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Lot 339 Agathias Scholasticus
De bello Gotthoru(m), & aliis peregrinis historiis temporum suoru(m), per Christophoru(m) Persona Romanum e graeco in latinum traductus. Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre von Hans Weiditz (datiert: 1518) und vielen floralen Holzschnitt-Initialen. Augsburg, S. Grimm & M. Wirsung, 1519. 82 nn. Bl. 20,8 x 15 cm. Modernes Schweinsleder mit etwas Blindprägung und goldgeprägtem Rückentitel. [*]
After-Sale Price 400 €
Zweite Ausgabe, zuerst 1516 in Rom erschienen. – VD 16 A 612 – Adams A 325 – Panzer VI, 156, 165 – Zapf 76. – Die schöne, 1518 datierte Titeleinfassung ist abgebildet bei Pflugk-H., Tafel 14 und, mit vorliegendem Titel, bei Johnson, Tafel 23. – Stellenweise etwas fleckig, Bl. H3r mit älteren Marginalien, die letzten acht Blatt mit Wasserfleck in der oberen Außenecke.

Lot 340
Agenda Ecclesiae Moguntinensis. Mit 2 ganzseitigen Holzschnitten. Mainz, Franz Behem für Theobald Spengel, 1551. 20 nn. Bl., 139 num. Bl., 3 nn. Bl. 26 x 18 cm. Blindgeprägter Schweinslederband über Holzdeckel (stark berieben, Rücken fehlt, Vorderdeckel lose, ohne Schließen). [*]
Result 240 €
VD16, A 719 – Schottenloher 31277. – Zweite Mainzer Kirchenagende des 16. Jahrhunderts. – Druck in Rot und Schwarz. Mit Holzschnitt des Wappens von Erzbischof Sebastian von Heusenstamm und einer Kreuzigungsdarstellung. – Exlibris, Besitzerstempel und alte Namenseinträge auf Titel, teils fleckig und gebräunt, letzte 5 Blatt mit Wurmfraß, letztes Blatt stärker, vereinzelte Anstreichungen und alte Annotationen.

Lot 341 Albertus Magnus (Pseudo)
Postillatio in Apocalypsim. Basel, Jacobus von Pforzheim, 1506. 136 nn. Bl. 21,5 x 16 cm. Flexibler etwas späterer Manuskripteinband (gebräunt, etwas ausgebunden). [*]
Result 600 €
Seltene Postinkunabel. – VD 16 A 1350 – Graesse I, 55 – BM, German books 14 – van der Vekene 2: “Bernhard von Luxemburg war Herausgeber dieser Kommentare zur Apokalypse, die Albertus Magnus fälschlich zugeschrieben wurden. Er verfaßte hierzu auch eine kurze Vorrede.” – Wegen seiner Popularität wurden im 15. und 16. Jahrhundert zahlreiche Schriften fälschlicherweise Albertus Magnus zugeschrieben. – Name auf Vorsatz und Titel, leicht gebräunt, das letzte Blatt mit Randfehlstellen (ohne Textverlust).

Lot 342 Biblia gallica – Scheuchzer, Johann Jakob
Physique sacrée, ou Histoire-Naturelle de la Bible. 8 Bände. Mit gestochenem Frontispiz, 3 gestochenen Porträts, 760 Kupfertafeln (auf 758 Blättern, davon 5 doppelblattgroß und 1 teilkoloriert), 8 (5 gestochenen) Titelvignetten und 8 gestochenen Kopfvignetten. Amsterdam, Schenk und Mortier, 1732-37. 41,5 x 27 cm. Lederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln, Rückenvergoldung, Deckelfileten sowie Steh- und Innenkantenvergoldung (Kanten etwas berieben, Ecken etwas bestoßen, Rücken aufgehellt, 2 Kapitale mit schmaler Fehlstelle). [*]
Result 7000 €
Einzige französische Ausgabe. – Nissen ZBI 36662 – Brunet V, 198. – Vollständiges Exemplar der prachtvoll illustrierten Kupfer-Bibel. – Die Kupfer wurden u.a. von Sperling, Corvinus, Friedrich, Heumann, Sedlezky und Tyroff nach Vorlagen des Züricher Malers Johann Melchior Füssli angefertigt. – Mit Illustrationen aus zahlreichen Bereichen, darunter Botanik, Zoologie, Astronomie, Geographie, Architektur, Emblematik und Religion. Die Darstellungen meist mit aufwändigen Rahmeneinfassungen mit Blatt-, Ranken- und Muschelwerk. – Der Schweizer Naturforscher und Arzt Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) wurde vor allem durch seine Deutung von Fossilien als Überbleibsel der Sintflut bekannt. – “Besonders bemerkenswert sind S.s einzigartig gebliebenen Versuche einer naturwissenschaftlichen Exegese der Hl. Schrift, nämlich die ‘Jobi Physica Sacra’ (1721) und sein Spätwerk, die vierbändige ‘Physica Sacra'” (NDB XXII, 711). – “In Scheuchzer’s gigantic work, the Baroque attains, philosophically as well as artistically, its high point and its conclusion” (Faber du Faur, 1855). – Die Kupfer 37-39 auf einem Doppelblatt – Gestochene Wappen-Exlibris. – Die Tafeln in den Bänden 1-6 in geringfügig kleinerem Format (ca. 38,5 x 22,5 cm) als die Textblätter (40,5 x 24,5 cm). – Text teils geringfügig stockfleckig und gebräunt, Tafeln kaum betroffen.

Lot 343 Biblia germanica
Die Propheten alle Teutsch, D. M. Luther. Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre. Lüneburg, Johann und Heinrich Stern, 1627. Titel, 590 S. 12,5 x 6,5 cm. Ohne Einband.
Result 4000 €
VD17 23:673454R – STC B 1016 (Exemplar auf Pergament) – Strohm E 741 – Graesse I, 379. – Dritter Teil der bei Stern in Lüneburg gedruckten Taschenbibel, hier eines den wenigen Exemplare, die vollständig auf Pergament gedruckt wurden. – Wir können nur zwei weitere Exemplare auf Pergament nachweisen, nämlich das in der British Library übernommene des Sammlers Lord Spencer: “Il en existe un exemplaire, tiré sur vélin, chez Lord Spencer” (Graesse). Ein weiteres Exemplar ist in der Königlichen Bibliothek in Dänemark nachweisbar. – Titel mit zwei Randeinrissen und einer Randfehlstelle mit leichtem Bildverlust, das zweite Blatt mit kleinem Loch mit leichtem Textverlust, die erste Lage stärker gewellt (hier zwei Blatt im unteren Rand verklebt), durchgehend etwas gewellt und nur teilweise etwas stärker gebräunt, das letzte Blatt stärker gebräunt und mit kleinen Randläsuren.

Lot 344 Biblia latina
Biblia sacra Veteris et Novi Testamenti, secundum editionem Vulgatam. 3 Teile in 1 Band. Mit Holzschnitt-Titelbordüre, 4 (3 gefalteten) Holzschnitt-Karten und 188 Textholzschnitten von Tobias Stimmer sowie großer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Basel, (T. Guarinus), 1578. 16 nn. Bl., 612 S., 251 S., 3 Bl., 224 S., 36 Bl. 21 x 14,5 cm. Lederband (18. Jahrhundert) mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Deckel und Kapital mit Wurmspuren, unteres Kapital mit kleiner Fehlstelle, Ecken bestoßen). [*]
Result 300 €
Erste Ausgabe der kleinformatigen Bibel mit den schönen Holzschnitten von Tobias Stimmer. – VD 16 B 2644 – Adams B 1066 – Bibelsammlung Württembergische Landesbibliothek D 862. – Die Karten zeigen das Paradies, das Heilige Land (2, davon eine mit Ägypten und das östliche Mittelmeer. – Die Holzschnitte teilweise in schwachen Abdrucken, teilweise mit schwachen Wasserflecken im Rand, teilweise alte Unterstreichungen und Randanmerkungen, 2 Blatt Register lose und etwas angerändert.

