Nosbüsch & Stucke Logo

Lot 242 Gastronomie – Athenaios von Naukratis
Athenaiou Deipnosophiston biblia pentekaideka. Athenaei Deipnosophistarum libri quindecim, cum Iacobi Dalechampii Cadomensis Latina versione: necnon eiusdem adnotationibus & emendationibus, ad operis calcem reiectis. Mit großer gestochener Titelvignette. Lyon, Huguetan, 1657. 26 nn. Bl., 812 S., 24 nn. Bl. 37,5 x 23 cm. – Angebunden: Isaac Casaubonus. Animadversionum in Athenaei Dipnosophistas libri quindecim. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Ebda., 1664. 4 nn. Bl., 998 S., 24 nn. Bl. Pergamentband der Zeit mit goldgeprägten Wappensupralibros (vorderes Gelenk angeplatzt, Schließbänder fehlen). [*]
After-Sale Price 300 €
Ebert 1313 – Schweiger 70 – Vicaire 50f. – “Das Werk handelt hauptsächlich von Gastronomie und enthält lange Dissertationen über Weine, Gemüse, Fische, Fleisch, Festmähler usw. … Ein wichtiges Quellenwerk, das durch Zitate viele verlorengegangene antike Schriftsteller ersetzt. In Form von Tischgesprächen werden auch altgriechische Sitten, Literatur und Wissenschaft behandelt” (Horn-Arndt). – Die vorliegende griechisch-lateinische Parallelausgabe folgt der kommentierten Übertragung des französischen Arztes und Gelehrten Jacques Dalechamp (1513-1588) mit Ergänzungen von Isaac Casaubon und ist durch ein umfangreiches Register erschlossen. – Vorsatz mit beigebundener (lädierter) alter Handschrift, teilweise etwas gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 243 Gastronomie – Hengst, Wilhelm und Rudolf Schmidt
Das Fleisch unserer Schlachttiere. Die Bedeutung der Fleischnahrung, sowie die sachgemäße Beurteilung und die Verwendung des Fleisches der Schlachttiere im Haushalte. Mit 16 chromolithographierten Tafeln und 2 farbig lithographierten Tafeln. Leipzig, Grieben, 1894. 27 S. 30 x 23,5 cm. Farbig illustrierte Original-Halbleinenmappe (etwas fleckig, Kanten berieben).
Result 850 €
Einzige Ausgabe. – Die Tafeln mit Ochsenhälften in verschiedenen Qualitätsstufen, Kalbshälften, Hammelhälften, Brust- und Bauchstücke etc. – Stellenweise leicht fleckig, eine Tafel mit kleinem Einriss, Broschur am Rücken etwas eingerissen, Bezug am Rücken innen und Mappenflügel etwas eingerissen, leicht knickspurig, Spiegel mit einem Stempel der MITROPA.

Lot 244 Gastronomie – Getränke
Lithographiestein (Solnhofener Plattenkalk), beidseitig bedruckt mit ca. 11 Abbildungen von Flaschenetiketten für diverse Getränkehersteller. Um 1900. Größe: Ca. 22 x 27,5 x 6 cm. [*]
Result 360 €
Lithographiestein zum Druck von Flaschenetiketten, darunter: Remy Martin Cognac, G. Bonhomme & Co. Cognac, Äkta Grön Curacao Likörextrakt, Gammalt Brännvin Essens u.a. – Teilweise mit kleineren Kratzspuren und Randbestoßungen, partiell fleckig.

Lot 245 Gastronomie – Kochkunst – Jonas, Pauline
Königsberger Kochbuch zweiter Theil. Enthaltend 865 Recepte zur Bereitung aller Arten von feinen Kuchen und Zuckerbackwerken, Confect, Marzipan, Pfefferkuchen, Bobons, Conserven, Frucht-, Wein-, und Liqueur-Gelées… Mit vollständigen Speisezetteln für den Mittags- und Abendtisch nach den Jahreszeiten geordnet und einer Anleitung zum Tranchiren… nebst Andeutungen behufs zweckmäßiger Arrangements von größeren und kleineren Kaffee- und Theegesellschaften… Königsberg, Bon, 1848. XVI, 368 S. Leinwand der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und blindgeprägten Deckeln (Ecken und Kapitale etwas gestaucht, oberes Kapital leicht eingerissen, leicht fleckig, leicht berieben). [*]
Result 200 €
Seltene erste Ausgabe des zweiten Teils des erfolgreichen Kochbuches. – Kein Exemplar im KVK nachweisbar. – “Es enthält so manch eine uralte Küchenweisheit, die wir längst vergessen haben. Und es berichtet eindrucksvoller als manch ein historisches Werk über die Tafelfreuden unserer Vorväter und zeigt darüber hinaus das sinnenfrohe, unbeschwerte Leben der damaligen Zeit, als die Jagd- und Fischgründe Ostpreußens noch schier unerschöpflich schienen und die Wochenmärkte von dem Segen der Erde überquollen.” (Ostpreußenblatt, Folge 13 vom 30.03.1957 zum ersten Teil). – Die ersten und letzten Blätter stockfleckig, etwas gebräunt, erstes und letztes Blatt im Bug wasserrandig und fleckig, erstes Blatt fast lose.

Lot 246 Gastronomie – Kochkunst – Löffler, Friederike Luise
Oekonomisches Handbuch für Frauenzimmer. 2 in 3 Bänden. Mischauflage. Stuttgart, Steinkopf, 1809-11. 1 Bl., VIII, 646 S.; 4 Bl., 628 S.; 2 Bl. VIII, 824 S. 18,5 x 11 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern (Bibliotheksmärkchen auf Rücken, Ecken bestoßen, etwas berieben und beschabt).
Result 280 €
Weiss 2348f. – Erster Band (1. und 2. Abteilung): Neues Kochbuch oder geprüfte Anweisung zur schmackhaften Zubereitung der Speisen, des Bakwerks, der Confecturen des Gefrornen und Eingemachten. 5. Auflage und Neue durchaus verbesserte und vermehrte Auflage. Zweiter Band: Abhandlungen von Frauenzimmerarbeiten, von Haushaltungssachen und von Schönheitsmitteln. – “Das Werk ist trotz der vielfach verwendeten französischen Bezeichnungen ein Kochbuch der schwäbischen Küche” (Weiss) und markiert zugleich den Übergang in die von weiblichen Verfassern bestimmte Kochbuchwelt des 19. Jahrhunderts. – Mit gestochenem Exlibris von “Bodenstein”. – Stempel auf Titel, gutes Exemplar.

Lot 247 Gastronomie – Kochkunst – Massialot, François
Le nouveau cuisinier royal et bourgeois, ou cuisinier moderne. Augmenté de nouveaux ragouts par Vincent de la Chapelle. 3 Bände. Mit 21 (von 23) teils gefalteten Holzschnitt-Tafeln. Paris, Saugrain, 1748-1750. 18,5 x 11 cm. Kartonage der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel (teils gebräunt und fleckig, Kapitale mit kleinen Einrissen). [*]
After-Sale Price 600 €
Vicaire 575. – Band 3 mit 8 (von 10) Tafeln. – Die Tafeln zeigen Gedecke. – Unbeschnitten. – Vereinzelt minimal fleckig.

Lot 248 Gastronomie und Gastrosophie
Sammlung von 10 Kochbüchern. Mit einigen Abbildungen. Meist 19. Jahrhundert bzw. frühes 20. Jahrhundert. Unterschiedliche Formate und Einbände (Einbände teils mit Gebrauchsspuren).
After-Sale Price 300 €
Vorhanden: I. Nutzbares, galantes und curiöses Freuenzimmer-Lexicon. Frankfurt, 1739. – II. Vollständige Anfangsgründe des Feldbaues. 2. Teil. Ohne Ort und Jahr. – III. Supp’, Gemüs’und Fleisch. Ein Kochbuch. Darmstadt, 1855. – IV. Rosenfeld, M. J. Neuestes Augsburgisches Kochbuch. 12. Auflage. Nördlingen, um 1850. – V. Holle, Luise. Praktisches Kochbuch. Bielefeld, 1904. -VI. Großes Illustriertes Kochbuch. Berlin, 1901. – VII. Heyl, Hedwig. Erprobte Kochrezepte. Berlin, 1897. – VIII. Wiener Koch- und Wirthschaftsbuch. Wien, 1895. – IX. König’s Kochbuch für die bürgerliche Küche. Berlin, ohne Jahr. – X. Hannemann, Elise. Grundzüge für Kochen und Hauswirtschaft. Berlin, 1926. – Papierbedingt teils gebräunt, wenige Bände etwas stockfleckig, vereinzelt mit Besitzvermerk, teils mit Gebrauchsspuren. – Nicht eingehend kollationiert, ohne Rückgaberecht.

