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Lot 991
Album mit über 100 Porträt-Postkarten. Meist Deutsch, um 1955-1965. 23 x 19 cm. Original-Efalin (angestaubt). [#]
Result 300 €
Die Karten meist mit eigenhändigen, gestempelten oder gedruckten Signaturen, vereinzelt mit Widmungen an einen Fan. Die Unterschriften der Alt-Stars bzw. B- und- C-Sternchen dürften echt sein: Willy Birgel, Heinz Rühmann und Herta Feiler, Victor Staal, auch Paul Newman und Romy Schneider (zwei Stück) sehen gut aus. Bei Elvis Presley (3 Stück) würden wir es nicht beschwören. Allerdings stammt die Sammlung von einem damaligen Fan, dem einige der Karten gewidmet sind, es handelt sich also jedenfalls um authentische zeitgenössische Stücke. Neben den Genannten finden sich: Hansjörg Felmy (teils wohl gestempelt), Peter Kraus (wohl gestempelt), Lilli Palmer, O.W. Fischer Vera Tschechowa, Sonja Ziemann, Alice und Ellen Kessler, Johannes Heesters, Fred Bertelmann, Joachim Fuchsberger, Tony Curtis, Rex Gildo (noch als Alexander Gildo !) u.a.- Selten etwas knickspurig, insgesamt gut.

Lot 992
Autogramm-Album für Thomas Adriani, mit zehn Unterschriften zeitgenössischer Autoren. Düsseldorf u.a., 1953-1956. 20,5 x 14,5 cm. Halbpergament (etwas ausgebunden). [#]
After-Sale Price 300 €
Das Album wurde geführt von Thomas Adriani, Bruder des Kunsthistorikers Götz Adriani. Es enthält Einträge von Fritz Strich, Stefan Andres, F.G. Jünger, Ernst Pentzoldt, Thomas Mann (nicht signiert, “Dem jungen Thomas / mit den herzlichsten Wünschen / der ganz Alte ! / Düsseldorf, den 26. Aug. 1954”), Martin Buber, Albrecht Goes, Emil Barth, Manfred Hausmann und Erhart Kästner. Bis auf Mann haben alle mit vollem Namen unterzeichnet und meist nicht mehr geschrieben als eben dies. – Innen sauber, gut.

Lot 993 Bartels, August Christian
Drei eigenhändige Briefe an seinen Sohn, den Mediziner Ernst Daniel August Bartels. Deutsche Handschriften auf Papier. Wolfenbüttel, 24. Oktober 1823 bis 27. August 1824. Doppelblätter. 19 x 12 cm bis 24 x 19,5 cm.
Result 260 €
Familienpost als Antworten auf Briefe des Sohnes mit Hinweisen zu Gesundheit, Tätigkeiten etc. – Dabei eigenhändiger Brief der Ehefrau von A.C. Bartels, ebenfalls an den Sohn Ernst, datiert 12.(?) März 1814. Doppelblatt. – Weiter dabei Festschrift der Julia Carolina von 1822. A.C. Bartels war einer der Subskribenten, der Band enthält auch sein Porträt. Ausweislich des Blindstempels auf dem Vorderdeckel stammt der Band aus dem Besitz eines Mediziners M. Bartels, wohl auch ein Familienmitglied. – Gefaltet, papierbedingt gebräunt, Randläsuren, teils hinterlegte Einrisse, ordentlich.

Lot 994 Bismarck, Otto von
Eigenhändiger, datierter und signierter Brief an Carl Bollmann. Tinte auf Papier. Friedrichsruh, 3.4.1891. 22 x 14 cm. [#]
Result 280 €
Bismarck bittet den damaligen Oberbürgermeister von Bochum Carl Bollmann (1833-1891), für die “freundlichen Glückwünsche” (wohl zu seinem Geburtstag am 1. April) seinen “verbindlichsten Dank” entgegenzunehmen. – Waagrechter Mittelfalz ca. 1,5 cm eingerissen.

Lot 995 Bruch, Max
Eigenhändig zweiseitig voll beschriebene Briefkarte an eine “Geehrten Herrn”. Bergisch Gladbach, 10.8.(18)83. 9 x 11,5 cm. Von Bruch voll signiert.
Result 240 €
Schreibt, dass er seit einigen Tagen in Deutschland in der Nähe von Cöln sei. Erwähnt das 3. Gürzenich-Konzert am 20. Bittet um evtl. Zusendung einer Besprechung an die von ihm angegebene Adresse. – Provenienz: Sammlung eines Kölner Redakteurs, auf dessen Blatt sich Bruch wohl bezieht. – Verso am oberen Rand kleine Spur alter Montage mit teilweiser Abdeckung weniger Buchstaben (aber voll lesbar), eine Knickspur, kleiner Einschnitt im linken Rand ohne Verlust, insgesamt noch gut.