Lot 345 Biblia polyglotta
Evangelische Deutsche Original-Bibel. Das ist: Die gantze heilige Schrift Altes und Neues Testament dergestalt eingerichtet, daß der hebräische oder griechische Grundtext und die deutsche Übersetzung Martin Luthers neben einander erscheinen, die Blätter aber mit den Seiten der so gemein gewordenen Cansteinischen Bibel übereintreffen … Nebst einer Vorrede Johann Muthmanns. 2 Bände. Mit gestochenem Frontispiz von Bernigeroth und 2 Textkupfern. Züllichau, Verlag des Waisenhauses bei G. B. Frommann 1740 (“Zweyter Theil”) und 1741. 64 S. (inklusive Frontispiz), 667 num. Bl.; 2 Bl., Bl. 669-1079, XXXII S., 308 num. Bl., 2 Bl. 24,5 x 19 cm. Pergamentbände der Zeit (etwas berieben und fleckig, Kanten leicht bestoßen, 1 Kapital leicht eingerissen). [*]
Result 200 €
Darlow-Moule 4237 und 4744 – Bibelsammlung der Württ. Landesbibliothek Stuttgart E 1386. – In der Doppelblattpaginierung der Canstein’schen Bibel von 1712. – Unrevidierte vollständige Bibelübersetzung der Deutschen Bibel Martin Luthers (1546) mit hebräisch-deutschem Paralleltext. – Stellenweise etwas braunfleckig, vereinzelte Randnotizen von alter Hand, 6 Blatt im Rand mit Tintenflecken.

Lot 346 Blanckwalt, Justus (Übersetzer)
Der Seelen Schatz, darinn ein jeder Christenmensch, under einem lieblichen unnd gantz lustigen Gesprech, gelert und underwisen, Gott zu erkennen, zu förchten, und auß grund seines hertzens zu lieben, unnd durch solche Gottselige mittel die ewige Seligkeit zu erlangen. Auß Frantzösischer in hochteutsche Sprach verdolmetscht (von Justus Blanckwalt). Dillingen, Sebald Mayer, 1559. 127 nn. Bl. 16 x 10 cm. Flexibler Pergamentband der Zeit mit Schließbändern und gepunztem Schnitt sowie altem kalligraphischen Rückentitel (etwas gebräunt). [*]
Result 200 €
Seltener Dillinger Druck. – VD 16 D 605. – Widmung/Epistel “1551” datiert. – Justus Blanckwalt’s Name ist vor allem mit der frühesten gedruckten Ausgabe von Briefen Hildegards von Bingen bekannt, die im Jahre 1566 in Köln erschien. Sonst ist wenig über ihn in Erfahrung zu bringen. “Blanckwalt stammte aus Antwerpen, sein Geburtsdatum liegt im Dunkeln. In Köln erwarb Blanckwalt sich den Titel eines Lizentiaten der Theologie, Jöcher bezeichnet ihn darüber hinaus als Canonicus. Blanckwalt verstarb am 16. März 1600.” (M. Embach. Die Schriften Hildegards von Bingen. Berlin 2003, S. 191ff.). – Vorsatz mit Stempel und Titel mit handschriftlichem Besitzeintrag einer Klosterbibliothek. Gutes Exemplar.

Lot 347 Botero, Giovanni
Allgemeine Weltbeschreibung, Das ist: Eigentliche und warhafftige Erzehlung aller der gantzen Welt vornembster Landschafften, Stätten und Völckern sampt derselben sonderbaren Gebräuchen und Eigenschafften. Zwei Teile in einem Band. Köln, Johann Gymnich Erben, 1596. 2 Bl., 356 S., 2 Bl.; 5 Bl., 93 Bl. 24 x 17 cm. Flexibler rostrot gefärbter Pergamentband der Zeit (Kapital bestoßen und 3 cm eingerissen). [*]
Result 700 €
Erste anonyme deutsche Übersetzung. – VD 16 B 6801 – Hausmann I, 0203 – Meurer 66ff. – vgl. Sabin I, 337ff (ohne diese Ausgabe). – Der 1. Teil enthält die Beschreibung der damals bekannten Welt, der 2. Teil beschreibt Herrscherhäuser und Regierungsformen. – Die im Titel angegebenen Karten und Kupfer nicht vorhanden, laut Hausmann waren diese Angaben vermutlich für eine andere Ausgabe bestimmt. Auch alle Vergleichsexemplare ohne Kupfer. – Exlibris, etwas gebräunt bzw. fingerfleckig.

Lot 348 Cheffontaines, Christophe de
Fidei maiorum nostrorum defensio qua haereticorum saeculi nostri astus ac stratagemata deteguntur. Antwerpen, C. Plantin, 1575. 16 Bl., 378 S., 12 Bl. (das letzte weiß). 17,5 x 11 cm. Flexibler Pergamentband der Zeit. [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe bei Plantin. – IA 136, 120 – Voet 916: “Theological treatise on the ‘defense of the belief of our ancestors’ against the heretics”. – Es ist nicht ganz einfach, Näheres über den Autor zu erfahren. Christophe de Cheffontaines wurde 1512 im Bistum von Lyon geboren, trat in den Orden der Franziskaner ein, lehrte Theologie in Rom und wurde 1571 zum General seines Ordens gewählt. Anschließend visitierte er die reformbedürftigen Provinzen. Es heißt, dass er während der Reformationswirren in Frankreich durch seine Schriften die Katholiken in ihrem Glauben bestärkt habe. 1586 wurde er zum Erzbischof von Caesarea ernannt. Da er angeblich die bischöflichen Funktionen in der Diözese Sens in Abwesenheit des regulären Amtsinhabers ausübte, wurde Cheffontaines beschuldigt, ohne gebührende Autorität gepredigt zu haben. Er ging nach Rom, um sich zu rechtfertigen. Im Laufe von fünf Jahren wandte er sich sukzessive an fünf Päpste, Sixtus V., Urban VII., Gregory XIV., Innocent IX. und Clement VIII. und erhielt schließlich Briefe vom Papst, die seinen Feinden Schweigen verhängten. Er starb in Rom am 26 Mai 1595. – Gering gebräunt.

Lot 349 Comes (Conti), Natale
Universae historiae sui temporis libri triginta ab anno salutis nostrae 1545. usque ad annum 1581. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Venedig, Damianum Zenarum, 1581. 14 (1 weißes) Bl., 683 S., 14 Bl. 37 x 24 cm. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln (fleckig, ohne Schließen, kleine Fehlstellen im Bezug, Kapitale leicht eingerissen).
Result 420 €
Seltene erweiterte zweite Ausgabe. – Adams C 2438 – Ebert 387 – Das zweite Hauptwerk der venezianischen Gelehrten Natale Conti (1520-1582) enthält u.a. eine Chronologie der Türkenkriege. In der vorliegenden zweiten Ausgabe wurde der Berichtszeitraum erweitert. – “Included is an account of Vespucci” (Alden-L. 581/19). – Exlibris von Max Hesselberger. – Titel mit leichten Randläsuren, die ersten 15 Blätter etwas wasserrandig, sonst kaum fleckig.

Lot 350 Dante Alighieri
Le terze rime Lo Inferno E’L Purgatorio E’L Paradiso. Venedig, Aldus Manutius August 1502. 231 (statt 244) nn. Bl. 15,5 x 9,5 cm. Lederband des 18. Jahrhunderts mit Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückenschild (etwas berieben, Rücken mit wenigen Wurmlöchern).
Result 700 €
Erste Aldus-Ausgabe und erste Dante-Ausgabe im handlichen Oktavformat. – Adams, D 83 – Brunet II, 500 – Goldsmith I, 43 – Graesse II, 329 – Ebert 5694. – Nach einem von Bembo mitgeteilten Manuskript abgedruckt. Die Textfassung nach dem Bembo-Manuskript galt für drei Jahrhunderte. – Ohne die Blätter a1-8, C1 und H1-4, Teil 3 ohne ein weißes Blatt, Lage b in geringfügig kleinerem Format (wohl aus einem anderen Exemplar), Blatt p2 mit ergänztem Eckabriss, Blätter p6-8 verbunden (nach Lage s), Innenspiegel mit Notizen, stellenweise etwas braunfleckig und schwach wasserrandig.

Lot 351 Dante Alighieri
Opere. Con suoi comenti (di C. Ladino) recorrecti con ogne diligentia (per F. da Figino). Mit Holzschnitt-Bordüre mit Vignette sowie 96 (statt 99) Textholzschnitten. Venedig, B. Stagnino 28. März 1520. 423 (statt 441, recte 440) Bl. 21 x 15,5 cm. Flexibler Pergamentband der Zeit mit handschriflichem Rückentitel (etwas fleckig, ohne Schließbänder).
Result 900 €
Dritte Ausgabe, erstmals 1512 erschienen. – Sander 2325 – BM, Italian Books, 209 – Adams, D 87 – Graesse II, 239. – Die Holzschnitte sind von denen der Ausgabe 1491 inspiriert und stammen von mindestens zwei verschiedenen Künstlern. – De Batines I, 78-79: “Edizione in caratteri corsivi, rara e molto stimata”. – “Besides the Commedia the only other works in the volume are the ‘Credo’, ‘Pater Nostro’, and ‘Ave Maria’… (Mortimer 144). – Ohne die ersten 12 nn. Blätter (AA1-12) sowie a2, qq7-8, xx8, E7-8. Mehrere Blätter aus einer kleineren Ausgabe eingebunden. – Erstes Blatt mit kleineren Randfehlstellen, stellenweise braunfleckig und wasserrandig, vereinzelte Randläsuren und Anstreichungen von alter Hand.

