Nosbüsch & Stucke Logo

Lot 412 Bachmann, Paul
Ein Schnoptuchlin auff Luthers Geifer un(d) unlust, in seiner Glosa un(d) warnung, darinn er den Kaiserlichen un(d) des heyligen Römischen Reichs Abschied so zu Augspurg beschlossen, besprueet und befleckt. Durch herrn Paulus Abbt zur Alden Zellen. Titel mit breiter Holzschnitt-Bordüre. Dresden, Stöckel, 15. Februar, 1532. 41 (von 42) Blatt. 20,5 x 15,5 cm. Alte Rückenbroschur. [*]
Zuschlag 500 €
Erste Ausgabe. – VD16 ZV 964 – nicht bei Adams und Ebert. – Der Zisterzienser Paul Bachmann (zwischen 1465 und 1468-1538) war seit 1522 Abt des Klosters Altzelle. Zusammen mit Hieronymus Emser, Johannes Cochläus und Augustin von Alveldt trat Bachmann der Ausbreitung der Reformation in Sachsen entgegen und veröffentlichte einige zum Teil recht derbe Streitschriften gegen Martin Luther. – Das fehlende letzte Blatt mit dem Kolophon in Kopie beiliegend. – Titel etwas stockfleckig, etwas gebräunt, wenige Blatt mit Wasserfleck im unteren weißen Rand.

Lot 413 Biblia germanica inferior
Biblia, Dath ys: De gantze Hillige Schrifft, vordüdeschet dorch D. Mart. Luth. Uth der lesten Correctur mercklick vorbetert, unde mit grotem vlyte corrigeret. 4 Teile in 1 Band. Mit 2 gleichen Titelholzschnitten, 1 Holzschnitt-Titelbordüre, 3 gleichen Holzschnitten, Titel verso, 128 Textholzschnitten und Verlegermarke. Wittenberg, G. Rhau für K. Rühel, 1561. 6 nn. Bl., 397 (recte 304) num. Bl., 1 weißes Bl.; 217 num. Bl., 1 weißes Bl.; 151 num. Bl., 1 nn. Bl., 100 nn. Bl. 36 x 23 cm. Lederband der Zeit mit reicher Rollenblindprägung über Holzdeckeln (berieben, vor allem Rückdeckel wurmstichig, Ecken und Kanten restauriert und am Vorderdeckel wieder geplatzt, Schließen und Vorsätze erneuert).
Zuschlag 2400 €
VD 16, B 2849 – Borchling-Claussen 1807. – Niederdeutsche Vollbibel mit den neutestamentlichen Auslegungen von Johannes Bugenhagen als Schlussteil. Die Illustrationen sind überwiegend genaue Kopien der Holzschnitte zur ersten hochdeutschen Vollbibel Luthers von 1534, für die Holzschnitte zu den Kleinen Propheten wurden Originalstöcke von Hans Brosamer verwendet. Der wiederholte Holzschnitt auf den Titelrückseiten zeigt Christus Salvator und wird von Dodgson Lucas Cranach d.J. zugeschrieben (II, 388, 16 und 405, 9). – Haupttitel mit alten Vermerken und stark fleckig, Rückseite wie beim Folgeblatt und den letzten drei Blättern mit Transparentpapier fixiert, Ränder zu Bandbeginn und Bandende breit und mit Textverlust ausgebessert (teils transparent, teils deckend), etliche überklebte Randeinrisse (einige mit Textberührung), vor allem im Kopf- und Bundbereich fast durchgehend wasserrandig, erste Bögen etwas, letzte stärker wurmstichig. Über weite Strecken dennoch von guter Substanzerhaltung.

Lot 414 Biblia latina
Biblia breves in eadem annotationes, ex doctiss. interpretationibus, & Hebræorum commentariis: Interpretatio nominum Hebraicorum. Index Epistolarum & Evangeliorum totius anni. Index rerum & sententiarum vtriusque testamenti. Mit 2 Titeln mit breitem figürlichen Holzschnitt-Rahmen und Druckermarke auf letztem Blatt. Antwerpen, Steelsius (in fine: Typis Ioannis Graphei), 1537. 8 nn., 398 num. Bl., 102 num., 26 nn. Bl. 25 x 16,6 cm. Blindgeprägter Schweinslederband (17.Jhdt.) über Holzdeckeln mit Rückenschild (es fehlen die Schließen, etwas altersfleckig). [*]
Zuschlag 500 €
Nijhoff-Kronenberg 2448 – Renier 17 – Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek D441. – Vorderer Vorsatz fehlt, Titel des AT mit zwei Namensstempeln, die ersten Blatt am oberen Rand leicht feuchtfleckig, insgesamt nur sehr wenig fleckig. Gutes Exemplar.

Lot 415 Biblia neerlandica
Biblia, dat is de gantsche H: Schrifture, vervattende alle de Canonijcke Boeken des Ouden en des Nieuwen Testaments. 4 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Titel und 6 doppelblattgroßen sowie zusätzlich eingefalteten Kupferkarten. Amsterdam, Wetstein & Smith und Leiden, Luchtmans, 1728. 45 x 26 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit über Holzdeckeln (berieben und bestoßen, Rücken rissig und mit kleinen Fehlstellen, Innenkanten aufgeplatzt, Schließenriegel fehlen).
Zuschlag 400 €
Seltene Staten-Bibel. Mit Weltkarte, Plan von Jerusalem, Karten des vorderen Orients und Europas, Reisen der Kinder Israel und Kanaan. Offenbar ohne die zeitgenössischen holländischen Bibeln häufig beigegebenen 51 Tafeln mit biblischen Szenen erschienen. – Alle Karten von den Heftfalzen gelöst und im unteren Bund teils eingerissen, durchgehend etwas (zu Beginn und Ende stärker) wasserrandig, im Bund immer wieder Wurmspuren. Sollte besichtigt werden, ohne Rückgaberecht.

