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Lot 311 Addison, Joseph und Richard Steele
Der Zuschauer. Aus dem Engländischen übersetzet (von Luise Adelgunde Victorie Gottsched, Johann Joachim Schwabe und Johann Christoph Gottsched). 9 Bände (alles Erschienene). Zweyte verbesserte Auflage. Leipzig, Breitkopf, 1749-1751. 20 x 12,5 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (berieben und etwas bestoßen, 4 Kapitale mit schmalen Fehlstellen, Rücken mit Biblotheksschildchen).
Result 260 €
Goedeke III, 362, 3, 10 – Kirchner 4867 – Diesch 490 – Price & Price, Literature S. 31, 8. – Hayn-Gotendorf VII, 367f. – Vorsätze mit (in Band 1 gelöschtem) Bibliotheksstempel, teilweise etwas gebräunt.

Lot 312 Almanache – Kotzebue, August von
Almanach dramatischer Spiele zur geselligen Unterhaltung auf dem Lande. Jahrgänge VII, IX-XIII, XV, XVI, XIX, XXI, XXII und XXVII. 12 Bände. Mit 69 kolorierten Kupfertafeln. Riga u.a., Hartmann u.a., 1809-1829. 13 x 8 cm. Illustrierte Original-Kartonagen (1 Kartonage der Zeit), (meist etwas lädiert, einige mit Japanpapier geklebt, teilweise berieben und bestoßen). [*]
Result 330 €
Reizend illustrierte Almanache, jeweils mit fünf oder sechs kurzen Theaterstücken. – Köhring 18-19 – Lipperheide Za 31 – Lanckoronska/Rümann 121-123. – Die Tafeln mit den dazugehörigen Rollenkupfern. – Vorsätze von Jahrgang XIX erneuert, Vorsätze teils mit handschriftlichem Inhaltsverzeichnis, mäßig gebräunt.

Lot 313 Almanache – Schiller, Friedrich von (Hrsg.)
Musen-Almanach für das Jahr 1798. Mit 1 Titelkupfer (D’Argent sc.) und 9 gefalteten Notenbeilagen. Tübingen, Cotta, 1797. 1 Bl. “Avertissement”, Titel, 6 Bl. (Kalender), 318 S., 2 Bl. 16 x 9,5 cm. Marmorierter Lederband (um 1900) im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild, Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckel- und Innenkantenbordüren sowie beigebundenem illustrierten Original-Umschlag (leicht berieben, der Umschlag leicht fleckig und mit hinterlegten Eckausrissen am Vorder- (etwas Bildverlust) und Hinterdeckel). [*]
Result 330 €
Erste Ausgabe. – Fischer, Cotta 208 – Goedeke V, 204, 4 – Marcuse 160. – Dekorativ gebundenes, ganz vollständiges Exemplar (selbst Fischer kennt das Bl. “Avertissement” nicht) des sogenannten Balladenalmanachs mit dem bei späteren Auflagen weggefallenen Kalendarium und den oft fehlenden Notenbeilagen. Enthält zahlreiche Gedichte von Schiller (u.a. Der Ring des Polykrates, Der Handschuh, Die Kraniches des Ibycus), Goethe (u.a. Der Zauberlehrling, An Mignon; vgl. Goldschmidt 1a 11), sowie Hölderlin (An den Äther; Seebass S. 22), J. M. R. Lenz, A. W. Schlegel, Sophie Mereau, C. G. Brinckmann, H. C. Boie u.a. Als dessen Erstveröffentlichung bringt der Jahrgang vier Gedichte von Siegfried Schmid (hier: Schmidt), Freund Isaak von Sinclairs und Hölderlins, den er 1797 kennengelernt hatte. Sinclair stellte beide Freunde als Dichter auf eine Stufe. – Auf festem Postpapier. – Leicht gebräunt, gegen Schluss leicht feuchtrandig, alter Eintrag auf dem Vordeckel verso, alter, schwacher Stempel auf dem Titel verso “Dr.Ferber”.

Lot 314 Almanache – Sickler, Friedrich und Johann Christian Reinhart (Hg.)
Almanach aus Rom für Künstler und Freunde der bildenden Kunst. 1. Jahrgang (von 2). Mit koloriertem Aquatinta-Frontispiz, 14 (2 gefalteten) Kupfertafeln und 1 gefalteten Notenbeilage. Leipzig, Göschen, 1810. 38 Bl., IV, 306 S. 16,8 x 12,5 cm. Blauer Original-Pappband mit Deckelvignette und Goldschnitt (berieben, Rückenbezug mit Fehlstellen).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Köhring 17. – Der Altertumsforscher Friedrich Karl Ludwig Sickler sowie der in Rom lebende Maler und Radierer Johann Christian Reinhart gaben 1810 diesen interessanten Almanach heraus, der zweite Jahrgang erschien 1811. – Widmungsblatt verso gestempelt, teilweise im oberen Teil etwas wasserfleckig.

Lot 315 Almanache
Taschenbuch für edle teutsche Weiber mit Kupfern 1800. Mit gestochenem Frontispiz, gestochenem Titel und 6 gestochenen Tafeln. Leipzig, H. Müller, 1799. 12 Bl., XVIII, 342 S. 12,5 x 8,5 cm. Neuer Halblederband mit Rückentitel und Rückenprägung.
Result 220 €
Einziger unter diesem Titel erschienener Jahrgang. – Nicht in den einschlägigen Bibliographien. – Es erschienen bis 1802 noch ein oder zwei Jahrgänge unter dem Titel “… edle teutsche Frauen” (vgl. Köhring S. 115). – Enthält einiges zur Königin Luise von Preußen (dazu 4 der Kupfer), aber auch einiges zu den Rechten der Frauen, über die Ehe sowie über Haushalt und Küche. – Teilweise etwas gebräunt.

Lot 316 Almanache – Voss, Johann Heinrich und Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
Musen Almanach für 1780-1785, 1787, 1788, 1790, 1792, 1794, 1797 und 1798. 13 Bände. Mit 13 gestochenen illustrierten Titeln und 72 (von 73) meist doppelblattgroßen bzw. gefalteten Musikbeilagen. Hamburg, Bohn, 1779-1797. 10,5 x 7 cm bis 15 x 9,5 cm. Lederbände der Zeit (7), Kartonagen (3), Pappband der Zeit (1), bedruckte Original-Kartonage (2) (teilweise mit Gebrauchsspuren). [*]
Result 350 €
Köhring 85. – Es fehlt eine Musikbeilage im Jahrgang 1790. – Teilweise etwas gebräunt. – Beigabe: Frauenzimmer Almanach zum Nutzen und Vergnügen für das Jahr 1805, 1806, 1808 und 1812. 4 Bände. Mit 4 gestochenen Frontispizes, 4 gestochenen Titeln und 36 (5 kolorierten, 5 gefalteten) gestochenen Tafeln. Leipzig, Böhme, 1804-1811. 11,5 x 7,5 cm. Bedruckte Original-Kartonage (3), Kartonage der Zeit (1) (berieben und bestoßen, 1 Rücken mit Fehlstellen). – Beigabe: Hormayr zu Hortenburg, Joseph von. Taschenbuch für die vaterländische Geschichte. Neue Folge, 1.-3. Jahrgang. 3 Bände. Mit zusammen 12 gestochenen Porträts und 1 gefalteten gestochenen Karte. Stuttgart, Franckh, 1830-1832. 15,5 x 10 cm. Illustrierte Original-Pappbände (berieben und bestoßen, Deckel jeweils mit montiertem gelbem Papierstreifen “Wohlfeile Ausgabe…”). – Teils unaufgeschnitten, etwas stockfleckig, Titel alt gestempelt.

Lot 317 Andersen, Hans Christian
Sammelband mit vier Erstausgaben. Kopenhagen, C. A. Reitzel, 1845-1851. 16,5 x 11 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückentitel (Kanten und Gelenke etwas berieben, Ecken etwas bestoßen).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgaben. – Online Bibliographie des H. C. Andersen Centret 621, 624, 629 und 630. – I. Lykkens Blomst. Eventyr-Comedie. Musiken af Syngemester Rung. 1845. 79 S. – II. Kunstens Dannevirke. Forspil verd det kongelige danske Theaters hundredeaars Fest 1848. 22 S. – III. Den nye Barselstue. Originalt Lystspil. 1850. 46 S. – IV. Hyldemoer. Phantasiespil i een Act. 1851. 2 Bl., 60 S. – Alle Titelblätter unten mit kleinem Stempel des Verlegers. – Durchgehend etwas stockfleckig, Vorsatzblatt mit Besitzvermerk und Exlibris.

Lot 318 Ariosto, Lodovico
Rasender Roland. Aus dem Italienischen übersetzt. Mit gestochener Titelvignette und 16 Kopf- und Schlussvignetten nach B. A. Duncker, von ihm selbst oder Eichler gestochen. Bern, Typographische Gesellschaft, 1778. 355 (recte 357) S. 18 x 11,5 cm. Späterer Pappband (um 1850) mit goldgeprägtem Titel auf zweifarbigem Rückenschild (etwas angestaubt und berieben). [*]
After-Sale Price 200 €
Eines der reizvollsten illustrierten Bücher der Schweiz im 18. Jahrhundert. – Goedeke VII, 636, 192, 1 – Nicolas 80 – Lanckoronska/Oehler II, 186: “Der prachtvolle Band ist ein Verlagswerk der Typogr. Ges., die Wert auf gutes Papier legte. Daher kommen die Kupfer zu schönster Geltung.” – Titel mit winzigem Stempel in der unteren rechten Ecke, Bindung gebrochen, wenige Blatt schwach wasserrandig.

Lot 319 Arnim, Bettina
Gespräche mit Daemonen. Des Königsbuchs zweiter Band. Berlin, Arnim’s Verlag, 1852. Titel, VIII, 371 S. 19,5 x 12,5 cm. Roter Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Deckel berieben, Gelenke angeplatzt). [*]
Result 250 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 85, 10 – Mallon 72. – Exemplar aus dem Besitz der Goethe-Freundin Gräfin Caroline von und zu Egloffstein (1789-1868) mit deren eigenhändigem Namen auf dem Titel, ein darauf bezogener handschriftlicher Vermerk auf dem weißen Vorsatz. Die Gräfin Egloffstein war Hofdame im Dienst der Maria Pawlowa, befreundet mit Goethe und Klinger, mit Bettina Arnim stand sie im Briefwechsel. – Beiliegend: ein dreiseitiger handschriftlicher (unleserlicher) von der Gräfin signierter Brief. – In dem letzten zu ihren Lebzeiten veröffentlichten Werk, den mit dem “Königsbuch” nur äußerlich verbundenen Gesprächen mit Daemonen vertritt Bettina Arnim, auf das adelige “von” verzichtete sie, radikalere politische Ansichten denn je: “Man hat Partieen des Buches kommunistisch genannt.” (K.Gutzkow). – “Der Ausgangspunkt dieser Gespräche konnte brisanter nicht sein: Bettina sucht wieder das jüdische Ghetto in ihrer und Goethes Geburtsstadt Frankfurt am Main auf; und was sie in der Judengasse an Verelendung sieht, beschämt sie solchermaßen, dass sie das Gespräch mit einem Prälaten sucht, mit dem sie sich ausführlich über Glaubensfreiheit und die Gründe des Antisemitismus auseinandersetzt.” – Gelegentliche Stockflecken, Schnittfarbe vereinzelt schmal in den weißen Rand verlaufen.

Lot 320 Arnim, Gisela von
Das Heimelchen. Dämmermähhrchen von Allerleirauh aus der Familie der Heimeli. Mit illustriertem Titel und 9 Illustrationen auf unterschiedlich farbigem Papier (von Gisela und Maximiliane von Arnim, Marie von Olfers und Hermann Grimm). Berlin, Expedition des Arnim’schen Verlags, 1848. Titel, 4 Bl., 70 S. 18,2 x 11 cm. – Angebunden: Dieselbe. Aus den Papieren eines Spatzen. Märchen für eine Morgenstunde von Marilla Fittchersvogel. Berlin, Expedition des Arnim’schen Verlags. 1848. 2 Bl., 84 S. Gemusterter Pappband (um 1920) mit Rückenschild (leicht berieben). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste Ausgaben. – Goedeke VI, 88, 3 und 2 – vgl. Mallon, Bettina-Bibliographie 97. – Gisela von Arnim (1827-1889) war die jüngste und begabteste Tochter von Bettina und Achim von Arnim. – “Früh begann sie zu dichten und zu schreiben, wie wenn dies für ein Mitglied der Familie Arnim-Brentano das Natürliche sei. … Niemals aber richtete sich das, was sie schrieb, an den Beifall der Öffentlichkeit im heutigen Sinne. Sie wandte sich vielmehr in Gedanken immer an einen bestimmten Kreis durch Verwandtschaft oder Freundschaft ihr zugehöriger Personen, die sie verstehen würden. Ihre ersten Dichtungen las Gisela in einem Vereine junger Damen und Herren, der um den Anfang der vierziger Jahre sich gebildet hatte (der “Kaffeter” genannt). … Im Jahre 1846 nun entstand Das Heimelchen, um dieselbe Zeit … Aus den Papieren eines Spatzen. Es sind Märchen, nicht in der strengeren und volkstümlichen Art der Brüder Grimm, sondern wie sie Arnim, Brentano, E.T.A. Hoffmann gedichtet hatten.” (Goedeke). – Der beigebundene vordere Umschlag des zweiten Titels aufgezogen. – Leicht gebräunt, Illustrationen teils bis an die Einfassung beschnitten.

Lot 321 Arnim, Ludwig Achim von
Armuth, Reichthum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores. Eine wahre Geschichte zur lehrreichen Unterhaltung armer Fräulein aufgeschrieben. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Titeln mit Vignette. Berlin, Realschul Buchhandlung, 1810. 2 Bl., 348 S.; 416 S. 18 x 10 cm. Halblederbände (um 1840) mit goldgeprägtem Rückentitel (berieben, Ecken etwas bestoßen).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 74, 23 (irrig 1809) – Mallon 52-53. – Ohne die vier gefalteten Notenbeilagen. – Die Titel etwas stärker, sonst nur teilweise leicht gebräunt, Name auf Vorsatz, Bleistiftanstreichungen.

Lot 322 Arnim, Ludwig Achim von
Armuth, Reichthum Schuld und Buße der Gräfin Dolores. Eine wahre Geschichte zur lehrreichen Unterhaltung armer Fräulein aufgeschrieben. 2 Bände. Mit zwei gestochenen Titeln mit Vignetten (F. Ramberg scrips. et sc.) und 4 gefalteten Bl. mit Noten. Berlin, Realschul Buchhandlung, 1810. Titel, 2 Bl. (“Zueignung” und “Nachricht”), 348 S.; Titel, 416 S. 19,5 x 11,5 cm. Lederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, Band 2 mit schmaler Fehlstelle am Kapital und kleinen Wurmgängen am hinteren Deckel). [*]
Result 500 €
Erste Ausgabe. – Mallon 52 und 53 – Goedeke VI, 74, 23 (irrig “1809”). – Eines der wenigen Exemplare mit den Kupfertiteln auf stärkerem Papier: “Um 1900 wurde der Auflagenrest vom Verleger mit undeutlichen Steindruck-Faksimiletitelblättern auf geringem Papier versehen.” (Mallon). – Die Musik komponierten Joh. Friedrich und Luise Reichardt, Bettine von Arnim (Pseudonym: Beans Beor) und Fürst Anton Radziwill. Der Roman entstand in Auseinandersetzung mit Goethes Wahlverwandtschaften, dessen libertinem Ehebild Arnim ein konservatives entgegensetzt. – Zweiseitig unbeschnitten. – Etwas stockfleckig und gebräunt, zeitgenössischer Besitzeintrag auf dem Vorsatz (“Schaaffhausen”) und dem Innendeckel (“C.Fink”, durchstrichen).

Lot 323 Arnim, Ludwig Achim von
Halle und Jerusalem. Studentenspiel und Pilgerabentheuer. Mit radierter Titelvignette (Porträt Ahasverus) von Ludwig Grimm nach Holbein. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1811. 3 Bl., 436 S. 17,6 x 10,5 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (Ecken etwas bestoßen, vorderes Gelenk mit Bezugsfehlstellen).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Borst 1124 – Goedeke VI, 76, 45 – Mallon 106. – Für “Halle” hat Arnim den Stoff aus Gryphius “Cardenio und Celinde” adaptiert und um Erinnerungen an seine Studentenzeit in Halle erweitert. “Jerusalem” orientiert sich auch an Calderón. Beide Stücke verbindet die Figur des Ahasverus, des ewigen Juden. – “Der Romantiker schwelgt – unter dem Einfluß Shakespeare’s – in einer bunten Fülle sinnbildhafter Gestalten und Geschehnisse. Gegensätzliche Episoden werden aneinandergereiht, Phantastisches paart sich mit Wirklichem” (KNLL I,733). – Teilweise entferntes Exlibris, fleckfreies Exemplar.