Lot 352 Franck, Sebastian
Weltbuch: spiegel und bildtniß des gantzen erdbodens … in vier bücher, nemlich in Asiam, Aphrica(m), Europam, und America(m), gstelt und abteilt … vormals dergleichen in Teütsch nie außgangen. Tübingen, U. Morhart, 1534. 6 nn. Bl., num. Bl. 3-237 (so vollständig), 9 nn. Bl. (erstes und letztes weiß). 29,5 x 19,5 cm. Pergamentband (19. Jahrhundert). [*]
Result 2000 €
Erste Ausgabe, dritter Druck. – VD 16 F 2170 – Kaczerowsky A 76 – Alden-L. 534/9 – vgl. Goedeke II, 11, 17 (1. Druck) und Sabin 25468 (2. Druck). – Die drei Drucke der Erstausgabe unterscheiden sich vor allem durch den Satz der Vorrede Francks. Vorliegend mit allen von Kaczerowsky genannten Kennzeichen des dritten und seltensten Drucks. – Das Weltbuch ist eines der Hauptwerke des bedeutenden Humanisten und Freidenkers und zugleich die erste in deutscher Sprache geschriebene Kosmographie. Vermutlich 1532 verfasst, ist sie erst im Herbst 1534 mit der Druckerlaubnis des Reformators Ambrosius Blarer in Tübingen gedruckt worden, obwohl Franck zu dieser Zeit schon in Ulm lebte und drucken ließ. – Das vierte Buch (Blatt 210v-237v) behandelt auf 55 Seiten Amerika und dürfte die bis dahin umfassendste Darstellung jener Länder sein, in der auch die Reisen von Columbus, Vespucci und Cortes beschrieben werden. – Gering fleckig bzw. fingerfleckig, stellenweise leicht gebräunt, vereinzelte schwache Feuchtigkeitsränder, Innengelenke und erste Blätter im Bund mit Wurmspuren, gelegentlich alte Anmerkungen, Titel mit rasiertem alten Besitzvermerk. Insgesamt gutes Exemplar der sehr seltenen Ausgabe.

Lot 353 Gerson, Johannes
Secunda pars operu(m) (von 4). Mit Holzschnitt-Titelbordüre von Hans Baldung Grien und blattgroßem Holzschnitt verso Titel (A. Dürer zugeschrieben). Straßburg, Knobloch, 1514. 226 Bl. 33 x 21,5 cm. Blindgeprägter Ganzledeband der Zeit (berieben, Ecken stärker bestoßen, Kapitale mit Fehlstellen, Wurmgänge, Schließen fehlen).
Result 600 €
Teil 2 der Gesamtausgabe des Theologen, Mystikers und Kanzlers der Pariser Sorbonne. – VD 16 J 560 – Adams G 501 – Schmidt, Knobloch 87 – Muller 128, 132 – Hollstein VII (Dürer), 251. – Die Titelbordüre von Hans Baldung mit Putten und Affen in rankenden Weinreben war erstmals in der Poggio Ausgabe von 1511 erschienen. Der prächtige, Dürer zugeschriebene Holzschnitt zeigt Gerson als kräftig ausschreitenden Wandersmann mit dem Wappen in der Hand und in Begleitung seines Hundes. – Schöner zweispaltiger Druck. – Titel mit zwei Besitzeinträgen von Klöstern, drei Blatt mit Ausriss im weißen Rand, wenige kleine Randeinrisse, durchgehende kleine Wurmspuren (zu Schluss hin etwas stärker), nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 354 Gobler, Justinus
Institutiones imperiales latinogermanicae. Die vier Bücher Institutionum Keisers Iustiniani, der jügent im Keiserlichem Rechten zum anfang und underweisung geschrieben. Titel mit Holzschnitt-Vignette (Wappen Kaiser Ferdinands I.). Köln, Quentel Erben und Calenius, 1565. 7 Bl., 620 S., 2 weiße Bl. 16,5 x 10,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband über Holzdeckeln (datiert 1568) mit 2 Metallschließen (etwas berieben und bestoßen, gebräunt, Kapital mit schmaler Fehlstelle, vorderes Gelenk etwas angeplatzt). [*]
Result 300 €
Lateinisch-deutsche Parallelausgabe. – Stintzing-Landsberg I, 584, 7. – Die Anwendung des Corpus Juris Civilis war im ersten Viertel des 16. Jhdts. in der Gerichtspraxis auch für die ungelehrten Richter unerlässlich geworden. Dadurch erhielten die Institutiones, das dazu gehörige Einführungswerk, besondere Bedeutung, da ihre Kenntnis die Voraussetzung für den Gebrauch des ganzen Gesetzeswerkes bildet. Murners Übersetzung der Institutionen von 1519 wurde ab 1536 durch die von Fuchsberger und ab 1551 durch die von Gobler abgelöst (vgl. Kaspers, Vom Sachsenspiegel zum Code Napoleon, S. 98). Goblers literarisches Werk ist von enormer Bedeutung für die Rezeption (vgl. Sauer & Auvermann, Kat. 14/1972, Europ. Rechtsgeschichte, Nr. 1671). Gobler war u.a. Kanzler des Bischofs von Münster und Nassauischer Rat. – Alte Namen auf dem Titel, gering fleckig, untere Ecke von Blatt 2 mit hinterlegtem Ausriss mit etwas Textverlust.

Lot 355 Hedio, Caspar
Chronica der Alten Christlichen Kirchen: I. Historia Ecclesiastica Eusebii Pamphili Cäsariensis xi. Bücher. II. Historia Ecclesiastica Tripartita, Sozomeni, Socratis, und Theodoreti xii. Bücher. III. Historia Ecclesiastica, sampt andern treffenlichen geschichten, die zuvor in Teütscher sprach wenig gelesen sind, auch vii. Bücher. Von der Zeit an, da die Historia Ecclesiastica Tripartita auffhöret, das ist, von der jarzal an CCCC. nach Christi geburt, biß auff das jar M.D.XLV. Mit vegetabiler Holzschnitt-Titelbordüre und 1 ganzseitigen Textholzschnitt. Straßburg, (W. Köpfel), 1558. 10 nn., 266 (recte 264) num. Bl., num. Bl. 300-485, 8 nn. Bl. (so komplett). 32,5 x 21,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit mit 2 Metallschließen (etwas beschabt, unteres Kapital restauriert, eine Schließe erneuert). [*]
Result 550 €
Eine von drei im selben Jahr in Straßburg erschienenen Ausgaben. – VD 16 E 4287 – nicht bei Adams. – Bedeutend erweiterte Fassung der erstmals 1530 aufgelegten Kirchenchronik, welche sich im Wesentlichen auf die Werke von Eusebius, Sozomenos und Theodoret stützt und von Hedio bis auf das Jahr 1545 fortgeführt wurde. – Besitzvermerk von alter Hand, datiert 1752, auf Vorsatz.- Wenige Blatt mit schwachem Feuchtrand oben, teils gebräunt bzw. etwas stockfleckig.

Lot 356 Herodot
Delle guerre de Greci et de Persi. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und am Schluss. Venedig, Nicolini di Sabbio für Sessa, 1533. 8 nn., 324 num. Bl. 15,5 x 10 cm. Lederband (18. Jahrhundert) mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben, kleine Wurmgänge am Kapital).
After-Sale Price 240 €
Erste italienische Ausgabe. – Adams H 412 – Gamba 1096 – Hoffmann II, 238. – Übersetzt von dem Dichter Mattheo Maria Boiardo (ca. 1441-1494), dessen bekanntestes Werk der ‘Orlando innamorato’ ist, der aber auch zahlreiche antike Texte aus dem Lateinischen übersetzte. – Stempel auf Vorsatz und Titel, Titel mit ausgestrichenem Namen, die ersten und letzten Blatt etwas gebräunt bzw. schwach wasserfleckig. Gutes Exemplar.