Lot 249 Gastronomie – Wein – Cocks, Charles und Édouard Féret
Bordeaux und seine Weine nach ihren Lagen und Klassen geordnet. Mit 11 gefalteten, farbig lithographierten Karten und ca. 400 Holzschnitt-Textabbildungen. Stettin, Friedrich Nagel und Bordeaux, Feret et Fils, 1893. XVIII, 848, 10 S. (Anzeigen). 19 x 12,5 cm. Illustrierter Original-Leinenband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel (Rücken aufgehellt). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste deutsche Ausgabe nach der gleichzeitigen, sechsten französischen Ausgabe, übertragen von Paul Wendt. – Das Standardwerk, kurz “Cocks & Féret” oder “Le Guide Féret” wurde erstmals 1846 in England veröffentlicht und erscheint in Frankreich seit 1850 bis heute. – Die Karten zeigen die Weinbauregion des Département Gironde, die Textabbildungen “Ansichten hervorragender Weinschlösser” nach Zeichnungen von Eugène Vergez. – Vorsatz mit Widmungen, Vortitel mit Namenseintrag, leicht gebräunt.

Lot 250 Jagd – Behlen, Stephan
Die Jagdkunst- oder Weidmanns-Sprache. Leipzig, Baumgärtner, 1828. Titel, 106 S., 2 Bl. 20,8 x 12 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild (fleckig und etwas berieben). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Lindner 11, 0163, 01 – Souhart 41 – Mantel II, 486 – vgl. Knorring, Bibliotheca venatoria 57 (nur 2. Auflage von 1829). – Vorderer Spiegel mit Widmung von “Jäger an Jäger”, um 1900. – Etwas gebräunt und mit schwachem Wasserfleck im unteren Rand.

Lot 251 Jagd – Le Couteulx de Canteleu, Jean-Emmanuel-Hector
La Pêche au cormoran. Avec deux planches dessinées d’après nature par M. E. Bellier de Villiers. Mit 2 Holzschnitt-Tafeln. Paris, Revue Britannique, 1870. 67 S. 26,5 x 18 cm. Halblederband (um 1900) mit goldgeprägtem Rückentitel (leicht berieben). [*]
Result 400 €
Seltene erste Ausgabe, die wir über KVK nur in der Französischen Nationalbibliothek nachweisen können. – Gedruckt in 100 Exemplaren. – Über die Haltung, Geschichte, Dressur, Nutzung und das Verhalten von Kormoranen. – Hinterer Vorsatz mit handschriftlichem zeitgenössischen Text zum Thema. – Exlibris von Gunnar Brusewitz (1924-2004), einem schwedischen Illustrator, Pressezeichner und Verfasser, der hauptsächlich durch seine Tierbilder bekannt wurde. Sehr gutes Exemplar.

Lot 252 Jagd – Pernau, J. F. A. von
Gründliche Anweisung alle Arten von Vögeln zu fangen, einzustellen, nach dem Geschlecht und andern Merkmalen zu unterscheiden, zahm zu machen, abzurichten, ihre merkwürdige Eigenschaften zu erkennen, sie fremde Gesänge zu lehren, und zum Aus- und Einfliegen zu gewöhnen. Nebst einem Anhange von Joseph Mitelli Jagdlust. Aufs neue ganz umgearbeitet herausgegeben von Johann Matthäus Bechstein. Mit gestochenem Frontispiz und 45 meist gefalteten Kupfertafeln. Nürnberg und Altdorf, J. C. Monath und J. F. Kußler, 1796. XVI, 796 S., 1 Bl. Halblederband der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern (Bezug und Ecken fachmännisch restauriert). [*]
After-Sale Price 300 €
Seltene komplette Ausgabe, anonym erschienen. – Lindner 11, 159, 09 – Nissen, IVB 716 – Schwerdt IV, 76. – Der Herausgeber Bechstein konnte im übrigen den ursprünglichen Verfasser des in der Erstausgabe anonym erschienenen Werkes nicht ermitteln. – Beschrieben werden viele Vogelarten wie Auerhahn, Kanarienvogel, Dohle, Emmerling, Ente, Wildgans, Kiebitz, Hänfling, Kernbeißer, Nachtigall, Rebhuhn und Zeisig etc. – Die Kupfertafeln zeigen verschiedene Gerätschaften zum Vogelfang, Käfige und ihre Konstruktion. – Vorsätze fachmännisch erneuert, nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 253 Jagd – Turner-Turner, J
Life in the backwoods. From original photographs. Mit 40 Tafeln mit photographischen Abbildungen. London, Stereoscopic and Photographic Company, 1888. 2 Bl. 22,5 x 29 cm. Original-Halbleder mit goldgeprägtem Deckeltitel (gebräunt und etwas fleckig, vorderes Gelenk restauriert). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe dieser schönen Hommage an das Trapperleben und die Jagd. – Phillips S. 381. – Die Aufnahmen entstanden während eines neunmonatigen Aufenthalts des Photographen und seiner Frau in den Wäldern der Rocky Mountains. – Papierbedingt leicht gebräunt.

Lot 254 Judaica
The american Jewish year book 5663. Edited by Cyrus Adler. UND: papers presented at the fifth annual session of the summer assembly of the Jewish Chautauqua Society. Held at Atlantic City. Philadelphia, The Jewish Publication Society of America, 1902. 3 Bl. (Anzeigen), 321 S. ; 118 S., 5 Bl. (Anzeigen). 19 x 13 cm und 18 x 12,5 cm. Dekorative rote Lederbände der Zeit mit reicher Rücken- Deckel-, sowie Steh- und Innenkantenvergoldung (Gelenke und Kanten etwas berieben).
Result 200 €
Der 1888 gegründete Verlag The Jewish Publication Society of America ist der älteste nicht konfessionelle, gemeinnützige auf jüdische Literatur spezialisierte Verlag in den Vereinigten Staaten. – Beide Innenspiegel mit montierten signierten Dedikationsblättern des Verlags an ihren ersten Präsidenten (1888-1902) Morris Newburger “at the banquet May 22, 1904 as a testimonial in appreceation of his services as first president”, signiert von Edwin Wolf dem zweiten Präsidenten des Verlags (1903-1913) und seinem Sekretär. – Gut erhalten.

Lot 255 Judaica – Babo, Joseph Marius von
Vollständige Darstellung der Gebräuche, Vorschriften und Ceremonien der Israeliten und der Meinungen der Rabbinen, historisch bearbeitet. Nebst einer Vorrede und Anmerkungen von D. Mayer. Strassburg, Heitz, 1824. VIII, 112 S. 17 x 10,5 cm. Bedruckter Original-Umschlag (eselsohrig, Rücken lädiert). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe der posthum erschienenen Abhandlung. – Heitz, Bibliothèque alsatique 1473 – nicht bei Fürst. – Die zahlreichen Ritterromane des Theatermannes Joseph Marius von Babo (1756-1822) sind heute eher vergessen, im Gegensatz zu seiner 1784 publizierten Schrift “Ueber Freymaurer. Erste Warnung”. Diese üble Denunziation der Illuminaten um Adam Weishaupt führte letztendlich zum Verbot und der Verfolgung des Ordens. – Eselsohrig, etwas gebräunt, Block gebrochen.