Lot 324 Aurbacher, Ludwig
Die Geschichte von den Sieben Schwaben mit zehn lithographierten Darstellungen. Mit 8 Lithographien auf aufgewalztem China und 2 Umschlagillustrationen von Moritz von Schwind nach F. Fellner. Stuttgart, Brodhag, 1832. 56 S. 20,5 x 16,5 cm. Späterer Pappband mit montiertem Deckelschild, lithographierte Original-Broschur eingebunden (etwas angestaubt und fleckig). [*]
After-Sale Price 400 €
Erste illustrierte und zugleich erste Einzelausgabe. – Goedeke XII, 552, 26, d1 – Rümann 2354 – Sammlung Rümann 875 – Seebass 92: “Originalausgabe eines der seltensten deutschen illustr. Bücher”. – Im Rand minimal gebräunt. – Dabei: Derselbe. Die Geschichte von den Sieben Schwaben. Zweite verbesserte Auflage. Stuttgart, Brodhag, 1838. 3 Bl., 36 S. 25 x 17 cm. Pappband der Zeit mit montiertem Deckelschild, lithographierte Original-Broschur eingebunden (etwas angestaubt und berieben). – Teils minimal braunfleckig. –

Lot 325 Bahrdt, Carl Friedrich – Semler, Johann Salomo
Antwort auf das Bahrdische Glaubensbekenntnis. Halle, Hemmerdesche Buchhandlung, 1779. 8 Bl., 119 S. 20,6 x 12 cm. – Angebunden: Moser,F. C. V. (?). Der wahre Character. Des Herrn Doctor C. F. Bahrdt. In vertrauten Briefen geschildert von einem Niederländischen Bürger an Seinen Freund in London. London, James Brother (das ist: Gera, Rothe), 1779. Titel, 80 S. – Angebunden: Bahrdt, Carl Friedrich. Glaubensbekenntniß veranlaßt durch ein Kaiserl. Reichshofrathsconclusium. (Ohne Ort und Drucker), 1779. 24 S. 18 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild (etwas berieben, schmale Bezugsfehlstelle am oberen Kapital). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste Ausgaben. – Zu 1) Goedeke IV/1, 822, 54 II. i – Jacob/ Majewski 527. – Die ausführlichste und in gewisser Weise wichtigste unter den zahlreichen Gegenschriften zu Bahrdts Glaubensbekenntnis. – Etwas gebräunt, wenige Anstreichungen. – Zu 2) Goedeke IV/1, 812, A, c – Jacob/M. 284. – Sehr seltene Schrift, als deren Verfasser (nur) im Zettel-AK der HAB Wolfenbüttel Friedrich Carl von Moser genannt wird, der schon während Bahrdts Zeit in Gießen dessen “Unstern” (F. C. Laukhard) war. – Etwas gebräunt. – Zu 3) Goedeke IV/1, 822, 54 alfa – Jacob/M. 363. – Die echte erste Ausgabe des Glaubensbekenntnisses erschien wie vorliegend in Halle ohne Nennung von Ort und Drucker, nicht bei Mylius in Berlin, wo im gleichen Jahr ein satzgleicher Nachdruck erschien. – Etwas braunfleckig, kleinerformatig.

Lot 326 Barockliteratur – Brockes, Barthold Heinrich
Harmonische Himmels-Lust im Irdischen, oder auserlesene, theils neue, theils aus dem Irdischen Vergnügen genommene, und nach den 4 Jahres-Zeiten eingerichtete musicalische Gedichte und Cantaten. Mit einer Vorrede zum Druck befördert. Zweyte Auflage. Mit gestochenem Frontispiz, 1 Kupfertafel und 2 gestochenen Vignetten. Hamburg, Conrad König, 1744. 10 Bl., 248 S., 2 Bl. 18 x 11,5 cm. Halbpergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel.
After-Sale Price 200 €
Goedeke III, 342, 42, 6 und Faber du Faur 1395 (beide mit der ersten Ausgabe von 1741). – Stempel und Nummer auf dem Titel, teilweise leicht gebräunt, eine Lage gelockert.

Lot 327 Barockliteratur – Brockes, Barthold Heinrich
Irdisches Vergnügen in Gott, bestehend in physicalisch- und moralischen Gedichten (mit Titelvarianten und -zusätzen). 9 Teile in 9 Bänden. Mit 9 Titelkupfern und 21 (teils wiederholten) gestochenen Textvignetten. Hamburg, Herold bzw. König bzw. Grund, 1740-1767. 18 x 11,5 cm. Einheitliche Halblederbände der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Kapitale teils bestoßen, Leder über den Gelenken teils rissig, Fehlstellen im Leder und Rückenschild von Band 1 laienhaft repariert, Rückenschild von Band 9 mit Fehlstelle). – Dazu: Derselbe. Aus dem Englischen übersezte Jahres-Zeiten des Herrn Thomson. Zum Anhange des Irdischen Vergnügens in Gott. Mit Titelkupfer und vier Kupfertafeln. Hamburg, Grund, 1745. 15 Bl., 543 S. 18,5 x 11,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild (kleiner Einriss am Kapital, kleine Lederfehlstelle im unteren Feld). [*]
Result 800 €
So vollständig und mit dem Anhang außerordentlich selten. – Zu 1) Mischauflage – vgl. Dünnhaupt I.1 – I.IX. – Teils leicht, teils etwas stärker stockfleckig. – Zu 2) Einzige Ausgabe. – Dünnhaupt 31. – Englisch-deutscher Paralleltext. Obwohl in der Aufmachung den Bänden des “Irdischen Vergnügens” gleich und auf dem Titel als “Anhang” bezeichnet, handelt es sich um eine separate Veröffentlichung. Die emblematischen Kupfer stach Christian Fritzsch d. J. – Etwas stockfleckig. – Brockes’ (1680-1747) Hauptwerk, “das ihn weit über die engeren Grenzen der Heimat hinaus bekannt machte. … das hier in zahlreichen Varianten demonstrierte Lob der Natur als Evidenz göttlicher Existenz … stammt im Grunde noch aus der barocken Tradition der Emblematik …” (Dünnhaupt S. 816).

Lot 328 Barockliteratur – Ettner von Eiteritz, Johann Christian
Des getreuen Eckarths medicinischer Maul-Affe oder der entlarvte Marckt-Schreyer, in welchen vornehmlich der Marcktschreyer und Quacksalber Boßheit und Betrügereyen, wie dieselben zu erkennen und zu meiden, hernach bewährteste Artzney-Mittel, in allerhand Kranckheiten und Zufällen menschlichen Leibes zu gebrauchen … mit Beyfügung Sinn-und Lehrreichen, erschröcklichen und lustigen Begebenheiten. Mit gestochenem Frontispiz. Frankfurt und Leipzig, Rohrlach, 1720. 6 Bl., 1072 S., 7 Bl. 16,8 x 10 cm. Pergamentband der Zeit mit Rückenschild (etwas fleckig, vorderes Gelenk restauriert). [*]
After-Sale Price 400 €
Dritte Auflage, anonym erschienen. – Faber du Faur 1209 (mit der 2. Auflage von 1719) – Dünnhaupt 6.3: “Bewußt an Riemers Roman Der Politische Maulaffe (1679) anknüpfend, übernimmt Ettner in seinem Erstlingsroman auch den Aufbau des politischen Reiseromans. Zwei Studenten unter Begleitung ihres Hofmeisters Eckhart=Ettner lernen durch Fachgespräche auf ihrer Bildungsreise die Welt kennen. … Das gleiche Schema wird in den späteren Romanen weiter ausgesponnen. Vorstehender Roman widerspiegelt eine gewisse Skepsis des Autors gegenüber den Auswüchsen der Alchemie und Quacksalberei” (Dünnhaupt 6.1 zur Erstausgabe von 1694). – “The author describes the roasting and grinding of coffee, and suggests the addition of a little cinnamon and milk to the drink. In an early reference to the replacement of coffee by surrogates, German beans and peas are proposed” (Hünersdorff/Hasenkamp 477-478). – Titel gestempelt, Block angebrochen, nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 329 Barockliteratur – Gottsched, Johann Christoph
Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen. Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig, Breitkopf, 1730. 11 Bl., 613 S., 1 Bl. 20 x 12 cm. Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel (gebräunt und etwas fleckig).
Result 400 €
Seltene erste Ausgabe von einem der Hauptwerke der deutschen Literaturwissenschaft im 18. Jahrhundert. – Goedeke III, 361, 38 – Faber du Faur 1762: “Gottsched here completes the task which Opitz in his time had no patience to finish. Taste, imitation, and probability formed the three pillars of the structure he erected.” – Titel mit drei, zwei Seiten mit je einem Stempel einer alten Schulbibliothek, teilweise im weißen Rand mit schmalen Wasserflecken und kleinen Randläsuren, teilweise leicht gebräunt und mit kleinen Anstreichungen.

Lot 330 Barockliteratur – Kaukol, Maria Joseph Clement
Christlicher Seelen-Schatz außerlesener Gebetter. Mit zahlreichen Vignetten und teilweise figürlichen Initialen ganz in Kupfer gestochen. Bonn, 1729. 128 nn. (inklusive Titel und 9 Zwischentiteln) gestochene Bl. 19,2 x 12 cm. Schwarzer Ganzmaroquinband der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (1 cm Einriss am Kapital).
After-Sale Price 200 €
Rümann 504 – Faber du Faur 1854 – Thieme/Becker XX, 19. – Block etwas gelockert.

Lot 331 Barockliteratur – Lohenstein, Daniel Caspar von
Gesammelte poetische Schriften. Mit 3 gefalteten Kupfertiteln und 17 Kupfertafeln. Breslau, Fellgibel, 1708. 16,5 x 10 cm. Pergamentband der Zeit mit Rückentitel (etwas bestoßen, leicht fleckig). [*]
Result 240 €
Von den Erben Fellgibels veranstalteter Neudruck der poetischen Schriften, erstmals 1680 erschienen. – Dünnhaupt 2594, 5 – H. v. Müller 254, 2. – Fünfte Sammelausgabe, ohne Haupttitel, aber mit dem gemeinsamen Bericht wegen der Kupfer an den Buchbinder. – Enthält: Sophonisbe, Cleopatra, Blumen, Geistliche Gedancken, Rosen und Hyacinthen. – Im vorliegenden Exemplar sind der Cleopatra zusätzlich 7 Kupfer beigegeben, während der Sophonisbe 2 Kupfer fehlen. – Leicht gebräunt, Block etwas gelockert.

Lot 332 Barockliteratur – Opitz, Martin
Gedichte. Von J(ohann) J(acob) B(odmer) und J(ohann) J(acob) B(reitinger) besorget. Erster Theil (alles Erschienene). Zürich, Conrad Orell und Comp., 1745. 16 Bl., 87, 692 S. 21 x 13,5 cm. Halblederband der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste Ausgabe dieser Edition. – Dünnhaupt 3013, 14. 1 – Faber du Faur I, 234 – Katalog Manheimer 287 – Goedeke III, 50, 90 (ohne die 87 S. “Buch von der Poeterey”). – An den Anfang bzw. nach den Vorreden beigebunden ist Opitz’ “Buch von der Deutschen Poeterey”, das manchmal fehlt, obwohl es als fester Bestandteil in der Vorrede angekündigt wird. – “Nichts ist bezeichnender für die fortdauernde Bedeutung des Opitz, als daß in dem Kampfe der Schweizer gegen Gottsched beide Parteien gewissermaßen sich auf ihn berufen, eine kritische Ausgabe seines Werkes unternahmen. Daß der Bodmerische Plan sich nicht erfüllte, ändert an der Tatsache nichts – macht aus dem einzigen erschienenen Band nur ein um so merkwürdigeres Zeugnis der Verehrung und ein sehr selten anzutreffendes dazu” (Wolfskehl). – Eine Fortsetzung unterblieb, da im folgenden Jahr der Gottschedianer D. W. Triller eine vierbändige, reich illustrierte Gesamtausgabe der Gedichte veranstaltete und damit dem anspruchsvollen Unternehmen der Schweizer den Markt entzog. – Alter Stempel auf dem Titel (“Schloss Püchau”), Wurmspuren in der unteren Ecke des Innendeckels, daher fehlende Ecke am Vorsatz und kleine Löcher in der unteren Ecke des Titels. Sonst innen frisch und nahezu fleckfrei. Sehr dekorativ gebunden.

Lot 333 Barockliteratur – Opitz, Martin
Teutsche Gedichte … Von neuem sorgfältig übersehen, allenthalben fleißig ausgebessert, mit nöthigen Anmerckungen erläutert, von Daniel Wilhelm Triller. 4 Teile in 2 Bänden. Mit 4 gestochenen Frontispizes, 1 gestochenen Porträt, 1 gestochenen Vignette und 9 Kupfertafeln von Martin Tyroff, teils nach Joh. Nic. Lentzer oder Joh. Just. Preissler. Frankfurt, Varrentrapp, 1746. 20 x 12,5 cm. Lederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (berieben und bestoßen, Kapitale und Kanten von Band 2 mit Wurmfraß, Leder spröde). [*]
After-Sale Price 300 €
Dünnhaupt IV, 3013, 15 – Faber du Faur 235 (ohne die Beigabe) – Goedeke III, 50, 100 (ohne die Beigabe, Bände 1 und 2 irrig 1736 datiert) – Jantz 1925: “The most beautiful of the Opitz editions.” – Der Inhalt ist hier erstmals systematisch geordnet, eine Menge guter Anmerkungen ist beigegeben, mancher Druckfehler ist verbessert und manche bessere Lesart wieder hergestellt. Anfangs nach dem Inhaltsverzeichnis, das offenbar nur einem kleinen Teil der Auflage beigegebene “Buch von der Teutschen Poeterey” mit besonderer Paginierung. – Vorsätze erneuert, nur teilweise leicht gebräunt. Innen sehr gutes Exemplar.

Lot 334 Barockliteratur – Seyffart, Karl
Poetischer Glücks-Topff in welchem allerley und zwart meist weltliche, traurig- und lustig-geziemende Gedichte zu ergreiffen und zu finden, und sonderlich dem Liebhaber der reinen Teutschen Poesie zu Nutz, mit der bewehrtesten Poeten Redens-Arten und Zierligkeiten geschmücket … Mit gestochenem, illustriertem Titel. Eisleben, Andreas Koch, 1671. 31 Bl., 448 S. 16 x 9,5 cm. Pergamentband der Zeit (berieben, etwas fleckig, etwas bestoßen). [*]
Result 550 €
Seltene erste Ausgabe. – Goedeke III, 7, 1 – VD17 39:120785U – Kroker, Barockliteratur II, 644. – Karl Seyffart (“Der Mühsame”, 1630-1681) war als Prediger in Peißen (Sachsen-Anhalt) und Legendorf und ab 1662 als Pfarrer in Gröbzig tätig. – Enthält Epigramme, Rätsel und verschiedene Gedichte, die enthaltene Verssatire “Wunderliches Jungfer-Leben” erlebte noch mehrere Auflagen, zudem sind zwei geistliche Gedichte in der Sammlung Poetisches Geistliches Sion, welche 1673 in Eisleben erschien, enthalten. – Die ersten sieben und die letzten zehn Blätter mit schwächer werdenden Wurmspuren (etwas Buchstabenverlust), Innengelenke angeplatzt, Bindung etwas gelockert, etwas gebräunt, stellenweise etwas fleckig.