Lot 357 Hoffmeister, Johann
Verbum Dei carnem factum, hoc est, Iesum Christum servatorem nostrum, ecclesi(a)e suae unicum propiciatoriu(m) ac perpetuum esse sacrificium, assertio. Item expositio precum ac ceremoniarum, quarum usus in quotidiano sacro. Mit Holzschnitt-Titelbordüre, ganzseitigem Holzschnitt verso Titel, Holzschnitt-Initalen und kleinem Holzschnitt-Signet am Schluss. Mainz, Franz Behem, 1545. 4 Bl., 220 S., 2 Bl. 20 x 15 cm. Blindgeprägter brauner Lederband der Zeit (berieben und bestoßen, wasserfleckig, ohne die 4 Bindebänder, Gelenke teilweise angeplatzt, Kapitale mit Fehlstellen). [*]
After-Sale Price 240 €
Erste Ausgabe, Variante mit Titelbordüre. – VD 16 H 4280 – Adams H 669 – vgl. VD 16, ZV 8071, Adams H 668 und Widmann 77, 2 (Variante ohne Titelbordüre). – Der Verfasser, ein 1509 oder 1510 in Oberndorf am Neckar geborener, 1547 in Günzburg gestorbener Augustinerpater und Kontroverstheologe, war seit 1543 Provinzial der rheinisch-schwäbischen Ordensprovinz. – Leicht gebräunt, teilweise wasserfleckig, Titel mit altem Besitzvermerk eines Petrus Cicurinus.

Lot 358 Hugo de Sanct Victor oder Domenico Cavalca
Trattato della patientia, p il reuerendissimo Vgone Cardinale di santo Vittore composto, & nouamente da altri dotti huomini reuisto, & con somma diligentia corretto, & emendato. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und Druckermarke auf dem letzten Blatt. Venedig, Sessa, 1541. 72 nn. Bl. 15,5 x 11 cm. Flexibles Pergament der Zeit unter Verwendung einer alten Handschrift mit kleinen Initialen in Rot, Blau und Gold (leicht fleckig). [*]
After-Sale Price 200 €
EDIT/C 2372 – nicht bei Adams und BM STC – Jöcher II 1762. – In den Bibliotheken wird als Verfasser dieses Titels sowohl Hugo de Sanct Victor als auch Domenico Cavalca angeführt. – Domenico Cavalca (1270-1342), Dominikaner, kompilierte eine ganze Reihe von Schriften und war so populär, dass ihm später einige Werke zugeschrieben wurden, die er nie verfasst hat. Umgekehrt war es, um die Aufmerksamkeit der Leser zu erwecken, seinerzeit durchaus nicht unüblich, sich auf angebliche Schriften berühmter und anerkannter Persönlichkeiten zu berufen und diesen (eigene) Texte zu unterschieben. – In der maßgeblichen Bibliographie der Werke von Victor von St. Hugo gibt es jedenfalls keinen Hinweis auf eine Abhandlung von diesem über die Patientia, und nichts deutet bisher darauf hin, dass er eine solche verfasst haben könnte. – In den unteren Ecken vereinzelt leicht fingerfleckig, Titel mit kleinem Eckabriss und restauriertem kleinen Loch (minimaler Bildverlust).

Lot 359 Inkunabel – Avienus, Rufus Festus
Carmina. Flaviano Myrmeico v. c. suo salutem. Ed. Victor Pisanus. Mit 38 Holzschnitten. Venedig, Antonio de Strata, 25. X. 1488. 115 (von 122) nn. Bl. 19,5 x 14 cm. Späterer flexibler Pergamentband (etwas gebräunt, wenig fleckig). [*]
Result 1900 €
Erste Ausgabe. – GW 3131 – HC 2224 – BMC V, 294 – Pell 1673. – Ohne die Blätter a1(weiß)-a3, p1-2, p7-8(weiß). – Blatt g8 weiß. – Blatt b1 mit Eckausriss und Textverlust. Anfangs lose, einige Blätter stärker gebräunt bzw. wasserrandig, wenige Anstreichungen und alte Annotationen.
First edition. – With 38 woodcuts. Somewhat later full vellum (with some browning and staining). – Lacking leaves a1 (blank)-a3, p1-2, p7-8(blank). – G8 blank. – b1 with loss of corner and some loss of text. Loose in the beginning, a few leaves browned and with some dampstaining, a few old annotations and underlinings.

Lot 360 Inkunabel – Carcano, Michael de
Sermonarium de Penitentia Adventum et Quadragesimam. Durchgehend rubriziert mit zahlreichen großen und kleinen Lombarden in Rot. Venedig, Georgius de Arrivabene, 28. IX. 1496. 256 (statt 258) Bl. 2 Spalten. 48 Zeilen. 19 x 13 cm. Brauner, blindgeprägter Kalbslederband der Zeit mit Messingschließe, Rollenstempel (springende Hirsche) auf dem Vorderdeckel, oben der gotische Schriftzug “S. Michaelis” in moderner Leinenkassette (Kanten, Rücken und Gelenke etwas berieben und brüchig, Rücken mit kleinen Fehlstellen).
Result 1500 €
Zweite Ausgabe der Predigtsammlung des Michael von Mailand. – Hain 4507 – GW 6132 – Polain 100 – Proctor 4932 – Walsh 2140. – Eine Predigt war als Heilmittel gegen die Pest gedacht. – Die Lombarden meist über mehrere Zeilen. – Die fehlenden Blätter 76 und 77 auf altem Papier sehr gut faksimiliert und beigebunden. – Exlibris. – Innenspiegel mit einer Musikhandschrift des 15. Jahrhunderts beklebt. – Titel mit Notiz von alter Hand, ca. 20 Blätter etwas wasserrandig, etwas braunfleckig und wurmspurig, meist nur die Ränder betreffend, vereinzelt leichter Buchstabenverlust, einige Blätter neu angefalzt, letztes Blatt verso mit alter montierter Beschreibung.

Lot 361 Inkunabel
Missale Benedictine religionis Monachorum cenobij Mellicensis. Mit 8 zusätzlich eingebundenen Blättern des Kanons auf Pergament mit 1 ganzseitigen Holzschnitt und 1 Holzschnitt-Initiale von Michael Wohlgemuth und zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Nürnberg, Georg Stuchs, ca. 1499. 7 (von 8) nn. Bl., CLXX, 1 (von 2) nn. Bl. Schwarz/Rot gedruckt. Zweispaltig, 38 Zeilen, gotische Type. Mit 14 (7 ausgemalten) Holzschnitt-Initialen. 37 x 26 cm. Neuerer Einband unter Verwendung einer Pergamenthandschrift. [*]
Result 2300 €
Hain/Copinger 11325 – Goff M 633 – GW M24125 – VDM 1466 – Die zusätzlichen Pergamentblätter sind eingebunden zwischen Blatt CX und CXI. Das große Kanonbild Christus am Kreuz und die Initiale T, Jakob und Isaak, werden dem Lehrer von Albrecht Dürer, Michael Wohlgemuth, zugeschrieben. – Die fehlenden Blätter, Titelblatt und letztes Blatt, durch Faksimiles auf altem Papier ersetzt. Die Blätter 143, 151, 158 und 170 wohl von einem anderen Exemplar ergänzt. Die sechs Kalenderblätter und wenige andere Blätter mit restaurierten Fehlstellen. Vier Blätter mit Braunflecken. Im unteren Rand meist etwas fingerfleckig. Blatt 134 und 135 verbunden. Blatt 89 umgekehrt eingebunden.

Lot 362 Inkunabel – Sandeus, Felino Maria
(Prima super Decretalium). Teil 1 (von 2?). Mit Holzschnitt-Initialen. Zweispaltig, 80 Zeilen. (Ohne Ort und Verlag), 1482. Bl. 2-243 (von 244?). 42 x29 cm. Alter Manuskriptband (berieben und bestoßen, Bezugsfehlstellen, hinterer Deckel lose).
After-Sale Price 1600 €
Für uns bibliographisch und über KVK nicht nachweisbar. – Ohne Titelblatt und ohne das letzte Blatt des Registers. – Teilweise leicht, die ersten und letzten Blatt etwas stärker wasserfleckig, Wurmgänge im weißen Rand, teilweise etwas gebräunt.

Lot 363 Inkunabel – Schedel, Hartmann
Buch der Chroniken und Geschichten bzw. Liber chronicarum cum figuris et imaginibus. Folge von 2 (1 koloriert) Doppelblättern und 2 nicht kolorierten Einzelblättern. Nürnberg, um 1500. Blattgrößen: Von 40 x 28 cm bis 47 x 32,5 cm.
Result 1000 €
Vorhanden sind: Das kolorierte Doppelblatt mit der Ulm-Ansicht aus der deutschen Ausgabe. (Blatt 190/191); das Doppelblatt mit der Venedig-Ansicht aus der lateinischen Ausgabe (Blatt Blatt 153/154), Der Totentanz aus der lateinischen Ausgabe (Blatt 264), Erschaffung Evas aus der lateinischen Ausgabe (Blatt 6). – Das Totentanzblatt mit Wurmspuren (außerhalb der Darstellung, etwas gebräunt und fleckig).