Lot 256 Judaica
Shiviti. Hebräische Handschrift und farbige Zeichnung auf Bütten. Wohl 20. Jahrhundert. Blattgröße: 43 x 30 cm.
Result 380 €
Schiviti bedeutet “ich habe gesetzt” und ist das Anfangswort des Psalmverses Psalm 16,8a. Ein Schiviti enthält den genannten Psalmvers und den hebräischen Text von Psalm 67 und dient im Judentum als Meditationshilfe. Der Psalm 67 hat sieben Verse, die den sieben Armen des Leuchters entsprechen, woraus sich weitere mystische Beziehungen zu den sieben Planeten oder den sieben Wochentagen ergeben. Die Verbindung des Verses mit der Menora ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt und seit dem 19. Jahrhundert ein weit verbreitetes Motiv. – Etwas randknickspurig.

Lot 257 Judaica – Wagenseil, Johann Christoph
Hofnung der Erlösung Israelis, oder Klarer Beweiß der annoch bevorstehenden, und, wie es scheinet, allgemach-herannahenden grossen Jüden-Bekehrung sammt unvorgreifflichen Gedancken, wie solche nächst Verleihung Göttlicher Hülffe zu befördern. Editio altera. Nürnberg und Altorf, Kohles, 1707. 5 Bl., 138, 316 S. 21 x 16,5 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägten Supralibros “Bibliothec Bignon” auf beiden Deckeln (bestoßen und fleckig, Gelenke brüchig und mit Fehlstellen, Kapital mit Fehlstelle). [*]
Result 300 €
Fürst III, 489. – Enthält insgesamt 10 Traktate des Altorfer Polyhistors, Rechtsgelehrten und Orientalisten Wagenseil (1633-1705) zum Judentum. Wagenseil diskutiert zwar die Möglichkeit einer Konversion der Juden, hat aber eine für seine Zeit ungewöhnlich offene und dialogbereite Haltung. Er räumt u.a. mit den üblichen Klischees wie Hostienschändung und der Gier nach “christlichem” Blut auf, verlangt aber auch ein Ende des vermeintlichen Wuchers durch jüdische Geldverleiher. – Aus der Bibliothek des bedeutenden französischen römisch-katholischen Geistlichen, Oratorianers, Bibliothekars, Autors und Mitglied der Académie française, Jean-Paul Bignon (1662-1743). – Gebräunt, Kellergeruch.

Lot 258 Judaica – Yushkevich, Semyon S
Evrei. (Die Juden). Sankt-Petersburg, Znanie, 1906. 169 S. 21,5 x 15 cm. Original-Broschur. (Mit altem Inventarstempel, Rücken mit restaurierten Fehlstellen, etwas fleckig und knickspurig, leichte, teils ergänzte Randläsuren). [*]
Result 200 €
Deshevaya biblioteka tovarishchestva “Znanie” (Preiswerte Bibliothek der Genossenschaft “Wissen”), Nr. 96. – Erste Ausgabe. – Die von M. Gorkij initiierte Serie startete mit eigenen Werken. Es folgten u.a. sechs Nummern mit Werken von Yushkevich. – Nach Emigration und kritischem Verriss geriet Yushkevich auf die Listen feindlicher Literatur. – Unbeschnitten.

Lot 259 Judaica – Antisemitismus
Curieuser Nachrichten aus dem Reich der Beschnittenen. Erste Unterredung zwischen Sabathai Sevi einem in dem vorigen Seculo in den Morgenländern höchst berüchtigt gewesenen Jüdischen Ertzbetrüger und dem Fameusen Würtenbergisch. Avanturier, Jud. Joseph Süß Oppenheimer, worinn dieser beyden beschnittenen Spitzbuben Leben und Begebenheiten entdecket, und nach andere zur Erkänntnuß jüdischer Geschichte, Gebräuche, Ceremonien dienliche und lesenswürdige Sachen mit angebracht werden. Erstes Stück (von 4). Gedruckt zu Cana in Galiläa (das ist: Nürnberg, Monath), 1738. 94 S., 1 Bl. 22 x 19 cm. Kartonage der Zeit (fleckig, Randeinriss). . [*]
Result 200 €
Hayn-Gotendorf VII, 490: “Eines der ausführlichsten und merkwürdigsten Bücher über Süß O(ppenheimer). Mit einer Menge z.T. sehr derber und cynischer Spott-Gedichte”. – Teilweise unaufgeschnitten, etwas gebräunt, Titel stärker.

Lot 260 Judaica – Antisemitismus
Relation, Oder Kurtze warhaffte Erzehlung und Bericht, welcher gestalt die Execution über die Franckfurtische Aechter, und ihre Adherenten, den 28. Febr. alten, oder 9. Martii neuen Calend. diß 1616. Jahrs, zu gemeltem Franckfurt vollzogen worden … (Ohne Ort und Verlag), 1616. 6 nn. Bl. 19 x 15,5 cm. Rückenbroschur. [*]
Result 200 €
VD17 23:246523P – Paas, The German Political Broadsheet 109. – Bericht über die Hinrichtung des Lebkuchenbäckers Vinzent Fettmilch am 28. Februar 1616 auf dem Frankfurter Roßmarkt. Fettmilchs 1612 gestellte Forderungen an den Rat der Stadt Frankfurt bezüglich der Vertreibung der Juden wurden von diesem nicht umgesetzt; als selbsternannter Volkstribun setzte er sich an die Spitze einer Bewegung, die mit der Plünderung der Judengasse und schweren antisemitischen Ausschreitungen den sogenannten Fettmilchaufstand einleitete. Nach der Verhängung der Reichsacht durch Kaiser Matthias wurde er verhaftet und schließlich mit weiteren Rädelsführen zum Tode verurteilt. Der Scharfrichter trennte zwei Finger seiner Schwurhand ab, enthauptete und vierteilte ihn. Die Leiche Fettmilchs wurde gemeinsam mit seinen Spießgesellen am Galgen aufgehängt und die Köpfe an Eisenstangen auf der Südseite des rechtsmainischen Brückenturms ausgestellt.

Lot 261 Kriminalistik
Zwei Lehrbücher zu Daktyloskopie (Fingerabdruckverfahren). “Die Klassifizierung der Einzelfingerabdrücke nach dem Berliner System” und “Die Klassifizierung und Registrierung von Fingerabdruckblättern für die Zehnfingerabdrucksammlung”. Mit zahlreichen Original-Photographien von Fingerabdrücken als Musterbeispiel. Wohl Berlin, um 1937. 60 S., 64 S. 21,5 x 15,5 cm. Original-Halbleinenbände (Ecken und Kanten leicht bestoßen). [*]
Result 220 €
Anläßlich eines neuen Erlasses vom 16.7.1937 “über die einheitliche Organisation der Reichskriminalpolizei ist für die Kriminalpolizeileitstellen die Führung einer Zehnfingerabdrucksammlung angeordnet worden.” Die vermutlich in einer kleinen Auflage erschienenen Lehrbücher, sollten in die neuen Erweiterungen des Klassifizierungssystems nach Henry-Windt-Kodicek einführen. Beiliegend: Original-Aufnahmebogen der Personendaten mit Fingerabdrücken von Traute Ingeburg Wilmar, geboren 1916. – Papier etwas wellig und braunfleckig, teilweise Klebereste von den eingeklebten Fingerabdruckmustern.

Lot 262 Luxuspapiere
Abziehbilder-Musterbuch der Firma Carl Schimpf KG, Kunstanstalt für Abziehbilder, Nürnberg. Um 1910. Zahlreiche lithographierte Muster im Farbendruck, sowie Gold und Silber. 200 Bl. 17 x 24 cm. Weinroter Original-Leinenband mit Schraubenbindung und goldgeprägtem Titel sowie Firmenlogo (Kapitale angerissen, oberer Rand des Vorderdeckels etwas gewellt. [*]
Result 300 €
Umfangreiches Musterbuch der Nürnberger Kunstanstalt für Abziehbilder, Carl Schimpf. Enthalten sind diverse Motive wie Möbel-Marketerien, Jugendstilmuster, religiöse Motive, zahlreiche Blumenbuketts und Rosengirlanden, Rokokoszenen, Landschaften u.v.m. – Papierbedingt an den Rändern minimal gebräunt, selten etwas braunfleckig, Musterbeispiele nahezu druckfrisch.