Lot 416 Brusch, Caspar
Des Vichtelbergs, in der alten Nariscenland gelegen, aus welchem vier schiffreiche Wasser, der Mein, die Eger, die Nab und Saal, entspringen, gründliche Beschreibung. Darinnen vil alter historie erkleret werden. Item ein klare beschreibung des flusses Eger und aller inflissenden wassern und anstossenden flecken etc. Nürnberg, J. Petreius, 1542. 28 nn. Bl. 19 x 14,5 cm. Neuer Halbpergamentband mit altem Deckelbezug. [*]
Zuschlag 750 €
Erste Ausgabe, wesentlich seltener als die späteren. – VD 16 B 8763 – Pfeiffer 295 – Wegele 325. – Wertvolle, da teils auf verloren gegangenen Quellen basierende, historisch-geographische Landschaftsbeschreibung. Fand abgewandelt Eingang in Sebastian Münsters Kosmographie. – Etwas fleckig, gegen Ende auch etwas sporfleckig. Blatt G3 mit kleinem Randeinriss und Wasserfleck, letztes Blatt etwas mit dem Vorsatzblatt verklebt mit minimalem Buchstabenverlust an einer kleinen Fehlstelle, kleine hinterlegte Dünn- und Fehlstellen im weißen Rand.

Lot 417 Fischart, Johann
Binenkorb des Heyl. Röm. Imenschwarms, seiner Hum(m)elszellen (oder Him(m)elszellen) Hurnaußnäster, Brämengeschwürm und Wäspengetöß. Sam(m)t Läuterung der H. Rö. Kirchen Honigwaben. Mit Titelholzschnitt in Rot und Schwarz, im Text schwarz wiederholt und 1 weiteren Textholzschnitt. Christlingen, Ursino Gottgewinn (Straßburg, Jobin), 1581. 245 (recte 246) num., 17 nn., 1 weißes Bl. 17 x 10,5 cm. Eingehängt in einen späteren Pergamentband mit abweichendem Rückentitel (verstaubt und fleckig).
Zuschlag 300 €
VD 16 M 1050. – Dritte Ausgabe von Fischarts erstmals 1579 erschienenem antikatholischen Pamphlet, einer freien Übertragung des “Beyencorf” von Philips van Marnix. – Der im Text wiederholte Titelholzschnitt zeigt eine Tiara als Bienenkorb. Das Register endet “EXPLICIT Expliciunt, Sagt die Katz zum Hund/ Würst sind ungesund. Getruckt zu Christlingen bey Ursino Gottgwinn. M.D. LXXXI.” – Titelei mit Randausriß alt hinterlegt, Dünnstelle am Kopf des Folgeblattes, stellenweise Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand, etwas gebräunt, vereinzelt fleckig, kleiner Privatstempel auf letzter Registerseite.

Lot 418 Fischart, Johann (Pseudonym: Jesuwalt Pickhart)
Bienenkorb deß Heil. Röm. Im(m)enschwarms, seiner Hummelszellen (oder Himmelszellen) Hurnaußnäster, Brämengeschwürm unnd Wäspengetöß: Sampt läuterung der H. Rö. Kirchen Honigwaben. Mit Titelholzschnitt in Rot und Schwarz, im Text schwarz wiederholt und 1 weiteren Textholzschnitt. Christlingen, Ursino Gottgwinn (Straßburg, Jobin), um 1601. 8 nn., 272 (recte 273) num., 18 nn., 1 weißes Bl. 17 x 10 cm. Pergamentband der Zeit (verzogen, ein Beiband entfernt, Schließbänder fehlen).
Zuschlag 300 €
Wohl VD17 1:675419M (= VD16 ZV 10403). – Spätere Ausgabe von Fischarts erstmals 1579 erschienenem antikatholischen Pamphlet, einer freien Übertragung des “Beyencorf” von Philips van Marnix. Der im Text wiederholte Titelholzschnitt zeigt eine Tiara als Bienenkorb. – Gestochenes Exlibris mit einem Hasen als Wappentier, darunter alter Besitzvermerk “Joh. Michael Haas”, feiner bibliographischer Vermerk auf einem Vorsatzblatt, im Text Unterstreichungen in Feder, durchgehend gebräunt, untere Ecke von Blatt 65 angesetzt.

Lot 419 Gebweiler, Hieronymus
Epitoma regii ac vetustissimi ortus sacrae caesaree atq(ue) Catholice Maiestatis … Ferdina(n)di Boemie regis. Mit 2 Titelholzschnitten und 49 Textholzschnitten (inkl. Wiederholung). Strassburg, H. Gebweiler und J. Gruninger, 1527. LIX (recte LXI) num. Bl. 20 x 14,5 cm. Brauner Maroquinband (signiert: “Brugalla 1952”) mit goldgeprägtem Rückentitel, blindgeprägten Rückenfleurons, blindgeprägten Deckelfileten sowie Steh- und Innenkantenvergoldung und Ganzgoldschnitt, (Rücken etwas aufgehellt, minimal berieben). [*]
Zuschlag 1000 €
Erste lateinische Ausgabe. – STC 334 – VD 16 G 594 – Ritter 944 – Ritter, Catalogue 1070 – Muller 47, 254. – Die lateinische Übersetzung der berühmten Genealogie der Habsburger, die bis auf Noah zurückgeführt wird. Die meist kleineren Holzschnitte zeigen Porträts. – Vorliegende erste lateinische Ausgabe ist wesentlich seltener als die zweite von 3 auf 6 Bücher erweiterte lateinische Hagenauer Ausgabe von 1530. – Emilio Brugalla Turmo (1901-1987) aus Barcelona zählt zu den bedeutendsten spanischen Einbandkünstlern des 20. Jahrhunderts. – Durchgehend am unteren Rand mit professioneller Restaurierung.