Lot 364 Laetus, Erasmus Michael (das ist: Rasmus Glad)
De republica Noribergensium libri IIII. Ad amplissimum ac sapientissimum inclytae urbis Noribergensis senatum. Mit ganzseitigem Holzschnitt-Wappen verso Titel und großer Holzschnitt-Vignette am Ende. Frankfurt, Ch. Egenolffs Erben für A. Lonicer u.a., 1574. 20 nn., 63 num. Bl. 20,2 x 16 cm. Neuer Pappband. [*]
Result 240 €
Erste und wohl einzige Ausgabe. – Richter 372 – VD 16 G 2145 – Lucius 107 – Nielsen II, 669 – Ehrencron-Müller III, 227 – Pfeiffer 30401 – nicht bei Adams, Lentner und Pfister. – Rasmus Glad gilt als produktivster und erfolgreichster neulateinischer dänischer Dichter des 16. Jahrhunderts. – In den einleitenden Bemerkungen dieser ersten Stadtbeschreibung Nürnbergs durch einen Ausländer, der die Stadt charakterisiert, ohne sie je betreten zu haben, sinniert Laetus über die Funktion der Poesie. Ihre Aufgabe sei es, die Tugend zu fördern. Nürnberg sei ein einzigartiges Modell an Tugendhaftigkeit, deshalb müsse er davon erzählen. – Buch I beleuchtet die Kunstfertigkeit der Dichter. Der Regnitz folgend, die in den Main und dann in den Rhein fließt, wirft er einen Blick auf Städte, die ihm als Humanisten besonders am Herzen liegen (Bamberg, Straßburg, Speyer, Worms, Mainz, Bingen, Koblenz, Köln). – Buch II behandelt die Stadtgründung Nürnbergs und ihre Entwicklung bis zu seiner Zeit. – Buch III zeigt die einzigartigen Erfolge der Stadt, stellt einige ihrer Geschlechter vor, weist auf ihre Gewerbe hin, würdigt ihre Künstler und endet mit einer kurzen Beschreibung ihrer hohen Häuser, starken Mauern und Gräben sowie der Mühlen und Schmieden, die am Flussufer stehen. – Buch IV besteht aus einer Klage über die Hauptübel seiner Zeit (Trunksucht und luxuriöse Kleidung), die in der Idealstadt Nürnberg natürlich nicht anzutreffen sind. – Vgl. dazu Walter Gebhard, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 89. Band. 2002. S. 47-62. – Gleichmäßig leicht gebräunt. Gutes und sauberes Exemplar.

Lot 365 Lombardus, Petrus
Sententiarum libri IIII. Paris, Audoenus Parvus, 1557. 8 nn., 456 num., 2 nn. Bl. Ledereinband des frühen 18. Jahrhunderts mit kleinen goldgeprägten Rückenornamenten und goldgeprägten Deckelfileten (etwas fleckig, Ecken und Rücken fachgerecht restauriert). [*]
After-Sale Price 300 €
Seltener Pariser Druck. – Nicht bei Adams, STC, Brunet und Graesse. – Den Bibliographien unbekannter Druck von Petrus Lombardus’ Hauptwerk, mit einem “1537” datierten Vorwort. – Der in der Lombardei geborene Lombardus (?-1164) studierte in Bologna, Reims und Paris. 1159 wurde er Bischof von Paris. – “Sein Hauptwerk: ‘Sententiarum libri IV’, ward unzähligemal kommentiert und behauptete bis auf die Reformation ein fast klassisches Ansehen. In ihm erscheint zum erstenmal im Abendlande die Dogmatik zusammengeschlossen als ein systematisches Ganzes. Ihren Stoff bilden die Aussprüche der Kirchenväter, die dann unter Widerlegung der verschiedenen Einwendungen wissenschaftlich begründet werden sollen. Dies ist die Methode der Sententiarier geblieben” (Meyers, 6. Auflage, Band XV, S. 672). – Block neu aufgebunden, Vorsatz mit altem Besitzeintrag (“Henricus Goffin”) und Wurmgang, Titel mit altem Bibliothekseintrag, gelöschtem Besitzeintrag und kleinen Wurmlöchern (ohne Textverlust), etwas gebräunt, zwei Seiten mit wenigen alten Anstreichungen, wenige Blatt im Rand etwas knitterfaltig.

Lot 366 Luther, Martin
Der erste, dritte, vierte, fünfte, siebte, achte, neunte, und zehnte Teil der Bücher… (von 12) In 8 Bänden Mit 8 wiederholten Titelholzschnitten. Wittenberg, Krafft, Rhawen, Seitzen, Lufft und Klug, 1553-1558. Ca. 33 x 21 cm. Reich blindgeprägte Schweinslederbände der Zeit über Holzdeckeln mit jeweils 8 Messingeckbeschlägen und 2 Messingschließen (3 Bände mit 1 fehlenden Eckbeschlag, 1 Band mit 2 fehlenden Eckbeschlägen, 1 Band mit 1 fehlenden Schließe, 1 Band mit 2 fehlenden Schließen, etwas fleckig und bestoßen, Band 1 mit am Gelenk gerissenem Lederbezug und Fehlstellen am Rücken, 2 Bände mit eingerissenem Kapital, 5 Deckel mit wenigen Wurmlöchern).
After-Sale Price 2400 €
Verschiedene Auflagen und Drucker. – Der Titelholzschnitt zeigt Luther und Kurfürst Johann Friedrich unter dem Gekreuzigten. – Verschieden stark gebräunt, stellenweise etwas wasserrandig und fleckig, drei Bände mit angeplatzten Innengelenken, Bindung von Band 1 gelockert, die ersten und letzten Blätter teils etwas wurmspurig, die letzten 30 Blätter von Band 10 stark wurmspurig, stellenweise mit Randläsuren.

Lot 367 Luther, Martin
Sämtliche theils von ihm selbst Deutsch verfertiget, theils aus dessen Lateinischen ins Deutsche übersetzte Schrifften und Werke … mit verschiedenen in denen Altenburgischen und andern Tomis ermangelnden Schrifften vermehret und mit nöthigen Vorberichten versehen. 22 Theile und Register in 12 Bänden. Mit 22 wiederholten gestochenen Titelvignetten sowie 22 wiederholten gestochenen Kopfvignetten mit dem Porträt Luthers. Leipzig, Zedler, 1729-34 und Leipzig, Breitkopf, 1740 (Register). 33,5 x 22 cm. Pergamentbände der Zeit (Kanten teils etwas berieben, eine Kante mit schmaler restaurierter Fehlstelle, leicht fleckig). [*]
After-Sale Price 2000 €
Graesse IV, 300/01 – Knaake I, 34 – Goedeke II, 151. – Von J. G. Pfeiffer und Chr. F. Börner herausgegebene vierte, sogenannte Leipziger Gesamtausgabe mit dem häufig fehlenden, erst 1740 von J. J. Greiff verfassten Registerband. – “Cette ed. … contient outre les ècrits inserés dans l’ed. d’Altenb. et dans le suppl. de Zeidler plusieurs écrits de L. inédits et imprimés séparément, en outre quelques traduction de pièces latines” (Graesse). – Die gestochenen Kopfvignetten mit demselben Porträt Luthers in zwei Versionen von J. G. Mentzel, Porträtstecher in Leipzig. – Die ersten Bände dieses ersten Mammutunternehmens von Johann Heinrich Zedler erschienen bereits zur Leipziger Michaelismesse 1728, wohl weil er befürchtete, nicht rechtzeitig fertig zu werden, hatte der junge Verleger das Erscheinungsjahr 1729 eindrucken lassen. – Die Ausgabe erschien in “Pränumeration”, d.h. in verbilligter Vorauskasse. – Innenspiegel mit Exlibris “Frhr. von Wilmowski”, wohl Adolf Wilhelm Kurt Freiherr von Wilmowsky (1850-1941), deutscher Rittergutsbesitzer, Chef der Reichskanzlei, Oberpräsident der Provinz Schleswig-Holstein und Landeshauptmann der Provinz Sachsen. – Stellenweise etwas gebräunt bzw. braunfleckig, insgesamt schönes Exemplar.