Lot 263 Luxuspapiere
Sammlung von 33 Glückwunsch-Billets Biedermeier. 31 kolorierte Vordrucke und 2 Gouachen, zumeist mit Sinnspruch, einige mit rückseitiger Beschriftung. Ca. 6,5 x 8,5 cm (teilweise etwas fleckig). [#]
Result 300 €
Ende des 18. Jahrhunderts belebte man in Frankreich den alten Brauch, zu Neujahr Glückwunschkarten auszutauschen. In ganz Europa wurde diese Mode bis in die Biedermeierzeit mit Begeisterung aufgegriffen.

Lot 264 Mode – Racinet, Auguste
Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung. 5 Bände. Mit 500 chromolithographischen Tafeln in Gold-, Silber- und Farbendruck sowie 12 ganzseitigen Abbildungen auf 6 Seiten. Berlin, Wasmuth, 1888. 22 x 18 cm. Moderne Halbpergamentbände mit goldgeprägten Rückenschildchen (partiell minimal fleckig). [*]
Result 850 €
Erste deutsche Ausgabe, bearbeitet von Adolf Rosenberg. – Lipperheide I, 93 – Colas 2471. – Die schönen, teils doppelblattgroßen Tafeln zeigen Trachten aus aller Welt, Waffen, unterschiedlichste Gerätschaften, Mobiliar etc. vom klassischen Altertum bis ins 18. Jahrhundert. – Hintere Deckel mit kleinen Besitzstempeln, papierbedingt leicht gebräunt, sehr wenige Seiten mit minimalen Randläsuren. – In diesem Zustand sehr seltenes, vollständiges Exemplar.

Lot 265 Mode
Sammlung von 134 farbig lithographierten Tafeln (davon 10 beidseitig bedruckt) mit Modeentwürfen für Damen. Frankreich und Österreich, ca. 1928-1937. 30,5 x 19,5 bis 36 x 26 cm. [*]
Result 650 €
Die sehr dekorativen und eleganten Entwürfe teils mit kleinerer Rück- oder Seitenansicht. – Meist mit lithographierter Entwurfs- oder Tafelnummerierung. – 76 Tafeln mit handschriftlichen Kommentaren auf Französisch im unteren Rand. – 19 Tafeln (darunter die beidseitig bedruckten) mit dem Vermerk Atelier Bachwitz. Das Atelier Bachwitz war ein Verlag für Mode- und Lifestyle-Magazine und hatte seinen Sitz im Palais des Beaux Arts in Wien. – Durch neue Blätter unterteilt in “Hiver 1928” 9 Bl., “Eté 1930” 10 Bl., “Hiver 1933-34” 41 Bl, “Printemps 1934” 39 Bl., “Printemps 1937” 35 Bl.- Wenige Blätter etwas knickspurig, eine Tafel mit größeren Einrissen, sonst nur vereinzelte leichte Läsuren, 10 Tafeln etwas gewellt, linker Rand meist mit kleinen Löchern durch frühere Bindung. Insgesamt gut erhalten.

Lot 266 Mode und Stoffe
Dekompositionen. Allgemeine Abteilung der K.K. Fachschule für Textilindustrie in Wien. Schuljahr 1915-1916. Mit 60 Original-Textilmustern und deren Beschreibungen. K.K. Schulbücher-Verlag. 60 Bl. 35 x 27 cm. Original-Halbleinenband mit goldgeprägtem Deckeltitel (Ecken und Kanten mit Bestoßungen). [*]
After-Sale Price 200 €

Lot 267 Mode und Stoffe
Zeitschrift für Posamenten-Industrie. Officielles Organ der Posamentier-Innung Deutschlands. Central-Organ für die gesammte Posamenten-Industrie und deren Nebenzweige. Anzeigen-Blatt für Posamenten-, Knopf-, Band-, Seiden-, Woll- und Baumwoll-Fabrikanten und Handlungen. 29 Hefte. Mit 16 (3 gefalteten) Tafeln und Textabbildungen. Dresden, Verlag der Zeitschrift für Posamenten-Industrie, 1890-1891. 48 S.; 208 S. 31 x 23,5 cm. Späterer Halbleinenband (Kanten berieben, Ecken etwas gestaucht). [*]
After-Sale Price 200 €
Die Sammlung der seltenen Zeitschrift umfasst: Jahrgang 1, Heft 2-6 (von 6) und Jahrgang 2, Heft 1-24 (kompletter Jahrgang). – Enthält Beiträge zu schmückenden Geflechten, wie Zierbändern, gewebten Borten, Fransenborten, Kordeln, Litzen, Quasten, Volants, Spitzen aller Art, überzogenen Knöpfen etc. – Der Chefredakteur der 14-tägig erscheinenden Fachzeitschrift Ernst Tretbar aus Dresden gründete später einen eigenen Verlag. – Die ersten fünf Blätter mit leichten Randläsuren, Papier etwas brüchig und gebräunt, eine mehrfach gefaltete Tafel mit größerem Einriss.

Lot 268 Musik – Mattheson, Johann
Kleine General-Baß-Schule, worin nicht nur Lernende, sondern vornehmlich Lehrende, aus den allerersten Anfangs-Gunden des Clavier-Spielens … zu mehrer Vollkommenheit in dieser Wissenschafft … angeführet werden. Mit zahlreichen Notenbeispielen im Text. Hamburg, Kissner, 1735. 7 Bl., 224 S., 5 Bl. 21,5 x 18 cm. Halblederband der Zeit (berieben und bestoßen, Rücken mit Fehlstellen). [*]
After-Sale Price 240 €
Erste Ausgabe, einer von zwei Drucken im gleichen Jahr. – Hirsch I, 375 – RISM B/VI/2, 560 – Wolffheim I, 821 – Fétis VI, 30: “Le plus méthodique de ceux qui avarent été publiés en Allemagne jusqu’a cette époque”. – In vier Stufen bis zur “Ober-Classe” führendes Lehrwerk des einflussreichen Hamburger Musiktheoretikers. – Mattheson (1681-1764) hat maßgeblich zur Durchsetzung der Dur-Moll-Harmonik beigetragen. – Es gibt eine in Bibliotheken zumindest häufigere Ausgabe mit einem Frontispiz, Titel in Rot und Schwarz und 254 S. (hier 224); vorliegende Variante ist komplett im Abgleich mit Bibliotheksexemplaren; enger gesetzt und ohne Frontispiz und mit einem schwarzen Titelblatt erschienen. – S. 217-224 zwischen S. 208 und 209 verbunden. – Ohne Vorsätze, gebräunt.

Lot 269 Musik – Nägeli, Hans Georg
Vorlesungen über Musik mit Berücksichtigung der Dilletanten. Stuttgart, Cotta, 1826. XVI, 285 S., 1 Bl. 20,5 x 12 cm. Pappband der Zeit (berieben und etwas bestoßen). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – MGG IX, Sp. 1245f.: “Nägeli war eine der bedeutendsten Gestalten des Schweizer Geisteslebens”. – Nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 270 Musik – Riedelscher Verein
Sammelband mit ca. 70 Programmen des Vereins. Leipzig, 1868-1884. Jeweils 1 Bl. bis 8 S. 22 x 14,5 cm. Pappband der Zeit (Kanten etwas berieben). [*]
After-Sale Price 200 €
Die Programme zu Aufführungen in der Nikolaikirche (16), der Thomaskirche (45), dem Nicolaigymansium (7) und anderen Orten der Stadt. – Beigebunden: zahlreiche Zeitungsausschnitte mit den entsprechenden Ankündigungen des Vereins. – Der 1854 von dem Komponisten und Kapellmeister Carl Riedel (1827-1889) in Leipzig gegründete Gesangsverein, trat ab 1855 regelmäßig auf. “Seine Zeitgenossen sahen sein Hauptverdienst in der Gründung (1854) und Leitung des nach ihm benannten Gesangvereins für geistliche Musik (Riedel-Verein), der in seinen regelmäßigen Aufführungen Pionierleistungen vollbrachte nicht allein durch Werke von Johann Sebastian Bach (h-Moll-Messe 1859), Georg Friedrich Händel, und Ludwig van Beethoven (Missa solemnis 1860), sondern auch kirchliche Tonwerke der vorbachschen Zeit sowie der damaligen Gegenwart zur Aufführung brachte und infolgedessen eine gewisse Berühmtheit erlangte” (Wikipedia). – Teilweise papierbedingt gebräunt, wenige Bleistiftanmerkungen.

