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Lot 315 Almanache
Iris. Taschenbuch für das Jahr 1840-1846. Herausgegeben von Johann Graf Mailath und S. Saphir Und Iris. Deutscher Almanach für 1847 und 1848. Neue Folge erster und zweiter Jahrgang. 9 Bände. Mit 48 Stahlstichtafeln. Pest, Heckenast, (1839-47). 17,5 x 11 cm und 22 x 15,5 cm. Neuere, rosé-farbene Seidenmoirée-Einbände mit goldgeprägtem Rückentitel, Goldschnitt. [*]
Schätzpreis 600 €
Mit zahlreichen Erstdrucken, u.a. von Adalbert Stifter, Der Waldgänger und Prokupus, von Franz Grillparzer, Der Spielmann. – Sehr schöne und vollständige Reihe. – Beigaben: 1. Heck, Werner. Hundert Jahre Adalbert Stifter. Bibliographie 1840-1940. Wien, Kerry, 1954. Halbleinwand. – 2. Stifter, A. Der arme Wohltäter. Auszug aus: Austria oder Österreicher Universal-Kalender für das Schaltjahr 1848. Wien, Klang, 1847. In Photokopie. Pappband mit aufgezogenem Original-Umschlag.

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Lot 316 Almanache – Müllner, Adolph (Hrsg.)
Almanach für Privatbühnen. Erstes Bändchen auf das Jahr 1817 (- drittes Bändchen auf das Jahr 1819). Drei Bände (alles Erschienene). Mit 3 gestochenen Frontispizen und 13 gestochenen Tafeln. Leipzig, Göschen 1816-1818. 15 x 9,5 cm. Illustrierte Original-Kartonagen (etwas berieben, Ecken und Kapitale etwas bestoßen, Rückenbezug von 1818 mit vertikalem Einriss, Bezüge unterschiedlich leicht gedunkelt). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Köhring S. 16 – Goedeke VIII, 130, 17 – Füssel, Göschen 804, 817 und 838 – Lanckoronska/R. S. 125f. – Anders als ähnliche Publikationen für das seinerzeit populäre, anspruchslose Liebhabertheater suchte A. Müllner (1774-1829), nur Stücke mit einem gewissen Niveau aufzunehmen. Neben ihm selbst waren Beiträger C. W. Contessa, W. Hensel (von diesem stammt auch das schöne Frontispiz im Band von 1819), Holbein, P. A. Wolff u.a. – Die Kupfer meist nach J. H. Ramberg. Kulturgeschichtlich interessant sind die theoretischen Abhandlungen Müllners über die Praxis der Privatbühnen, provokant seine Thesen zur Oper. – Teils etwas stockfleckig, gelegentlich etwas feuchtrandig, Jahrgang 1819 auf Velin und nur vereinzelt leicht fleckig, jedoch sind hier die Kupfertafeln gleichmäßig etwas gebräunt. – Insgesamt ein wohlerhaltenes Exemplar aller drei erschienenen Jahrgänge in den Original-Einbänden.

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Lot 318 Bährens, Johann Christoph Friedrich
Ueber den Werth der Empfindsamkeit besonders in Rücksicht auf die Romane. Nebst einer Nachschrift über den sittlichen Werth der Empfindsamkeit von Johann August Eberhard. Halle, Johann Jacob Gebauer, 1786. VIII, 142 S. 17 x 9,5 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Holzmann/Bohatta IV, 6588 – Goedeke IV/1, 519, 13 (Eberhard). – Frühe Schrift des in seiner westfälischen Heimat noch heute hochangesehenen, ja legendären J. C. F. Bährens (1765-1833). Äußere Anerkennung fanden seine Verdienste in der Ernennung zum Badischen Hofrat 1812 oder auch in der Verleihung des preußischen Roten Adlerordens. Eine 1997 erschienene Biographie nennt ihn “Universalgelehrter” und “Esoteriker” in einem Atemzug. Tatsächlich hat Bährens in seinem Leben jene Wandlung gemacht, vor der er als junger Mann in der vorliegenden Schrift u.a. als Folge übermäßigen Konsums von Romanen gewarnt hatte, der Abwendung von der Vernunft und Hinwendung zu Irrationalem und Aberglauben. Bereits ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung des Frühwerks war er bekennender Anhänger der von F. A. Mesmer verbreiteten Lehre vom animalischen Magnetismus und gemeinsam mit K. A. Kortum Gründer einer alchemistischen “Hermetischen Gesellschaft”. – Die vorliegende seltene Schrift entstand während seines Studiums der Theologie und Philosophie in Halle/S., letzteres bei dem Mendelssohn- und Lessing-Freund J. A. Eberhard, der eine recht umfangreiche (S. 117ff.) “Nachschrift” beisteuerte. Bährens untersucht auf Grundlage des Studiums der “neueren Psychologen” (S. 11), das ist vor allem K. Ph. Moritz, aus dessen Magazin mehrfach zitiert wird, die Auswirkungen, die die häufige Lektüre von “Moderomanen” auf Psyche und Geist junger Leser hat und kommt zu der Erkenntnis, dass diese besonders junge Männer in ihrer Entwicklung entscheidend behindert. – Leicht gebräunt.

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Lot 319 Barockliteratur – Bircher, Martin
Deutsche Drucke des Barock 1600-1720. Katalog der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. 46 Bände. Nendeln, München u.a., 1977-1996. 30 x 20,5 cm. Original-Leinwandbände mit Rückentitel (Rücken unten mit Bibliotheksschild).
Schätzpreis 1200 €
Totok/W. II, 49: “Dem Katalog der bedeutendsten Sammlung deutscher Barockliteratur, der Herzog August Wolfenbüttel, fällt in der Erschließung des Schrifttums des 17. Jahrhunderts eine Schlüsselrolle zu.” – Vorhanden: Abteilung A: Bibliotheca Augusta. Bände 1-15. – Abteilung B: Mittlere Aufstellung. Bände 1-20. – Abteilung C: Helmstedter Bestände. Bände 1-6. – Abteilung D: Sonderbestände. Bände 1-2. – Erschließungsbände: Namenregister, Titelregister und Register der Drucker, Verleger und Orte in 3 Bänden. – Mit Abbildung der Titelblätter und Kollationierung. – Alle Bände verso Titel mit dem Stempel der Berliner Stadtbibliothek, dem “Entwidmet” Stempel der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (“Makuliert”) und mehreren Bibliothekssignaturen, sonst sehr gute, wohl kaum benutzte Reihe.

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Lot 320 Barockliteratur – Drexel, Jeremias
Der Ewigkheit Vorbott, deß Todtß Heroldt. So Gesünden, Kranckhen, und Sterbenden Menschen sich woll zum Sterben zu beraiten zugeschickt wirdt. Jetzo aber in dise Teutsche Carmina durch Johann Jacob Schülpl ubersetzet. Mit gestochenem Titel und 3 ganzseitigen Textkupfern. Wien, M. Rickhes, 1649. 198 nn. Bl. 19,5 x 15 cm. Halbpergamentband aus älterem Material. [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe dieser Übersetzung bzw. Nachdichtung. – VD 17 12:105952C – Faber du Faur 969: “Schülpl translated Drexel’s Latin tract into alexandrine verse while suffering from an attack of gout, and the verses limp no less than the translator himself. The book, however, is immensly valuable as one of the very rare documents of cultural exchange between Munich and Vienna”. – Die vorangegangenen Übersetzungen von J. Meichel waren in München erschienen. – Stellenweise etwas gebräunt.

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Lot 321 Barockliteratur – Hoffmannswaldau, Christian Hoffmann von
Des sinnreichen Ritters Baptistae Guarini Pastor fido, Oder: Trauer- und Lust-Spiel der Getreue Schäfer genannt, von Ihme weyland zu Bedienung des Hochfürstlichen Beylagers in Welscher Sprache auf den Schau-Platz gebacht; Itzo aber auf vielfältigs Ansinnen guter Freunde in zerstreueten Reimen Deutsch übersetzet. Ohne Ort und Verlag, gedruckt im Jahr 1678. 1 weißes Bl., 5 Bl. (Titel und Vorrede), 170 (recte 180) S. 17,5 x 10 cm. Marmorierter Lederband der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (durch die Marmorierung bedingte Ausbrüche im Leder auf den Deckeln, Kapitale und untere Ecken etwas bestoßen, vorderes Gelenk angebrochen). [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Dünnhaupt 22.1 – Goedeke III, 269, 3 – Maltzahn II, 954 – Faber du Faur 1280a: “A very poetic, extremely artistic translation in free rhymed verse.” – “Einzig bekannter Einzeldruck der Hoffmann’schen Übertragung” (Dünnhaupt; der ebenfalls 1678 in Wolfenbüttel erschienene Druck ist das Szenar zur Opernfassung und bringt nur Textauszüge). – Sehr selten; in keinem der Barock-Kataloge angeboten und kein Nachweis im JAP seit 1950. – Die seltenste der vier Übersetzungen ins Deutsche im 17. Jahrhundert gilt zugleich als die beste des 1589 zuerst veröffentlichten, für die Entstehung der italienischen Oper wegweisenden Erfolgsstücks B. Guarinis. Die Übersetzung entstand bereits um 1652; rechtmäßig wurde sie nur in der Sammelausgabe “Deutsche Übersetzungen und Gedichte” (1679ff.) unter dem Titel “Der Getreue Schäffer” abgegedruckt. – Gebräunt, etwas stockfleckig.

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Lot 322 Barockliteratur – Meier, Joachim
Der Durchlauchtigsten Hebreerinnen Jiska, Rebekka, Rahel, Assenath und Seera Helden-Geschichte. Zu Erklärung der alten Zeiten und tugendhaffter Gemüths-Belustigung auffgeführet und mit Kupfern gezieret. Mit 10 Kupfertafeln. Leipzig und Lüneburg, Lipper, 1697. 14 Bl., 1024, 310 S., 1 weißes Bl., 36 Bl. 17,5 x 10 cm. Lederband der Zeit (berieben und bestoßen, vorderes Gelenk gebrochen, Rücken eingerissen). [*]
Schätzpreis 1200 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – VD17 3:301719F (mit 5 Standorten, davon 2 inkomplette Exemplare) – Weber/Mithal 167 – Dünnhaupt II/3, 1161, 10. – Der Jurist, Pädagoge und Dichter Joachim Meier (1661-1732) war Kantor und Professor am Göttinger Gymnasium (1686-1717), lehrte Musik, Geschichte und Geographie und praktizierte nach seiner Emeritierung als Rechtsberater. Mit der Veröffentlichung populärer Romane hatte er einen lukrativen Nebenverdienst; hier im Gewand eines Josephsromans mit Verarbeitung verschiedener Inspirationen aus dem Altem Testament ein barock-ausufernder höfisch-galanter Roman. – Titel seitlich knapp beschnitten, etwas gebräunt bzw. braunfleckig.

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Lot 323 Barockliteratur – Rist, Johann
Poetischer Schauplatz, auff welchem allerhand Waaren Gute und Böse Kleine und Grosse Freude und Leid-zeugende zu finden. Mit 1 Kupfertitel (Di. Diricks Hamb. sc.) und 2 emblematischen Textkupfern. Hamburg, bey und in Verlegung Heinrich Wernern, 1646. 37 Bl., 320 S., 1 Bl. (“Merklichste Truk-Fehler”). 16 x 9,5 cm. Marmorierter Lederband im Stil der Zeit mit rotem goldgeprägten Rückenschild und schwarzgeprägtem Rücken sowie schwarzgeprägten Deckelfileten. [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgabe. – Dünnhaupt V, 3395, 33 – Wolfskehl 340 (unklar, ob Textkupfer) – Faber du Faur I, 390 (unvollständig). – Vollständig wie vorliegend sehr selten. Die Durchsicht der zugänglichen kollationierten Exemplare zeitigt auffallend viele ohne den Kupfertitel und die 14 Blatt mit Widmungsgedichten, so dass sich die Frage stellt, ob es sich dabei um eine andere bzw. “geringe” Ausgabe handelt. Bemerkenswert ist auch, dass von den zu Harsdörffers Widmungsgedicht (deutsch und lateinisch) gehörigen Textkupfern “Sinnebild-Pfenning” bzw. “Nummus emblematicus” gelegentlich keines (z.B. British Museum) bzw. nur eines (z.B. ULB Halle) eingedruckt wurde; den Exemplaren ohne die Widmungsgedichte fehlen sie folgerichtig immer. – “Sammlung überwiegend weltlicher Lyrik, Lieder und Gelegenheitsdichtungen mit wichtiger Vorrede über den Stand der zeitgenössischen Lyrik, …. Mit Widmungsgedichten von Sigmund von Birken, Georg Philipp Harsdörffer, Johann Klaj, Andreas Tscherning u.a.” (Dünnhaupt). Rists (1607-1667) “Ruhm, über das ganze literarische Deutschland bis in seine Grenzländer hin verbreitet, lenkte aller Augen auf das verschollene Holsteiner Pfarrdorf Wedel … Und der Ruhm war gewiß nicht unverdient, denn Rist war in den literarischen Bestrebungen der Zeit führend tätig wie nur einer” (Karl Wolfskehl, in: Sammlung Manheimer S.62). – Etwas fleckig, leicht gebräunt, wenige kurze Randeinrisse, Kupfertitel mit hinterlegter Randfehlstelle, etwas Bildverlust, einige zeitgenössische Unterstreichungen.

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Lot 324 Barockliteratur – Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schütz
Die glükseligste Insel auf der ganzen Welt, oder das Land der Zufriedenheit. Dessen Regierungs-Art, Beschaffenheit, Fruchtbarkeit, Sitten der Einwohner, Religion, Kirchen-Verfassung, und dergleichen, samt der Gelegenheit wie solches Land entdecket worden, ausführlich erzehlet wird. Mit gestochenem Frontispiz und 7 (1 gefalteten) Kupfertafeln. 2 Teile in 1 Band. Nürnberg, Monath, 1749. 4 Bl., 250 S., 3 (von 6) Bl. 17,5 x 10 cm. Neuer Pappband mit Rückenschild. [*]
Schätzpreis 360 €
VD 18 10250891 – Winter, Compendium Utopiarum 142 – Gibson 771, 389 – vgl. Hayn-Gotendorf II, 234. – Utopischer, pietistisch geprägter Staatsroman mit einleitender Kritik an der spanischen Eroberungs- und Kolonialpolitik. – “This republic, which seems to be an imitation of Andreae’s Christenburg … Primitive and patriarchal conditions are praised: for example, barter trade without the exchange of money, of which very little is in circulation” (Faber du Faur 1638 zur Ausgabe 1737). – Etwas fleckig, stellenweise mit Randeinrissen, es fehlen die Karte und 3 Blatt Inhaltsverzeichnis.

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Lot 325 Barockliteratur – Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schütz
Das unchristliche Christenthum, in einem offenherzigen Send-Schreiben, welches der bekehrte Chineser Pavang, aus Europa, an seinen in China zurückgelassenen vertrauten Freund Maovenlung, abgehen lassen, deutlich vorgestellet. Aus der Chinesischen Sprache in die Englische, und aus dieser in die Deutsche übersetzet. Mit gestochenem Frontispiz.(Ohne Ort und Drucker), 1715. 208 (recte 206) S. 17,5 x 10,5 cm. Pergamentband der Zeit über Holzdeckeln (fleckig, hinterer Deckel mit Fehlstelle im Bezug). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe, selten. – Vgl. Hayn-Gotendorf II, 234 (kennt nur die Ausgabe 1719). – Die “vorgeblicher Übersetzung aus dem Chinesischen (bietet) den Briefwechsel eines in Europa reisenden Chinesen mit seinem Freund. Dieses Schema der Kritik an der eigenen Kultur … in einer fiktiven exotischen Optik wurde wenig später durch Montesquieus ‘Lettres persanes’ (1721) zu einer literarischen Mode im Europa der Aufklärung” (NDB XXIV, 466). – Erst nachdem vorliegender Teil 1717 wiederaufgelegt worden war, erschien 1718 ein zweiter Teil. – Vorsätze und Seitenränder wasserfleckig, etwas gebräunt, Frontispiz mit kleiner Randläsur, Vorsatz mit altem Besitzeintrag.

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Lot 326 Barockliteratur – Tacke, Friedrich Peter
Schriftmäßige Betrachtung der Schooß- und Busen-Sünde. Leipzig, 1736. 160 S., 4 Bl. 18 x 10,5 cm. – Angebunden: Buchka, J. S. Evangelische Buß-Thränen über die Sünden seiner Jugend, und über eine Schrifft, die man Muffel der neue Heilige betitult … Leipzig und Bayreuth, Bayreuther Waisenhaus 1737. 12 Bl., 134 S., 1 weißes Bl. – Angebunden: Sonthom, E. Güldenes Kleinod der Kinder Gottes. Aus dem Englischen verbessert. 3. Auflage. Berlin, 1739. 8 Bl., 572 S., 10 Bl., 148 S., 6 Bl., 192 S., 8 Bl. Pergamentband der Zeit. [*]
Schätzpreis 300 €
Zu I. Jöcher V, 982: “Lutherischer Theologus”, aus Celle, Pfarrer im Wolfenbüttelischen. – Zu II. Goedeke III, 356, 39 b – Faber du Faur 1596 – Jantz II, 3374: “Buchkas hero Muffel is an ignorant impostor who undeservengly acquires a doctor’s degree and seeks to earn, with his assumed holiness, high office, dignity, and public favor, while at the same time he deceives all trusting people”. – Zu III. Nicht bei Goedeke, Faber du Faur etc. – Umfangreiche geistliche Betrachtungen mit zwei angebundenen Traktaten “Vom Gespräch des Herzens” und “Von der geistlichen Hoffart”. Am Schluss ein Gebetbuch mit über hundert Lebensregeln. – Titel von I unterlegt und verso gestempelt.

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Lot 327 Bédacier, Catherine
Henry Duc des Vandales. Histoire veritable avec un extrait des histoires tragiques de Bandel, traduites par Belleforrest … Mit 4 Kupfertafeln. Paris, Prault, 1714. 2 Bl., XXXII, 319 S., 2 Bl. 17 x 9,5 cm. Ganzlederband der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (leicht berieben).
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe. – Cioranescu I, 26981 (unter Catherine Durand, dame Bédacier). – Innendeckel mit dem “Ex Libris de Rambuteau”. – Titel mit handschriftlichem Besitzeintrag “rambuteau”. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 328 Bilderbeck, Ludwig Franz von
Ludolphs Lehrjahre. Nach dem Französischen des Ludwig von Bilderbeck des jüngeren. Vom Verfasser der Urne im einsamen Thale. Erster-dritter Teil in einem Band. Mit 3 Titelkupfern (Geisler del.). Leipzig, Voß und Comp., 1804. 16 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit 2 blauen Rückenschildern und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste deutsche Ausgabe. – Goedeke V, 480, 8. – Wohlerhaltenes Exemplar dieses von “Wilhelm Meisters Lehrjahre” inspirierten Entwicklungsromans. – Bilderbeck (1764-1856) “war zunächst Hofbeamter in Köstritz und Dürkheim (1786-1788); später erhielt er durch Vermittlung Ifflands das Amt eines Reisemarschalls am Saarbrücker Hof (1789-1793). Die Wirren des ersten Koalitionskrieges brachten ihn um Einkünfte und eine 1791 etablierte Verlagsdruckerei; die folgenden Jahre verlebte er deshalb relativ mittellos in Mannheim. Seit 1804 hielt sich Bilderbeck, mittlerweile zum Geheimen Legationsrat ernannt, als Bevollmächtigter mediatisierter Fürstenhäuser in Paris auf und beteiligte sich 1814/15 in dieser Funktion am Wiener Kongreß.” (Killy I, S. 509). Auf Grund seiner profunden Zweisprachigkeit verfasste er Romane und Schauspiele in Deutsch und Französisch und übersetzte sie auch in die jeweils andere Sprache, wie dies auch bei dem vorliegenden Roman der Fall ist. Damit spielt er, wenn er sich namentlich zwar als Übersetzer aus dem Französischen bezeichnet, die eigene Autorschaft aber nur indirekt als Verfasser seines Romans “Die Urne …” von 1799 zu erkennen gibt. – Exlibris “C.A.Meusel” auf dem Innendeckel. Carl August Meusel (1801-1847) war Rittergutsbesitzer auf Schloss Kuhna bei Görlitz. – Teils leicht stockfleckig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 329 Boccaccio, Giovanni
Contes (Le Decameron). Traduction nouvelle (par S. de Castres). 10 Bände. Mit gestochenem Titel und 110 Kupfertafeln von Vidal nach Gravelot, Boucher, Eisen u.a. Londres (das ist: Paris), 1779. 20 x 12,5 cm. Geflammte Kalbslederbände der Zeit mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (Gelenke und Kanten teils etwas berieben, 3 Kapitale mit winzigen Fehlstellen).
Schätzpreis 600 €
Ausgabe auf großem Papier. – Cohen-R. 161 – Gay-L I, 830. – Mit den berühmten Kupferstichen nach Gravelot, Boucher und Eisen, die erstmals 1757-1761 in der Übersetzung von A. Le Macon erschienen. – Innendeckel mit altem Exlibris, nur teilweise leicht gebräunt. Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 330 Bodmer, Johann Jacob
Pygmalion und Elise. Mit großer gestochener Titelvignette von Hempel nach Sauerbrey. Berlin, 1749. 105, 36 S. 17,5 x 10,5 cm. Pappband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückenschild (berieben). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Separatausgabe, anonym erschienen. – Vetter, J.J. Bodmer Nr. 22 – Hayn-Gotendorf VI, 319 – Goedeke IV/1, 12, 23. – Erschien erstmals 1747 in “Neue Erzählungen verschiedener Verfasser”, hier vorliegend in der ersten Separatausgabe mit den Veränderungen von J. G. Sulzer und seinem 36-seitigen Anhang mit eigenem Titelblatt “Damon. Oder die platonische Liebe”. – Frühe neuzeitliche Bearbeitung des antiken Pygmalions von Ovid, des Bildhauers, der von den Frauen enttäuscht ist, sich in seine von ihm geschaffene Statue verliebt und Venus bittet, diese zum Leben zu erwecken. 1767 griff Goethe den Stoff mit seinem Jugendgedicht “Pygmalion” auf; bis zum Musical “My Fair Lady” nach George Bernard Shaw machte die Geschichte zahlreiche Wandlungen durch. – Bodmer, der den Namen der Statue Galatea zur für den Schweizer gewohnteren Elise wandelt, lässt seinen Pygmalion gleich eine ganze Reihe an Statuen schaffen, mit denen er als eine Art Robinson friedlich auf einer Insel lebt. Pygmalion erzählt Elise Geschichten aus dem Leben der Menschen, als diese aber plötzlich antwortet: “Du erzählst mir … wunderbare Zeitungen; das wunderbarste ist, dass mehr Männer sein. Ich wollte, dass deren zehn oder zwanzig zu uns herüber kämen, ich könnte sie lieben, wie ich dich liebe”, wird der Held ob der erotischen Anwandlung doch etwas unruhig und versucht Elise zu einer sittlichen Statue zu erziehen. – Unbeschnitten. – Etwas gebräunt.

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Lot 331 Bonstetten, Karl Viktor von
Neue Schriften. 4 Bände. Mit 4 gestochenen Frontispizen und 1 Kupfertafel. Kopenhagen, Brummer, 1799-1801. 16,5 x 10 cm. Spätere Halblederbände mit 2 Rückenschildern und sehr reicher Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 750 €
Erste Ausgabe. – Goedecke XII, 105, 7 – Wäber 282. – Mit Vortitel “Schriften Fünfter Theil” in Band 4. – Enthält Reiseschilderungen aus Dänemark, dem Tessin, der Innerschweiz, dem Wallis und dem Berner Oberlande, mit Aufsätzen zur isländischen Philologie sowie Arbeiten zur Volksbildung und Aufklärung. – Frontispize in Band 1 und 2 sowie Kupfertafel bis zum Rand beschnitten und aufgezogen. – Bände 1-3 etwas gebräunt und fleckig. – Die schönen, dekorativen Einbände von Petersen & Petersen, Kopenhagen.

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Lot 332 Brentano, Clemens
Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl. Mit Darstellung der Schluß-Scene. Mit Holzschnitt-Frontispiz von F. W. Gubitz. Berlin, Vereins-Buchhandlung, 1838. 67 S. 14,5 x 11 cm. Späterer marmorierter Pappband mit Lederdeckelschild. [*]
Schätzpreis 750 €
Erste Einzelausgabe, zuerst 1817 in “Gaben der Milde” erschienen. – Mallon 113 – Goedeke VI, 61, 33. – Eine der seltensten Buchausgaben Brentanos. – Exlibris auf Innendeckel. – Gutes Exemplar.

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Lot 333 Brentano, Clemens
Der Goldfaden, eine schöne alte Geschichte, wieder herausgegeben. Mit 25 Textkupfern von Ludwig Emil Grimm. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1809. 1 Bl., 371 S., 1 Bl. (Errata). 17 x 10 cm. Lederband der Zeit (Rücken und Rückenschild erneuert, Deckel kratzspurig und fleckig, Ecken und Kanten restauriert). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe von Brentanos Bearbeitung des gleichnamigen Romans von Jörg Wickram (Straßburg 1557). – Goedeke VI, 60, 17 – Mallon 33 – Borst 1086 – Rümann 133. – Brentano plante den Goldfaden als ersten Band für eine Reihe mit dem Haupttitel ‘Sammlung deutscher Volksromane nach den ältesten Ausgaben. – Ludwig Emil Grimm ahmte in seinen Illustrationen die Holzschnitt-Technik des 16.Jahrhunderts nach, so dass seine Kupferstiche bei Mallon als “Holzschnittvignetten” geführt werden. – Teils stockfleckig, die ersten Blatt oben gebräunt, Titel oben mit kleinen Läsuren.

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Lot 334 Brentano, Clemens
Die Märchen des Clemens Brentano. Zum Besten der Armen nach dem letzten Willen des Verfassers herausgegeben von Guido Görres. 2 Bände. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1846-1847. LVIII S., 1 Bl., 495 S.; 2 Bl., 608 S. 19,5 x 13 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Ecken etwas bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Erste Gesamtausgabe. – Goedeke VI, 62, 46 – Mallon 155 und 163. – Das Vorwort ist eine umfassende Würdigung des Dichters und enthält “4 Briefe … im ersten Druck” (Mallon). – Stellenweise etwas stockfleckig, die ersten Blatt von Band 2 im weißen Rand etwas braunfleckig.

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Lot 335 Briefsteller
Briefsteller für alle Menschen und auf alltägliche Fälle des bürgerlichen Lebens. Zum Gebrauche derer, die schriftliche Aufsätze aller Art verfassen, Briefe schreiben, und vielfache Geschäfte besorgen wollen. Dritte vermehrte, aufs neue umgearbeitete Auflage. Hermannstadt, Hochmeister, 1810. 150 S., 1 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (berieben, Rücken mit Aufkleber).
Schätzpreis 300 €
Den seltenen Briefsteller können wir in keiner deutschen Bibliothek nachweisen, auch nicht in erster oder zweiter Auflage. – Titel mit Sammlerstempel, leicht gebräunt.

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Lot 336 Briefsteller – Müchler, Karl
Der Secretair für die gebildete Welt. Anleitung zu Abfassung von Vorstellungen und Briefen für die verschiedenen Verhältnisse des Lebens. Zweite vermehrte Auflage. Berlin, Nauck, 1830. VI S., S. (III)-XVI, 296 S. 15,5 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (Deckel fleckig und berieben).
Schätzpreis 300 €
Seltener Briefsteller, den wir nicht in deutschen Bibliotheken nachweisen können. – Auch die laut Anzeige in der “Nationalzeitung der Deutschen” 1825 erschienene erste Ausgabe ist nicht nachweisbar. – Vorsätze fleckig, sonst nur teilweise leicht gebräunt.

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Lot 337 Briefsteller
Original-Liebesbriefe oder die Kunst, in kurzer Zeit Liebesbriefe schreiben zu lernen. Für Verliebte ein wahrer Schatz und eine unerschöpfliche Quelle eleganter Wendungen, schöner Redensarten und überraschender Gedanken. Berlin, Th. Bade, 1843. 208 S. 16,5 x 11,5 cm. Pappband der Zeit mit neuem Überzugspapier.
Schätzpreis 300 €
Seltener Briefsteller für Verliebte, anonym erschienen. – Kein Nachweis über KVK. – “Das Urbild der Schönheit, wie ich es mir in seinem höchsten Glanze denke, bist Du; wenn ich Dich betrachte, verschwindet jeder Gedanke an menschliche Unvollkommenheit.” – Die ersten und letzten Blatt etwas stärker stockfleckig.

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Lot 338 Buchwesen – Baur, Samuel
Deutschlands Schriftstellerinnen. Eine charakteristische Skize. King-Tsching, in der kaiserlichen Druckerei (das ist: Ulm, Stettin’sche Buchhandlung), 1790. 100 S., 2 Bl. 17 x 11,5 cm. Kartonage der Zeit.
Schätzpreis 600 €
Seltene erste Ausgabe, anonym erschienen. – Weller, Druckorte I, 144 – Weyermann, Nachrichten von Gelehrten und Künstlern aus Ulm, 1798 – vgl. Goedeke VI,420, 4 (ohne diesen Titel). – Vorderer Innendeckel mit zeitgenössischem handschriftlichen Besitzeintrag “F. G. Sautter(?) von Logau./ Vom Verfasser zum Geschenk/ erhalten.” – Behandelt in alphabetischer Reihenfolge von Sophie Albrecht über von Arnim, von Berlepsch, Catharina II., Froriep, von Hahn, Karschin, Reiske, la Roche, Schlettwein, Schlözerin, Sternheim bis zu von Wunsch insgesamt 78 Schriftstellerinnen. – Unbeschnitten. – Teils minimal stockfleckig.

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Lot 339 Buchwesen
Catalogue of books printed in the fifteenth century now in the British Museum (BMC). Bände 1-10 und Faksimilebände 1-7 in 12 Bänden. London, British Museum, 1963. 38 x 28 cm. Original-Halbleinwandbände (etwas berieben, Rücken der Bände 1 und 2 lädiert). [*]
Schätzpreis 300 €
Lithographischer Nachdruck. – Ohne die Bände 11-13. – Wichtiges Nachschlagewerk für Inkunabeln. – Der hier vorliegende lithographische Nachdruck wird der Original-Ausgabe vorgezogen, weil er die handschriftlichen Ergänzungen und Korrekturen der Katalogbearbeiter enthält.

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Lot 340 Buchwesen – Ernesti, Johann Heinrich Gottfried
Die wol-eingerichtete Buchdruckerey mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, ingleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret. Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget. Mit gestochenem Frontispiz, 13 Textkupfern sowie zahlreichen Alphabeten, Schriftproben, Noten, Zierstücken etc. im Text. Nürnberg, Endter, 1733. 31 Bl., 160, 16 S. 20 x 26 cm. Broschur der Zeit (lädiert, Randfehlstellen). [*]
Schätzpreis 600 €
Zweite, etwas erweiterte Ausgabe, mit dem meist fehlenden Anhang mit den Gedichten von Rist. – Bigmore/Wyman I, 205 – Libri rari 94 – vgl. Ornamentstichsammlung Berlin 5340. – Ernesti (1664-1723), vormals Werkführer in der Endterschen Buchdruckerei, übernahm 1717 das Geschäft selbständig und gab 1721 einen heute druckgeschichtlich recht wertvollen Geschäftsbericht mit Nachrichten über die bedeutendsten Buchdrucker heraus. Er enthält 47 Frakturschriften, 21 Antiquatypen, 14 Kursivformen und zahlreiche slawische und orientalische Proben (nach Schottenloher im Lexikon des gesamten Buchwesens I, 500). – “A complete practical treatise on the art of printing, specimens of type, plans of cases, imposition, essay on the Hebrew language, etc.” (Bigmore und Wyman). – Das Frontispiz mit schöner Darstellung einer Buchdruckerei, die kleinen Porträts zeigen verschiedene Frühdrucker, unter anderem Coster, Gutenberg, Fust, Aldus, Froben und Oporinus. – Block durchgebrochen, einzelne Blatt gelöst, Frontispiz verso und Titel mit teils radiertem Stempel, teilweise mit Randschäden an den Ecken (kein Bild- oder Textverlust), fleckig.

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Lot 341 Buchwesen – Gottlieb, Theodor
K.K. Hofbibliothek. Bucheinbände. Auswahl von technisch und geschichtlich bemerkenswerten Stücken. Text- und Tafelband. Mit 100 teils farbigen Tafeln in Licht- und Steindruck. Wien, Schroll, 1910. 2 Bl., 80 Spalten, S. 81-84. 41 x 32 cm. Original-Leinwand (Textband) und Original-Leinwandmappe (Schließbändchen fehlt, Mappenkanten berieben, kleine Einrisse an Gelenken). [*]
Schätzpreis 300 €
Tafelkartons teils etwas gebräunt, sonst gutes Exemplar.

