliotheken nur wenige Exemplare nachweisbar, die beiden hier vorliegenden gar nicht. – Gut erhalten.

Lot 354 Judaica – Wallich, Christoph
Bet ha-kneset schel ha-gaon … Meir … (Hebraice) oder Die Mayerische Synagoga in Greiffswalde. Mit einem curieusen Anhang vermehret, zum andernmahl aufgeleget. Helmstedt, Hamm, 1712. 8 Bl., 55 S., 8 Bl. 16,5 x 10 cm. Umschlag der Zeit. [*]
Result 240 €
Jöcher IV, 1788 – Wininger VI, 203. – Entgegen der Angabe auf der Titelseite die wohl dritte von vier Ausgaben, die in rascher Folge erschienen: 1708 die wohl erste, nur in der Widmung und der Vorrede datiert, 1711 die zweite und 1715 die vierte. – In dem schmalen, gleichwohl gehaltvollen Schriftchen stellt der vom jüdischen zum christlichen Glauben konvertierte Christoph Wallich (1672-1743) die Lehrsynagoge des Greifswalder Theologieprofessors Johann Friedrich Mayer (1650-1712) vor, die dieser in seinem Haus installiert hatte, die, so der Titelzusatz einer jüngeren Publikation, ein “Beispiel christlicher Rezeption des Judentums im 18. Jahrhundert” darstellt (Die Greifswalder Lehrsynagoge Johann Friedrich Mayers, hrsg. von Ch. Böttrich, Th. K. Kuhn und D. Stein Kokin, Leipzig 2016). – Leicht gebräunt.

Lot 355 Judaica
Wörterbuch der Jüdisch-deutschen Sprache enthaltend sämmtliche zum Verständnis der jüdisch-deutschen Markt-, Handels- und Geheimsprache nothwendigen Bezeichnungen. Marburg, Reichs-Herold, 1888. 68 S. 16 x 10 cm. Halbleinwand der Zeit.
Result 450 €
Seltenes deutsch-jüdisches Wörterbuch, das wir über KVK nur in der SUB Hamburg und dem Hessischen Staatsarchiv Marburg nachweisen können. – Gutes Exemplar.

Lot 356 Judaica – Antisemitismus – Eisenmenger, Johann Andreas
Entdecktes Judenthum, oder, Gründlicher und wahrhaffter Bericht, welchergestalt die verstockte Juden die hochheilige Drey-Einigkeit, Gott Vater, Sohn und Heil. Geist, erschrecklicher Weise lästern und verunehren, die Heil. Mutter Christi verschmähen, das Neue Testament, die Evangelisten und Aposteln, die Christliche Religion spöttisch durchziehen, und die gantze Christenheit auff das äusserste verachten und verfluchen; … Alles aus ihren eigenen und zwar sehr vielen mit grosser Mühe und unverdrossenem Fleiss durchlesenen Büchern mit Ausziehung der hebräischen Worte und derer treuen Ubersetzung in die Teutsche Sprach kräfftiglich erwiesen und in zweyen Theilen verfasset. 2 Teile in 1 Band. Königsberg, (ohne Drucker, das ist: Berlin, Haude), 1711. 10 Bl., 1016 (recte 998) S., 1 Bl.; 2 Bl., 1111 S., 1 Bl. 21 x 17 cm. Halbpergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel (Deckel berieben und etwas bestoßen). [*]
Result 550 €
Zweite Ausgabe des berüchtigten Antijudaicums. – Steinschneider 4913 – Fürst I, 226 – ADB V, 773. – Die in zweitausend Exemplaren 1700 in Frankfurt erschienene Original-Ausgabe wurde auf Betreiben der dortigen Judenschaft beschlagnahmt und erst nach vierzig Jahren wieder freigegeben; so war die vorliegende Ausgabe, für die die Erben Eisenmengers eine Druckerlaubnis bei Friedrich I. erlangt hatten, die erste im Handel zugängliche. Obwohl in Berlin gedruckt, wurde als Druckort Königsberg angegeben, da dieses außerhalb des Reichsgebietes lag. “E.’s Übersetzungen hebr. Texte sind oft fehlerhaft und dazu tendenziös entstellt… dennoch ist E. mit diesem Werk, das ihm eine Professur für orientalische Sprachen an der Univ. Heidelberg eintrug, der Begründer des neuzeitlichen wissenschaftlichen Antisemitismus geworden” (H. J. Schoeps in NDB). – Gebräunt, Titel und ein Textblatt mit Stempel der Abtei Maria Laach und Duplum-Stempel.

Lot 357 Judaica – Antisemitismus
Executio rebellium Francofurtii ad Maenum, XXVIII Febr. Anno Dn. MDCXVI. – Wahrhaffte abbildung der Echter zu Franckfort… Ohne Ort, 1616. Einblattdruck in Kuperstich zur Exekution der Rädelsführer des Fettmilch-Aufstands. 25,5 x 35,5 cm. [#]
After-Sale Price 1600 €
Große Darstellung der Hinrichtung von Vinzenz Fettmilch auf dem Roßmarkt, darunter 7-zeiliger gestochener Text in deutscher Sprache. – Drugulin 1303. – Zeigt links das Brückentor mit den aufgespießten Köpfen von Fettmilch, dem Schneider C. Schopp, dem Schreiner C. Gerngros und Georg Ebaltt. Sehr seltener Druck, nach VD 17 (1:020563C) erschien das Kupfer auch in der erweiterten Ausgabe des “Diarium historicum…” von 1617, hier allerdings nur in einem Exemplar, bei den weiteren im VD 17 aufgeführten Exemplaren fehlt das Kupfer. – Etwas fleckig bzw. fingerfleckig, oben hinterlegter Einriss, in der Bildmitte minimales Loch. Verso zwei kleine Sammlerstempel “G. W. Günther in Nürnberg” (Lugt 1114).

Lot 358 Judaica – Antisemitismus – Laurent, Johann Christian Moritz
Worte zur Beherzigung an die Juden (Kopftitel). Hamburg, gedruckt in Conrad Müller’s Buchdruckerey, ca. 1835. 32 S. 17,5 x 10,5 cm. Rückenbroschur.
Result 200 €
Selten, anonym erschienen. – Über KVK weltweit nur drei Exemplare in der Stabi Berlin (inzwischen restituiert), der UB Kiel (in einem Sammelband) und der BNU-Strasbourg nachweisbar. – Das Exemplar der Stabi, das als NS-Raubgut an das Berliner Missionswerk der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz restituiert wurde ist mit einem Kolophon (Hamburg, Müller) versehen, das bei unserem Exemplar nicht vorhanden ist. – Bei dem beim Berliner Exemplar Johann Christian MORITZ genannten Verfasser handelt es sich offensichtlich um Johann Christian Moritz Laurent (1810-1876), einem in Hamburg geborenen Lehrer und Bibliothekar, der nach seinem Studium von 1834 als Lehrer in Hamburg und ab 1835 als Sekretär an der Hamburger Stadtbibliothek arbeitete. – Titel leicht gebräunt.

Lot 359 Judaica – Antisemitismus – Zeltner, Gustav Georg
Genaue Untersuchung deß seltsamen Jüdischen Wahns von dem Tekupha-Blut, und noch seltsamern Vorgebens, daß daraus ein sonderbar kräfftiger Beweiß für die Christliche Religion zu nehmen. Welche in ein kurtzes Send-Schreiben an Tit. Herrn M. Carl Friedrich Lochner, Hochverdienten Pfarrer deß Marckts Fürth verfasset, und damit sich zugleich seiner, als eines Hochwerthen Freundes, fernern angenehmen Zuneigung und Liebe empfohlen hat. Frankfurt und Leipzig, Rüdiger, 1734. 173 S., 1 Bl. 16,5 x 10,5 cm. Halbleinwand (um 1900) (berieben und bestoßen, Gelenke angeplatzt). [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Fürst III, 549 – ADB XLV, 52. – Antisemitische Schrift des Pfarrers zu Poppenreuth bei Nürnberg, Gustav Georg Zeltner (1672-1738). – “In der Zeit heißer theologischer Kämpfe ein friedfertiger Mann hat er sich die Bekehrung der Juden angelegen sein lassen, wobei ihm seine große Kenntniß des Talmuds und der Rabbinen wesentliche Dienste leistete. Human verfuhr er aber auch hierbei, indem er im Einverständniß mit Spener weder die Schriften der Juden verbrannt, noch ihre Kinder wider den Willen der Eltern zur Taufe geschleppt wissen wollte, was dem Naturrechte widerspreche und dem Worte Christi, das Heilige nicht vor die Hunde zu werfen.” – Unter Tekufah (Tekufot) versteht man die vier Jahreszeiten im talmudischen Kalender. Nach einem alten jüdischen Aberglauben muss alles sich im Hause befindliche offene Wasser vor Beginn der Tekufah entfernt werden, andernfalls könnten böse übernatürliche Kräfte einen Blutstropfen in das Behältnis fallen lassen und es damit giftig für Mensch und Tier machen. Ein sich im Wasser befindlicher eiserner Nagel kann den Schadenszauber allerdings abwenden. – Obere Ecke des Titels ohne Textverlust alt angesetzt, etwas stockfleckig, teils etwas feuchtfleckig, das letzte Blatt gelockert, Seite 17/18 an der unteren Ecke mit etwas Papierverlust.

Lot 360 Judaica – Holocaust – Van de Leek, Bernd
Ein Mahnmal. Entwurf für ein Mahnmal für die ermordeten Juden Europas. Mit Abbildungen auf 5 separaten, teils doppelblattgroßen Tafeln. Aachen, Eigenverlag, 1999. 7 S., 1 Bl. 29,5 x 21 cm. Original-Broschur. [*]
Result 160 €
Einer der zahlreichen Entwürfe zum Mahnmal. Die Abbildungen zeigen den Grundriss des geplanten Gebäudes, Schnittzeichnungen und die Außenanlage. Eine Tafel mit (gedruckter) Signatur und Datierung 1999. – Tafeln teils etwas knickspurig, sonst frisch.

Lot 361 Luxuspapiere
Sammlung von 28 Billets in aufwendiger Präge- bzw. Durchbruchsarbeit. Wohl überwiegend Deutschland bzw. Österreich, um 1860-1890 (teilweise etwas knickspurig und fleckig).
After-Sale Price 240 €
Überwiegend im Format von Visitenkarten, teils im zeitgenössischen Couvert. Ein sehr aufwendig gemachter Gruß als faltbarer Vergißmeinnicht-Strauß mit Glückwünschen zum Geburtstag, eine Karte mit Vergissmeinnicht in dunkelblauer Stickerei. Zu Geburtstagen gehören auch die meisten anderen Stücke. Beschriftungen in deutscher Sprache. Alles lose in hübscher zeitgenössischer englischer Schachtel für seidene Schnupftücher. – Selten gering angestaubt und knickspurig, insgesamt frisch.