Lot 335 Behrisch, Heinrich Wolfgang
Das Orakel vom Ehestande oder die ersten Linien der Gynäkologie. Mit einer gestochenen Titelvignette. Ohne Ort und Verlag (das ist: Altenburg, Richter,) 1776. 72 S. – Angebunden: Hupel, August Wilhelm. Vom Zweck der Ehen, ein Versuch, die Heurath der Castraten und die Trennung unglücklicher Ehen zu vertheidigen. Riga, Hartknoch 1771. 166 S. – Angebunden: Purgold,D. H. Prüfung der bisher gewöhnlichen Begriffe von der Ehe und von der Keuschheit wie auch des Satzes des Kanonischen Rechts, daß der Beyschlaf ohne Absicht der Zeugung eine schändliche Handlung sey. Magdeburg, Zapff, 1773. 38 S. – Angebunden: Hippel, Th. G. V. Ueber die Ehe. Mit einer gestochenen Titelvignette. Berlin, Voß, 1774. VIII, 229 S. 16 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Deckel etwas fleckig). [*]
Result 600 €
Schöner Sammelband zur “Ehe im Sturm und Drang”. – Zu A) Erste Ausgabe. – Nicht bei Goedeke – Holzmann/Bohatta III, 7732 (nach Selbstzuschreibung Behrischs in: Wiener Autoren 1784). – Seltene Schrift des nie verheirateten jüngeren Bruders von Goethes Studienfreund und Mentor Ernst Wolfgang Behrisch. “Oft ist die Sprache so deklamatorisch, vorzüglich zum Lobe des weiblichen Geschlechts, (wo der scharfsinnige Verf. des Buchs über die Ehe (Hippel) widerlegt werden soll,) daß man kaum weiß, ob es Ironie ist.” (ADB, Anhang 1780, S. 423). – Zu B) Erste Ausgabe. – Kosch VIII, Sp. 306. – A. W. Hupel (1737-1819) hat sich mit seinen Veröffentlichungen zur Geschichte des Baltikums “größere Verdienste erworben als irgend ein anderer Schriftsteller des 18. Jahrhunderts”. In der vorliegenden Schrift argumentiert er gegen die Ansicht, “Kinderzeugung” sei der einzige Zweck der Ehe. – Zu C) Erste Ausgabe. – Döring, Gelehrte Theologen Band 3, S. 398, 5. – D. H. Purgold (1708-1788) wird als orthodox-protestantischer Theologe beschrieben, tritt in der vorliegenden Schrift dennoch für ein lustvolles Ausleben der Sexualität ein. – Zu D) Erste Ausgabe. – Schulte-Strathaus S. 23, 14a – Goedeke IV/1, 687, 9. – Die seltene erste Ausgabe des vieldiskutierten Buchs, das zahlreiche Auflagen erlebte. – Zeitgenössisches gestochenes Exlibris auf dem Innendeckel “G. D. v.Ende”, das ist: Gotthelf Dietrich von Ende (1725-1798). Aus sächsischem Adel stammend, wurde er von Georg III. 1765 als Geheimer Rat (bis 1782) nach Osnabrück berufen. Seine Bibliothek, ganz überwiegend juristischen, historischen und theologischen Inhalts, wurde 1799 versteigert. Vorliegendes Buch ist in dem Katalog (“Verzeichniß einer Bücher-Sammlung welche am 12.März … zu Stade, in dem Hause …Freiherrn von Ende, meist bietend verkauft werden sollen”) S.69, No. 1425 gelistet, von den enthaltenen Titeln werden allerdings nur die ersten beiden genannt: “a) Das Orakel vom Ehestande. b) Hupel vom Zweck der Ehe.” – Papier teils leicht gebräunt, teils etwas stockfleckig, Vorsätze in den Ecken leimschattig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 336 Berquin, Arnaud
Idylles. 2e édition. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Titel und 24 Kupfertafeln von Gaucher, Delaunay, Lebeau, Masquelier, Ponce u.a. nach C. P. Marilier. Paris, Ruault, 1775. VI, 53 S., 70 S., 1 Bl. 14,5 x 9,5 cm. Roter Ganzmaroquinband (ca. 1880, signiert “Sourlier”) mit goldgeprägtem Rückentitel, Stehkantenvergoldung, reicher floraler Innenkantenbordüre sowie Ganzgoldschnitt. [*]
After-Sale Price 200 €
Zweite Ausgabe, im gleichen Jahr wie die erste Ausgabe und ebenfalls mit den schönen Kupfern nach Marilier. – Sander 126 Anmerkung – Cohen/Ricci 139: “Figures d’une grâce ravissante.” – Kollation von der bei Cohen/R. genannten Erstausgabe leicht abweichend. – Teilweise leicht stockfleckig, gestochener Titel und typographischer Titel des zweiten Teils mit Paraphe in Tinte. – Gutes Exemplar auf festem Bütten in einem schönen Ganzlederband.

Lot 337 Bitaubé, Paul Jeremie
Joseph. En neuf chants. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Frontispiz und 9 Kupfertafeln von J. W. Meil. Berlin, S. Pitra, 1767. 4 Bl., XL, 196, 308 S. 16,4 x 10 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, Kapitale mit schmalen Fehlstellen).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Rümann 165 – Cohen/Ricci, Sp. 153 – Dorn, Meil 214-223. – Der Autor (1732-1808) war Altphilologe und Fürstlich Brandenburgischer Resident in Berlin. – Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 338 Boccaccio, Giovanni
Nouvelles. Traduction libre, orné de la vie de Boccace, des contes que La Fontaine a empruntés de cet auteur, etc. par Mirabeau. 4 Bände. Mit 8 Kupfertafeln. Paris, Duprat, 1802. 20,5 x 12,5 cm. Halblederbände der Zeit mit je 2 Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (leicht berieben, Ecken bestoßen, Deckel mit dem Bibliotheksschild der Bibliothek der Grafen von Schönborn-Buchheim). [*]
Result 230 €
Erste Ausgabe der Übersetzung Mirabeaus, mit den hübschen Kupfern nach Marillier. – Graesse II, 261. – Nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 339 Bodmer, Johann Jakob und Johann Jakob Breitinger
Die Discourse der Mahlern (4.Teil:) Die Mahler, Oder: Discourse von den Sitten der Menschen. Vier Teile in einem Band. Mit einer gestochenen Titelvignette. Zürich, Joseph Lindinner (4.Teil:) Bodmersche Druckerei, 1721-1723. 16,8 x 9,5 cm. Mit geblümtem Papier bezogener Pappband der Zeit, mit späterem handschriftlichen Rückentitel (berieben, Bezug über dem vorderen Gelenk rissig). [*]
After-Sale Price 2800 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 9, 1 (Bodmer) – Diesch 503 – Kirchner 4832. – Aus der Bibliothek des deutsch-französischen Bankiers und Büchersammlers Jean Furstenberg (1890-1982), der als Jude 1936 aus Deutschland emigrieren musste, seine bedeutende Bibliothek aber mitnehmen konnte. Sein Exlibris auf dem Innendeckel. – Vollständiges Exemplar dieser äußerst seltenen ersten eigenständigen deutschsprachigen “moralischen Wochenschrift”, oft als eigentlicher Beginn der neueren deutschen Literatur bezeichnet. – 1720 hatte sich in Zürich eine Gruppe junger Männer um J. J. Bodmer als “Gesellschafft der Mahlern” gegründet mit dem Ziel, eine Wochenschrift in der Art des Spectator, den sie nur in der französischen Ausgabe kannten, für die Schweiz und Deutschland einzurichten. Jeder Beitrag sollte pseudonym unter dem Namen eines großen Malers gedruckt werden. – “Obwohl die Auflage der Discourse vergleichsweise gering war – der Debit für Deutschland lag bei 200 Exemplaren, für die Schweiz noch darunter, … hatte man mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Noch 1729 hatte der Züricher Buchhändler Andrae eine Anzahl Discourse ‘bei der Stelle liegen’.” (H.Brandes. Die Gesellschaft der Maler, S.37). -Erster Titel hinterlegt, teils etwas fleckig, etwas eng gebunden.

Lot 340 Boileau-Despréaux, Nicolas
Oeuvres. Avec des éclaicissemens historiques. Donnez par lui-meme. 2 Bände. Mit 2 gefalteten gestochenen Porträts, 6 Kupfertafeln von Chereau, 2 gestochenen Titelvignetten, 2 gestochenen Textvignetten und 2 gestochenen Initialen. Genf, Fabri & Barrillot, 1716. 2 Bl., XXVIII, 506 S., 1 Bl.; 2 Bl., 427 S., 17 Bl. 25,5 x 18,5 cm. Ganzlederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen, Gelenke mit kleinen Wurmgängen, Kapitale mit kleinen Einrissen).
After-Sale Price 200 €
Frühe illustrierte Werkausgabe des französischen Satirikers. – Graesse I, 472 – Tchemerzine II, 292 – Magne 568: “Cette édition, publiée par Brossette d’aprés renseignements fournis par Boileau, compte parmis le plus importantes”. – Das einstige “enfant terrible” des französischen Literaturbetriebs Nicolas Boileau-Despréaux (1636-1711) avancierte später zum hoch angesehenen königlichen Hofchronisten. – Nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 341 Buchwesen – Bartsch, Adam von
Anleitung zur Kupferstichkunde. 2 Bände. Mit 11 gefalteten Kupfertafeln. Wien, Wallishauser, 1821. VIII, 287 S., 2 Bl. 21,5 x 13 cm. Marmorierte Kalbslederbände der Zeit mit je 2 roten Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren sowie Stehkantenvergoldung (1 Kapital leicht bestoßen, Ecken teilweise etwas bestoßen, Kanten etwas berieben, vorderes Gelenk von Band 1 leicht angebrochen).
Result 370 €
Erste Ausgabe des bis heute für die Bewertung und Herstellung von Kupferstichen wichtigen Werks. – Brunet I, 684 – Graesse I, 305. – Gutes Exemplar, sehr dekorativ gebunden.

Lot 342 Buchwesen – Beyer, August
Memoriae historico-criticae librorum rariorum. Accedunt Evangeli Cosmopolitani (das ist: A. Beyer) notae ad J.B. Menckenii De Charletaneria Eruditorum Declamationes, in quibus exempla nonnula praecipue Hispanorum adferuntur. Dresden und Leipzig, F. Hekel, 1734. 8 Bl., 301 S., 1 Bl. 16,8 x 10,5 cm. Brauner Ganzlederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild mit blindgeprägten Deckelornamenten (etwas berieben, Deckel etwas gewellt).
Result 360 €
Erste Ausgabe der seltenen Beschreibung von 100 Rara und Rarissima. – August Beyer (1707-1741) “war ein Theologe, dessen Bedeutung jedoch auf seine Tätigkeit als Bibliothekar, u.a. für die Bibliotheca Bunaviana des Grafen Heinrich von Bünau, und v.a. auf seine Schriften zur Dresdner Bibliothekslandschaft des frühen 18. Jahrhunderts zurückzuführen ist” (H. Schwanitz in: Sächsische Biografie, Online-Ausgabe). – Titel mit schwachem Stempel und Bibliotheks-Signatur, teilweise etwas gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 343 Buchwesen – Bossange, Hector
Catalogue de livres Francais, Anglais, Allemands, Espagnols, Grecs et Latins, Italiens, Portugais, Orientaux, etc. Suivi de prix courants. Mit 24 Holzschnitt-Tafeln und 4 (3 doppelblattgroßen gefalteten/ 2 farbigen) lithographischen Tafeln. Paris, Belin-Mandar, 1845. XIII S., 1 Bl., 802 S., 1 Bl., S. 803-984. 25 x 16 cm. Halbmaroquinband (signiert: “Ch. Blaise”) der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen, vorderes Gelenk oben leicht angeplatzt).
Result 650 €
Monumentaler Antiquariatskatalog mit 21291 Nummern, darunter 19441 Bücher, aber auch Karten, Musik, Graphik, Gemälde, Hüte, Medaillen, chirurgische und andere Instrumente, Druckerpressen (vier davon abgebildet auf einer Tafel), Drucktypen, Vignetten und Zierleisten, Gerätschaften für den Buchbinder, Photoapparate (appareils pour plaque, plaques pour daguerréotype) etc. – Vermutlich eine Vorzugsausgabe für den Duc de Chartres, Sohn des Königs Louis-Philippe, mit dessen Stempel auf dem Vortitel. – Die 24 Holzstichtafeln am Anfang mit romantischen Buchillustrationen. – Teilweise leicht gebräunt, die Tafeln etwas stärker.

Lot 344 Buchwesen
Catalogus oder Verzeichniß der Hebräisch- und Rabbinischen Bücher, welche in der Königl. und Churfürstl. Residentz-Stadt Hanover im nechst künfftigen 1722ten Jahre den 18. Februarii durch öffentliche Auction, in dem Hauße der Gebrüder Gumpertz und Isaac Behrens, an den meistbietenden sollen verhandelt, und gegen baare Bezahlung so fort ausgeliefert werden. Hannover, 1721. 47 S. 21 x 17 cm. Kartonage der Zeit (etwas fleckig und angestaubt, Rücken mit kleinen Läsuren).
Result 3300 €
Druck in Deutsch und Hebräisch. – Verzeichnet 1074 Titel. – Verso Titel mit dem Stempel “Bibliotheca Oelrichsiana”. Ein Teil der bedeutenden Sammlung des Historikers und Diplomaten Johann Carl Conrad Oelrichs (1722-1799) wurde 1800 in Berlin versteigert. – Etwas gebräunt.

Lot 345 Buchwesen – Devauchelle, Roger
Le reliure en France de ses origines à nos jours. 3 Bände. Mit 251 (teilweise farbigen) montierten Tafeln und zahlreichen Textabbildungen. Paris, Rousseau-Girard, 1959-1961. 28 x 22 cm. Schwarze Halblederbände mit goldgeprägtem Rückentitel in Schubern (diese etwas bestoßen).
Result 400 €
Erste Ausgabe des Standardwerkes. – Eins von 900 Exemplaren. – Band I: Des origines à la fin du XVIIe siècle. – Band II: De 1700 à 1850. – Band III: Depuis 1850. – Die Bände 2 und 3 mit einigen Farbanstreichungen und Notizen in Bleistift.
First edition. – 3 vols. With 251 (some col.) mounted plates and numerous text-illustrations. Black half calf, gilt, with slipcases. – Vols 2 und 3 with some underlinings in colour and annotations in pencil.

Lot 346 Buchwesen – Dupont, Paul
Histoire de l’imprimerie. 2 Bände. Paris, chez tous les libraires, 1854. 2 Bl., XVII, 523 S.; 2 Bl., 612 S. 18 x 11,5 cm. Grüne Halbmaroquinbände der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung.
After-Sale Price 200 €
Seltene erste Ausgabe. – Bigmore/W. I, 190. – Gibt einen generellen Überblick über das Druckwesen in Frankreich mit einem Schwerpunkt auf das frühe 19. Jahrhundert. Behandelt auch die Papierherstellung, Lithographie sowie die Gesetzgebung in der Druckindustrie. – Die ersten und letzten Blätter etwas gebräunt. Sehr gutes Exemplar.

Lot 347 Buchwesen
Kleines Bücherbord. Mahagoni furniert, marketiert, partiell schwarz konturiert und farbig gehöht, mit intarsierten bäuerlichen Szenen. Gesägt. Wohl Niederlande, 19. Jahrhundert. 36 x 13 x 11 cm. [*]
After-Sale Price 200 €
Intarsiert mit bäuerlichen Szenen, die Seitenteile sind klappbar. – Trocknungsrisse, teils berieben und kratzspurig.

Lot 348 Buchwesen – Mairet, F
Notice sur la lithographie, suivie d’un essai sur la reliure et le blanchiment des livres et gravures. (2. Auflage). Mit 1 gestochenen und 4 lithographischen Tafeln. Chatillon-sur-Seine, Cornillac, 1824. 228 S. 19,5 x 11,5 cm. Halblederband (um 1880) mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung.
After-Sale Price 300 €
Seltene zweite Ausgabe, die Erstausgabe erschien 1818. – Pollen II, 1283 – Bigmore-W. II, 14: “The new edition was printed in a far superior manner to the old one, and the plates are much better executed, marking the progress which had been made in the interval between the two publications.” – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Nur teilweise leicht gebräunt. Sehr gutes Exemplar.
Second edition. – With 1 engr. and 4 lithogr. plates. Later half calf, gilt. – Uncut and unopened. – Fine copy.

Lot 349 Buchwesen – Pater, Paul
De Germaniae miraculo optimo, maximo, typis literarum, earumque differentiis, dissertatio qua simul artis typographicae universam rationem explicat Paulus Pater, PP. Mit Holzschnitt-Titelvignette (Druckerei), zahlreichen Holzschnitt-Initialen, 1 gestochenen Kopfvignette und 2 Kupfertafeln. Leipzig, Gleditsch, 1710. 2 Bl., 91 S. 20,4 x 16,5 cm. Halblederband der Zeit mit etwas Rückenvergoldung (berieben, unteres Kapital mit kleiner Fehlstelle). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste Ausgabe der seltenen Abhandlung. – ADB XXV, 222 – Bigmore II, 148: “A very curious work, treating of where and when printing was discovered, the manufacture of types and printing-ink, specimens of various types, early-printed books, celebrated printers, the cost of printing and the profit made by printers.” – Name auf Titel, Titel unten eng beschnitten (Verlust der Jahreszahl), teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 350 Buchwesen – Stassoff, Wladimir W
Geschichte des Buches “Byzantinische Zellen-Emails” von A. v. Swenigorodskoi. Mit 2 teilweise goldgehöhten Chromolithographien, 3 Holzstich-Tafeln und 1 Radierung von W.W. Matthé. St. Petersburg, 1898. Titel, Druckvermerk, 272 S. 30,5 x 21 cm. Weißer Original-Leinwandband mit reicher Gold- und Schwarzprägung sowie Ganzgoldschnitt mit ornamentaler Dekoration in Rot im Original-Lederumschlag in Original-Halbleinwandkassette (diese an den Kanten berieben und an 1 Gelenk etwas angeplatzt).
Result 800 €
Eins von 100 nummerierten Exemplaren der deutschen Ausgabe, hier Exemplar “des Medicinalrathes Dr. med. Grödel” (handschriftlich). – Seltener Bericht über die wohl aufwendigste Buchproduktion Russlands im 19. Jahrhundert, die besonders die technische Leistungsfähigkeit des Zarenreiches dokumentieren sollte. Es handelt sich um die “Geschichte und Denkmäler des byzantinischen Emails” von A. v. Swenigorodskoi, erschienen 1894, das in aufwendigstem Farb- und Echtgolddruckverfahren die byzantinischen Emails des 10. und 11. Jahrhunderts reproduzierte und beschrieb. Die vorliegende Publikation dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Prachtwerkes mit Wiedergabe des Schriftverkehrs des Sammlers sowie Urteile der Presse und des Publikums hierzu. – Tadellos.