Lot 996 Celan, Paul
Eigenhändig beschrifteter Adressaufkleber für ein Paket an Tilo Müller-Medek. Tinte auf Papier. Paris, 6. Oktober 1967. Ca. 13,5 x 20,5 cm.
After-Sale Price 240 €
Adressaufkleber zum Versand von Celans im selben Jahr erschienenen Gedichtband “Atemwende”, das er dem Komponisten Tilo Medek (1940-2006) als Widmungsexmplar nach Ost-Berlin schickte. – Mit Celans handschriftlicher Bezeichnung “LIVRE (Buch)”, der vollen Adresse von “Monsieur Tilo Müller-Medek” und Celans Absender an der “Ecole Normale Supérieure” in Paris. Außerdem mit der Poststempelmarke der französischen Post vom “06 X 67” und dem Stempel der “Zollverwaltung der DDR” vom “18. Okt. 1967”. – Tilo Medek (1940-2006) hatte 1967 mit einem Chorwerk nach Celans “Todesfuge” den Kompositionswettbewerb der Stiftung Gaudeamus in den Niederlanden gewonnen. Als dem in der DDR lebenden Künstler die Reise zur Uraufführung verweigert wurde, riet der Verbandssekretär Nathan Notowicz ihm, Celans ikonische Textzeile in “Der Tod ist ein Meister aus Westdeutschland” zu ändern (vgl. Hildegard Ginzler, Der Komponist Tilo Medek, 1997). – Auf ein DIN-A4-Blatt geklebt, mit größeren, teils ausgebesserten Randläsuren.

Lot 997 Dietrich, Marlene
Eigenhändige Signatur mit schwarzem Filzstift auf Porträt-Photographie. Silbergelatine. Neuabzug, um 1980. 25,5 x 20,5 cm.
After-Sale Price 500 €
Das Foto wurde ursprünglich von Cecil Beaton 1935 in New York aufgenommen. – Beigegeben: Charlotte Willott. Marlene Dietrich in Berlin. Um 1960. Original-Photographie. Vintage. Silbergelatine. 12,5 x 17,5 cm. Verso Studiostempel und zeitgenössische Marginalien. – Das Beaton-Foto sehr gut, das Willott-Foto knickspurig, etwas bestoßen und mit kleinen Kratzern.

Lot 998 Durieux, Tilla
Handschriftliche Tagebücher der Jahre 1917, 1918/19 und 1934 bis 1939. In 8 Bänden. Deutsche Handschriften auf Papier. Ca. 13 x 7,5 cm. Ganzleder (7 Bände) und Leinwand (1 Band).
Result 3600 €
Die Tagebücher gelangten nach dem Tod der Durieux nicht in den Bestand der Akademie der Künste, sondern verblieben in Privatbesitz. Auf den Vorderdeckeln finden sich handschriftliche kleine Zettel mit Datierungen, die aber nicht immer ganz zutreffend sind. Der Band für 1917 enthält innen anfangs sowohl die Jahreszahl 1917 wie 1918 und gegen Ende der Hinweis “das Jahr 1918 geht im schwarzen Buch weiter”, enthält also wohl Einträge aus beiden Jahren. In recht gut lesbarer Schrift (Bleistift) beschreibt sie in kürzeren Einträgen teils für jeden Tag, teils mit großen Lücken persönliche, private bzw. künstlerische Ereignisse. In Band 1918 wurden Seiten von ihr herausgeschnitten, Kommentar: “heraus / gerissen wegen / Polizei / 1919”. Ständig genannt wird in den ersten zwei Bänden ihr Ehemann Paul (Cassirer), dazu Besuche wie René Schickele (Cassirer-Autor), Auftritte mit Rollennamen (Medea), Hinweise auf Ereignisse der Politik (“Röhm-Putsch”) etc. Im Band 1917 steht am Ende ihr Name, sonst wohl aus Sicherheitsgründen nicht. – Insgesamt sauber.

Lot 999 Durieux, Tilla
Sammlung von Dokumenten zu Leben und Werk in Form von 37 Original-Photographien. Meist Vintages, teils spätere Abzüge. Überwiegend Silbergelatine, wenige C-Prints.
Result 360 €
Die Photos gelangten seinerzeit nicht in die Akademie der Künste, sondern verblieben in Privatbesitz. Vorhanden sind u.a. zahlreiche Postkarten mit Porträts bzw. Rollenbildern der Durieux (verso teils mit eigenhändiger Bezeichnung der Rolle bzw. Datierung), die Durieux als Krankenschwester im I. Weltkrieg, Paul Cassirer am Strand von Nordwijk, Porträt Ludwig Katzenellenbogen, Rollenbilder aus den letzten Jahren (u.a. Foto Harry Croner), Farbphotos der Durieux in ihrer Wohnung u.a. – Meist nur kleinere Altersspuren.

Lot 1000 Durieux, Tilla
Sammlung von Dokumenten zu Leben und Werk, darunter Urkunden und Original-Photographien. (Gebrauchsspuren).
Result 1000 €
Die Dokumente gelangten seinerzeit nicht in die Akademie der Künste, sondern verblieben in Privatbesitz. Vorhanden sind u.a.: I. Auszug aus dem Heirats-Hauptregister Berlin über die Heirat Durieux-Cassirer. Ausgestellt 1918. – II.-V. Geburtsurkunde T. Durieux. Ausstellung Wien 1961. Bundesdeutscher Reisepass T. Durieux, 1967. Trauungsschein der Eltern von Durieux. Ausgestellt Wien 1934. Heimatschein Paul Cassirer. Ausgestellt Potsdam 1918. – Weitere, darunter: Fotokopie von “Spielen und Träumen”, mit handschriftlichen Markierungen der Durieux für die Einspielung des Textes. Sechzehn Original-Photographien, meist Postkarten mit Porträts bzw. Rollenbildern der Durieux. Verso öfters mit eigenhändiger Bezeichnung der Rolle bzw. Datierung. – Weiteres wie Zeitungsausschnitte u.a. – Meist nur kleinere Altersspuren.