Lot 362 Luxuspapiere
Sammlung von 33 Billets in aufwendiger Falt-, Präge- bzw. Durchbruchsarbeit. Wohl überwiegend Deutschland bzw. Österreich, um 1860-1890 (teilweise etwas knickspurig und fleckig).
After-Sale Price 240 €
Überwiegend im Format von Visitenkarten, teils im zeitgenössischen Couvert. Ein sehr aufwendig gemachter Gruß als faltbarer Vergißmeinnicht-Strauß mit Glückwünschen zum Geburtstag, eine Karte mit gleich vierfacher Ziehmöglichkeit (an jeder Seite eine) und Rosenbouquett mit violettem Stoff (Samt ?)-Bezug. Zu Geburtstagen gehören auch die meisten anderen Stücke. Beschriftungen in deutscher Sprache. – Selten gering angestaubt und knickspurig, insgesamt frisch.

Lot 363 Mode – Bertuch, Friedrich Justin und G. M. Kraus
Journal des Luxus und der Moden. 12. Band (Jg. 1797) in 12 Heften. Mit 1 gestochenen Frontispiz und 36 (24 kolorierten) Kupfertafeln. Weimar, 1797. Insgesamt 632, CCXCVI S., 4 Bl. 21 x 12 cm. Orangefarbene illustrierte Original-Broschuren (Kapitale vereinzelt mit Fehlstellen, Rücken vereinzelt mit Einriss, etwas berieben und leicht angerändert bzw. vereinzelt mit kleinen Randläsuren).
Result 700 €
Lipperheide II, 4570 – Colas 1570 – Kirchner 6564. – Berühmte Modezeitschrift des Empire und Biedermeier, erschien mit wechselnden Titeln von 1786 bis 1827. – Mit schönen Modekupfern, die unkolorierten Tafeln meist mit Möbelentwürfen. – Teils unaufgeschnitten, Text teils stockfleckig und vereinzelt gebräunt, Tafeln meist sauber.

Lot 364 Mode – Kletten, Georg Ernst
Versuch einer Geschichte des Verschönerungstriebes im weiblichen Geschlechte; nebst einer Anweisung die Schönheit ohne Schminke zu erhöhen. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochener Titelvignette. Gotha, Ettinger, 1792. 4 Bl., 252, 217 S. 17,7 x 11 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (berieben und bestoßen, Schild mit Absplitterung). [*]
Result 550 €
Erste Ausgabe. – Bibliotheca Germanorum gynaecologica et Cosmetica 63 – Hayn-Gotendorf III, 575: “Ziemlich selten … Gesuchtes Hauptwerk über diesen Gegenstand”. – Enthält u.a. folgende Kapitel: Von dem naturlichen Witze der Frauenzimmer; Von der Ausartung des Verschönerungstriebes; Von den üblen Wirkungen der steifen Brustkleider auf die Gesundheit. – Kletten ist ein vehementer Gegner der Schminke – diese sei vor allem für die älteren Damen “unanwendbar, wenn sie sich anders nicht lächerlich und eckelhaft machen will” (Band II, S. 31). – Nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 365 Mode
Überaus umfangreiche Sammlung von ca. 500 losen Blatt mit Berliner Modeentwürfen der späten 1950er bis späten 1960er Jahre. Überwiegend Bleistift auf Papier, teils ankoloriert und teils mit beigehefteten kleinen Original-Stoffproben. [*]
Result 800 €
Allesamt Entwürfe für fesche junge Damen im zeittypischen Stil. Die Arbeiten entstanden wohl im Rahmen der Ausbildung an der HdK und sind unsigniert. Gelegentlich wurden Rechnungen oder Prospekte Berliner Modehäuser der Zeit zum Skizzieren verwendet, ein beiliegendes Heft enthält einmontierte Ausschnitte Berliner u.a. Zeitungen zur Mode der Zeit. – Insgesamt schönes, aussagefähiges Konvolut. – Dabei: Sieben Blatt größerformatiger und farbiger Zeichnungen mit Mode- und Stoffentwürfen. Ebenfalls unsigniert, aber sicher demselben Umfeld entstammend. Alle Entwürfe sind für die Damenmode der 1950er Jahre entstanden und meist mit einem Monogramm versehen. – Blätter papierbedingt gebräunt, insgesamt gut.

Lot 366 Musik – Busoni, Ferruccio
Der mächtige Zauberer – Die Brautwahl = zwei Theaterdichtungen für Musik. Und: Entwurf einer neuen Aesthetik der Tonkunst. 2 Teile in 1 Band. Triest, Schmidl, 1907. 119 S. 23,5 x 16 cm. Original-Kartonage mit Deckeltitel (Deckel lose, etwas gebräunt, unteres Kapital mit kleiner Fehlstelle). [*]
Result 500 €
Seltene erste Ausgabe. – Deckel mit 5-zeiliger handschriftlicher Wuidmung des Verfassers: “Der lieben jungen Freundin/ ‘Bekirma’/ (Frl. Irma Bekk)/ zur Erinnerung an/ 1908. Ferruccio Busoni.”

Lot 367 Musik – Guelden, Joseph Ernst
Musikalisches Quodlibet. Mit gestochenen Noten. Berlin, auf Kosten des Verfassers, 1804. 31 S. 22 x 27,5 cm. Original-Broschur mit Deckeltitel (Deckel mit Sammlerstempel).
After-Sale Price 200 €
Seltener Privatdruck, über KVK nur in der LB Schwerin nachweisbar. – Enthält u.a. eine Vertonung von Schillers “Würde der Frauen”. – Unbeschnitten. – Etwas stockfleckig.

Lot 368 Musik – Meyerbeer, Giacomo
Sammlung von 28 Werken in 9 Bänden. Mit einigen illustrierten Titeln. 28 x 18,5 cm (4) bzw. 33,5 x 26 cm. (5). Um 1860. Einheitliche braune Maroquin-Lederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln, Deckelfileten sowie Steh- und Innenkantenvergoldung und goldgeprägtem Deckelmonogramm “C.M.” (leicht kratzspurig, etwas berieben bzw. beschabt).
Result 700 €
Schöner Satz zeitgenössischer, französischer Ausgaben Meyerbeerscher Werke, zumeist bei Brandus & Dufour in Paris erschienen. – Enthält: I. Le pardon de Ploermel. – II. Le prophète. – III. L’étoile du nord. – IV. Il crociato. (Es fehlt der Titel). – V. Les huguenots. – VI. Margherita d’Anjou. – VII. Quarante mélodies à une et à plusieurs voix. – VIII. Sammlung von 13 verschiedenen Szenen und Duetten bzw. Terzetten mit Klavierbegleitung, alle in Mailand bei Riccordi erschienen. – IX. Sammlung von Gelegenheitsmusiken: 1.-4. Marche aux flambeaux; Schiller-Marsch, Marchée du couronnement; außerdem die Overtüre zur Oper “le prophète”. – Teils etwas gebräunt bzw. leicht stockfleckig. – Dekorative Reihe.

Lot 369 Musik – Schilling, Gustav
Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften oder Universal-Lexicon der Tonkunst. 6 Bände und Supplement in 7 Bänden (so komplett). Stuttgart, Köhler, 1835-42. Mit 1 gefalteten lithographierten Stammtafel, teils gefalteten Notenbeilagen und vielen Notenbeispielen im Text. 23 x 14 cm. Einheitliches Halbleder der Zeit (bestoßen und beschabt). [*]
After-Sale Price 200 €
Eins der umfangreichsten Musiklexika der Zeit. Komplett mit dem Anhang zum Supplement und dem Generalregister im letzten Band. – Alte Besitzeinträge bzw. Stempel, unterschiedlich, meist nur gering gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 370 Musik – Wit, Paul de
Perlen aus der Instrumenten-Sammlung von Paul de Wit, Leipzig. Mit 16 chromolithographischen Tafeln. Leipzig, de Wit, 1892. Titel, 14 S. 27 x 38 cm. Rote Original-Samtmappe, Vorderdeckel mit eingelegtem Farbbild und 1 (von 4) Eckbeschlag (Rücken mit Einrissen, Kanten beschabt). [*]
After-Sale Price 400 €
MGG XIV, 736. – Seltener Sammlungskatalog, hier in der Vorzugsausgabe. – Text auf Deutsch, Englisch und Französisch. – Die prächtigen Tafeln zeigen Stücke des Leipziger Instrumentenmuseums, das von dem Violincellisten P. de Wit (1852-1925) gegründet wurde. – Papierbedingt etwas gebräunt.

Lot 371 Musik – Wolf von Wolfenau, Anton
Gründliche Abhandlung über die Unnütz- und Unschicklichkeit des H im musikalischen Alphabete; nebst einer Anmerkung, die künstlichen Töne betreffend. Herausgegeben von J. F. Schwanenberg. Mit gestochener Titelvignette, 3 gestochenen Textvignetten, 1 doppelblattgroßen Tabelle und 1 gefalteten Kupfertafel. Wien, Wappler/Leipzig, Breitkopf und Härtel, 1797. XVI, 140 S., 10 Bl. 16 x 10 cm. Halbleinwand (um 1900) (etwas berieben). [*]
Result 300 €
Einzige Ausgabe der seltenen musiktheoretischen Abhandlung, anonym erschienen. – Titel angestaubt, mit kleinem Tintenfleck und alt hinterlegtem Einriss, Widmungsblatt mit Prägestempel, teils leicht gebräunt.

Lot 372 Occulta – Baader, Franz von
Ueber eine bleibende und universelle Geisterscheinung hienieden. Aus einem Sendschreiben an Ihro Excellenz die Frau Gräfinn von Wielhorski geborne Fürstinn Birron von Curland. Münster, Theissing, 1833. 20 S., 2 Bl. 18,5 x 12 cm. Geheftet. [*]
After-Sale Price 200 €
Einzige Ausgabe. – Ackermann V, 1148 (ohne das letzte Blatt mit Druckvermerk): “Selten.” – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. Gutes Exemplar.