Lot 351 Buchwesen
Verzeichniss einer Sammlung von spanischen, französischen, englischen und italienischen Büchern, welche am 10. Februar 1817 in Hamburg öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden sollen. Dieses Verzeichniss ist zu haben bey Perthes und Besser in Hamburg und in den mehrsten Buchhandlungen Deutschlands. Hamburg, 1816. – (2.Titel:) Catalogus bibliothecae selectissimae …, Hamburgi, 1816. 2 Bl., 60 S. 18,5 x 11,5 cm. Halbleinenband (um 1900). [*]
Result 480 €
Sehr seltener Auktionskatalog; verzeichnet sind 1236 Lose und weitere 64 bzw. 104 in zwei Anhängen, dabei nehmen die spanischen Bücher fast die Hälfte des Kataloges ein. – Nicht bei Petzoldt und Folter. – Auf die Auktion wies u.a. die Allgemeine Zeitung München, (1816, S. 3f.) hin: “Eine so wichtige Bücherversteigerung von den seltensten und kostbarsten alten und neuern spanischen Büchern haben wir in Deutschland wohl noch nicht gesehen. … Es befinden sich auch einige in Mexico gedruckte Bücher darin, so wie verschiedene während der spanischen Revolution erschienenen Werke. Nicht leicht wird man irgend ein beträchtliches Werk der spanischen Litteratur darin vermissen”. – Deutsches Titelblatt mit kleinem Eckabriss unten, papierbedingt leicht gebräunt.

Lot 352 Buchwesen – Weigel, Johann August Gottlieb
Verzeichniß einer Sammlung von Büchern aus allen Wissenschaften wie auch Handschriften, Musikalien u.s.w. welche den 13. May 1801 im rothen Collegio … öffentlich versteigert werden sollen. Catalogus librorum ex omni scientiarum genere … Leipzig, Neubert, 1801. 2 Bl., 331 S. 20 x 13,5 cm. Pappband der Zeit (berieben, Rücken und Kanten bestoßen).
Result 1100 €
Seltener Katalog des 1797 in Leipzig gegründeten Auktionshauses Weigel, verzeichnet mehr als 6000 Titel. – Mit Angabe der Ergebnisse im Rand und Nennung der Käufer im Text, eventuell das Handexemplar des Auktionators. – Unbeschnitten. – Teilweise leicht gebräunt.

Lot 353 Burke, Edmund – Bisset, Robert
Edmund Burke’s Leben in historisch-literarisch-politischer hinsicht unpartheiisch dargestellt. Aus dem Englischen von Johann Christia Fick. Mit gestochenem Porträt von Hillmann. Leipzig und Gera, W. Heinsius, 1799. XIV, 380 S. 16,4 x 9,5 S. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung (Ecken und Kanten etwas bestoßen).
Result 200 €
Erste deutsche Ausgabe. – Price & Price, Humaniora S. 26. – Frühe deutsche Übersetzung der 1798 in England erschienenen Biographie des irisch-englischen Staatsphilosophen und Politikers Edmund Burke (1729-1797). – Teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 354 Creuzer, Friedrich
Das akademische Studium des Alterthums, nebst einem Plane der humanistischen Vorlesungen und des philologischen Seminarium auf der Universität zu Heidelberg. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1807. Titel, 140 S., 1 Bl. 20,5 x 12 cm. Roter Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung und Blindprägung (Deckel etwas lichtrandig, Ecken etwas bestoßen, Vergoldung am unteren Kapital teils abgeplatzt). [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 211, 2. – Im Jahre 2007 feierte das “Heidelberger Seminar für Klassische Philologie” sein zweihundertjähriges Bestehen. Es ist das älteste geisteswissenschaftliche Institut der Universität. Gegründet wurde es von dem berühmten Philologen und Romantiker Friedrich Creuzer (1771-1858). Anlässlich der Aufnahme des Studienbetriebes veröffentlichte Creuzer 1807 die vorliegende Denkschrift. Sie kann als intellektuelle Gründungsurkunde des Seminars für Klassische Philologie gelten. – Titel am Unterrand mit kurzem Einriss und kleinem Tintenfleck, im Oberrand durchgehend leicht fleckig.

Lot 355 Diebe und Mörder – Ainsworth, W. Harrison
Jack Sheppard. Aus dem Englischen übersetzt von J. G. Günther. Erster und Zweiter Theil in zwei Bänden (= Vier Bändchen). Mit 27 lithographischen Tafeln nach G. Cruikshank. Leipzig, Christ. Ernst Kollermann, 1839/40. 1 Bl., 348 S.; 1 Bl., 237 S., 192 S. 14,4 x 10,5 cm. Spätere Halbleinenbände mit goldgeprägtem Rückentitel (etwas berieben, leicht bestoßen). [*]
Result 240 €
Seltene erste deutsche Ausgabe, nur kurz nach der bei Richard Bentley in London veröffentlichten Erstausgabe erschienen. – Allgemeine Deutsche Bibliographie für Deutschland, Nr. 19 (8. Mai 1840), 2058. – Blätter für literarische Unterhaltung, 1839, S. 1320: “Ainsworth hat eine wunderbare Fertigkeit, Spitzbubenromane mit einer Art Moralität zu bekleiden.” – Die 27 Radierungen von Cruikshank hier als lithographische Reproduktionen “Lith. u. Druck v. A. Wehrt in Braunschwg.” Mit deutschen Bildunterschriften. – Druck von Phil. Reclam jun. in Leipzig. – Etwas gebräunt und fleckig, die Tafeln teils knapp bis in den Bildbereich und den Text beschnitten, Bindungen gelockert, die ersten und letzten Bl. von Band 2 neu eingefalzt, letztes Blatt mit restaurierter Fehlstelle.

Lot 356 Diebe und Mörder
Sammelband mit 50 Zirkularen, Todesurteilen, Fahndungsaufrufen, Jahrmarktschriften usw. Österreich, meist Wien, 1804-1853. Meist Doppelblätter, meist 24 x 18 cm. Neuer marmorierter Pappband mit Rückentitel: “Sammlung von Todesurtheilen”. [*]
Result 1500 €
Die Sammlung enthält meist Todesurteile, aber auch Jahrmarktschriften wie: “Die Mordmaschine. Aus den hinterlassenen Papieren des Kaufmanns W*** zu R***. Pest, 1820.” – “Beschreibung einer schrecklichen Mordthat welche in Kalabriens Gebirgen von Räubern an einem Grafen am 17. Juli 1841 verübt wurde. Ratibor, 1842.” – “Die fürchterliche Mordgrube in Schottland, in der beinahe 50 Schlachtopfer ihren Untergang fanden.” – Enthält auch zwei (ein gestochenes illustriertes) Faltblätter zum Attentat auf Ludwig XV. durch Robert Franciscus Damien und dessen Hinrichtung 1757. – Teilweise mit Liedtexten. – Wenige Schriften sauber restauriert, zwei mit hinterlegten Fehlstellen, teilweise etwas gebräunt.

Lot 357 Dumas Fils, Alexandre
La princesse Georges. Pièce en trois actes. Paris, Michel Lévy Frères, 1872. XV, 77 S. 23 x 14,5 cm. Späterer Halbleinenband unter Verwendung eines alten goldgeprägten Lederrückenschildchens (dieses etwas berieben und fleckig).
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Vortitel mit vierzeiliger eigenhändiger Widmung des Autors an “Monsieur Francis”, signiert “A. Dumas fils”. – Innendeckel mit einem Exlibris des lothringischen Dichters und Graphikers Alfred Pellon (1874-1947) für den Metzer Kunstmäzen und Regierungsrat Alfons Federspil. – Papierbedingt gebräunt und teils stärker stockfleckig.

Lot 358 Eckartshausen, Karl von
Die Folgen der Tugend und des Lasters, oder moralische Grundsätze, anwendbar gemacht aufs Herz durch Erzählungen. Mit Frontispiz und gestochener Titelvignette. München, Lentner und Wien, Wappler, 1789. 4 Bl., 325 S. 17 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben und bestoßen, fleckig, oberes Kapital ca. 1 cm eingerissen).
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Hamberger/Meusel II,148 – Rümann 220 – nicht bei Goedeke. – “Ich schreibe nun ein Buch, und es soll den Titel führen: Die Folgen der Tugend und die Folgen des Lasters. Ich will den Menschen zeigen, warum die Tugend glücklich, warum das Laster unglücklich macht. Nicht theoretisch will ich beweisen, sondern beweisen durch Beyspiele, durch Erzählungen – mit einem Worte: ich will die Sache anschaulich machen” (Einleitung). – Enthält nach einer Einleitung: “Von den Hauptlastern, woraus das Unglück der Menschheit entsteht” folgende Erzählungen: “Folgen des Hochmuths und des Stolzes in Hybernien”; “Ludwig, der Gebartete” und “Lottchen, eine wahre Geschichte”. Darauf folgen “Karakterschilderungen nach Originalen” wie u.a. “Mirmon”; “Eugenie Brandfort”; “Der ehrliche Steffen”; “Die Folge des Hochmuths” und “Alzahel, eine arabische Geschichte”. – Titel mit handschriftlichem Besitzvermerk, Frontispiz mit schmaler ergänzter Randfehlstelle, stellenweise fingerfleckig und etwas gebräunt.

Lot 359 Edda
Die Isländische Edda. Das ist: Die geheime Gottes-Lehre der ältesten Hyperboräer, der Norder … In die Hochteutsche Sprache … übersetzt und edirt von Jacob Schimmelmann. Mit 1 gefalteten Kupfertafel, 4 montierten Kupfern auf 3 Tafelbl. und 2 montierten Textkupfern. Stettin, Struck, 1777. 4 Bl., 42, 456 S., 8 Bl. (Tafelerklärungen). 19,5 x 17 cm. Etwas späterer Pappband (Kanten berieben, etwas bestoßen). [*]
Result 400 €
Erste deutsche Ausgabe. – Bruun IV, 142 – Klose 4376 – Fiske 117. – Diese Teilübersetzung der Snorri-Edda (Edda Saemundar) folgt dem dänisch-lateinischen Text Resens (1664). Die erste vollständige Ausgabe, ediert durch Rühs, lag erst 1814 vor. – Unser Exemplar laut Buchbinderanweisung mit den vollständigen Kupfern, jedoch “Herthe” und das “Sonnen Bild” nicht auseinandergeschnitten. – Ohne Vorsätze, Titel recto mit gestrichenem Besitzvermerk, verso mit tektiertem Stempel, gering fleckig, leicht gebräunt.

Lot 360 Einbände
Drei meisterhafte Ganzlederbände des 19. Jahrhunderts mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung sowie gepunztem Goldschnitt (gering bestoßen und berieben, gelegentlich etwas fleckig). [*]
Result 460 €
Enthalten sind: I. Poesiealbum mit handschriftlichen Einträgen. Lübeck, um 1844-1853. ca. 100 Blatt. 22 x 14 cm. – II. Vollständiges Gesangbuch. 1000 geistreiche und auserlesene Lieder. Magdeburg 1804 (Einband datiert 1815). 680, 12, 24 S. 17 x 10 cm. – III. Vermehrtes Lüneburgisches Kirchenbuch. Mit zwei weiteren beigebundenen Titeln der Sternschen Offizin. Lüneburg, Stern, 1800. 734, 28, 167, 112 S. 17 x 10 cm. – Gelegentlich etwas braunfleckig, ältere Dedikations- und Besitzvermerke, sonst innen sauber.

Lot 361 Einbände
Neuer farbig bemalter Pergamentband unter Verwendung alten Materials, mit Heiligenbild wohl der Rosa von Lima, der ersten heiligen Amerikas, auf dem Vorderdeckel. Anfang 18. Jahrhundert. (Schließbänder erneuert, neu gebunden, Deckel etwas aufgebogen, unteres Kapital etwas gestaucht, dadurch Gelenke etwas angeplatzt, etwas fleckig).
After-Sale Price 200 €
Die Jungfrau, Mystikerin und Dominikaner-Terziarin Rosa von Lima (1586-1617) wurde von Papst Clemens X. 1671 als erste Amerikanerin heilig gesprochen. Ihr Gedenktag ist der 23. August. – Enthält: Titelblatt zu Parra, J. de. Rosa laureada entre los santos. Madrid, Morras, 1670. – Palau 213.323 und Streit II, 2050. – Biographie von Rosa von Lima. – Mit großer ergänzter Randfehlstelle. – Angebunden: Suárez de Paz, Gonzalo. Praxis ecclesiastica, et saecularis, in qua acta processuum omnium utriusque fori causarum cum actionum formulis sermone hispano composita, & ad hodiernum stylum accomodata traduntur, ordinantur… 4 Teile. Madrid, Ibarra, (ohne Jahr). 5 Bl., 332 S., 84 S., 88 S., 26 Bl. 108 S. 30 x 20,5 cm. – Vorsätze erneuert, Titel und die ersten vier Blätter mit großen ergänzten Fehlstellen, dadurch kein Erscheinungsjahr feststellbar, gelegentlich leicht braunfleckig.

Lot 362 Einbände
Rote Ganzmaroquinbände (ca. 1850) mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten floralen Deckelbordüren, goldgeprägter Deckelvignette mit Titel sowie goldgeprägter Steh- und Innenkantenvergoldung (minimal berieben, Band 3 etwas abweichend vergoldet).
Result 200 €
Enthält: Humboldt, Alexander von. Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. Bände 1-3 (von 5). Stuttgart u.a., Cotta, 1845-1850. 21,5 x 13,5 cm. – Erste Ausgabe. – Vorsätze fleckig.

Lot 363 Einbände
Sammlung von acht aufwendigen Einbänden für Gebet- und Gesangbücher. Unterschiedliche Sprachen, Formate und Materialien (Gebrauchsspuren).
Result 400 €
Vorhanden sind: I. Gravierter Silbereinband. Gestempelt 800 (keine weiteren Marken). 13 x 6 cm. Italienisch. – II. Leder mit reich getriebenen barockisierenden Metallbeschlägen (ungemarkt, wohl Silber). 18 x 10 cm. Süddeutsch, um 1800. – III.-IV. Einbände in Elfenbein-Optik (Ivoroid). 12 x 7 cm und 12,5 x 8 cm. Frankreich und Österreich. Um 1900. – V.-VIII. Ganzlederbände mit Portemonnaie oder Glacé-Handschuhen oder Rosenkranz in Klappschatulle der Zeit. Französisch. Um 1900. – Nur geringe Nutzungsspuren, recht gut.

Lot 364 Einbände
Sammlung von ca. 85 meist aufwendigen Einbänden für Gebet- und Gesangbücher. Almanache u.a. Unterschiedliche Sprachen, Formate und Materialien (Gebrauchsspuren).
Result 700 €
Bände überwiegend französischer Provenienz. Vorhanden sind: 23 Bände aus Ivoroid, 10 aus Samt, 3 aus Lack oder Schildpatt-Imitat, 1 aus Wachs, 35 aus Ganzleder, 11 aus Pappe der sonstigen Einbandmaterialien. Dazu 25 leere Schuber (Pappe, Leinwandbezug) für Bücher. – Unterschiedliche Nutzungsspuren, meist recht gut.

Lot 365 Einbände
Wappeneinband aus der Bibliothek der Pavée de Vendeuvre. Marmorierter brauner Lederband auf 6 Bünden mit reicher floraler Rückenvergoldung, goldgeprägtem Titel auf rotem Rückenschild und goldgeprägten Wappensupralibros auf beiden Deckeln. 18. Jahrhundert. 35 x 21 cm (etwas berieben und leicht bestoßen, mit kleineren Schabspuren und Fehlstellen an den Kanten und Gelenken). [*]
After-Sale Price 200 €
Das Familienwappen der Pavée de Vendeuvre mit Pfauen, von zwei Sternen flankierten Kreuzen und großer Helmzier sowie der Devise “Ardeo – Persevero – Spero” in präziser Goldprägung. – Enthält: Johannes Cocceius. Lexicon & commentarius sermonis Hebraici et Chaldaici. Editio Novissima. Opera atque studio Johannis Henrici Maji. Mit gestochener Titelvignette. Frankfurt/Leipzig/Gotha, Reyher, 1714. 10 Bl., 1040 Sp., 30 Bl. (Index), 142 Sp. – Etwas gebräunt und stockfleckig.

Lot 366 Faerno, Gabriele
Fabulae. Des Gabriel Faernus Fabeln. Metrisch verdeutscht, und mit biographischen und bibliographischen Einleitungen versehen von Johann Gabriel Seidl. Grätz, Damian und Sorge, 1831. XVI, 192 S., 2 Bl. (Inhalt). 17 x 10 cm. Maroquinband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten, ornamental verzierten Deckelfileten, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie umlaufendem Goldschnitt (oberes Kapital mit kleiner Fehlstelle, nur leicht berieben und bestoßen). [*]
Result 200 €
Seltene erste Ausgabe der Übertragung der Fabeln des italienischen Renaissancegelehrten von Seidl. – Goedeke IX, 116, 36. – Der österreichische Dichter, historisch-topographische und archäologische Schriftsteller Johann Gabriel Seidl (1804-1875) ist heute vor allem für seinen Text der österreichischen Kaiserhymne von 1854 “Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser, unser Land!” bekannt. – Innengelenke angebrochen, ansonsten sehr schönes Exemplar.