Lot 1001 Elisabeth Ludovika von Bayern
Handschriftlicher halbseitiger Brief von Schreiberhand an Ferdinand Schultz, den Pfarrer des Berliner Krankenhauses Bethanien. Mit eigenhändiger Unterschrift der Königinwitwe. Potsdam-Sanssouci, 21. October 1872. Deutsche Handschriften auf Papier. Doppelbogen ohne Wasserzeichen. 25,5 x 20,5 cm. Dabei das Original-Couvert, schwarz gesiegelt und abgestempelt, von Schreiberhand adressiert.
After-Sale Price 200 €
Kurzer Kondolenzbrief zum Tode des Sanitätsrates Christian August Bartels (1805-1872). Elisabeth (1801-1873), Witwe von König Friedrich Wilhelm IV., war auch die Patentante der späteren österreichischen Kaiserin Sisi/Sissi, die nach ihr Elisabeth genannt wurde. Pastor Schultz (1811-1875) war u.a. für die Einstellung von Theodor Fontane als Apotheker in Bethanien zuständig. – Bogen gefaltet, etwas angestaubt und nachgedunkelt, Couvert minimal fleckig, sonst gut.

Lot 1002
Entschädigungsakte von Gershon (Gerhard Horst) Klein (1920-1999). In ca. 80 Blatt Schreiben (überwiegend Durchschlägen) von und an Anwälte, Ämter und Gerichte. Lose in Mappe der Zeit. Berlin u.a., um 1955-77.
Result 350 €
Klein, geboren als Sohn eines Berliner Juweliers, war vor 1933 ein erfolgreicher Kinderdarsteller. So trat er als Emil in der Bühnenfassung von Kästners “Emil und die Detektive” auf (Theater am Schiffbauerdamm) und spielte die Hauptrolle im ersten Film von Max Ophüls “Dann schon lieber Lebertran” (ebenfalls nach einer Geschichte von Kästner). Als Jude durfte er nach 1933 nicht mehr öffentlich auftreten, nach der Pogromnacht wurde er mit seiner Familie ins Lager Benschen in Polen abgeschoben. Während fast seine ganze Familie dem Holocaust zum Opfer fiel, gelang ihm und seinem Bruder 1939 die Flucht nach Palästina, wo er erst in einem Kibbuz, dann seit 1947 beim Kammertheater (Teatron Kameri) beschäftigt war. 1952 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm 1956 das legendäre Kino Capitol in Dahlem, das er bis 1986 leitete. Im Film trat er nur noch vereinzelt auf, so etwa 1958 in Käutners “Schinderhannes” als Maler (der entsprechende Wikipedia-Eintrag verweist übrigens auf einen anderen Gerhard Klein, verwirrenderweise ebenfalls 1920 in Berlin geboren, aber trotzdem nicht mit “unserem” identisch!). Ihm zu Ehren wird der von seiner Familie gestiftete Gershon-Klein-Filmpreis verliehen. – Bei der Akte handelt es sich nicht um die originale Gerichtsakte oder die der vertretenden Anwälte, sondern wohl um die der Rechtspflegerin (Name geht aus den Akten hervor), die ebenfalls Kleins Interessen vertrat. Daher liegen die Schriftstücke ganz überwiegend nur als zweite oder dritte Durchschläge vor. Zwei interessante Schriftstücke gibt es aber im Original: einen undatierten handschriftlichen Brief von Hannelore Schroth an Klein (sie hatte in “Dann schon lieber Lebertran” die weibliche Hauptrolle gespielt) sowie einen handschriftlichen Brief von Max Ophüls an Klein, datiert 1.2.1956. Ophüls war seinerzeit der Regisseur von “… Lebertran”, es handelte sich um seinen Erstling, der als verschollen gilt. Beide Schriftstücke sollten den verfolgungsbedingten Schaden Kleins belegen. Insgesamt dokumentiert die Akte den beschämend zähen Hickhack um Entschädigungen, wie er aus viel zu vielen Verfahren bekannt ist. – Dabei: Stücke aus anderen Verfahren der Rechtspflegerin. Ca. 40 Blatt. – Überwiegend gefaltet bzw. Aktenlochung, knitterspurig, Randläsuren, papierbedingt gebräunt, insgesamt ordentlich.

Lot 1003 Furtwängler, Wilhelm
Eigenhändiger, eineinhalbseitiger Brief an einen ungenannten Empfänger (Paetow). Deutsche Handschrift auf Papier. Mannheim, 11.V.1919. Ein Blatt. 27,5 x 21,5 cm.
After-Sale Price 300 €
Dankt für einen erhaltenen Brief des Empfängers, in dem dieser um Rat betreffs einer eventuellen musikalischen Laufbahn des Sohnes fragt. Furtwängler antwortet recht allgemein “wenn die rein musikalische Veranlagung Ihres Sohnes .. über allen Zweifel steht, so wäre gegen die Ergreifung der Musikerlaufbahn im Allgemeinen nichts einzuwenden”. Er schreibt weiter von “diesem ziemlich überfüllten Beruf” und rät am Ende zum Eintritt in die Berliner Hochschule für Musik als besten Weg. Furtwängler ging noch im selben Jahr nach Wien. Der erwähnte Sohn war der spätere Liedforscher und Vortragskünstler Karl Paetow. Dabei: Kopie einer Typoskriptseite (Briefentwurf Karl Paetow von 1974). Mit Hinweis auf Furtwängler und diesen Brief. – Gefaltet, im linken Rand Aktenlochung ohne Textverlust, etwas gebräunt und fleckig, insgesamt recht gut.