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Lot 342 Buchwesen – Hirsching, Friedrich Karl Gottlob
Versuch einer Beschreibung sehenswürdiger Bibliotheken Teutschlands nach alphabetischer Ordnung der Städte. 4 Bände. Erlangen, Palm, 1786-1791. 18,5 x 11 cm. Halblederbände (um 1880) mit goldgeprägtem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Gelenke und Kapitale leicht berieben).
Schätzpreis 1800 €
Seltene erste Ausgabe des in neun Lieferungen erschienenen Werkes. – Ebert 9776 – Meusel V, 538 – NDB IX, 228: “Er faßte seine Handbücher nicht unter einem bestimmten fachwissenschaftlichen Aspekt ab, sondern nahm alles auf, was er für bemerkenswert hielt, und urteilte ganz im Geist der Aufklärung. Aus diesem Grund wurden seine Handbücher, die ursprünglich nur als Wegeiser zu den Quellen gedacht waren, selbst zu bedeutenden Quellen.” – Besondere Aufmerksamkeit schenkte Hirsching den alten Sammlungen in Augsburg, Nürnberg und Erlangen, er besucht aber auch zeitgenössische Bibliophile und Gelehrte wie Cobres in Augsburg oder den Ansbacher Mineralogen Casimir Schmiedel. Außerhalb Süddeutschlands werden z.B. Prag, Danzig und die Bibliothek des Museum Fridericianum in Kassel ausführlich dargestellt. – Titel mit Besitzeintrag, Innendeckel mit Exlibris, wenige alte Randanmerkungen. Gutes Exemplar.

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Lot 343 Buchwesen – Houben, Heinrich Hubert und Oskar F. Walzel (Hrsg.)
Bibliographisches Repertorium. Veröffentlichungen der Deutschen Bibliographischen Gesellschaft. Bände 1-6 in 6 Bänden. Berlin, Behr, 1904-12. 27 x 19 cm. Spätere Halbleinenbände mit Rückentitel. [*]
Schätzpreis 300 €
I: Zeitschriften der Romantik. II: Die Sonntagsbeilage der Vossischen Zeitung 1858-1903. Das Neueste aus dem Reiche des Witzes 1751. III-IV: Zeitschriften des jungen Deutschlands. V: Almanache der Romantik (Hrsg. von R. Pissin). VI: Denkwürdigkeiten der Befreiungskriege (Hrsg. von Karl Linnebach). – Gutes Exemplar.

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Lot 344 Buchwesen – Marcus, Catharina
Das Handwerk der graphischen Kunst. Die Kollektion. The Craft of Graphic Art. The Collection. 33 Originale zur Geschichte der Drucktechnik von 1493 bis 1901 unter Passepartouts. Düsseldorf, Hans Marcus, 1997. 114 S. (Textband). 51,5 x 39,5 cm (Kassette). Lose in Original-Leinwandkassette. [*]
Schätzpreis 900 €
Eins von 120 nummerierten Exemplaren. – Die Sammlung enthält u.a. ein Blatt aus der Weltchronik von Schedel (1493), ein Blatt aus einem Stundenbuch (1507), eine Kupferplatte von Matthäus Merian für “Icones Biblicae” (1625), einen Farbholzschnitt von Utagawa (1859) und zahlreiche andere Original-Blätter zu den verschiedenen Drucktechniken. – Mit zwei Blatt Inhaltsverzeichnis zu dieser unikalen Zusammenstellung. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 345 Buchwesen – Warner, George F
Illuminated Manuscripts in the British Museum. Miniatures, borders, and initials, reproduced in gold and colours. With descriptive text. 2.-4. Serie (von 4) in 3 Bänden. Mit 45 chromolithographischen Tafeln. London, British Museum, 1900-1903. 38,5 x 28,5 cm. Lose in bedruckten Original-Halbleinwandmappen (berieben, gebräunt, Gelenke mit kleinen Einrissen, Band 3 fleckig).
Schätzpreis 450 €
In 500 Exemplaren gedruckt. – Ohne die 1. Serie. – Prachtvolle Tafeln, teils mit Golddruck. – Leicht gebräunt.

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Lot 346 Buchwesen – Weber, Albin
Die alten Holzschnitte der Buchdruckerei Trowitzsch und Sohn in Berlin. Mit 48 Tafeln und 3 Anlagen (2 davon montiert). Mit einem kurzen Abriss der Geschichte der Holzschneidekunst und einer kritischen Würdigung der Trowitzsch’schen Holzschnitte. Berlin, Trowitzsch und Sohn, 1913. XI S. 1 Bl. 24,5 x 16 cm. Original-Pappband mit Deckeltitel (gebräunt, Kapitale bestoßen, Kanten teils berieben).
Schätzpreis 240 €
Eins von 8 Exemplaren. – Rodenberg 299. – Der anlässlich des 25jährigen Jubiläums von Edmund Mangelsdorf als Chef des Hauses Trowitzsch & Sohn entstandene Privatdruck wurde von Walter Mangelsdorf unter Anleitung des Faktors Weber gesetzt und auf der Handpresse gedruckt. – Das äußerst seltene Werk enthält unter anderem die berühmten Holzschnitte des bei Trowitzsch & Sohn erschienen “Enchiridions”. – Papierbedingt gebräunt.

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Lot 347 Büsch, Johann Georg
Erfahrungen. 5 Bände. Mit 2 gestochenen Titelvignetten von D. Chodowiecki. Hamburg, Hoffmann, 1790-1802. 16 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (vorderes Gelenk von Band 1 gebrochen, Deckel wenig beschabt, Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgabe. – Engelmann 624 – Bauer 1451-1452 – Kress B. 1794. – Selten komplett wie hier vorliegend, mit dem erst 1802 erschienenen, von G. P. Normann aus dem Nachlass herausgegebenen 5. Band. – I. Ueber die Einförmigkeit des Lebens. Ueber Manieren und Sitten. Gespräche über den gesunden Menschenverstand und dessen praktischen Gebrauch. – II. Fragmente über die Erziehung eines Prinzen zum künftigen Geschäftsmann. – III. Schriften über das Armenwesen. – IV. Ueber den Gang meines Geistes und meiner Täthigkeit (Autobiographie). – V. Von dem Wolleben und dessen Folgen in verschiedenen Ständen der bürgerlichen Gesellschaft. – Exlibris auf Innendeckel und Vorsatz. – Vordergelenk von Band 1 angeplatzt, teils wenig gebräunt bzw. fleckig, sonst gutes Exemplar.

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Lot 348 Cervantes de Saavedra, Miguel
The Life and Exploits of the ingenious gentleman Don Quixote de la Mancha. Translated from the Original Spanish by Charles Jarvis. 2 Bände. Mit gestochenem Porträt-Frontispiz von George Vertue nach William Kent und 68 Kupfertafeln von G. Vander Gucht nach J. Vanderbank. London, J. and R. Tonson, 1742. XXIV S., 6 Bl., S. XXV-XXXII, VI, 1 Bl., 90 S., 6 Bl., 355 S.; XII, 388 S. 29 x 24,5 cm. Lederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken bestoßen, Gelenke, Bünde und Kapitale teils mit kleinen Bezugsfehlstellen). [*]
Schätzpreis 1800 €
Erste Ausgabe, 2. Druck der posthum veröffentlichten Übersetzung von Jarvis. – Mit dem “Supplement to the Translator’s Preface”. – Das Porträt von Cervantes vor “The Life of Michael de Cervantes Saavedra” in Band 1, Titel datiert London 1738. – Vorsätze alt erneuert, minimal fleckig bzw. gebräunt. – Die Kupfer in schönen, kräftigen Abdrucken.

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Lot 349 Cervantes Saavedra, Miguel de
Die Drangsale des Persiles und der Sigismunda. Eine nordische Geschichte. Uebersetzt von Franz Theremin. Erster Theil (alles Erschienene). Berlin, Realschulbuchhandlung, 1808. 474 S. 17,7 x 10,5 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste deutsche Ausgabe. – Goedeke VII, 418, 2. – Die erste Buchveröffentlichung Franz Theremins (1780-1846) nach seinen Beiträgen für die “grünen Almanache” des Berliner romantischen “Nordsternbundes”, zu dessen Gründern der Nachfahre hugenottischer Einwanderer 1804 zusammen mit Chamisso, Hitzig, Neumann und Varnhagen zählte. Zur Zeit der Veröffentlichung der Drangsale des Persiles gehörte er in Berlin auch zum engeren Kreis um Heinrich von Kleist und A. H. Müller und hatte unmittelbaren Anteil an deren gesellschaftlichem und Liebes-Leben. Adam Heinrich Müller und Franz Theremin unterhielten beide ein mehrjähriges Verhältnis mit Sophie Sander, der Frau des Verlegers Daniel Sander. Die Affäre der Verlegergattin mit Theremin geriet zum Skandal in Berlin, als Sophie ihren Mann wegen angeblicher psychischer Störungen aus Berlin in die Pflege eines Pfarrers in der Uckermark entfernen ließ. Beide, A. H. Müller und Theremin, hatten zuvor “jeweils eine Affäre mit Henriette Vogel …, was von der Verlegersgattin (Sophie Sander) mit den Worten kommentiert worden war, künftige Verehrer möchten doch gleich zu ihr kommen, weil die Anbeter der Vogel doch nun einmal unfehlbar die ihren würden, und daß dann Kleist seinerseits, von Müller eingeführt, sich im Februar 1810 erst mit Sophie Sander anfreundet (während Theremin noch in ihrem Hause lebt, vier Monate später aber auszieht), mit dieser mindestens bis zum Frühjahr 1811 verkehrt, dann aber am 21. November mit Henriette Vogel in den Tod geht, das ist doch eine merkwürdige Abfolge von Ereignissen. … Über die Verbindung Theremins zu Kleist weiß man wenig Substantielles” (D. Sangmeister, in: R.Wittmann, Buchkulturen, S. 351 Anm.133). – Schnittfarbe schmal in den Oberrand verlaufen, Lagen T – Z (S.289 bis 368) teils etwas gebräunt und stockfleckig, sonst nahezu fleckfrei.

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Lot 350 Cervantes Saavedra, Miguel de
Leben und Thaten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha … übersetzt von Ludwig Tieck. 4 Bände. Berlin, Johann Friedrich Unger, 1799-1801. 16,7 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (berieben, Ecken teils bestoßen). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe der Übersetzung. – Goedeke VI, 37, 51 (Tieck). – “Epochemachende Übersetzung, die trotz Tiecks geringen spanischen Sprachkenntnissen für die weite Verbreitung von Cervantes und seiner Motive in der Trivialliteratur der Zeit kaum überschätzt werden kann. Erlebte mehrere Auflagen.” (Kaldewey, Lesekabinett 14, Deutsche Romantiker II, Nr.250). – Heine nannte die nicht immer sehr textnahe Übersetzung vortrefflich. Noch Thomas Mann schreibt: “Wie Tiecks Übersetzung, dieses heitere und recht gebildete Deutsch der klassisch-romantischen Zeit, unsere Sprache auf ihrer glücklichsten Stufe, mich entzückt, kann ich nicht sagen. – Exlibris “Arthur Duncker” auf dem Innendeckel; A. Duncker (1845-1928) war langjähriger Generaldirektor der “Nord-Deutschen Versicherungs-Gesellschaft” (NDVG); in Band 1 zeitgenössisches Buchhandelsetikett von Friedrich Perthes. – Unterschiedlich, teils stärker stockfleckig.

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Lot 351 Chamisso, Adelbert von
Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte. Zweite mit den Liedern und Balladen des Verfassers vermehrte Ausgabe. Mit 6 Kupfern (von Chr.Rosée) nach George Cruikshank und 1 Titelkupfer (F. Leopold ad Naturam delin. et fecit). Nürnberg, Johann Leonhard Schrag, 1827. XVI, 213 S. 17,5 x 11 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 750 €
Erste illustrierte Ausgabe. – Goedeke VI, 148, 14b – Rath 3. – Diese zweite deutsche Ausgabe des “der Weltliteratur angehörenden Volksbuchs” (Rath) ist die erste mit den Illustrationen nach Cruikshank und die einzige mit den Liedern und Balladen. Neu ist auch ein Bericht von J. E. Hitzig über die Rezeption seit 1814, u.a. durch E.T.A. Hoffmann, der dadurch zu “Abentheuer der Sylvesternacht” angeregt wurde. – Papierbedingt gleichmäßig etwas gebräunt, Exlibris “Schloss Erlaa Bibliothek” auf dem Titelkupfer verso, dieses leicht fleckig und mit Leimfleck im Bund. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 352 Clingenau, Joseph Christian K. von
Der wahre Held, ein Gedicht von einem gewesnen Officier, geschrieben im Frühling, 1767. Breslau, Korn, 1767. 24 nn. Bl. 16,5 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (berieben).
Schätzpreis 360 €
Einzige Ausgabe. – Meusel II, 146: “Erst Officier in Preußischen Diensten, und zwar im Seydlitzischen Regiment, hernach wahrscheinlich in Russischen: wenigstens blieb er bey der Belagerung der Stadt Jaffa. Geburtsort und Geburtsjahr sind unbekannt.” – nicht bei Wolfstieg. – Titel mit kleinem Namenseintrag, teils leicht stockfleckig.

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Lot 353 Comenius, Johann Amos
Labyrinth der Welt, nebst glücklichem Ausgang aus demselben. Eine Uebersetzung. Mit 1 gestochenen Titelvignette. Potsdam, Carl Christian Horvath, 1781. XII S., S.(13)-270, 1 Bl. (Druckfehler). Interims-Kartonage der Zeit (berieben, etwas fleckig, 2 vertikale Einrisse im Rückenbezug). [*]
Schätzpreis 750 €
Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Hayn-Gotendorf IV, 1: “Selten!” – Kosch II, 728f. (kennt weder das Original noch die Übersetzung). – Aus der Gräflich Clam-Martinitzschen Schlossbibliothek in Smecna (bei Prag), mit dem gekrönten Wappen-Stempel “Bibliotheca Smecnensis” auf dem Titelblatt. – Das “literarisch bedeutendste Werk des großen Pädagogen” (KNLL IV, 114) erschien im tschechischen Original in Pirna 1631, eine erste Übersetzung ins Deutsche 1738. – Entstanden ist diese allegorische Reisebeschreibung bereits 1623 “in Anlehnung an Campanellas ‘Sonnenstaat’ (1623) und nach dem Vorbild von Andreaes ‘Reipublicae christiano-politanae descriptio’, 1619 (Beschreibung des Staates Christenstadt)” (ebda). – Ersteres ist wegen der Gleichzeitigkeit der Entstehung zu hinterfragen, letzteres dagegen offensichtlich richtig, denn Comenius berichtet selbst verschiedentlich von dem großen Eindruck, den “einige goldene Schriften” des Begründers des Rosenkreuzerordens auf ihn gemacht hatten, schon bevor sich seit 1628 ein Briefwechsel entspann. – Am Schluss findet sich eine “Nachricht des Uebersetzers” mit der Mitteilung: “Daß diese Uebersetzung, welche bereits vor funfzehn Jahren da lag, auf Verlangen guter Freunde und wegen des gemeinnützigen Innhalts bekannt gemacht wird.” – Jedoch kann die Resonanz auf diese Veröffentlichung nur gering gewesen sein. Das Buch ist lediglich in vier deutschen Bibliotheken nachweisbar (Neuburg, Berlin, Halle, Hamburg). Auf geringen Absatz deutet auch hin, dass 1787 die Restbestände ein neues, dem Publikumsgeschmack vermeintlich eher entsprechendes Titelblatt erhielten und als “Comenil (!) philosophisch-satyrische Reisen durch alle Stände der menschlichen Handlungen” erneut ihre Käufer suchten. – Kafkas Romanfragment “Der Verschollene” soll durch Comenius’ Labyrinth beeinflusst sein. – Exlibris, sauberes Exemplar mit dem sonst nirgends vorhandenen/nachgewiesenen Blatt “Druckfehler”.

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Lot 354
Curieuser und immerwährender Astronomisch-Meteorologisch-Oeconomischer-Frauenzimmer-Reise-und Hand-Calender, Worinnen abgehandelt sind: Die angenehmsten und nöthigsten Materien, so in einem Calender vorkommen, und…in der Haus-Wirthschaft, Feld- und Gartenbau…auch bey der Gesundheit zu beobachten sind…Wie auch Die Messen, Märkte und abgehende Posten in denen vornehmsten Städten, Rechnungs-Münz-Gemäß-und andere…Nachrichten…angetroffen wird. Dem endlich Ein vielfältig-approbiertes Wäsch- und Küchen-Inventarium…beygefüget und…erkläret ist. Vorrede von Sidonia Hedwig Zeunemannin. Des Ersten Theils Siebende, und von der aufs neue, vermehrte dritte Auflage. 3 Teile in 2 Bänden. Mit doppelblattgroßem Holzschnitt-Frontispiz, gestochenem Frontispiz, 3 gefalteten Holzschnitt-Tafeln und zahlreichen Textholzschnitten. Erfurt, Funcke, 1738 und 1732. Doppeltitel, 4 Bl., 356 S., 8 Bl.; 236 S., 3 Bl.; 7 Bl., 736 S., 40 Bl. Angebunden: Wohl-eingerichteter und recht compendieuser Wegweiser, Von der grossen und weit-berühmten Thüringischen Haupt-Stadt Erffurt aus so wohl durch Teutschland in die angräntzende, als auch gar entlegene Königreiche und Landschafften, Jn vier und sechzig Reisen accurat zertheilet, Dem ist ein zu denen Land-Charten aptirter Weg-Weiser Nach denen 16. grössern Winden beygefüget. Mit Holzschnitt-Frontispiz, 1 gefalteten Holzschnitt-Tafel und einigen Textholzschnitten. 7 Bl., 37 S., 13 Bl. 17,5 x 11 cm. Pappbände der Zeit mit handschriftlichem Rückenschild (Rücken gebräunt). [*]
Schätzpreis 1500 €
I. Teil 3 in erster Ausgabe. – II. Erste Ausgabe. – Exlibris auf Innendeckel. – Alter Stempel auf Titelrückseite von Teil 1 und auf Titel von Teil 3. Gering gebräunt. – Gutes Exemplar.

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Lot 355 Curiosa – Blaul, Friedrich (Pseudonym: Irenaeus Tudicula)
Der neue Albrecht Dürer, oder Leben, Thaten und Abenteuer eines Künstlers. Komische Biographie von Irenaeus Tudicula. Landau, Baur, 1842. 2 Bl., 175 S. 16,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit montiertem Deckelschild (berieben und bestoßen, Rücken mit kleinen Bezugsfehlstellen).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe des seltenen humoristischen Romans von Friedrich Blaul (1809-1863). – Brümmer, 19. Jh. S. 253. – Die ersten und letzten Blatt im Falz etwas braunfleckig, teils etwas gebräunt, Titel mit kleinem Stempel.

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Lot 356 Curiosa – Croce, Giulio Cesare
Geschichte des berühmt gewordenen Bauersmannes Bartoldo genannt Aesop II. Neue rechtmässige Ausgabe. Titel mit Holzschnitt-Porträt. Elbing, Harmann, 1802. 48 S. 15,5 x 9,5 cm. Rückenbroschur. [*]
Schätzpreis 300 €
Geschichte des verwachsenen Hofnarren Bartoldo, der im 6. Jahrhundert am Hofe von Verona bis zum Staatsminister aufsteigt. – Das amüsante Volksbuch des Bologneser Giulio Cesare Croce (1550-1609) erschien erstmals 1606 unter dem Titel “Le sottilissime astutie di Bertoldo”. – Gebräunt.

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Lot 357 Curiosa – Schoepffer, Justua
Unverbrandter Luther oder historische Erzählung von D. Martin Luthern und dessen im Feuer erhaltenen Bildnissen bey dieser neuen viel vermehrtern und mit dem andern Theile versehenen Ausgabe mit einer Vorrede Herrn D. und Prof. Joachim Samuel Weickhmanns, Probsts an der Stifts- und Universitätskirche zu Wittenberg, in welcher des Herrn Marquis d’Argens Vermuthungen, von einem, der gesammten Protestantischen, besonders aber der Evangelisch-Sächsischen Kirche, bevorstehenden gänzlichem Untergange, geprüfet werden, begleitet. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Frontispiz und 4 gestochenen Tafeln. Wittenberg und Zerbst, Zimmermann, 1765-1766. 90 Bl., 124 S., 1 Bl., 166 S. 18 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (berieben und etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 300 €
Graesse, BMP 145. – Schoepffer behauptet, die göttliche Fügung verhindere die Verbrennung von Lutherbibeln und Lutherporträts; zahlreiche Beispiele und Beweise werden gegeben, um die etwas steile Behauptung zu untermauern.

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Lot 358 Curiosa
Der Selbstmord. Eine Erzählung. Mit gestochenem Frontispiz und gestochener Titelvignette. Leipzig und Zwickau, Christian Lebrecht Stielern, 1772. 81 S., 1 weißes Bl. 17,5 x 10 cm. Lederband im Stil der Zeit mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren mit Eckfleurons sowie Stehkantenvergoldung. [*]
Schätzpreis 600 €
Seltene erste Ausgabe, anonym erschienen. Über KVK nur in wenigen deutschen Bibliotheken nachweisbar. – Hayn-Gotendorf VII, 278 – Sammlung Maassen 4123: “Eintr. Maassens, u.a.: Gastronomie. Gegen den Café gerichtet.” – Die in den Frankfurter Gelehrten Anzeigen 1772 (daher die Datierung) veröffentlichte Kritik Goethes zum vorliegenden Werk ist knapp: “Der Kaffee soll Plutos Reich vermehren. Das ist der Gedanke dieser elenden Fratz. Wir haben lange nichts so erbärmliches gesehen. Schade um die Kupferstiche und den schönen Druck.” – Gebräunt.

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Lot 359 Dante Alighieri
La Divina Commedia. Per cura del Guiseppe Campi. 3 Bände und Indexband. Mit 3 (1 gestochenen, 2 farblithographischen) Frontispizen und 130 (4 farbig) lithographischen Tafeln. Turin, Unione Tipografico-Editrice Torinese, 1888-1893. 23,5 x 16 cm. Original-Leinwandbände mit Goldprägung (Kapitale wenig bestoßen). [*]
Schätzpreis 360 €
1. Inferno; 2. Purgatorio; 3. Paradiso; 4. Indice von F. Barbero und Dante Alighieri e la Divina Commedia von Filippo Schaff. – Hintere Innengelenke der Bände 1-3 teils gering angeplatzt, sonst gutes Exemplar.

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Lot 360 Diderot, Denis und Salomon Gessner
Moralische Erzählungen und Idyllen von Diderot und S. Gessner. Mit 1 radierten Titelvignette, 9 radierten (Sal. Gessner del.) und zahlreichen Holzschnitt-Vignetten im Text. Zürich, Orell, Gessner, Füesslin und Comp., 1772. 273 S., 1 Bl. 17,5 x 10 cm. Marmorierter Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild, Rückenvergoldung, doppelten, vergoldeten Deckelfileten und Stehkantenvergoldung (berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 82, 9 – Rümann 327. – Recht aufwendig ausgestattetes Exemplar des reizenden Buches. – Gessners Idyllen entstanden in Zusammenarbeit mit Diderot, dessen zwei Erzählungen (Die beyden Freunde von Bourbonne und Unterredung eines Vaters mit seinen Kindern. Oder: Von der Gefahr, sich über die Gesetze wegzusetzen.) von Gessner übersetzt und hier zuerst noch vor der französischen Ausgabe im Druck erschienen. Angehängt ist Gessners Brief über Landschaftsmahlerey. An Herrn Fuesslin. – Die Vignetten gelten als ein Höhepunkt von Gessners Radierkunst. – Auf meist leicht, drei Lagen etwas stärker gebräuntem Schreibpapier, teils leicht stockfleckig, zwei Exlibris, Besitzeintrag auf dem Vorsatz “Jacob Albers, 24. December 1800”, darunter alter heraldischer Trockenstempel.

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Lot 361 Diebe und Mörder – Becker, Johann Nikolaus
Actenmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beyden Ufern des Rheins. Erster Theil. Enthaltend die Geschichte der Moselbande und der Bande des Schinderhannes. Zweyter Theil. Enthaltend die Geschichte der Brabäntischen, Hollaendischen, Mersener, Crevelder, Neusser, Neuwieder und Westphaelischen Räuberbande; aus Criminal-Protocollen und geheimen Notitzen des Br. Keil, ehemaligen öffentlichen Ankläger im Ruhr-Departemente, zusammengetragen von einem Mitgliede des Bezirks-Gerichts in Cöln. 2 Teile in 1 Band. Köln, Keil, 1804. 1 Bl., 68, 152 S., 1 Bl., 474 S., 1 Bl. Halblederband (um 1900) (berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 750 €
Huelke-E. 741. – Wichtige und nicht häufige Quelle zu Schinderhannes und den zeitgenössischen Räuberbanden. Der Jurist Johann Nikolaus Becker (1773-1809) wirkte als Friedensrichter im Rhein-Mosel-Departement. Als solcher erwarb er sich insbesondere große Verdienste bei der Verfolgung der rheinischen Räuberbanden, darunter auch die des Schinderhannes. – Vorderes Innengelenk angeplatzt, der erste Titel etwas angeschmutzt und mit radiertem Besitzeintrag, teils etwas fleckig.

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Lot 362 Diebe und Mörder – Grolmann, Friedrich Ludwig Adolf von
Actenmäßige Geschichte der Vogelsberger und Wetterauer Räuberbanden und mehrerer mit ihnen in Verbindung gestandener Verbrecher. Nebst Personal-Beschreibung vieler in alle Lande teutscher Mundart dermalen versprengter Diebe und Räuber. Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Gießen, Heyer, 1813. VIII, 604 S. 20 x 12 cm. Halblederband der Zeit (Rücken restauriert). [*]
Schätzpreis 750 €
Erste Ausgabe. – Huelke-E. I, 802 – Demandt I, 514. – Zum “Nutzen für die allgemeine Sicherheit”, aber auch zur “Unterhaltung” des Publikums verfasster Bericht. – Grolman beschreibt 166 Räuber, ihre Taten und ihr Schicksal, von Janas Hoos von Reptich, der am 14. Juli 1812 hingerichtet wurde, bis Grünbecks Hann-Adam, dem ein Kessel- und Dörrfleisch-Diebstahl zu Bannerod zur Last gelegt wurde und der bei Drucklegung noch flüchtig war. – Die Tafel zeigt 16 Porträts von Räubern. – Titel und Vorsatz mit Überklebung und Stempel, unterer Buchschnitt mit Fleck.

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Lot 363 Diebe und Mörder – Pfister, Ludwig
Aktenmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beiden Ufern des Mains, im Spessart und im Odenwalde. Enthaltend vorzüglich auch die Geschichte ihrer Beraubung und Ermordung des Handelsmanns Jacob Rieder von Winterthur auf der Bergstraße. Nebst einer Sammlung und Verdollmetschung mehrerer Wörter aus der Jenischen oder Gauner-Sprache. – (Und:) Nachtrag zu der aktenmäßigen Geschichte der Räuberbanden. 2 Bände. Mit 2 (1 gefaltetem) gestochenen Frontispizes. Heidelberg, Braun, 1812. IV, 244 S.; IV, 403 S., 1 Bl. 21,5 x 12,5 cm. Neue Pappbände mit Rückenschild. [*]
Schätzpreis 750 €
Erste Ausgabe. – Demandt I, 514 – Hayn-Gotendorf IX, 221: “Der Nachtrag geht bei weitem mehr als der erste Theil in das Wesen und die Eigentümlichkeit der Gauner ein” – Huelke-Etzler 1647 und 1648. – Das Frontispiz zum ersten Teil zeigt die 17 in Heidelberg verhafteten Mitglieder einer Räuberbande, das Fronispiz zum zweiten Teil zeigt die Köpfe von Hingerichteten. Das kleine Gauner-Wörterbuch umfasst die Seiten 346-379. – Etwas gebräunt. – Insgesamt recht gutes Exemplar des mit dem Nachtragsband seltenen Werkes.

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Lot 364 Eichendorff, Joseph von
Gedichte. Berlin, Dunker und Humblot, 1837. XII, 482 S., 1 Bl. (Errata). 18 x 11 cm. Pappband (um 1850) mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Rückengelenke und Kapitale etwas berieben).
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe von Eichendorffs erster Gedichtsammlung. – Goedeke VIII, 190, 29 – Borst 1828 – Brieger 420. – “Die erste selbständige Lyriksammlung E.s enthält die Mehrheit seiner bis 1837 entstandenen Gedichte. Sie gliedern sich in die sieben Zyklen ‘Wanderlieder, Sängerleben, Zeitlieder, Frühling und Liebe, Totenopfer, Geistliche Gedichte u. Romanzen’.” (Killy III, 198ff.). – Vorsatz mit kleinem Besitzeintrag, nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

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Lot 365 Eichendorff, Joseph von
Werke. 4 Teile in 4 Bänden. Mit gestochenem Porträt und 4 Vortiteln mit (wiederholten) Holzschnitt-Bordüren. Berlin, M. Simion, 1842 (Band 4: 1841). 18,5 x 11,5 cm. Pappbände (um 1900) im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung.
Schätzpreis 300 €
Titelauflage der ersten Gesamtausgabe von 1841 (Bände 1-3), Band 4 in erster Ausgabe. – Krabiel 22 – vgl. Goedeke VIII, 192, 35. – Band 1 mit Exlibris, nur teilweise leicht braunfleckig. Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 366 Einbände
Zwei dunkelrote Ziegenlederbände des frühen 18. Jahrhunderts mit reicher, geringfügig abweichender Rückenvergoldung (Band I auch mit Rückentitel und irriger Zählung Tom. II), auf jeweils beiden Deckeln goldgeprägte florale Bordüren mit Kronen in den Ecken und gekrönte Monogramm-Supralibros mit je 2 stilisierten Lorbeerzweigen: Band I “SL” für Sophie Luise (von Mecklenburg-Schwerin), seit 1708 dritte Frau Königs Friedrich I. von Preußen, Band II “FR” für den ersten Preußen-König selbst. Steh- und Innenkantenvergoldung, Goldbrokatpapier-Vorsätze (Rankwerk mit Tieren auf weißem Grund), Goldschnitt. 17,8 x 12 und 17,5 x 12 cm. (Gedunkelt, etwas berieben, Ecken bestoßen, oberes Kapital von Band I eingerissen, Vorderdeckel von Band II mit Stauchspur am Kopf, Spiegelränder teils mit Leimschatten).
Schätzpreis 1800 €
Wahrscheinlich durch den königlichen Bibliotheks-Buchbinder Johann Christian Reuschel für die Eheleute in je zwei Bänden angefertigtes und hier aus beiden Exemplaren zusammengestelltes Gesangbuch: Johann Crüger. Praxis Pietatis Melica, Das ist: Übung der Gottseligkeit in Christlichen und trostreichen Gesängen … Editio XXIX. Berlin, D. Salfelds Witwe, 1702. Gestochenes Frontispiz, Kupfertitel, 8 Bl., 644 S.; S. 645-1299, 12 Bl. (statt 14, das Register gelockert und nachgeklebt, die Bl. Nnnn8 und Oooo8 verloren). Mit Musiknoten im Text. – Zum Supralibros des Königs vgl. Kat. Königliche Bücher, Staatsbibliothek Berlin 1986, Nr. 6; das Eignerzeichen seiner dritten Frau sehr selten. – Provenienz: Beide Bände zu Beginn mit dem roten Besitz- und Abgabestempel der Königlichen Bibliothek Berlin. Auf den weißen Vorsatzblättern gleichlautender Vermerk, wonach das Exemplar im Februar 1818 als Doublette “auf der Wiesiger-Rauchschen Auction” für 26 fl. Courant erworben wurde. Ein weiterer, mit “Thiele” gezeichneter und Eberswalde 1898 datierter Eintrag ergänzt, dass der Erwerber der 1897 verstorbene Sup(erintendent) Kirchner war, dessen “umfangreiche Bibliothek nach seinem Tode aufgelöst wurde”.

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Lot 367 Einblattdrucke – Oppenheimer, Joseph Süss
Wer Großer Herren Gunst misbraucht durch bösen Rath, Wie dieser freche Jud Süess Oppenheimer that, Wen Geitz und Übermuth auch Wollust eingenommen, Der muß wie Haman dort zulezt an Galgen kommen. – Ao. 1738. den 4. Febr. in Stuttgard executiert. Ohne Ort, (wohl oder kurz nach) 1738. Einblattdruck mit gestochenem Porträt und Sinnspruch. Blattgröße: 35 x 25 cm. Plattengröße: 31 x 20 cm. [*]
Schätzpreis 2400 €
Drugulin 4232 – vgl. Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel A 21501 (seitenverkehrter Abdruck). – Porträt des Joseph Süss Oppenheimer, gen. “Jud Süss”. – Halbfigur nach rechts im Hofrock mit Umhang, vor dichtem Kreuzschraffur-Hintergrund in rechteckigem, oben geschwungenem Fensterrahmen auf Brüstung, oben rechts im Bildfenster auf einer Rolle laufende Flaschenzug-Kette mit Halseisen. Unten vor der Brüstung Tafel mit integrierter Kartusche, darin (statt eines Wappens) Darstellung des Schaugerüsts mit dem Käfig des Hingerichteten. – Am oberen weißen Rand kurzer Einriss und mit alter handschriftlicher Nummer, drei kleinste Wurmlöchlein im weißen Rand, eine minimale Bereibung in der Darstellung, verso leicht feuchtfleckig, geglättete Mittelfalte, recto nicht zu sehen. Insgesamt recht gutes Exemplar des sehr seltenen Blattes.