Lot 271 Musik
Sammelband mit 68 russischen Notenheften. Petersburg und Moskau u.a., verschiedene Verlage, 1910er Jahre. Überwiegend 4 S. (inkl. Umschlag). 20,5 x 15,5 cm bis 24 x 16,5 cm. Überwiegend illustrierte Original-Broschuren im Halbleinenband der Zeit (Halbleinenband berieben und leicht bestoßen, Broschuren meist mit handschriftlichem Besitzvermerk im oberen Rand). [*]
Result 200 €
Enthält Couplets, Romanzen, Walzer, Tangos u.a. den von A. Chenyavskij redigierten Marsch “Aviator”, dessen Titel eine Aufnahme des Erfinders des Helikopters A. Sikorskij illustrierte. – Außerdem mit dem Trauermarsch “Ego horonili my v solnechnyj den’. Pohorony rabochego” (Wir beerdigten ihn an einem sonnigen Tage. Eine Arbeiter-Beerdigung; A. Korinfskij/S. Gol’d) und der Hymne Großbritanniens in der Reihe “Hymnen befreundeter Mächte”. – Der überwiegende Teil der Noten mit handschriftlichem Besitzvermerk im oberen Rand des Titels von Wilhelm Liljencrantz (1894-1963), Militär der Weißgardisten unter Yudenich. – Bindung gelockert, teils leicht fleckig.

Lot 272 Occulta – Bischoff, Wilhelm Ferdinand
Die Geisterbeschwörer im neunzehnten Jahrhundert oder die Folgen des Glaubens an Magie aus Untersuchungs-Acten dargestellt. Mit 7 gefalteten Kupfertafeln. Neustadt a.d. Orla, Wagner, 1823. VIII, 264 S. 18 x 1o,5 cm. Pappband der Zeit (berieben und bestoßen). [*]
Result 300 €
Erste Ausgabe des Berichts des Kriminalgerichts-Assessors Bischoff über den Aberglauben, besonders im Voigtland. – Rosenthal 1833: “Wichtige und interessante criminalistische Schrift über die Wirkungen des in ländlichen Kreisen verbreiteten Glaubens an Geisterbeschwörungen. S. 250-264 belangreiches Literaturverzeichnis.” – Spiegel mit zeitgenössischen Notizen zum Thema, Vorsatz fehlt, Titel mit Namenseintrag und Nummerierung, etwas gebräunt, Tafel VII mit Einriss, Block etwas verzogen.

Lot 273 Occulta – Brosses, Charles de
Ueber den Dienst der Fetischengötter oder Vergleichung der alten Religion Egyptens mit der heutigen Religion Nigritiens. Aus dem Französischen übersetzt (von Christian Brandanus Hermann Pistorius). Mit einem Einleitungsversuch über Aberglauben, Zauberey und Abgötterey; und andern Zusätzen. Berlin und Stralsund, Gottlieb August Lange, 1785. XII, 379 S. 20,5 x 12,5 cm. Schlichter Pappband der Zeit (etwas fleckig und berieben, Rückenbezug mit Schabspuren). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste deutsche Ausgabe, anonym erschienen. – Graesse, Bibliotheca magica et pneumatica S. 2 – Holzmann-Bohatta IV, 6426. – Seltene Übertragung aus dem Französischen durch den Rügener Schriftsteller und Übersetzer Christian Brandanus Hermann Pistorius (1763-1823), die um eine ausführliche, 150seitige religionswissenschaftliche Abhandlung: “Einleitungsversuch über Aberglauben, Zauberey und Abgötterey” von seinem Vater Hermann Andreas Pistorius, Schwager des Berliner Oberkonsistorialrats Joachim Spalding, dem diese Arbeit auch gewidmet ist, ergänzt wurde. Bei letzterer handelt es sich um die erste Schrift in Deutschland über den Fetischismus. – Die französische Original-Ausgabe erschien 1760 in Paris unter dem Titel: “Du culte des dieux fétiches, ou parallèle de l’ancienne religion de l’Egypte avec la religion actuelle de Nigritie” (Umfang 285 S.). – Der Pariser Reiseschriftsteller, Historiker, Mitglied der Akademie in und Parlamentspräsident von Dijon, Beiträger zur “Encyclopedie” etc., Charles de Brosses (1709-1777), auf den auch die Begriffsschöpfung “Polynesien” für die Gesamtheit der Inseln im Pazifik zurückzuführen ist, führte in seiner altertumskundlich-abergläubischen Schrift als erster den Begriff des Fetischismus ein. – Unbeschnitten. – Exlibris, minimal gebräunt.

Lot 274 Occulta – Glauber, Johann Rudolph
Miraculum Mundi. Sammelband mit 4 (von 5) Schriften. Amsterdam, Jansson, 1653-1659. 15,5 x 9,5 cm. Pergamentband der Zeit (Deckel monogrammiert: P.I.S.M.D. 1668, gebräunt und etwas bestoßen). [*]
Result 200 €
Vier lateinische Erstausgaben zum Zyklus des Miraculum Mundi, meist etwa zeitgleich auch auf Deutsch veröffentlicht. – Enthält in der Reihenfolge der Bindung: I.: Explicatio tractatuli, qui Miraculum Mundi inscribitur … 1656. 71 S. – II.: Miraculi Mundi continuatio, in qua tota natura denudatur, & toti Mundo nudè ob oculos ponitur … Mit 3 gefalteten Kupfertafeln. 1658. 133 S. – III.: Annotationes in nuper editam continuationem Miraculi Mundi. 1659. 37 S. – IV.: Miraculum Mundi, sive plena perfectaque descriptio admirabilis naturae, ac proprietatis potentissimi subiecti, Ab antiquis Menstruum Universale sive Mercurius Philosophorum dicti: Quo Vegetabilia, Animalia & Mineralia facillime in saluberrima Medicamenta, & imperfecta Metalla in permanentia ac perfecta transmutari possunt. 1653. 85 (von 87) S. – Ohne Titelblatt (beginnt mit der Praefatio ad Lectorem) und entgegen der Chronologie am Schluss eingebunden. – “A treatise on the universal solvent, the mercury of the philosophers, and the transmutation of metals. An edition of this text in German appeared almost simultaneously.” (Neville I, S. 533). – Nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 275 Occulta – Gräff, Johann Christian
Versuch einer Geschichte der Criminal-Gesetzgebung, der Land- und Banngerichte, Torturen, Urfehden, auch des Hexen- und Zauberwesens in der Steyermark. Graz, Miller, 1817. 8 Bl., 223 S. 20 x 12,5 cm. Roter Ganzlederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten sowie Blindprägung und Ganzgoldschnitt (etwas berieben). [*]
Result 300 €
Erste Ausgabe. – Hayn-Gotendorf III, 242. – Der Verfasser war “k. k. Banngerichts-Actuar.” – U.a. mit den Kapiteln: Criminal-Gesetze und Gerichte; Die Tortur; Ihre Einführung in Deutschland und die Gründe, mit welcher sie vertheidiget wurde; Verschiedene Tortur-Arten; Der in der Steyermark üblich gewesene Marterstuhl; Das ehemalige Zauber- und Hexenwesen; Kurze Betrachtung der natürlichen Magie; Erster Steyermärlischer Zauber-Prozeß; Auszug eines andern Hexen-Prozeßes ohne angewandter Folter; Prozeß einer zehn oder zwölfjährigen Steyermärkischen Hexe. – Stockfleckig.

Lot 276 Occulta – Löber, Christoph Heinrich
Kurtze und warhafftige Erzehlung von einem Gespenste, welches sich in diesem 1695sten Jahre, in dem HochAdel. Gleichischen Dorffe Ober-Crossen, der Orlamündischen Inspection, biß zu dem Tage Johannis des Täuffers, als ein frommer und heiliger Geist sehen und hören lassen, beneben einem darüber gestelleten schrifftmäßigen Bedencken, zu einer, von vielen, verlangten Nachricht, und Warnung vor des leidigen Satans List und Schalckheit, ausgefertigt. Rudolstadt, Heinrich Urban, 1695. 39 S. 19 x 15 cm. Halbpergamentband (19. Jahrhundert) (etwas berieben). [*]
Result 850 €
Erste Ausgabe, selten. – Graesse, Bibliotheca magica 95 – nicht bei Ackermann, Caillet, Chorinski, Hohenemser, Kernot und Rosenthal. – Eine von mehreren Schriften über das in Gestalt einer Taube auftretende Gespenst von Oberkrossen in Thüringen. Der Verfasser war Superintendent zu Orlamünde. – Etwas gebräunt, kleine hinterlegte Stelle am Titel.