Lot 373 Occulta – Beaumont, John
Historisch- Physiologisch- und Theologischer Tractat von Geistern, Erscheinungen, Hexereyen und andern Zauber-Händeln, darinnen von denen Geniis oder Spiritibus familiaribus … Wie auch von Erscheinungen derer Geister nach dem Tod … Nachricht ertheilet, ingleichen der Gewalt derer Hexen … Anbey D. Bekkers bezauberte Welt … mit Fleiß übersetzt von Theodor Arnold. Nebst einer Vorrede des Herrn … Thomasii. Mit gestochenem Frontispiz. Halle, Neue Buchhandlung, 1721. 19 Bl., 360 S., 20 Bl., 4 Bl. (Anzeigen). 20,5 x 16 cm. Halbpergamentband der Zeit mit Bindebändern (wurmspurig und bestoßen). [*]
Result 1200 €
Erste deutsche Ausgabe des seltenen Werkes über Hexen, Aberglauben, Spiritismus u.ä. – Hayn-Gotendorf III, 176 – Ackermann II, 786 – Rosenthal 3947. – Mit dem ausführlichen Vorwort des Rechtsgelehrten und Philosophen Christian Thomasius (1655-1728), dem überzeugten Gegner des Hexenwahnes und seiner Folgen, der hier in distanzierter und teilweise satirischer Form die Ausführungen Beaumonts kommentiert. – Durchgehend gebräunt bzw. stockfleckig.

Lot 374 Occulta – Block, Magnus Gabriel von
Verschiedene Anmerckungen über gegenwärtiger Zeiten Falsche Astrologische, Phantastische und Enthusiastische Prognostica, Wahrsagereyen und Prophezeyungen, Des Menschen Wesen und Wandel in gemein, Insonderheit aber Religions- und Staats-Sachen, vornemlichst in diesen Nordischen Ländern betreffend, Imgleichen Die 2te Zukunfft Christi, wie auch das letzte Ende der Welt. Gedruck in Linköping, im Jahr 1708. Anitzo aus dem Schwedischen ins Teutsche übersetzet im 1711 Jahre. Mit 1 gefalteten Holzschnitt-Tafel. Stade, Heinrich Brummer, 1711. 12 Bl., 154 S., 3 Bl. 19 x 12 cm. Pappband der Zeit (berieben und bestoßen, Rücken mit Fehlstelle und Bezugsfehlstellen). [*]
After-Sale Price 800 €
Seltene erste deutsche Ausgabe der scharfen Kritik an der Astrologie, Prophezeiungen und der angeblichen Zauberei durch den schwedischen Prediger, Mediziner und Alchemisten Magnus Gabriel von Block (1669-1722). – VD 18 1157528X. – Er wird auch aufgrund seiner Ablehnung der Lehren des Paracelsus zu den schwedischen Frühaufklärern gezählt. Block versuchte die kartesianische Kosmologie mit der Alchemie zu verbinden. – Verfasserangabe am Ende des Widmungsschreibens. – Die ersten und letzten Blätter im oberen Rand etwas feuchtfleckig, Block etwas gelockert, Vorsätze fehlen, Blatt A2 mit altem Sammlerstempel.

Lot 375 Occulta – Ehinger, Christoph
Daemonologia, oder etwas Neues vom Teufel, das ist: warhaffter historischer Bericht von einem sonder- und wunderbaren Casu, … mit welcher auß Gottes Verhängnuß, ein Burger und Schuhmacher in Augspurg etliche Jahr vexiret, und geplaget worden … in einem außführlichen Gespräch vor Augen gestellt, und zum Druck übergeben … Mit doppelblattgroßem gestochenen Frontispiz von G. Ehing nach J. Weid. Augsburg, Koppmayr für Göbel, 1681. 12 Bl., 208 S. 16 x 9,5 cm. Pappband der Zeit (etwas angestaubt, Kanten und Gelenke etwas berieben). [*]
Result 850 €
Sehr seltene einzige Ausgabe. – VD17 23:644536T. – Das Werk des Augsburger Pfarrherrn Christoph Ehinger (1622-1692) ist ein predigtartiger Dialog zwischen einem Beichtvater und dem Beichtkind über die Anfechtungen des Teufels. – Das zweiteilige doppelblattgroße Frontispiz zeigt die Versuchungen des Teufels. – Gebräunt.

Lot 376 Occulta – Fontenelle, Bernhard von
Historie der heydnischen Orackel, darinn aus dem lateinischen Wercke des berühmten van Dalen ein kurtzer Auszug enthalten ist; aus dem Französischen übersetzt, und mit einem Anhange, darinn auf die Einwürfe eines Straßburgischen Jesuiten geantwortet wird, vermehret von Joh. Christoph Gottscheden. Leipzig, Breitkopf, 1730. 6 Bl., 308 S. 16,5 x 10 cm. Lederband der Zeit (etwas berieben). [*]
Result 250 €
Erste deutsche Ausgabe. – Goedeke III, 361, 31 – Fromm 9617 (irrig: 1731). – Wichtiges aufklärerisches Werk, das die Hintergründe verschiedener Weissagungen und Wunder kritisch untersucht. Ab Seite 177 mit dem Anhang von Gottsched. – Kleiner Eintrag auf dem Titel. Gutes Exemplar.

Lot 377 Occulta – Horst, Georg Conrad
Zauber-Bibliothek oder von Zauberei, Theurgie und Mantik, Zauberern, Hexen und Hexenprocessen, Dämonen, Gespenstern und Geistererscheinungen. Zur Beförderung einer rein-geschichtlichen, von Aberglauben und Unglauben freien Beurtheilung dieser Gegendstände. 6 Teile in 3 Bänden. Mit 4 gefalteten Holzschnitt-Tafeln und Textholzschnitten. Mainz, Kupferberg, 1821-1826. 21,5 x 12,5 cm. Pappbände der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung, am Fuß jeweils goldgeprägtes gekröntes Initial “R” (Gelenke berieben). [*]
Result 2600 €
Erste Ausgabe. – Caillet II, 5262 – Graesse, Bibliotheca magica 131-142 – Ackermann I, 494: “Eines der gesuchtesten und wertvollsten Werke auf dem Gebiete des Aberglaubens, der Hexerei und Magie.” – Sehr reichhaltige Quellensammlung “zur Beförderung einer rein-geschichtlichen, von Aberglauben und Unglauben freien Beurtheilung dieser Gegenstände” (Titel). – Tafeln verso alt gestempelt. Wohlerhaltenes und annähernd fleckenfreies Exemplar.

Lot 378 Occulta – Kerner, Justinus Andreas Christian
Geschichten Besessener neuerer Zeit. Beobachtungen aus dem Gebiete kakodämonisch-magnetischer Erscheinungen… nebst Reflexionen von C.A.Eschenmayer über Besessenseyn und Zauber. Stuttgart, Wachendorf, 1834. VI S., 1 Bl., 195 S. 18 x 11 cm. Neuer Pappband im Stil der Zeit. [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Goed. VIII, 208.61 – Sammlung Borst 1719. – Seltene erste Ausgabe. Dokumentiert Fälle aus dem 16.-19. Jahrhundert, u.a. die Geschichte des Mädchens von Orlach (1831); der Beitrag von Eschenmayer ab S. 120: “Einige Reflexionen über Besitzung (Besessenheit) und Zauber zu den vorstehenden Geschichten”. – Fleckig, teils auch stockfleckig, wenige Seiten mit Wurmspuren im rechten Rand, teils bis an die Seitenzahlen beschnitten.

Lot 379 Occulta – Taute, Rudolf Henrich
Wahrhafter Bericht von dem seltenen und merkwürdigen Gnadenwerk Gottes in einem zehenjährigen Kinde Jonas Eilers zu Timmel in Ostfriesland. Wie die Gnade Gottes an demselben von seinem fünften Jahre an deutlich zu bemerken gewesen; wie es am 23ten Junii des 1778sten Jahres besonders erleuchtet und begnadiget worden; davon selbst vier Wochen lang in vielen wichtigen Reden gezeuget hat und darauf am 23ten Julii desselben Jahres freudig und selig in dem Herrn entschlafen ist; mit einem Vorbericht, aufgesetzt von Rudolph Henrich Taute, Prediger daselbst. Ohne Ort und Verlag, auf Kosten auswärtiger Freunde, 1778. 94 S. 17 x 10 cm. Neue Kartonage (Rückenbezug aufgeplatzt und mit kleinen Fehlstellen). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Hamberger-M. VIII, 10. – Seltener Bericht über die Offenbarungen eines zehnjährigen Knaben. Der Pietist Taute war Pastor in Rhaude und Timmel, später Kircheninspektor in Leer und Mitbegründer der ersten Missionsgesellschaft Deutschlands. – Leicht gebräunt.

Lot 380 Occulta – Warner, Johann
Selbst eigene Beschreibung etzlicher Visionen, welche ihm sind von Gott, wegen des Zustandes der Lutherischen Kirchen und ihrer Widerwertigen, innerhalb 9. Jahren, gezeiget worden, auff Göttlichen Befehl, nunmeer jedermänniglich für Augen gestellet, und vom Autore selbst in öffentlichen Druck gegeben, die Frommen in ihrem Trübsal zu trösten, die Gottlosen aber zu verwarnen. (Ohne Ort und Verlag), 1642. 1 Bl., 70 S. 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
After-Sale Price 300 €
Zweite Ausgabe, die Erstausgabe erschien 1638. “Auch Caspar Schwenckfeld zugeschrieben” (VD17 zur Erstausgabe). – VD17 23:243948Y – Jöcher IV, 1820. – – Johann Warner (Pseudonym?) meint, Gott spreche persönlich zu ihm und sende ihm Vision, nachdem er vom “Fleisch in den Geist” gefallen sei. Warner wird vom Engel der Mitternacht in luftige Höhen geführt, gehalten über ein großes Wasser sieht er nun klar, was auf die Menschheit zukommt. Der in die schwedische Armee eingetretene Bauer Warner verteidigt Luther und sieht den schwedischen König als Beschützer der wahren Gläubigen, prophezeit das baldige Ende Roms und Schweden als den Erben des Römischen Reiches. – Etwas gebräunt.