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Lot 368 Einblattdrucke
Wahrhaffte Abbildung deß Heiligen Nagels IESU Christi welcher in der hohen Thumb-Kirchen zu Trier mit andern unten beygesetzten Heiligen Reliquien aufbehalten wird. Mit 3 Holzschnitten. Ohne Ort, Ende 18. Jahrhundert. 12 Zeilen typographischer Text. 7 x 12 cm. Von geprägter Goldpapierbordüre eingefasst und in 3 cm tiefen, auskragenden und innen schwarz gefassten Holzrahmen montiert (bestoßen, Glasabdeckung gesprungen). [#]
Schätzpreis 300 €
Kleiner, für uns nicht nachweisbarer Votivdruck, in Form einer Reliquie gefasst. Die Abbildungen zeigen den Nagel selbst, das in Toul aufbewahrte Splitterchen davon sowie Petrus mit dem Schlüssel. Der übrige Text zählt weitere Trierer Reliquien auf (nicht aber den “Rock”).

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Lot 369 Emblembücher – Cats, Jacob
Spiegel van den ouden ende nieuwen tijt. Van nieus oversien, vermeerdert, en verbetert. Derden Druck. 3 Teile in 1 Band. Mit Kupfertitel und 127 Emblemkupfern nach A. van de Venne.Dordrecht, Esch für Havius, 1635. 24 x 18 cm. Pergamentband der Zeit mit etwas Blindprägung (verstaubt, Gelenke angebrochen, Rückenschild defekt).
Schätzpreis 300 €
Landwehr 46e. – Durchgehend etwas abgegriffen und fleckig, einige Einrisse, Blatt 2 mit ergänztem Eckabriss unter Buchstabenverlust.

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Lot 370 Engelhard, Wilhelm
Die nordische Heldensage. Leben, Kampf und Untergang des Asengeschlechts (Nordische Götter) und Einheriar (Selige Helden) aus der Edda. Bildlich dargestellt von Wilh. Engelhard aus Hannover, Rom 1859. Mit gestochenem Vorblatt (“Saga die heroische Muse des Nordens”.) und 8 gestochenen Tafeln. Ohne Ort und Verlag, 1859. Gedrucktes Widmungsblatt (“Georg V. von Hannover”) und 1 Bl. Inhalt und Erklärungen. 28 x 62 cm. Blindgeprägte Leinwand der Zeit mit goldgeprägtem Deckeltitel (leicht berieben). [*]
Schätzpreis 450 €
Selten, kein Nachweis über KVK. – Vgl. Thieme/ Becker X, 541f.: “… ferner die ‘Lyrik’ für König Georg V.. der ihn 1859 mit größeren Aufträgen nach Hannover berief u. ihn besonders beim Bau der Marienburg beschäftigte, in dem dann auch sein Eddafries (18 Reliefdarstellungen) zur Ausführung kam.” – Nur teilweise leicht gebräunt bzw. schwach fingerfleckig. Gutes Exemplar.

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Lot 371 Faksimile
Das Caroussel, welches am 27. Oktober 1846 aus Veranlassung der Hohen Vermaehlung Karl von Württemberg mit Grossfürstin Olga Nikolajewna in Stuttgart abgehalten wurde. Mit 28 farbig lithographierten Tafeln. Faksimile-Ausgabe. Zug, RMS-Landkrone-Verlag, 1985. 28 nn. Bl. (Beiheft). 47 x 61 cm und 47 x 30 cm (Beiheft). Lose in roter Original-Maroquinkassette mit Original-Karton. [*]
Schätzpreis 300 €
Eins von 3000 Exemplaren, wobei wohl nur eine kleine Auflage der Vorzugsausgabe in Lederkassetten ausgeliefert wurde. – Das Beiheft mit Texten auf Deutsch, Englisch und Arabisch. – Die Tafeln zeigen die deutschen Fürsten in Ritterrüstungen beim Turnierkampf oder Aufmarsch sowie orientalische und arabische Krieger etc. – Prachtvolles, tadelloses Exemplar.

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Lot 372 Faksimile – Cellarius, Andreas
Harmonia Macrocosmica seu Atlas universalis et novus, totius universi creati Cosmographiam generalem, et novam exhibens. Faksimile der Ausgabe Amsterdam, Janssonius, 1661. Mit goldgehöhtem Titelfaksimile und 29 doppelblattgroßen farbigen Faksimile-Karten, sowie einigen teils farbigen Textabbildungen. Berlin, Coron bei Kindler, 2019. 7 Bl., 39 S. 52 x 32 cm. Original-Lederband mit Goldprägung und punziertem Goldschnitt. [*]
Schätzpreis 300 €
Sonderausgabe für Domi Exclusiv. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 373 Faksimile
Codex Manesse. Die große Heidelberger Liederhandschrift. Vollfaksimile des Codex Palatinus Germanicus 848 der Universitätsbibliothek Heidelberg. 12 Lieferungen. Mit 137 ganzseitigen farbigen Miniaturen, teils mit Golddruck. Frankfurt, Insel-Verlag, 1975-1978. 37 x 27 cm. Lose in 12 grünen Original-Pappkassetten mit Deckelschild. [*]
Schätzpreis 1800 €
Eins von 750 nummerierten Exemplaren. – Die Lieferungen jeweils mit Textheft von Ingo F. Walther. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 374 Faksimile – David, Gérard
Horarium Flamenco de el Escorial. Das Stundenbuch 1486. Faksimile des MS Vitr. 12 der Biblioteca Real de El Escorial. Madrid, Testimonio, 1998. 15,5 x 12 cm. Blindgeprägter Original-Lederband mit Metallschließe, Goldschnitt, in Original-Samtkassette. [*]
Schätzpreis 600 €
Eins von 980 nummerierten Exemplaren. – Mit Begleitband: Brinkmann, Bodo. Kommentar zur Faksimile-Ausgabe. Münster, Bibliotheca Rara, 2017 (Sonderausgabe für Kasi-Verlag). 96 S. Original-Kartonage. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 375 Faksimile
Il Bestiario di Peterborough. Faksimile der Handschrift MS 53 der Parker Library des Corpus Christi Colleges in Cambridge. Mit 104 illuminierten Miniaturen. Luzern, Faksimile Verlag und Rom, Salerno, 2004. 36 x 24 cm. Blindgepägter Original-Lederband im Plexiglas-Schuber. [*]
Schätzpreis 600 €
Eins von 300 (GA 1480) nummerierten Exemplaren für Salerno. – Mit Begleitband: Weiner, Claus. Das Bestiarium von Peterborough. Münster, Bibliotheca Rara, 2013. 165 S. Original-Leinwand. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 376 Faksimile – Isabella von Kastilien
Libro de Horas de la Reina Isabel la Católica. Stundenbuch der Isabella von Kastilien. Vollfaksimile des Exemplars MS 21/63.256, Cleveland Museum of Art. Mit 40 ganzseitigen und 10 halbseitigen Miniaturen, 24 Kalendermedaillons und mehr als 300 Randdekorationen. Gütersloh, Faksimile Verlag, 2013. (558) S. 23,5 x 16,5 cm. Roter Original-Samteinband in goldgeprägter Original-Lederkassette. [*]
Schätzpreis 1500 €
Eins von 980 nummerierten Exemplaren. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 377 Faksimile – Mercator, Gerhard
Atlas Gerardi Mercatoris 1595. “Der Mercatoratlas”. Voll-Faksimile-Edition der Editio principissima nach dem Exemplar der Staatsbibliothek Berlin, Preußischer Kulturbesitz 2° Kart. B 180/3. Mit zahlreichen farbigen Karten. Gütersloh, Faksimile Verlag, 2012. 42,5 x 29 cm. Original-Lederband mit Gold- und Blindprägung. [*]
Schätzpreis 360 €
Mit Begleitband: Horst, Thomas. Atlas Gerardi Mercatoris 1595. 400 S. Mit zahlreichen Abbildungen. Original-Leinwand. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 378 Faksimile
Der Oldenburger Sachsenspiegel. Vollständige Faksimile-Ausgabe des Codex Picturatus Oldenburgensis CIM I 410 der Landesbibliothek Oldenburg. Faksimile-, Text- und Kommentarband. Mit zahlreichen, teils farbigen Miniaturen auf 135 num. faksimilierten Blatt. Graz, Akademische Druck- und Verlangsanstalt, 1995 und 1996 (Kommentar). 135 num. Bl.; 351 S. (Text); 324 S. (Kommentar). 34,3 x 21,5 cm und 35,6 x 22,5 cm (Text und Kommentar). Roter blindgeprägter Original-Lederband mit 2 Messingschließen und goldprägtem Rückentitel im Original-Leinenschuber mit montiertem Rückentitel sowie Original-Leinenbände mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel (Text und Kommentar).
Schätzpreis 450 €
Eins von 480 nummerierten Exemplaren. – Der Kommentarband herausgegeben von Ruth Schmidt-Wiegand. – Tadellos.

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Lot 379 Faksimile – Velllekoop, Marije und Renske Suijver
Vincent van Gogh. The Sketchbooks. 4 faksimilierte Skizzenhefte und 14 lose faksimilierte Blatt sowie ein Kommentarband. London, The Folio Society & Amsterdam, Van Gogh Museum, 2013. 79 S. (Kommentar). Original-Broschur und Kartonage-Umschlag mit montiertem Deckelschild (Kommentar & Loose leaves) sowie Original-Papp- bzw. Leinenbände (Faksimiles) zusammen in Original-Leinenkassette mit montiertem Deckelschild und goldgeprägtem Rückentitel.
Schätzpreis 450 €
Eins von 1000 nummerierten Exemplaren. – Sehr schöne Faksimiles der vier Skizzenbücher und 14 losen Blätter in der Sammlung des Amsterdamer Van Gogh Museums. Der Kommentar zu den Skizzen von Marije Vellekoop und Renske Suijver. – Tadellos. – Dabei: Edwin Buijsen. The sketchbook of Jan van Goyen from the Bredius-Kronig Collection. Den Haag, Bredius-Genootschap, 1993. 109 Bl. (Faksimile), 121 S., 1 Bl. (Kommentar). 21 x 16 cm. Faksimile- und Kommentarband in Original-Leinenschuber mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel. – Sehr guter Zustand.

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Lot 380 Festbücher
Descrizione delle feste celebrate in Parma l’anno MDCCLXIX. per le auguste nozze di sua altezza reale l’infante Don Ferdinando colla reale Arciduchessa Maria Amalia. Mit gestochenem Titel, gestochener Titelvignette, 23 teilweise wiederholten gestochenen Vignetten, 8 gestochenen Initialen und 33 (von 36; 5 doppelblattgroß) Kupfertafeln nach A. Petitot. Parma, Stamperia Reale, 1769. 3 Bl., 76 S. (und 1 weißes Bl. nach S. 16). 56 x 41 cm. Roter Maroquinband der Zeit mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Wappensupralibros von Ferdinand I. von Parma auf beiden Deckeln, Goldschnitt (etwas berieben, Ecken bestoßen, Kapitale mit schmalen Fehlstellen). [*]
Schätzpreis 2400 €
Lipperheide Si 51 – Cicognara 1525 – Ornamentstich-Slg. Bln. 3080 – Cohen/Ricci Sp. 295. – Ohne die Tafeln: “Prospetto dell’Ansiteatro e della Giostra” (doppelblattgroß, vor S. 1), “Veduta del Boschetto d’Arcadia dalla parte de Principe” und “Veduta del Boschetto d’Arcadia dalla porte del Tempio” (beide vor S. 65). – Geschenkexemplar von Ferdinad I. mit dessen Wappensupralibros sowie den heraldischen Symbolen der Familie (Turm und Löwe) auf Rücken. – Eines der prachtvollsten Festbücher und eines der bedeutendsten illustrierten Bücher aus der Offizin Bodoni, anlässlich der Hochzeit von Herzog Ferdinand von Bourbon, Infant von Spanien, mit Maria Amalia von Österreich erschienen. – Mit italienischem und französischem Paralleltext von Paciaudi und Millot. – Die prachtvollen Kupfer zeigen das Turnier und Festlichkeiten, Trachten und Wappen der Ritter, das Feuerwerk, einen chinesischen Markt, Pläne u.a. – Sehr schönes, breitrandiges und auf kräftigem Papier gedrucktes Exemplar.

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Lot 381 Förster, Friedrich
Die Sängerfahrt. Eine Neujahrsgabe für Freunde der Dichtkunst und Mahlerey. Mit gestochenem Frontispiz von Meyer nach Kolbe und 16 (15 in Umrissmanier, 1 gefaltete) Kupfertafeln. Berlin, Maurer, 1818. 275 S. 21 x 14,5 cm. Halbleinwand (um 1850) mit goldgeprägtem Rückentitel.
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Rümann 2184 – Goedeke VII, 848, 14, 5 und VIII, 99, 207 – Mallo, Brentano 71 und Arnim 99. – Berühmte Anthologie romantischer Dichtung mit zahlreichen Erstdrucken, darunter “Aus der Chronik eines fahrenden Schülers” von Brentano; “Seltsames Begegnen und Wiedersehen” von Arnim; “Das Donauweibchen” von Tieck; von Chamisso: Volks- und Wiegenlieder und Gebrüder Grimm: 19 serbische Lieder. – Bemerkenswert auch die kunsthistorischen Beiträge über Memlings “Jüngstes Gericht” in der Danziger Marienkirche, dem auch die Kupfer gelten, und über die Gemäldesammlungen Boisserée und Bertram. – Teils etwas stärker gebräunt bzw. stockfleckig.

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Lot 382 Fontane, Theodor
Gedichte. Berlin, Carl Reimarus, 1851. VIII, 296 S. 14 x 8,5 cm. Blind- und goldgeprägte Original-Leinwand mit Ganzgoldschnitt.
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe, die zweite erschien erst 24 Jahre später. – Schobeß 17 – Borst 2419. – Papierbedingt leicht gebräunt, wenige kleine Stockflecken. Sehr gutes Exemplar.

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Lot 383
Gaben der Milde. “Für die Bücher-Verloosung zum Vortheil hilfloser Krieger” herausgegeben von F. W. Gubitz. 1.-4. Band in 4 Bänden. Berlin, 1817-1818. 16 x 10 cm. Etwas spätere Pappbände mit rotem Rückenschild (Kapitale leicht berieben).
Schätzpreis 750 €
Seltene erste Ausgabe, vollständig und einheitlich gebunden. – Goedeke VII, 97, 193. – Die Bändchen erschienen als Zugabe zu den Gewinnen “Für die Bücher-Verloosung zum Vortheil hilfloser Krieger”. – Mit Erstdrucken von L. A. von Arnim “Der tolle Invalide”, Clemens Brentano “Geschichte vom braven Kasperl”, J. W. von Goethe “Wonne des Gebens”, Fouqué “Paul Sommer. Szenen aus dem Leben eines preußischen Invaliden”, E.T.A. Hoffmann “Erscheinungen!” und Wilhelm Müller “Das Wandern ist des Müllers Lust”. – Die Titel mit Stempel einer Adelsbibliothek. – Sehr gutes Exemplar.

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Lot 384 Gessner, Salomon
Der Tod Abels. In fünf Gesängen. Mit 1 radierten Frontispiz, 1 radierten Titel- und 5 radierten Textvignetten (S. Gessner fec.). Zürich, bey Gessner, 1758. 226 S., 1 weißes Bl. 16,5 x 10 cm. Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken bestoßen, vorderes Gelenk oben etwas angebrochen). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 82, 6 – Leemann-van Elck 511 – Rümann 332. – Die seltene erste Ausgabe mit den später ersetzten “äußerst sonderbaren Vignetten … Rundliche Putten, wie sie sonst in der Idyllenwelt flöten oder spielen, wiederholen hier in grotesker Verkleinerung die Geschichte der ersten tödlichen Aggression.” (R. Böschenstein-Schäfer, in: HAB-Katalog 30, S. 73). – “Dieses Stück war für Gessner bahnbrechend und es ist eines der wertvollsten Dokumente aus der Zeit der ‘Empfindsamkeit’.” (Leemann-v. E.). – Teils etwas fleckig, nach S. 200 im Oberrand außerhalb des Textes vom Schnitt her leicht feuchtrandig, Nummer auf Titel.

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Lot 385 Goeckingk, Leopold Friedrich Günther von
Gedichte. Neue, verbesserte und vermehrte Ausgabe. 4 Bände. Mit gestochenem Porträt von E. Rauch nach A. Graff und 3 gestochenen Frontispizen von E. Rauch nach Stürmer. Frankfurt, Hermann, 1821. 19,5 x 12 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild. [*]
Schätzpreis 300 €
Erweiterte Ausgabe der 1780-82 erschienenen Erstausgabe in 3 Bänden. – Exlibris auf Innendeckel. – Vorsätze lederfleckig, wenig gebräunt bzw. fleckig.

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Lot 386 Goethe, Johann Wolfgang von
Faust. Eine Tragödie von Goethe. Erster Theil. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1833. Titel, 247 S., 3 Bl. (Verlagsanzeigen). 14,5 x 10,5 cm. – Und: Derselbe. Faust. Eine Tragödie von Goethe. Zweyter Theil in fünf Acten. (Vollendet im Sommer 1831). Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1833. Titel, 344 S. 13,5 x 9 cm. In den originalen Verlags-Pappbänden mit gedruckten Rückenschilden (berieben, Ecken und Kapitale bestoßen). [*]
Schätzpreis 900 €
Zu 1: Henning, Faust-Bibliographie II/1, 489 – nicht bei Hagen und Goedeke. – Etwas stockfleckig. – Zu 2: Erster Einzeldruck. – Henning, Faust-Bibliographie II/1, 648 – Engel 720 – Hagen 480 – Goedeke IV/III, 614, 4), 3). – Etwas stockfleckig, zeitgenössischer Name an beiden Innendeckeln “F.Wagner”, späterer Eignerstempel “Bibliothek Otto Rothschild Berlin”. – Diese Einzelausgaben beider Teile des Faust sind selten. Auf dem Weg zu einer Gesamtausgabe des ganzen Faust lassen sich mehrere Drucke ermitteln, die sich teils nur wenig voneinander unterscheiden. Der erste Teil erschien früher im gleichen Jahr 1833 erstmals mit dem Zusatz “Erster Theil” an dem Titel, Bogennorm war jedoch noch “Goethe’s Faust”; den nächsten Schritt bezeichnet der vorliegende Druck, bei dem die Bogennorm geändert ist in: “Goethe’s Faust. I.”, kenntlich ist er auch an den zum Teil kräftigeren Typen auf dem Titelblatt. Ebenso erschienen im gleichen Jahr zwei Drucke des zweiten Teils, zuerst der hier vorliegende erste Einzeldruck mit der Bogennorm “Goethe’s Faust. II.Th.” (vgl. Henning II/I, 489 und 648), danach der mit dem hier vorliegenden ersten Teil korrespondierende mit teils kräftigeren Typen und Bogennorm ohne “Th.”. Es handelt sich hier also um eine Zusammenstellung aus dem zweiten Druck mit der Nennung des Teils (Th.1) und erstem Druck (Th.2). COTTA gab beide Teile noch 1833 auch in einem Band, jedoch noch ohne gemeinsames Titelblatt heraus (O.Deneke, Katalog, No.510) besaß ein Exemplar beider Teile in einem Verleger-Einband, (vgl.Hagen 481). Auf dem Weg zu einer Gesamtausgabe beider Teile des Faust ist das vorliegende Exemplar also eine Zusammenstellung der Drucke der ersten Stufe, der noch im gleichen Jahr die schon einen Schritt weiter vereinheitlichende zweite folgte, die wiederum abgelöst wurde von der Ausgabe 1834 mit einem Gesamttitel, allerdings weiterhin getrennter Paginierung. Die erste durchpaginierte Ausgabe beider Teile unter einem Titel erschien erst 1843.

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Lot 387 Goethe, Johann Wolfgang von
Hermann und Dorothea von Goethe. Ins Lateinische übersetzt von Benjamin Gottlob Fischer./ Arminius et Theodora Auctore Goethe. Latine vertit Benjamin Gottlob Fischer. Stuttgart, Metzler, 1822. 225 S., 1 Bl. (“Verzeichniß der Herren Pränumeranten”). 13,5 x 12 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Gelenke und Kanten berieben und beschabt). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/III, 340, 8.b., alpha – Ruppert 1845 – Wittmann, Metzler-Verlag S. 740 I (Wittmann nennt das Buch ein “Kuriosum” und schreibt: “Leider war dazu keine Äußerung des Weimarer Heroen aufzufinden” (S. 395); s.u.). – Geschenkexemplar des Übersetzers an einen nicht Genannten; vorne eingebunden ist ein Blatt mit einem lateinischen Gedicht Fischers, datiert “Plieningen, 25.Febr. 1822”. – B. G. Fischer (1769-1846) besuchte in Nürtingen die Lateinschule, wo Hölderlin sein Mitschüler war. Früh erwachte hier seine Liebe zu lateinischer Sprache und Dichtung. Seit 1783 besuchte er zuerst die Klosterschule von Blaubeuren, dann die von Bebenhausen. 1787 bezog er das Stift und die Universität Tübingen, wo Hegel, Schelling und Hölderlin seine Kommilitonen waren. 1792 verließ er die Universität und wurde Präzeptor in Sulz am Neckar und 1797 in Nürtingen. 1807 wurde Fischer zweiter Professor am Seminar in Blaubeuren bis 1810, als es in das Kloster Schöntal verlegt wurde. Hier machte er die Bekanntschaft des Grafen Joseph von Berlichingen, der 1828 eine eigene Übertragung ins Lateinische veröffentlichte. Anfang 1822 trat Fischer eine Pfarrstelle in Plieningen an, wo er im Februar das vorliegende Exemplar seiner Übersetzung von Goethes Werk mit einem handschriftlichen Gedicht versah. – Anders als Wittmann (s.o.) annimmt, hat Goethe das Buch nicht nur gekauft (am 17.1.1824; bemerkenswert, da er gewöhnlich von den Autoren mit einem Geschenkexemplar bedacht wurde. Ist das vorliegende vielleicht als solches gedacht gewesen?), sondern sich auch mehrfach ausnehmend positiv dazu geäußert. Bereits am 8. Juli 1823 hatte er in einem Brief an den preußischen Staatsrat C. F. L. Schultz geschrieben: “Man brachte mir die lateinische Übersetzung von Hermann und Dorothea, es ward mir ganz sonderbar dabey; ich hatte dieses Lieblingsgedicht viele Jahre nicht gesehen, und nun erblickt ich es wie im Spiegel, der, wie wir aus Erfahrung und neuerlich aus dem Entoptischen wissen, eine eigene magische Kraft auszuüben die Fähigkeit hat. Hier sah ich nun mein Sinnen und Dichten, in einer viel gebildeteren Sprache, identisch und verändert, wobey mir vorzüglich auffiel, daß die römische nach dem Begriff strebt und, was oft im Deutschen sich unschuldig verschleyert, zu einer Art von Sentenz wird, die, wenn sie sich auch vom Gefühl entfernt, dem Geiste doch wohlthut.” – Gutes Exemplar.

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Lot 388 Goethe, Johann Wolfgang von
Herrmann und Dorothea. Neue Ausgabe. Mit 4 Kupfern in Farbendruck nach Kolbe von Esslinger. Braunschweig, Friedrich Vieweg, 1822. Vortitel, Titel, 239 S. 22 x 14 cm. Roter Ganzmaroquinband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, vergoldeten Deckelbordüren sowie Steh- und Innenkantenvergoldung und Ganzgoldschnitt. [*]
Schätzpreis 900 €
Eins der wenigen Exemplare mit den Kupfern in Farbendruck. – Goedeke IV/III, 335, 2u – Kippenberg I, 672. – Die Ausgaben von Herrmann und Dorothea, seinerzeit oft als Goethes “Meisterwerk” (Hegel) gesehen, erreichen hier ihren Höhepunkt. Vieweg vertrieb drei Varianten (vgl. Verlagskatalog S. 127), darunter die sogenannte “Pracht-Ausgabe”, “Auf geglättetem Velinpapier” zum Preis von “M 13,50”, sowie die vorliegende “Beste Ausgabe. Mit schwarzen Kupfern auf chinesischem Papier, oder colorirt.” – Titel etwas angerändert, wie fast immer mehr oder weniger stark stockfleckig.

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Lot 389 Goethe, Johann Wolfgang von
Philipp Hackert. Biographische Skizze, meist nach dessen eigenen Aufsätzen entworfen. Tübingen, Cotta, 1811. XII S., 1 Bl., 346 S. 22,5 x 14 cm. Roter genarbter Ganzmaroquinband (signiert: “Rene Kieffer”) mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher ornamentaler Deckel- und Rückenvergoldung, goldgeprägten Innenkantenfileten und Kopfgoldschnitt im dazugehörigen samtgefütterten Schuber mit Lederkanten (vorderes Gelenk oben leicht berieben, Schuber leicht berieben). [*]
Schätzpreis 2000 €
Erster vollständiger Druck, Ausgabe auf besserem Papier. – Goedeke IV/3, 398, 202 – Hagen 357 – Hirzel A 293 – Kippenberg Nr. 391. – Würdigung des klassizistischen Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert (1737-1807), den Goethe im Jahre 1786 am Hof von König Ferdinand IV. von Neapel traf, um bei ihm Zeichenunterricht zu nehmen. – Ein Teilvorabdruck erschien 1811 im Morgenblatt für gebildete Stände (vgl. Hagen 678). Mit der gedruckten Widmung Goethes an die Erbprinzessin Maria Paulowna sowie im Anhang mit der Schrift “Hackert’s Kunstcharakter und Würdigung seiner Werke, von Herrn Hofrath Meyer”. – Wohl eine der wenigen Arbeiten Rene Kieffers für ein Werk der deutschen Klassik. – Zweiseitig unbeschnitten. – Sehr gutes, prachtvoll gebundenes Exemplar.

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Lot 390 Goethe, Johann Wolfgang von
West-oestlicher Divan. Mit gestochenem Frontispiz und gestochenem Titel, beides von C. Ermer nach Goethes Entwürfen. Stuttgart, Cotta, 1819. 556 S. 18,5 x 10,5 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung.
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe, zweiter Druck. – Goedeke IV/3, 492 – Hagen 416 – Brieger 727 – Borst 1312 – Kippenberg I, 399. – Die Seiten 399 und 400 doppelt gezählt, dafür Seite 495-496 übersprungen. Zur Identifikation: Mit den beiden Karton-Blättern S. 7-10 und S. 9 mit der korrigierten Überschrift “Talismane”. (statt: “Talismane, Amulete, Abraxas, Inschriften und Siegel.”). – Das Frontispiz zeigt von Arabesken umgebene arabische Buchstaben (= der östliche Divan vom westlichen Autor). – Nur teilweise etwas gebräunt bzw. etwas braunfleckig. Gutes Exemplar.

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Lot 391 Götz, Johann Nikolaus
Vermischte Gedichte. Herausgegeben von Karl Wilhelm Ramler. 3 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Porträt von Sintzenich nach Leclerc. Mannheim, Schwan, 1785. 17,5 x 11 cm. Etwas späterer Halblederband mit 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (wenig berieben). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Goed. IV/I, 91, 9. – Mit der vom Sohn vollendeten Autobiographie. – Exlibris auf Innendeckel. – Vorsätze mit Lederflecken, wenig gebräunt.

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Lot 392 Gottsched. Luise Adelgunde Victorie
Triumph der Weltweisheit, nach Art des französischen Sieges der Beredsamkeit der Frau von Gomez, nebst einem Anhange dreyer Reden. Leipzig, bey Bernhard Christoph Breitkopf, 1739. 8 Bl., 239 S. 18 x 11 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke III, 362, 2. – Luise Kulmus (1713-1762) hat in ihrem Elternhaus durch ihre Mutter eine hervorragende, ihre Talente fördernde Erziehung und Ausbildung erfahren, die in ihr früh die Liebe zu Literatur und Philosophie weckte. Am Beginn ihrer literarischen Laufbahn steht die Beschäftigung mit Produkten der “weiblichen gelehrten Welt … (denn diese fängt nunmehro auch schon an, eine Welt zu seyn)” (Vorrede). Bereits 1731 veröffentlichte die 18jährige “Neue Betrachtungen über das Frauenzimmer”, eine Übersetzung der “Réflexions nouvelles sur les femmes” der Mme de Lambert und 1735 die Übertragung von “Triomphe de l’Eloquence” der Mme de Gomez als “Sieg der Beredsamkeit”. Der rhetorischen Struktur dieses Werks entsprechend, jedoch der eigenen Präferenz folgend, entstand als Gegenstück “Triumph der Weltweisheit”, in dem sie ihrer Bewunderung für Mark Aurel Ausdruck verleiht. Angehängt sind neben einem neuen Druck des “Beredsamkeit”-Textes die Reden “Daß ein rechtschaffener Freund ein Philosoph seyn müsse”, “Das Lob der Spielsucht” und “Auf den Namenstag eines guten Freundes.” – Nach dem Tod der Eltern und sechsjähriger Verlobungszeit stimmte sie 1735 der “Versorgungsehe” mit Johann Christoph Gottsched zu, für dessen wissenschaftliche und literarische Projekte sie sich fortan plagte. “Die herbe, auch perönliche Invektiven nicht scheuende Kritik vieler Zeitgenossen an ihrem Gatten” (Killy IV, S.301) traf auch sie hart. Am Ende ihres Lebens an der Seite eines sie ganz vereinnahmenden, ungeliebten Mannes fühlte “sie sich durch 28 Jahre Arbeitsjoch … erschöpft und lebensmüde” (M.Heuser). In jüngster Zeit gilt sie als “Inbegriff der gelehrten Frau der frühen Aufklärung” (Luise F. Pusch). – Gebräunt und stockfleckig, alter Stempel auf dem Titel “R.Gr. Stackelberg”.

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Lot 393 Grabbe, Christian Dietrich
Dramatische Dichtungen. Nebst einer Abhandlung über die Shakspearo-Manie. Zwei Bände. Frankfurt am Main, Joh. Christ. Herrmann, 1827. XVI, 400 S.; 2 Bl., 384 S. 18 x 11 cm. Bedruckte Original-Umschläge (Rücken etwas verblasst, Bezug über den Gelenken etwas rissig, teilweise leicht angerändert). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VIII, 637, 1. – Die Erstveröffentlichung C. D. Grabbes (1801-1836) bringt Texte, die bereits bald nach 1820 entstanden waren, wofür sich aber erst 1827 ein Verleger fand. Enthalten sind u.a. die Tragödie “Herzog Theodor von Gothland” und “Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung”, “‘teuflische Komödie’ und Sprach- und Literatursatire mit Reminiszenzen an Tiecks frühe Lustspiele” (Killy IV, S. 303), die heute zu Grabbes Hauptwerken gezählt werden. Auch enthalten ist ein “Brief über Gothland von Tieck und einem offensichtlich gegen diesen gerichteten, auf eine literarische Fehde zielenden Aufsatz Grabbes Über die Shakespearo-Manie.” (ebda). – Unaufgeschnitten. – Exlibris “Erich Steinthal” auf den Innendeckeln. Steinthal (1890-1963), jüdischer Verleger und Bibliophile, konnte 1944 nach Schweden emigrieren. – Teils etwas stockfleckig, Band 1 anfangs leicht angeschmutzt, ebenda Titel mit kleinem Tintenfleck.