Lot 277 Occulta – Süße, Johann Gabriel
Umständliche Nachricht von dem sogenannten Proßner Manne, Christian Heerings, eines Elb-Fischers und Innwohner zu Proßen bey Königstein, seit etliche zwanzig Jahren bekannt gewordene Erscheinungen und Voraussagungen betreffend, benebst einer historisch-theologischen Abhandlung der Casual-Frage: Ob es noch heut zu Tage neue Offenbarungen von wichtigen Revolutionen in der Kirche, im Staat und von besonderen Schicksalen einzelner Personenen gebe, und was von selbigen zu halten sey? Auf Veranlassen des dieserhalben längst begierig gewesenen Publici entworfen, und zusammt Johannis Charliers, sonst Gerson genannt, Tractat: von der Prüfung derer Geister, allhier ins Teusche übersetzt und mit Anmerkungen erläutert, dem Druck überlassen. Dresden und Leipzig, Gerlach Wittwe und Sohn, 1772. 29 S., 1 Bl., 184 S., 8 Bl. 17,5 x 10 cm. Halblederband der Zeit (berieben und bestoßen, unteres Kapital mit 4 cm Fehlstelle). [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Graesse, Bibliotheca magica et pneumatica S. 92 (gibt den Titel ungenau, teils falsch wieder). – Bringt auch eine neue Übersetzung von Gersons “Tractat von der Prüfung der Geister” (S. 131ff.). – Der 1699 geborene Elbfischer Christian Heering gilt als der Nostradamus von Prossen, einem heutigen Ortsteil von Bad Schandau; seine Prophezeiungen speziell zum Siebenjährigen Krieg fanden rege Beachtung. Johann Gabriel Süße war der Beichtvater Heerings, dessen Mahnungen er bereits 1759 niederschrieb, aber mit der Veröffentlichung bis 1772 wartete, um den Wahrheitsgehalt eingehend prüfen zu können. – Besitzeintrag auf dem Vorsatz “A.Semler”. – Etwas gebräunt.

Lot 278 Occulta – Voigt, G
Gygis-Ring. Dessen unfabelhafte Wirckung wahrhafter Glückseeligkeit durch gewiesene seltene Erkäntniß allgemeiner Lebens-Mängel, und deren Verbesserung sich jedermann zu Nutz machen kan. (Ohne Ort und Verlag), 1707. 108 nn. Bl. 13,5 x 7,5 cm. Ohne Einband. [*]
Result 950 €
Wohl einzige Ausgabe. – Über KVK nur in der Anna Amalia (“Vermutlich Verlust bei Bibliotheksbrand 2004”) nachweisbar. – Letzte Lage lose.

Lot 279 Occulta – Alchemie – Siebmacher, Johann Ambrosius
Das Güldne Vließ, oder das Allerhöchste, Edelste, Kunstreichste Kleinod, und der urälteste verborgene Schatz der Weisen, in welchem da ist die Allgemeine Materia Prima, derselben nothwendige Präparation und überaus reiche Frucht des Philosophischen Steins dargethan. Philosophischer und Theologischer Weise beschrieben und zusammen verfasset durch einen ungenannten, doch wohlbekannten etc. Ich Sags Nicht. Mit gestochenem Frontispiz, 3 Kupfertafeln und 1 gefalteten Tabelle. Leipzig, Walther, 1736. 8 Bl., 196 S., 1 Bl. (Zwischentitel), S. (197)-208. 18,4 x 11,5 cm. Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (berieben, Ecken bestoßen). [*]
Result 1100 €
Wohl 2. (korrigierter) Druck im Jahr der Erstausgabe (im Vergleich zu dieser ab S.196 um einen “Zwischentitel” und eine Kupfertafel erweitert). – Ferchl 503 – Duveen 550 – Ferguson II, 383f. – Kopp I, 244 – Wölfle II, 588. – Über den Verfasser dieser Anleitung zum Finden des Steins der Weisen ist nur bekannt, dass er in Nürnberg und Augsburg lebte. Die Initialen des Pseudonyms ‘Ich Sags Nicht’ lassen auf “Johann Siebmacher Noribergensis” schließen. – Etwas gebräunt.

Lot 280 Occulta – Alchemie – Kirchweger, Anton Joseph
Aurea Catena Homeri. Das ist: Eine Beschreibung von dem Ursprung der Natur und natürlichen Dinge, wie und woraus sie gebohren und gezeuget, auch wie sie erhalten und wiederum in ihr uranfängliches Wesen zerstöret werden, auch was das Ding sey, welches alles gebahret und wieder zerstöret. Neue Auflage, welche nach einem accuraten und vollständigen Manuscript fast auf allen Blättern verbessert, und sehr vielen Orten um ein grosses Theil vermehret. Mit typographischem Frontispiz in Rotdruck, 1 Falttafel und 1 gefalteten Kupfertafel. Leipzig, Walther, 1738. 8 Bl., 406 S., 8 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Pappband der Zeit über Holzdeckeln (Rücken fehlt, berieben und bestoßen). [*]
Result 240 €
Zweite Auflage, die erste erschien 1723, anonym erschienen. – Ferguson I, 470 Anm. – Ferchl 273 – Kopp II, 208 – vgl. Duveen 323. – Mehrfach aufgelegtes Werk aus der Vorstellungswelt der Gold- und Rosenkreuzer, dessen sich auch Goethe in der Zeit seiner alchemistischen Versuche bediente. “Mir wollte besonders die Aurea Catena Homeri gefallen, wodurch die Natur … in einer schönen Verknüpfung dargestellt wird; und so verwendeten wir, teils einzeln, teils zusammen, viele Zeit an diese Seltsamkeiten und brachten die Abende eines langen Winters, während dessen ich die Stube hüten mußte, sehr vergnügt zu, indem wir zu dreien, meine Mutter mit eingeschlossen, uns an diesen Geheimnissen mehr ergötzten, als die Offenbarung derselben hätte tun konnen” (Goethe, Dichtung und Wahrheit, 2. Teil, 8. Buch). – Tafel oben mit kleinen Wasserrändern, etwas fleckig und gebräunt, Bleistiftanmerkungen.

Lot 281 Occulta – Alchemie – Müller, Johann Elias
Christlicher und vernunfftmäßiger Begriff, vom wahren Uhrsprung der Goldhervorbringenden Wunder-Materie, oder des sogenannten Steins der Weisen bestehende in einer Meynung, welche nicht allein der Ehre des Allerhöchsten am beförderlichsten, und der Wahrheit am nächsten ist, sondern auch … (1.) Einer Lands-Obrigkeit, (2.) Eines Landes sämtlichen Einwohnern, (3.) Den Besitzern des grossen Philosophischen Schatzes selbsten fast unschätzbare Vortheile Und eine rechte güldene Zeit … verursachen kan. Frankfurt, Gleditsch, 1707. 8 Bl., 112 S. 17 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (stärker berieben und bestoßen, fleckig). [*]
Result 550 €
Erste Ausgabe. – Brüning 3271 – Rosenthal 608. – Über Johann Elias Müller ist wenig bekannt; er promovierte 1702 in Erfurt mit einer medizinischen Dissertation, um 1703 wurde er Anhänger des selbsternannten Messias Oliger (Holger) Pauli, der mit europäischen Juden eine neue Religion gründen wollte. – Müller warnt in vorliegender Schrift eindringlich, eine vom Menschen erfundene Technik oder Kunst zu verwenden, die eigentlich Gott vorbehalten sei. So spricht er sich gegen die goldmachende Alchemie aus, die unedle Metalle von ihren “Sünden” befreien würde. Das ist nur Gott vorbehalten, nur wenn der Alchemist sich der göttlichen Providenz verbehaltlos fügt, kann der fromme Adept tatsächlich die Verwandlung herbeiführen. Durch die Verbindung von Oratorium und Laboratorium kann sich der Alchemist den sündigen Verheißungen seiner Kunst entziehen. – Titel mit Randläsur, Innenfalz mit Faden verstärkt, gebräunt und teils braunfleckig, letztes Blatt mit kleiner Hinterlegung.