Lot 381 Occulta – Alchemie – Dippel, Johann Conrad
Christiani Democriti Kranckheit und Artzney des animalischen Lebens, wie beyde in einer Physisch-Medicinischen Untersuchung ihrem wahrem Ursprunge wieder zugeeignet, zugleich aber die Thorheiten des Mechanismi und Spinosismi … entdeckt … und ein völliges Systema aller Bewegung in einem kurtzen Zusammenhange dargestellet worden. Aus dem Lateinischen von neuen übersetzt, mit … Beschreibung aller Chymischen und Medicinischen Experimenten des Autoris … Nebst dem dazu gehörigen Experimental-Beweise, wie ein ehrlicher Mann, ohne Dienst und Amt seinen Unterhalt vor sich selbst jederzeit erwerben könne: vermehret, und mit einem zureichlichen Register versehen von einem unpartheyischen Liebhaber der Wahrheit. Frankfurt und Leipzig, Johann Leopold Montag, Buchhandler in Regenspurg, 1736. Doppelblattgroßer gefalteter Titel, 14 Bl., 412 S., 38 Bl. 17 x 10 cm. Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel (etwas angestaubt). [*]
Result 800 €
Zweite Ausgabe, die erste erschien 1727. – Ferguson I, 214. – Der Theologe, Alchemist, Anatom und Arzt Johann Conrad Dippel (1673-1734) versuchte Silber und Quecksilber in Gold zu verwandeln; er genoss bei dem preußischen König Friedrich I. hohes Ansehen und wurde auch hinzugezogen, als es um die Beurteilung der Fähigkeiten des Hochstaplers und Alchemisten Domenico Manuel Caetano ging, der für den König Gold herstellen sollte, darin versagte und hingerichtet wurde. Sein wechselvolles Leben führte ihn u.a. nach Altona, Holland und Stockholm, im Alter lebte er in Berleburg. Seine Geburt auf Burg Frankenstein im Odenwald führte in jüngerer Zeit zu der Theorie, dass er das Vorbild für Mary Shelleys Roman Frankenstein war; unabhängig vom Wahrheitsgehalt ist die Figur Dippel Vorlage und literarische Figur für eine Vielzahl Horrorromane geworden. Als Chemiker war Dippel an der Entdeckung bzw. ersten Herstellung des Pigments Berliner Blau durch Johann Jacob Diesbach beteiligt. – Vorderer Vorsatz fehlt. Das große Titelblatt etwas knittrig und verso alt gestempelt. Insgesamt sehr gutes Exemplar.

Lot 382 Occulta – Alchemie – Figulus, Benedictus (Benedikt Heffner)
Pandora Magnalium Naturalium Aurea et Benedicta, De Benedicto Lapidis Philosoph, Mysterio. Darinnen APOCALYPSIS Des Hocherleuchten Aegyptischen Königs und Philosophi, Hermetis Trismegisti; von unserm Teutschen Hermete, dem Edlen Hochthewrem Monarchen und Philosopho Trimegisto, A. Ph. Theophrasto Paracelso &c. Verdolmetschet; wie Auch Tinctura Physicorum Paracelsica, mit einer Schönen Erklerung des auch Edlen und Hocherfahrnen Philosophi, Alexandri von Süchten, Utrijusque Medicine D. Sampt Seiner AL. V. S. angehengten 3. Underschiedlichen Tractetlein, so vor nie gesehen worden, wie auch Anderen Ejusdem materiae Corollariis wie sie nach der Vorredt Specifiret werden; Allen Filiis Doctrinae Hermeticae Zu nutz und gutem Jetzo Publiciret. Mit ankolorierter Holzschnitt-Titelvignette und 1 Textholzschnitt. Strassburg, Lazarus Zetzener, 1608. 16 Bl., 292 S. 14 x 9 cm. Mit Goldpapier bezogener Umschlag der Zeit (stärker berieben) [*]
Result 700 €
Erste Ausgabe, zweiter Druck. – Ferguson I, 273 – Brüning I, 911 – VD 17, 23: 277709 W. – Ohne das letzte Blatt mit den Errata. – Seltenes alchemistisches Handbuch. – Der Text ist teils Lateinisch, teils Deutsch verfasst. Das Buch enthält neun Abhandlungen: 1. Liber Apocalypseos Hermetis Theo. Paracelso, Interprete De Supremo Mundi secreto &c. 2. De Vera Medicina Viri Clarissimi Alexandri A Suchten Philosophiae & Medicinae Doctoris ad Carolum Salisburgensem Elegia. 3. Dialogus, Alexandri A Suchten, Chymici Doctoris & Philosophi praestantissimi, Introducens duas personas interlocutrices .sc. Alexandrum & Bernhardum. 4. Ex Libro De Tribus Facultatibus Alexandri à Suchten. 5. Alexand. A Suchten. Explicatio Tincturae Physicorum Theophrasti Paracelsi, ab Alexandro à Suchten Philosophiae & Medicinae V. Doctor. 5. Sequuntur Regulae Seu Canones Aliquot Philosophici de L. Philosophico. 6. Folget ein ander Tractetlein von Lapide Philosophorum Anonymi. 7. Sequuntur Rythmi Germanici, Von diesem hogenTincturwerck. Anonymi Authoris. 8. De Auro Potabili Theophrasti Paracelsi. 9. Von der Krafft unnd Würckung auch Rechtem Nutzlichem Gebrauch des Herrlichen Antidoti so man Aurum Potabile Nennet. – Titel und letztes Blatt mit Papierresten des Umschlags auf Innenrand. Etwas gebräunt. Stellenweise schwach wasserrandig im Außenrand.

Lot 383 Occulta – Alchemie – Genttersberger, Samuel
Speculum utriusq(ue) luminis Gratiae & Naturae, Das ist, Spiegel beyder Liechter Natürlichen und Ubernatürlichen: Darinnen, durch hülff der edlen Kunst Chymiae, neben erklärung der Natur und Eygenschafften der 7 Metallen … Wie dann vergleichung derselben mit den 7 Him(m)lischen Planeten, nach anleitung Tabulae Smaragdinae, Hermetis Trismegisti … die ungezweiffelte Lehr Christlicher Religion … abgebildet wird. Darmstadt, Hofmann, 1611. 40 S. 15,5 x 9 cm. Ohne Einband. [*]
Result 400 €
Erste Ausgabe der seltenen Abhandlung. – VD17 23:295567G – Brüning, Bibliographie der alchemistischen Literatur 998. – Genttersberger, Doktor der Philosophie und Medizin, war Physicus der Stadt Bensheim. – Kleiner Stempel auf dem Titel, im unteren Rand mit braunem Fleck.

Lot 384 Occulta – Alchemie – Penot, Bernard Georges
Theophrastisch Vade mecum, Das ist: Etliche sehr nützliche Tractat, von der warhafftigen bereittung und rechtem gebrauch der Chymischen Medicamenten. In unsere vernemliche Muttersprache transferiret, durch Johannem Hippodamum. Magdeburg, Francke, 1596. 8 Bl., 273 (recte 240) S. 19 x 14,5 cm. Pappband (um 1850) mit handschriftlichem Rückenschild (Schild teils abgerieben). [*]
Result 800 €
Sehr seltene erste deutsche Ausgabe. – VD16 ZV 22349 – Vgl. Ferguson II, 179 – Wellcome I, 4894 – Waller 7296 – Sudhoff 243 – Schmieder 298 (die Bibliographien teilweise nur mit der Titelauflage von 1597). – Hinter dem Übersetzer Johannes Hippodamus verbirgt sich laut Schmieder (S. 150) Johannes Lange. – Bernard Georges Penot war ein Schüler von Paracelsus und opferte sein ganzes Vermögen alchemistischen Versuchen. Er starb 1620 in Yverdon in größter Armut und gab den abschließenden Rat, wenn man einen Todfeind habe, den man nicht handgreiflich zugrunde richten wolle, möge man ihn dazu überreden Alchemie zu treiben. – Die letzten drei Blatt der Vorrede und das Registerblatt hinter Seite 8 verbunden. – Exlibris, teilweise papierbedingt stärker gebräunt, wenige alte Anmerkungen.

Lot 385 Occulta – Alchemie – Schwärtzer, Sebald
Chrysopoeia Schwaertzeriana. Das ist: Sebaldi Schwaertzers, ehemaligen berühmten Churfürstl. Sächsischen Artisten und würcklichen Adepti, Manuscripta, von der wahrhafften Bereitung des Philosophischen Steins, wie selbige vor diesem mit seiner eigenen Hand entworffen, und bey dem Chur-Fürstl. Sächsischen Hause in Originali verwahrlich aufbehalten worden, nebst dem rechten zu solchen Manuscriptis gehörigen Schlüssel; auch unterschiedlichen Abrissen der darzu dienliche Ofen, aus einer unverfälschten durch viele Mühe und Unkosten erlangten Copia nunmehro jederman vor Augen geleget, und mit einigen nützlichen Anhängen von verschiedenen curieusen Processen vermehret. Hamburg, Heil, 1718. 8 Bl., 184 S. 17 x 10 cm. Ohne Einband. [*]
After-Sale Price 200 €
Eine von zwei Ausgaben im selben Jahr. – Ferguson II, 349 (hat nur drei Tafeln) – vgl. Brüning 3702 (Ausgabe 1718, mit abweichender Kollation) – nicht bei Neu, Duveen und Cole. – Berühmte alchemistische Schrift, die der Adept Sebald Schwärtzer (gestorben 1598) im Jahr 1584 dem Kurfürsten August von Sachsen überreichte mit dem Angebot, eine Probe seiner Kunst ablegen zu dürfen. Die Probe fand am 5. Mai statt, wobei 3 Mark Quecksilber in Gold umgewandelt werden sollten. Der Erfolg brachte Schwärtzer eine Anstellung am sächsischen Hof und eine enge Zusammenarbeit mit dem Kurfürsten. Nach dessen Tod wandte sich Schwärtzer nach Prag an Kaiser Rudolf II., der ihm die Aufsicht über die Joachimsthaler Silberminen übertrug. – Ohne die sechs Kupfertafeln. – Erste Lage gelockert, leicht gebräunt.

Lot 386 Occulta – Alchemie – Sedziwój, Michal
Von dem Rechten wahren Philosophischen Stein. Zwölff Tractätlin in einem Wercklin verfasset unnd begriffen, in dem derselbig … auß dem Ursprung der Natur … vor Augen gestelt wirdt … Anfänglichs von eim Hochgelehrten Philosopho Lateinisch beschrieben, unnd an jetzo … Durch einen Unbenanten (das ist: Michael Sendivogius) ins Teutsch ubergesetzt. Strassburg, Zetzner, 1613. 7 Bl., 73 (recte 71) S. 15,5 x 9,5 cm. Rückenbroschur. [*]
Result 750 €
Titelauflage der erstmals 1606 anonym erschienenen Sammlung von zwölf kleinen Traktaten zum Thema. – VD17 14:628525Q (nur zwei Standorte). – Übersetzt und möglicherweise auch verfasst von dem polnischen Pionier der Chemie Michal Sedziwój (1566-1636: latinisiert Michael Sendivogius), dessen alchemistische Experimente von praktischer Bedeutung für die Metallurgie waren. – Kleiner Stempel auf Titel, im unteren weißen Rand durchgehend mit Braunfleck, mit alten Anmerkungen und Unterstreichungen.