Lot 367 Faksimile – Gottfried von Straßburg
Tristan und Isolde. Faksimile und Kommentarband. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Stuttgart, Müller und Schindler, 1979. 109 Bl.; 144 S., 1 Bl. (Kommentar). 25 x 18 cm. Blindgeprägter Original-Kunstlederband und Original-Halblederband im Original-Pappschuber. [*]
After-Sale Price 200 €
Eins von 950 nummerierten Exemplaren. – Faksimile des Cgm 51 der Bayerischen Staatsbibliothek München. Mit der Fortsetzung Ulrichs von Türheim. – Schönes Exemplar.

Lot 368 Faksimile
Die Lambeth Apokalypse. Faksimile der Bilderhandschrift MS 209 der Lambeth Palace Library London aus dem 13. Jahrhundert. Faksimile und Kommentarband. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Stuttgart, Müller und Schindler, 1990. 55 Bl.; 369 S. 29 x 21,5 cm. Weinroter Original-Schafslederband über Holzdeckeln mit blindgeprägten Wappensupralibros, Metall-Eckbeschlägen und 2 Metallschließen sowie Original-Halblederband in Original-Samtkassette mit goldgeprägtem Leder-Mittelstück (Halblederband am Vorderdeckel gering fleckig, Lederband leicht berieben). [*]
After-Sale Price 800 €
Eins von 550 nummerierten Exemplaren. – Mit dem kunsthistorischen Kommentar von N. Morgan und einem Beitrag von M. Brown. – Schönes Exemplar.

Lot 369 Festbücher – Hirt, Alois Ludwig und K. F. von Brühl
Die Weihe des Eros Uranios. Ein festlicher Aufzug mit Tänzen. Gegeben den 8ten Januar 1818 im weissen Saale des Königlichen Schlosses, zur Vermählungsfeier des Prinzen Friedrich von Preussen … und der Prinzessin Wilhelmine Luise von Anhalt-Bernburg. Mit 13 (12 kolorierte, 1 gefaltete) Kupfertafeln. Berlin, Wittich, 1818. VI, 21 S. 23 x 29 cm. Neuerer Pappband.
Result 850 €
Erste Ausgabe. – Lipperheide Sbb 24 – Vinet 702. – Die farbenfrohen und prächtigen Tafeln nach Zeichnungen von Stürmer und gestochen von Jügel und Hillmann zeigen bis zu sechs Figuren in antiken Kostümen in kräftigem Kolorit. – Die (ankolorierte) Falttafel zeigt den Festzug in drei Reihen. Diese Tafel im Rand abgeschnitten und nicht vollständig. – Fünf Tafeln teilweise im Rand unterlegt, etwas fingerfleckig und gebräunt.

Lot 370 Festbücher – Rautenstrauch, Johann
Der glücklichste Frühling für den unschätzbaren Flor des französischen Lilien-Gartens betreffend die von Gott gefügte Allerhöchste Vermählung des … Dauphins von Frankreich etc. mit Ihro Kgl. Hoheit … Antonia gebohrnen Erz-Herzogin von Österreich. Mit zwei Original-Photographien. Vintages. Albuminabzüge. Montiert. Straßburg, Heitz, 1770 (vielmehr: ohne Ort, um 1870). 9 Bl. 30 x 24 cm. Halbleinwand der Zeit (gering berieben).
After-Sale Price 240 €
Von uns nicht nachweisbare Ausgabe. – Vgl. Goedeke IV/1, 198, 13, 3 (für die Erstausgabe, ohne Hinweis auf den Reprint). – Laut Vorwort des unbekannten “M.T.” (doch wohl kaum Magister Tinius – wer ist`s?) in nur 20 Exemplaren hergestelltes Faksimile (recte: Neusatz mit alten Lettern) der verschollenen Schrift zur Vermählung von Marie-Antoinette mit dem Dauphin, sehr großzügig auf Bütten gedruckt und mit Buchschmuck und zwei Original-Photographien als Illustrationen versehen. Von uns online nur zwei Exemplare des Originals in öffentlichen deutschen Bibliotheken nachweisbar (München und Dresden), kein Exemplar dieser Neuausgabe. Das ursprünglich auf weißem Atlas gedruckte Huldigungsgedicht war verschollen, tauchte dann bei einem Pariser Antiquar auf und wurde, wohl zum 100jährigen Jubiläum des Ereignisses, hier wieder gedruckt. Die Photos zeigen ein Porträt der späteren Königin und die Silhouette von Straßburg mit dem Münster. Das Vorwort geht noch weiter auf die Vorgänge und weitere Schriften Rautenstrauchs ein. – Exlibris, nur sehr gering braunfleckig, insgesamt frisch.

Lot 371 Florian, Jean-Pierre Claris de
Novellen des Ritters von St. Florian. Verteutscht von A. G. Meißnner. Mit Musik von Herrn Capellmeister Schuster. Mit gestochenem Frontispiz (Seidelmann fec., Geyser sc.) und 2 gefalteten Notenbeilagen. Leipzig, Göschen, 1786. 5 Bl., 226 S., 2 Bl. 16 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben).
After-Sale Price 240 €
Seltene erste deutsche Ausgabe. – Fromm 9543 – Goedeke IV/1, 602, 24 (für Meißner). – Die beiden mehrfach gefalteten Musikbeilagen beidseitig bedruckt. – Teilweise leicht gebräunt.

Lot 372 Förderer von Richtenfels, Johann Georg
Atlantiades pragmaticus. Das ist: Curioser und gallanter historisch-politischer Zeit-Vertreib. 6 Hefte (von 13 ?) in 1 Band. Mit 6 Titelkupfern, 1 Kupfertitel und 8 mehrfach gefalteten genealogischen Tafeln. Pressburg, 1719. 204 S. 16,5 x 9,5 cm. Pergamentband der Zeit mit Rückenschild (fehlender Rücken alt mit Pergament erneuert, jedoch ebenda Fehlstellen und Einrisse in der unteren Hälfte). [*]
After-Sale Price 400 €
Umfangreiches Teilstück der sehr seltenen Zeitschrift; ein weiteres Exemplar können wir nur in der Württembergischen Landesbibliothek nachweisen. – Nicht bei Diesch und Kirchner – bibliographisch nicht nachgewiesen. – Vorhanden sind hier die Früh-Jahrs Praesente 1-2 und Sommers Praesente 1-4. – Das im KVK gelistete Exemplar der Badischen Landesbibliothek ist nur eine digitale Kopie. Dieses hat zwar dreizehn “Praesente”/Hefte, ist aber ebenfalls nicht vollständig. Ihm fehlen u.a. die acht genealogischen Falttafeln (laut freundlicher Auskunft der Bibliothek). – J. G. Förderer von Richtenfels (1680-vor 1745) ist eine der kultur- und wirtschaftsgeschichtlich interessantesten Figuren jener Zeit im Südwesten Deutschlands. Als Kammerprokurator des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach war er äußerst einflussreich und u.a. maßgeblich an der Gründung Karlsruhes beteiligt. – Innengelenke gelockert, Innendeckel mit Wurmspuren, vorderer Innendeckel mit Resten eines abgelösten Exlibris.

Lot 373 Förster, Karl
Rafael. Kunst und Künstlerleben in Gedichten. Mit Kupfern nach Gemälden von Rafael. Mit gestochenem Frontispiz und 9 (6 gefalteten) gestochenen Tafeln. Leipzig, Göschen, 1827. 2 Bl., 176 S., 1 Bl. 22 x 13,5 cm. Blauer bedruckter Original-Pappband (berieben und etwas bestoßen, kleine Bezugsfehlstellen).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke XIII, 12, 6: “Einige kurze Balladen und der gehaltvolle Rafaelzyklus sind seine besten Leistungen.” – “Wichtig für die Geschichte der deutschen Romantik war F.s Mitgliedschaft in der Beraterrunde (mit Baudissin, Tieck u. Carus), die Prinz Johann, der spätere König von Sachsen, für seine (unter dem Pseud. Philalethes publizierte) Dante-Übersetzung organisiert hatte. F.s eigene lyr. Produktion ist als romantisch einzustufen u. z. T. durch die Beschäftigung mit ital. Kunst angeregt (Raphael. Ein Cyklus von Gedichten über Raphaels Gemälde. Lpz. 1827)” (Killy III, 424). – Unbeschnitten. – Wenige Blatt etwas stärker stockfleckig.

Lot 374 Fouqué, Friedrich de la Motte
Undine. Eine Erzählung. Zweite Auflage (das ist: erste Einzelausgabe). Berlin, Hitzig, 1814. 2 Bl., 188 S. 16 x 10 cm. Roter chagrinierter Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben und leicht bestoßen, leicht fleckig). [*]
After-Sale Price 800 €
Erste Einzelausgabe. – Das “Rarissimum!” (Carl Georg von Maassen) der deutschen Literatur in einem guten Exemplar. Maassen, “der beste, ja einzig zuverlässige Kenner der deutschen Romantik” (Wolfskehl) schreibt zum Verhältnis der Drucke von 1811 und 1814: “Fouqués Hauptwerk, das entzückende Märchen Undine, erschien als Erstdruck in der von ihm herausgegebenen und allein verfaßten ‘Vierteljahresschrift für romantische Dichtungen’: Die Jahreszeiten (Berlin, bei J. E. Hitzig in vier Heften 1811-1814) als Frühlingsheft. … 1814 wurde das Frühlingsheft neu aufgelegt, gleichzeitig erschien ein Separatdruck davon mit dem Titel ‘Undine. Eine Erzählung’. Diese Ausgabe ist nirgends verzeichnet und allen Bibliographen unbekannt geblieben. Das einzige Exemplar, das bekannt geworden ist, befindet sich in meinem Besitz.” (Maassen, Der grundgescheute Antiquarius, 1966, S. 122). – Gelegentlich leicht stockfleckig, zeitgenössischer Name auf dem Vorsatz “Marie Krieger”.

Lot 375 Friedrich II. von Preußen
Lobrede auf Herrn Jacob Matthäus Reinhart Meister des löbl. Schuster-Gewercks gehalten im 13ten Monate des 2899. Jahres in der Stadt zur Einbildung von Peter Mortier Diacono an der Hauptkirche. Aus dem Französischen. Ohne Ort und Verlag (das ist: Berlin, Haude und Spener), 1759. 61 S. 15,8 x 9,5 cm. – Vorgebunden: Hommel, Carl Ferdinand. Einfaelle und Begebenheiten. Mit gestochener Titelvignette und 1 Textholzschnitt. Leipzig, C. Fritsch, 1761. Titel, 184 S., 3 Bl. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild (Rücken mit kleinen Wurmgängen, Deckel berieben).
Result 400 €
I. (Friedrich). Eine der seltensten Schriften des Königs. – Miscellaneen 521 und Fromm 28127 (beide mit der Quartausgabe von 24 S.). – “Verfaßt im dritten Jahr des Krieges, als Preussen angesichts der übermächtigen Allianz aus Österreichern, Russen und Franzosen vor dem Scheitern stand und seine einfachen Soldaten zu den wenigen gehörten, auf die Friedrich sich noch verlassen konnte. Die Schrift belegt seine freie Sicht wie keine zweite und macht verständlich, warum selbst spätere Sympathisanten der frz. Revolution wie E. L. Posselt und H. Würzer Friedrich bewunderten. … Die Schrift ist eine Widerlegung der Angriffe K. F. v. Mosers gegen den König in den ‘Reliquien’.” (Antiquariat Trauzettel 0208). – Teilweise leicht gebräunt. – II. (Hommel). Seltener zweiter, bei Goedeke nicht bekannter Druck der im Vorjahr erstmals erschienenen Sammlung, anonym erschienen. – Vgl. Goedeke IV/1, 44, 2 und 4 – Hayn-Gotendorf II, 121 – Holzmann-Bohatta II, 303. – Enthält 87 kuriose Prosastücke, Fabeln, Anekdoten und Weisheiten. – Die ersten 52 Seiten knickspurig, leicht gebräunt. – Angebunden: Trauerrede auf den sehr geschickten, zierlichen und wundersam künstlichen Andreas Scheling Schneidermeister zu Paris gehalten den 18ten des Christmonats 1760. in dem Saale des berühmten Alexanders Limonadier auf dem Walle. Aus dem Französischen. Ohne Ort und Verlag, 1761. 40 S. – Von uns bibliographisch nicht nachweisbar. – Über KVK nur in der Sächsischen und der Württembergischen Landesbibliothek nachweisbar.

Lot 376 Gesangbuch – Burg, Johann Friedrich
Allgemeines und vollständiges Evangelisches Gesang-Buch für die Königl. Preuß. Schlesis. Lande also eingerichtet, daß es in allen evangelis. Gemeinden zu gebrauchen ist, indem man darinnen die erbaulichsten Lieder aus allen in Schlesien zeithero üblichen Gesangbüchern zu allgemeiner Erbauung zusammengetragen hat; nebst angefügtem Gebeth-Buch, und einer Vorrede von Johann Friedrich Burg. Mit doppelblattgroßem Frontispiz. Breslau, Korn, 1787. 8 Bl., 1158 S., 17 Bl., 144 S., 8 Bl. 17,8 x 11 cm. Blau und rot eingefärbter Pergamentband der Zeit (datiert: “1788”) mit reicher ornamentaler und figürlicher Rücken- und Deckelvergoldung und gepunztem Ganzgoldschnitt (Bezug am vorderen Gelenk sowie im unteren Rand des Deckels etwas angeplatzt und mit schmaler Fehlstelle).
Result 550 €
Schlesisches Gesangbuch, das von dem königlich preußischen Oberkonsistorialrat und “Inspektor der breslau’schen Kirchen und Schulen” Johann Friedrich Burg (1689-1766) herausgegeben wurde. – Das doppelblattgroße Frontispiz mit den Porträts des preußischen Königspaares (Friedrich der Große und Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern), über der Ansicht der Stadt Breslau. – Zwei weitere religiöse Titel der Zeit beigebunden. – Frontispiz etwas angestaubt, nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 377 Gesangbuch
Eisenachisches neu-vermehrtes Gesang-Buch, worinnen D. M. L. und anderer reinen evangelischen Lehrer geistreiche Lieder und Lob-Gesänge enthalten, nach Ordnung der Jahres-Zeit und des Catechismi; deme beygefügt ein täglicher Morgen- und Abend-Seegen; benebenst der Paßion, wie solche nach dem H. Evangelisten Matthaeo am Char-Freytag figural. abgesungen wird … zum Ersten mahl auffgelegt, und in diesem Druck und Format heraus gegeben. Mit doppelblattgroßem gestochenem Frontispiz und doppelblattgroßem Titel. Eisenach, Boëtius, 1712. 4 Bl., 1103 S., 32 Bl. 17 x 10 cm. Brauner Ganzlederband der Zeit mit Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten sowie Ganzgoldschnitt (Vergoldung etwas oxydiert, leicht berieben).
Result 330 €
Erste Ausgabe des seltenen Gesangbuchs. – VD18 11073667. – Das doppelblattgroße Frontispiz mit Darstellung des Fürstenpaares und einer Stadtansicht. – Leicht gebräunt. Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 378 Gessner, Johann Anton Wilhelm
Die neue Stoa, oder: Ueber den Gleichmuth. Ein Versuch zur Gründung der Herrschaft über uns selbst. Erster Theil (alles Erschienene). Leipzig, Grieshammer, 1803. VIII, 558 S. 20,8 x 12,5 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit drei farbigen Rückenschilden (etwas berieben, Kapital mit kleiner Fehlstelle). [*]
Result 200 €
Seltene erste Ausgabe dieser Monographie zur Ethik, von der nur dieser erste Teil erschien. – Nicht bei MNE und Adickes. – Gessner (1771-1830 ?), dessen frühe Schriften auf der Philosophie Kants beruhten, wandelte sich seit seiner Habilitation 1801 zu dessen Kritiker. Klarer als dieser, versuchte er moralisches Verhalten zu definieren, “indem er unter entschiedener Ablehnung aller theologisirenden Anschauungen lediglich die unbedingte Nothwendigkeit der Handlungen als Inhalt des Vernunftgebotes zuläßt. Diesen Grundgedanken begann er in einem größeren Werke ‘Die neue Stoa oder über den Gleichmuth’ näher auszuführen, von welchem jedoch nur der erste einleitende Band erschien (1803), dessen Inhalt in einer Darlegung der menschlichen, sowol leiblichen als geistigen Triebe besteht.” (ADB IX, 106f.). – Aus der Bibliothek Baechingen der Franziska von Hohenheim, mit deren Inventarstempel und handschriftlicher Nummer (“443”) auf dem Titel.