Lot 420 Herold, Basilius Johannes
Originum ac Germanicarum antiquitatum libri. Mit Holzschnitt-Druckermarke. Basel, Henricpetri, September 1557. 10 Bl., 347 S. 31 x 20,5 cm. – Angebunden: Panvinio, Onofrio. Romanorum principum et eorum quorum maxima in Italia imperia fuerunt libri IIII eiusdem de comitiis imperatoriis liber. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken und zahlreichen gefalteten Tabellen. Ebenda, August 1558. 6 Bl., 450 S., 1 Bl. Pergamentband der Zeit über Holzdeckeln (Rücken lädiert, Rücken und hinterer Deckel mit Bezugsfehlstellen). [*]
Zuschlag 400 €
Zu I: Einzige Ausgabe. – VD 16 H 2549 – Ebert 9566 – Heckethorn 157, 33 – STC 400 – nicht bei Adams. – “Diese seltne Ausg. behält. noch ihren eigenthümlichen Werth, weil sie nach Mss. veranstaltet wurde, welche seitdem zum Theil verloren gegangen sind” (Ebert). – Zu II: Einzige Ausgabe. – Adams P 204 – Ebert 15771 – STC 673 – nicht im VD 16 und bei Heckethorn. – “Eine reiche Sammlung von Regentenlisten, Stammbäumen, Titeln und Monogrammen, ebenso ein Buch über die Geschichte der Kaiserwahl. Am Ende ist die ganze Goldene Bulle eingerückt” (Beuttenmüller, Der italienische Humanismus und die Blütezeit des Buchdrucks in Basel 112, 91). – Desweiteren angebunden sind drei gefaltete Stammbäume. – Erster Titel gebräunt und mit altem Besitzeintrag, hinteres Innengelenk gebrochen, Teil 2 mit alten Unterstreichungen und wenigen Randanmerkungen, nur wenige Blatt etwas gebräunt.

Lot 421 Hyperius (Gerhard), Andreas
Methodi Theologiae, sive praecipuorum Christianae religionis locorum communium libri tres, nunc primum in lucem editi. Basel, J. Oporinus, 1567. 8 Bl., 773 (recte 753) S., 47 Bl. (letztes weiß). 20,5 x 13 cm. Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit reicher Rollenblindprägung und 2 Messingschließen (gering berieben und bestoßen).
Nachverkaufspreis 500 €
VD16 G 1416. – Erste Ausgabe, posthum von Heinrich Vietor herausgegeben. Ein zweiter Druck erfolgte schon Basel 1568. Hyperius (1511-64) wirkte seit 1541 an der jungen evangelischen Universität Marburg und prägte die Reformation in Hessen. Vorliegend sein dogmatisches Hauptwerk, “von Melanchthon unabhängig. Er gibt ein eigentliches System der Glaubenslehre (was bei Melanchthon fehlt) und bekennt sich zwar zur Augsburger Confession, hält aber dabei Calvin’s Prädestinationslehre als Centraldogma fest” (ADB XIII, 491). – Wenige alte Unterstreichungen und Marginalien, durchgehend meist schwach bräunender Wasserrand, sonst sauberes und breitrandiges Exemplar.

Lot 422 Inkunabel – Josephus, Flavius
De antiquitate Judaica. De bello Judaico. (Trad. Rufinus Aquileiensis). Verona, Petrus Mauser, 25. Dez. 1480. 213 (von 214, fehlt das 3. weiße) nn. Bl. 30 x 20,5 cm. Roter Halblederband (um 1800) mit 2 Rückenschildern (etwas berieben, Deckel neu bezogen).
Zuschlag 2400 €
Vierte Ausgabe, die erste in Verona gedruckte Gesamtausgabe des Josephus. – Hain-C. 9452 – GW M15185 – BMC VII, 951 – Goff J 484. – In der lateinischen Übersetzung des Rudolf von Aquileia. Ediert von Ludovicus Cendrata. – Es fehlt wie meist das dritte (weiße) Blatt. – Oben durchgehend mit Bleistift nummeriert, die ersten Blatt im Rand wasserfleckig, im unteren Rand durchgehend sporfleckig, wenige Randeinrisse, wenige alte Randanmerkungen, die ersten beiden Blatt mit Läsuren im Falz.