Lot 387 Occulta – Alchemie – Zachaire, Denis
Von der natürlichen Philosophia, und Verwandlung der Metallen in Gold und Silber, durch das höchste natürliche Geheimniß und Kunststück, so man den Lapidem philosophorum nennet: drey Tractat, erstlich in Frantzösischer Sprach beschrieben. Durch…Dionysium Zacharium, einen Frantzösischen Edelmann…Jetz und aber allen…erkläret Durch M. Georgium Forbergern von der Mitweide auß Meissen. Hall in Sachsen, Erasmus Hynitsz. In Verlegung Joachimi Krüsicken, 1609. 63 nn. Bl. 14 x 10 cm. Neuer Halblederband mit reicher Rückenvergoldung. [*]
After-Sale Price 1400 €
Erste deutsche Ausgabe von “Opuscule tres, excellent de la vraye philosophie des metaulx”, erschienen 1568. – VD17 3:309276E – Caillet, III, 751 – Ferguson II, 561/62 – Poggendorff II, 1398. – Denis Zachaire (1510-1556) ist das Pseudonym eines Alchemisten aus dem 16. Jahrhundert, der sein Leben und sein Familienvermögen mit der vergeblichen Suche nach dem Stein der Weisen und dem Lebenselixier verbrachte. Auf einer Reise nach Köln wurde er im Schlaf von seinem Diener ermordet, der mit seiner Frau und seinem Vorrat an Verwandlungspulver entkam. – Herausgegeben von Georg Forberger (um 1543-nach 1604), der aktiv an der Übersetzung der Schriften von Paracelsus, Trevisanus’ und anderer alchemistischer Werke in die deutsche Sprache beteiligt war. – Durchgehend gebräunt, Titelblatt mit kleinen Läsuren.

Lot 388 Occulta – Masonica
7 Dokumente zur Freimaurerei in 1 Original-Photographie (Vintage. Silbergelatine. Montiert) und 6 Schriftstücken. Überwiegend Berlin u.a., 1889-1947. Unterschiedliche Formate (Gebrauchsspuren). [*]
After-Sale Price 200 €
Die Photographie im Format: 29 x 19,5 cm (Träger: 36,5 x 36 cm) zeigt wohl einen Meister, ohne Hinweis auf Ort oder Zeit. Fünf der Schriftstücke betreffen Schreiben der Loge zu den Drey Weltkugeln bzw. Zu den Drey Kränzen, das letzte Dokument betrifft die Aufnahme eines Bruders in die Große Loge Royal York 1947, mit Unterschriften anderer Brüder. – Gefaltet, ein Stück mit Aktenlochung im linken Rand ohne Buchstabenverlust, insgesamt ordentlich.

Lot 389 Occulta – Masonica – Arnold, Theodor Ferdinand Kajetan
Heiligthümer aus dem Archiv der Tempelherren oder die wahre Entstehung der Freimaurerei. Für Maurer und Nichtmaurer und hauptsächlich für die Leser der Sarsena oder des vollkommnen Baumeisters welche Wahrheit wünschen. Neue Ausgabe. Mit 2 kolorierten gefalteten Kupfertafeln. Berlin und Leipzig, Heinrich Knick, 1818. 358 S. 17,5 x 10 cm. Pappband der Zeit (berieben und bestoßen, Rückenbezug teilweise fehlend). [*]
Result 330 €
Titelauflage der Erstausgabe von 1811, wie diese anonym erschienen. – Vgl. Hayn-Gotendorf III, 117: “4 stellenw. etwas freie romant. Erzählungen vom Vielschreiber Theod. Ferd. Kajetan Arnold” – Holzmann-Bohatta VII, 5100 – Wolfstieg 41628. – Exlibris, teilweise etwas stärker gebräunt.

Lot 390 Occulta – Masonica – Bernigeroth, Johann Martin
Les Coutumes Des Francs-Maçons Dans Leurs Assemblees, Principalement Pour La Reception Des Apprentifs Et Des Maitres, Tout Nouvellement Et Sincerement Decouvertes. – Neu und aufrichtig entdeckte Gebräuche der Freymäurer bey ihren Versammlungen, besonders Bey Aufnahme ihrer Lehrlinge und Meister, nach dem in Deutschland noch nie gesehenen Französischen Original, aufs accurateste in Kupfer gebracht. Folge von 7 Kupfertafeln unter Passepartout, in der Platte nummeriert. Ohne Titelblatt. 22,7 x 32,3 cm (Plattenrand). Leipzig, zu finden bey dem Verfertiger, auf dem Neumarkt im Heinickischen Hause, neben der hohen Lilie, auch in Commißion zu haben bey B. C. Breitkopf, 1745. [*]
After-Sale Price 3000 €
Sehr seltene und hochinteressante Tafelfolge, die Szenen aus dem Leben der Freimaurer zeigt. – Wolfstieg II, 34510 – Kloss 1855. – Fünf Tafeln zeigen die Stationen zur Aufnahme der Lehrlinge, zwei zur Aufnahme der Meister. – 1. “Assemblée de Francs-Maçons pour la reception des Apprentifs. Entrée du Recipiendaire dans la Loge”. – 2. “Assemblée de Francs-Maçons pour la reception des Maitres. Le Second surveillant fait le signe de Maitre et va chercher la Recipendaire qui est pour lors en dehors de la Loge avec le Frere Terrible”. – 3. “Assemblée de Francs-Maçons pour la reception des Maitres. Entrée du Recipiendaire dans la Loge”. – 4. “Assemblée de Francs-Maçons, pour la reception des Apprentifs. Le Recipiendaire fait serment, avec imprécation la main sur l’Evangile de ne jamais reveler les mystères de la Maconnerie”. – 5. “Assemblée de Francs-Maçons pour la reception des Maitres. On couche le Recipiendaire sur le Cercueil dessiné dans la Loge”. – 6. “Assemblée de Francs-Maçons pour la reception des Maitres. Le Recipiendaire est couché sur le Cercueil dessiné dans la Loge, le visage couvert d’un linge teint de Sang. Et tous les assistans ayant tiré l’Epée lui presentant la pinte au Corps”. – 7. “Assemblée de Francs-Maçons pour la reception des Maitres. Le Grand Maitre releve le Recipiendaire en lui donnant l’atouchement, l’acollade et en lui disant le mot du Maitre”. – “Dedié au très sincère et très veridique Frère profane Leonard Gabanon Auteur du Catechisme des Francs-Maçons. Dessiné par Madame la Marquise *** et Gravé par Mademoiselle****”. – Leonard Gabanon ist das Pseudonym für Louis Traverol (1698-1783), einem Violonisten an der Pariser Oper, der 1744 “Le Catéchisme des Francs-Maçons” publizierte. – Ohne das Titelblatt. – Stellenweise berieben und fleckig, selten mit kleinsten Fehlstellen im Rand (außerhalb des Plattenrandes), gelegentlich im Rand mit kleinen Löchlein (vermutlich durch Stecknadeln verursacht), knapp am Plattenrand beschnitten, teils etwas gebräunt, die Tafeln 2 und 7 verso mit Feuchtigkeitsrändern und das Blatt 2 verso mit längerem hinterlegten Einriss.

Lot 391 Occulta – Masonica – Boedecker, Johann Elbert
Freimaurer-Reden. Gehalten von à Lapide cubico. Brünn, 1789. 287 S. Angebunden: 1. Ihlee, Johann Jacob. Sechs Maurer-Reden gehalten in der gerechten und vollkommenen (Loge) zur Einigkeit im Orient zu Frankfurt a. M. Frankfurt am Mayn, 5809 (1809). 2 Bl., 60 S. – 2. Krause, Carl Christian Friedrich. Vorträge in der gerechten und vollkommenen Loge zu den drei Schwerdtern und wahren Freunden in Dresden. Dresden, Meinhold, 1809. VIII, 82 S. – 3. Henschel, August Wilhelm. Sieben maurerische Fest-Reden. In der Loge F. z. O Z. in Breslau gehalten und … herausgegeben vom Br. A. W. H. Breslau, Neubourg, 1827. 2 Bl., 119 S. 15,5 x 10 cm. Blauer Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (berieben). [*]
Result 350 €
Haupttitel: Wohl in 2. Ausgabe, erstmalig 1785 erschienen. Name auf Titel. – Mit vereinzelten Randanstreichungen und Einträgen, unterschiedlich gebräunt und stellenweise fleckig.

Lot 392 Occulta – Masonica
Festschrift zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum der Gründung der Ger. und Vollk. St. Johannis-Loge Albrecht Dürer zu Nürnberg. Mit 2 photographischen Tafeln (Porträts und Arbeitssaal). Nürnberg, 1925. 30 S., 1 Bl. 26,5 x 20 cm. Original-Kartonage mit Kordelbindung (etwas gebräunt).
After-Sale Price 200 €
Gutes Exemplar der seltenen Festschrift. – Kein Exemplar im KVK.

Lot 393 Occulta – Masonica
Geistes- und Beutel-Banquerott den 15. Dec. 1811. (Geheime Freimaurerzeremonie). Gouache auf Karton. Datiert 1811. 22,5 x 26,5 cm. Unter Glas, in altem Waschgold-Leistenrahmen. 36 x 39,5 cm. [#]
Result 800 €
Darstellung der Einführungszeremonie einer geheimen Loge. Der Anwärter mit verbundenen Augen vor sechs maskierten Logenbrüdern. An der Unterseite bezeichnet “Geistes- und Beutel-Banquerott den 15. Dec. 1811”.

Lot 394 Occulta – Masonica
Gesetzbuch der Großen Freimaurer-Loge Asträa. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochener Titelvignette. Im Orient von St. Petersburg 5815. Leipzig, Kummer, 1817. 2 Bl., 246 S., 1 Bl. 23 x 13 cm. Broschur der Zeit mit gedrucktem Rückenschild (berieben). [*]
Result 200 €
Unbeschnitten. – Mehrfach gestempelt, stellenweise stockfleckig.