Lot 368 Luther, Martin
Der Sechste Teil aller Bücher und Schrifften … vom XXXIII. Jar an, bis uber den anfang des XXXVIII Jars, geschrieben und im Druck ausgangen. Mit Titelholzschnitt-Vignette und ganzseitigem Textholzschnitt. Jena, Rödingers Erben, 1557. 6 nn., 583 num., 1 nn. Bl. 33 x 21,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln (berieben und etwas bestoßen, fleckig, ohne Schließen, etwas wurmspurig, Kapitale etwas eingerissen).
Result 440 €
Erste Ausgabe von Band VI der achtbändigen Jenaer Gesamtausgabe. – VD 16 L 3331. – Der Titelholzschnitt zeigt Luther und Kurfürst Johann Friedrich unter dem Kreuz kniend, der ganzseitige Holzschnitt auf Blatt 2 die sächsischen Kurfürsten. – Titel mit handschrifltichem Besitzvermerk des Reichsgrafen Joachim zu Ortenburg von 1558 (1530-1600) der aufgrund seiner Bildung und politischen Beziehungen als einer der gebildetsten und einflussreichsten Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts galt. Der Reformator führte bereits 1563 in seiner kleinen Grafschaft den evangelischen Glauben ein. – Exlibris von Ernst Heilner. – Ohne vorderen Vorsatz, Titel fleckig und mit kleineren Randläsuren, Innengelenke angeplatzt, stellenweise etwas braunfleckig bzw. gebräunt, einige Blätter meist im Rand etwas wasserrandig.

Lot 369 Luther, Martin
Widder die hymelichen propheten von den bildern und Sacrament etc. Mit Holzschnitt-Titelbordüre von Cranach. Wittenberg, Lukas Cranach und Christian Döring, 1525. 44 nn. Bl. 21 x 15,5 cm. – Angebunden: Derselbe. Das ander teyl widder die hymlichen propheten vom Sacrament. Mit Holzschnitt-Titelbordüre von Cranach. Wittenberg, Lukas Cranach und Christian Döring, 1525. 60 nn. Bl. Pappband (um 1950) mit handschriftlichem Rückenschild (etwas berieben). [*]
Result 1000 €
Beide Teile im Erstdruck. – Zu I. VD 16 L 7470 – Benzing 2086. – In seiner programmatischen Schrift wandte sich Luther gegen seinen Doktorvater, den Wittenberger Professor Andres Karlstadt von Bodenstein. – Im Falz wasserfleckig, teils im oberen Rand gebräunt, Titel leicht angerändert. – Zu II. VD16 L 7472 – Benzing 2097. – Das Material für Luthers Argumentation gegen seinen Doktorvater war so umfangreich geworden, dass er seiner ersten Schrift einen zweiten Teil folgen lassen musste. In diesem weist er vor allem dessen Abendmahlslehre als verkehrt und irrig zurück. – Im Falz wasserfleckig, etwas gebräunt. – Beide Titelbordüren mit der Lutherrose (vgl. J. Luther, Tafel 42).

Lot 370 Münster, Sebastian
Cosmographei. Mappa Europae, eygentlich fürgebildet, außgelegt unnd beschribenn. Vonn aller land und Stett ankunfft, Gelegenheyt, sitten ietziger Handtierung und Wesen. Mit Titelholzschnitt, 1 ganzseitigen Holzschnitt-Karte und 22 kleinen Textholzschnitten (es fehlen die 2 Faltkarten). Frankfurt a.M., Christian Egenloff, 1537. 24 nn. Bl. 19,5 x 14 cm. Pappband des frühen 19. Jahrhunderts (etwas bestoßen und braunfleckig). [*]
After-Sale Price 500 €
Benzing, Egenolff 130. – Zweite Ausgabe der deutschen Überarbeitung von “Germaniae descriptio”, erstmals 1536 als “Mappa Europae” erschienen. Seltene geographische Schrift Münsters, eine Vorarbeit zur großen Kosmographie. – Die ganzseitige Karte zeigt die Umgebung von Heidelberg, die kleinen Textholzschnitte mit europäischen Stadtansichten, darunter Frankfurt, Mainz, Trier, Neapel, Paris und Rom. – Mit Wappenexlibris von F(jodor) F(jodorowitch) Friedrich von Schubert (1789-1865, deutsch-russischer General, St. Petersburg). Es fehlen die Faltkarten vom Oberrhein und von Europa. – Teils gebräunt und gering braun- und fingerfleckig, zwei Blatt mit druckbedingter Quetschfalte, ein Blatt mit kleinem Eckabriss, ein Blatt mit kleinen Randläsuren, insgesamt gut, die Holzschnitte in kräftigen Abzügen.

Lot 371
Officium hebdomadae sanctae, secundum consuetudinem ecclesiae Catholicae. Ad usum Catholicorum per Germaniam. Mit 1 breiten Holzschnitt-Titelbordüre, 1 Titelholzschnitt auf dem Zwischentitel und 5 Textholzschnitten. München, Adam Berg, 1571. 18 nn., 357 num. Bl. 16,8 x 10,5 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit (berieben und bestoßen, Gelenke angeplatzt, Schließbänder fehlen). [*]
After-Sale Price 240 €
VD16 B 8098. – Seltenes liturgisches Handbuch für die Karwoche zum Gebrauch der Katholiken in Bayern. – Durchgehend zweifarbiger Druck in Rot und Schwarz. – Mit großer Evangelistenbordüre auf dem Titel und zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen. – Titel mit der verdruckten Jahreszahl DMLXXI statt MDLXXI (= 1571). – Die ersten und letzten Blatt im unteren Rand mit Wasserfleck, teilweise etwas gebräunt, handschriftlicher Besitzvermerk einer Franziskaner-Bibliothek am oberen Titelrand.

Lot 372 Persius Flaccus, Aulus
(Satyrae). Cum glosis Scipionis Ferrarii Georgii filii de Monteferrato artiu(m) & medicine doctoris. Venedig, Joh. B. de Sessa oder B. Venetus, um 1500. 102 num. Bl. 20 x 15 cm. Pergamentband (18. Jahrhundert), (gebräunt und fleckig). [*]
Result 550 €
Seltene Postinkunabel. – Goff P-352 (datiert: “30. Jan. 1501”) – Madsen 3113 (“bei G. Sessa nach 1500”) – Schweiger II, 707 – Ebert 16259 (um 1500 bei B. Venetus): “Sehr seltne Ausg. … Der Commentator Ferrarius verräth, nach Passow, einen ungemein richtigen Blick und einen mehr als Fontius und Britannicus durch das classische Alterthum gebildeten Geist.” – Obere Ränder teilweise knapp beschnitten (wenige Blatt mit Teilverlust der Paginierung), alte Unterstreichungen und Marginalien, alter handschriftlicher Besitzvermerk auf Titel.

Lot 373 Peuerbach, Georg von
Institutiones in Arithmetrica: cum aliis tum in primis adulesce(n)tibus necessariae. Wien, Vietor, 10. März 1511. 10 nn. Bl. 21 x 14,5 cm. Neuer bibliophiler Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel im Schuber. [*]
Result 1600 €
Seltene erste Ausgabe. – VD16 P 2044 – vgl. Poggendorff II, 422 (ohne diesen Titel) – nicht bei Adams. – Zeitgenössische Randanmerkungen, die letzten Blatt mit schwachem Wasserfleck im oberen Rand.