Lot 423 Inkunabel – Schedel, Hartmann
Liber cronicarum cum figuris et ymaginibus ab inicio mundi usque nunc temporis. Mit ca. 1800 Textholzschnitten nach M. Wohlgemuth und W. Pleydenwurff und 1 doppelblattgroßen Deutschlandkarte. Augsburg, Joh. Schönsperger, 1. Februar 1497. 338 römisch nummerierte Bl., 1 weißes Bl., 2 nn. Bl. (Karte), 25 nn. Bl. (Register). 31 x 21 cm. Späterer Pergamentband mit handschriftlichem Rückentitel.
Zuschlag 15500 €
Hain 14509 – GW 40786 – Goff S 308 – BMC II, 370 – BSB S-196 – Schreiber 5204 – vgl. Rücker S. 143. – Erste lateinische Ausgabe des sogenannten Kleinen Schedel. – Die Weltchronik von Hartmann Schedel erschien erstmals im Juli 1493 auf Latein und sechs Monate später in deutscher Übersetzung. Der vorliegende Raubdruck von Schönsperger, eine Art Volksausgabe, enthält verkleinerte Nachschnitte der Nürnberger Illustrationen. – “Man kann den Raubdruck von Schönsperger – der übrigens später zum Hofdrucker Kaiser Maximilians I. aufstieg – nicht nur vom verlegerischen Standpunkt aus beurteilen. Es gibt auch einen kunsthistorischen Aspekt, der den Nachschnitten des Raubdrucks eine gewisse Eigenständigkeit zuspricht. Denn diese repräsentieren trotz Motivübernahme eine andere Stilrichtung. Die ‘Handschrift’ des maßgeblichen der beiden Augsburger Zeichner, den wir namentlich nicht kennen, ist ausgesprochen malerisch, selbst im kleinen Format der zahllosen Halbfiguren. Daher erübrigte sich eine Kolorierung des Buches, die bei der Nürnberger Ausgabe noch einkalkuliert wurde.” (Rücker) – Titel mit alten handschriftlichen Einträgen, wenig gebräunt und minimal fleckig, wenige Blatt mit kleinen Randeinrissen, letzte sechs Registerblatt im Außenrand verstärkt. Die Karte im oberen Rand knapp beschnitten, kleine Eckfehlstelle im weißen Rand. – Sehr gutes und vollständiges Exemplar.

Lot 424 Isidor von Sevilla
Isidori Hispalensis Episcopi Originum libri viginti ex antiquitate eruti et Martiani Capellae, De nuptiis Philologiae et Mercurii libri novem. Uterque, praeter Fulgentium et veteres grammaticos, variis lectionubus et scholiis illustratus opera atque industria Bonaventurae Vulcanii Brugensis. 2 Teile in 1 Band. Titel mit großer Holzschnitt-Vignette. Basel, Perna, 1577. 6 nn. Bl., 550 num. Sp., 16 nn. Bl., 240 num. Sp., 2 nn. Bl. 32 x 21 cm. Pappband (um 1800) (berieben und bestoßen, Rücken mit Bezugsfehlstellen).
Zuschlag 800 €
VD16 I 371 – Adams I, 206 – Ebert 10563 – Graesse II, 432: “Cet ouvrage celélèbre d’Isidore a été aussi inséré dans les collections differéntes des ‘Grammatici latini’.” – Teil 1 teilweise mit zahlreichen neueren Randnummerierungen, teilweise etwas gebräunt.

Lot 425 Johann, Kurfürst von Sachsen
Ausschreiben des Chürfursten zu Sachsen etc., etliche nöttige stuck, zu erhaltung christlicher zucht, belangend. Wittenberg, Georg Rhau, 1531. 12 nn. Bl. 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
Zuschlag 240 €
VD16 S 938. – Eine Art Landesordnung im ernestinischen Sachsen. Johann verweist u.a. Bettler und “Zigeuner” des Landes, über Schwören und Fluchen, Gotteslästerung, Zutrinken, Müßiggang, Wucher, Jagen u.a. – Gutes Exemplar.

Lot 426 Johann, Kurfürst von Sachsen
Vermanung aus unsers gnedigsten herrn des chürfursten zu Sachssen befelh, gestellet, durch die prediger zuuorlesen, widder Gotslesterung und füllerey. Wittenberg, Georg Rhau, 1531. 18 nn. Bl. (das letzte weiß). 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
Zuschlag 400 €
Gutes Exemplar der seltenen Flugschrift. – VD16 V 805. – Im oberen Rand etwas gebräunt.

Lot 427 Landwirtschaft – Cassianus Bassus
Der veltbaw, od’ das buch von der veld arbeyt, in dem alle notwendige stuck, so zur veldarbeyt dienstlich oder hinderlich sein mögen, mit höchstem fleiß angezeyget werden…yetz newlich durch D. Michael Herren, auß der Kriechischen in Teütsche sprach vertolmetscht. Mit 1 Textholzschnitt. Straßburg, Balthasar Beck, 1545. 24 nn. Bl., 160 Bl. 19,5 x 15 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit (berieben, Rücken unten mit Bezugsfehlstelle, obere Ecke des Hinterdeckels mit Fehlstück). [*]
Nachverkaufspreis 3000 €
Erste deutsche Ausgabe. – VD 16, C 1416 – Simon, Bibl. gastron. 379-382 (lat., franz. u. italien. Ausgaben) – Vicaire 203. – Eins der frühesten landwirtschaftlichen Bücher in deutscher Sprache. – Es handelt sich um eine erweiterte und modernisierte Fassung der “Geoponika”, einer von Cassianus Bassus Scholasticus im 10. Jahrhundert angefertigten Sammlung, die in 20 Büchern das gesamte zeitgenössische und ältere Wissen zum Thema zusammentrug. Cassianus wiederum schöpfte aus der im 3./4. Jahrhundert entstandenen Exzerptensammlung des Vindanios Anatollos (12 Bücher). – Behandelt werden Rebenanbau und Wein, Bienen-, Fisch- und Pferdezucht, über Wildschweine und Wölfe usw. – Der Textholzschnitt mit der Darstelleung einer Windkarte. Bordüre des Vorderdeckels mit Tierdarstellungen. – 1. Vorsatzblatt mit Eckausriss, erste und letzte Blätter etwas wasserfleckig im Außenrand, Bezug des hinteren Innenspiegels gelöst (dieser mit alten Annotationen) und mit Randfehlstellen, Innendeckel mit wenigen Wurmspuren.