Lot 1004
Gästebuch des deutschen Diplomaten Carl-Heinz Lüders. Mit zahlreichen Eintragungen. Bonn u.a., überwiegend 1961-1973. 21 x 18 cm. Pergament (etwas fleckig und ausgebunden). [#]
After-Sale Price 400 €
Der Band umfasst im Wesentlichen Eintragungen zwischen 1961 (da ging Lüders als Legationsrat nach Ghana) und 1973 (da war er Gesandter in Moskau). Die Eintragungen stammen von Gästen aller Art: Familie, Kultur, Politk, Sport etc. Neben vielen für uns nicht entschlüsselbaren verewigten sich u.a.: Ernst Lemmer, Karl und Veronica Carstens, Annemarie Renger, Willy Brandt (mehrfach), Richard Friedenthal, Ilse Aichinger, Wolfgang Frommel, Jef Last, Günther Grass, Helmut und Hannelore Kohl, Stefan Andres, Willi Daume, Günter Eich, Marcel Reich-Ranitzki, Martin Walser Ralf Dahrendorf, Walter Scheel, Klaus von Bismarck, Werner Heisenberg u.v.a – Selten gering verwischt, gut.

Lot 1005
Gästebuch einer adeligen Berliner Familie. Mit zahlreichen handschriftlichen Einträgen. Berlin, um 1902-1929. 23 x 16 cm. Ganzleder (bestoßen, gelockert, Rücken mit Fehlstellen).
After-Sale Price 200 €
Wohl das Gästbuch einer Familie v. Borries, anfangs mit entsprechendem handschriftlichen Vermerk. Einträge der Familien v. Borries, v. Lindeiner-Waldau, v. Westarp, v. Garnier, v. Alvensleben, v. Bünau, v. Schenk, v. Gersdorff u.a., einige auch nur mit Vornamen (wohl die Kinder und Enkel). Das Gros der Einträge datiert aus dem genannten Zeitraum, am Ende finden sich zwei Nachzügler (nach dem Verkauf des Stammhauses) von 1962 und 1963. – Gelockert, teils gebräunt und etwas fingerfleckig, sonst ordentlich.

Lot 1006 Hauptmann, Carl
Eigenhändiger zweiseitiger Brief an einen ungenannten Empfänger. Von Hauptmann voll signiert. Deutsche Handschrift auf Papier. Schreiberhau, 6. August 1902. Doppelblatt. Ca. 29 x 22,5 cm.
After-Sale Price 200 €
Dankt buchstäblich für eine Absage und freut sich über “so viel Wärme und Liebe für meine Sache”. Erwähnt die “hochgeachtete Rundschau” des “hochverehrten Herrn” – vielleicht handelt es sich beim Empfänger um S. Fischer und seine Neue Rundschau, in der Erstdrucke C. Hauptmanns erschienen. – Gefaltet. gering gebräunt, sauber.

Lot 1007
Hefter mit 20 akademischen Zeugnissen meist deutscher Universitäten. Mit eigenhändigen Unterschriften der Rektoren, Dekane etc. Deutsche Handschriften auf vorgedruckten Formularen. Berlin u.a., um 1913-53. Unterschiedliche Formate und Papiere.
Result 240 €
Vorhanden sind u.a.: Reisebescheinigung der TH München 1912 (u.a. für den Münchner Architekten John Herbert Rosenthal, 1881-1944, Unterschrift von Moritz Schröter); Immatrikulationsbescheinigung Friedrich Wilhelms Universität Berlin, 1913. Für Kurt Lutze. Unterschrift Max Planck u.a.; dass. als zweite Ausfertigung von 1920. Unterschrift Eduard Meyer; Immatrikulationsbescheinigung Friedrich Wilhelms Universität Berlin für 1916. Für Kurt Lutze. Ausgestellt 1921. Unterschrift Emil Seckel und Adolph Goldschmidt; Abgangszeugnis der Ruperto-Carola Heidelberg für Kurt Lutze von August 1914. Unterschrift Eberhard Gothein. – Weitere Bescheinigungen aus Wien (1929); Hamburg 1931 (Kollegienheft mit Unterschriften der Dozenten) u.a. – Teils etwas knick- und knitterspurig, papierbedingt gering gebräunt, Falze gelegentlich mit Einrissen, insgesamt ordentlich.