Lot 395 Occulta – Masonica
Kleine Sammlung von 36 meist handschriftlichen Blättern mit Materialien zu verschiedenen Logen. Meist deutsche Handschriften auf unterschiedlichen Papieren. Weimar u.a., 1849-1876. [#]
After-Sale Price 200 €
Vorhanden sind: Sechs handschriftliche Protokolle zu den Sitzungen der Loge Orient Weimar, Januar bis Juni 1849. Dokumentiert werden die Abläufe der jeweiligen Sitzung. Dazu Beiblätter mit weiteren Texten zu den Sitzungen. In deutscher Sprache; Consecration du temple. Amis de la Parfaite Intelligence. 24.3.5891 (!). Drei etwas unterschiedliche handschriftliche Ausführungen von derselben Hand. In französischer Sprache; fünf gedruckte Blatt Einladungen und Ankündigungen von Logen in Vervier (Belgien) bzw. London. 1849 und 1876. In deutscher bzw. französischer Sprache. Mit eigenhändigen Unterschriften vom Meister, Sekretär u.a. –

Lot 396 Occulta – Masonica – Weishaupt, Adam
Anzeige eines aus dem Orden der Frey-Maurer, oder der sogenannten Illuminaten, getrettenen Mitglieds in Bayern, über die Einrichtung und den Zweck dieser Gesellschaft; mit Anmerkungen. Sparta (das ist: Frankfurt), (ohne Drucker), 1786. 61 S. – Angebunden: Babo, Joseph Marius von. Ueber Freymaurer. Erste Warnung. Sammt zwey Beylagen. München, (ohne Drucker), 1784. 78 S. – Angebunden: Törring, Josef August von. Auch eine Beylage zur ersten Warnung über Freymaurer. München, (ohne Drucker), 1785. 32 S. – Angebunden: Cosandey, Johann Sulpitius Marquis de. Nöthige Aufschlüsse der in Bayern ausgebrochenen Verfolgungen gegen geheime Gesellschaften. Deutschland (das ist: Frankfurt), 1786. 29 S. 17 x 10 cm. Pappband der Zeit (etwas fleckig). [*]
After-Sale Price 500 €
I.: Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Wolfstieg 42755 – nicht bei Goedeke und Pfister. – Befasst sich mit Joh. Sulpitius von Cosandey und dessen Schrift “Bekänntniß eines Freysingischen Geistlichen an seinen Bischof, die Illuminaten betreffend”. – II.: Einer von mehreren Drucken im Jahr der ersten Ausgabe, anonym erschienen. – Wolfstieg 39793 – vgl. Kloß 3212-3214. – Anklageschrift gegen den bayerischen Illuminatenorden um Adam Weishaupt. – Joseph Marius von Babo, Verfasser zahlreicher bildkräftiger und bühnenwirksamer Ritterdramen, verdächtigt darin die Illuminaten der Verschwörung gegen den Staat, was zu deren offiziellem Verbot und zur Verfolgung ihrer Mitglieder führte. – III. Wolfstieg 42748. – IV.: Van Dülmen 11 – Kloß 3227 – Wolfstieg 42753: “Selten.” – Teilweise leicht gebräunt. Insgesamt sehr gute erhaltener Sammelband mit 4 wichtigen Schriften.

Lot 397 Occulta – Prophezeiungen
Immerwerende newe politische Postzeitung auß Macrocosmia. Mit Titelholzschnitt. (Am Schluss:) Parnasso, im Jahr 1641. Doppelblatt. 19 x 15 cm. [*]
Result 900 €
Einzige Ausgabe. – VD17 7:707040D – Weller I, 26 – Librorum impressorum qui in Museo britannico adservantur catalogus, Band V. – Berichtet wird “von der verkehrten Weldt … dürffte sich also bald was seltzames hier sehen lassen. Es erhebet sich je mehr und mehr die Rebellion, so woder Geistlichen als der Weltlichen auff Mircrocosmia, wider ihren Fürsten”. Dieser versucht den Aufstand durch Hunger und Gewalt niederzuschlagen. Es wird von weiteren Aufständen und Auseinandersetzungen berichtet. Das “Schreiben aus Politicalien” berichtet, dass “de Mammeluchia viele Seelen wegnehmen, niederhauwen und aufffressen. Es gehen wohl starcke Praeparatoria und Anleitungen zum General Frieden … Aber noch stärckere zum Feldzug, Krieg und Auffruhr”. – Leicht gebräunt.

Lot 398 Occulta – Prophezeiungen – Reichard, Georg
Eigentliche Beschreibunge oder warhafftige Außlegunge des newen erschrecklichen Cometen oder Wunder Sterns, welche uns der allerhöchste Gott abermahls ans Firmament des Himmels im Anfange dieses 1638 Jahres, in den Hungarischen und Oesterreichischen Gräntzen hat als eine Buß-Fackel auffgestecket. Mit Titelholzschnitt. Halle, 1638. 2 Bl. 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
Result 1000 €
Einzige Ausgabe, die von Naturphänomenen berichtet, anonym erschienen. – VD17 39:149161P. – Flugschriftensammlung ‘Discursus politici’ des Johann Maximilian zum Junge, 1977, S. 200. – Zuerst wird eine “grosse Hitze”, eine Dürre beschrieben, danach folgen ein Erdbeben sowie eine mehrstündige Sonnenfinsternis. Verursacht durch einen kleinen Stern, der sich hinter einem “Comet Stern, gar schön und helle und klar” befindet. “Denn gleich wie dieser kleine Stern gern wolte den grossen erhaschen oder erreichen: Also wird der Bapst unnd sein Gottloser Hauffe das grosse Liecht … gedencken und verfinstern, unnd also diesem grossen Liechte nach jagen”. Der Wunderstern, der große klare Stern wird jedoch den kleinen grauen Stern ‘besiegen’ und am Schluss werden das himmlische Heer und die Menschheit erleuchtet sein. – Georg Reichard (1600-1646) “ein Visionär, Chiliast und Phantast des 17. Jahrhunderts … angesteckt von den Schwärmereien eines gewissen Johann Warner aus Meißen, der 1635 ff. vierzehn angebliche Visionen in Halle veröffentlichte, verließ Reichard seine Stelle, gab sich für einen Propheten und Gottesboten aus, zog in ganz Ober- und Niedersachsen umher und verkündete mündlich und schriftlich die ihm angeblich gewordenen Gottesoffenbarungen, Gerichtsdrohungen und Bußmahnungen, die er mit Hülfe eines gewesenen Schulmeisters Laurentius Matthäi aus Brandts bei Leipzig aufzeichnete und in zahlreichen Schriften und Flugblättern verbreitete” (ADB XXVII, 622).

Lot 399 Occulta – Prophezeiungen – Reichard, Georg
Eine schöne Vision und Göttliche Offenbahrung von der rechten Prüfung der Guten- und Bösen-Geister. Welche mir Georgio Reicharden Schul- unnd Kirchen-Dienern zu Rösa, vom Engel des Herrn ist angekündiget und geoffenbahret worden. Ohne Ort und Verlag, 1639. 4 Bl. 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
After-Sale Price 200 €
Einzige Ausgabe dieser Flugschrift, die eine Vision vom 29. Mai des Jahres 1639 behandelt. – VD17 23:277872U – Jöcher III, 1976. – Georg Reichard erschien der Geist Gottes und fragt ihn: “Du Menschen Kind, hast du mich lieber als mich dieser hat?”. Die Liebe zu Gott und die durch ihn erfahrbar wird, stärkt den Christen und seinen Glauben. – Georg Reichard (1600-1646) “ein Visionär, Chiliast und Phantast des 17. Jahrhunderts … angesteckt von den Schwärmereien eines gewissen Johann Warner aus Meißen, der 1635 ff. vierzehn angebliche Visionen in Halle veröffentlichte, verließ Reichard seine Stelle, gab sich für einen Propheten und Gottesboten aus, zog in ganz Ober- und Niedersachsen umher und verkündete mündlich und schriftlich die ihm angeblich gewordenen Gottesoffenbarungen, Gerichtsdrohungen und Bußmahnungen, die er mit Hülfe eines gewesenen Schulmeisters Laurentius Matthäi aus Brandts bei Leipzig aufzeichnete und in zahlreichen Schriften und Flugblättern verbreitete” (ADB XXVII, 622). – Leicht gebräunt.

Lot 400 Occulta – Prophezeiungen – Reichard, Georg
Ein wahrhafftiges Gesicht, und wunderliche Geschicht, ,welches mir Georgio Reicharten, Schulmeister zu Seehausen, benebenst einem Bawersmanne von der Heyda, am Firmament oder an den Wolcken deß Himmels, ist für unsere Augen gestellet worden, den Eilfften Augusti diß 1637. Jahres, unnd dessen Effect unnd Wirckung künfftiger Zeit die Morgen und Mittages Länder (wie denn auch etlicher massen die Stadt Leipzig und andere umbliegende Orther daselbst mehr) mit betreffen möchte, wo solches nicht durch ein inbrünstiges Gebet bey Göttlicher Allmacht erhalten wirdt. Ohne Ort und Verlag, 1638. 4 Bl. 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
After-Sale Price 300 €
Einzige Ausgabe mit einer Vision vom 11. August 1637. – VD17 23:277861E. – Ein Bauer in Heyda, in der Nähe von Seehausen und Reichard haben gemeinsam eine himmlische Erscheinung. “In der ersten Wolcken stund ein sehr grosser Mann, derselbe hatte einen sehr langen Schwartzen Chor Rock an”. Der den beiden erschienene Mann verwandelt sich in einen anderen, nun mit einem Spieß in der rechten Hand und in der linken mit einer Pistole ausgestattet. Danach formt sich die Wolke in “ein starckes und wolformiertes Pferd” und mehrere kleine Wolken lassen erneut die Gestalt eines Mannes sichtbar werden, der letzlich das Pferd reitet und mit Pistolen ausgestattet hantiert. Die Vision löst sich durch Verbrennen auf. Eine andere Wolkenformation transformiert sich zu drei Löwen, hinzutritt noch ein Vogel, der von den Raubtieren getötet wird. Danach löst sich die Erscheinung auf. Die letzte Wolkenvision besteht aus acht Wölkchen, die Mundlöcher zu haben scheinen, aus denen Qualm hervortritt. Weitere Wolken und Erscheinungen folgen. Erst am 29. September desselben Jahres empfängt Reichard die Botschaft Gottes, verkündet durch den Erzengel Michael: Vergebung durch Buße. – Georg Reichhard (1600-1646) “ein Visionär, Chiliast und Phantast des 17. Jahrhunderts … angesteckt von den Schwärmereien eines gewissen Johann Warner aus Meißen, der 1635 ff. vierzehn angebliche Visionen in Halle veröffentlichte, verließ Reichard seine Stelle, gab sich für einen Propheten und Gottesboten aus, zog in ganz Ober- und Niedersachsen umher und verkündete mündlich und schriftlich die ihm angeblich gewordenen Gottesoffenbarungen, Gerichtsdrohungen und Bußmahnungen, die er mit Hülfe eines gewesenen Schulmeisters Laurentius Matthäi aus Brandts bei Leipzig aufzeichnete und in zahlreichen Schriften und Flugblättern verbreitete” (ADB XXVII, 622).