Lot 428 Luther, Martin
Auff das Vermeint Keiserlich Edict, Ausgangen im 1531 jare, nach dem Reichs tage des 1530 jars. Glosa. D. Mart. Luthers. Mit ankoloriertem Holzschnitt-Titel und 2 kolorierten Initialen. Wittenberg, Nickel Schirlentz, 1531. 28 nn. Bl. 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
Nachverkaufspreis 500 €
Erster Druck. – Benzing 2925 – VD16 L 3891. – Scharfe Kritik an dem Augsburger Reichstagsabschied, gerichtet gegen “Verrether und bösewichter (sie seien Fürsten odder Bischove) … sonderlich den heubtschalck, Bapst Clemen”. – Die hübsche Titeleinfassung (abgebildet bei Johannes Luther Tafel 25) ist ein charakteristisches Werk der Cranach-Schule. Sie zeigt das Gastmahl des Herodes mit Salome und dem enthaupteten Johannes dem Täufer (siehe Hollstein VI, 162, 16 und Koepplin-Falk 262). – Der vorliegende erste Druck unterscheidet sich von den folgenden Titelaufnahmen (Benzing 2926 und 2927) durch den Druckvermerk am Schluss: “Wittenberg: Nickel Schierlentz” statt wie hier “Gedrückt zu Wittemberg durch Nickel Schirlentz”. – Titelblatt etwas schmutzfleckig, mit altem Stempel am unteren Rand und mit kleinem Loch, einige zeitgenössische Marginalien, teils etwas fleckig in den Rändern.

Lot 429 Luther, Martin
Der Erste (- Achte und letzte) Teil aller Bücher und Schrifften, dazu Register- und Indexband. Zusammen 9 Bände. Mit 8 (teilweise wiederholten) Titelholzschnitten, 5 ganzseitigen (wiederholten) Holzschnitt-Porträts in den Bänden 4, 5, 6, 7 und 8 und den Textholzschnitten Papstesel, Mondkalb und der Weltkarte. Jena, C. Rödinger oder Rödingers Erben (Teil 6: Rebart, Teil 9: Richtzenhahn), 1555-1573. 33 x 21 cm. Blindgeprägte Schweinslederbände der Zeit über Holzdeckeln mit handschriftlichen Rückentiteln (berieben und gedunkelt, teils an den Ecken mit Stauchspuren, es fehlen alle Schließen, Band 9 mit stärkerer Stoßspur am unteren Rückenteil, dort auch etwas eingerissen, sehr vereinzelt mit kleineren Aufplatzstellen am Rücken und an den Stehkanten, Band 10 mit Rückenschild. [*]
Nachverkaufspreis 4000 €
Erste Auflage der Jenaer Gesamtausgabe, die von Amsdorf, Aurifaber, Rörer, Stoltz u.a. ediert wurde. – VD 16 L 3323, 3335, 3348, 3326, 3330, 3350, 3336-37, 3456. – Goedeke II, 151 – Aland S. 570 ff. – Der 6. Band in zweiter Auflage: Rebart, 1561, der Registerband 9 in einer späteren Auflage (EA: 1564). – Der Titelholzschnitt zeigt Luther und Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, neben dem Kruzifix kniend; die blattgroßen Holzschnitte mit Brustbildern der drei sächsischen Herzöge mit ihren Wappen. Die übrigen Holzschnitte zeigen Papstesel, Mönchskalb und Weltkarte (“Daniel’s Dream-Map”, vgl. Shirley 65A). – Uniform gebundene, reich blindgeprägte helle Schweinslederbände der Zeit über Holzdeckeln (mit zahlreichen Roll- und Streicheisenverzierungen und Blindprägungen der Reformatoren, teils auch datiert). – In den ersten Bänden mit doch recht häufigen zeitgenössischen Eintragungen. Die Bände haben wohl häufiger den Besitzer gewechselt, denn es finden sich verschiedene Eignereintragungen neben den beiden Exlibris in den Bänden (so u.a. ein Hans Phillips Winter, datiert 1625). – Beiliegend: Band 2 (von 2) der Eislebener “Supplement”-Ausgabe mit den Ergänzungen zur Wittenberger und Jenaer Gesamtausgabe. (Eisleben, Graubisch, 1565). – Teils stärker braunspurig, auch mit teils deutlicheren Wasserrändern (u.a. die Mondkalb-Illustration stärker gebräunt), teils etwas gewelltes Papier, an einigen Innenfalzen scheinen durch diese Wasserschäden alte mittelalterliche Pergamentstreifen aus älteren Handschriften durch, die als Versteifung der Gelenke eingesetzt wurden. – Äußerlich ein sehr attraktives Exemplar in nahezu uniform gebundenen Einbänden, innen aber doch als Arbeitsexemplar der Zeit erkennbar.