Lot 1008 Heidt, Karl Maria
Onkel Christians Meinung … Tragikomödie des Lebens. Manuskript, Tusche auf Papier. 7 einseitig beschriebene Blatt mit zahlreichen Korrekturen und Unterschrift. (Wien, ca. 1890). 34 x 21 cm. – Beiliegt: “Allein” 1 Seite mit Unterschrift.- Beiliegt: “Des Teufels Ode an die Mode” 1 Seite mit Unterschrift. [#]
After-Sale Price 300 €
Zusammen 9 Seiten mit 3 wohl unveröffentlichten Werken. – Der Schriftsteller Karl Maria Heidt wurde am 15. Januar 1866 in Genf geboren. Er kam schon in jungen Jahren mit seinen Eltern nach Wien, besuchte das Schottengymnasium und war danach als Hauslehrer tätig. Nach Abschluss seiner juristischen Studien trat er eine Stelle im Reichsfinanzministerium an. Sein 1885 erschienenes “Buch Kassandra” fand nachhaltigen Beifall. Er starb am 2. März 1901 in Wien. – Oben rechts mit Rotstift nummeriert, in der ehemaligen Faltung teilweise eingerissen.

Lot 1009 Hofmannsthal, Hugo von
Eigenhändige, einseitig beschriebene Postkarte an Otto Brandt, von Hofmannsthal voll signiert. Rom, 9.X.(19)07. Gelaufen, mit Stempel aus Rom und Bonn. 9 x 14 cm.
After-Sale Price 240 €
Fahrige, in Bleistift schwach ausgeführte Schrift. Dankt für erhaltene Nachricht und muss Zusendung (wohl eines Textes ?) ablehnen (“leider ganz unmöglich”). Am Rand kurze Textzeile einer weiteren Person (“Also was thun ?”), mit unlesbarem Monogramm signiert (“Bd.” ?) – Provenienz: Sammlung eines Kölner Musik- und Literatur-Redakteurs. – Knickspurig, etwas gebräunt, verso eine Ecke mit Spuren alter Montage und Tektur eines Poststempels, sonst gut.

Lot 1010 Hofmannsthal, Hugo von
Eigenhändige, kurze dreizeilige Postkarte an einen Dr. Claumann (?) in Köln. Rodaun, 28.09.(19)02. Gelaufen, mit Stempel aus Rodaun und Cöln. 9 x 14 cm.
After-Sale Price 200 €
Bestätigt eine Terminabsprache “Mit 11ten May(sic) einverstanden / Herzlich / Hofmannsthal”. Von anderer Hand adressiert. – Provenienz: Sammlung eines Kölner Musik- und Literatur-Redakteurs. – Etwas gebräunt, partiell Fleckchen von Stempelfarbe, verso am unteren Rand Spuren alter Montage mit teilweiser Tektur des Straßennamens Hohenzollernring, kleiner Einriss im unbeschriebenen Bereich, sonst noch gut.

Lot 1011 Hofmannsthal, Hugo von
Zweieinhalbseitiger Brief von Schreiberhand an einen “sehr geehrten Herrn”. Von Hofmannsthal eigenhändig voll signiert. Rodaun, 1.12.1901. Doppelbogen. 17,5 x 11 cm.
After-Sale Price 200 €
Lehnt wortreich mit Bezug auf seine pekuniären Verhältnisse eine Reise Rodaun-Köln ab. – Provenienz: Sammlung eines Kölner Musik- und Literatur-Redakteurs. – Etwas gebräunt, partiell dezent fleckig, letztes Blatt verso am oberen weißen Rand mit Spur alter Montage und Papierausdünnung ohne Buchstabenverlust, winziger Einriss im Textbereich ohne Buchstabenverlust, insgesamt gut.

Lot 1012 Humperdinck, Engelbert
Eigenhändiger zweieinhalbseitiger Brief an einen “Frater Lupus”. Von Humperdinck voll signiert. Rom, 28.9.(18)88. Doppelbogen. 18,5 x 11,5 cm.
Result 200 €
Entschuldigt sich für die stark verzögerte Beantwortung von erhaltenen Briefen und Telegrammen. Fordert den Empfänger auf, ihm die erste Nummer eines wohl neu erscheinenden Blattes zuzusenden. Nennt als postalische Adresse B. Schott in Mainz. – Provenienz: Sammlung eines Kölner Musik- und Literatur-Redakteurs. – Gefaltet, nur gering gebräunt bzw. braunfleckig, letztes Blatt verso am oberen weißen Rand mit kleiner Spur alter Montage ohne Buchstabenverlust mit winzigem Papierverlust, insgesamt gut.

Lot 1013 Israel, James
Eigenhändiger vierseitiger Brief an seine innigstgeliebte süße Meta (Goldstein, seine Ehefrau) auf eigenem Briefpapier. Mit blindgeprägtem Monogramm. Berlin, 24.9.(18)80. Doppelblatt. 17,5 x 10,5 cm. [#]
After-Sale Price 200 €
Aus dem Jahr seiner Hochzeit mit Meta. Israel (1848-1926) war ein berühmter Chirurg und langjährig am Jüdischen Krankenhaus Berlin tätig. Berichtet über Medizinisches und Persönliches und verspricht, ihr beim nächsten Treffen seine Küsse persönlich zu bringen. – Dabei: Präsentationsmappe, auf dem vorderen Spiegel mit handschriftlicher Widmung des Enkels von Israel, anlässlich der Schenkung des Briefes, somit die Authentizität bestätigend. – Mehrfach gefaltet, etwas gebräunt und fleckig.