Lot 379 Gleim, Johann Wilhelm Ludewig
Preussische Kriegslieder in den Feldzügen 1756 und 1757 von einem Grenadier. Mit Melodien. (Herausgegeben und mit einer Vorrede von G. E. Lessing). Mit einer gestochenen Titelvignette (von J. W. Meil) und acht Musikbeilagen (von C. G. Krause). Berlin, Voß, 1758. 7 Bl., 134 S., 1 Bl. 12,5 x 8,5 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und blindgeprägten Deckelbordüren (etwas berieben, Kapitale etwas bestoßen). [*]
Result 200 €
Erster Druck der ersten Ausgabe. – Goedeke IV/1, 86, 24b (Gleim) und 372, 78a (Lessing) – Muncker S. 378 – Dorn, Meil 18, 19. – “Das Büchlein erschien im August 1758; am 6. August sandte Lessing an Gleim Exemplare, in denen auf den Notenbeilagen noch die Angabe der Seite fehlte, zu der die jeweilige Melodie gehörte, am 11. August vollständig fertige Exemplare.” (Muncker). – Hier eines der wenigen Exemplare ohne die Seitenangabe, das Gleim dem Freund Klamer Schmidt überließ, mit dessen Wappenexlibris auf dem vorderen Innendeckel. – Handschriftliche Besitzeinträge von 1825 bzw. 1908 vermutlich von Nachfahren des Gleim-Freundes Klamer Schmidt. – Ohne das Titelkupfer. – Leicht gebräunt.

Lot 380 Görres, Guido
Das Narrenhaus von Wilhelm Kaulbach gestochen von H. März erläutert von Guido Görres nebst Ideen über Kunst und Wahnsinn. Besonders abgedruckt aus dem Morgenblatt. Mit 1 gefalteten Umrissradierung (H. Merz nach W. Kaulbach) und 1 lithographischen Titel mit Vignette (W. Kaulbach). Ohne Ort, Verlag und Jahr (das ist: Regensburg, Pustet, 1836). 99 S. 22,2 x 13 cm. Lederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild, Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten. [*]
Result 200 €
Erste (Buch-)Ausgabe. – Rümann 1093 – Kosch³ VI, 431f (Görres). – Nach Kaulbachs eigener Erklärung verarbeitete er in seiner Zeichnung die Eindrücke eines Besuchs in einer Düsseldorfer Irrenanstalt und die Erzählungen eines dortigen Arztes über einzelne Insassen. Die tendenziös ausgeschmückten Wiedergaben dieser Schicksale durch Görres (bei fast allen war der Wahnsinn Folge von Revolution bzw. Aufklärung) erschienen zuerst in Fortsetzungen 1835 im Morgenblatt für gebildete Stände, darin auch der verkleinerte Nachstich der Zeichnung durch Heinrich Merz, den Kaulbach beauftragt hatte. Wegen der großen Nachfrage nach Text und Stich wurde dann die Buchausgabe veröffentlicht, eigens dafür entwarf Kaulbach den schönen Titel mit der Darstellung der zwei Narren (Kaulbach und Görres) unter einem Hut mit der hintersinnigen Unterschrift “Zwei Narren unter einem Hut, der Dritte sie beschauen thut.” – Unbeschnitten. – Etwas gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 381 Goethe, Johann Wolfgang von
Götter Helden und Wieland. Eine Farce. Auf Subscription. Mit Holzschnitt-Titelvignette. Leipzig (das ist: Kehl), (ohne Verlag), 1774. 18 nn. Bl. 17,8 x 11,5 cm. Hübscher neuer Pappband mit goldgeprägtem roten Deckelschild.
Result 460 €
Erste Ausgabe, auf Veranlassung von Lenz mit stillschweigender Duldung Goethes in Kehl gedruckt, anonym erschienen. – Goedeke IV/3, 119, 78 – Hagen 59 – Kippenberg I, 349. – “Man kennt vier verschiedene Drucke im gleichen Jahr, ohne dass mit Sicherheit die Reihenfolge feststeht” (Kaldewey IV, 73a). – Vorliegend der erste Druck mit den vertauschten Seiten 14 und 15 sowie dem Bogen A im Doppeldruck D 1 alpha. – Zweiseitig unbeschnitten. – Titel alt nummeriert und mit dezenter Verfasserangabe.

Lot 382 Goethe, Johann Wolfgang von
Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Ein Schauspiel. Zwote Auflage. Mit dem gestochenen Wappen von Berlichingen als Titelvignette. Frankfurt, Eichenbergische Erben, 1774. 192 S. 18,5 x 10 cm. Pappband (um 1900) mit Rückenschild (Kapital leicht bestoßen, Deckel leicht gebogen).
Result 360 €
Zweiter Druck der zweiten Auflage. – Goedeke IV/3, 143, 2 – Hagen 49. – Vorliegend der richtig paginierte Doppeldruck D2alpha. – Titel gebräunt, etwas fleckig und aufgezogen, Titel und letztes Blatt mit schwachem Stempel, drei Seiten mit dezenten Korrekturen in Rot, etwas gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 383 Goethe, Johann Wolfgang von
Pandora. Ein Taschenbuch für das Jahr 1810. Mit 4 Umrisskupfern von Vinzenz Raimund Grüner. Wien und Triest, in der Gestingerischen Buchhandlung, 1810. 64 S. 17,5 x 10,5 cm. Hübscher etwas späterer Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und mit Goldbrokatpapier bezogenen Deckeln.
Result 260 €
Erste Ausgabe des ersten vollständigen Druckes, ein Vorabdruck einzelner Szenen des Stücks erschien im Jahr 1808 in der Zeitschrift “Prometheus”. – Goedeke IV/3, 384, 165 – Hagen 346 – Kippenberg I, 385. – Mit allen Kennzeichen des Drucks D. – Die Kupfer auf bläulichem Papier im Format: 13,5 x 9,5 cm. – Unbeschnitten. – Teilweise etwas gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 384 Goethe, Johann Wolfgang von
Propyläen. Eine periodische Schrift (Bände 2-3: “Schrift”) herausgegeben von Goethe. Sechs Stücke in drei Bänden. Mit 5 (2 in Rötel, 1 gefaltete) Kupfertafeln. Tübingen, Cotta, 1798-1800. 20 x 11,5 cm. Pappbände der Zeit mit rotem Rückenschild (Band 3 etwas abweichend gebunden und etwas höher). [*]
After-Sale Price 400 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/3, 357-360, 89 – Hagen 483 – Fischer, Cotta 242, 271 u. 303. – Band 2 auf starkem “Postpapier” nahezu fleckfrei (Fischer nennt für diese Papiervariante eine Auflage von 52 Exemplaren). – Nach dem unerwartet schnellen Niedergang von Schillers ‘Horen’ “konzipierte nunmehr Goethe federführend mit modifizierten Ansprüchen und Inhalten die Propyläen. … Nahtlos knüpften die Propyläen, das zweite und letzte Journal der Weimarer Publizistik, deshalb mit ihrem ersten Erscheinungsjahr an das letzte der Horen an.” (M. Gross, Ästhetik und Öffentlichkeit, S. 191). – Die meisten der enthaltenen Artikel stammen von Goethe und Meyer. Caroline und Wilhelm von Humboldt und Schiller beteiligten sich weniger als erhofft mit nur je einem Beitrag. – Die “Propyläen” wurden kein Erfolg und für den Verleger Cotta, der Goethe erstmals an seinen Verlag binden konnte, “ein riesiges Verlustgeschäft, von den 1000 Exemplaren wurden nur 54 abgesetzt” (Unseld S. 313). – Teilweise etwas stärker stockfleckig, ein Blatt in Band 3 mit kleinem Loch (leichter Buchstabenverlust). Gutes Exemplar.

Lot 385 Goethe, Johann Wolfgang von
Scherz, List und Rache. Ein Singspiel. Ächte Ausgabe. Leipzig, G. J. Göschen, 1790. Titel, 96 S. 17,7 x 10,5 cm. Neuer Pappband mit goldgeprägtem Rückenschild.
After-Sale Price 200 €
Erste “ächte” Einzelausgabe aus dem 7. Band von “Goethe’s Schriften” (8 Bände. Göschen, 1787-1790) nach Entfernung der Kupfer, der Bogennorm und Änderung der Seitenzahlen. – Goedeke IV/3, 256, 123 – Hagen 210 – Borst 617 – Kippenberg 367. – Auf den ersten Druck der ersten Ausgabe verweist auf Seite 37 die letzte Zeile “Er ist bitter.” – Aus der “Bücherei Erich Reiss”, mit dessen gedruckten Bibliotheksschild auf einem vorgebundenen Blatt. – Zweiseitig unbeschnitten. – Leicht gebräunt.

Lot 386 Goethe, Johann Wolfgang von
Die Wahlverwandtschaften. Ein Roman. 2 Teile in 1 Band. Tübingen, Cotta, 1809. 1 Bl., 306 S., 340 S. 16,5 x 10 cm. Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (etwas berieben, Kapitale und Ecken etwas bestoßen, vorderes Rückengelenk angeplatzt).
Result 400 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/3, 388, 181 – Hagen 327 – Kippenberg I, 384 – Borst 1089. – Zwei Blätter mit zeitgenössischen Notizen zum Buch angebunden. – Papierbedingt leicht gebräunt, wenige Blätter im Rand etwas braunfleckig, wenige dezente Bleistiftanstreichungen.

Lot 387 Goethe, Johann Wolfgang von
Was wir bringen. Vorspiel, bey Eröffnung des neuen Schauspielhauses zu Lauchstädt. Tübingen, J. G. Cotta, 1802. 80 S. 16,5 x 10 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (Kanten berieben, Ecken etwas bestoßen).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/3, 364, 109 – Hagen 285 – Kippenberg I, 379. – Innendeckel mit dem Exlibris (Entwurf Carl Otto Czeschka), Titel mit handschriftlichem Besitzvermerk und Stempel des Hamburger Bücher- und Kunstsammlers Adolf Glüensten. – Im unteren Rand etwas braunfleckig, zwei Blatt etwas stärker.

Lot 388 Goethe, Johann Wolfgang von
Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Unter des durchlauchtigsten deutschen Bundes schützenden Privilegien. Bände 1-55 und Registerband (Musculus) in 56 Bänden. Mit 4 (von 5) gefalteten Tabellen, 1 gestochenen Tafel und einigen Textholzschnitten. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1827-1835. 13,8 x 8,5 cm. Hellbraune Halblederbände der Zeit mit je einem roten und schwarzen Rückenschild, etwas Rückenvergoldung und goldgeprägtem Namen “v. Ende” am unteren Kapital (etwas berieben und angestaubt, Ecken teilweise etwas bestoßen, der “Musculus” abweichend im bestoßenen Pappband der Zeit).
Result 240 €
Die Taschenausgabe der Werke in einem hübsch gebundenen Exemplar. – Goedeke IV/3 11-13 – Hagen 23. – Ab Band 41 mit dem Nebentitel “nachgelassene Werke”. – Wie oft, ohne die erst 1842 erschienenen Bände 56-60. – Mit dem Inhalts- und Namensverzeichnis von Musculus und Riemer (dieses abweichend gebunden). – Wenige Vorsätze mit Marginalien bzw. einmontierten Katalog- oder Zeitungsausschnitten, nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 389 Goethe, Johann Wolfgang von
West-oestlicher Divan. Mit Titelkupfer (in arabischer Schrift: Der östliche Divan vom westlichen Verfasser) und gestochenem Titel (C. Ermer). Stuttgart, Cotta, 1819. 2 Bl., 556 S. 18,2 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (berieben, Ecken und Kanten etwas bestoßen, Vergoldung oxydiert). [*]
Result 1000 €
Erste Ausgabe, erster Druck. – Goedeke IV/3, 492, 110 – Hagen 416 – Fischer, Cotta 1189). – Eines der wenigen nachweisbaren Exemplare mit dem unkorrigierten Viertelbogen (S. 9 mit der bald verworfenen Überschrift “Talismane, Amulete, Abraxas, Inschriften und Siegel” statt nur “Talismane”) und noch ohne die Kartons, also aus einem sehr frühen Druckstadium stammend. – “Nächst dem Faust das bedeutendste und zugleich persönlichste Werk Goethes” (E. Beutler). Goethe hatte den Divan des Hafis 1814 in der Übersetzung durch J. V. Hammer kennengelernt. “Zu der geistigen Anregung durch die Hafis-Lektüre kam das Gefühl körperlicher und geistiger Verjüngung, einer wiederholten Pubertät, die er später als ein Charakteristikum genialer Naturen definierte.” (Killy). Auf Velindruckpapier gedruckt. – Etwas stockfleckig.

Lot 390 Goethe, Johann Wolfgang von
Wilhelm Meisters Lehrjahre. 4 Bände. Mit 7 (von 8) gefalteten Musikbeilagen. Berlin, Johann Friedrich Unger, 1795-1796. Titel, 364 S., S. (3)-374, 1 Bl.; S. (3)-371, S. (3)-507, 2 Bl. (Anzeigen). 14,5 x 9,5 cm. Hellbraune Halblederbände im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung.
Result 340 €
Erste Einzelausgabe im ersten Druck, erschien zeitgleich auch innerhalb der “Neuen Schriften”. – Goedeke IV/3, 416, B 1 – Hagen 221 – Borst 729 – Kippenberg I, 373. – Mit der Bogensignatur “W. Meisters Lehrj.”. Alle Bände mit den bei Hagen 14 beschriebenen Merkmalen der Drucke “N”. Band 1 auf dem Titel “bey … Unger”, Bände 2-4 “bei … Unger”. Mit dem oft fehlenden Blatt “Nachricht an den Buchbinder” in Band 2 und den beiden Blatt Anzeigen in Band 4. – Wie meistens ohne die Musikbeilage in Band 4, die auch dem Exemplar der Sammlung Kippenberg fehlte. – Band 1: teilweise leicht gebräunt; Band 2: Titel unten mit hinterlegter Randfehlstelle, bis Seite 50 im unteren Rand gebräunt, sonst nur teilweise leicht gebräunt, die erste Musikbeilage hinterlegt; Band 3: etwas gebräunt; Band 4: etwas gebräunt, teilweise schwach, zum Ende hin etwas stärker wasserfleckig.

Lot 391 Goethe, Johann Wolfgang von
Wilhelm Meisters Wanderjahre oder Die Entsagenden. Erster Theil (alles Erschienene). Stuttgard (!) und Tübingen, Cotta, 1821. 4 Bl., 550 S. 16 x 9,5 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung.
Result 300 €
Erste Ausgabe der ersten Fassung, mit den Gedichten und Sprüchen auf vier Vorblättern, die in den späteren Ausgaben fortgelassen wurden. – Goedeke IV/3, 434 – Hagen 425 – Kippenberg I, 402 – Borst 1359. – Teilweise leicht gebräunt. Sehr gutes Exemplar.

Lot 392 Goethe, Johann Wolfgang von
Zur Farbenlehre. 2 Bände (in je 2 Abteilungen) in 4 Bänden und Tafelband (“Erklärung der zu Goethe’s Farbenlehre gehörigen Tafeln”). Mit 17 (12 kolorierten, Tafel IIa eingeschaltet) Kupfertafeln. Wien, in Commission bey Geistinger, 1812. 19,5 x 11,5 cm. Tafelband: 22,2 x 17,5 cm. Halblederbände (um 1840) mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung. Tafelband: Halblederband (um 1815) mit etwas Rückenvergoldung (Rücken etwas berieben). [*]
Result 1400 €
Vollständiges und wohlerhaltenes Exemplar des berühmt-berüchtigten Wiener Nachdrucks von Goethes naturwissenschaftlichem Hauptwerk, hier in der Separatausgabe aus den Bänden 20-23 der “Sämmtlichen Schriften”. – Goedeke IV/3, 584, 46, a1 – Hagen 348 – Schmid, Goethe und die Naturwissenschaften 72-75 resp. 77, 79). – Nur der Tafelband etwas stockfleckig, die Textbände sehr sauber.

Lot 393 Grosser, Samuel
Dreyfache Sorgen-Probe, das ist: drey besondre Schau-Spiele; in sich haltend eine Probe rühmlicher Religions-Sorge, an dem Israelitischen König Josaphat; kümmerlicher Regiments-Sorge, an dem bekriegten und befriedigten Europa; ängstiger Kinder-Sorge, an dem ungerathenen Absolom. Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig und Görlitz, Johann Gottlob Laurentii, gedruckt bey Michael und Jacob Zippern, 1701. 15,5 x 9,5 cm. Einfacher Pappband (um 1900) mit handschriftlichem Rückenschild (Rücken zweifach gebrochen, Kanten bestoßen).
After-Sale Price 200 €
Seltene erste Ausgabe. – Vgl. Goedeke III, 306, 95 (ohne diesen Titel). – Der Lehrer und Liederdichter S. Grosser (1664-1736) wurde 1690 Konrektor an der Nikolaischule in Leipzig, 1691 Rektor in Altenburg und 1695 Rektor in Görlitz. – Die drei Teile getrennt paginiert. – Block etwas gelockert, leicht gebräunt, mehrere Stempel einer alten Schulbibliothek, vier Blätter des zweiten Teils in den dritten Teil verbunden.