Lot 430 Luther, Martin
I.: Auslegung der Evangelien von Advent bis Ostern. Gepredigt durch Martin Luthern. Titel im breiten Holzschnitt-Rahmen. Wittenberg. (Am Schluss:) Johannes Grunenberg, 1527. 11 (von 14?) nn. Bl., CCLXXIV (recte 275) num. Bl. – II.: Auslegung der Evangelien von Ostern bis auffs Advent, gepredigt durch Mart. Luth. Titel im breiten Holzschnitt-Rahmen und zahlreiche kleine Holzschnitt-Initialen. Wittenberg, (Hans Lufft), 1527. 8 nn. Bl., CLVI (von CLXI) num. Bl. 29,5 x 20 cm. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln (altersfleckig und ohne Schließen, am oberen und unteren Rückenende jeweils mit Fehlstellen). [*]
Nachverkaufspreis 3400 €
Zu I: Nicht im VD 16, nicht bei Benzing, für uns bibliographisch nicht nachweisbar. – VD16 L 3954 (ein Standort: Wolfenbüttel; des Weiteren ein Exemplar in der Sächsischen LB ohne Titelblatt. – Noch nicht digitalisiert) mit einer wohl kollationsgleichen Ausgabe im gleichen Jahr bei Grunenberg unter etwas anderem Titel erschienen. “Auslegung der Episteln und Evangelien vom Advent an bis auff Ostern. Anderweyt corrigirt durch Martin Luther. Daruber ein newes Register”. Diese Ausgabe mit der selben Anzahl num. Blatt (inklusive einer doppelten Paginierung wie hier vorliegend). Die Registerblätter zu Beginn mit der gleichen Bogenzählung wie in vorliegendem Exemplar, aber mit 14 wie hier vorliegend 11 nn. Blatt zu Beginn. Bei den eventuell fehlenden Blättern mag es sich um eine Zueignung handeln. Tatsächlich sind hier auch zwischen Titel und dem ersten Registerblatt zeitgenössisch sechs Leerblätter eingebunden. – Zu II: VD16 L 4009 (zwei Standorte) – Benzing 1100. – Mit Beiträgen von Johannes Bugenhagen d. Ä. – (I) Teils fleckig, wenige Blatt etwas stärker, einige wenige zeitgenössische Marginalien, zum Schluss mit handschriftlichem Hinweis, zwei Blatt mit Einriss. – (II) Mit ähnlichen, teils etwas stärkeren Flecken, fol. IX unten mit alt hinterlegtem Abriss mit etwas Textverlust, zum Schluss Leerblätter angebunden. – Insgesamt ordentlich erhaltenes Exemplar sowohl mit der Winter- wie der Sommerpostille, die erstere in dieser Variante bibliographisch noch unbekannt.

Lot 431 Luther, Martin
Vom Schem Hamphoras: Und vom Geschlecht Christi. Matthei am I. Capitel / D. Mar. Luth. Wittemberg. 1543. (Am Schluss:) Frankfurt, Hermann Gülferich 1543. 40 nn. Bl. 19 x 15 cm. Rückenbroschur. [*]
Zuschlag 3000 €
Sehr seltene antisemitische Kampfschrift Luthers, in der er die Juden mit dem Teufel gleichsetzt. Erschien kurz nach “Von den Jüden und ihren Lügen”. – VD 16 und Benzing kennen zwei verschiedene Ausgaben bei Gülferich, jeweils mit 44 Blatt; diese Ausgabe ist nach Vergleich mit den Digitalisaten enger gesetzt, komplett und bislang bibliographisch unbekannt. – Schem Hamphoras ist der hebräische rabbinische Name für den unaussprechlichen Namen Gottes. Luthers Gebrauch dieses Begriffs mussten Juden als Verhöhnung und Beleidigung empfinden. Er knüpfte dabei an eine Passage aus der Victoria adversus impios hebraeos (“Sieg über die ungläubigen Juden”) des Kartäusers Porchetus Salvaticus an (geschrieben vor 1315, gedruckt 1520), die eine jüdische Erzählung um Jesus von Nazaret und den Schem Hamphoras wiederzugeben beansprucht und die Luther in deutscher Übersetzung an den Anfang seiner Schrift stellt. – Die unsäglichen, teils heute noch vorhanden Darstellungen der “Judensau” an einigen deutschen Kirchen sind von dieser Schrift inspiriert. – Durchgehender schwacher Wasserfleck im unteren Rand, letzte leere Seite angeschmutzt, einige wenige zeitgenössische Marginalien.

Lot 432 Luther, Martin
Widder den Meuchler zu Dresen gedrückt. Mart. Luther. Mit ankolorierter breiter Holzschnitt-Titelbordüre von Georg Lemberger und ankolorierter Initiale. Wittenberg, Hans Lufft, 1531. 15 Bl., 1 weißes Bl. 19 x 15 cm. Geheftet. [*]
Nachverkaufspreis 500 €
Benzing 2936 – VD16 L7429 – Luther, TE 37. – 2. Druck der Erstausgabe mit neuem Satz auf Bogen A (Erkennungslesart: Bl. A2a, Z. 23: “|| den Papisten geschrieben habe.||”). – Streitschrift gegen eine Antwort Herzog Georg des Bärtigen von Sachsen auf Luthers “Warnung an seine lieben Deutschen” und “Auf das vermeint Kaiserlich Edict”. Die Schrift war anonym mit einem Nachwort des Pfarrers Franz Arnoldi aus Colln bei Dresden erschienen. – Auf die Antwort Luthers folgte dann im selben Jahr Arnoldis (Georgs) “Auff das Schmaebuchlein, welchs Martin Luther widder den Meuchler zu Dreszden … hat lassen auszgehen”. – Titel am seitlichen Rand etwas fleckig, wenige alte Unterstreichungen.

Lot 433 Merula, Gaudentius
De Gallorum cisalpinorum antiquitate, ac origine. Mit 1 (statt 2) Holzschnitt-Druckermarken und 2 figürlichen Holzschnitt-Initialen. Lyon, Gryphius, 1538. 230 S. (ohne das letzte Blatt mit weiterer Druckermarke). 17 x 13 cm. Neuerer Pergamentband mit Rückentitel (angestaubt).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe, bis ins 18. Jahrhundert wiederholt. – Titel mit Besitzvermerk und Notizen von alter Hand sowie altem Stempel, streckenweise Wasserrand, vereinzelt fleckig.