Lot 401 Occulta – Prophezeiungen – Reichard, Georg
Zwey warhafftige Visiones Gesichter und Offenbahrungen, welche Georgio Reicharten an itzo Schul- un(d) Kirchendienern zu Rösa 3. Meilweges von Leipzig, durch den Geist des Herrn sind für Augen gestellet worden, über etzliche fürnehme Handel- und An-SeeStätte, fürnemlichen aber uber die Stadt Bremen, Lübeck, Hamburg, Rostock, Lüneburg, Braunschweig, Magdeburg, und andere nahe angrentzende mehr (et)c. Darinnen gezeiget und gemeldet wird, wie trübselig es uns Menschen Kindern (durch Gottes verhängniß) noch ergehen wird, wofern nicht rechtschaffene wahre Rew und Busse (als biß daher leider Gott geschehen) erfolgen wird. (et)c. Allen trewen Christlichen wahren Religions- und Augspurgischen Confessions Verwanten zur Warnung und guter Nachrichtung an Tag gegeben. Halle, 1638. 4 Bl. 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
After-Sale Price 300 €
Erste Ausgabe. – VD17 1:063438S – Bircher A 10816. – Die erste Vision hat Reichard am 12. Januar 1638, die zweite am 1. Februar desselben Jahres. Im Januar prophezeit ihm Christus, dass die Zeit nahe ist, “daß sie sollen gestraffet werden”. Weiter wird von grauen barfüßigen Mönchen berichtet, über denen in einer schwarzen Wolke ein “sehr grossen schwarzen Jesuiter” erscheint, der in seiner rechten Hand einen Besen und in seiner linken ein Buch hält, in dem “stunden lauter rothe Ruthen und Blutfahnen”. Werden die Menschen keine Buße ablegen und zu einer christlichen Lebensweise zurückkehren wird “Gott derr Herr die Menschen Kinder … vollendts außrotten und vertilgen”. Auch die zweite Vision berichtet vom Untergang der Welt. Mit Hilfe eines Sinnbildes in Form von drei entwurzelten Bäumen, die in einem See zu ertrinken drohen, wird die sündhafte Lebensweise der Christen verglichen. – Georg Reichard (1600-1646) “ein Visionär, Chiliast und Phantast des 17. Jahrhunderts … angesteckt von den Schwärmereien eines gewissen Johann Warner aus Meißen, der 1635 ff. vierzehn angebliche Visionen in Halle veröffentlichte, verließ Reichard seine Stelle, gab sich für einen Propheten und Gottesboten aus, zog in ganz Ober- und Niedersachsen umher und verkündete mündlich und schriftlich die ihm angeblich gewordenen Gottesoffenbarungen, Gerichtsdrohungen und Bußmahnungen, die er mit Hülfe eines gewesenen Schulmeisters Laurentius Matthäi aus Brandts bei Leipzig aufzeichnete und in zahlreichen Schriften und Flugblättern verbreitete” (ADB XXVII, 622).

Lot 402 Occulta – Rosenkreuzer – Libavius, Andreas
Wolmeinendes Bedencken, von der Fama, und Confession der Brüderschafft deß Rosen Creutzes, eine UniversalReformation, und Umbkehrung der gantzen Welt vor dem Jüngsten Tag, zu einem irrdischen Paradeyß … betreffent. Auff erfordern und begehren etlicher fürnehmen Leute … gestellet. Frankfurt, P. Kopff, 1616. 294 S., 4 Bl. 16 x 10 cm. Alte blaue Kartonage, Rücken mit Goldpapier, darüber gedrucktes Rückenschild um 1800 (berieben). [*]
After-Sale Price 2000 €
Erste Ausgabe, erschien gleichzeitig in Erfurt bei Röhbock. – Wolfstieg II, 42290; Gardner 304; Jouin 337; VD17 14:050866B. Jöcher II, 2418. Brüning 1146. Vgl. Kopp I, 45ff. – Die wichtigste zeitgenössische Schrift gegen die Rosenkreuzer. Wie alle Schriften von Libavius ist auch diese Polemik recht selten. – Der aus Halle stammende Autor (1555-1616) wirkte als “Medicus, Physicus und Chymicus” in Jena, Rothenburg ob der Tauber und Coburg. Unter anderem verfasste er 1597 ein Werk, das als erstes Chemie-Lehrbuch im heutigen Sinne bezeichnet werden kann (vgl. Duveen 356). – Exlibris “Ex Bibliotheca C.Van Baviere Facult. Juris Acad. Bruxell. a Secretis.” (Charles-Louis van Bavière, 1765-1815, Jurist und Sekretär der École de Droit in Brüssel). – Gebräunt, Titel mit drei kleineren Papierdurchbrüchen, etwas fleckig, einige Unterstreichungen von alter Hand in Tinte.

Lot 403 Occulta – Schwarze Magie
La véritable magie noire, ou Le secret des secrets. Manuscrit trouvé à Jerusalem, dans le sépulcre de Salomon. Contenant: Quarante-cinq talismans avec leurs gravures, ainsi que la maniére de s’en servir, et leurs merveilleuses propriétés; et tous les caractères magiques connus jusqu’à ce jour; Traduit de l’hébreu, du mage Iroé-Grego. Mit Frontispiz und 45 magischen Textabbildungen. A Rome, L’an de grace 1750 (das ist: Lille, Blocquel, ca. 1800). 144 S. 15,4 x 9,8 cm. Beidseitig illustrierter Original-Umschlag (leicht randknickspurig und etwas berieben). [*]
Result 2200 €
Sehr seltenes Grimoire in erster und einziger Ausgabe. – Graesse, Bibliotheca magica et pneumatica 27 – Guaïta 1051 – Caillet 5419: “Ouvrage sérieux, véritable traité de Magie-pratique, basé sur la Kabbale et l’astrologie” – Der unbekannt gebliebene Verfasser gibt als Quelle ein im Grab des Salomon gefundenes Manuskript an. Anfangs mit Hinweisen zur Ausübung der schwarzen Magie, Exorzismus und Unsichtbarkeit. – Mit vielen Bezügen zu Kabbala und Astrologie. – Das ohnedies sehr seltene Grimoire hier mit dem interessanten und sehr passenden Original-Umschlag; die wenigen Exemplare auf Auktionen in den letzten Jahrzehnten waren alle in Privateinbänden. – Unbeschnitten. -Name (“Theodor Niesner”) auf Vorsatz, nur wenig braunfleckig.

Lot 404 Pferde
Das Caroussel, welches am 27. Oktober 1846 aus Veranlassung der Hohen Vermaehlung Karl von Württemberg mit Grossfürstin Olga Nokolajewna in Stuttgart abgehalten wurde. Mit 28 farbig lithographierten Tafeln. Faksimile-Ausgabe. Zug, RMS-Landkrone-Verlag, 1985. 28 nn. Bl. (Beiheft). 47 x 61 cm und 47 x 30 cm (Beiheft). Lose in roter Original-Maroquinkassette mit Original-Karton. [*]
Result 240 €
Eins von 3000 Exemplaren, wobei wohl nur eine kleine Auflage der Vorzugsausgabe in Lederkassetten ausgeliefert wurde. – Das Beiheft mit Texten auf Deutsch, Englisch und Arabisch. – Die Tafeln zeigen die deutschen Fürsten in Ritterrüstungen beim Turnierkampf oder Aufmarsch sowie orientalische und arabische Krieger etc. – Prachtvolles, tadelloses Exemplar.

Lot 405 Pferde – Löhneisen, Georg Engelhard von
Neu-eröffnete Hof- Kriegs- und Reit-Schul, das ist: Gründlicher Bericht della Cavalleria, oder von allen, was zur Reuterey gehörig und einem Cavalier davon zu wissen gebühret, nach den ersten Titul dieses überaus rar-wordenen Buches, welches aber anjetzo in einen gantz andern Stand gesetzet, verneuert und mit ausführlichen schönen Noten, auch gantzen Capiteln vermehret und verbessert worden … von Valentin Trichter. 6 Teile in 1 Band. Mit 1 Kupfertitel, 1 ganzseitigen Wappenkupfer, 6 gestochenen Kopfvignetten, 6 gestochenen Initialen und 60 (von 62) teils doppelblattgroßen Kupfertafeln, davon 1 (Zaumzeug) nur zur Hälfte vorhanden. Nürnberg, Paul Lochner, 1729. 39,5 x 24,5 cm. Roter Ganzlederband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung und vergoldeten Deckelbordüren. [*]
Result 1100 €
Erste Ausgabe der Neubearbeitung. – Dejager 032 – Wells 4684 – Lipperheide Tc 22 – Nissen 2542. – Ganz neu bearbeitete und erweiterte Ausgabe von Löhneysens zuerst 1609 im Selbstverlag erschienenem Werk “Della Cavalleria”. – Die Kupfer wurden für die Trichter’sche Bearbeitung neu gestochen von Andreas und Engelhard Nunzer. – Die Ausgabe ist “generally regarded as one of the chief equestrian works of the early modern period, providing all the information a nobleman and studfarm owner could possibly want” (Dejager). – Es fehlen das letzte Registerblatt und zwei der Kupfertafeln, eine doppelseitige nur zur Hälfte vorhanden. – Teils etwas stockfleckig und feuchtrandig, einige alte Einrisse fachgerecht restauriert, Vorsatz mit zwei alten Besitzeinträgen. Sehr dekorativ gebunden.

Lot 406 Pferde – Ploucquet, Wilhelm Gottfried
Schwäbischer Roßarzt oder Unterricht, die Krankheiten der Pferde zu erkennen und zu curiren. Mit angehängtem Recept-Buch. Tübingen, Heerbrandt, 1780. 8 Bl., 384 S. 18 x 11 cm. Pappband der Zeit (etwas fleckig, Gelenke mit schmalen Bezugsfehlstellen).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Vgl. Hirsch/H. IV, 594 (ohne diesen Titel). – Der württembergische Arzt und Rektor der Universität Tübingen Wilhelm Gottfried Ploucquet (1744-1814) war der Sohn des Philosophen und Logikers Gottfried Ploucquet. – Etwas gebräunt.