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Lot 394 Grimm, Wilhelm Carl
Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen. übersetzt von Wilhelm Carl Grimm. Mit 1 gestochenen, teilkolorierten eingefalteten Titel (von Ludwig Emil Grimm). Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1811. Titel, XL, 545 S. 21 x 12 cm. – Und: Derselbe. Drei altschottische Lieder in Original und Uebersetzung aus zwei neuen Sammlungen. Nebst einem Sendschreiben an Herrn Professor F. D. Gräter. Angehängt sind Zusätze und Verbesserungen zu den altdänischen Heldenliedern, Balladen und Märchen. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1813. 56 S. In zwei harmonierenden marmorierten Lederbänden im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild, Rückenvergoldung, Deckel mit vergoldeten Bordüren um schwarze Rahmen, vergoldeten Eckstücken und Stehkantenvergoldung. [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgaben. – Bibliothek der Brüder Grimm 110 und 111. – Zu 1: Die Vorarbeiten zu dieser ersten selbständigen Buchveröffentlichung Wilhelm Grimms reichen in das Jahr 1808 zurück. Damals schrieb er an Savigny: “Fast meine einzige Arbeit … ist eine Übersetzung der altdänischen Kiaempe Viiser. Sie werden einige Proben davon in dem Einsiedler finden.” Das Manuskript war schon 1809 abgeschlossen und hätte im gleichen Jahr gedruckt werden sollen. Die Suche nach einem Verleger gestaltete sich aber schwierig. – Trotz empfehlender Besprechungen durch Grimms verehrten Lehrer Benecke und andere wurde das Buch ein Prestige-, aber kein kommerzieller Erfolg. “Vorrede und ein umfangreicher Anhang bezeugen die wissenschaftliche Arbeit und Leistung, die Übersetzung selbst ist … in der dichterischen Qualität … nicht wieder erreicht worden” (Denecke). – Teils gebräunt und stockfleckig, anfangs mit kleiner und schwächer werdendem Feuchtfleck im Oberrand. – Zu 2: Wilhelm Grimms zweite Veröffentlichung ist im Wesentlichen eine polemische Abrechnung mit der Kritik F. D. Graeters an den “Altdänischen Heldenliedern”. Schon der Rezensent der ALZ (1813, Band 3, Sp. 391f.) sah den Abdruck der drei Lieder eher als “Vehikel des darauf folgenden Sendschreibens und der Antikritik … Ihnen (den Liedern) folgt nun ein Sendschreiben an den Prof. Gräter, in welchem zwar dem Anscheine nach demselben viel Lob ertheilt wird; worin man aber die zum Grunde liegende Ironie nicht verkennen kann. Vermuthlich ist auch von ihm die Recension der altdänischen Lieder …, wider welche die Antikritik den grössten Raum einnimmt.” – Leicht gebräunt, etwas stockfleckig, Stempel auf dem Titel “Odwart Hahn”.

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Lot 395 Grossing, Franz Rudolph von
Damen-Journal von einer Damen-Gesellschaft (Jg. II: zum Besten des Roseninstituts) 2 Jahrgänge (8 Bände) in 4 Bänden (alles Erschienene). Mit 5 gestochenen Titelvignetten und 2 (1 gestochene) gefalteten Musikbeilagen. Halle, 1784-1785. 17 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild (minimal berieben). [*]
Schätzpreis 2400 €
Sehr seltene und vollständige Ausgabe, anonym erschienen. – Kirchner 6495 – Wurzbach V, 375 – Wadzeck, Leben und Schicksale des berüchtigten Franz Rudolph von Grossing (1789), S. 75ff. – Folgt man Friedrich Wadzeck, war die Zeitschrift Teil eines großangelegten betrügerischen Unternehmens, das der schillernde Franz Rudolf “von” Grossing (auch Grossinger; 1752-1830) gegründet hatte: das Roseninstitut oder der Rosenorden, angeblich ein geheimer Orden, zuerst nur für Frauen (Literatur dazu u.a. Wolfstieg 43307ff.). Als Aufnahmegebühr waren zwei Dukaten fällig, die per Post an Deckadressen (z.B. “Frau Rosenwald zu Halle”) eingesandt werden sollten; die Anzahl der Aufgenommenen brachte dem Gründer viel Geld ein. – Grossing, ein produktiver Schriftsteller, war bis 1773 Jesuit und danach im österreichischen Staatsdienst, nach seiner Entlassung 1782 war er in unsaubere, auch politische Geschäfte verwickelt. 1788 wurde er in Reutlingen verhaftet und in Ketten nach Wien geschickt. – Teilweise etwas gebräunt. Sehr gutes Exemplar.

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Lot 396 Günderode, Karoline von
Gesammelte Dichtungen. Zum ersten Mal vollständig herausgegeben durch Friedrich Götz. Mit lithographischem Porträt-Frontispiz und 1 lithographischen Tafel. Mannheim, Götz, 1857. X, 78 S. 27 x 20,5 cm. Original-Leinwand mit goldgeprägter Deckelillustration (etwas bestoßen, hinteres Rückengelenk sauber geklebt).
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe. – Goedeke VI, 66, 5 – Brieger 865 – Borst 2651. – Mit dem schönen Bildnis der Dichterin, lithographiert von V. Schertle und einer Ansicht des Kirchhofs in Winkel am Rhein mit ihrem Grabstein, beide auf aufgewalztem China. – Zweispaltig gedruckt. Gutes Exemplar.

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Lot 397 Günderode, Karoline von (Pseudonym: Tian)
Nikator. Eine dramatische Skizze in drei Akten. In: Taschenbuch für das Jahr 1806. Der Liebe und Freundschaft gewidmet. Mit 9 Kupfern von Wilhelm Jury. Frankfurt am Mayn, Friedrich Wilmans, 1805. 10 Bl., 264 S., 2 Bl. 12,5 x 8,5 cm. Roter Lederband im Stil der Zeit mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren mit Eckfleurons sowie Ganzgoldschnitt. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VIII, 52, 15 – Lanckoronska/Rümann 71f. – Köhring 133. – Gutes Exemplar des seltenen Jahrgang dieses von 1800 bis 1841 erschienenen Taschenbuchs, das besonders in den frühen Jahrgängen einige bedeutende literarische Beiträge brachte. – In dem vorliegenden sind neben Gedichten und Erzählungen von Friedrich Rochlitz, Karoline Kröber, Christian Karl Buri, Louise Brachmann, Karoline Rudolphi, Aloys Schreiber und Friedrich Lassaulx besonders bemerkenswert die Kindermythen von Joseph Görres (Goedeke VI, 204, 11) und von Sophie Brentano(-Mereau) die bereits 1796 entstandene, damals wegen Schillers Einwänden (weil “die Maximen, nach denen gehandelt wird, … sich nicht ganz billigen lassen”) nicht veröffentlichte Erzählung “Die Flucht nach der Hauptstadt” (mit einer Abbildung; Goedeke VI, 64, 16). – Von herausragender Bedeutung ist einer der letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Texte der Karoline von Günderrode, (Pseudonym: Tian), “Nikator. Eine dramatische Skizze in drei Akten”. (Goedeke VI, 67, 4) in der von ihr entwickelten Form des “lyrischen Dramas”. Ihr Geliebter Friedrich Creuzer war an der Konzeption des Stückes maßgeblich beteiligt. – Etwas stockfleckig bzw. gebräunt.

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Lot 398 Hagen, Friedrich Heinrich von der
Erzählungen und Mährchen. 2 Bände. Prenzlau, Ragoczy, 1825-1826. 1 Bl., II, 1 Bl., 268 S., 1 Bl.; 3 Bl., 346 S., 1 Bl. 18,5 x 13,5 cm. Spätere Halblederbände mit Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe. – Enthält Arabische Märchen, Morgenländische Erzählungen, Heimische Volksmärchen, Italienische Novellen, Märchen aus Neapel u.a. – Unbeschnitten. – Exlibris auf Innendeckel. – Etwas gebräunt und fleckig, sonst gutes Exemplar.

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Lot 399 Hager, Joseph
Reise von Wien nach Madrit. Im Jahre 1790. Mit Titelkupfer und gestochenem Titel mit Vignette (F. Bolt fec.) und 6 gestochenen Textvignetten (W. Arndt fec.). Berlin, bei Friedrich Vieweg dem älteren, 1792. Titel, 5 Bl., 254 S. 17 x 10,5 cm. Marmorierter Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (leicht berieben). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Holzmann-Bohatta III, 11558 – Rümann, 387 – Vieweg-Verlagskatalog S.135. – Auf feinem Schreibpapier. – Die gestempelten Initialen “JH” auf dem Titel zusammen mit der prächtigen Ausstattung legen die Vermutung nahe, dass es sich um das Exemplar des Verfassers handelt. – Hager (1757-1819) besuchte auf seinen Reisen “die großen Bibliotheken und machte sich mit den wichtigsten und seltensten Werken und Manuscripten bekannt, deren Kenntniß ihm zu den Arbeiten, die er (als Sprachforscher) vorhatte, nöthig schien.” (Wurzbach VII, 196). – Signaturzettel der “Galatti Bibliothek” auf dem Innendeckel. – Gelegentlich leicht fleckig, zeitgenössische Einträge auf dem weißen Vorsatz. – Sehr gutes, dekorativ gebundenes Exemplar.

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Lot 400 Haller, Albrecht von
Gedichte. Achte Auflage. Mit den verschiedenen Lesarten aller vorigen Auflagen und einigen neuen Stücken vermehret. Mit gestochener Titelvignette. Zürich, bey Heidegger und Compagnie, 1762. 20 Bl., 278 S., 19,5 x 12,5 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 300 €
Steinke/Profos 44 – vgl. Goedeke IV/1, 24, 2. – Im gleichen Jahr veröffentlichte Haller eine überarbeitete 9. Auflage in Göttingen. – Vorsätze etwas gebräunt, sonst gutes und sauberes Exemplar.

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Lot 401 Harring, Harro
La Telyn (Harpe) d’un Scandinave. Cycle poètique (en langue allemande) trouvé dans l’île Césarée, aux bords de l’Océan, sous le titre de Furies, en automne 1838. Strasbourg, Schuler, 1839. XIII S., 1 Bl., 192 S., 2 Bl. (das letzte weiß). 17,5 x 10 cm. Halbleinwand (um 1900) mit handschriftlichem Deckeltitel und beigebundenem hinteren Original-Umschlag.
Schätzpreis 480 €
Sehr seltene erste Ausgabe. – Thode 1839, 1 – Goedeke X, 384, 76 (ausführliche Inhaltsangabe). – Titel und Widmungsblatt in Französisch, Vorstücke in Deutsch und Französisch, Seiten 1ff (“Furien”) in Deutsch. – Innendeckel mit Katalogausschnitten (Titel von Harring), Vorsatz mit älterer handschriftlicher Notiz zum Verfasser, Titel verso im Rand hinterlegt, bis Seite 1 im unteren weißen Rand mit braunem Fleck, teilweise mit dezenten Korrekturen bzw. Anmerkungen in Bleistift, nur wenige Blatt etwas stärker stockfleckig.

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Lot 402 Heine, Heinrich
Der Salon. 4 Bände. Hamburg, Hoffmann und Campe, 1834-1840. 16,5 x 10 cm. Englische Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (Deckel etwas berieben, Gelenke alt fachgerecht restauriert). Dazu: Derselbe. Ueber den Denunzianten. Eine Vorrede zum dritten Theile des Salons. Hamburg, Hoffmann und Campe, 1837. Titel, 39 S. 17,2 x 10,5 cm. Bedruckte Original-Broschur (leicht fleckig). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgaben. – Zu 1: Wilhelm/Galley I, 569 – Goedeke VIII, 558, 45, 47, 54, 61 – Houben I, 406. – Zu 2: Wilhelm/Galley I, 413 – Houben I,408. – “Entstehung und Titel verdankt dieses Werk Heines erstem Besuch des Pariser Louvre, wo der Dichter im Großen Saal, im ‘Salon’, die periodische Ausstellung zeitgenössischer Künstler sah. Diese Ausstellungen, … hatten die Funktion, die zeitgenössische Kunst … einer interessierten und gebildeten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Heine stellt sich mit dem Titel in die Tradition literarischer Kunstkritik, wie sie u.a. Diderot entwickelt hatte. … Heines Salon (bietet) in vier Bänden eine Art Sammlung ‘einzelner hervorragender schriftstellerischer Gemälde’ (E. Elster), die sowohl gattungsmäßig als auch in ihrem literarischen Wert differieren. … Die zwischen 1834 und 1840 erschienenen Bände, … vereinigen, ähnlich wie die Pariser Kunstsammlung, Werke verschiedener Kunstgattungen und manifestieren so Heines breitgefächertes künstlerisches Instrumentarium wie seine literarische Virtuosität. … Die größte Resonanz erfuhr der zweite Band …, der wegen der in ihm enthaltenen Religions- und Moralkritik auch die Aufmerksamkeit von Fürst Clemens Metternich erregte. Der österreichische Staatskanzler schrieb im Oktober 1835 u.a. an den Fürsten Wittgenstein: ‘Ich empfehle Ihnen dieses Werk, weil es die Quintessenz der Absichten und Hoffnungen der Bagage, mit der wir uns beschäftigen, enthält. Zugleich ist das Heinesche Produkt ein wahres Meisterwerk in Beziehung auf Styl und Darstellung. Heine ist der größte Kopf unter den Verschworenen’.” (KNLL, VIII, 584). – Die Vorrede zu Band 3, Heines Auseinandersetzung mit dem “Denunzianten” Wolfgang Menzel, erhielt keine Druckerlaubnis; der Verleger Campe ließ sie deshalb ohne Imprimatur drucken. Menzels Kritik an Gutzkows Roman “Wally, die Zweiflerin” war willkommener Anlass für das Verbot der Schriften Heines und des Jungen Deutschland. – Papierbedingt etwas gebräunt, etwas stockfleckig, “Salon” mit zeitgenössischem Exlibris des englischen Botanikers und liberalen Politikers Charles Lacaita.

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Lot 403 Helvetius, Claude Adrien
Discurs über den Geist des Menschen. Aus dem Französischen des Herrn Helvetius (von Johann Gabriel Forkert). Mit einer Vorrede Herrn Joh. Christoph Gottscheds. Leipzig und Liegnitz, Siegert, 1760. 40 Bl., 646 S., 1 weißes Bl. 20 x 12 cm. Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten (etwas berieben, Ecken teils etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 500 €
Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 12305 – Mitchell, Gottsched 754 (nur 38 Bl. bzw. 76 S.). – Diese erste deutsche Ausgabe ist deutlich seltener als die zweite von 1787, der die Vorrede Gottscheds nicht mehr beigedruckt war. – 1758 erschien “De l’esprit” mit königlichem Druckprivileg in Paris. Helvetius überreichte der königlichen Familie persönlich ein Exemplar. Dennoch widerrief der Staatsrat die Druckerlaubnis. Die gesamte Auflage wurde beschlagnahmt. Helvetius wurde zum Widerruf gedrängt und gab nach anfänglichem Widerstreben in der Meinung nach, intelligente Leser würden ohnehin die Nichtigkeit dieses Widerrufs erkennen. – “Das Erscheinen von Helvetius’ De l’Esprit bezeichnet in mehrfacher Hinsicht einen Wendepunkt für die französische Aufklärung. Zum erstenmal war der Sensualismus zur Deutung gesellschaftlichen und geschichtlichen Lebens herangezogen.” (W. Krauss, Das wissenschaftl. Werk, Berlin 1996, Band 3, S. 123). – Etwas stockfleckig, alter Stempel “von Klitzing’sche Fideicommiss-Bibliothek, Demerthin” und Antiquariatskatalog-Ausschnitt auf dem Vorsatz.

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Lot 404 Hölderlin, Friedrich
Fragment von Hyperion und drei Gedichte. In: Neue Thalia herausgegeben von Schiller. 4. Band (von 4). Leipzig, Göschen, 1793. 2 Bl., 336 S. 18,5 x 10,5 cm. Ganzmaroquinband im Stil der Zeit mit 3 farbigen Rückenschildern, Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren und Stehkantenvergoldung. [*]
Schätzpreis 900 €
Die ersten literarischen Veröffentlichungen des jungen Hölderlin. – Vgl. Goedeke VII, 471, 1 (Hyperion): “Zuerst Bruchstücke in Schiller Neuer Thalia.” – Enthält von Hölderlin: “Fragment von Hyperion” (S. 181-221) und die Gedichte “Das Schicksal” (S. 222-224), “Griechenland” (S. 331-333) sowie “Dem Genius der Kühnheit (S. 334-336). – Etwas stockfleckig und gebräunt.

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Lot 405 Hölderlin, Friedrich
Sämmtliche Werke herausgegeben von Christoph Theodor Schwab. 2 Bände in 1 Band. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1846. XIV S., 1 Bl., 213 S., 1 Bl., 148 S., 1 Bl.; VI, 352 S., 1 Bl. 20 x 12,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (vorderes Gelenk angebrochen, Ecken etwas bestoßen).
Schätzpreis 600 €
Erste Gesamtausgabe mit Erstveröffentlichungen großer Teile des ‘Empedokles’ sowie zahlreicher Gedichte und Briefe. – Goedeke V, 472, 4 – Seebaß 13. – Innen außergewöhnlich sauberes, fleckfreies Exemplar.

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Lot 406 Hölderlin, Friedrich
Sämmtliche Werke herausgegeben von Christoph Theodor Schwab. 2 Bände. Stuttgart und Tübingen. Cotta, 1846. XII (von XIV) S., 1 Bl., 213 S., 1 Bl., 148 S., 1 Bl.; VI, 352 S., 1 Bl. 20,5 x 12,5 cm. Pappbände (um 1880) mit Rückenschild (Ecken teils bestoßen, Kapitale angeplatzt).
Schätzpreis 600 €
Erste Gesamtausgabe mit Erstveröffentlichungen großer Teile des ‘Empedokles’ sowie zahlreicher Gedichte und Briefe. – Goedeke V, 472, 4 – Seebaß 13. – Mit Besitzeinträgen und einigen handschriftlichen Anmerkungen (vor allem in Band 1) des Hölderlin-Biographen Adolf von Wilbrandt. – Es fehlt der Vortitel von Band 1. – Teilweise stärker stockfleckig.

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Lot 407 Hölderlin, Friedrich
Die Trauerspiele des Sophokles. Übersetzt von Friedrich Hölderlin. 2 Teile in 1 Band. Frankfurt, Wilmans, 1804. 2 Bl., 108, 103 S. 20,5 x 12 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (Ecken und Kanten etwas bestoßen, Rückengelenke berieben).
Schätzpreis 1800 €
Seltene erste Ausgabe. – Goedeke V, 472, 2 – Borst 995. – Hölderlins letztes und neben dem “Hyperion” einziges von ihm selbst in Druck gegebenes Werk. – Neben Übersetzung der beiden Dramen “Oedipus der Tyrann” und “Antigonae” enthält das Buch Anmerkungen zu den beiden Stücken, die zu den ganz wenigen dichtungstheoretischen Äußerungen Hölderlins gehören. – Im oberen Rand teilweise etwas stärker gebräunt, teils etwas stockfleckig, wenige kleine sauber restaurierte Einrisse, Teil 1 teilweise mit Zeilennummerierung in Bleistift.

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Lot 408 Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
Erzählungen aus seinen letzten Lebensjahren, sein Leben und Nachlass (von Julius Eduard Hitzig). Herausgegeben von Micheline Hoffmann, geb. Rorer. Vollständige, rechtmäßige Ausgabe. 5 Teile in 2 Bänden. Mit 9 Kupfertafeln, 1 mehrfach gefalteten Faksimile sowie 1 mehrfach gefalteten lithographischen Tafel. Stuttgart, Brodhag, 1839. 17,5 x 11 cm. Dekorative Halblederbände der Zeit mit reicher Romantiker-Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückentitel (Kanten leicht berieben, Ecken etwas bestoßen).
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VIII, 500, 78 – Borst 1904 – Salomon 341. – Fortsetzung der zehnbändigen Werkausgabe “Ausgewählte Schriften” von 1827 bis 1828. Enthält einige Erstdrucke. – Teilweise etwas gebräunt.

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Lot 409 Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
Meister Floh. Ein Mährchen in sieben Abentheuern zweier Freunde. Frankfurt, Wilmans, 1822. Titel, 267 S., 1 Bl. 19 x 11,5 cm. Pappband mit aufgezogenen Deckelbezügen in Sepia-Manier (berieben, Deckelkanten später bezogen, Deckel etwas gewellt). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe von Hoffmanns letztem Werk. – Borst 1349 – Brieger 1121 – Salomon 173 – Goedeke VIII, 498, 65. – Die Einbandillustrationen Thieles nach einem Entwurf E.T.A. Hoffmanns mit den beiden Floh-Abbildungen. – “Der Autor nennt sein vielschichtiges Werk die ‘phantastische Geburt eines humoristischen Schriftstellers’. Ironisch verwendet er Erzählgut des romantischen Märchens und verschränkt auf komische, aber auch allegorische Weise die Welt der Blumenprinzessinnen und Edelprinzen mit der Alltagswelt Frankfurter Bürger” (KNLL VII, 955). – Unbeschnittenes Exemplar. – Nummer auf Titel, wie üblich etwas gebräunt.

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Lot 410 Holste, Lukas
Notae et castigationes postumæ in Stephani Byzantii Ethnika, quae vulgo Peri Poleon inscribuntur: post longam doctorum exspectationem editae a Theodoro Ryckio…Mit gestochener Titelvignette. Leiden, Jacobus Hackius, 1684. 8 Bl., 497 S., 17 Bl. Index. 34 x 21 cm. Pergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, Vorderdeckel mit blindgeprägtem ornamentalen Mittelstück (wenig angestaubt, Hinterdeckel fleckig, vorderes Gelenk oben angeplatzt). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe. – Quellenwerk zur griechischen Geographie, Mytholgie und Religion, posthum aus dem Nachlass des Humanisten und Bibliothekars Lukas Holste (1596-1661) von Theodorus Rijcke herausgegeben. – Text auf Griechisch und Latein. – Gestochenes Exlibris auf Innendeckel. – Vorsätze etwas angestaubt bzw. fleckig, sonst gutes und sauberes Exemplar.

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Lot 411 Hommel, Karl Ferdinand
Kleine Plappereyen. Mit gestochener Titelvignette und 1 gefalteten Kupfertafel. Leipzig, Fritsch, 1773. 8 Bl., 560 S. 15,5 x 9,5 cm. Halbleinwand (um 1900) mit Rückenschild. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe dieser amüsanten Geschichten um die Dinge des Lebens, anonym erschienen. – Goedeke IV/1, 44, 10, 4 – Hayn-Gotendorf VI, 211. – “Ja goldner, bester Leser! es ist nun einmahl nicht anders; ich plappere bis ins Grab, und denke von denen die nicht plappern, daß sie es gerne thäten, wenn sie könten. Ein alzusteifes Wesen ist nicht allemahl natürlich, auch den Sitten unserer Zeiten nicht satsam angemeßen” (Vorrede). – Gebräunt.

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Lot 412 Horatius Flaccus, Quintus
Teutsche Poetische Uebersezungen der Horatianischen Oden die in dem ersten Buche seiner Lieder enthalten sind nebst derselben Lateinischen Parodien durch die Feder Joh. Paul Röders G. E. R. entworfen. Nürnberg, Endter und Engelbrecht, 1741. 4 Bl., 112 S. 17,8 x 10,5 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe der seltenen Horaz-Übersetzung des Nürnberger Geistlichen und Gelehrten JohannPaul Röder (1704-1766). – Meusel XI, 369. – Zum Schluss etwas wasserrandig.

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Lot 413 Inayat-Allah Kamboh
Bahar-Da-nusch oder der Garten der Erkenntniss. Ein Persischer Roman des Jeajut-Ullah. Aus dem Englischen (des Jonathan Scott) übersetzt und mit Anmerkungen erläutert von Anton Theodor Hartmann. Erster Band (alles Erschienene). Leipzig, P. Ph. Wolf u. Comp., 1802. Titel, VIII, 348 S. 13,5 x 9,5 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste deutsche Ausgabe. – Bibliothek Hammer-Purgstall 1629). – Inayat-Allah Kamboh oder wie hier Jeajut-Ullah (1608-1671) diente in seinen jungen Jahren in der Armee des fünften Mogulherrschers Shah Jahan (1592-1666), während dessen Regierungszeit (1628-1658) das Mogulreich den Gipfel seiner kulturellen Blüte erreichte. Nach Ablauf seiner Dienstzeit wandte er sich von der Welt ab und lebte fortan als Einsiedler in Delhi. Er verfasste mehrere historische Werke, berühmt wurde er mit der vorliegenden Sammlung von Erzählungen, die zuerst 1651 erschien und eines der populärsten persischen Bücher wurde, gelesen gleichermaßen von Hindus und Moslems. Eine erste, “verstümmelnde” Übertragung ins Englische veröffentlichte der schottische Offizier Alexander Dow 1768; der deutschen Ausgabe liegt die Übersetzung des Jonathan Scott zugrunde, die 1799 in drei Bänden erschien. Der vorliegende erste Band der deutschen Ausgabe war eines der letzten Verlagswerke P. P. Wolfs, der einsehen musste, dass man “nicht mit guten, sondern vielmehr mit schlechten Büchern gute Geschäfte” (Kluckhohn, Zur Erinnerung an P.P.Wolf, 1881, S.454) machen konnte, seinen Verlag in Leipzig folgerichtig verkaufte und zurück nach Bayern ging. – Außenblätter in den Rändern leimschattig, sonst sauber.

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Lot 414 Jacobs, Friedrich
Vermischte Schriften. 8 Bände. Mit gestochenem Porträt-Frontispiz und 2 lithographischen Tafeln. Gotha, Ettinger, 1823-1844. 16,5 x 10,5 cm. Etwas spätere Halblederbände mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Gesamtausgabe. – Goed. X, 17, 33. – 1862 erschien noch ein Nachtragsband mit dem Briefwechsel zwischen Jacobs und Franz Göller. – Exlibris auf Innendeckel. – Vereinzelt wenig gebräunt bzw. fleckig. – Gutes Exemplar in dekorativen Einbänden.

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Lot 415 Karikatur – Gavarni, Paul (das ist: Hippolyte Guillaume Sulpice Chevalier)
Sammlung von 100 Lithographien auf festem Papier. Jeweils unter der Abbildung bezeichnet und mit gedruckter Nummer. Paris, bei Lemercier, um 1857. Blattgröße: 38,3 x 26 cm bis 38,5 x 26,5 cm.
Schätzpreis 300 €
Enthält je 50 Blatt aus den Serien “Par-ci, par-là” und “Physionomies Parisiennes”. – Schöne Sammlung von Illustrationen des bekannten Karikaturisten Gavarni (1804-1866). – Ecken teils etwas bestoßen, teils leicht fleckig. – Beigegeben: 14 Lithographien Masques et Visages auf Original-Zeitungsausschnitten aus den Jahren 1852-1853 sowie sechs weitere Lithographien. – Teils mit stärkeren Gebrauchsspuren und Läsuren.

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Lot 416 Kleist, Heinrich von
Hinterlassene Schriften herausgegeben von L. Tieck. Berlin, Reimer, 1821. LXXVIII, 290 S. 20 x 12 cm. Etwas späterer Halblederband mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Kanten berieben, Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 750 €
Goedeke VI, 103, 12 – Sembdner 33 – Borst 1371. – Erste Ausgabe dieser wichtigen posthumen Sammlung mit den Erstdrucken von: “Prinz Friedrich von Homburg” und “Die Hermannsschlacht”. Enthält außerdem: das Fragment aus dem Trauerspiel Robert Guiskard, Herzog der Normänner, Gedichte, Fabeln, Epigramme, die Idylle “Der Schrecken im Bade” und anderes. Die Herausgabe besorgte Tieck unter Mitarbeit von Marie von Kleist, Solger, Ferdinand Hartmann, Johanna von Haza und Wilhelm von Schütz. – Gering gebräunt. Gutes Exemplar.

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Lot 417 Kleist, Heinrich von
Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe ein großes historisches Ritterschauspiel. Aufgeführt auf dem Theater an der Wien, den 17. 18. und 19. März 1810. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1810. 198 S. 19,5 x 12 cm. Etwas späterer Halbleinenband mit geprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 1200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 102, 6 – Sembdner 8. – “Das Käthchen von Heilbronn nimmt in Kleists dramatischem Werk eine Sonderstellung ein” (KNLL IX, 477). Anregungen zur Gestaltung des Stoffs erhielt er in den Vorlesungen “Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft”, die G. H. Schubert im Winter 1807/08 im Haus des Herrn von Carlowitz, des Förderers von Kleists und A. H. Müllers Zeitschriftenprojekt “Phöbus”, in Dresden gehalten hatte; dies im Wechsel mit den Vorlesungen “Von der Idee der Schönheit” von Kleists Freund A. H. Müller. – “Nach dem Abdruck einiger Fragmente im Phöbus hatte Kleist sein Stück Cotta für ein Taschenbuch mit Zeichnungen von Ferd. Hartmann angeboten und sich vergeblich um die Aufführung an deutschen Bühnen bemüht. Als durch den Bruch mit Iffland auch die Hoffnung auf eine Aufführung am Berliner Nationaltheater vereitelt war, bot Kleist es im August 1810 Reimer an, der es…noch rechtzeitig zur Michaelismesse herausbrachte…(Das) Werk wurde sehr wohlwollend von Wilhelm Grimm…besprochen, während es von Friedrich Weisser im Morgenblatt verrissen wurde. Goethe warf das geborgte Exemplar…mit den Worten ins Feuer: ‘Das führe ich nicht auf, wenn es auch halb Weimar verlangt’.” (Sembdner). – Exlibris auf Innendeckel. – Durchgehend im Rand etwas gebräunt, Titelblatt etwas fleckig.

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Lot 418 Klingemann, August
Kunst und Natur. Blätter aus meinem Reisetagebuche. 1.-2. Band (von 3) in 2 Bänden. Mit 2 gestochenen Porträts von I. C. Böhme nach Tunica und 2 gestochenen Titeln. Braunschweig, Meyer, 1819-1821. 474 S.; 1 Bl., 492 S., 1 Bl. 22 x 14,5 cm. Spätere Halbleinwandbände mit geprägtem Rückentitel, Rückenvergoldung und eingebundenen farbigen illustrierten Original-Umschlägen. [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 442, 29. – Ein 3. Band erschien 1829. – Die Erinnerungen und Reiseschilderungen sind von hohem Wert für die Theater- und Literaturgeschichte des beginnenden 19.Jahrhunderts, da Klingemann mit zahlreichen Dichtern und Theaterleuten bekannt war. Interessant vor allem die Schilderung eines Besuches gemeinsam mit Devrient bei E. T. A. Hoffmann im Jahr 1821. – Unbeschnitten. – Gutes Exemplar.

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Lot 419 Klinger, Friedrich Maximilian von
Prinz Formosos Fiedelbogen und der Prinzessin Sanaclara Geige, oder Geschichte des großen Königs. Vom Verfasser des Orpheus. 2 Teile in 1 Band. Genf, bey J. H. Legrand (das ist: Basel, Thurneysen), 1780. 200, 172 S. 15 x 10 cm. Halbleinwand (um 1900) mit Rückenschild (Rücken etwas fleckig). [*]
Schätzpreis 3000 €
Sehr seltene erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goedeke IV/1, 806, 13 – Hayn-Gotendorf VI, 302 (gibt Basel, Serini als Verleger an) – Schulte-Strathaus 202, 10 – Kaldewey, Hehres & Triviales X, 195. – “Der Formoso ist pornographisch. Das Thema ist eindeutig formuliert: Prinz Formoso ist dazu bestimmt, mit seinem Fiedelbogen auf der Geige der Prinzessin Sanaclara zu spielen. Da andere Herren ebenfalls musizieren möchten, muß die Prinzessin gegen Gefahren ankämpfen, um ihr Instrument zu bewahren. Das Ganze ist nun so üppig von Episoden umrankt und in einem flotten und frechen Ton hingeschrieben, daß man, trotz der unverkennbaren Lüsternheit, sich dem Spaß schwerlich entziehen kann. – Nun ist die deutsche Literatur nicht gerade reich an guten Erotica, deren Berechtigung, trotz puritanischer Einwände, nicht bestritten werden kann. Prinz Formoso ist ein Meisterwerk dieser Gattung, vor allem, weil er sich nicht so wichtig nimmt.” (Ch. Hering. F.M. Klinger. Der Weltmann, S.141f). – Teil 1 teilweise etwas stärker stockfleckig bzw. gebräunt, S. 5/6 im 2. Teil im oberen Rand mit alter Reparatur (ohne Textverlust).

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Lot 420 Klinger, Friedrich Maximilian von
Theater. 4 Bände. Mit 4 Titelkupfern (Mechau del., Geyser sc.) und 4 gestochenen Titelvignetten (Geyser fec.). Riga, Johann Friedrich Hartknoch, 1786-1787. 16,5 x 10 cm. Marmorierte Pappbände der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken und Kapitale etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe der Sammlung. – Schulte-Strathaus 17 – Goedeke IV/1, 807, 22. – Erste Sammlung der Dramen, die Klinger nach der Abkehr von der Bewegung des Sturm und Drang (das der Epoche den Namen gebende Stück in Bd.2) zu bewahren wünschte (“Was sich in dieser Sammlung befindet, erkenne ich an.”). – Enthalten sind als Erstdrucke die Stücke: Konradin (Band 1), Der Schwur (Band 2), Medea in Korinth (mit falschem Kolumnentitel Das Schiksal; Band 3), Der Günstling (Band 4), dazu die Vorreden und Nachworte. -. Papierbedingt leicht gebräunt, vereinzelt etwas stockfleckig, kleines Exlibris auf den Innendeckeln.