Lot 434 Missale
Missale Salisburgense, iuxta ritum & consuetudinem Sanctae Romanae Ecclesiae restitutum. Mit 9 figürlichen Holzschnitt-Bordüren, blattgroßem Wappenholzschnitt, 10 blattgroßen Holzschnitten des Meisters H.W. und zahlreichen in Rot und Schwarz gedruckten figürlichen Initialen. Salzburg, Conrad Kürner, 1605. 32 Bl., 546 S., 1 weißes Bl., XCI S. Durchgehend in Rot und Schwarz gedruckt, streckenweise mit Quadratnoten. 35 x 23 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit über Holzdeckeln (stark berieben und bestoßen, Vorderdeckel vom Buchblock gelöst, Rückenbezug mit Fehlstellen und Einrissen, Schließen defekt).
Zuschlag 600 €
Für uns nur in der Staatsbibliothek Berlin (= VD17 1:082841 U, inkomplett) sowie in der Österreichischen Nationalbibliothek nachweisbar. – Die prächtigen Holzschnitte teils noch im Stil des 16.Jahrhunderts, die Initialen des Schneiders von Nagler, Monogrammisten III, 1698 nicht aufgelöst. – Buchblock etwas gelockert und verschoben, vereinzelt feine Wurmspuren im Bundsteg, Kanonteil wie stets mit deutlichen Gebrauchsspuren am Fuß, teils alt verstärkt (Kreuzigung mit geringem Bildverlust und Spannungsriss), S. 267/268 mit Textverlust in der unteren Außenecke, S. 459/460 ebenfalls mit Randschäden bis knapp an den Text, an S. 535/536 tiefer Blattriss ohne Buchstabenverlust. Über weite Strecken sauberes Exemplar.

Lot 435 Plinius Secundus
Bücher und Schrifften, von Natur, art und eygenschafft aller Creaturen oder Geschöpffe Gottes. Jetzund widerumb mit sonderm fleiß durchsehen. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 256 Textholzschnitten von Jost Amman. Frankfurt, Sigmund Feyerabend, 1634. 6 nn. Bl., 388 S., 6 nn. Bl. – Vorgebunden: Godescalcus Hollen. Sermonum opus exquisitissimum. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Titelbordüren. Hagenau, Heinrich Gran und Augsburg, Johann Rynmann, September 1517. 8 nn. Bl., 130 Bl.; 14 nn. Bl., 198 Bl. 30 x 20 cm. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit 2 Messingschließen (etwas fleckig und berieben, Rücken mit kleiner Fehlstelle, Schließen fachmännisch erneuert). [*]
Zuschlag 1600 €
I. VD 16 P 3555 – STC 705 -Nissen 3190 – Choulant 200 – Becker, Amman 7d. – Frankfurter Druck eines der populärsten zoologischen Werke des 16. Jahrhunderts, hier in der dritten Ausgabe der in sich abgeschlossenen Bücher VII bis XI von Plinius’ Historiae naturalis, reich illustriert von Jost Amman. Enthält die vier Teile vom Menschen, von vierfüßigen und kriechenden Tieren, von den Fischen und von den Vögeln. – Vereinzelte geringe Flecken. -II. VD 16 H 4472 – Adams H 692. – Erste Ausgabe der Predigtsammlung des angesehenen westfälischen Augustinereremiten Gottschalk Hollen (ca. 1411-1484). Zweispaltiger Druck in gotischer Type. – Etwas fleckig, Lagen teils ausgebunden, einige Lagen mit kleiner Wurmspur im unteren Bug, zahlreiche Marginalien und Unterstreichungen, Titel mit altem Besitzeintrag. Doublettenexemplar der Bayrischen Staatsbibliothek, mit entsprechendem alten Tinteneintrag auf dem Vorsatz.

Lot 436 Plinius Secundus, Gaius
Historiae mundi libri XXXVII cum annotationibus et indice. Mit 4 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken und zahlreichen figürlichen, teils größeren (ca. 4,3 x 4,3 cm) Metallschnitt-Initialen von H. Holbein d. J. Basel, H. Froben & N. Episcopius, 1539. 18 Bl., 671 S., 26 Bl. und 88 Bl. (Index). 39 x 27 cm. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit 2 Messing-Schließen (etwas fleckig und berieben, stellenweise mit Wurmlöchern, Rücken mit Kleberesten). [*]
Nachverkaufspreis 2400 €
VD 16, P 3540 – Adams P 1566. – Spätere Ausgabe bei Froben mit dem Kommentar von S. Ghelen. Der Index von J. Camers mit eigenem Titelblatt. – Titel mit altem Besitzvermerk “Joannis Carpentarij” in Tinte, verso mit eingedrucktem Holzschnitt-Exlibris von Johann Georg Wagner. Der Schweizer Dramatiker Johannes Carpentarius (1522-1590; d.i. Hanns Wagner) aus Bremgarten im Aargau wurde ca. 1543 als Lateinischer Schulmeister nach Solothurn berufen und war von 1581 (1585?) an Mitglied des Großen Rates der Stadt Solothurn. Wagners Bibliothek ist bis heute erhalten. – Leicht gebräunt, mit meist kleineren Wurmspuren im Außensteg (der Index stärker betroffen, hier und da mit geringem Buchstabenverlust), mit Marginalien von alter Hand in Tinte. Breitrandiges Exemplar.