Lot 407 Pferde – Volkers, Emil
Abbildungen vorzüglicher Pferde-Rassen. Gezeichnet und lithographiert von Emil Volkers. 6. Auflage. Mit lithographiertem Titel mit Vignette und 34 farblithographierten Tafeln. Stuttgart, Schickhardt & Ebner, um 1895. 1 Bl. (Inhalt). 35 x 27 cm. Original-Leinwandmappe mit goldgeprägtem Deckeltitel. [*]
Result 460 €
Nissen ZBI 4277. – Zu den abgebildeten Rassen gehören unter anderen: Aegypter, Ardenner, Belgier, Berber, Clydesdaler, Kladruber, Orloffer, Percheron, Radautzer, Russisches Landpferd, Siebenbürger, Suffolk etc. – Eine Tafel im Rand mit kleiner Knickspur, sonst gut erhalten.

Lot 408 Postkarten
Sammlung von ca. 580, davon 74 farbigen Postkarten. Gesteckt in zwei Alben der Zeit. Meist Deutsch. Um 1900-1925. 38 x 21 cm. Illustrierte Original-Leinwand bzw. Original-Halbleinwand (gering bestoßen und angestaubt).
After-Sale Price 200 €
Gut 240 Postkarten mit Motiven (Gruß aus: Berlin, München, Dortmund, Bochum, Davos etc.), ca. 320 zeigen Reproduktionen von Kunstwerken. – Meist gelaufen, gelegentlich auch im Bildbereich beschrieben, insgesamt ordentlich.

Lot 409 Reformbewegung
Photoalbum eines wohl adeligen, evtl. österreichisch-ungarischen Lebensreformers. Mit 7 Original-Photographien. Vintages. Silbergelatine. Getont. Montiert. Ohne Ort, um 1900. Lederalbum der Zeit mit wohl vergoldeter Metallschließe. 26 x 33 cm (gering beschabt). [#]
After-Sale Price 1000 €
Die Abzüge im Format 20 x 25 cm. Fünf Aufnahmen zeigen ein Schloss, den Schlosshof bzw. die Dorfkirche, drei weitere zeigen sehr reformerisch gekleidete und unfrisierte Menschen aller Art und jeden Alters beim Bootfahren bzw. Aufenthalt im Gelände (vor einem Erdbunker?). Den einzigen Hinweis auf die Gegend gibt der Aufkleber des Wiener Händlers, der das Album geliefert hat. Das Gezeigte kann sich ebensogut im Innviertel wie in Ungarn abgespielt haben. Weiteres konnten wir beim besten Willen nicht eruieren, das Wappen über dem Eingang des Schlosses ist leider zu unscharf, um es zu identifizieren. – Abzüge teils etwas blass, Träger etwas gebräunt und braunfleckig, sonst recht gut.

Lot 410 Sammelbilder
Actien-Gesellschaft für automatischen Verkauf Berlin-Hamburg. Vier Alben mit zusammen ca. 160 Serien à sechs Bildern. Hamburg u.a., um 1900. 30 x 23 cm. Neues Kunstleder (gering bestoßen). [*]
Result 380 €
Mit den Serien 81-240. Nach Art der Liebig-Bilder farblithographisch gestaltet. – Nur wenige Serien inkomplett, Bilder vereinzelt etwas knickspurig, sonst gut.

Lot 411 Studentica
Der allgemeine Biercomment zu Heidelberg. Herausgegeben von der zur Verbesserung des alten Comments niedergesetzten Commission, 1829. Zweite Auflage. Schaffhausen, 1835. 47 S. 15 x 10,5 cm. Rückenbroschur. [*]
After-Sale Price 200 €
Zweite Ausgabe. – Erman-H. 13601 und 13602. – Motto: Mancher wird ein freier Diogenes, nicht wenn Er im Fasse, sondern wenn das Fass in ihm ist. – Titel mit Namenseintrag, etwas stockfleckig.

Lot 412 Studentica
Jenaischer allgemeiner Bier-Comment nebst angehängtem Bier-Process. Eschwig, Otter & Kunitz, 183* (das ist: ca. 1835). IV, 28 S. 15,5 x 10,5 cm. Rückenbroschur. [*]
Result 200 €
Über KVK ist nur der Wiederabdruck in “Burschenfahrten. Beiträge zur Geschichte des deutschen Studentenwesens”, Jena, Luden, 1845 zu finden; diese hier vorliegende offensichtliche erste Ausgabe mit Regeln des ritualisierten studentischen Besäufnisses ist auch Erman-Horn unbekannt geblieben: Nr. 13607 zitiert eine Fundstelle in einer Studentenzeitung von 1860 mit einem Hinweis auf eine Ausgabe von 1827, Erman-H. fügt aber an: “Ob gedruckt?”. – Etwas stockfleckig.

Lot 413 Studentica – Ragocky, C. B. von
Der flotte Bursch oder Neueste durchaus vollständige Sammlung von sämmtlichen jetzt gebräuchlichen burschicosen Redensarten und Wörtern, so wie eine genaue Aufführung aller Sitten und Gebräuche, welche bei Comitaten, Aufzügen, Wein-, Bier- und Fuchscommerschen oder sonstigen solennen Festivitäten vorkommen und strenge beobachtet werden müssen; nebst einen Appendix mehrerer Originale, originellen Einfälle und Anekdoten aus der Burschenwelt. Ein Product froher Launer für alle Universitäten Deutschlands. Leipzig, Nauck, 1831. VI, 130 S. Pappband der Zeit (berieben und etwas bestoßen). [*]
After-Sale Price 200 €
Seltene erste Ausgabe des Wörterbuchs der Burschenschafter. – Hayn-Gotendorf I, 509 – Erman-H. I, 13702. – Name auf Titel, gebräunt, in den Rändern teilweise wasserfleckig.

Lot 414 Studentica
Sammelband mit 18 Kneipzeitungen des Polytechnischen Club München. Hektographierte Handschriften auf unterschiedlichen Papieren (gebräunt, Randläsuren). München 1887-1899. 37 x 28 cm. Private Halbleinwand (bestoßen und beschabt).
After-Sale Price 200 €
Enthält die Nummern: Zum 27. Stiftungsfest 1887; Zu Weihnachten 1887; Zum 18. Stiftungsfest 1888; Zur Weihnachtskneipe 1888; Zum 29. Stiftungsfest 1889; Zum 30. Stiftungsfest 1890; Zum 33. Stiftungsfest 1893; Zum 34. Stiftungsfest 1894; Zum 35. Stiftungsfest 1895; Zum 36. Stiftungsfest 1896. – Beigebunden: Undatierte, aber sicher zugehörige weitere Texte: Die Reise durch das Philisterverzeichnis; Naturwissenschaftliches; Die Nibelungen. Großes Trauerspiel in einigen Aktenstößen. – Lose beiliegend: Weihnachtskneipe 1897 (zwei Exemplare); Zum 38. Stiftungsfest 1898; Weihnachtskneipe 1898; Zum 39. Stiftungsfest 1899. – Papierbedingt gebräunt, teils Randläsuren und kleine Einrisse, insgesamt recht gut.

Lot 415 Studentica
Vivat Fridericiana! (Gesangbuch). Mit illustriertem Titel. Halle (Saale), Stud. Gesang-Verein Fridericiana, 1891. 2 Bl., 400 S. 19 x 11,5 cm. Original-Leinwandband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel (etwas berieben, Biernägel entfernt).
After-Sale Price 200 €
Seltenes Liederbuch mit Noten für den studentischen Gesang-Verein Fridericiana in Halle (Saale). – Über KVK können wir nur zwei Exemplare nachweisen (UB Würzburg und Kulturhistorisches Museum Magdeburg). – Blatt 2, nummeriert: “104”, dokumentiert die persönliche Übergabe des vorliegenden Exemplars an einen Pastor A. Palme, 1891.

Lot 416 Tabak – Nee, Min Ron
An Illustrated Encyclopaedia of Post-Revolution Havana Cigars. Mit zahlreichen teils ganzseitigen Farbabbildungen. 491 S. 30,7 x 24 cm. Original-Pappband mit Rücken- und Deckeltitel in bedrucktem Original-Schutzumschlag (dieser minimal berieben und angestaubt).
After-Sale Price 300 €
Erste Ausgabe. – Die reich illustrierte, mit Hilfe des kubanischen Habanos-Experten Adriano Martínez Rius zusammengestellte “Bibel für jeden Zigarrenliebhaber” stellt neben den großen Herstellern wie Cohiba, MonteCristo, Partagas oder der echten kubanischen Davidoff auch Marken vor, die inzwischen nicht mehr existieren. Neben ihrer Geschichte, Größe, Banderolen etc. werden auch Humidore, Keramik- und Glasbehältnisse behandelt. – Sehr gutes Exemplar.

Lot 417 Theater – Tanz – Alophe, Marie-Alexander
Les Danseuses de l’Opéra. Costumes des principaux ballets dessinés par Alophe. Mit 14 aquarellierten lithographischen Tafeln. Paris, Au Bureau du journal Les Modes Parisiennes, ca. 1850. 33 x 25,5 cm. Bedruckte Original-Broschur (etwas fleckig und mit kleineren Randläsuren, Rückenbezug mit Fehlstellen). [*]
Result 800 €
Erste und einzige Ausgabe dieser seltenen Folge von 14 lithographierten Tafeln von Alophe, von Hand aquarelliert. – Colas, Bibliographie générale du costume et de la mode, 103 (datiert auf 1838, aber aufgrund der Lebensdaten von Alophe und einiger Darstellungen offensichtlich falsch). – Das Heft stellt eine interessante ikonographische Dokumentation einer wichtigen Periode in der Geschichte des Tanzes dar, von der man allgemein annimmt, dass sie 1827 mit Taglionis Debüt in Paris, in Le Sicilien, begann und ihren Höhepunkt mit der Kreation der Unterhaltung Pas de Quatre, unter der Regie von Jules Perrot, in London 1845 erreicht hat. – Enthält Auftritte von Mlle Taglioni in La Sylphide, Mme Rosatie im Ballett von Le Corsaire, Mme Ferraris im Ballett von Les Elfes, Mlle Zina Richarde in Marco Spada, Mlle Marquet im Ballet du Dieu et la Bayadère, Mlle Fiocre in L’Amour de Pierre de Médicis Mlle Cassegrain in Marco Spada , Mlle Emarot in Guillaume Tell, Mlle Emma Livry in Herculaneum, Mlle Caroline in Marco Spada, Mlle Plumkett in der Mañola der Favoritin, Mlle Vibone im Ballet de Vert-Vert und Mlle Lefèvre in Orfa (kleiner leichter Fleck oben links, ohne Beeinträchtigung des Bildes). – Minimal braunfleckig, vor allem am Rand, etwas fingerfleckig.