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Lot 421 Knigge, Adolph von
Ueber den Umgang mit Menschen. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochener Titelvignette. Hannover, Schmidt, 1788. 2 Bl., VIII, 6 Bl., 270 S.; 8 Bl., 336 S. 15,5 x 10 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild (Gelenke und Rücken mit Bezugsfehlstellen, Kanten berieben). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 615,14 – Borst 578. – Knigges berühmtestes Werk “…will praktische Lebensklugheit vermitteln. In seiner humanitären Zielsetzung und seiner starken Betonung des ethischen Lebensprinzips ist es ein typisches Produkt der Aufklärungszeit … Es ist das bedeutendste gesellschaftliche Werk des ausgehenden 18. Jahrhunderts.” (KLL 9673/74). – Vorsätze erneuert, ohne 1. fliegenden Vorsatz, 1. Teil etwas fleckig, 2.Teil gelegentlich fleckig.

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Lot 422 Koreff, David Ferdinand
Deutsches Wort aus Preussen an die Rheinländer. Als Antwort auf die Schrift: Uebergabe der Adresse der Stadt Coblenz und der Landschaft an Se. Majestät den König in öffentlicher Audienz bei Sr. Durchl. dem Fürsten Staats-Kanzler am 12.Januar 1818. Wiesbaden, Schellenberg, 1818. Titel, 101 S. 20,5 x 12 cm. Bedruckte Original-Broschur (leicht fleckig, leicht berieben, Block am Rücken etwas eingerissen). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Nicht bei Goedeke. – Ein Aspekt von Koreffs Vielseitigkeit war seine Tätigkeit im preußischen Staatsdienst als Vertrauter des Kanzlers Hardenberg, in dessen Auftrag die vorliegende Schrift entstand, seine einzige Veröffentlichung politischen Inhalts. “Im Winter 1817/8 ging es dann wieder an den Rhein, und hier ereignete sich jene merkwürdige Szene in Koblenz. Die Koblenzer wollten den König an das Verfassungsversprechen erinnern und ihr Wortführer Görres, ein wunderliches Gemisch von Jakobiner und Reaktionär, gab ihrer Adresse eine entsprechende Fassung, die auf Wiederherstellung der alten Landstände und der ‘uralten, wahrhaft deutschen Verfassung’ abzielte. Mit dieser Adresse … erschien Görres am 12.Januar 1818 vor dem Staatskanzler in revolutionärer Haartracht und Kleidung. Der Staatskanzler hörte seine pathetische Rede freundlich an, erklärte jedoch, daß er weit liberaler denke als die Abgeordneten; die einfache Wiederherstellung überwundener Zustände sei jedoch nicht möglich. Nachher schilderte Görres diese Audienz, das ‘Maifeld des Frankenstammes’, in einer musterhaft ungeschickten Flugschrift, und am Hofe regte sich die reaktionäre Partei, um den Vorfall gegen Hardenberg auszubeuten. Koreff, der diesem Auftritt vielleicht beigewohnt hat, wurde mit der Abfassung einer Gegenschrift beauftragt; Hardenberg hat sie vor ihrer Drucklegung nur durchgesehen. Da Koreff die Amtsverschwiegenheit wahrte, zerbrachen die Politiker sich den Kopf, ob er wohl der Verfasser sei.” (Oppeln-Bronikowski, Koreff. S. 59f.). – Leicht stockfleckig, schwache Anstreichungen in Rot.

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Lot 423 Kosegarten, Ludwig Theoboul
Legenden. Zwei Bände. Mit einem Titelkupfer (Catel del., F. Bolt sc.). Berlin, Voss, 1804. Titel, XXII, 322 S.; Titel, IV, 475 S. 17 x 10 cm. Rote Halbchagrin-Lederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (leicht berieben, Deckel und Kanten leicht beschabt). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Goedeke V, 445, 26 – Bibliothek der Brüder Grimm 6724 – nicht bei Stolzenburg, Ausstellungs-Katalog Catel). – Frisches, sehr ansehnliches Exemplar dieser ersten mit “wissenschaftlichem” Anspruch erfolgten Sammlung christlicher Legenden. – L. T. Kosegarten (1758-1818), protestantischer Pfarrer auf Rügen, sieht die Ausgabe, deren Quellen primär die “Legenda Aurea” und Sebastian Brants “Rosenkranz” sind, als Beitrag zu der seinerzeit virulenten Erforschung der “Volksliteratur”. – “Legenden sind Volkssagen, erschollen aus der kirchlichen Vorzeit, und aufgezeichnet für die öffentliche und häusliche Erbauung der spätern Geschlechter. Eine verständige Legendensammlung gehört zu den Bedürfnissen unsers, und im Grunde jedes Zeitalters.”(Band 1, S. IX). – Frontispiz und Titel auf Velin, sonst weißes Schreibpapier. – Inventarzettel “Galatti Bibliothek” und späteres Eignerschild “F. G. Bertoni” auf den Innendeckeln.

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Lot 424 Kosegarten, Ludwig Theobul
Adele Cameron, eine romantische Dichtung. 2 Bände. Mit gestochenem Frontispiz und 2 gestochenen kalligraphischen Titelblättern. Dresden, Gerlach, 1807. 3 Bl., 240 S.; 272 S. 16 x 10 cm. Spätere Halblederbände mit Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Exlibris auf Innendeckel. – Wenig gebräunt bzw. fleckig.

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Lot 425 Krüdener, Barbara Juliane von
Valérie, ou lettres de Gustave de Linar a Ernest de G… 2 Bände in 1 Band. Mitau, Steffenhagen et Fils, 1804. VIII, 261 S., 1 Bl., 208 S. 15,2 x 9,5 cm. Pappband der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelbordüren (berieben und etwas bestoßen, Rückenbezug teilweise fehlend). [*]
Schätzpreis 300 €
Sehr seltener Druck des erstmals 1803 in Paris erschienenen Bekenntnisromans. – Über KVK konnten wir kein Exemplar mit dem Druckort “Mitau” feststellen. – Titel verso mit dem gedruckten Vermerk “Avec permission de la Censure de Dorpt.” – Teilweise etwas stärker stockfleckig.

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Lot 426 Lavater, Johann Kaspar
Vermischte unphysiognomische Regeln zur Menschen- und Selbstkenntniss. Band 2 (von 2). Zürich, Selbstverlag, 1788. 287 S. 11 x 8,5 cm. Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (berieben). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe der 500 Aphorismen. – Goedeke IV/I, 273, 55 – Schulte-Strathaus 150. – Titel mit handschriftlichem Eintrag des Verfassers “Johann Kaspar Lavater/ Zum besten der Armen”. – Der erste Band war bereits 1787 mit leicht abweichendem Titel erschienen.

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Lot 427 Lessing, Gotthold Ephraim
Wie die Alten den Tod gebildet: eine Untersuchung. Mit je 1 gestochenen Titel- und Textvignette und 5 Kupfertafeln. Berlin, Christian Friedrich Voß, 1769. 4 Bl., 87 S. 22,5 x 15,5 cm. Halblederband im Stil der Zeit (um 1900) mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Ecken leicht bestoßen). [*]
Schätzpreis 400 €
Erste Ausgabe, Exemplar auf gestreiftem “römischen” Bütten. – Goedeke IV/1, 417, 113 – Muncker 418f. – Rümann 641 – Borst 201. – Die berühmte Schrift hatte ihren ersten Anlass in dem Streit Lessings mit Christian Adolf Klotz, der dessen Laokoon gleich nach Erscheinen positiv rezensiert hatte, was Lessing unkommentiert ließ. Der eitle Klotz polemisierte daraufhin in “Über den Nutzen und Gebrauch der alten geschnittenen Steine” (Altenburg 1768) gegen Lessings Behauptung, dass die alten Künstler den Tod nicht als Skelett dargestellt hätten; Klotz’ Anhänger Dusch verkündete im Reichspostreuter, dieser habe Lessing eines unverzeihlichen Fehlers überführt. Lessing wies die Angriffe in den “Briefen antiquarischen Inhalts” und in der vorliegenden Schrift zurück. – Zweiseitig unbeschnittenes, breitrandiges Exemplar. – Ränder etwas angestaubt, gelegentlich leicht fleckig, die ersten vier Blatt auf einen Steg gesetzt, neueres Exlibris auf dem Innendeckel. Gutes Exemplar.

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Lot 428 Lexika – Clodius, Johann Christian
Compendiosum Lexicon latino-turcico-germanicum, in quo non solum voces et phrases usitatae continentur, sed etiam illarum lectio, adjectis ubique observationibus variis, ad statum ecclesiacticm, politicum, et militarem pertinentibus. Cum praefatione de lingua et litteratura Turcarum, corruptis que vulgari pronuntiatione, nominibus ministorum aulae Turcicae. Accessit triplex index, ac grammatica Turcica. Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig, Deer, 1729-1730. 15 Bl., 928 S., 124 Bl., 162 Bl. , 192 S. 17,5 x 11 cm. Pergament der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel (leicht fleckig). [*]
Schätzpreis 750 €
Erste Ausgabe. – Graesse II, 203 – Zaunmüller 390 – Zenker BO I, 90 – Jöcher I, 1968 – Seltenes dreisprachiges Lexikon mit einer knappen Grammatik, Lerndialogen und einer Sprichwortsammlung. – Joh. Chr. Clodius war ein Schüler von Danzen und später in Leipzig Prof. Linguä arabica. – Teils braun- bzw. stockfleckig, insgesamt gutes Exemplar.

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Lot 429 Liber amicorum
Innviertler Stammbuch. 68 Blätter mit Einträgen aus Obernberg am Inn (22), Linz (7) und Salzburg (15). Meist 1821. Mit 3 Bleistift- bzw. Federzeichnungen und 1 Lithographie. Lose in Ledermappe der Zeit mit Schuber (beide berieben).
Schätzpreis 300 €
Unter den zahlreichen Einträgen verschiedener Adeliger u.a. Virgil von Helmreich, Anna von Pinterich, Luise Berlau, Joseph Christlmayr und Franceso Nodari. – Teils leicht fleckig, wenige Randläsuren.

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Lot 430 Mendelssohn, Moses
Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele, in drey Gesprächen. Vierte vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 1 Titelkupfer. Berlin und Stettin, Friedrich Nicolai, 1776. 5 Bl., 52, 224 S. 16 x 9,5 cm. – Angebunden: Derselbe. Kurze Abhandlung von der Unsterblichkeit der Seele aus dem Ebräischen übersetzt von H. J. Mit 1 Titelkupfer. Ebda., 1787. 3 Bl., 34 S., 3 Bl. – Angebunden: Derselbe. Abhandlung von der Unkörperlichkeit der menschlichen Seele. Izt zum erstenmal zum Druck befördert. Wien, Sebastian Hartl, 1785. 51 S. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben und bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Zu 1: Meyer 144 – Staatsbibliothek., Katalog Nicolai-Ausstellung 215 (diese Ausgabe mit ganzseitiger Abbildung). – Phädon war “mit acht gezählten (und mehreren ungezählten) Auflagen bis 1868 nicht nur ein … großes deutsches Erfolgsbuch; er wurde auch in zehn andere Sprachen übersetzt und machte Mendelssohn international berühmt.” (Albrecht, Mendelssohn-Katalog S. 94). – Teils leicht gebräunt, etwas stockfleckig. – Zu 2: Erste deutsche Ausgabe. – Meyer 355 – Raabe, Nicolai 20. – In Mendelssohns Nachlass fand David Friedländer diese “Kurzfassung” des Phädon in hebräischer Sprache, die er für die “nicht Deutsch lesenden Glaubensgenossen” zur Kenntnis des großen Werks in Druck gab. Der nur den Initialen “H.J.” nach bekannte Übersetzer hielt die “Verkleinerung” als von Mendelssohn selbst stammende Einführung auch für deutsche Leser für wichtig genug, um die Gedanken “eines Mannes …, der unter die größesten Geister und die vortrefflichsten Schriftsteller aller Zeiten wird gezählet werden” (S. 3) zu verstehen. – Frontispiz und Titel am Unterrand leicht feuchtrandig, sonst sauber. Auf besserem Papier. – Zu 3: Meyer 322. – Einer von drei Drucken im gleichen Jahr. “Hrsg. v. Johann Grossinger, dem Moses Mendelssohn das unveröffentlichte Manuskript zur Übersetzung ins Lateinische … überlassen hatte.” (Meyer S.59). – Teils etwas gebräunt und stockfleckig.

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Lot 431 Mörike, Eduard
Gedichte. Stuttgart und Tübingen, 1838. IX, 236 S., 2 Bl. 18,5 x 11 cm. Grüner Seidenmoiree-Einband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel in ornamentalem Goldrahmen (minimal verblasst).
Schätzpreis 750 €
Erste Ausgabe. – Brieger 1765 – Borst 1877. – Mörike hatte bereits 1828-1829 einzelne Gedichte im “Morgenblatt” und in “Spindlers Damenzeitung” veröffentlicht. Für die Herausgabe dieser ersten Lyriksammlung, die vorwiegend Gedichte aus Mörikes Studien- und Vikariatszeit enthält, hatte sich sein Freund Hardegg bei Cotta eingesetzt. Von den 1000 gedruckten Exemplaren wurden geschätzte 400 bis 600 noch vor Erscheinen der zweiten Auflage (November 1847) eingestampft. – Innendeckel mit altem Besitzeintrag “Sophie G.” – Minimal gebräunt. Sehr gutes Exemplar.

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Lot 432 Mörike, Eduard
Gedichte. Stuttgart und Tübingen, 1838. IX, 236 S., 2 Bl. 18 x 11 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Rücken etwas berieben, Kapital mit kleinen Einrissen).
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe. – Brieger 1765 – Borst 1877. – Mörike hatte bereits 1828-1829 einzelne Gedichte im “Morgenblatt” und in “Spindlers Damenzeitung” veröffentlicht. Für die Herausgabe dieser ersten Lyriksammlung, die vorwiegend Gedichte aus Mörikes Studien- und Vikariatszeit enthält, hatte sich sein Freund Hardegg bei Cotta eingesetzt. Von den 1000 gedruckten Exemplaren wurden geschätzte 400 bis 600 noch vor Erscheinen der zweiten Auflage (November 1847) eingestampft. – Vorsatz mit Besitzeintrag “Auguste Kübler/ Stettin 25. Febr. MDCCCXXXIX”. – Inhalt mit dezenten Bleistiftanstreichungen, sonst sehr sauberes Exemplar.

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Lot 433 Molière, Jean-Baptiste
Sämmtliche Lustspiele. Nach einer freyen und sorgfältigen Uebersetzung (von F. S. Bierling). 4 Theile in 4 Bänden. Mit 1 Titelkupfer und 27 (von 28) Kupfertafeln (D. J. Martini sc.). Hamburg, Christian Herold, 1752. 18,5 x 11 cm. Marmorierte Lederbände der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Fehlstellen im Lederbezug an den Kapitalen und teils über den Gelenken, Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 750 €
Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Goedeke III, 366, 18 – Fromm IV, 117876 – nicht bei Rümann. – Aus der Bibliothek des Verlegers “S.Fischer” (1859-1934) mit dessen Exlibris auf den Vorsätzen aller Bände. – Provenienzexemplar dieser äußerst seltenen ersten umfassenden Moliere-Ausgabe in Deutschland; das JAP verzeichnet seit 1950 nur drei Zuschläge (1954, fehlt ein Kupfer; 1982, fehlt ein Titel; 1997). – Die Prosa-Übersetzung Bierlings zeichnet sich vor allen späteren durch eine größere Texttreue aus. Sie vermittelt, “dank ihrer zeitlichen Nähe zum Originaltext, die barocke Diktion und die Atmosphäre des 17.Jhrdts oft treffender als eine Neuübersetzung dies vermöchte.” (H.Scheffers, Höfische Konvention, Bonn 1980, S. 263). Bierling veröffentlichte 1769 eine sprachlich “verbesserte” Neuauflage, jedoch gilt heute die erste Fassung als die bessere, da texttreuere. – Das fehlende Kupfer in Band 3 liegt in Kopie auf zeitgenössischem Papier bei. – Stockfleckig und teils etwas gebräunt.

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Lot 434 Moritz, Karl Philipp von
Anton Reiser. Ein psychologischer Roman. 5 Teile in 5 Bänden. Mit 4 gestochenen Titelvignetten (Bände 1-4) und 1 gestochenen Porträt und 1 gestochenen Titel mit Vignette (Band 5). Berlin, Maurer, 1785-1790 und Berlin, Vieweg, 1794 (Band 5). 16 x 9,5 cm. Pappbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und etwas Rückenvergoldung (berieben und bestoßen, Rücken und Gelenke mit Bezugsfehlstellen, Rücken von Band 4 unten mit Fehlstelle).
Schätzpreis 1800 €
Seltene erste Ausgabe, mit dem fast immer fehlenden von Karl Friedrich Klischnig aus dem Nachlass herausgegebenen fünften “und letzten Theil”. – Borst 510 – Goedeke V, 490, 8, 6 und 6b – Rümann 762. – Teil 5 mit dem gestochenen Titel: “Erinnerungen aus den zehn letzten Lebensjahren meines Freundes Anton Reiser. Als ein Beitrag zur Lebensgeschichte des Herrn Hofrath Moritz” und dem Reihentitel “Fünfter und letzter Theil”. – Band 5 mit zeitgenössischem ganzseitigen Eintrag zu Moritz und seiner Frau auf dem hinteren Vorsatz, der auch auf einer beiliegenden Titelaufnahme (zwei Blatt, wohl aus den 60er Jahren) wiedergegeben wird. – Vorsätze mit unkenntlichem Stempel einer Adelsbibliothek, die Bände 4 und 5 mit Sammlerstempel (“A. Pochmann”) auf Titel, Seite 1 und dem letzten Blatt, nur teils leicht gebräunt, Bände 4 und 5 teilweise etwas stockfleckig, wenige Bleistiftanstreichungen, Band 5 mit einer alten Randanmerkung in Tinte.

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Lot 435 Moritz, Karl Philipp von
Mythologischer Almanach für Damen. Mit gestochenem Titel und 12 Kupfern in Rot-Braun (Asmus Jakob Carstens del., Daniel Berger sc.). Berlin, Unger, 1792. 1 Bl., 187 S., 1 Bl. 13,5 x 9 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild (Ecken etwas bestoßen, vorderes Gelenk angeplatzt). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Goedeke V, 491, 16 – Köhring S. 15. – Eine der seltensten Schriften von Moritz. – Inhaltlich ist der Almanach wenig bekannt. C. G. Lenz (in Nekrolog 1793) schreibt: “Zum Almanach hatte Göthe die Idee und den Plan an die Hand gegeben. Die demselben eingewebten Gedichte zur römischen Liturgie sind auch von Göthe.” – P. A. Hünich wiederholt dies in der Zeitschrift für Bücherfreunde (NF III, 120). Dazu finden wir in der Goethe-Literatur keinen Hinweis. Ebenso wenig bekannt ist, dass die Vorlagen für die Kupfer von Asmus Carstens (1754-1798) stammen, der Moritz um 1790 in Berlin kennengelernt hatte und, von dessen Kunstanschauung stark beeinflusst, Lehrer der “Gypsklasse” an der Akademie wurde. – Für Moritz wie für Carstens waren Gemmen, die zu einem großen Teil später als Fälschungen erkannt wurden, “Dokumente antiker Bildvorstellungen, die für (den) Zweck einer Veranschaulichung antiker Mythologie deswegen besonders gut geeignet …, weil sich in ihnen die Vielfalt der antiken Götterwelt reicher spiegelte als in irgendeiner anderen Gattung der antiken Kunst.” (vgl.: Frank Büttner. A. J. C. und K. Ph. M. S. 95-127, in: Nordelbingen, Band 52). Carstens war jedoch mit den spröden Abbildungen der Götterlehre gar nicht zufrieden. Tatsächlich sind die Kupfer des Almanachs in ihrer Feinheit mit diesen nicht zu vergleichen. – Titelei und die meisten Tafeln mit Feuchtrand, teils etwas stockfleckig.

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Lot 436 Müller, Adam Heinrich
Die Elemente der Staatskunst. Oeffentliche Vorlesungen, vor Sr. Durchlaucht dem Prinzen Bernhard von Sachsen-Weimar und einer Versammlung von Staatsmännern und Diplomaten, im Winter von 1808 auf 1809, zu Dresden, gehalten. Erster (- dritter) Theil. In drei Bänden. Mit 3 gefalteten, gestochenen Tabellen. Berlin, J. D.Sander, 1809. 17 x 10 cm. Wurzelmarmorierte Halblederbände der Zeit mit schwarzem Rückenschild und Linienvergoldung (Rücken fachgerecht und kaum erkennbar unter Verwendung der zeitgenössischen Schilder erneuert). [*]
Schätzpreis 1500 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 197, 7 – Humpert 1059 – Kress B.5552. – A. H. Müller (1779-1829), “der bedeutendste Verteter der romantischen Staats- und Gesellschaftslehre”, war seit 1805 als Hauslehrer des Prinzen Bernhard in Dresden. Hier findet er “den ersehnten gesellschaftlichen Wirkungskreis durch seine zunehmend bewunderten Wintervorlesungen 1806-1809. Er erkennt das Genie Kleists, gibt dessen Amphitryon heraus, … besorgt den Jahrgang der gemeinsamen Zeitschrift Phöbus … Die Dresdner Vorlesungen gipfeln … in Müllers Staats- und Gesellschaftslehre ‘Die Elemente der Staatskunst’ (3 Bde., Bln 1809)” (Killy VIII, 258). – Im April d.J. brach der Krieg zwischen Österreich und Frankreich aus. Müller wurde von den mit Frankreich verbündeten Sachsen inhaftiert, “man behandelte ihn als einen Landesverräter und trug sich schon mit dem Gedanken, ihn nach Frankreich zu deportieren, schließlich begnügte man sich jedoch mit seiner Landesverweisung, wohl mit Rücksicht auf die Beliebtheit, deren er sich jahrelang in Dresden erfreut hatte …”. “Die Elemente der Staatskunst bedeuten den Höhepunkt von Adam Müllers geistigem Schaffen. Hier hat er seine ganze Ideenfülle in ein wohlgegliedertes System gefaßt, den ganzen Kosmos der Sozialwissenschaft in formvollendeter Weise zur Darstellung gebracht.” (J.Baxa, Adam Müller. S. 100). – Vorsätze in den Rändern etwas leimschattig, Titel und jeweils letztes Blatt ebenda leicht leimschattig, leicht stockfleckig, zeitgenössischer Name auf den Titeln “CONR. WETTER”.

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Lot 437 Nicolay, Ludwig Heinrich von.
Vermischte Gedichte und prosaische Schriften. Erster (- achter) Theil. In vier Bänden. Mit 1 gefalteten gestochenen Karte. Berlin und Stettin, Friedrich Nicolai, 1792-1810. 19,5 x 15,5 cm. Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken teils bestoßen, vorderes Gelenk von Band 4 angebrochen). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe, zweiter Druck. – Goedeke IV/1, 629, 5 – Hayn-Gotendorf V, 383 – Becker u.a. Katalog Nicolai 262 – Raabe, Katalog Nicolai 283. – Mit dem fast immer fehlenden, 15 Jahre nach dem siebten erschienenen achten Band (dieser wiederum mit dem zusätzlichen Einzeltitel “Balladen” und dem separat paginierten Anhang “Das Landgut Monrepos”) vollständiges Exemplar. – L. H. von Nicolay (1737-1820), seit 1766 in russischen Diensten, wurde 1769 in St. Petersburg zum Erzieher, später Sekretär und Bibliothekar des Großfürsten Paul berufen, der ihn 1798, jetzt Zar, zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften ernannte. Nach dem Tod des Zaren zog sich Nicolay 1803 auf sein Landgut Monrepos zurück. Trotz vielfältiger beruflicher Verpflichtungen fand er immer Zeit für seine poetischen Neigungen. Als Dichter wird er meist mit Wieland verglichen, mit dem ihn gegenseitige Wertschätzung verband, wenngleich Nicolay den dichterischen Vorrang Wielands neidlos anerkannte. Der vermögende Nicolay zählte zu den Subskribenten der sogenannten “Fürstenausgabe” von Wielands Werken, dieser wiederum besaß mehrere Schriften Nicolays (vgl. Verzeichniß der Bibliothek des verewigten Herrn Hofraths Wieland. 1814). – Exlibris, teils etwas stockfleckig, gelegentlich etwas stärker, gleichmäßig gebräunt.

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Lot 438 Nicolay, Ludwig Heinrich von.
Vermischte Gedichte und prosaische Schriften. Erster (- achter) Theil in vier Bänden. Mit 1 gefalteten Plan. Berlin und Stettin, Friedrich Nicolai, 1792-1810. 21,5 x 16 cm. Grüne Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (Deckel etwas berieben, Ecken teilweise leicht bestoßen). [*]
Schätzpreis 1500 €
Erste Ausgabe in einer Vorzugsausgabe. – Goedeke IV, 629, 5 – Hayn-Gotendorf V, 383 – Becker u.a. Katalog Nicolai 262 – Raabe, Katalog Nicolai 283. – Bände 1-3 auf Schweizer Papier, Bände 4-8 auf Velin. – Mit dem fast immer fehlenden, 15 Jahre nach dem siebten erschienenen achten Band (dieser wiederum mit dem zusätzlichen Einzeltitel Balladen und dem separat paginierten Anhang “Das Landgut Monrepos”) ganz vollständiges, wohlerhaltenes und sehr ansehnliches Exemplar der “splendiden” (NadB zur “Normalausgabe”) Luxusausgabe, in dieser Form und Erhaltung äußerst selten. – Im Handel war die Ausgabe auf zwei Papiersorten erhältlich: auf dem guten Schreibpapier und dem noch besseren Schweizerpapier. Exemplare auf Velin (Wasserzeichen “Pro Patria”) kamen nicht in den Handel und waren ausschließlich zu Geschenkzwecken für den Autor bzw. den Verleger bestimmt. Ein solches ist zweifellos das vorliegende, wenngleich die drei ersten Bände “nur” auf Schweizerpapier abgezogen sind. Darauf deutet eine bislang nicht hinreichend beschriebene Besonderheit in Band 2 hin. Vereinzelt lassen sich Exemplare dieses Bandes mit nur 125 S. (statt 160 S.) mit der Adresse “Berlin, gedruckt bei J.F.Unger” am Schluss nachweisen. Es handelt sich dabei um Geschenkexemplare aus einer ganz frühen Druckphase, denen die “Elegien” (S.127ff.) noch nicht beigedruckt waren. Die Erklärung dafür liefert ein Brief Nicolays an Nicolai vom 15.Mai 1792, in dem er u.a. den Erhalt eines Bücherpakets seines Verlegers bestätigt: “… fand ich dabei die folgenden Bogen des 2ten Theiles meiner Gedichte. Ich kann Ihnen meinen Schrecken nicht bergen, da ich diesen Theil nun beendigt, und die Armen Elegien, die mir so viel Schweiß und Mühe gekostet, die ich mit so vieler Aufmerksamkeit, seit ihrer gänzlichen Umänderung selbst für sie abgeschrieben habe, gänzlich von der Sammlung ausgeschlossen fand. Sie gehörten doch sicher in diesen Theil und würden ihn gewiß nicht zu dicke gemacht haben. Suchen Sie doch diesem Versehen abzuhelfen …” (H.Ischreyt. Die beiden Nicolai, Lüneburg 1989, S. 338). Nicolai folgte der Aufforderung rechtzeitig vor Auslieferung der öffentlichen Ausgabe, die ohne besagte Druckeradresse auf S. 125 jetzt 160 S. umfasste und mit der Adresse am Schluss. Unser Exemplar hat jedoch die Druckeradresse auf S. 125, was es als eines der für den Autor bzw. Verleger bestimmten ausweist. Es hatte aber die Druckerei noch nicht verlassen, so dass unterhalb der Adresse noch Bogennorm und -signatur eingefügt werden konnten, die Kustode “Elegien” des späteren Drucks fehlt jedoch noch. – Teils etwas stockfleckig, gelegentlich etwas stärker.

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Lot 439 Oest, Johann Heinrich
Streitschriften über die Schlüsse eines Materialisten in den Bremischen Wochenblättern zum Nutzen und Vergnügen. Ohne Ort und Verlag (das ist: Bremen, Friedrich Meyer), 1754. 16 S. 18 x 11 cm. – Angebunden: Derselbe. Schreiben an Doris über die Schlüsse eines Materialisten. Nebst einem poetischen Sendschreiben an den Verfasser des Lehrgedichts: Eoban, oder von Gott und der Welt. Zum Nutzen und Vergnügen. Neustadt-Gödens, am 1. des Wintermonats 1753. 48 S. – Angebunden: Derselbe. Ditton und Oest über den Materialismus. Zum Nutzen und Vergnügen. Neustadt-Gödens, am 1.Jenners 1754. 96 S. Halblederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgaben. – Vgl. Goedeke IV/1, 30, 11 (ohne diese Titel) – Die Sammlung von drei wohl auch einzeln ausgegebenen Schriften ist selten (via KVK nur in UB Erlangen und BSB München nachweisbar), ihr Inhalt ebenso interessant wie kurios. – J. H. Oest (1727-1777) hatte 1753 in Bremen eine kurzlebige (nur zwei Quartale) Wochenschrift “Gesammelte Arbeiten zum Nutzen und Vergnügen” herausgegeben, in denen er materialistische und freidenkerische Artikel veröffentlichte. Darin behauptete er “den Materialismus der menschlichen Se(e)le mit vieler Freymüthigkeit; er wurde heftig angegriffen, und sah sich genöthigt, nach Neustadt-Gödens in Ostfriesland zu gehen, wo er sich gegen seine Gegner vertheidigte …” (Ersch/Gruber 1832, Sec. III/2, Sp. 120). Hier gründete er 1754 eine “Freie Gesellschaft zur Aufnahme der Religion”; als Folge dessen wurde er aus Friesland ausgewiesen. “For Oest, religion had become marginalized in society and divided people into two categories: those who were overzealous in religious matters and those who were disinterested in religion. Both groups were the target of society, since it explicitly desired to overcome fanaticism and indifferentism. In October 1756 the Count of Neuwied-Runkel was introduced to this project and immediately gave it his special protection. He even lifted any restrictions of censorship from the society.” (U.Lehner, Ghosts of Westphalia, Eugene 2012, S. 287). – Das etwas größerformatige “Schreiben” unten teils bis an die Bogennorm bzw. Kustode beschnitten.

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Lot 440 Ortlepp, Ernst
Belustigungen und Reisen eines Todten aus Zickzacks nachgelassenen Schriften herausgegeben. Leipzig, W. Zirges, 1834. X, 226 S. 17 x 10 cm. Halblederband der Zeit (etwas fleckig und berieben).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke XIII, 178, 31 – Kaldewey II, 277. – Seltene Veröffentlichung des literarischen Abenteurers und Nietzsche-Freundes. – Vorsätze fehlen, teilweise leicht gebräunt.

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Lot 441 Philosophie und Pädagogik
Beiträge zur Verhütung der Thierquälerei. Insbesondere zum Gebrauch in Volksschulen. Herausgegeben von dem Verein gegen Thierquälerei zu Berlin. Berlin, Simion, 1843. 91 S., 2 Bl. 17 x 11 cm. Pappband der Zeit (etwas fleckig, Deckel nummeriert).
Schätzpreis 300 €
Einzige Ausgabe. – Über KVK nur in Augsburg nachweisbar, das Exemplar der Stabi Berlin “Kriegsverlust”. – Enthält neben Bibelstellen, Sittensprüchen, Liederversen, poetischen Fabeln und Erzählungen zum Thema auf den Seiten 90 und 91 ein Literaturverzeichnis. – Alter Stempel auf dem Titel.

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Lot 442 Philosophie und Pädagogik – Campe, Johann Heinrich
Kleine Seelenlehre für Kinder. Nebst vier Kupfertafeln in Quart. Mit 16 Kupferstichabbildungen auf 4 gefalteten Doppeltafeln von J. A. Rosmäsler. Hamburg, Bohn, 1780. 1 Bl., 314 S., 1 Bl. 15,5 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (oberes Kapital und Ecken bestoßsen). [*]
Schätzpreis 1200 €
Seltene erste Ausgabe. – Brüggemann-Ewers 153. – Berühmtes Erziehungsbuch in Gesprächsform und “Lehrbuch über die menschliche Seele” (B.-E.), das als Vorbereitung für den Religionsunterricht gedacht war. – Bis S. 62 mit einigen Bleistiftanstreichungen und -anmerkungen. – Gutes Exemplar.