Lot 437 Reinhard, Graf zu Solms
Beschreibung, vom Ursprung anfang und herkhomen des Adels, Adelichen underhaltungen und aufferlegtem gebürlichem beuelch … Mit Titel mit Turnierholzschnitt (von Jost Amman) in Rollwerkbordüre und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Frankfurt, Merten Lechler für Sigmund Feyerabend und Simon Hüter, 1564. Titel in Rot und Schwarz, XX num. Bl., 1 nn. Bl. 30,5 x 20,5 cm. Geheftet. [*]
Zuschlag 300 €
Einer von drei Drucken des Jahres 1564, dem VD 16 unbekannt. – Vgl. VD 16 R 934-936 – nicht bei Adams und im STC. – Merkmale: Titel datiert M.D.LXIIII, Kolophon 1564. – Erstmals 1563 erschienen.

Lot 438 Sleidanus, Johannes
Warhafftige Beschreibung Geistlicher vnnd Wellttlicher sachen, under dem großmechtigen Keyser Carolo dem fünfften verloffen, erstlichen von dem hochgelehrten Herren Johansen Sleidan in Latein fleyssig zusammen getragen: nun aber zu gutem der Teütschen nation, auff das treuwlichest verteutschet, durch Doctor Heinrichen Pantaleon. Mit Druckermarke auf dem Titel. Basel, Nicolaus Brylinger, 1556. 4 nn. Bl., DCCXLVIII S., 6 nn. Bl. 31 x 20 cm. Lederband des 18. Jhdts. mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben und kratzspurig). [*]
Zuschlag 850 €
Erste Ausgabe der deutschen Übersetzung Pantaleons. – VD 16 S 6690 – nicht bei Adams und im STC (+ Suppl.). – Die umfangreiche, in zahlreichen Auflagen erschienene Chronik umfasst den Zeitraum der Regierung Karls V. von 1517-55 und ist eine der bedeutendsten Quellen der Reformationszeit. – Etwas gebräunt, gering fleckig, Titel unten mit Verlust des Druckers durch hinterlegten Ausschnitt.

Lot 439 Stundenbuch
Ces presentes heures a lusaige de Terouen(n)e toutes au long sans rien requérir … ont este nouvellement imprimees. Mit Druckermarke, blattgroßem Aderlassmännchen, 12 Monatsbildern, 45 (statt 46) fast blattgroßen und mehreren kleinen Textillustrationen sowie zahlreichen figürlichen oder Criblé-Initialen, alles in Holz- und Schrotschnitt. Paris, F. Regnault, 1527. 135 (statt 136) nn. Bl., durchgehend in Rot und Schwarz gedruckt. 16 x 9 cm. Späterer, doch alter Pergamentband mit handschriftlichem Rückentitel (verstaubt und abgegriffen, Deckel etwas verzogen). [*]
Zuschlag 4400 €
Für uns nicht nachweisbares Stundenbuch, eingerichtet zum Gebrauch der vom Spätmittelalter bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts blühenden Diözese Thérouanne (Pas-de-Calais). Der Ortsname ist am Titel verkürzt in den Satz eingerückt, am Fuß der ersten Bogenblätter aber jeweils ausgeschrieben. Ein ebenfalls sehr seltener Vorläufer wurde 1498 von Pigouchet für Simon Vostre gedruckt. – Es fehlt Blatt g7 mit der “Lectio secunda” der “Vigiliae Defunctorum” und einem weiteren Holzschnitt. – Vorsätze mit Exlibris und Notizen des späten 19. Jahrhunderts zur Provenienz, Titel abgegriffen und mit Firnis überzogen, Doppelblatt “März” mit Braunfleck, die Bußpsalmen am Fuß stark abgegriffen (ein Blatt mit Eckabriss, zwei Blatt mit überklebtem Ausriss, beides ohne Textverlust), gegen Ende Wasserfleck im weißen Unterrand, letzte Blätter gelockert. Über weite Strecken sehr gut erhalten.

Lot 440 Ziegler, Hieronymus
Illustrium Germaniae virorum historiae aliquot singulares, ex optimis, probatissimisque authoribus erutae atque congestae. Mit 1 blattgroßen Wappenholzschnitt sowie 2 großen und einigen kleinen figürlichen Initialen. Ingolstadt, Alexander und Samuel Weissenhorn, 1562. 12 nn., 96 num. Bl. 19,2 x 15 cm. Blindgeprägter Lederband (um 1700) mit goldgeprägtem Rückenschild und Stehkantenvergoldung (etwas berieben). [*]
Zuschlag 300 €
Erste Ausgabe. – VD 16 Z 425 – Adams Z 150 – STC 934 (falsch “1559”) – Stalla 415. – Sammelsurium von Kurzbiographien geistlicher und weltlicher Berühmtheiten, von Königen, Fürsten, Bischöfen etc., darunter Heinrich (Frauenlob), Hermann (der Cheruskerfürst), Agnes Bernauer, Berchtold Schwartz (“Bombardae inventor”), Seyfrid Schweppermann (ein “Ritter keck”) u.a., ferner Varia wie “De Druidis”, “De Alirunis (Alraun)”, “De Zigaris, sive… Zigeyner dicuntur”, “De arte impressoria” etc. – Der Verfasser (gest. 1562), schrieb vor allem lateinische Theaterstücke (vgl. Goedeke II, 137, 21). – Eingedrucktes Exlibris des Johann Heinrich Burckhard, Arzt und Botaniker. Das schöne Kupfer (14 x 8,6 cm), gestochen von Scotin d. Ä. 1715, zeigt eine Bibliotheksansicht mit Hygiea (Leinigen-W. 287 – Waehmer S. 118 – vgl. auch Gerster 332, der dieses nicht kennt, jedoch ein Wappen-Exlibris B’s auflistet). – Titel mit altem Stempel und Namenseintrag. Schönes Exemplar.