Lot 1014 Joseph II von Österreich
Robotabolizions und Mayerschafts-Verstückungs Kontrakt die Kaiserliche Königliche Herrschaft Turz und Zbierz im Königreich Böheim betreffend. Deutsche Handschrift auf Papier. Wien u.a., 1784-85. 9 Bl. 43 x 28 cm. Zeitgenössisches Schweinsleder mit Platten- und Rollstempelverzierung und vergoldetem Wappensupralibros (nachgedunkelt, berieben und bestoßen, Bibliotheks-Märkchen und wenige Marginalien). [#]
Result 400 €
Mit eigenhändiger Unterschrift des Kaisers. – Betrifft die Aufhebung des Frondienstes der genannten Herrschaften im Bidschower Kreis. Neben dem Kaiserlichen Papiersiegel (und der zusätzlichen Unterschrift von Karl v. Zinzendorf) finden sich weitere Lacksiegel der lokalen Beamten, deren Signaturen sowie Signaturen weiterer beteiligter Personen (teils sehr krakelig oder in Form von drei Kreuzen – wohl die ehemaligen Frondienst Leistenden). – Gering gebräunt, teils etwas fleckig bzw. fingerfleckig, sonst recht gut.

Lot 1015 Kisch, Egon Erwin
Eigenhändige Feldpostkorrespondenzkarte an seine Mutter in Prag. Ohne Ort / Feldpostamt 33, 3.11.(19)14.
After-Sale Price 200 €
Von Kisch recto eigenhpändig adressiert an Ernestine Kisch, Melantrichgasse 14, verso mit fünfzeiligem eigenhändigem Text “3./11. / Liebe Mama, / erhalte eben Pauls und Deinen Brief / Was soll ich Dir schreiben ? / Egon”. Der genannte Paul war sicher der ältere Bruder Paul Kisch. E.E. Kisch war Ende Juli 1914 eingezogen und nach einer Verwundung 1915 für dienstuntauglich erklärt worden. – Dabei: I. E.E. Kisch, Landung in Australien. Amsterdam 1937. Karton mit Original-Schutzumschlag (Paul Urban). Erste Ausgabe. – II. Ders., Eintritt verboten. Paris, 1934. Original-Kartonage. Erste Ausgabe. – Papierbedingt gebräunt, etwas bestoßen und knickspurig, insgesamt ordentlich.

Lot 1016 Krolop, Franz
Siebzehn Dokumente zum Berliner Opernsänger Franz Krolop in Form von Zeugnissen und Urkunden. Deutsche und tschechische Handschriften auf vorgedruckten Formularen. Gitschin, Prag u.a., 1849-1896. Unterschiedliche Papiere und Formate.
Result 650 €
Krolop (1839-1897) studierte erst Jura, wechselte dann aber zur Bühne und war seit 1872 Bassist an der Berliner Oper. Er brillierte vor allem in Mozart- und Lortzing-Partien. Hier sind vorhanden 12 Zeugnisse aus seiner Gitschiner Schulzeit, die Befreiung vom Kollegiengeld für das erste Semester Prag 1856, seine Bestallungsurkunde als Lehrer an der Berliner Hochschule für Musik 1888 sowie drei Verleihungsurkunden über Diplome resp. Medaillen (Coburg 1883, Mecklenburg 1885, Coburg 1896). – Falt- und knickspurig, meist gebräunt, teils etwas braunfleckig, insgesamt ordentlich.

Lot 1017 Künneke, Evelyn
Sammlung von Materialien zu Leben und Werk der Künstlerin, darunter vereinzelt Stücke zu Vater und Mutter. Insgesamt 37 Stück. Berlin u.a., um 1925-80. Unterschiedliche Materialien und Formate.
After-Sale Price 200 €
Vorhanden sind: Porträtpostkarte der kindlichen Evelyn. Um 1925 (Studio Hanni Schwarz, Berlin. Mit Studiostempel und Signatur der Photographin); zwei Original-Photographien und zwei Negative mit Aufnahmen der Künneke als Werbefigur für Milch. 1959 (Photo Rudi Reilaender); gut 30 gelaufene handschriftliche Postkarten an die Familie Künneke, ca. 1912-1960. Verschiedene Absender. – Vereinzelt Marken entfernt, gelegentlich etwas knickspurig und fleckig, sonst ordentlich.

Lot 1018 Leichner, Ludwig
Sammlung von ca. 100 Schriftstücken an den legendären Berliner Opernsänger und Kosmetikproduzenten. Meist handschriftlich auf unterschiedlichen Papieren. Berlin u.a., 1903-1912.
Result 800 €
Bei gut 70 Stück handelt es sich um Glückwünsche anlässlich von Leichners 75. Geburtstag am 30.03.1911. Die Grüße kamen von Freunden, Verwandten, Kunden, Honoratioren der Stadt etc. Dabei ist auch das gedruckte Programm zu den Geburtstagsfeierlichkeiten, mit Nennung der auftretenden Personen (was teils die Identifizierung der Briefschreiber erleichter). Die restlichen 30 Stücke beziehen sich auf das von Leichner finanzierte und heute noch existierende Richard Wagner-Denkmal im Tiergarten. Leichner hatte bei so ziemlich allen Botschaften angefragt, ob er die Diplomaten als Mitglieder des Denkmal-Komitees nennen dürfe, die hier vorliegenden Briefe sind darauf die – zustimmenden – Antworten, in der Regel von einem Botschaftsmitarbeiter geschrieben und entweder von einem niederen Diplomaten unterschrieben, teils aber auch vom Botschafter selber. Weitere zustimmende Antworten kamen von anderen Personen aus Kultur und Wirtschaft Berlins bzw. des Kaiserreiches. Die gedruckte Namensliste zur “Inauguration” des Denkmals (30.09. – 05.10.1903) liegt hier ebenfalls vor. – Meist gefaltet, knick- und knitterspurig, papierbedingt gebräunt, insgesamt ordentlich.