Lot 374 Pinder, Ulrich
Der beschlossen Gart des Rosenkrantz Marie. Mit nahezu 1000 (in Teil 2 altkolorierten) Textholzschnitten von Dürer, Hans Baldung Grien, Schäuffelein, Hans von Kulmbach, Wolf Traut u.a. Nürnberg, Pinder, 1505. 3 nn. Bl., 300 (von 302) Bl.; Ohne Titelblatt, und dem nn. Kreuzigungsholzschnitt nach Blatt 64, 293 (von 297) Bl., 2 Bl. 31,5 x 21 cm. Blindgeprägte Lederbände im Stil der Zeit mit goldgeprägten Rückenschildern (Kanten etwas berieben, Ecken etwas gestaucht).
Result 11000 €
Sehr seltene einzige Ausgabe. – VD 16 P 2806 – Panzer I, 554 – Muther 896 – Proctor 11030: “Eines der bedeutendsten Erzeugnisse der deutschen Buchillustration und die wichtigste Urkunde für die Kenntnis des Holzschnitts in der frühen Dürerschule, enthält die Erstlingsarbeiten Baldungs und Schäufeleins auf xylographischem Gebiet”. – Eines der schönsten deutschen Holzschnittbücher der Postinkunabelzeit. – Der Mediziner und Leibarzt des Kurfürsten Friedrich III. Ulrich Pinder (auch Pinter oder Binder; ?-1509 oder 1518 oder 1519) war als Herausgeber und Buchdrucker tätig. “Er war einer der ersten Schriftsteller unter den Aerzten, die ihre Werke mit Hülfe der Druckkunst verbreiteten, und er verstand es schon damals, seinen Büchern Modetitel zu geben.” (ADB XXVI, 149). – Provenienz: Paul Graupe, Berlin, Auktion 57, No. 372 vom 14.12.1925. – Band 1 ohne Bl. 11 und 201, Band 2 ohne Titel, Bl. 5, 120, 121 und 229 (zur Hälfte) sowie die Kreuzigung nach Bl. 64, alle fehlenden Blätter wurden als hervorragende Faksimiles eingebunden. – Band 1: Titel fleckig und mit ergänzten Fehlstellen (minimaler Bildverlust) und Notizen, die ersten und letzten Blätter wasserrandig, stellenweise etwas braun- bzw. fingerfleckig, 2. Blatt mit Notizen von alter Hand (1583), Blatt 30 unten ca. 10 cm eingerissen, Blatt 207 vor Blatt 202 eingebunden; Band 2: die ersten und letzten Blätter etwas wurmspurig (meist im Rand), 2. Blatt mit handschriftlichem Titel von alter Hand, etwas fingerfleckig, stellenweise etwas braunfleckig, Blatt 66 unten und Blatt 97 oben ca. 10 cm eingerissen, Blatt 6 mit unschön ergänzten Randfehlstellen, fünf Blätter mit kleinen hinterlegten Fehlstellen.

Lot 375 Plinius Secundus, Gaius
Epistolarum libri X. Eiusdem Panegyricus Traiano principi dictus. Eiusdem de viris illustrib. in re militari & in administranda rep. (etc.). 2 Teile in 1 Band. Paris, R. Stephanus (Estienne), 1529. 54 num., 6; 12 nn. (das letzte weiß), 224 num. Bl. 17 x 11 cm. Lederband des 18. Jahrhunderts mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Kapitale etwas wurmstichig, vorderes Gelenk etwas angeplatzt). [*]
Result 300 €
Seltene erste Ausgabe bei Estienne. – Renouard 31, 23 – Schreiber 41 – nicht bei Adams. – Der vorgebundene Teil 2 mit separatem Titel: “De viris illustribus”. – Etwas gebräunt, vereinzelt leicht fleckig, zahlreiche Unterstreichungen im Text und alte handschriftliche Anmerkungen im weißen Rand, Teil 2 Titel und Folgeblätter finger- und unten etwas wasserfleckig.

Lot 376 Poggio Bracciolini Fiorentino, Gian Francesco
Opera. 2 Teile in 1 Band. Mit fast ganzseitigem Holzschnitt von Urs Graf und zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen von Hans Baldung Grien u.a. Straßburg, J. Schott für J. Knoblouch, 1.9.1513. 184 Bl., 1 nn. Bl. (Index). 28 x 20 cm. Lederband mit Rückenvergoldung (berieben und etwas beschabt, Kapitale mit schmalen Fehlstellen, Vergoldung berieben).
Result 1800 €
Einzige Ausgabe. – Adams P 1707 – Oldenbourg L 17. – Der große Holzschnitt von Urs Graf, hier erstmals verwendet, zeigt die Ermordung Amasas durch Joab. – Mit den oft fehlenden “Facetiae” (Bl. 157-184). – Titel mit Notizen und Besitzvermerken von alter Hand, leicht gebräunt, sonst kaum gebräunt und kaum fleckig.

Lot 377 Stundenbuch
(Horae ad usum Cabilonensis). Auf Pergament gedruckt. Mit 14 fast blattgroßen und 105 kleinen altkolorierten Metallschnitten, fast alle Blätter mit schwarz/weißer Bordüre (unten und außen floral mit Vögeln und Drachen/ oben und im Falz ornamental), dazu zahlreiche eingemalte Initialen in Rot und Blau mit Gold. (Wohl Paris, um 1500). 100 (von ?) Blatt. 28 Zeilen. 15,5 x 10 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit in neuerem Leder-Schuber mit Rückentitel “Hore ad uso Cabilonem” (Ecken und Kapitale des Lederbandes restauriert, Schließen fehlen). [*]
Result 14500 €
Reich illustriertes und ansprechend koloriertes kleinformatiges Stundenbuch auf Pergament, das wir weder in der einschlägigen Literatur noch in Bibliothekskatalogen nachweisen können. – Bekannt ist lediglich ein anderes Stundenbuch für Chalon-sur-Saône aus dem Jahr 1499, dieses jedoch mit vollständig anderer Kollation und mit 22 Zeilen. – Kollation: Bl. 1 (recto weiß/ verso Gebet “Jesus soit …”; Bl. 2 (recto Aderlaßmann/ verso “Petit almananach pour XX. ans” 1488-1508); Bl. 3 (recto 2 “almanach/ verso Text); Bl. 4 (recto ganzseitiger Schnitt mit 2 Engeln und Lilien/ verso Text: “Sensuit loraison …” und Wappen; a8 (1-6 Kalendarium), b14, c16, d7, e-g8 (Bl. g7 endet: “Hore ad usu cabilonen expliciut feliciter”; Bl. g8 weiß), folgend: a-c8, d6 (Bl. d3 verso weiß, d4-6 (weiß). – Auf Grund fehlender Vergleichsexemplare ist es uns nicht möglich anzugeben, ob bzw. wieviele bzw. welche Blätter fehlen. – Vorderer und hinterer Spiegel mit aquarellierten Heiligenbildern und Wurmspuren, Bl. 1 recto mit neuerem Exlibris und altem handschriftlichen Besitzeintrag “Francois Quillot 1624”, Blatt 1 mit 3 kleinen Randfehlstellen, Blatt 1 des Kalendariums im oberen Rand mit 3 cm Ausriss, wenige Blatt mit restaurierten Randfehlstellen (teilweise kleiner Verlust der Bordüre, wenige Blatt etwas stärker gewellt, teilweise leicht gebräunt bzw. etwas fingerfleckig.

Lot 378 Surius, Laurentius
Commentarius brevis rerum in orbe gestarum, ab anno salutis M. D. usque in annum M. D. LXXIIII. ex optimis quibusque scriptoribus congestus. Nunc vero recens ab anno M. D. LXX. auctus, & ad annum M. D. LXXXVI. opera & studio Michaelis ab Isselt perductus. Cum indice copiosissimo. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Köln, G. Calenius und I. Quentel Erben, 1586. 48 Bl., 1199 S. 16,5 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit Rollen- und Plattenstempeln sowie 2 Metallschließen (etwas gebräunt, alter handschriftlicher Rückentitel). [*]
Result 320 €
Adams 2102 – Sabin 93884 – VD 16 S 10247. – Ausführlicher Bericht über die religiösen Streitigkeiten von 1500 bis 1585, vornehmlich gegen J. Carion und J. Sleidanus gerichtet. Verfasst von dem Kartäuser Laurentius Surius (1522-1578), einem glühenden Katholiken und namhaften Hagiographen und Kirchengeschichtsschreiber aus Lübeck, ergänzt von dem niederländischen Theologen Michael von Isselt (gest. 1596). – “Contains references to Columbus and Vespuccius, and pp. 509-515 relate to Mexico and Florida” (Sabin). – Titel mit handschriftlichem Besitzvermerk und 2 mm Ausschnitt im oberen Rand (kein Textverlust), teilweise etwas gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 379 Tasso, Torquato
Della Gerusalemme conquista. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Pavia, A. Viano, 1594. 6 Bl., 303 S., 14 Bl. 23 x 16 cm. Pergamentband aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Seidenvorsätzen und reicher Bemalung in Gold und Rot auf beiden Deckeln, Rücken und Innenkante, wohl durch Ferdinand II. selbst (leicht berieben, leicht fleckig)
Result 400 €
BM Italian 660 – Adams T 232. – Die Seidenvorsätze mit der Goldprägung “D. F. II.” (Dom Fernando II.) – Die von Ornamentalen Ranken eingefassten Deckelillustrationen wiederholen die Druckermarke (Löwe in Felsenlandschaft). – Ferdinand II. (1816-1885) ein Prinz Sachsen-Coburg und Gotha, “widmete sich nicht nur der Förderung der Künste, sondern trat selbst als wohlgeschulter Dilettant auf allen Gebieten der bildenden Kunst, als Maler, Bildhauer, Vignetten- und Randleistenzeichner hervor” (NDB V, 94). – Titel mit Blindstempel und Sammlerstempel, S. 1 im Rand gestempelt. – Titel leicht fleckig, sonst gut erhalten.