Lot 394 Hammer-Purgstall, Joseph von
Der Diwan von Mohammed Schemsed-din Hafis. Aus dem Persischen zum erstenmal ganz übersetzt. 1. und 2. Teil in 2 Bänden. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1812-1813. 4 Bl., XLII S., 2 Bl., 454 S.; 2 Bl., 574 S. 16,5 x 10 cm. Rosa Pappbände der Zeit mit hellblauem goldgeprägten Rückenschild und (teilweise oxydierter) Rückenvergoldung (etwas angestaubt und berieben).
Result 2200 €
Seltene erste Ausgabe. – Goedeke VII, 760, 29 – Rabenlechner 121 – Deneke 577: “Auf dieses Buch geht die gesamte orientalische Dichtung des 19. Jhdts. (… Platen, Rückert, Mirza Schaffy) als Ausgangspunkt zurück.” – “Als Vermittler morgenländischer Dichtung hat er nicht nur durch die Uebertragung des Hafisschen Divans …, die großen Einfluß auf Goethes ‘West-östlichen Divan’ hatte, seinen Namen mit dem Goethes verbunden, sondern darüber hinaus einem ‘Bedürfnis der Zeit’ (Goethe) entsprochen” (NDB VII, 593). – Name auf Vorsatz. Gutes, nahezu fleckfreies Exemplar.

Lot 395 Helvetius, Claude Adrien
Discurs über den Geist des Menschen. Aus dem Französischen des Herrn Helvetius (von Johann Gabriel Forkert). Mit einer Vorrede Herrn Joh. Christoph Gottscheds. Leipzig und Liegnitz, Siegert, 1760. 40 Bl., 646 S. 20,5 x 12 cm. Halbpergamentband der Zeit (Deckelbezüge erneuert). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 12305 – Mitchell, Gottsched 754 (nur 38 Bl. bzw. 76 S.). – 1758 erschien “De l’esprit” mit einem königlichen Druckprivileg in Paris. Dann widerrief der Staatsrat die Druckerlaubnis und die gesamte Auflage wurde beschlagnahmt. Helvetius wurde zum Widerruf gedrängt und gab nach anfänglichem Widerstreben nach. Er glaubte, intelligente Leser würden ohnehin die Nichtigkeit dieses Widerrufs erkennen. – “Als Discurs … erschien das Werk als bald nach der Verdammung durch die französischen Behörden (1759) …. Die Zensurierung dieser Übertragung war Gottsched zugewiesen worden. Gottsched machte nun geltend, daß er sich in einer Zwangslage befunden hätte. Eine Ablehnung hätte nur die Folge gehabt, daß die Übersetzung des unheilvollen Buches durch Raubdrucke noch größere Verbreitung gefunden hätte. Darum hätte er sich entschlossen, das Werk freizugeben, aber durch ein entgiftendes Vorwort, das er selber verfassen würde, das Ärgernis zu beseitigen. Diese Behauptung ließ sich nun leicht als eine bloße Schutzbehauptung entkräften. … Gottsched (war) in Wahrheit die treibende Kraft der Übersetzung, … er (sah) sie für eine wichtige Erweiterung des Horizontes der Deutschen (an)” ((W. Krauss, Das wissenschaftliche Werk, Berlin 1996, Band 3, S.271f.). – Handschriftlicher Besitzeintrag auf dem Vorsatz: “Georg Fein” (Freund Harro Harrings und Heinrich Heines) und “Eckenbrecher”. – Die ersten und letzten Blätter etwas fleckig, sonst nur vereinzelt leicht stockfleckig.

Lot 396 Helvetius, Claude Adrien
Oeuvres complètes. 7 Bände. Mit gestochenem Porträt. Zweibrücken, Sanson, 1784. 17 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, Deckel etwas fleckig, 2 Kapitale leicht bestoßen). [*]
Result 200 €
Smith O.7 – Schöndorf 260 – Graesse III, 238. – Der Verfasser der kritischen (und überschießend skrupulösen) Bibliographie von Claude Adrien Helvétius (1715-1771), David Smith, glaubt der Angabe “Deux-Ponts” auf dem Titel nicht und schreibt den Druck dem Verleger Desoer aus Lüttich zu. Als Beweis führt er folgendes Argument an: “On the basis of its ornaments, which are quite distinctive, this edition can be attributed to François Jean Desoer of Liège.” – Dem ist jedoch mit Schöndorf zu widersprechen, dem das Privileg vom 15. April 1782 vorlag, das den Zweibrücker Verleger Sanson berechtigte, “Werke von Rousseau, Montesquieu, Helvetius und Raynal zu drucken” (S. 183). – Vorsätze leimschattig, Spiegel mit montiertem Besitzvermerk, wenig fleckig. Dekorativ gebunden.

Lot 397 Hermes, Johann Timotheus
Sophiens Reise von Memel nach Sachsen. Rechtmäßige dritte, vom Verfasser durchgesehene und vermehrte Ausgabe. 6 Bände. Mit gestochenem Frontispiz, 6 gestochenen Titelvignetten und 12 Kupfertafeln nach Chodowiecki. Leipzig, Junius, 1778. 17,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und Rückenvergoldung (Deckel berieben, Kapitale und Ecken teilweise etwas bestoßen bzw. restauriert). [*]
Result 440 €
Dritte Auflage, anonym erschienen. – Bauer 323-334 – Engelmann, Nachtrag 85, 46-64 – Goedeke IV/1, 585, 2 – Hayn/Gotendorf VII, 352. – Einer der in Deutschland meistgelesenen Romane des 18. Jahrhunderts, welcher in mehrere Sprachen übersetzt wurde. – Hermes kreierte mit diesem Werk einen handlungs- und reflexionsreichen Briefroman, welcher literarisch bedeutsam durch die Einführung psychologischer Elemente in den deutschen Roman ist. – Dieses Buch begeisterte das Bildungsbürgertum des ausgehenden 18. Jahrhunderts sowie “den jungen Hegel in hohem Grade” (Hayn/Gotendorf). – Wappenexlibris mit Devise “Constanter”. – Titel mit dezenter Bibliotheks-Signatur, nur teilweise minimal gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 398 Hippel, Theodor Gottlieb von
Über die Ehe. Dritte und viel vermehrte Auflage. Mit gestochenem Frontispiz und Titelvignette von D. Chodowiecki. Berlin, Voss, 1792. VIII, 426 S. 15,3 x 9 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten (Ecken minimal bestoßen, leicht berieben). [*]
Result 350 €
Holzmann-Bohotta IV, 6775 – Goedeke 4, II, 687, 9. – “Gleich bei seinem ersten Erscheinen wurde dies geistreiche Buch von der philosophischen Lesewelt mit lebhaftestem Beifalle aufgenommen” (Jördens 2, 408). – Gegenüber der Erstausgabe von 1774 um nahezu das Doppelte erweitert. – Papierbedingt leicht gebräunt und teils etwas fleckig, vorderer Buntpapiervorsatz mit ausgebesserter Randfehlstelle, hinteres fliegendes Vorsatzblatt alt beschrieben. – Schönes Exemplar mit den Kupfern von Chodowiecki in dekorativem Einband.

Lot 399 Hirzel, H. C
Hirzel an Gleim über Sulzer den Weltweisen. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Porträts von Pfenniger nach A. Graff sowie 2 gestochenen Titel- und 2 Schlussvignetten von Schellenberg. Zürich und Winterthur, Füssli und Steiner, 1779. 286 S.; 278 S. 20,5 x 12,5 cm. Neue Halblederbände mit goldgeprägtem Rückentitel. [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Hirschberg I, 219 – Rümann 446. – “Eine der schönsten und vollständigsten Biographien … Freylich auch mit seinen gewöhnlichen Auswüchsen. Nirgends sind sie aber so schön, so lehrreich … angebracht, als hier. Von Sulzers Werken findet man hier vortreffliche Analysen. Von vielen anderen Sachen, so besonders Zürich, und die deutsche Litteratur betreffen, unerwartete und neue Nachrichten und Betrachtungen” (Haller II, 1490). – Zweiseitig unbeschnitten. – Gutes, nur schwach fleckiges Exemplar.

Lot 400 Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
Klein Zaches genannt Zinnober. Ein Mährchen herausgegeben von E. T. A. Hoffmann. Berlin, Ferdinand Dümmler, 1819. 231 S. 16,5 x 10 cm. Illustrierte Original-Kartonage in Sepia nach Hoffmanns Zeichnungen (etwas berieben, Bezug an den Kanten und Gelenken etwas beschabt, hinterer Deckel angebrochen, der vordere leicht angeplatzt). [*]
After-Sale Price 600 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VIII, 493, 40 – Salomon 102. – Die Idee zu Klein Zaches entstand während Hoffmanns Krankheit, einem “Unterleibsübel mit gichtischen Zufällen” (Hitzig), im Frühjahr 1818 aus Fieberphantasien, erschienen ist das Buch im Januar 1819. – “In diesem Märchen, das ihm den Ruf des ‘ersten Humoristen’ einbringt, geht es nicht zuletzt auch um eine spottlustige Abrechnung mit den Tendenzen zur Ausweitung der politisch-staatlichen Macht.” (R. Safranski). Hoffmann verhöhnt “die Phantasiefeindlichkeit der Aufklärung wie andererseits auch die Klischees der Romantik” (KNLL VII, 951.). “Die bizarre, phantastische Verflechtung … der realen Verhältnisse und der Märchenwelt setzen jene souveräne erzählerische Freiheit des Humors voraus, die … die Versöhnung als magische ‘Kunstfigur’ entwirft, ….” (KNLL). – Hoffmann entwarf erstmals einen Buchumschlag selbst. “Er versuchte, wie Runge in symbolischer Form den Inhalt des … Werkes im Ganzen zu erfassen.” (E.Riemer). Dem Grafen Pückler-Muskau schrieb er dazu: “Zinnobers Porträt auf dem Deckel ist sehr ähnlich, denn da sonst niemand den Kleinen zu Gesicht bekommen konnte als ich selbst, so verfertigte ich auch selbst die Zeichnung.” (24.Jan.1819). – Nach S. 209 im Bund leichter Braunfleck.

Lot 401 Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
Meister Floh. Ein Mährchen in sieben Abentheuern zweier Freunde. Frankfurt, Wilmans, 1822. Titel, 267 S., 1 Bl. 18,5 x 11,5 cm. Illustrierter Original-Pappband in Sepia-Manier in neuer Kassette (berieben, Ecken und Kanten bestoßen). [*]
Result 740 €
Erste Ausgabe von Hoffmanns letztem Werk. – Borst 1349 – Brieger 1121 – Salomon 173 – Goedeke VIII, 498, 65. – Die Einbandillustrationen Thieles nach einem Entwurf E.T.A. Hoffmanns mit den beiden Floh-Abbildungen. – “Der Autor nennt sein vielschichtiges Werk die ‘phantastische Geburt eines humoristischen Schriftstellers’. Ironisch verwendet er Erzählgut des romantischen Märchens und verschränkt auf komische, aber auch allegorische Weise die Welt der Blumenprinzessinnen und Edelprinzen mit der Alltagswelt Frankfurter Bürger” (KNLL VII, 955). – Unbeschnittenes Exemplar. – Name auf Titel, wie üblich gebräunt und stockfleckig, anfangs auch wasserfleckig.

Lot 402 Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
Seltsame Leiden eines Theater-Direktors. Aus mündlicher Tradition mitgetheilt vom Verfasser der Fantasiestücke in Callots Manier. Berlin, Maurer, 1819. VI, 266 S. 17 x 10,2 cm. Illustrierter Original-Umschlag (etwas berieben und beschabt, kleine Randfehlstellen, Rückenbezug etwas rissig). [*]
Result 500 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VIII, 492, 38 – Salomon 99. – Vollständig mit den oft fehlenden Verlagsanzeigen (ab S. 251), vor allem aber mit dem Original-Umschlag ist Hoffmanns Erzählung aus dem Theatermilieu sehr selten. – Einzelne Gesprächspassagen der Dialogerzählung wurden als eigenständige theaterkritische Artikel vorab publiziert und als Diskussionsbeiträge zur zeitgenössischen Aufführungspraxis rezipiert. Eine erste Fassung erschien anonym unter dem Titel “Die Kunstverwandten” 1817 in der Zeitschrift “Dramaturgisches Wochenblatt”. Gegenüber dieser Fassung ist die Buchfassung um das Dreifache erweitert. Hoffmann verarbeitet in dem Werk Erfahrungen am Theater in Bamberg, wo er zwischen 1808 und 1813 tätig war. – Unbeschnitten. – Leicht fleckig, alter Namenseintrag auf dem Titel hinterlegt und mit Radierspuren.

Lot 403 Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern. 2 Bände. Berlin, Dümmler, 1820-1822. XII, 400 S.; Titel, 406 S. 17 x 10,5 cm. Dekorative Halblederbände im Stil der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägten Rückenschildern (Kanten leicht berieben, Deckel leicht lichtrandig). [*]
Result 500 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VIII, 495, 48. – Die letzten 70 Seiten von Band 2 unten mit schmalem schwachen Wasserrand, nur teilweise etwas gebräunt bzw. stockfleckig.

Lot 404 Immermann, Karl
Schriften. 16 in 14 Bänden. Mit einer Musikbeilage (von Felix Mendelssohn-Bartholdy). Düsseldorf, J. G. Schaub, 1835-1843 (Bände 1-11 und 13-14), Hamburg, Hoffmann und Campe, 1840-1843 (Bände 12-14, recte Bände 12, 15 und 16). 16,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (teils berieben, an den Kapitalen teils bestoßen, die Einbände von Band 7 und 12*, 12** und 12*** (so hat der Buchbinder das Dilemma gelöst, die Zahlen 13 und 14 eigentlich doppelt vergeben zu müssen) sind neu, entsprechen den übrigen in den verwendeten Stempeln aber exakt). [*]
After-Sale Price 500 €
Erste Werkausgabe, Bände 8-11 (“Münchhausen”) “Zweite Ausgabe”. – Goedeke VIII, 619, 82 – Katalog Hirschberg S. 41, 63. – Auf dem Vorsatz im ersten Band ist ein eigenhändiger Brief Immermanns an Charlotte Schnaase vom 10.Dez. 38 geklebt (deshalb im Rand gebräunt). Die Frau seines Freundes Karl Schnaase war als “Keim” Mitglied des “Ordens der zwecklosen Gesellschaft”. – Die vollständig sehr seltene, von Immermann (1796-1840) noch selbst begonnene Ausgabe seiner Werke. – “Die einzige für Bibliophile in Betracht kommende Immermann-‘Gesamtausgabe’ begann bei Schaub in Düsseldorf 1835 zu erscheinen und enthielt lediglich Werke, die Verlagsartikel von Schaub selbst und von Hoffmann und Campe (Hamburg) waren. Bis zum elften Band zeichnete Schaub als Verleger; der zwölfte, dreizehnte und vierzehnte Band kam mit dem Nebentitel ‘Memorabilien’ bei Hoffmann und Campe heraus. Da aber Schaub gleichzeitig ebenfalls einen dreizehnten und vierzehnten Band erscheinen ließ, so erkennt man, daß die Bandbezeichnung 13 und 14 bei Hoffmann und Campe auf einem Irrtum beruht. Diese nominell vierzehn, in Wahrheit sechzehnbändige Ausgabe ist heute einfach unfindbar” (Hirschberg, Erinnerungen S. 197). – Die in Düsseldorf erschienenen Bände papierbedingt teils stock- und braunfleckig, Blöcke teils etwas gelockert bzw. verzogen, Exlibris auf den Innendeckeln.

Lot 405 Jung-Stilling, Johann Heinrich (Hrsg)
Der Graue graue Mann eine Volksschrift. 1.-30. Stück in 5 Bänden. Nürnberg, Raw’sche Buchhandlung, 1795-1816. 16,2 x 10 cm. Hübsche blau-marmorierte Pappbände der Zeit mit zwei Rückenschilden und etwas Rückenvergoldung (leicht berieben). [*]
Result 300 €
Erste Ausgabe, alles von Jung-Stilling bis zu seinem Tod herausgegebene; wurde von 1821 bis 1833 (Stücke 31-42) von E. T. Lachmann und von E. J. G. de Valenti fortgesetzt. – Schulte-Strathaus 26 – Goedeke IV/1, 689, 11 – Kirchner 2269 – nicht bei Diesch. – Wohlerhaltenes, dekorativ gebundenes Exemplar der “periodische(n) Schrift, die nicht eigentlich als volksaufklärerisch bezeichnet werden kann, für die aber der für volksaufklärerische Schriften typische Untertitel ‘Eine Volksschrift’ gewählt wurde und in der sich auch ansonsten zahlreiche Zusammenhänge mit der volksaufklärerischen Literatur finden.” (Böning/Siegert Sp. 1974f.). – Jung-Stilling hatte die erfolgreiche Zeitschrift als Antwort auf “die wütenden Fortschritte der Aufklärung des Unglaubens” begonnen und in diesem Geist fortgeführt. – Handschriftlicher Eintrag von 1821 auf dem ersten Titel, das 28. Heft anfangs im Oberrand leicht feuchtrandig, insgesamt frisch und nahezu fleckfrei.