Lot 1019 LIszt, Franz von
Eigenhändiger, einseitiger Brief an einen “geehrten Herrn”. Von Liszt voll signiert. Weimar, 26.11(18)54. Doppelbogen. 20 x 12,5 cm.
Result 1100 €
Etwas unfreundlicher Begleitbrief zur Retoure einer am 22. d.M. erhaltenen Sendung. – Provenienz: Sammlung eines Kölner Musik- und Literatur-Redakteurs. – Etwas gebräunt, minimal fleckig, letztes Blatt verso am oberen weißen Rand mit Spur alter Montage, sonst gut.

Lot 1020 Mertens
Zum Tode verurteilt. Elf Monate im Schatten der Guillotine. Deutsche Handschrift auf Papier. In zwei Heften. Ohne Ort, (um 1947-49). Zusammen 240 S., 4 Bl. Private Broschuren mit Fadenheftung und handschriftlichem Deckeltitel (etwas knickspurig und nachgedunkelt).
After-Sale Price 240 €
Offensichtlich kurz nach der Befreiung verfasste Erinnerungen an die Zeit vor der Verhaftung, an die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof (die im Juni 1944 mit einem Todesurteil endete) und die folgende Gefängniszeit in Moabit und Brandenburg. Der Verfasser entging der Hinrichtung, sein Name ergibt sich aus einer anfänglichen Bleistiftnotiz. Mertens hatte Medizin studiert und 1921 in Königsberg die Approbation erhalten. Er promovierte kurz danach und ließ sich 1926 in Preußisch-Holland als Facharzt für Chirurgie nieder. Im Krieg diente er als Sanitätsoffizier bei der Luftwaffe und geriet wegen unvorsichtiger Reden und Kontakt mit NS-Kritikern ins Fadenkreuz der Nazi-Justiz. Weiteres zu ihm konnten wir nicht eruieren. – Die recht gut lesbare, flüssige und einheitliche Schrift gibt einen bisher unbekannten Einblick in das Schicksal eines Mediziners im Räderwerk der NS-Justiz. – Papierbedingt etwas gebräunt, teils knick- und knitterspurig, insgesamt recht gut.

Lot 1021 Miniaturen
Einzelblatt aus einem Graduale mit großer historisierter Initiale “Verkündigung an Maria” in polychromer Malerei mit Goldhöhungen sowie dreiseitiger Goldgrundbordüre mit Blumen und Schmetterlingen. Rotunda und fünfliniges, rotes Notensystem mit Quadratnoten in Braun auf Pergament. Wohl Spanien oder Portugal, 16./17. Jahrhundert. Blattgröße: 52,5 x 36 cm.
After-Sale Price 800 €
Das dekorative und guterhaltene Blatt leitet den Introitus zum ersten Advent ein: ‘Ad te levavi animam meam deus meus in te confido non erubescam neque irride(ant)…’ (Ps 25,1). Die prachtvolle, aus einem Blatt und einem Ast geformte Initiale “A” (Format ca. 15,2 x 11,5 cm) zeigt die Verkündigung an Maria in einem mit gemusterten rötlichen Fliesen und Holzdecke ausgestatteten Raum, in dem sich der von links eintretende Verkündigungsengel mit weißen Lilien in der linken Hand der hinter einem Gebetspult knienden Maria nähert. In der breiten Ornamentbordüre sind im Stil flämischer Buchmalerei verschiedenartige Blumen, die rechts einer Henkelvase mit Blattkartusche erwachsen, Schmetterlinge und Rollwerkkartuschen zu sehen, in denen die Schriftzüge “Angelus domini nuntiavit Mariae et concepit” (oben) und “Verbum caro factum est” (unten) des Angelus-Gebetes eingeschrieben sind. – Verso mit fünflinigem, rotem Notensystem mit braunen Quadratnoten und lateinischem Text. Eine mittig in den unteren Blattbereich gesetzte verschlungene Rankeninitiale in Braun mit feinem Blatt- und Fruchtdekor leitet eine Passage aus dem Psalm 24 ein: “Vias tuas domine demonstra michi (…)”. – Verso umlaufend mit Klebeband unter Passepartout montiert und hinter Glas gerahmt, leicht gewellt, partiell gering berieben.

Lot 1022 Offenbach, Jacques
Eigenhändiger, achtzeiliger Brief auf Briefbogen des Thèatre de la Gaité an einen “cher ami”. Undatiert. Von Offenbach voll signiert. 20,5 x 13,5 cm.
Result 300 €
Wohl eine Terminabsprache zu 5 Uhr. – Provenienz: Sammlung eines Kölner Musik- und Literatur-Redakteurs. – Gefaltet, linker weißer Rand etwas ungleichmäßig, verso am oberen Rand auf alten Albumbogen montiert, insgesamt sauber.