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Lot 443 Philosophie und Pädagogik – Fröbel, Friedrich Wilhelm August
Die Menschenerziehung, die Erziehungs-, Unterrichts- und Lehrkunst, angestrebt in der allgemeinen deutschen Erziehungsanstalt zu Keilhau; dargestellt von dem Stifter, Begründer und Vorsteher derselben. Erster Band. Bis zum begonnenen Knabenalter (alles Erschienene). Keilhau, Verlag der allgemeinen deutschen Erziehungsanstalt, Leipzig, in Commission bey A.Wienbrack, 1826. 2 Bl., 497 S., 2 Bl. 22 x 13 cm. Illustrierter Original-Umschlag (etwas fleckig, kleine Randein- und -ausrisse). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe von Fröbels (1782-1852) erstem Hauptwerk. – Heiland, Fröbel-Bibliographie 0023 – Krieg, MNE I, 241 – Doderer I,419. – Vielleicht noch mehr als “Wie Gertrud ihre Kinder lehrt” (1801) von Pestalozzi, der Fröbel tief beeinflusste, stellt “Die Menschenerziehung” einen Meilenstein des modernen pädagogischen Denkens dar und hatte einen enormen Einfluss auf spätere Pädagogen. 1816 öffnete Fröbel seine erste Schule im hessischen Griesheim. Ein Jahr später übersiedelte die Schule in das nahe Keilhau. Parallel zu dem vorliegenden, im Selbstverlag erschienenen Werk verbreitete er seine neuartigen pädagogischen Ideen auch in dem Wochenblatt “Die erziehenden Familien”. Fröbels Lehrmethoden sind einer auf den Prinzipien der “Ganzheitlichkeit” und der “Aktivität” beruhenden Bildungstheorie verpflichtet. Den preußischen Behörden waren der Mann wie auch seine “gefährlichen” Ideen verdächtig; sie stellten die Einrichtung unter Beobachtung mit dem Erfolg, dass immer mehr Eltern ihre Kinder von der Schule nahmen. Als schließlich nur noch sechs Schüler übrig waren, musste das Institut geschlossen werden. Dies war jedoch nicht das Ende von Fröbels pädagogischer Laufbahn; im Gegenteil, es markierte nur ihren eigentlichen Anfang. – Innendeckel vorne und hinten mit je einem kleinen montierten Blatt mit Erklärungen der Illustrationen. – Unbeschnitten. – Etwas stockfleckig, Stempel “Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin” und handschriftliche Siglen auf dem Titel. Die Akademie wurde 1990 aufgelöst.

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Lot 444 Philosophie und Pädagogik – Hoogen, Jakob
Die Volksschulen, keine kirchliche, sondern allgemeine Staats-Institute. Mit besonderer Hinsicht auf die preußischen Provinzen in Westphalen. Ansichten, Wünsche und Hoffnungen eines katholischen Religionslehrers (das ist: Jakob Hoogen). Duisburg und Essen, Bädeker, 1805. Titel, 64 S. 17 x 11,5 cm. Rückenbroschur.
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe, die wir über KVK nur in wenigen ((Ansbach, München, Trier, Bonn) deutschen Bibliotheken nachweisen können, anonym erschienen. – Holzmann/Bohatta IV, 10452. – Der Bildungsreformer Jakob Hoogen (1742-1805) gilt als führender Kopf der Aufklärung am Niederrhein. – Unbeschnitten. – Etwas stockfleckig.

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Lot 445 Philosophie und Pädagogik – Kant, Immanuel
Sämmtliche Werke. Herausgegeben von Karl Rosenkranz und Friedr. Wilh. Schubert. 12 Bände in 13 Bänden. Mit gestochenem Porträt und 1 gestochenen Tafel. Leipzig, L. Voss, 1838-1842. 21,5 x 13 cm. Schwarze Pappbände der Zeit mit rotem Rückenschild (etwas berieben und bestoßen, Bezug teils etwas abgerieben, Ecken bestoßen, Band 11 im Format und Rückenschild leicht abweichend). [*]
Schätzpreis 450 €
Goedeke V, 2, 2 – Adickes 2 – Ziegenfuß I, 643. – Erschien gleichzeitig mit der Hartensteinschen Ausgabe. – Bd. 11/II enthält die Kant-Biographie von Schubert. – Nur teilweise etwas stockfleckig bzw. leicht gebräunt.

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Lot 446 Philosophie und Pädagogik – Lambert, Johann Heinrich
Neues Organon oder Gedanken über die Erforschung und Bezeichnung des Wahren und dessen Unterscheidung vom Irrthum und Schein. Zwei Bände. Leipzig, bey Johann Wendler, 1764. 9 Bl., 592 S.; Titel, 435 S. 19,5 x 11,5 cm. Halbpergamentbände der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel (etwas berieben und fleckig, Ecken etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 1500 €
Erste Ausgabe. – Ueberweg 3, 457 – Risse, Logik II, 268 – DSB VII, 595ff. – Ruppert, Goethes Bibliothek 3092 (das Werk gehört zu den wenigen in Goethes Bibliothek, die auch schon in dem Verzeichnis von 1788 (S. 21) aufgeführt sind). – J. H. Lambert (1728-1777) “ist als Mathematiker, Astronom und Naturforscher ebenso wie als Philosoph hervorragend.” (Ueberweg). – Von Kant, mit dem er in “bedeutungsvollem Briefwechsel” stand, wurde er “sehr hochgeschätzt” (ebda). – “Lambert gehört zu den großen Vertretern der mathematischen Methodik in der Philosophie; sein Ziel war es, ein System von durchaus geometrischer Augenscheinlichkeit (Evidenz) und Gewißheit zu schaffen … bei der Behandlung der Logik war er der bedeutendste und gilt als Vorbereiter der Logistik. Kant … hatte die Absicht, ihm die Kritik der reinen Vernunft zu widmen.” (NDB XIII, 437). Das Neue Organon, sein philosophisches Hauptwerk, ist zusammen mit der Anlage zur Architectonic und drei Aufsätzen in den Nova acta eruditorum alles, was von seinen philosophischen Arbeiten zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde. – Leicht gebräunt, leicht stockfleckig. Dezente alte Stempel “Mariahilfer Gymnasium Wien” verso Titel, Vorsatz von Band 1 mit größerem Abschnitt, Vorsatz von Band 2 mit altem Besitzeintrag.

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Lot 447 Philosophie und Pädagogik – Rozanov, Vasilij V
O ponimanii. Opyt issledovaniya prirody, granic i vnutrennego stroeniya nauki kak cel’nogo znaniya. (Über das Verstehen. Unternommene Forschungen zu Natur, Grenzen und innerer Struktur der Wissenschaft als ganzheitliches Wissen). Mit 3 mehrfach gefalteten Tafeln in Anhang. Moskau, verlegt bei der Druckerei von E. Lissner und Yu. Roman, 1886. XI, 737 S. 21 x 16 cm. Späterer Leinenband mit montiertem Rückenschild (etwas berieben, oberes Kapital mit schmaler Fehlstelle).
Schätzpreis 4500 €
Seltene erste Ausgabe, die erste Publikation des bedeutenden Religionsphilosophen, Kritikers, Übersetzers und Schriftstellers. – Der Großteil der Auflage von 600 Exemplaren wurde vernichtet. Erstes Buch in russischer Sprache zur Hermeneutik. Die wahrhaft gigantische Anlage des sich über die drei Tafeln im Anhang erstreckende Systematik des Verstehens (ein zusammenzusetzendes Schema) ist beeindruckend. – Exemplar aus der Bibliothek der Großfürstin Ksenia Aleksandrova Romanova, mit montiertem Exlibris im vorderen Vorsatz. Das Exemplar gelangte in den 1920er-1930er Jahren in die Vereinigten Staaten. – Stellenweise etwas braunfleckig, obere Ecke mit durchgehendem Wasserrand, untere Ecke mit bis zur Mitte mit kleiner werdendem Wasserrand.

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Lot 448 Philosophie und Pädagogik – Schlegel, Friedrich von
Die drey ersten Vorlesungen über die Philosophie des Lebens. Als Abdruck für die Zuhörer. Wien, Anton Strauß, 1827. IV, 92 S. 22,5 x 14 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe. – Goedeke VI, 26, 36. – Vorläufer der “Philosophie des Lebens” (1828), die “den ‘Irrtumern’ des Materialismus und Idealismus einen Spiritualismus” (ADB XXXIII, 750) entgegenzusetzen suchte. – Die ersten und letzten Blatt meist im Rand wasserfleckig und stärker stockfleckig, zwei restaurierte Einrisse, Name auf Titel.

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Lot 449 Philosophie und Pädagogik – Tieftrunk, Johann Heinrich
Einzigmöglicher Zweck Jesu aus dem Grundgesetze der Religion entwickelt. Berlin, Königl. Preuß. Akademische Kunst- und Buchhandlung, 1789. XVI, 160 S. 17 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (berieben). [*]
Schätzpreis 360 €
Sehr seltene erste Ausgabe der Schrift des Hallenser Theologieprofessors und Kantianers Johann Heinrich Tieftrunk (1760-1837), anonym erschienen. – Hamberger/Meusel VIII, 68 – Ueberweg III, 619 – Adicke 640: “Between the religion of Jesus, rightly understood, and Kant’s moral-philosophy, there obtains a most beautiful harmony. Christianity satisfies the demands of reason better than any other theory, reveals the dignity of man, and furthers his improvement.” – “Als treuer, fast sklavischer Anhänger Kants wurde T. zu einem der ersten Vermittler zwischen der kantischen Philosophie und der Theologie.” (Ziegenfuss II, 723). – Innendeckel und Titel mit zeitgenössischem Besitzeintrag, teils leicht gebräunt.

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Lot 450 Philosophie und Pädagogik – Troxler, Ignaz Paul Vital
Blicke in das Wesen des Menschen. Aarau, Sauerländer, 1812. X, 259 S. 22 x 13 cm. Kartonage der Zeit (lichtrandig, vorderes Gelenk angebrochen). [*]
Schätzpreis 300 €
Seltene erste Ausgabe. – Ziegenfuss Ii, 748 – Hirsch/H. VI, 18. – “T. suchte den Dualismus zwischen Welt u. Mensch mit seiner ‘transzendentalen’ Anthropologie oder Anthroposophie zu überwinden, indem er das Gemüt wieder in die Mitte des Denkens stellte, das letztlich auf die Einheit von Gott u. Mensch bezogen sein muß” (Killy XI, 428). – Beigegeben: Derselbe. Philosophische Rechtslehre der Natur und des Gesetzes mit Rücksichte auf die Irrlehren der Liberalität und Legitimität. Zürich, Geßner, 1820. 272 S. 19,5 x 11 cm. Pappband der Zeit (etwas berieben, Ecken bestoßen). – Erste Ausgabe. – Beigegeben: Derselbe (Hg.). Das seltene uralte geistreiche Büchlein die teutsche Theologia, oder: die Christusreligion in ihrer echten reinen Confession, wie dieselbe vor der Kirchentrennung bestanden. Mit einer Einleitung neu herausgegeben. St. Gallen, Wartmann und Scheitlin, 1837. XXVI S., 1 Bl., 132 S. 21 x 12 cm. Halbleinwand (um 1900). – Erste von Troxler herausgegebene Ausgabe. – Stockfleckig.

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Lot 451 Pietismus – Meyer, Ursula
Ein himmlischer Abendschein, noch am Feyerabend in und mit der Welt; Ans Tages-Licht gestellt. Zu innigster Prüfung und Erweckung vor Sehende, und den Blinden, Lebende, und doch Todten; im Reich der Gnaden und auch im Reich der Natur. Welchen der Geist der Inspiration, durch Ursula Meyerin, eine ledige Tochter aus dem Schweitzerland; doch hie und da im Teutschen Land, hat bezeugen und verkündigen lassen. (Ohne Ort und Drucker), 1781. 384 S. 17,5 x 10 cm. Pappband der Zeit (Rücken neu unschön überklebt). [*]
Schätzpreis 600 €
Sehr seltene einzige Ausgabe. – Zu Inhalt und Bedeutung ausführlich: Isabelle Noth, Ekstatischer Pietismus (Gottingen 2005), passim, bes. S. 154-319. – Noth (S. 36, Anm. 143) kennt nur vier Exemplare (Büdingen, Münster, Speyer, Thun). – Die aus Thun stammende Strumpfweberin Ursula Meyer (1682-1743) zählt ohne Zweifel zu den interessantesten Figuren des pietistischen Separatismus im 18. Jahrhundert. “Gleich zu Beginn der radikalpietistischen Inspirationserweckung in Deutschland gehörte Ursula Meyer dem engsten Kreis der Inspirationsgemeinden in der Wetterau an … über sechzig Jahre, nachdem sie gehalten wurden, und fast vierzig Jahre, nachdem Ursula Meyer gestorben war, wurden ihre inspirierten Reden gedruckt und unter dem Titel ‘Ein Himmlischer Abendschein’ 1781 publiziert” (Noth S. 17). Die “Aussprachen” fanden in den Jahren 1715-19 hauptsächlich in der Ronneburg statt, einem alten Schloss südwestlich von Budingen, das der Graf von Ysenburg-Wachtersbach Flüchtlingen zur Verfügung gestellt hatte. Der “Himmlische Abendschein” enthält insgesamt 156 dieser Aussprachen; Noths Vergleich mit dem handschriftlichen Quellenmaterial zeigt, dass die ausgewählten Inspirationsreden wortgetreu überliefert wurden. – Etwas gebräunt.

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Lot 452 Porträtwerke – Curtius, Cornelius
Virorum illustrium ex ordine eremitarum D. Augustini elogia cum singulorum expressis ad vivum iconibus. Mit Kupfertitel von Galle nach Rubens und 30 blattgroßen gestochenen Porträts von C. Galle nach J. Francquart im Text. Antwerpen, Jan Cnobbaert, 1636. 6 Bl., 288 S. 21 x 17 cm. Pergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel und Lederschließbändchen (wenig fleckig, Deckel leicht gewölbt). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe der Biographien wichtiger Mitglieder des Augustinerordens. – Alden 636/17 – Funck 299. – Gestochenes Exlibris auf Innendeckel. – Alte Namenseinträge auf Vorsatz und Titel. – Gutes, breitrandiges Exemplar, die von Arabesken und Ornamenten umrahmten Porträtkupfer in kräftigen Abdrucken.

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Lot 453 Puschkin, Alexander
Geschichte des Pugatschew’schen Aufruhrs. Aus dem Russischen von H. Brandeis. Stuttgart, Cast, 1840. XVIII, 258 S. 17,5 x 11,5 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit Lederrückenschild (Kanten berieben). [*]
Schätzpreis 1200 €
Seltene erste deutsche Ausgabe (und wahrscheinlich erste Übersetzung in eine Fremdsprache) eines der wichtigsten Prosawerke Puschkins. Übersetzt aus der russischen Istorija Pugachevskago Bunta, gedruckt in St. Petersburg nur sechs Jahre zuvor, 1834. – Exlibris auf Innendeckel, alter Name auf Vorsatz. – Gering gebräunt.

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Lot 454 Rabener, Gottlieb Wilhelm
Sämmtliche Schriften. Sechs Theile in vier Bänden. Mit 1 Titelkupfer (Porträt Rabeners, Anton Graff pinx., D. Berger sc.) und 6 gestochenen Titelvignetten (Bach resp. Mechau del., C. G. Geyser sc.). Leipzig, Dyk, 1777. 17,7 x 10,5 cm. Etwas spätere grüne Halbchagrinbände mit Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelbordüren (Deckelbezüge mit kleinen Abplatzungen, Kanten teils leicht, an Band 5/6 stellenweise etwas stärker bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Werkausgabe. – Goedeke IV/1, 41, 5 – Rümann 884. – Vermutlich um 1830 wurde dieses bemerkenswerte Exemplar der ersten Werkausgabe des vor allem als Satiriker bedeutenden G. W. Rabener (1714-1771) aufwendig im gewandelten Geschmack der “Biedermeier-Zeit” meisterlich gebunden. Der unbekannte Buchbinder folgte jedoch den “Bindeanweisungen” des Verlags, der empfiehlt, jeweils die Teile 1 und 2 sowie 4 und 5 zusammenzubinden, “um gleich starke Bände zu erhalten”. – Herausgegeben wurde die Ausgabe von Chr. F. Weiße. – Signaturzettel “Galatti Bibliothek” auf dem Innendeckel. – Papierbedingt teils leicht gebräunt, teils leicht stockfleckig.

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Lot 455 Raupach, Ernst
Timoleon der Befreier, ein dramatisches Gedicht. St. Petersburg, gedruckt bey Fr. Drechs, 1814. 123 S., 1 Bl. 23 x 14 cm. Späterer marmorierter Pappband mit Lederrückenschild. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Raupach (1784-1852) ging 1806 nach St. Petersburg, war zunächst Hauslehrer in der Familie des Ministers Nowossitzoff. 1814 wurde Raupach Privatdozent für deutsche Sprache und Geschichte an der Universität St. Petersburg und zwei Jahre später avancierte er dort zum Ordinarius. 1823 verließ er Russland, ließ sich erst in Weimar nieder, ab 1824 dann in Berlin. – Unbeschnitten. – Stempel einer Adelsbibliothek (Holstein-Holsteinborg) auf Titel, stellenweise fleckig, sonst gutes Exemplar.

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Lot 456 Reichardt, Johann Friederich (Hrsg.)
Lieder geselliger Freude. Und: Neue Lieder geselliger Freude. Zweites Heft (von 2). 2 Teile in 1 Band. Mit 2 gestochenen Frontispizen von Stölzel nach Schnorr von Carolsfeld und 75 meist gefalteten gestochenen Notentafeln. Leipzig, Fleischer, 1796-1804. XVI, 119 S.; 1 Bl., II, 60 S. 18 x 12 cm. Spätere Halbleinwand mit geprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgabe. – Wolffheim II, 2376 – MGG XI, 155 – Kippenberg I, 718 – Riemann II, 480. – Enthält Gedichte von Goethe, Herder, Schiller, Schlegel, Voss u.a., meist in Reichardts eigener Vertonung. Die meisten Lieder komponierte Reichardt, drei stammen von Mozart, weitere von Zelter, Hummel, Gabler und Rust. – Exlibris auf Innendeckel. – Frontispize und Titel etwas stockfleckig, sonst nur vereinzelt wenig fleckig.

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Lot 457 Reichardt, Johann Friedrich
Vertraute Briefe aus Paris geschrieben in den Jahren 1802 und 1803. Zweite verbesserte Auflage (Bände 1-2). 3 Teile in 3 Bänden. Hamburg, Hoffmann, 1805. 17,5 x 10 cm. Marmorierte Pappbände der Zeit mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Rücken von Band 3 etwas berieben). [*]
Schätzpreis 360 €
Zweite wesentlich erweiterte Ausgabe. – Hayn-Gotendorf VI, 98. – Steinbrink 69, 14. – Pendant zu Reichardts “Vertraute Briefe über Frankreich”, konzentriert sich im Gegensatz zu diesen jedoch vornehmlich auf Beschreibung des kulturellen Lebens in Paris. Reichardt war überzeugter Republikaner und Gegner Napoleons. -Die Innendeckel mit dem Exlibris von “J.M. de Reck”. – Teilweise etwas gebräunt bzw. stockfleckig.

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Lot 458 Reichardt, Johann Friedrich
Vertraute Briefe geschrieben auf einer Reise nach Wien und den Oesterreichischen Staaten zu Ende des Jahres 1808 und zu Anfang 1809. 2 Bände. Amsterdam, Kunst- und Industrie-Comtoir, 1810. XXII, 470 S., 1 Bl., 40 S. (“Anzeigen einiger Verlagswerke”); XV, 446 S., 6 Bl. (“Anzeigen”), 1 Bl. (“Druckfehler”). 17 x 10,5 cm. Marmorierte Halblederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe. – Taschengoedeke S. 402 – MGG2 13, Sp. 1478. – Das Exemplar hat eine sonst nirgends nachweisbare Besonderheit: Band 1, Seite 10, Zeile 6 steht irrtümlich “Wartburg bei Eisenach”, das neu gesetzte Blatt mit dem berichtigten Text “Kastel bei Eisenach” zwischen S. XVIII und S. XIX zusätzlich eingebunden. – J. F. Reichardt (1752-1814) hatte 1774 seine schriftstellerische Laufbahn mit “Briefe eines aufmerksamen Reisenden” begonnen, mit den vorliegenden Reise-Briefen vollendet sich der Kreis. Sie “zeichnen ein eindrucksvolles Panorama des Wiener Musiklebens, mit Berichten über eine Vielzahl besuchter Konzerte, Opernaufführungen und besuchter Soireen – Berichte, die durch die persönliche Begegnung mit Haydn, Salieri und Beethoven eine zusätzliche Attraktivität erhalten.” (MGG2 13, Sp.1474). – Gelegentlich leicht (stock-) fleckig.

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Lot 459 Reinhold, Amalie
Sammlung deutscher Gedichte zu Declamir- und Leseübungen in höheren Töchterschulen. Nordhausen, Büchting, 1847. X, 288 S. 17,5 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (etwas berieben).
Schätzpreis 300 €
Erste und wohl einzige Ausgabe. – Pataky II, S. 180. – Kein Nachweis über KVK in deutschen Bibliotheken. – Titel etwas tintenfleckig, teils leicht gebräunt.

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Lot 460 Richter, Ludwig
Landschaften. Mit Text von H. Lücke. Mit 12 Original-Radierungen von und nach L. Richter. Leipzig, Dürr, 1875. 8 Bl. 35,5 x 47,5 cm. Illustrierte Original-Halbleinwand (Kanten stärker berieben und bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Rümann 1862. – Die Radierungen in schönen, kräftigen Abdrucken. – Vereinzelt gering fleckig. – Beiliegend: Duplikat der Tafel “Mondandacht”, eine Tafel aus einem anderen Werk und drei Verlagsprospekte mit Illustrationen von Richter.

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Lot 461 Robinsonaden – Schnabel, Johann Gottfried
Die Insel Felsenburg oder wunderliche Fata einiger Seefahrer. Eine Geschichte aus dem Anfange des achtzehnten Jahrhunderts. Eingeleitet von Ludwig Tieck. 6 in 3 Bänden. Breslau, Josef Max, 1828. 15 x 12 cm. Halblederbände (um 1880) mit goldgeprägtem Rückentitel, Rückenvergoldung und Blindprägung (Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 750 €
Erste Ausgabe der Tieckschen Bearbeitung. – Goedeke III, 264, 56 (irrig 1827) und VI, 41, 90 – Borst 1570 – Ullrich S. 134, 16 g – Braecklein, Tieck 87. – Bedeutende deutsche Robinsonade und Staatsutopie der frühen Aufklärung, wobei der Text vermutlich von Friedrich Heinrich von der Hagen überarbeitet wurde und Tieck nur das Vorwort beisteuerte, das selbst wiederum als bedeutender Essay zur Unterhaltungsliteratur berühmt geworden ist. – “Schnabel nimmt einen hervorragenden Platz unter den älteren deutschen Nachahmern von Defoes Weltbuch, dem Robinson, ein. Auch Goethe erwähnte als selbstverständlich, dass die Insel Felsenburg in seiner Knabenlecture nicht fehlte” (ADB XXXII, 76 ff.). – Mit radiertem Exlibris (Rastendes Gnu in der Savanne) von Hubert Wilm für Adolf Fischer. – Wenig fleckig, einige Lagen stärker gebräunt. Insgesamt recht gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 462 Rochlitz, Friedrich
Auswahl des Besten aus Friedrich Rochlitz’ sämmtlichen Schriften. Vom Verfasser veranstaltet, verbessert und herausgegeben. 6 Bände. Mit gestochenem Porträt des Verfassers von A. W. Böhm nach Schnorr von Carolsfeld. Züllichau, Darnmann, 1821-22. 21 x 13 cm. Spätere Pappbände mit Batikpapierbezug und Lederrückenschild. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Gesamtausgabe. – Johann Friedrich Rochlitz (1769-1842), Dramatiker und Musikschriftsteller, Begründer (1798) und Herausgeber (bis 1818) der Allgemeinen Musikalischen Zeitung in Leipzig. – Exlibris auf Innendeckel. – Stellenweise fleckig. – Gutes Exemplar.

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Lot 463 Rühl, Leonhard Christoph
Naudaeana und Patiniana oder sonderbahre Merkwürdigkeiten von Gelehrten und ihren Schriften aus diesen beiden in ANA sich endigenden Sammlungen heraus gezogen und den Liebhabern derselben in deutscher Sprache mitgetheilet. Braunschweig, Renger, 1734. 8 Bl., 248 S. 16,5 x 10 cm. Und: Derselbe. Menagiana, Perroniana, und Thuana, oder sonderbare Merkwürdigkeiten von Gelehrten und ihren Schriften. Aus diesen dreien in ANA sich endigenden Sammlungen herausgezogen und den Liebhabern derselben in deutscher Sprache mitgetheilet. Nebst einer Vorrede von dem allerschlimmsten Buche. Ebda., 1735. 216 S. Zwei Halblederbände im Stil der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgaben. – Nicht bei Fromm. – Die Mode der in Wörterbuchform zusammengestellten Gedankensplitter aus den Werken meist verstorbener Gelehrter breitete sich von der Mitte des 17. Jahrhunderts an auch nach Deutschland aus. – Bemerkenswert in beiden vorliegenden Werken sind besonders die Vorreden. In Naudaeana und Patiniana liefert L. C. Rühl (1685-1741) einleitend eine 59 Titel umfassende Bibliographie solcher auf -ANA endenden Schriften, das bis dahin sicher vollständigste Verzeichnis, zugleich Beleg der Beliebtheit dieser spätbarocken gelehrten Spielerei. In Menagiana widmet er sich der Frage der Existenz des berüchtigten Buchs “De tribus impostoribus”, dabei Bernard de la Monnoyes “Lettre à Monsieur Bouhier, Président au Parlement de Dijon, sur le prétendu livre des trois imposteurs” in der französischen Original-Ausgabe der Menagiana folgend. – Beide Bände papierbedingt etwas gebräunt, gelegentlich leicht fleckig.

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Lot 464
Sammlung deutscher Lyrik des 18. und 19. Jahrhunderts, teilweise in erster Ausgabe. 25 Titel in 36 Bänden.
Schätzpreis 360 €
Vorhanden: 1. Bürger, G.A. Gedichte. 2 Bände. Göttingen, Dieterich, 1817. 16 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Rücken oben angeplatzt, etwas berieben). – Schriften Bände 1-2. – Etwas gebräunt. – 2. Hoffmann von Fallersleben. Unpolitische Lieder. (1. Teil von 2). Hamburg, Hoffmann und Campe, 1840. 18,5 x 11 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild. – Vortitel fehlt. – 3. Lenau, N. Neuere Gedichte. Stuttgart, Hallberger, 1838. 18 x 11 cm. Halblederband der Zeit (Rücken aufgeplatzt). – Erste Ausgabe. – 4. Freiligrath, F. Englische Gedichte aus neuerer Zeit. Mit gestochenem Porträt. Stuttgart u.a., Cotta, 1846. 20 x 13 cm. Roter Ganzlederband der Zeit (etwas fleckig). – Erste Ausgabe. – 5. Tieck, L. Gedichte. Neue Ausgabe. 3 Teile in 1 Band. Dresden, Grimmer, 1834. 18 x 11 cm. Halblederband der Zeit. – 6. Arndt, E. M. Gedichte. Vollständige Sammlung. Mit 1 Handschrift-Faksimile. Berlin, Weidmann, 1860. 20 x 12,5 cm. Halblederband der Zeit. – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 7. Lenau, N. Dichterischer Nachlaß. Stuttgart u.a., Cotta, 1858. 15 x 11 cm. Blindgeprägte Leinwand der Zeit (Rücken mit Fehlstellen). – Erste Ausgabe. – 8. Goeckingk, L.F. Lieder zweyer Liebenden. Wien, Degen, 1804. 17 x 10 cm. Pappband der Zeit (etwas berieben). – Etwas stockfleckig. – 9. Karschin, A.L. Auserlesene Gedichte. Mit teils kolorierten Kupferstich-Vignetten. Berlin, Winter, 1764. 16 x 10 cm. Halblederband (um 1850) (Gelenke aufgeplatzt). – Erste Ausgabe. – Gebräunt. – 10. Hölty, L.H.Ch. Gedichte. Hamburg, Bohn, 1783. 18 x 10 cm. Halblederband (um 1850). – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 11. Grillparzer, F. Die Ahnfrau. Trauerspiel in fünf Aufzügen. 2. Auflage. Wien, Wallishauser, 1819. 17,5 x 11 cm. Halblederband der Zeit. – 12. Tiedge, C.A. Elegieen und vermischte Gedichte. 2 Bände. 2. Auflage. Halle, Renger, 1806. 16,5 x 10 cm. Halblederbände der Zeit (vorderes Gelenk von Band 1 angeplatzt). – 13. Schlegel, A.W. Poetische Werke. 2 Bände. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1811. 17,5 x 10 cm. Halblederbände der Zeit (vorderes Gelenk von Band 1 aufgeplatzt). – Erste Ausgabe. – Teils etwas gebräunt. – 14. Freiligrath, F. Zwischen den Garben. Stuttgart u.a. Cotta, 1849. 17 x 11 cm. Leinwand der Zeit. – Erste Ausgabe. (2 Exemplare) – 15. Lenau, N. Gedichte. Stuttgart u.a., Cotta, 1832. 18 x 11 cm. Halblederband der Zeit. – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 16. Braga. Vollständige Sammlung klassischer und volksthümlicher deutscher Gedichte aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hrsg. von A. Dietrich. 10 Bände in 5 Bänden. Dresden, Wagner, 1827-1828. 17,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit. – 1 Gelenk etwas angebrochen. – 17. Herder, J.G. Der Cid nach spanischen Romanzen. Mit zahlreichen Holzschnitt-Illustrationen von E. Neureuther. Stuttgart u.a., Cotta, 1838. 25 x 16,5 cm. Roter Ganzmaroquinband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenvergoldung (Kanten und Gelenke leicht berieben). – Erste Ausgabe. – Teils etwas stockfleckig. – 18. Album Deutscher Dichter. 18 Teile in 1 Band. Mit 36 Original-Radierungen und Stahlstichen. Berlin, Hoffmann & Comp., 1848. 31 x 23 cm. Brauner Lederband der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung (etwas berieben, unteres Kapital mit Fehlstelle). – Ohne die Drucktitel, wenige Blatt gebräunt. – 19. Gruppe, O.F. (Hg.). Deutscher Musen-Almanach für das Jahr 1851, 1853, 1854 und 1855. 4 Bände. Berlin, Reimer, 1850-54. 13,5 x 8,5 cm. Original-Leinwand mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie Ganzgoldschnitt. – 20. Die Ammen-Uhr. Aus des Knaben Wunderhorn. In (10) Holzschnitten nach Zeichnungen Dresdener Künstler. Leipzig, Mayer und Wigand, 1843. 18,5 x 13 cm. Rückenbroschur. – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 21. Kobell, F. v. Schnadahüpfln und Sprüchln. Mit Holzschnitt-Illustrationen von F. Pocci. München, Literarisch-artistische Anstalt, 1845. 17 x 11 cm. Rückenbroschur (Rücken angebrochen). – Erste Ausgabe. – 22. Hoffmann von Fallersleben. Gedichte. 2 Bände. Leipzig, Brockhaus, 1834. 17,5 x 11 cm. Halblederbände der Zeit (etwas berieben, Kapitale etwas bestoßen). – Leicht gebräunt. – 23. Hebbel, F. Gedichte – Genoveva – Der Diamant. Drei Werke in 1 Band. Hamburg, Hoffmann und Campe, 1842, 1843, 1847. 18 x 10,5 cm. Halbleinwand (um 1900). – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 24. Wolff, O.L.B.Hausschatz der Volkspoesie. 4. Auflage. Leipzig, Wiegand, 1853. 23 x 15 cm. Lederband der Zeit mit reicher Deckelprägung (Schulpreisband der Stadt Middelburg, NL). – Gebräunt.

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Lot 465
Sammlung meist deutscher Literatur des 18. Jahrhunderts. 11 Titel in 20 Bänden. Teils in erster Ausgabe.
Schätzpreis 300 €
Vorhanden: 1. Gellert, C.F. Moralische Vorlesungen. 2 Bände in 1 Band. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1770. 20,5 x 12 cm. Lederband der Zeit (berieben, Kapital etwas bestoßen). – Erste Ausgabe. – 2. (Scheffner, J.G.) Gedichte nach dem Leben. 5. Auflage. 2 Teile in 1 Band. Mit 8 Kupfern. Paris, 1792. 16 x 10 cm. Halblederband mit Rückenvergoldung (Ecken und Kanten etwas bestoßen). – 3. Tieck, L. Phantasien über die Kunst für Freunde der Kunst. Hamburg, Perthes, 1799. 17 x 10 cm. Halblederband der Zeit (berieben). – Erste Ausgabe. – 4. Lessing, G.E. Gelehrter Briefwechsel zwischen D. Johann Jacob Reiske, Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing. 2 Bände. Berlin, Voß, 1789. 15 x 10 cm. Pappbände der Zeit (etwas bestoßen). – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 5. Fritsch, S. Geistliches Berg-Werck, das ist: Geistliche Exercitia … Mit gestochenem Frontispiz und gestochener Tafel. München, Riedlin, 1744. 17 x 10 cm. Blindgeprägter Lederband im Stil der Zeit mit 2 Schließen. – Etwas gebräunt. – 6. Niemeyer, A.H. Philotas. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Frontispizes und 2 gestochenen Titelvignetten. Leipzig, Weidmann, 1779-82. 15,5 x 9,5 cm. Lederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung (etwas berieben). – Erste Ausgabe. – 7. Lessing, G.E. Vermischte Schriften. 1.-4. Teil (von 30) in 4 Bänden. Berlin, Voß, 1771-1785. 16 x 10 cm. Halbleder der Zeit (etwas berieben). – 8. Voss, J.H. Musenalmanach für das Jahr 1776. Mit Frontispiz, gestochenem Titel und Notenbeilagen. Lüneburg, Berenberg, 1775. 10 x 7 cm. Neuer Pappband. – 9. Lavater, J.C. Physiognomische Fragmente. Verkürzt herausgegeben von J.M. Armbruster. 4 Bände. Mit zahlreichen Kupfertafeln. Winterthur, Steiner, 1783-1830. 18 x 11 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung (berieben). – Innengelenke teils gebrochen, es fehlt mindestens 1 Tafel, nicht kollationiert. – 10. Sterne, L. Predigten. 4 Teile in 2 Bänden. Mit gestochenem Porträt. Zürich, Füeßlin, 1769-70. 20 x 11,5 cm. Lederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung. – Teil 4. “Neue Sammlung …” Leipzig, Fritsch, 1770. – 11. Musenalmanach 1775. Mit gestochenem Porträt, gestochenem Titel und Musikbeilagen. Göttingen, Diederich, 1774. 10 x 6,5 cm. Kartonage der Zeit.