Lot 380 Tasso, Torquato
Il Goffredo, overo Gerusalemme liberata… 2 Teile in 1 Band. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Venedig, Salicato, 1585. 10 nn. Bl., 127 Bl., 1 w. Bl.; 32 Bl. 20,5 x 15 cm. Pergamentband aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Seidenvorsätzen und reicher Bemalung in Gold, Blau, Grün und Rot auf beiden Deckeln, Rücken und Innenkante, wohl durch Ferdinand II. selbst (leicht berieben, leicht fleckig, Bemalung in den Ecken etwas beschabt).
Result 500 €
BM Italian 661 – Nicht bei Adams. – Die Seidenvorsätze mit der Goldprägung “D. F. II.” (Dom Fernando II.) – Die von Ornamentalen Ranken eingefassten Deckelillustrationen wiederholen die figürliche Druckermarke. – Ferdinand II. (1816-1885) ein Prinz Sachsen-Coburg und Gotha, “widmete sich nicht nur der Förderung der Künste, sondern trat selbst als wohlgeschulter Dilettant auf allen Gebieten der bildenden Kunst, als Maler, Bildhauer, Vignetten- und Randleistenzeichner hervor” (NDB V, 94). – Titel mit Blindstempel. – Titel leicht fleckig und mit Notiz von alter Hand, stellenweise leicht wasserrandig.

Lot 381 Teufelsliteratur – Daul(e), Florian
Tantzteuffel: Das ist, wider den leichtfertigen, unnerschempten Welt tantz, und sonderlich wider die Gottßzucht und ehrvergessene Nachttäntze. Mit Titelholzschnitt und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Frankfurt, Martin Lechler für Simon Huter, 1569. 10 nn., 113 num., 1 weißes Bl. 15 x 10 cm. Ohne Einband. [*]
Result 2200 €
Erstmals 1567 erschienen. – VD 16 D 306 – Goedeke II, 481, 14 – Hayn-Gotendorf VII, 543 – Osborn 88f.: “Daule … schildert das Leben in den ‘Krügen’ und ‘Krätzschemhäusern’, er malt mit frischen Farben die Ausgelassenheit und Unanständigkeit der Tanzenden, das wüste Zechen, das Springen und Toben, das Drehen und ‘Verkördern’, das Schreien und Jauchzen auf dem Tanzboden.” – Leicht gebräunt, Blatt 95 mit fachgerecht restauriertem Riss.

Lot 382 Teufelsliteratur – Friedrich, Matthaeus
Wider de(n) Sauffteuffel, gebessert, und an vielen örtern gemehret. Item, Ein Sendtbrieff deß Hellischen Sathans, an die Zutrincker, vor 45. Jaren zuvor außgegangen. Item, Ein Sendtbrieff … an die vollen Brüder in Teutschem Land. Mit Titelholzschnitt. Frankfurt, Weygand Hanen Erben, 1567. 119 nn., 1 weißes Bl. 15 x 10 cm. Ohne Einband. [*]
Result 1900 €
Erstmals 1552 erschienen. – VD 16 F 2777 – Goedeke II, 480, 5 – vgl. Hayn-Gotendorf II, 442f. – Osborn 75ff. – Simon, Bibliotheca Bacchica 313f. – “Friderich war im Grund des Herzens gewiss … ein strenger Gegner der Trunksucht, aber … er schildert das wüste Leben in den Kneipen, den Rausch und seine Folgen nicht ohne ein gewisses Behagen … Eine ergötzliche Schilderung giebt Friderich … von der Zerstörung, welche die Trunkenheit an unserer Gesundheit anrichtet, und besonders heftig wendet er sich … gegen das Laster des Zutrinkens” (Osborn). – Etwas gebräunt.

Lot 383 Teufelsliteratur – Hoppenrodt, Andreas
Wider den Huren Teuffel, und allerley unzucht. Warnung und Bericht auß Göttlicher Schrifft … Mit einer Vorrede M. Cyriaci Spangenbergs. Mit Titelholzschnitt und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Frankfurt, Martin Lechler für Simon Huter, 1568. 71 nn. Bl. 15 x 10 cm. Ohne Einband. [*]
Result 2300 €
Erstmals 1558 erschienen. – VD 16 ZV 8178 – vgl. Goedeke II, 481, 16 – Hayn-Gotendorf III, 343f. – Osborn 123f.: “Neben dem Satanas, dem Urheber aller Unzucht, meint Hoppenrodt, ist es die in der menschlichen Natur begründete böse Begierde, die uns zu dieser Sünde treibt. Dazu das Leben in den Wirtshäusern, das Trinken und Tanzen, das Schwatzen und Herumspazieren, das ‘spat vnd langsam tischen'”. – Etwas gebräunt, das letzte Blatt mit der Druckermarke mit Randläsuren.

Lot 384 Teufelsliteratur – Spangenberg, Cyriacus
Jagteuffel. Bestendiger unnd wolgegründter bericht, wie ferrn die Jagten rechtmessig und zugelassen. Und widerumb, warinn sie jetziger zeyt des mehrertheils Gottloß, gewaltsam, unrecht, unnd verdamlich seind, Und derhalben billich underlassen, oder doch geendert werden solten. Mit Titelholzschnitt. Frankfurt, Georg Rab und Weygand Hanen Erben, 1566. Titel, 132 num. Bl. Ohne Einband. [*]
Result 600 €
Erstmals 1560 erschienen. – VD 16, S 7614 – Goedeke II, 480, 6 – Lindner 11, 1937, 15 – vgl. Knorring 1107 – Osborn 152ff. und Schwerdt II, 169f. – “Weitaus zu den besten ‘Teufeln’ gehört auch … Spangenberg’s ‘Jagteufel’, der sich ähnlich wie der Hofteufel an die höchsten Kreise der Gesellschaft und an die Fürsten wendet. Spangenberg ist hier schlicht und populär in der Darstellung, sein Traktat ist keineswegs nur eine Strafpredigt, sein Ton nicht pedantisch oder polternd …, sondern eher massvoll und gemütlich” (Osborn). – “An entertaining book on the evil consequences of excessive hunting … The first twelve chapters deal with the poper and permissible kind of hunting. The other twenty chapters … deal with the evil which hunting may bring in its train. All these are interspersed with interesting anecdotes bearing on the subject” (Schwerdt). – Titel ausgefranst und aufgezogen, das nächste Blatt an den Rändern abgegriffen, etwas gebräunt.

Lot 385 Teufelsliteratur – Wagner, Tobias
Siebenfältiger Ehehalten-Teuffel, das ist: Ein ernsthaffte Sermon, von uberhandnemmender Bossheit der Ehehalten und Dienstbotten jetziger Zeit: Am neundten Sontag Trinitatis… an stat einer Regenten Predigt gehalten. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Ulm, Kühn, 1651. 4 Bl., 47 S. 21 x 17 cm. Unbeschnittene, lose Lagen. [*]
Result 700 €
Einzige Ausgabe. – VD17 39:135970L – Osborn, Teufelliteratur 217. – Kuriose und seltene Schrift gegen Verlotterung des Haushalts, Unehrlichkeit und Ungehorsam der Dienstboten. Mit diversen Beispielen von Vergehen und Strafen, ferner gegen Tanzvergnügen, “Gunckelstuben” und ähnliches Teufelszeug. Der Verfasser war Pfarrer in Esslingen. – Breitrandig, teilweise gebräunt, kleine Randläsuren, Blatt 4 der Vorrede mit Loch (Buchstabenverlust).

Lot 386 Valerius Maximus
Dictorum factorumq(ue) memorabilium libri novem, a Sebastiano Corrado emendati & illustrati. Mit Holzschnitt-Druckermarken auf Titel und Schlussblatt. Venedig, Gryphius, 1575. 238 num., 7 nn. Bl. 15 x 10,5 cm. Pergamentband (18. Jahrhundert) mit Rückenschild (etwas fleckig und gebräunt).
After-Sale Price 200 €
Vgl. Zedler VI, 1365 und BM, Italian books 708 – Ebert 23325 (Ausgabe 1545). – Seltender Druck der Anekdotensammlung. Die von Sebastian Corradus, italienischer Humanist und Philologe, herausgegebene Ausgabe erschien erstmals 1545 bei Valgrisius. – Die ersten und letzten Blatt etwas gebräunt, wenige alte Randanmerkungen. Gutes Exemplar.