Lot 1023 Russland
Sammlung verschiedener theologischer und kirchenpolitischer Texte. In 34 Abteilungen. Zentralrussland, Abschriften Mitte des 17. Jahrhunderts. 436 (12 w.) Bl. Tinte auf Papier. 19,5 x 15 cm. Lederband über Holzdeckeln unter Verwendung alten Materials (Deckel) alt restauriert (Rücken rissig und mit einigen Fehlstellen, Gelenke angeplatzt, berieben und bestoßen, ohne die Schließen). [#]
Result 1800 €
Die 34 Abteilungen enthalten vorrangig patristische Texte der byzantinischen Tradition, aber auch neuere russische Texte zur Kirchenpolitik. Enthalten sind u.a.: I. Kozmo grafiya rim’skaya (In späterem handschriftlichen Vermerk auf dem Bl. 1 fälschlich als Kosmographie des Kosmas Indikopleustes benannt. Laut Vorwort eine Übersetzung aus dem Syrischen. Eine Identifizierung des wohl neueren Textes war uns nicht möglich). – II. (A hi hiti) sirech’ besedoslovie (Katechismus). – III. O bozheya svyashchennyh pisanij i o svyatyh pravil sobranij velikago gosudarya svyatleishago Filareta Nikiticha patriarha carstvuyushchago grada moskvy i vsea rusi i okreshchennyh latynskih ereseh. – IV. O izderzhanii Ignatiya patriarha. – Außerdem enthalten sind viele Texte der Konzile und Kirchenväter, überwiegend zu kanonischen Richtlinien für bildliche Darstellungen, Bücherkorrekturen sowie auch eine architektonische Diskussion (Lestvica sobrany vlastem’ carstvuyushchago grada Moskvy). – Überwiegend 18 Zeilen. Tinten schwarz und rot. Ausführung von sechs oder mehr verschiedenen Händen. Teils unleserliche Inventarnotiz auf Bl. 1 verso (pamyat. Svyatogo Petra?).- Die kompilierten Texte erlaubten es ranghöheren Geistlichen, im kirchenpolitischen Diskurs auf kanonische Argumente zu verweisen. – Spätere Blattweiser abgerissen. – Vorsätze erneuert, durchgehend fleckig und wasserrandig, Block mehrfach gebrochen, teils mit Randläsuren (erstes Blatt stärker betroffen).

Lot 1024 Sammlungskatalog – Charavay, Étienne
Lettres autographes composant la collection de M. Alfred Bovet. Ouvrage imprime sous la direction de Fernand Calmettes. 2 Bände in 1 Band. Mit 49 faksimilierten Tafeln und zahlreichen Faksimiles im Text. Paris, Librairie Charavay, 1887. LVI, 880 S. 29,5 x 23 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (etwas berieben, Deckel mit kleinen Bezugsfehlstellen). [#]
Result 240 €
Eins von 500 nummerierten Exemplaren. – Vorsatz mit eigenhändiger Widmung von Alfred Bovet. – Der Schweizer Bibliophile Alfred Bovet brachte eine der bedeutendsten Autographensammlungen zusammen. Verzeichnet sind 2137 Autographen, meist mit einer Schriftprobe. Die umfangreichen Kommentare vermitteln stets den historischen Kontext mit Nachweis der Provenienz und machen das Werk zu einem kulturgeschichtlich-biographischen Dokument.- Titel gestempelt, sonst sehr gutes Exemplar.

Lot 1025 Schumann, Clara
Eigenhändige volle Unterschrift auf Porträt-Original-Photographie. Vintage. Albuminabzug. Montiert. Frankfurt, Studio Rabending, um 1890. Abzug: 13,5 x 10 cm, Träger: 16,5 x 11 cm.
Result 2200 €
Provenienz: Sammlung eines Kölner Musik- und Literatur-Redakteurs. – Abzug minimal braunfleckig, insgesamt gut.

Lot 1026 Uhland, Ludwig
Eigenhändiger, halbseitiger Brief an einen Johann Baptist Ningna (?) in Zepfenhan. Deutsche Handschrift auf Papier. Tübingen, 11. Jan(uar) 1857. 20,5 x 16 cm. [#]
After-Sale Price 200 €
Verso von Uhland adressiert, zweifach gestempelt (Tübingen und Rottweil, Zepfenhan ist heute ein Stadtteil von Rottweil). Eigenhändig signiert “Dr. L. Uhland”. Uhland moniert einen Zinsrückstand von 41 Gulden und fordert “eiligst zur Zahlung” auf. – Gefaltet, etwas knickspurig, Siegel fehlt, kleine Fehlstelle im weißen Rand im Bereich der Siegelung, sonst recht gut.

Lot 1027 Werner, Ludwig
Logbuch des Oberbootsmaates an Bord der Gorch Fock. Deutsche Handschrift auf Papier. Mit montierten Postkarten und Originalphotos. 1937. Ca. 50 Bl. 27 x 22 cm. Oriignal-Halbleinwand (gering bestoßen). [#]
Result 400 €
Dokumentiert den Dienst an Bord im Rahmen eines Lehrganges im April und Mai 1937. Beigegeben: Verleihungsurkunde über eine Erinnerungsmedaille von Dezember 1939; 4 Postkarten; Originalphoto der Besatzung; gedrucktes Unterrichtsheft für die Gorch Fock; 3 teils fragmentarische Zeitungen. – Meist etwas gebräunt und braunfleckig, ordentlich.