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Lot 466
Sammlung meist deutscher Literatur des 19. Jahrhunderts. 20 Titel in 37 Bänden. Teils in erster Ausgabe.
Schätzpreis 450 €
Vorhanden: 1. Musäus, J.K.A. Volksmährchen der Deutschen. Mit zahlreichen Holzschnitt-Illustrationen. Leipzig, Mayer und Wigand, 1842. 25 x 16 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung (berieben). – Erste Ausgabe. – Teils leicht gebräunt. – 2. Schreiber, A. Teutschland und die Teutschen von den ältesten Zeiten bis zum Tode Karls des Grossen. 4 Hefte in 2 Bänden. Mit 24 Kupfertafeln. Karlsruhe, Velten, 1823. 21 x 16 cm. Rote Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung. – Etwas gebräunt. – 3. Aurbacher, L. Ein Volksbüchlein. 2. Ausgabe. 2 Bände. München, 1835-39. 17,5 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung. – Leicht gebräunt. – 4. Grillparzer, F. Des Meeres und der Liebe Wellen. Trauerspiel. Mit gest. Porträt. Wien, Wallishauser, 1840. 22 x 14 cm. Roter Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung. – Erste Ausgabe. – 5. Arnim, L.A. von. Der Wintergarten. Novellen. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1809. 18,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit (Rücken fehlt). – Erste Ausgabe. – 6. Novalis. Schriften. 4. verm. Auflage. 2 Bände in 1 Band. Berlin, Reimers, 1826. 18 x 11,5 cm. Halbleinwand der Zeit. – 7. Novalis. Schriften. 5. Auflage. 3 Teile in 1 Band. Mit Porträt. Berlin, Reimer, 1837. 17 x 11 cm. Halbleder der Zeit (etwas berieben). – Etwas gebräunt. – 8. Gellert, C.F. Sämmtliche Fabeln und Erzählungen in drei Büchern. 12. Auflage. Mit 12 kolorierten Kupfern. Berlin, Oehmigke, 1806. 17,5 x 11 cm. Späterer Halblederband. – 9. Brentano, C. Viktoria und ihre Geschwister, mit fliegenden Fahnen und brennender Lunte. Mit Titelkupfer und 3 gefalteten Musikbeilagen. Berlin, Maurer, 1817. 18 x 11,5 cm. Späterer Halblederband (Einriss am Kapital). – Erste Ausgabe. – Unbeschnitten, etwas gebräunt. – 10. Andersen, H.C. Sämmtliche Werke. 9 Bände. Leipzig, Wiedemann, 1853. 16 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung (etwas berieben). – Teils etwas gebräunt. – 11. Wilmsen, F.P. Euphrosyne oder Deutsches Lesebuch. 2 Teile in 1 Band. Mit 16 (inkl. Titel) kolorierten Kupfertafeln. Berlin, Amelang, 1828. 15 x 12,5 cm. Original-Pappband (stärker berieben und bestoßen). – Etwas gebräunt. – 12. Brüder Grimm. Deutsche Sagen. 2 Teile in 1 Band. Berlin, Nicolai, 1816-18. 18,5 x 11,5 cm. Lederband der Zeit (berieben, Kapitale bestoßen). – Erste Ausgabe. – Teil 1 ohne Titel, dafür der vordere Umschlag beigebunden. – 13. Pocci, F. Dieß ist das Büchlein A bis Z. Mit Textholzschnitten. München, 1857. 14,5 x 11 cm. Spätere Halbleinwand. – Erste Ausgabe. – 14. Brentano, C. Frühlingskranz aus Jugendbriefen ihm geflochten. 1. Band (alles Erschienene). Charlottenburg, Bauer, 1844. 17,5 x 11 cm. Roter Lederband (um 1900). – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 15. Mörike, E. Irius. Eine Sammlung. Mit 2 Tafeln. Stuttgart, Schweizerbart, 1839. 19 x 12 cm. Pappband der Zeit (Rücken mit Bezugsfehlstelle). – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 16. Goethe, J.W. von. Briefwechsel mit einem Kinde. Bände 1-2 (von 3). Mit 2 Frontispizes. Berlin, Dümmler, 1835. 19 x 12 cm. Pappbände der Zeit (berieben und bestoßen, 1 Rücken fehlt. – Erste Ausgabe. – Fehlt 1 Tafel, gebräunt. – 17. Schwab, G. Die deutsche Prosa. Eine Mustersammlung. 3 Teile in 3 Bänden. Stuttgart, Liesching, 1843. 19 x 12 cm. Leinwand der Zeit. – Erste Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 18. Varnhagen von Ense, K.A. Biographische Denkmale. 2. Auflage. 5. Teile in 3 Bänden. Berlin, Reimer, 1845-46. 20 x 12 cm. Halbleder der Zeit (Kanten berieben, Kapitale teils restauriert). – Etwas gebräunt. – 19. Derselbe. Rahel. 3 Bände. Mit gestochenem Porträt. Berlin, Duncker und Humblot, 1834. 19 x 12 cm. Halbleder der Zeit mit Rückenvergoldung, – Erste öffentliche Ausgabe. – Etwas gebräunt. – 20. Boisserée, M. Sulpiz Boisserée. 2 Bände. Stuttgart, Cotta, 1862. 22,5 x 14 cm. Halbleinwand der Zeit. – Erste Ausgabe. – Teils leicht gebräunt.

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Lot 467 Satire
Fürstbürger Phosphorus oder die Allerweltspfaffenharlekinade. Eine komische Geschichte aus der Sphäre des Monds. Mit gestochenem Frontispiz und gestochener Titelvignette von Ramberg nach Schubert. Alethiopel (das ist: Braunschweig, Vieweg), “im dritten Jahre der Vernunft”. 1795. 304 S. 16,5 x 10,5 cm. Pappband der Zeit Rückenschild (Kanten berieben, Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goed. V, 453, 34 und 552, 29 – Hayn/Got. VIII 561 – Rümann, 18. Jh., 1285. – Antiklerikale Satire gegen Wöllner als Urheber des berüchtigten preußischen Religionsedikts mit zahlreichen literarischen Anspielungen. – Exlibris auf Innendeckel. – Durchgehend gebräunt bzw. fleckig.

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Lot 468 Satire – Liscow, Christian Ludwig
Sammlung satyrischer und ernsthafter Schriften. Mit 1 gestochenen Titelvignette (C. Fritsch sc.) und 1 Kupfertafel (Benjamin Ventius fec.). Frankfurt und Leipzig (das ist: Hamburg, Herold), 1739. 63, 815 S. 18,5 x 11,5 cm. Marmorierter Lederband der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/I, 36, 1. – Recht aufwendig gebundenes Exemplar des ersten Drucks der ersten Ausgabe; im gleichen Jahr erschien eine umfangreichere (903 S.) (und häufigere) zweite Auflage. – Von Liscow (1701-1760) selbst besorgte Sammlung aller elf bis dahin erschienenen Satiren, erst posthum wurden zwei weitere veröffentlicht. – Liscow gilt heute als der bedeutendste Satiriker der deutschen Literatur des 18.Jahrhunderts vor Lichtenberg, der ihn schätzte. – “Die meisten Satiren Liscows richten sich gegen bestimmte namentlich genannte Personen, deren Anmaßung und Dummheit er mit schonungsloser Schärfe dem Gelächter preisgibt. … Liscow findet in neuerer Zeit wieder größere Aufmerksamkeit. Grund dafür sind einmal die intellektuelle Schärfe und der ins Absurde strebende Witz … Zum anderen versteht man seine Feldzüge gegen die ‘elenden Scribenten’ als Beitrag zur Begründung einer auf kritischen Vernunftgebrauch verpflichteten Öffentlichkeit.” (Killy VII, 308). – Leicht gebräunt, zeitgenössischer Name auf dem Titel, ebenda alte Aufschlüsselung des Verlags.

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Lot 469 Satire – Nougaret, P. J.-B
Spitzbübereyen von Paris. In Erzählung der unglücklichen Schicksale eines Provinzbewohners und seiner Schwester, während ihres Aufenthaltes daselbst. Altona und Leipzig, Kaven, 1797. 3 Bl., S. (3)-322 (recte 330; so komplett). 19 x 11 cm. Pappband unter Verwendung alten Materials. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste deutsche Ausgabe. – Hayn-Gotendorf VI, 89: “Sehr seltene deutsche Übersetzung von ‘Les astuces de Paris'”. – Unbeschnitten. – Gering fleckig.

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Lot 470 Satire – Schreyvogel, Josef
Gesammelte Schriften von Thomas und Karl August West. 4 Teile in 4 Bänden. Braunschweig, Vieweg, 1829. 15 x 9,5 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (wenig berieben, ein Rückenschild mit schmaler Fehlstelle). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IX 25, 40. – 1. Abteilung, 1.-2. Teil: Bilder aus dem Leben; 2. Abteilung, 1.-2. Teil: Kritische und satyrische Streifzüge. – Schreyvogel (1768-1832), Dramaturg und Schriftsteller in Wien, “war ein hervorragender Kritiker, … der Formen der Ironie und Satire in seltenem Maße mächtig, … ein klarer kräftiger Stilist” (Goedeke IX S. 3). Den Kreisen der Wiener Aufklärung zugehörig, pflegte er auch Kontakte zu Schiller, Herder, Schütz, Bertuch und Wieland und entfaltete eine fruchtbare Tätigkeit als Hoftheatersekretär für die Wiener Bühnen. – Exlibris auf Innendeckel. – Durchgehend etwas gebräunt.

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Lot 471 Satire – Schwabe, Johann Joachim
Volleingeschancktes Tintenfässl eines allezeit parat seyenden Brieff Secretary, gefüllt mit kohlruessrabenpechschwarzer Tinten wider unsre Feind, mit rother gegen unsre Freind, mit gelber voller Neyd, mit grüener voller Freud, mit brauner und mit blauer, wies d’ willst, süess und sauer. Das ist gründige und bündige Anweyssung, wie man allerhand Sortimenta von netten Briefflen zsammen buechstebirn kan: Allen mein Kunstverwannten, critischen Secretaryen, … und mit etwelichen Brieff Formuln des erwürdigen Herrn Authoris wichtige Saches und Händeln betreffend, … vergezierrathet von R. D. Vito Blauroeckelio. Kuffstein auf Kosten des erwürdigen Herrn Authoris, (das ist: Halle, Hemmerde), 1745. Doppelblattgroßer Titel, 14 Bl., 104 S. 18 x 11 cm. Halblederband der Zeit (berieben). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Holzmann/Bohatta IV, 5459 – Weller, Druckorte I, 83 – Goedeke III, 375, 109, 5 – Faber du Faur 1800 – Seebaß, Neue Folge, 840. – “Satire directed against Bodmer and Breitinger; the language is Tyrolean dialect. V. Blauroeckelius is a delightful figure closely associated with Zürich, and every ox-wagon mail brings him news of his cousins Bodmer and Breitinger who are his kin in spirit also. Much of it is excellently done, the contrast between North and South, the progressive state of Leipzig, and the backwardness of the Tyrol” (FdF). – “Seltene Originalausgabe dieser sehr gelungenen, aber derben Satire des Gottschedianers Schwabe zur Verteidigung seines Meisters” (Seebaß). – Hinteres Innengelenk angebrochen, gering fleckig.

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Lot 472 Satire – Sponagel, Georg Christian
Meine viertägigen Leiden im Bade zu Pyrmont. Eine Brunnen-Lectüre. Neue Auflage. Mit gestochenem Frontispiz von Rosmaesler nach Ramberg. Hannover, Hahn, 1814. 291 S. 16 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild (Kapital leicht berieben). [*]
Schätzpreis 300 €
Zweite Ausgabe des ersten satirischen Bäderromans des norddeutschen Juristen Sponagel (1763-1830). – Goedeke VI, 395, 33, 1. – Beschreibt die außergewöhnlichen Erlebnisse eines außergewöhnlichen Kurgastes in Bad Pyrmont. – Mit gestochenem Exlibris M. Putbus, Vorsatz und Titel mit kleinem Trockenstempel “Fürstl. Putbus’sche Bibliothek”; aus dem Besitz von Fürst Wilhelm Malte zu Putbus (1783-1854). – Titel etwas stockfleckig. Gutes Exemplar.

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Lot 473 Satire
Trauerrede auf den sehr geschickten, zierlichen und wundersam künstlichen Andreas Scheling Schneidermeister zu Paris gehalten den 18ten des Christmonats 1760. in dem Saale des berühmten Alexanders Limonadier auf dem Walle. Aus dem Französischen. (Ohne Ort und Verlag), 1761. 40 S. 15,7 x 9,5 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 300 €
Einzige deutsche Ausgabe. – Bibliographisch für uns nicht nachweisbar. – Sehr seltene deutsche Übersetzung (in Bibliothekskatalogen nur zwei Nachweise: Württ. LB Stuttgart und Sächs. LB Dresden) von “Oraison funebre de très habile, très elegant, très merveilleux André Scheling, Maitre Tailleur de Paris, Prononcée le 18 Decembre 1760 (!) dans la salle du célébre Alexandre, Limonadier au Boulevart. Vienne, chez Jean Thomas Trattner, Imprimeur de la Cour MDCCLXI”. – Der fiktive Andreas Scheling wurde in einer ungenannten Stadt in Deutschland geboren und ging schon als 15jähriger nach Paris, wo alle Welt seinem Talent und seiner Kunst huldigte, seine Einfälle und sein Geschmack apodiktisch wurden, sein Ruhm den sämtlicher Geistesgrößen seiner, ja aller Zeiten überstrahlte. “… ein jeder mache sich in seinem Hause eine nach Schelings Art gekleidete Bildsäule, welche euren Kindern zur vollkommensten Richtschnur des guten Geschmacks und zum Muster der Zierlichkeit dienen möge. Ihr seyd nicht mehr gehalten, euren Söhnen Exempel der Tugend und noch weniger Lehren der Weltweisheit zu geben. Das Zeitalter hat euch dieser Pflicht entlediget, …” S. 36f.. Viel von den satirisch zugespitzt beschriebenen Sitten der Pariser Gesellschaft erinnert erstaunlich an unsere Gegenwart.

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Lot 474 Satire – Wegener, Carl Friedrich
Raritäten. Ein hinterlassenes Werk des Küsters von Rummelsburg. 9 Teile in 3 Bänden. Mit 2 Kupfertafeln und einigen Textholzschnitten. Berlin und Leipzig und Berlin, 1779-85. 17 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild, Rückenvergoldung und geprägtem Monogramm “C.v.K.” (etwas berieben, Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Goedeke IV/1,213,4,8 – Hayn-Gotendorf VI, 362: “Satirisches und schwankhaftes Werk, mit vielen derbkomischen Erzählungen und Reimen, zum Theil frivol. Cplte Expll. mit dem 9. Theil gesucht und im Preise steigend!”. – Vollständige Reihe des seltenen kuriosen Werks. – Teile 4-9 in erster, Teil 1-2 in vierter, Teil 3 in dritter Auflage. – Karl Friedrich Wegener (1734-1782), “war eine Zeit lang Hofprediger und Inspector zu Königswusterhausen, dann Professor am königl. Cadettencorps in Berlin. Er gehörte zu den vielseitig thätigen Litteraten, wie sie das Zeitalter Friedrich’s und das Aufstreben der Residenz zeitigte … Ein hinterlassenes Werk des Küsters von Rummelsburg. 2 Theile, 1778-1785; die meisten mit einem Nebentitel z. B. der erste: “Seiner Hochehrwürden dem Herrn Magister Sebaldus Nothanker ganz ergebenst zugeeignet von Baldrian Schwarzbuckel, Enkel des wohlseligen Küsters” sind ein widerliches und zotiges Buch. Es wird noch widerlicher dadurch, daß es oft den Biedermannston anschlägt und oft, statt die Sachen grade heraus zu sagen, durch lüsterne Anspielungen seinen Zweck eindringlicher zu erreichen sucht. Wendungen gegen die Kritiker blieben, so derb sie waren, Nebensache – ob etwa gar mit Nickel List, dem Journalisten, dessen Grabschrift mitgetheilt wird, I, 125 ff., Nicolai gemeint sein sollte? -, ferner litterarische Nachahmungen satirischer Vorgänger, ebenso Bemerkungen über Juden “sie fangen auch schon an sich zu poliren” und sonstiges Aufklärerische, die Hauptsache blieben die Weiber und geschlechtliche Abenteuer, seltener Beispiele von keuschen Ehegattinnen, das Ganze ein unerfreulicher Mischmasch grober, witzloser, schlecht erzählter, auch nicht durch das Localcolorit genießbar gemachter oder culturhistorisch interessanter Geschichten.” (Ludwig Geiger in ADB 41 1896, S. 785-786). – Unterschiedlich gebräunt und teils fleckig.

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Lot 475 Schiller, Friedrich
Der Venuswagen. (Stuttgart, Metzler), 1781. 24 S. 17 x 10 cm. Marmorpapier-Umschlag der Zeit (wenig berieben). [*]
Schätzpreis 3000 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goedeke V, 1657, 29 – Trömel-M. 34 – Borst 430 – Hayn-Gotendorf VIII, 85f: “Seltenheit ersten Ranges! Das Gedicht wurde von Schiller selbst mit solchem Erfolg unterdrückt, daß es heute fast unauffindbar ist. In den meisten Ausgaben von Schillers Gedichten ist es nicht mit aufgenommen.” – Gering fleckig.

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Lot 476 Schiller, Friedrich
Die Schiller-Feier. Gedenkblatt an die Säcularfeier von Schillers Geburtstag. 10. November 1759 – 10. November 1859. Mit 18 Holzstichen. Leipzig, Brockhaus, 1859. Doppelblatt. 82 x 57 cm.
Schätzpreis 300 €
Die seltene Publikation der Illustrierten Zeitung zu Schillers 100. Geburtstag zeigt u.a. die Feierlichkeiten in verschiedenen deutschen Städten. – Nach Zeichnungen der Künstler Ludwig Burger, Felix P. Kanitz, Julius Gottheil, Karl Offterdinger, Emile P.J. de Cauwer, E. Hartmann u.a. – Doppelt gefaltet, in den Falzen teils leicht eingerissen, leichte Randläsuren, leicht fleckig.

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Lot 477 Schiller, Friedrich von
Sämmtliche Werke. 12 Bände. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1812-1815. 18,2 x 11 cm. Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Kapitale teilweise etwas bestoßen, Kanten teilweise bestoßen). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste rechtmäßige Gesamtausgabe. – Trömel/Marcuse 4. – Mit dem “Verzeichniß der Subscribenten” in den Bänden 1, 6, 8 und 11, den “Nachrichten von Schillers Leben” (58 S.) sowie dem “Plan dieser Ausgabe der Schillerschen Werke” (1 Blatt), die meistens fehlen. – Nur teilweise etwas stärker gebräunt, im unteren Teil wasserfleckig, Titel mit kleinem Stempel im unteren Rand.

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Lot 478 Schlegel, August Wilhelm und Friedrich Schlegel
Athenaeum. Eine Zeitschrift. 1.-3. Jahrgang mit je 2 Stücken (alles Erschienene) in 3 Bänden. Berlin, Vieweg, 1798 und Frölich, 1799-1800. 21,5 x 12,5 cm. Pappbände der Zeit (berieben und bestoßen, Rücken teils mit Fehl- und Bezugsfehlstellen).
Schätzpreis 600 €
Vollständiges Exemplar der ersten und bedeutendsten Zeitschrift der Frühromantik. – Goedeke VI, 10, 9 und 21, 19 – Kirchner 4619 – Diesch 1275 – Houben, Zeitschriften I, 1ff. – Mit zahlreichen Erstdrucken, darunter Novalis’ Fragmente “Blüthenstaub” und “Hymnen an die Nacht”, sowie zahlreiche Beiträge der Brüder Schlegel, ihrer Frauen Dorothea und Caroline, Schleiermacher u.a. – Innendeckel mit Exlibris der “Leipziger Stadtbibliothek”, deren gelöschter Stempel jeweils verso Titel und Inhalt des 1. Stücks, teils etwas gebräunt.

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Lot 479 Schlegel, August Wilhelm von
Ueber dramatische Kunst und Litteratur. Vorlesungen. Erster Theil (- zweyter Theil. Zweyte Abtheilung). In drei Bänden. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1809-1811. 17,5 x 10 cm. Rote Halblederbände der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Deckel berieben, Ecken teils bestoßen, Schilder spröde, Name “Hegar” goldgeprägt auf dem Rücken). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 12, 32. – Schlegel hielt die Vorlesungen, die eine “imponierende Bilanz romantischer Kulturdeutung gaben”, 1808 “vor einem zweihundertköpfigen Auditorium” in Wien, wohin er zusammen mit MME de Stael “auf ihren Reisen in die Kulturzentren des Kontinents” (K.Günzel, Die deutschen Romantiker, Zürich 1995, S.274) gekommen war. – Einen aufmerksamen Leser fanden die “lesbar(en) und sehr unterrichtend(en)” Vorlesungen in Goethe. Im Tagebuch notiert er die Lektüre elfmal in der Zeit vom August 1809 bis Januar 1810. – Teils etwas gebräunt und etwas stockfleckig, Haupttitel zu Band 2/II in Band 2/I gebunden, deshalb Band 2/II nur mit Halbtitel, handschriftlicher Name “Louis Hegar” auf den Titeln, auf den Vorsätzen handschriftlich “Gustav Keller 1922”.

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Lot 480 Schlegel, Johann Adolf
Vom Natürlichen in Schäfergedichten, wider die Verfasser der Bremischen neuen Beyträge verfertiget vom Nisus einem Schäfer in den Kohlgärten einem Dorfe vor Leipzig. Zweyte Auflage (fingiert!), besorgt und mit Anmerkungen vermehrt, von Hanns Görgen gleichfalls einem Schäfer daselbst. Zürich, Heidegger und Compagnie, 1746. 160 S. 18,5 x 11 cm. Lederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelbordüren mit Eckfleurons [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgbe der seltenen Streitschrift. – Goedeke IV/1, 68, 4, 2. – Gegen Gottsched und dessen Anhänger von dem Vater der Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel. – J. A. Schlegel (1721-1793) war selbst einer der im Titel genannten “Verfasser der Bremischen neuen Beyträge”, gegen die seine Schrift vorgeblich gerichtet ist. Aus dem Kreis der Verfasser dieser “Neue(n) Beyträge zum Vergnügen des Verstandes und des Witzes” gab es schon vorher (eher leise) Kritik an Gottsched, “während es sich aber hier … mehr um eine Tändelei handelt, die dem Streitschriften ausschließenden Charakter der Beiträge entspricht, erwählte um dieselbe Zeit J. A. Schlegel ohne Vorwissen der Freunde die Schäferdichtung des Gottschedischen Kreises zum Gegenstand vernichtendsten Spottes” (O.Netoliczka, Schäferdichtung und Poetik im 18. Jahrhundert, S. 32, in: Vierteljahresschrift für Litteraturgeschichte, 2. Band, Weimar 1889). Schlegel wandte sich wegen des Drucks der Schrift an Bodmer in Zürich, der lange für den Verfasser gehalten wurde, und stellte so erstmals die Verbindung der Leipziger zu den Schweizer Gottsched-Gegnern her. – Teils etwas stockfleckig, leicht gebräunt.

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Lot 481 Schopenhauer, Johanna
Ausflucht an den Rhein und dessen nächste Umgebungen im Sommer des ersten friedlichen Jahres. Leipzig, Brockhaus, 1818. 2 Bl., 296 S. 16 x 11 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (leicht berieben).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke X, 24, 5. – Der letzte der Reiseberichte der Johanna Schopenhauer (1766-1838), der Mutter des Philosophen. – Die vorliegend beschriebene Reise unternahm sie im Sommer 1816. Reiseziel war die Gegend zwischen Heidelberg und Koblenz. Ein Jahr nach dem Erscheinen des Buches zwang der durch den Bankrott ihrer Bank ausgelöste Vermögensverlust sie, ihr Leben und das ihrer Tochter Adele durch ihre Schriftstellerei zu sichern. Das gelang, gefördert auch durch wohlwollende Rezensionen Goethes. – Ohne die oft fehlenden zwei Blatt am Schluss mit dem Druckfehlerverzeichnis auf der letzten Seite. – Vorsatz mit Besitzeintrag und leimschattig. Gutes Exemplar.

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Lot 482 Schröder, Friedrich Ludwig
Dramatische Werke. Herausgegeben von Eduard von Bülow. Mit einer Einleitung von Ludwig Tieck. Erste vollständige Ausgabe. 4 Bände. Berlin, Reimer, 1831. 21 x 12,5 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 652, 6 und VI 144, 40 (Tieck). – Friedrich Ludwig Schröder (1744-1816) gilt neben Iffland als der bedeutendste deutsche Schauspieler und Theaterleiter seiner Zeit. – Exlibris auf Innendeckel. – Vereinzelt gering braunfleckig.

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Lot 483 Shakespeare, William
Dramatische Werke, übersetzt von August Wilhelm Schlegel. Erster Theil (- neunter Theil. Erste Abtheilung). In 9 Bänden. Mit 1 gefalteten Notenbeilage. Berlin, Unger, 1797-1810. 17,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 grünen Rückenschildern und Rückenvergoldung (Ecken teils bestoßen, Deckel etwas berieben und etwas fleckig). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe dieser Übertragung, mit der nur wenigen Exemplaren beigegebenen Notenbeilage von J. F. Reichardt in Band 1. – Goedeke VI, 9, 8 (Schlegel) und VII, 709, 13 – Price & Price, Literature S. 205. – Die seltene erste Ausgabe in der “besseren” Variante auf Schreibpapier von Schlegels für Deutschland epochaler Übersetzung, die unvollendet blieb und erst 1825/33 unter Leitung Tiecks durch neue Stücke erweitert und mit der zweiten Abteilung des neunten Bandes abgeschlossen wurde. – Nach intensiven Vorbereitungen erschienen im Mai und Oktober 1797 die ersten beiden Bände, zwischen 1798 und 1801 in schneller Folge der dritte bis achte Band. Dann geriet die Übersetzung ins Stocken. “Überhaupt geht es mir seltsam mit diesem gebenedeyten Shakespeare: ich kann ihn weder aufgeben, noch zum Ende fördern” (an Tieck, 1809). 1810 erschien noch der erste Teil des neunten Bandes mit Richard III. Schlegels Übersetzung, “the greatest literary achievement of the romantic school” (Cambridge History of … Literature, Band V), fand auch bei Zeitgenossen begeisterte Aufnahme. So schrieb Novalis schon 1797: “Übersetzen ist so gut als dichten, als eigne Wercke zu stande bringen – und schwerer, seltner. Am Ende ist alle Poesie Übersetzung. Ich bin überzeugt, daß der deutsche Shakespeare jezt besser, als der Englische ist.” – Auf Schreibpapier, Bände 6-8 mit der Preisangabe im Impressum. – Teils etwas fleckig, Namensstempel “Puppel” auf den Titeln.

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Lot 484 Smollet, Tobias
Die Abenteuer des Ritters Launcelot Greaves. Aus dem Englischen des Doctor Tobias Smollet frey übersetzt. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Frontispizes. Wien, Alberti, 1791. 191; 168 S. 16,5 x 10 cm. Lederbände der Zeit mit 2 roten Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (Ecken und untere Kapitale bestoßen). [*]
Schätzpreis 300 €
Zweite deutsche Übersetzung, die erste erschien 1772 in Kopenhagen. – Goedeke VII, 719, 400, 2 (diese Ausgabe) – Price & Price, Literature S. 222, 1001 (kennt beide Übersetzungen). – Beide Titelblätter etwas gebräunt.

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Lot 485 Spazier, Carl
Das Theater der Religionen, oder Apologie des Heidenthums. Geschrieben von einem Katholiken (das ist: Carl Adolph Zumbach), und mit einer Vorrede und einigen Anmerkungen herausgegeben von einem Protestanten. Athen (das ist: Leipzig ?), 1791. XXIV, 312 S. 18,8 x 11 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 600 €
Seltene erste Ausgabe. – Holzmann/Bohatta IV, 5080 (vgl. auch IV, 5077) – Weller, Druckorte I, S. 150 – nicht bei Goedeke. – Bezüglich der Verfasserschaft herrscht Unklarheit. Das Anonymenlexikon (s.o.) nennt Carl Spazier als Autor, listet aber auch einen gleichen Titel, lediglich “Religion” statt “Religionen” für 1789, verfasst von C. J. A. Hofheim und C. A. Zumbach. Aufklärung bringt eine 1798 in verschiedenen Periodika geschaltete Anzeige des Buchhändlers Gehra in Neuwied: “Zumbach, das Theater der Religion oder Vertheidigung der natürlichen Religion. Herausgegeben und mit einer Vorrede begleitet von K.Spazier. Zweite verb. Aufl. … In Commißion”; das ist eine Titelauflage der vorliegenden Erstausgabe. Zu C. A. Zumbach finden wir keine biographischen Daten, Meusel (Band 10, 859 und 21, 828) nennt nur Veröffentlichungen seit 1799 und bezeichnet ihn als “Königl. Preuss. Oberlandesgerichts-Advocat”. Vermutlich war er zu Anfang der 90er Jahre in Neuwied tätig und hat dort Spazier (Berlin-1805) kennengelernt. Spazier, der früher als Komponist (auch von Kirchenliedern) und Sänger bei Prinz Heinrich tätig war und 1794 die Berlinische Musikalische Zeitung, 1801 die Zeitung für die elegante Welt herausgab, hatte zuvor (1785) “Anti-Phädon” veröffentlicht, eine Verteidigung des Atheismus und Materialismus, und 1792 “Der neue Origenes”, eine Kampfschrift gegen Intoleranz und religiöse Schwärmerei. – In der vorliegenden Schrift attestiert er den monotheistischen Religionen Entmündigung der Gläubigen und immanente Tendenz zu Barbarei. – Etwas stockfleckig, alter Stempel “Sammlung Ebenboeck” auf dem Titel, deren Abgabestempel auf der Titelrückseite.

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Lot 486 Sprachwissenschaft – Chabert, Thomas
Kurze Anleitung zur Erlernung der türkischen Sprache, für Militär Personen. Sammt einer Sammlung von nützlichen Gesprächen, Ausdrücken und Redensarten und einem Handlexikon der gebräuchlichsten Wörter. Wien, Löschenkohl, 1789. 178 S. 18 x 11,5 cm. Halbleinwand (um 1850) mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Kapital mit Bezugsfehlstelle, berieben). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Wichtige Sprachlehre des in Konstantinopel geborenen österreichischen Orientalisten Chabert (1766-1841), der eng mit Joseph von Hammer-Purgstall zusammenarbeitete und 1810 eines der ersten Theaterstücke in türkischer Sprache veröffentlichte. – Teils etwas gebräunt.

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Lot 487 Sprachwissenschaft – Poklukar, Joseph
Ankündigung eines nächst zu veröffentlichenden allgemeinen lateinisch-slavischen, zugleich deutschen, französischen, italienischen und eventuell auch eines Universal- oder Welt-Alphabetes, mit Beigabe eines Brevi manu – Vorschlages des slovenischen Alphabetes, mit Beigabe eines Brevi manu-Vorschlages des slovenischen Alphabetes als Probe. Mit 6 (5 lithographischen) teils mehrfach gefalteten Tabellen. Laibach, Ign. v. Kleinmayr et Fedor Bamberg, im Mai 1851-1858. 42 S. 22 x 14,5 cm. Bedruckte Original-Broschur (etwas angestaubt und angerändert, hinterer Umschlag mit Einriss). [*]
Schätzpreis 360 €
Der Titel gibt 4 “Probe-Tabellen” an; die Zählung der hier vorhandenen stellt sich nicht ganz einfach, da wohl einige der übergroßen Tafeln bereits vom Verlag geteilt wurden. Auch die Nummerierung hilft nicht weiter, da entweder vorhanden oder doppelt vergeben. Bibliothekskataloge können sich auch nicht auf 4 oder 7 einigen; aber so wie vorliegend ist das Werk komplett. Fragen wirft auch der ungewöhnliche Druckzeitraum von 1851 bis 1858 auf. – Unbeschnitten. – Leicht gebräunt und stockfleckig, die Tafeln zum Teil stärker gebräunt und vereinzelt mit kleinen Falzeinrissen.