Lot 282 Occulta – Alchemie – Tancke, Joachim
Opuscula Chemica Das ist, von dem gebenedeiten Stein der Weisen deß … Philosophi Herrn Bernhardi Graffen von der Marck unnd Teruis chemische Schrifften. Neben etlicher vortrefflicher Philosophen Erklärung, der gleichen so deutlich unnd klar zuvor niemals publicirt worden. Den liebhabern dieser Kunst in öffentlichen druck gegeben. 4 Teile in 1 Band. Mit ganzseitigem Textholzschnitt. Leipzig, J. Rosa, 1605. 20 Bl., 214 S., 1 Bl., S. 215-523, 1 Bl., S. 525-552, 1 Bl., S. 553-558, 1 Bl. 15,5 x 9,5 cm. Pergamentband der Zeit (neu aufgebunden, etwas fleckig und gebräunt). [*]
Result 650 €
Einer von zwei Drucken im Jahr der ersten Ausgabe, beide bei Rosa; die Paginierung im Unterschied zu VD 17 3:604666E durch die Titel der einzelnen Teile unterbrochen. – VD 17 23:286483L – vgl. Ferguson I, 101, Anm. – Brüning 871. – Lage Hh in sich verbunden, wenige kleine, gefestigte Fehlstellen (minimaler Buchstabenverlust), mit einigen Unterstreichungen und Anmerkungen von alter Hand, gebräunt, leicht fleckig.

Lot 283 Occulta – Alchemie – Widmann, Georg Rudolph
Des bekandten Ertz-Zauberers Doctor Joh. Fausts ärgerliches Leben und Ende. Vor vielen Jahren der bösen Welt zum Schrecken beschrieben … nachgehends mit neuen Erinnerungen vermehrt von Joh. Nicolao Pfitzer. Und endlich ist noch beygefüget worden Conrad Wolffgang Platzii Vorbericht von der Sünde der Zauberey, ingleichen ein Anhang von den Lapponischen Wahrsager-Paucken und andern Zauberischen Geschichten. Neue und verbesserte Auflage. Nürnberg, Endter, 1725. 20 Bl., 537 (recte: 635) S., 13 Bl.; 96 S., 4 Bl., 40 S. Pergamentband der Zeit mit Rückenschild (etwas angestaubt). [*]
Result 850 €
Seltene Ausgabe des berühmten, erstmals 1599 erschienen Faustbuches. – Engel 225 – Faber du Faur 1257 – Goedeke II, 568, VI, 3 – Graesse, Bibliotheca magica 68 – Henning I, 2334 – In ihrer Anordnung folgt diese Ausgabe – die letzte vor den Nachdrucken des 19. Jahrhunderts – der von 1674, zu der Faber du Faur sagt: “The numerous new annotations with which the Nuremberg physician J. N. Pfitzer augmented Widmann’s Faust book, and the long-winded moralizing dissertation of C. W. Platzius, offer eloquent testimony of the attraction exercised by Zauberei on a wide public in the 17th century. The book appeared after Pfitzer’s death and was enlarged with an appendix on magic, witchcraft, and sorcery in Lapland. This appendix, written by the Uppsala professor Joh. Scheffer and translated into German by Erasmus Francisci-Finx, is paged separately. Platius’ dissertation is bound at the end.” – Vorsatz fehlt, gleichmäßig etwas gebräunt, Titel mit blassem Stempel, etwas fleckig und mit unschönen roten Federproben. Gutes Exemplar der seltenen Bearbeitung des Volksbuchs.

Lot 284 Occulta – Chiromantie – Höping, Johann Abraham Jacob
Institutiones chiromanticae, oder kurtze Unterweisung, wie man ein gründlich Judicium aus den Linien, Bergen, und Nägeln der Hände, und denn aus der Proportion des Gesichts mit den Händen kan suchen. Jena, Birckner, 1674. 1 Bl., 103 S., 3 Bl. (das letzte weiß). – Angebunden: Derselbe. Chiromantia harmonica, das ist Ubereinstim(m)ung der Chiromantiae oder Linien in denen Händen mit der Physiognomia oder Linien an der Stirn. Mit zahlreichen Textholzschnitten. Ebda., Gollner, 1673. 57 Bl. 17 x 10 cm. Pappband der Zeit mit neuem Rückenschild (Ecken etwas bestoßen, Deckel etwas fleckig). [*]
Result 400 €
Sehr seltene erste (2) bzw. zweite (1) Ausgaben. – Zu 1: Rosenthal 964 – Sabattini 279. – Zu 2. – Ackermann IV, 554: “höchst selten” – vgl. Sabattini 280 (2. Ausgabe) – nicht bei Rosenthal. – An den Handlinien erkennt der Autor u.a. Ehebrecher, Mörder und Zauberer, aber auch schwachen Magen oder Impotenz. – Gebräunt, 1. Titel verso mit altem Privatstempel.

Lot 285 Occulta – Masonica
Bericht über die von der Freimaurer-Loge zu Parchim daselbst gestiftete Sonntagsschule für Handwerks-Lehrlinge und Gesellen. Auf Kosten der Mitglieder genannter Loge. Güstrow, Ebert, 1823. 24 S. 23,5 x 18,5 cm. Roter Maroquinband der Zeit mit goldgeprägten Deckelfileten und Eckfleurons (Kanten leicht berieben). Schönes Exemplar. [*]
Result 380 €
Einzige Ausgabe. – Die Parchimer Johannesloge Frederica Ludovica zur Treue wurde am 25. November 1818 gestiftet. Ihr erster Logenmeister war bis 1840 der Oberappellationsgerichtsrat Freiherr von Nettelbladt, der auch die genannte Sonntagsschule stiftete und zu dessen 44. Geburtstag die vorliegende Schrift erschien. – Innengelenke etwas angeplatzt, sonst gut erhalten.

Lot 286 Occulta – Mystik – Seitz, Johann Christian
Christi Kirche kein Welt-Reich, und weltl. Herrschafft weder fähig noch unterworffen, Oder: Die Freyheit der christlichen Religion und aller Religionen insgesammt, wie auch der Gewissen, von obrigkeitl. Gesetzes Macht u. Herrschaft: Und hinwieder die obrigkeitl. Macht und Gewalt in Ansehung aller Religionen und Kirchen, Religions- und Kirchen-Dinge : Deutlich gezeiget und gründlich dargethan, … (Ohne Ort und Verlag), 1718. Titel, 198 S. 17,7 x 10 cm. Lederband der Zeit mit reicher Rücken- und Stehkantenvergoldung (Rückenkanten etwas berieben). [*]
After-Sale Price 240 €
Seltene erste Ausgabe der theologischen Streitschrift, die wir über KVK nur in drei bayerischen Bibliotheken nachweisen können. – VD18 1160946X – ADB XXXIII, 662f: “Seitz, Johann Christian S. (Seiz), mystisch-chiliastischer Separatist im 18. Jahrh. S. stammte aus Baireuth, hielt sich an verschiedenen Orten auf, zu Berlin, Hamburg, in Franken, in Schwaben, wo er 1720 eine Zeit lang weilte und begab sich schließlich nach Holland und England. Zwischen 1712 und 1735 erschienen zahlreiche deutsche und lateinische Schriften von ihm, in welchen er seinen mystischen Subjectivismus, mit welchem er auch socinianische Gedanken verband, auf’s eifrigste zu verbreiten trachtete. Charakteristisch orientirt über ihn ein Verhör, welches er am 14. November 1707 vor dem Consistorium in Baireuth gehabt hat. Dort erklärte er sich für christlich und evangelisch, aber weder für lutherisch noch calvinisch wie auch nicht für katholisch; der Satan habe die evangelische Kirche verdorben; einen öffentlichen Gottesdienst habe der Christ für sich nicht nöthig, denn sein Herz sei Gottes Tempel. Schon ziemlich lange habe er sich von Beichte und Abendmahl fern gehalten. Der Satan habe die Administration der Sacramente verderbt. Es könne daher Einer wohl Christ sein, ob er gleich das Abendmahl nicht gebrauche. Christliche Vollkommenheit hielt er für möglich und zwar im Sinne der Erfüllung des Gesetzes Gottes; er wisse aus Erfahrung, daß die Gnade Gottes in uns nach und nach zunehme. (Das Protokoll des Verhörs ist gedruckt bei Löscher Unschuldige Nachrichten, Jahrg. 1708. S. 554-561.).” – Altes Exlibris, leicht gebräunt.

Lot 287 Pferde – Soncov, Dmitri D. (Hg.)
Al’bom pyatidesyatiletnego yubileya Moskovskogo Imperatorskogo Obshchestva lyubitelej konskogo bega. 1834-1884. (Jubiläums-Album zum 50. Jahrestag der Moskauer Kaiserlichen Gesellschaft der Freunde des Pferderennens. 1834-1884). Mit 2 chromolithographischen (davon 1 Porträtfrontispiz) und 52 weiteren lithographischen Duoton-Tafeln sowie mehrere weitere Illustrationen sowie Vignetten und Initialen. Moskau, D. D. Soncov, 1884. 215 S., 2 Bl. 34 x 27,5 cm. Original-Leinenband mit reicher illustrierender Goldprägung und Blindprägung (berieben, bestoßen, fleckig, Ecken gestaucht, Gelenke etwas angeplatzt). [*]
After-Sale Price 1000 €
Erste Ausgabe. – Enthält eine Darstellung der Geschichte der Gesellschaft, Beschreibungen hervorragender Pferde sowie vielfältige Statistiken und Listen. Der Herausgeber D. D. Soncov besorgte zugleich den Verlag und war selbst Seniormitglied der Gesellschaft und Eigentümer eines großen Gestüts. Den Druck besorgte M. Nejbyurger (Moritz J. Neubürger) in Moskau. Zweifarbiger Druck der Seiten. Die lithographischen Tafeln der Pferde in vollständiger Seitenansicht und auch die meisten Illustrationen sind kyrillisch signiert, verweisen auf Beer (wahrscheinlich Beer, Wilhelm Amandus oder Russen-Beer) als Autor der Steinzeichnungen. Die zwei ganzseitigen Brustbilder von insgesamt fünf Tafeln mit Porträts von Schirmherren und Präsidenten der Gesellschaft sind mit “LP” im Stein lateinisch monogrammiert. – Im oberen Rand des Titelblatts eine private spätere Widmung in Tinte, Block wurde später neu vernäht, mittlere Lage (S. 97-112) lose, mehrere Tafeln mit hinterlegten Einrissen im Rand, etwas finger- bzw. braunfleckig, ohne vorderen Vorsatz, Bindung gelockert.

Lot 288 Schach – Kubbel’, Leonid I
150 shahmatnyh etyudov. 150 Endspielstudien. Konstruktivistische Umschlaggestaltung von Yo. Ganf (Yang). Mit 151 Illustrationen (1 Porträt, 150 Schachbrett-Situationen). Leningrad, Leningrader Gublit, 1925. 179 S. 17,5 x 13,5 cm. Zweifarbig illustrierter Original-Pappband (fleckig und berieben, Kanten etwas bestoßen, kleine Randfehlstelen, Kapitale mit kleinen Fehlstellen). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Mit einem Vorwort des Großmeisters G. Löwenfisch. – Titel und Text teilweise auf Russisch und Deutsch. – Guter Zustand.

Lot 289 Spiele
Nuovo e dilettevole giuoco Chinese. Questa ingegnosa invenzione e fondata sopra principj geometrici, e consiste in 7 pezzi cioe 5 triangoli, un quadrato ed un parallelogrammo, i quali possono essere combinati in modo da formare piu di 300 figure curiose. Mit gestochenem Titel und 28 Holzschnitt-Tafeln. Bologna, Bertinazzi, 1817. 17,5 x 11 cm. Kartonage der Zeit (etwas fleckig, Rücken mit Bezugsfehlstellen). [*]
After-Sale Price 400 €
Eins der ersten westlichen Bücher über Tangram. – Zeigt das in China zwischen dem 8. und 4. Jahrhundert vor Christus entstandene Puzzle-Spiel, bei dem aus sieben ursprünglich ein Quadrat ergebenden Teilen verschiedene geometrische Formen gelegt werden. In Europa erfreute sich das Spiel ab dem frühen 19. Jahrhundert großer Beliebtheit. – Die geometrischen Formen von Hand durchnumeriert und einige mit gepunkteten Linien für die Lösung versehen. – Titel in schwachem Abdruck, Bindung gelockert, gebräunt und fleckig.

Lot 290 Sport – Boxen – Edwards, Joe (das ist: Paul Maschke)
Boxen. Ein Fechten mit Naturwaffen. Mit 103 Textabbildungen. Berlin, Priber und Lammers, 1912. 177 S., 7 Bl. (Anzeigen). Illustrierte Original-Leinwand (Rücken etwas verblasst). [*]
Result 300 €
Seltene erste Ausgabe. – Frühe deutsche Veröffentlichung zum Boxsport, der seit den 1880er Jahren in Deutschland unter vielfältigen polizeilichen Auflagen betrieben wurde. – Der aus Berlin-Neukölln stammende erste deutsche Profiboxer Paul Maschke hatte eine erfolgreiche Karriere in England unter seinem Kampfnamen Joe Edwards absolviert und versuchte sich nach seiner Rückkehr in die alte Heimat an der Popularisierung seines Sports. – In vorliegendem Werk setzt er sich u.a. ganz explizit für das Frauenboxen ein, denn “keine Leibesübung, die den Damen jugendliche Grazie, geschmeidige Bewegungen und den Kern der Gesundheit besser bewahrt als das Boxen” und bescherte dieser Sportart vor dem Verbot im Dritten Reich sogar eine kurze Blüte. Marlene Dietrich, Carola Neher, Vicky Baum und Leni Riefenstahl versuchten sich im Frauenboxen, Regina Halmich war von 1995 bis 2007 ungeschlagene Weltmeisterin ihres Verbandes. Und Herr Maschke brachte das mit diesem Werk ins Rollen.

Lot 291 Sport – Fußball
Deutsches Fußball-Handbuch für das gesamte Gebiet des Deutschen Fußball-Bundes auf Grund des neuesten amtlichen Materials zusammengestellt und bearbeitet. Leipzig, Arthur Schmidt, 1927. 320 S. 22,5 x 14,5 cm. Illustrierter geprägter Original-Leinenband (leicht fleckig, minimal berieben).
Result 330 €
Seltene einzige Ausgabe. – “Im Sport herrscht ‘König Fußball'” (Vorwort, S.3). – Das Kompendium beinhaltet u.a. eine Geschichte des deutschen Fußballsports, ein Anschriftenverzeichnis der im DFB organisierten Vereine (ca. 6500), “Die neuen Spielregeln” und Bundesgerichtsentscheidungen (laut Vorwort hier erstmals veröffentlicht). – Enthält zahlreiche (teils ganzseitige) Werbeanzeigen. – Papierbedingt etwas gebräunt.

Lot 292 Zauberei – Conradi, F. W. (das ist: F. W. C. Horster)
Der moderne Kartenkünstler. Eine vollständige Sammlung der wirkungsvollsten Kartenkunststücke für Salon und Bühne mit vielen Originalpiecen des Verfassers nebst einer einführenden Kartenschule. Mit 289 Textillustrationen. Dresden, Borwig & Horster, 1896. 4 Bl., 232 S. 23 x 15,5 cm. Halbleinwand der Zeit mit aufgezogener vorderer Original-Broschur. [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Clarke/Blind 19 – Huber 2007-1a – Erster Teil: Die Kartenschule. – Zweiter Teil: Experimente mit unpräparierten Karten. – Dritter Teil: Mathematische oder Berechnungs-Kunststücke. – Vierter Teil: Die präparierten Karten. – Fünfter Teil: Apparate und sonstige Hilfsmittel. – Sechster Teil: Kartenkunststücke, welche auf Kombinationen der verschiedenen Tricks beruhen. – Titel gestempelt und mit überklebtem Stempel.