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Lot 488 Sprachwissenschaft – Richelet, Pierrre
Dictionnaire de la langue françoise, ancienne et moderne; augmenté de plusieurs additions d’histoire, de grammaire, de critique, de jurisprudence, et d’un nouvel abregé de la vie des auteurs citez dans tout l’ouvrage. 3 Bände. Lyon, Marcellin Duplain, 1728. 39,5 x 26 cm. Lederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (Kapitale teils bestoßen, gering berieben, Deckel mit Schabstellen). [*]
Schätzpreis 600 €
Zaunmüller 150 (“Richtungweisend für Rechtschreibung”). – Maßgebliche Ausgabe von Richelets wichtigstem Werk mit den Ergänzungen von Pierre Aubert, zugleich die einzige mit der vorangestellten “Bibliothèque des Auteurs”, des alphabetisch nach Autor geordneten bio-bibliographischen Quellenlexikons. – Gutes Exemplar in prächtigen Einbänden.

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Lot 489 Stael-Holstein, Anna Louise Germaine von
Deutschland. Aus dem Französischen übersetzt (von Friedrich Buchholz, Samuel Heinrich Catel und Eduard Hitzig). 3 Bände in 6 Abteilungen. Berlin, Hitzig, 1814. 18 x 11 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (Kanten wenig berieben, Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 1500 €
Seltene erste deutsche Ausgabe. – Goedecke VII, 679, 310 – Borst 1185. – Angeregt durch Wilhelm von Humboldt und August Wilhelm Schlegel hatte Madame de Stael während zweier Deutschlandreisen in den Jahren 1803 bis 1808 “mit einer in ihrer Epoche einzigartigen Unvoreingenommenheit und Aufgeschlossenheit” das Land beobachtet und dessen “größte Geister” besucht (KNLL). Die erste französische Ausgabe, erschienen 1810 in 10.000 Exemplaren, wurde auf Anordnung Napoleons wegen zu großer Sympathie zu Deutschland größtenteils vernichtet. – Band 2, 1. Abt. und Band 3, 2. Abt. wohl ohne jeweils 1 Blatt Inhaltsverzeichnis. – Band 2.1 getrüffelt mit 3 Blatt Szenenbildern und einigen kleinen eingeklebten Porträts. – Exlibris auf Innendeckel. – Vorsätze mit Lederflecken, stellenweise wenig fleckig.

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Lot 490 Steffens, Henrich
Die vier Norweger. Ein Cyclus von Novellen. Erste-sechste Novelle in drei Bänden. Breslau, Josef Max und Comp., 1828. 16,2 x 10,2 cm. Halblederbände der Zeit mit farbigem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (Ecken etwas bestoßen, Deckel etwas fleckig, etwas berieben). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 175, 34. – Im Verlauf der letzten Jahre, als Professor für Naturgeschichte an der Universität Breslau, zog sich Steffens immer stärker aus den universitären und politischen Streits zurück, an denen er zuvor prominent teilgenommen hatte, und wandte sich der Literatur zu, mit großem Erfolg beim Lesepublikum. Seine novellistischen Arbeiten seit der Mitte der 1920er Jahre “offenbaren eine spätromantische Frömmigkeit, mit der er – als Unzeitgemäßer – dem Trend einer geistlosen Zeit zu widerstehen hoffte” (Killy XI, S. 147). Der Rezensent der ALZ hebt Steffens’ Novellen über die Romane des damals in Deutschland außerordentlich erfolgreichen Walter Scott, bemängelt jedoch eine gewisse “Gewaltsamkeit” in der Konstruktion. “Diese geht häufig über das Recht, welches wir im Romane dem Zufalle einräumen, hinaus. Abenteuerliches auf Abenteuerliches drängt sich, damit der romantische Vorwurf sich dem Gange der Geschichtsereignisse anreihe. … Wenn wir erwägen, dass die meisten solcher auffallenden und störenden Erscheinungen dieser großartig auftretenden Gattung von Novellen, die uns die Weltgeschichte in einem freundlichen, idealischen Gewande vorführt, eigen seyn müssen; so nehmen wir sie gern hin … Die Steffen’schen Novellen erscheinen uns wie ein wunderheller Garten, in dem wir uns erst nach mehrmaligem Besuche, nach öfterm Verweilen – wenn wir uns auch gleich Anfangs an einzelnen Stellen heimisch fühlten – zurecht finden können.” (1833, No.77, Sp.616). – Vorsätze in den Ecken leimschattig, vereinzelt etwas fleckig.

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Lot 491 Stifter, Adalbert
Der Nachsommer. Eine Erzählung. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Titeln mit Vignetten von J. Axmann nach P.G. Geiger. Pesth, Heckenast, 1857. 17,5 x 12 cm. Rote Leinwandbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, etwas Rückenvergoldung und blindgeprägten Deckeln sowie Ganzgoldschnitt (hinteres Gelenk von Band 2 teils geklebt, vorderes von Band 3 etwas angeplatzt, Blöcke etwas verzogen).
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Eisenmeier 161 – Brieger 2268 – Borst 2669. – Der ‘Nachsommer’ ist Stifters erster Versuch in der epischen Großform und wurde vor allem von der älteren österreichischen Literaturwissenschaft gern als Bildungsroman in der Tradition von Goethes ‘Wilhelm Meister’ gesehen. – Alle Bände mit Vortitel, Drucktitel und gestochenem Titel. – Band 1 mit Exlibris, teilweise etwas stockfleckig.

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Lot 492 Stifter, Adalbert
Sammlung von 11 Werken in 21 Bänden, meist in erster Ausgabe. – Vorsätze bzw. Titel teils mit Besitzeinträgen.
Schätzpreis 360 €
Vorhanden: 1. Studien. 6 Bände. Mit 6 gestochenen Titeln mit Vignette. Pest, Heckenadt, (1847-1850). 18 x 12 cm. Leinwand der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel. – Bände 1-4: 2. bzw. 3. Auflage; Bände 5-6: 1. Auflage. – Nur Band 4 mit Drucktitel. – Teils leicht gebräunt. – 2. Bunte Steine. Ein Festgeschenk. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Titeln mit Vignette. Ebda, 1853. 17,5 x 12 cm. Rote Leinwandbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung und blindgeprägten Deckeln (etwas bestoßen). – Erste Ausgabe. – Etwas stockfleckig. – 3. Dasselbe. 2 Bände in 1 Band. Mit 1 gestochenen Titel mit Vignette. Ebda, 1853. 17,5 x 11,5 cm. Blind- und goldgeprägte Leinwand der Zeit. – Wohl Titelauflage, ohne Drucktitel. – Etwas gebräunt. – 4. Der Hochwald. Mit gestochenem Titel. Ebda, 1852. 14 x 10 cm. Blind- und goldgeprägte Original-Leinwand. – Erste Einzelausgabe. – Gebräunt. – 5. Der Hagestolz. Mit gestochenem Titel. Ebda, 1852. 14 x 10 cm. Blind- und goldgeprägte Leinwand der Zeit. – Erste Einzelausgabe. – 6. Abdias. Mit gestochenem Titel. Ebda, 1853. 14,5 x 10 cm. Leinwand der Zeit. – Erste Einzelausgabe. – Leicht gebräunt. – 7. Abdias. Mit Holzschnitt-Illustrationen von J. M. Kaiser. Ebda, 1866. 29,5 x 22 cm. Illustrierte Original-Halbleinwand (berieben). – 8. Der Hochwald. Mit Holzschnitt-Illustrationen von J. M. Kaiser. Ebda, 1868. 28 x 22 cm. Leinwand (um 1900) mit Deckeltitel. – 9. Briefe. Bände 1-3. Ebda, 1869. 17,5 x 11,5 cm. Blindgeprägte Leinwand der Zeit. – Stifters Werke. – 10. Erzählungen. (Gesammelt und dem Nachlasse entnommen.) 2 Bände. Mit 2 gestochenen Frontispizes. Ebda, 1869. 17,5 x 12,5 cm. Rote Leinwand der Zeit mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel (Rücken von Band 2 angeplatzt). – Stifters Werke. – Erste Ausgabe. – 11. Vermischte Schriften. 2 Bände. Ebda, 1870. 17,5 x 11,5 cm. Leinwand der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rücken- und Deckelvergoldung. – Stifters Werke. – Erste Ausgabe.

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Lot 493 Stifter, Adalbert
Witiko. Eine Erzählung. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Titeln von Axmann nach Geiger. Pest, Heckenast, 1865-67. 18 x 12,5 cm. Halbleinwandbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben, Blöcke etwas verzogen).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Eisenmeier 211 – Rabenlechner I, 76 – Borst 2947 – Brieger 2271. – Vorsätze leicht gebräunt.

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Lot 494 Stolberg, Christian und Friedrich Leopold zu
Gesammelte Werke. Erster-zwanzigster Band in 20 Bänden. Mit 20 gestochenen Titeln mit Vignette (S.Bendixen del.), 3 gestochenen Textvignetten, 2 lithographischen Porträts (Gröger del., Aldenrath lith.), 2 lithographischen Handschrift-Faksimiles (auf 3 Bl.), 1 mehrfach gefalteten lithographischen Karte und 21 Kupfern bzw. Lithographien auf 20 Tafeln, davon 1 mehrfach gefaltet. Hamburg, Perthes und Besser, 1820-1825. 18,5 x 12 cm. Halblederbände der Zeit mit drei Rückenschildern und Rückenvergoldung sowie beigebundenen Original-Umschlägen (Ecken teils bestoßen, teils berieben, Oberhaut des Leders bei Band 18 vertikal geplatzt, Zierschilde teils berieben, eines abgerieben, Bände 6-15 mit etwas hellerem Leder gebunden). [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Werkausgabe. – Goedeke IV/1, 1037, 34. – Insgesamt wohlerhaltenes Exemplar der vollständig wie vorliegend, besonders mit den Original-Umschlägen, nicht häufigen Ausgabe, die bis heute die umfangreichste ist und einige Erstdrucke enthält. – Die luxuriös ausgestattete Edition war das letzte große gemeinsame Verlagsprojekt des bedeutenden Verlegers Friedrich Perthes mit seinem Schwiegersohn Johann Heinrich Besser. 1822 ging Perthes nach Gotha und gründete dort eine eigene Verlagshandlung. Der Hamburger Firma blieb er als stiller Teilhaber verbunden. Nachdem Besser 1826 überraschend gestorben war, brachte Perthes die nichtverkauften Reste als Titelauflage 1827 erneut auf den Markt. Diese enthielt jedoch weder gestochene Titel noch die Illustrationen, war deshalb deutlich billiger und ist heute deutlich häufiger. – Mit Ausnahme von Friedrich Leopolds “Geschichte der Religion Jesu Christi” (die religiösen Texte Leopold Stolbergs aus der Zeit nach seiner Konversion zum Katholizismus sind in Band 20 vereint) sind alle Schriften der Brüder enthalten, darunter auch die berühmte Reise in Deutschland, der Schweiz, Italien und Sicilien in den Jahren 1791 und 1792, die, neben denen Goethes und Moritz’, als wichtigste Reisebeschreibung von Italienreisenden dieser Zeit gilt, bereichert durch gestochene Ansichten aus Italien, Umrissradierungen nach Raphael und eine große Karte. – Exemplar der Variante auf Schreibpapier, gelegentlich etwas stockfleckig, trotz der guten Papierqualität sind vor allem in den späteren Bänden einige Lagen gebräunt, in Band 2 die ersten vier Blatt mit größerem Braunfleck, darunter das Porträt F. L. Stolbergs.

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Lot 495 Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu
Leben Alfred des Grossen, Königes in England. Mit einem Titelkupfer (L. Wahrens del., F. Fleischmann sc.). Münster, Aschendorff, 1815. VIII, 312 S., 1 Bl. 19 x 11,5 cm. Lederband der Zeit mit 2 Rückenschildern, Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren mit Eckfleurons, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (etwas berieben, Ecken teils leicht bestoßen). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV, 1036, 26. – Das letzte nicht katholisch-religiöse Werk Stolbergs aus dem Besitz der Familie, ein für den Autor hergestelltes Vorzugsexemplar in einem ungewöhnlich ausgestatteten Einband. – Nahezu fleckfrei auf festem, schneeweißen Velin. Kartonstarke blaue Vorsätze, an deren Rändern wie auch auf den Innendeckeln eine aufgeklebte Bordüre aus vergoldeter, geprägter Pappmaché. – Zeitgenössisches Exlibris “Rumillies” mit dem Wappen der belgischen Grafen Robiano, die durch Heirat eng verbunden mit dem Haus Stolberg waren. Friedrich Leopolds zweite Frau Sophie starb 1841 in Rumillies.

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Lot 496
Tausend und eine Nacht. Arabische Erzählungen. Zum Erstenmale aus dem arabischen Urtext treu übersetzt von Gustav Weil. Herausgegeben und mit einer Vorhalle von August Lewald. 4 Bände. Mit 2000 Bildern und Vignetten in Holzschnitt F. Gross. Stuttgart, Verlag der Classike, 1838 (Band 1) und Pforzheim, Dennig, Finck & Co., 1839-1841 (Bände 2-4). 25,5 x 18 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (berieben, Kapitale, Ecken und Kanten teilweise etwas bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Rümann 561 (datiert Band 1: 1837). – Nur teilweise leicht gebräunt.

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Lot 497 Theologie – Cyprianus, Caecilius
S. Caecilii Cypriani Opera Recognita & Illustrata a Joanne Fello, Oxoniensi episcopo. Accedunt Annales Cyprianici, sive tredecim annorum, quibus S. Cyprianus…a Joanne Pearsonio. Editio tertia cui additae sunt Dissertationes Cyprianicae Henrici Dodwelli. 3 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Frontispiz von G. van der Gouwen nach Sonmans und gestochener Titelvignette von Gouwen. Oxford, Paris, Petrum de Launay, 1700. 4 Bl., 8 (von 20) S., 24 Bl., 334 S.; 222 S.; 1 Bl., 177 S. 39 x 26 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Deckel beschabt, Ecken bestoßen, Fehlstellen an Kapitalen und Gelenken). [*]
Schätzpreis 360 €
3. Ausgabe der Werke des Hl. Cyprian (um 200 bis 210-258), Kirchenvater, Märtyrer und Bischof von Karthago, kommentiert von J. Fell, Erzbischof von Oxford. – Die Seiten 9-20 der “Vita” entfernt. – Innen gutes und sauberes Exemplar.

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Lot 498 Theologie – Luther, Martin
864 Geistliche Psalmen, Hymni, Lieder und Gebet, welche in den Christlichen Evangelischen Kirchen, so der Augspurgischen Confession zugethan, vor und nach Anhörung deß heilige(n) Göttlichen Worts, wie auch bey der außtheilung deß H. Abendmals, und sonsten daheim von jederman mögen gesungen werden. … Und einem kurtzen, schönen Gebetbüchlein, zu Hauß und auff der Reise zu gebrauchen. – (Am Schluss mit eigenem Titelblatt): Kurtzer Außzug andächtiger schöner Gebet, wie uns allgemein für alle, also auch insonderheit für die Reisenden zusammen geordnet. Mit gestochenem Frontispiz und Kupfertitel. Nürnberg, Endter, 1638. 24 Bl., 747 S., 20 Bl., 28 S. 11 x 5,5 cm. Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit reicher Goldprägung und Ganzgoldschnitt (Lederbezug mit Fehlstellen durch Wurmfraß, Schließen fehlen). [*]
Schätzpreis 360 €
VD17 1:673950N. – Mit unbezeichnetem aquarellierten Wappen-Exlibris. – Frontispiz mit Einriss, wenig fleckig, innen recht gutes Exemplar.

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Lot 499 Theologie – Spalatin, Georg
Annales Reformationis Oder Jahr-Bücher von der Reformation Lutheri aus dessen Autographo ans Licht gestellet von Ernst Salomon Cyprian. Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig, Gleditsch und Weidmann, 1718. 25 Bl., 720 S., 12 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Halbpergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel (wenig berieben). [*]
Schätzpreis 300 €
Herausgegeben von dem evangelischen Theologen und bedeutenden Kirchenhistoriker Ernst Salomon Cyprian (1673-1745). Mit: Das Leben Georgii Spalatini von Friedrich Hortledern. – Etwas gebräunt.

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Lot 500 Theologie – Wening, Michael
Hochschätzbarer Seelen Ehren Thron … Mit 113 ganzseitigen Kupfern von Wening. 58 Bl. München, Wening, 1683. 17,5 x 12 cm. Dunkelroter Lederband im Stil der Zeit mit sehr reicher Vergoldung. [*]
Schätzpreis 600 €
Durchgehend in Kupfer gestochenes Andachtsbuch mit 80 Heiligendarstellungen und Bildern zur Heiligen Messe. – Kaum fleckig. – Sehr schönes Exemplar in prachtvollem Einband.

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Lot 501 Tieck, Ludwig
Franz Sternbalds Wanderungen. Eine altdeutsche Geschichte herausgegeben von Ludwig Tieck. 2 Bände. Berlin, Johann Friedrich Unger, 1798. VI, 375 S.; Titel, 410 S. 15,5 x 9,5 cm. Schwarze Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken bestoßen). [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 37, 46. – “Tiecks unvollendeter Roman ist gewissermaßen als Fortsetzung der Herzensergießungen anzusehen. … Einflüsse auf den Sternbald sind unverkennbar: die Abfolge der Entwicklungsstufen des Helden erinnert an Goethes Wilhem Meister, der als Vorlage für Tiecks Roman innerhalb einer gattungsgeschichtlichen Einordnung gesehen wird; der Wechsel von abenteuerlichen und idyllischen Passagen zeigt eine Orientierung an der Struktur des Schauerromans, ebenso das Kindheits- und Identitätsbildungsmotiv … Dieses Motiv wird in der Nachfolge des Sternbald zu einem Hauptsymbol im romantischen Roman und Drama (Heinrich von Ofterdingen, Godwi, Die Nachtwachen des Bonaventura, Halle und Jerusalem, Ahnung und Gegenwart …). Wie Lovell weist auch Franz Sternbald Einflüsse des Rokokoromans (z.B. Heinse) auf, vor allem in den Passagen der erotischen Versuchungen und des südländischen Sinnenreizes” (R. Paulin, Ludwig Tieck S. 44ff.). – Vereinzelt etwas stockfleckig, Exlibris “EH” (das ist: Eduard Hoffmann) auf den Innendeckeln, alter Besitzeinrag “Ulrike von Trützschler” auf dem Vorsatz.

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Lot 502 Tieck, Ludwig
Minnelieder aus dem Schwäbischen Zeitalter neu bearbeitet … mit Kupfern. Mit gestochenem Titel (Ph. O. Runge fec., Fr. Köbike sc.), 2 radierten Textvignetten und 2 Kupfertafeln (Ph. O. Runge del.). Berlin, Realschulbuchhandlung, 1803. Titel, XXX, 284 S., 2 Bl. (das letzte weiß). 19,6 x 12 cm. Marmorierter Lederband im Stil der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern, Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren und Stehkantenvergoldung. [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 38, 61 – Rümann 2178. – Eins der schönsten illustrierten Bücher der Frühromantik. Das einzige zu seinen Lebzeiten erschienene Buch mit Zeichnungen von Runge ist Frucht der engen Freundschaft mit Tieck. “Verse wie Illustrationen in diesem höchst eigenartigen und auch einzigartigen Buch zeugen von der Gemeinsamkeit, aber auch von der geradezu solipsistischen Abgeschlossenheit der Kunst- und Symbolvorstellungen von Runge und Tieck.” (W. Stubbe in: Hauswedell/Vogt, Buchkunst I, S. 96). – Titel und Tafeln auf Velin. Bogen F und K auf weißem, sonst auf leicht bläulichem Schreibpapier. – Die Kupfertafeln sind als Frontispiz bzw. nach der Vorrede eingebunden. – Leicht stockfleckig. – Gutes, sehr dekorativ gebundenes Exemplar.

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Lot 504 Tieck, Ludwig
Poetisches Journal. Erster Jahrgang erstes-zweites Stück (alles Erschienene) in einem Band. Jena, Friedrich Frommann, 1800. Titel, 248 S., S. (257)-492, 1 Bl. “Ankündigung”, 1 weißes Bl. (so komplett). 18,4 x 11 cm. Halblederband der Zeit mit 3 farbigen Rückenschilden (Ecken und Kanten bestoßen, etwas berieben, Kapital mit kleiner Fehlstelle). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 38, 57 – Krieg, MNE II, 294. – Der Plan, eine eigene Zeitschrift zu gründen, entsprang vermutlich Tiecks Ärger über die Geheimniskrämerei der Schlegel-Brüder bei der Veröffentlichung des Athenaeum. Zwar wurde schon früher über ein gemeinschaftliches Journal gesprochen, Tieck hatte auch dafür geeignete Beiträge angedeutet, tatsächlich wurde er aber erst kurz vor Veröffentlichung des ersten Heftes ins Vertrauen gezogen. Zu dieser Zeit sahen sich Tieck und die anderen Protagonisten der romantischen Bewegung einer Reihe von Schmähungen und Angriffen ausgesetzt. Tieck nahm die Herausforderung auf und benutzte sein schon seit 1799 mit Frommann geplantes und nun erscheinendes “Poetisches Journal” als Waffe gegen seine Widersacher und gleichzeitig als Forum zur Verbreitung des eigenen dichterischen Selbstverständnisses. Fast alle Beiträge stammen von Tieck selbst. – Teilweise etwas stärker gebräunt, Titel mit zwei Stempeln von Jesuiten-Bibliotheken.

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Lot 505 Trivialliteratur der Goethezeit – Gleich, Joseph Alois
Juliette von Lüneville. Eine Geschichte aus der Zeit des letzten Friedensschlusses. Mit gestochenem Frontispiz und gestochenem Titel. Leipzig, Schalbacher, 1802. 215 S. 16 x 10 cm. Pappband der Zeit (Deckel mit Wurmspur). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goedeke VI, 398, 45. – Einer der zahlreichen Trivialromane des Vielschreibers Gleich; hier mit dem historischen Hintergrund des Friedensschlusses von Luneville, der das Ende des Zweiten Koalitionskrieges und den Sieg Napoleons bedeutete. – Frontispiz, Titel und Vortitel mit Wurmspur, etwas gebräunt.

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Lot 506 Trivialliteratur der Goethezeit
Visionen in Hertzinien und Lapatsch der Schröcken-Mann. Räuber- und Zaubergeschichte. Mit gestochenem Frontispiz und Kupfertitel mit Vignette von Jan Berka. Prag und Leipzig, M. Neureutter, 1798. 224 S. 16 x 9 cm. Dekorativer Halblederband (um 1900) mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung. [*]
Schätzpreis 600 €
Erste Ausgabe. – Hayn-Gotendorf VIII, 132 – Bloch 99 – Kaldewey, Hehres & Triviales IX, 164: “Hervorragend in seiner breitwuchernden Phantastik und seiner Spannung. – Das Mädchen v. Herzinien war ein ‘Prachtweib mit ungeheuerlichen Kräften’, welches von keinem Bewerber bezwungen werden konnte. – Lapatsch führte die fürchterlichste Räuberbande Böhmens an, bis er von seinen eigenen Spießgesellen erschlagen wurde.” – Frontispiz am Bug hinterlegt und am Außensteg bis zum Bildrand beschnitten, etwas fleckig und gebräunt.

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Lot 507 Türkenkriege – Scheffler, Johannes (das ist: Angelus Silesius)
Türken-Schrifft. Von den Ursachen der Türkischen überziehung und der zerthretung des Volkes Gottes. An die hochlöblische Deutsche Völkerschafft. (Ohne Ort und Verlag), (Neiße?), 1664. 67 S. 19 x 15 cm. Ohne Einband. [*]
Schätzpreis 450 €
Dritte Ausgabe, gegenüber der Erstausgabe vom gleichen Jahr (23 Blatt) stark erweitert. – VD 17 1:071541V – Dünnhaupt 3538, 15. 3. – Seltenes Pamphlet des schlesischen Barockdichters. “S. argumentiert in dieser Schrift, das einzige Mittel eines Sieges gegen die Türken sei die Rückkehr sämtlicher Protestanten in die röm.-kathol. Kirche. Scharfe Polemik, die ihm eine Rüge durch des Reichsfiskal des Hl. Röm. Reiches eintrug. Es existieren zahlreiche Gegenschriften” (Dünnhaupt). – Titel lose, gleichmäßig gebräunt, vereinzelte Braunfleckchen, Ecken etwas angeknickt, am Ende mit geringem Eckabriss, gestempelt “Dublette der Stadtbibl. Breslau”.

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Lot 508 Türkenkriege – Schertzer, Johann Adam
Deduction-Schrifft, daß Joh. Schefflers, Phil. & Medic. Doctoris, Türcken-Schrifft, darinnen er Ihre Keys. Majest. sambt allen hohen Potentaten, und protestirenden Ständen des heil. Röm. Reichs unverantwortlich lästert, eine abscheuliche Läster-Schrifft, er aber … deßwegen ernstlich zu bestraffen, sey. Leipzig, Hahn für Oehler, 1664. 4 Bl., 152 S. 19,5 x 15,5 cm. Rückenbroschur. [*]
Schätzpreis 300 €
VD17 1:077868D. – Eine der seltenen Gegenschriften des lutherischen Theologen Johann Adam Schertzer (1628-1683) zu Angelus Silesius (das ist: Johannes Scheffler). – Angelus Silesius behauptete in seiner im gleichen Jahr erschienenen “Türcken-Schrifft”, die Invasion der Osmanen wäre die Strafe Gottes für den Abfall der Protestanten, auch seien diese als Soldaten feige und unfähig. Der Streit zwischen Schertzer und Angelus Silesius war der Anlass für mehrere Polemiken auf beiden Seiten. – Etwas stockfleckig.

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Lot 509 Wahrmund, Philipp (Pseudonym)
Compendiöses Historien-Buch, worinnen Hundert auserlesene Historien enthalten. Zur nutzlichen und angenehmen Gemüths-Ergötzung mitgetheilet. Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig, C. Monath, 1722. 6 Bl., 268 S., 2 Bl. 16,5 x 10 cm. Halblederband (um 1900) unter Verwendung des alten Hinterdeckels und des Rückenbezuges. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Hayn-Gotendorf VIII, 294: “Sehr selten” – Weller I, 602 (nicht aufgelöst). – Reichhaltige Sammlung von Anekdoten, teils im Stile von Harsdörffers ‘Jämmerlichen Mordgeschichten’, aber ohne dessen christlich-moralisches Beiwerk. – Enthält u.a. ‘Das gerochene Bruderblut’, ‘Der niedergesäbelte Uhrmacher’, ‘Das erschröckliche Gespenst’, ‘Die plötzlich Ersoffenen’.

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Lot 510 Wallraf, Ferdinand Franz
Chrysostomus gesungen an dessen Weihetage im Montaner Gymnasium zu Köln den 27. Jänner 1786. Köln, Mit Schriften der Universitäts-Buchdruckerey, 1786. 4 Bl. 16 x 9,5 cm. Broschur der Zeit (Deckel mit Aufkleber und Sammlerstempel).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe der seltenen Gelegenheitsdichtung, anonym erschienen. – Goedeke XIII, 491, 6. – Über KVK nur in der USB Köln nachweisbar. – Ferdinand Franz Wallrafs (1748-1824) “geschichtliche und kunstgeschichtliche Schriftstellerei betrifft nur seine Vaterstadt und besteht nur aus Gelegenheitserzeugnissen; ein größeres selbständiges Werk hat er nicht hinterlassen” (Goedeke). – Exlibris, Titel und letzte Seite mit handschriftlichem Eintrag “Wallraf”, etwas gebräunt.

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Lot 511 Westenrieder, Lorenz
Der Traum in dreyen Nächten. Mit gestochener Titelvignette von M. Weissenhahn. München, Strobl, 1782. 4 Bl., 244 S. 18,5 x 11 cm. Späterer Halblederband mit Rückenschild. [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe des Frühwerks des bedeutenden bayerischen Aufklärers. – Goedeke IV/1,610,6 – Hayn-Gotendorf V,234. – In drei umfangreichen “Träumen” beschreibt Westenrieder die Situation der Öffentlichkeit, darunter Schaubühne, Schriftsteller, den Adel, Landärzte und Bänkelsänger in München und Umgebung, und wie er sich die Verbesserung der Zustände vorstellt. Mit ausführlicher Schilderung der Münchener Innenstadt (Hofgarten, Galeriestr. etc.). – Exlibris auf Innendeckel, zwei alte Namenseinträge auf Titel. – Gutes Exemplar.

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Lot 512 Wieland, Christoph Martin
Prosaische Schriften. Zwei Bände. Mit 2 gestochenen Titelvignetten. Zürich, Orell, Geßner, Füeßli und Comp., 1771-1772. 288 S.; Titel, 348 S. 20 x 12 cm. Marmorierte Halblederbände der Zeit mit Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, Kapitale leicht beschabt). [*]
Schätzpreis 300 €
Dritte Ausgabe. – Goedeke IV/1, 550, 44 – Günther/Zeilinger 24 – Deusch 23a – Leeman van Elck 354-355). – Diese dritte Ausgabe der “Prosaischen Schriften” nach 1758 und 1763/4 wurde nicht nur ohne das Vorwissen Wielands veranstaltet, sie ist gleichsam ein Affront gegen den Autor, der dem Züricher Verlag und besonders dem mit ihm befreundeten Gessner lange die Treue gehalten hatte. Über die Jahre war es aber zwischen dem selbstbewusster werdenden Autor und dem Verlag immer häufiger zu Differenzen gekommen, die ihren Grund in Wielands Unzufriedenheit mit der Ausstattung der Bücher wie mit der unzureichenden Honorierung hatte. Darüber hinaus wuchsen in dem populärer werdenden jungen Autor die Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit des schweizerischen Verlags. 1768 wechselte er zu “Weidmanns Erben und Reich” in Leipzig, “wo ihm ein weitaus höheres Honorar geboten wurde.” (Bürger, Aufklärung, S.107). Die unredigierte Neuausgabe von Texten aus seiner Züricher Schaffensphase, die er als abgeschlossen und überwunden sah, traf Wieland empfindlich. – Aus der Bibliothek des lombardischen Adeligen Antonio Marchese Belcredi (1744-1812), der 1769 ins österreichische Mähren eingewandert war. Dessen Exlibris mit unkenntlich gemachtem Namen auf den Innendeckeln und Bibliothekssignaturen auf den Vorsätzen. – Teilweise leicht gebräunt. – Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

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Lot 513 Wieland, Christoph Martin
Werke. Mit k.k. Hofcensurfreiheit. 8 Bände. Troppau, gedruckt bei Joseph Georg Traßler, und im Verlag der Kompagnie, 1784-1786. 17,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (Schilder farblich teils leicht unterschiedlich, Deckel etwas berieben). [*]
Schätzpreis 900 €
Erste Werkausgabe. – Günther/Zeilinger 1 (nur sieben Bände) – Goedeke IV, 565, 140x (nur zwei Bände). – Diese erste Werkausgabe ist äußerst selten; vollständig mit dem achten Band, der die von Wieland herausgegebene “Geschichte des Fräuleins von Sternheim” der Sophie von Laroche enthält, ist sie in Deutschland nur einmal (Württ. LB Stuttgart) und zweimal in österreichischen Bibliotheken nachweisbar (Erzabtei St.Peter Salzburg; Kath. Privat-Univ. Linz). – Ein Nachdrucker war wie schon bei Goethe (Heilmann in Biel 1775) auch bei Wieland der erste, der den Bedarf für eine Werkausgabe erkannte. Der junge J. G. Traßler (1759-1816) hatte den Buchdruckerberuf bei Trattner in Wien erlernt, betrieb seit 1780 eine Buchhandlung und eine Buchdruckerei in Troppau und gründete zusammen mit F. A. Schrämbl u.a. den kurzlebigen “Verlag der Kompagnie”, dessen wohl frühestes Erzeugnis die vorliegende Werkausgabe ist. – Leicht gebräunt, die ersten und letzten zehn Blatt von Band 8 etwas feuchtrandig.

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Lot 514 Wolff, Oskar Ludwig Bernhard
Schriften. Gesamtausgabe. 14 Bände in 7 Bänden. Jena, Mauke, 1841-43. 16,5 x 11 cm. Halbleinwandbände der Zeit mit geprägtem Rückentitel und floraler Rückenvergoldung (Rücken aufgehellt). [*]
Schätzpreis 360 €
Erste Werkausgabe. – Hirschberg 559. – Exlibris auf Innendeckel. – Gutes Exemplar.

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