Lot 406 Karikatur – Gavarni, Paul (das ist: Hippolyte Guillaume Sulpice Chevalier)
La boîte aux lettres. Mit 22 (von 34) nummerierten, handkolorierten und eiweißgehöhten Lithographien von Gavarni. Paris, Aubert, um 1840. 33,8 x 24,5 cm. Halblederband der Zeit mit blindgeprägtem floralen Muster und goldgeprägten Vignetten und Fileten auf beiden Deckeln (der Lederrücken nur noch fragmentarisch erhalten, die Deckel etwas geblichen und berieben.
Result 300 €
Sander 295, S. 120 – Armelhaut/Boucher 1684-86, 348-358, 1688-89, 1691-95. – Alle Tafeln sind oberhalb der Rahmung bezeichnet mit “La boite aux lettres” und nummeriert sowie unterhalb mit “Chez Aubert gal. vero-dodat” und “Imp. d’Aubert et Cie” gekennzeichnet. – Die meisten der humoristischen Illustrationen waren zuvor im Charivari pupliziert worden und sind meist im Stein seitenverkehrt signiert oder monogrammiert. – Es fehlen die Titelei sowie die Tafeln Nr. 5 und 24-34, Gelenke gebrochen, Bindung gelockert, teils etwas gebräunt. – Trotz der fragmentarischen Erhaltung sehr schöne Sammlung, die Lithographien in sehr schönem Kolorit.

Lot 407
Kindliche Wünsche meinen verehrungswürdigsten Aeltern liebevoll überreicht am 1sten Januar 1817. Mit zwei Textholzschnitten. Berlin, gedruckt in der Joh. Friedr. Ungerschen Buchdruckerei, 1816. 3 Bl. 20,3 x 16,5 cm. Illustrierter Original-Umschlag (leicht fleckig, kleine Fehlstelle durch abgelösten Aufkleber). [*]
Result 200 €
Für uns weder bibliographisch noch über KVK nachweisbar. – Außerordentlich selten, als Privatdruck nicht für den Handel bestimmt, ist das Exemplar vielleicht ein Unikat. – Anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich nicht um die Wünsche eines Kindes, sondern um die Gabe eines jungen Mannes, der wohl, wie aus dem Inhalt zu entnehmen ist, während der Befreiungskriege verwundet und lange von seinen Eltern gepflegt wurde. Das siebenstrophige Gedicht zu je sechs in der Unger-Fraktur gedruckten Versen, zeugt von dichterischer Begabung. Die Stimmung ist, wie es der Zeit entsprach, “deutsch gesinnt” und antifranzösisch. Bemerkenswert deshalb, weil dem ein weiteres vierstrophiges Gedicht in französischer Sprache, in einer fetteren Antiqua-Type gedruckt und zweifellos immer schon dazu gehörig, folgt. – Exlibris “Aus der Bücherei H.Berthold AG” auf dem Innendeckel, der handschriftliche Eintrag: “Hierfür M 25,- an Antiquar Rauthe bezahlt 24/12 1920 Dr.Jones (?)”, Blindstempel der Berthold AG auf dem letzten Blatt. Nach ihrem Konkurs 1809 kam die renommierte Firma J.F.Unger nach mehreren Besitzerwechseln in den Besitz der Schriftgießerei “H.Berthold AG”, für deren Archiv das Exemplar offensichtlich 1920 erworben wurde. – Im oberen Rand stockfleckig.

Lot 408 Klein, Ludwig
Blumen gesammelt von Ludwig Klein. Altenburg, Richter, 1799. IV, 274 S., 1 Bl. 16,5 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (leicht berieben).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe der seltenen Anthologie, die wir über KVK nur in drei deutschen Bibliotheken nachweisen können. – Goedeke VII, 293, 61. – “Diese Blumen, grössten Theils in frühern und schönern Jahren erzeugt und gepflegt, wählte und pflückte der Sammler im eigenen Gärtchen und auf den Beeten einiger seiner Freundinnen und Freunde” (Vorwort). – Die Beiträge der Freundinnen und Freunde überwiegend unter Pseudonym bzw. mit Monogramm. – Leicht gebräunt.

Lot 409 Kleist, Heinrich von
Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe, ein großes historisches Ritterschauspiel. Aufgeführt auf dem Theater an der Wien den 17. 18. und 19. März 1810. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1810. 198 S. 20 x 12,5 cm. Pappband mit blindgeprägtem Papierbezug (um 1900) (fleckig, Kanten etwas berieben).
Result 700 €
Erste Ausgabe. – Sembdner 8 – Goedeke VI, 102, 6 – Sammlung Borst 1117. – Nachdem bereits einige Fragmente im “Phöbus” veröffentlicht worden waren, “hatte Kleist sein Stück Cotta für ein Taschenbuch mit Zeichnungen von Ferd. Hartmann angeboten und sich vergeblich um die Aufführung an deutschen Bühnen bemüht, … (er) bot es 1810 Reimer an, der es gleichzeitig mit den “Erzählungen” herausbrachte … Goethe warf das geborgte Exemplar, das ihm sein Sekretär gebracht hatte, mit den Worten ins Feuer: ‘Das führe ich nicht auf, wenn es auch halb Weimar verlangt’.” (Sembdner). – Ohne Vorsätze. – Außergewöhnlich frisches nahezu fleckenfreies Exemplar.

Lot 410 Klinger, Friedrich Maximilian von
Theater. Vier Bände. Mit 4 Titelkupfern (Mechau del., Geyser sc.) und 4 gestochenen Titelvignetten (Geyser fec.). Riga, Hartknoch, 1786-1787. 16,2 x 9,5 cm. Zweifarbige Pappbände der Zeit mit drei farbigen Rückenschilden und etwas Rückenvergoldung, das untere Schild als Supralibros mit den Initialen “L.v.S.” (etwas berieben, Ecken und Kapitale etwas bestoßen). [*]
Result 300 €
Erste Ausgabe der Sammlung. – Schulte-Strathaus 17 – Goedeke IV/1, 807, 22. – Erste Sammlung der Dramen, die Klinger nach der Abkehr von der Bewegung des Sturm und Drang (das der Epoche den Namen gebende Stück in Band 2) zu bewahren wünschte (“Was sich in dieser Sammlung befindet, erkenne ich an.”). – Enthalten sind auch, neben einigen Vorreden und Nachworten, die zuvor ungedruckten Stücke: Konradin, Der Schwur, Medea in Korinth (mit falschem Kolumnentitel: Das Schiksal), Der Günstling. – Auf den Innendeckeln unten ein kleiner, späterer Eignerstempel “VA”, das ist Viktor Achter, dessen Bibliothek 1992 versteigert wurde (vgl. H & N 295,118, dieses Exemplar). – Papierbedingt leicht gebräunt, vereinzelt etwas stockfleckig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 411 Klopstock, Friedrich Gottlieb
Werke. 12 Bände. Mit 6 gestochenen Frontispizes. Leipzig, Göschen, 1798-1817. 23 x 14,5 cm/ Bände 3-6: 23 x 17 cm. Marmorierte Ganzlederbände der Zeit mit rotem Rückenschild, Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten sowie Stehkantenvergoldung (etwas berieben, Ecken teilweise etwas bestoßen, Kapitale von Band 6 mit schmalen Fehlstellen, Schild von Band 3 mit Randfehlstelle).
Result 300 €
Erste Gesamtausgabe in Großoktav, Druck auf Velin. – Goedeke IV/I, 177, 54 – Burkhardt-Nicolai 49. – Enthält: I-II. Oden (mit je 1 Frontispiz). – III-VI. Messias (mit je 1 Frontispiz, Tiefe: 17 cm.) – VII. Oden, geistliche Lieder, Epigramme. – VIII. Der Tod Adams. Hermanns Schlacht. – IX. Salomo. Hermann und die Fürsten. – X. David. Hermanns Tod. – XI. Hinterlassene Schriften von Margareta Klopstock. – XII. Gelehrtenrepublik. – Teilweise gebräunt.

Lot 412 Kolportage – Falk, Victor von (das ist: Heinrich Sochaczewsky)
Der Scharfrichter von Berlin. Sensations-Roman nach Akten, Aufzeichnungen und Mittheilungen des Scharfrichters Julius Krautz. 130 Lieferungen in 3 Bänden. Mit 130 Holzschnitt-Tafeln. Berlin, Weichert, 1889. 3119 S. (durchgehend paginiert). 22 x 14 cm. Halbleinwandbände der Zeit (etwas fleckig und berieben). [*]
Result 550 €
Einzige Ausgabe. – Kosch/Nagl 1090 a. – Erschien in 130 Lieferungen, nur mit einem Haupttitelblatt. – “Der Scharfrichter von Berlin” gilt zwar mit 260000 Abonnenten als einer der auflagenstärksten Kolportageromane, komplette Exemplare sind aber sehr selten geworden (auch wenn die Aussage sicher nicht stimmt: “ist in keinem einzigen vollständigen Exemplar erhalten” Anz, Handbuch der Literaturwissenschaft I, 184). – Der preußische Scharfrichter Julius Krautz (1843-1921) gilt als bekanntester Scharfrichter der deutschen Geschichte. Auf ihn geht die Kleidung zurück, die man gemeinhin mit dem Amt verbindet: Frack, weiße Handschuhe und Zylinder. Seine “Karriere” begann 1876 mit der Hinrichtung des Anarchisten Max Hödel, der ein Revolverattentat auf Kaiser Wilhelm I. verübt hatte und endete 1889, nachdem er bei einer Kneipenschlägerei seinen Gehilfen Gummich erschlug. Krautz wurde vor Gericht zwar freigesprochen, die Berliner Justiz verzichtete aber weiterhin auf seine Dienste. Sein legendärer “Ruhm” baut auf dem hier vorliegenden Roman auf, der in einer endlosen Folge von schaurigsten Verbrechen und der wohlverdienten Strafe erzählt: “Hinrichtung eines unschuldigen Mädchens, Sturz einer Artistin vom Trapez, Racheschwur, Kindsraub, Verbrecherjagd, Flucht der Hingerichteten, Vorbereitungen für Kindsmord, Flucht mit Kind, Eisenbahnunfall, Ehebruch usw. usw.”. – In den typischen einfachen Einbänden eines Kolportageromans, wenige Blätter lose und etwas angerändert, wenige Blätter mit Eckabriss (selten mit etwas Buchstabenverlust; Titelblatt auch betroffen) und kleineren Einrissen. Insgesamt für ein Werk des Sujets, auf der Zeit entsprechend schlechtem Papier, recht gut erhalten.

Lot 413 Kotzebue, August von
Erinnerungen von einer Reise aus Liefland nach Rom und Neapel. 3 Teile in 3 Bänden. Mit 3 gestochenen Titeln. Berlin, Frölich, 1805. 16,5 x 9,5 cm. Zweifarbige Pappbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (Ecken und Kapitale etwas bestoßen, teils oberflächliche Abplatzungen des roten Bezugspapiers über den Gelenken). [*]
Result 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke V, 283, 122 – Tresoldi II, 95 – Auch ich in Arcadien, 229. – Die Beschreibung der Hochzeitsreise, die Kotzebue mit seiner dritten Frau 1804 unternommen hatte, wurde “eine der Lieblingsunterhaltungen unsers deutschen Publicum”, wie der Italienkenner Friedrich “Mahler” Müller ungläubig konstatierte, stellte Kotzebue doch “indem er auf eine indecente Art seine Eitelkeit und Ignoranz drey hübsche Bände durch im Triumph führt, den unangenehmen Abriß eines philosophischen Sanscülotten aus dem achtzehnten Jahrhundert uns vor die Augen. Und ein Aggregat von solcher Natur sollte dem heutigen Geschmack unsers Vaterlands genügen können?” (F. Müller, Schreiben über eine Reise, 1807, S. 3). – Kotzebue hatte solche Angriffe von Seiten der Klassiker vorhergesehen und sie vorwegnehmend in “Statt einer Vorrede” abgetan, wo er ein “Verzeichniß von denjenigen, welche dieses Buch nicht lesen müssen” auflistet. – Die Reise führte über Berlin, Dresden, Wien und Tirol nach Rom und Neapel. – Teils leicht gebräunt, einige Blätter in Band 1 und 2 mit Textabklatsch durch zu frühes Zusammenlegen der Bögen, kleiner älterer Sammlerstempel auf den Titelrückseiten.

Lot 414 La Fontaine, Jean de
Schwänke und Mährchen. Verdeutscht durch einen alten Wälschen. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Porträt-Frontispiz. Boston (das ist: Berlin, Rücker), 1811. 2 Bl., XXXX, 298 S.: 2 Bl., 340 S., 1 Bl. 15,6 x 9,5 cm. Roter Maroquinband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Titel auf zweifarbigem Rückenschildchen, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Fileten und Eckfleurons auf beiden Deckeln sowie umlaufendem Goldschnitt. [*]
Result 240 €
Fromm 13786 – Hayn/Gotendorf IV, 9: “Einzige uncastrirte vollständige deutsche Übersetzung in Versen (meist reimlosen Jamen), bereits selten.” – Die Verserzählungen La Fontaines galten als pikante oder gar obzöne Werke. Die folgende Auflage von 1862 enthielt nur noch Auszüge. – Die ersten Blatt minimal knittrig, sonst sehr schönes, dekorativ gebundenes Exemplar.

Lot 415 Lessing, Gotthold Ephraim
Briefe antiquarischen Inhalts. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 Kupfertafeln auf 1 gefalteten Blatt (A. Tischbein del., J. W. Meil sc.). Berlin, Friedrich Nikolai, 1768-1769. 3 Bl., 256 S., Titel, 276 S. 15,5 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit zwei farbigen Rückenschilden und Rückenvergoldung (etwas berieben, Kapitale restauriert). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 414, 109 – Muncker S. 415f. und 418 (Muncker identifiziert drei Drucke von Band 1: a) auf schlechtem Papier und mit zahlreichen Druckfehlern, b) auf “schönes römisches Schreibpapier gedruckt” und “Fehler in den ersten Bogen verbessert”, c) dito, aber weiter verbessert und zusätzlich ein Bl. “Druckfehlerverzeichnis”. Unser Exemplar ist b) – Dorn, Meil 234-235. – Die Briefe sind der Ausgangspunkt von Lessings zweitem großen Gelehrtenstreit nach dem Streit mit S. G. Lange 1754, diesmal mit dem damals berühmten und wohl ausgesprochen eitlen Hallenser Altphilologen Christian August Klotz (1738-1771), Herausgeber der 1767 gegründeten Deutschen Bibliothek der schönen Wissenschaften. – Die drei ersten Blatt in Band 1 im Rand etwas fleckig, sonst sauber, Band 2 leicht gebräunt, weißer Vorsatz vorn mit alt hinterlegtem Abschnitt oben. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 416 Lessing, Gotthold Ephraim
Sämtliche Schriften. Herausgegeben von Karl Lachmann. Dritte, auf’s neue durchgesehene und vermehrte Auflage, besorgt durch Franz Muncker. 1.-6. Band (alles als Vorzugsausgabe Erschienene). 6 Bände. Stuttgart, Göschen, 1885-1890. 24 x 16 cm. Schwarze Original-Halblederbände mit goldgeprägtem Rückentitel, Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten (leicht berieben). [*]
Result 500 €
Unbekannte, auf vier Exemplare limitierte Vorzugsausgabe. – Kein Nachweis in den Lessing-Bibliographien. – Band 1 auf dem Titel bezeichnet: “Auflage: 4 Exemplare. – Jubiläums-Druck zum Säculartag der Verlagshandlung 1785 – 12. Februar – 1885. – 4tes Exemplar.” – Die Rücken unten mit grünem Schild: “3. Auflage. Jubiläums-Ausgabe. Auflage: 4 Exemplare. Viertes Exemplar.” – Initiator war vermutlich Ferdinand Weibert (1841-1926), der seit seinem Eintritt ins Berufsleben 1855 für den seit 1838 zur Cotta’schen Buchhandlung gehörigen Verlag Göschen tätig war und ihn 1868 kaufte. Der auch als schwäbischer Dialekt-Dichter namhafte Bibliophile Weibert führte den Verlag zu neuerlicher Bedeutung, indem er einige der bedeutenden Autoren der Zeit (u.a. Gottfried Keller und Eduard Mörike) gewinnen konnte. Seit 1886 erschien in seinem Verlag die dritte Auflage der Lachmann’schen Lessing-Ausgabe, herausgegeben von Franz Muncker, die 1919 mit dem zweiten Teil des 22. Bandes, der Lessing-Bibliographie Munckers, abgeschlossen war. Zu diesem Zeitpunkt lebte Weibert längst in Brasilien. Bereits im Februar 1889 hatte er den Verlag an den sehr viel stärker populärwissenschaftlich ausgerichteten Adolph Nast, Inhaber des Metzler-Verlags, verkauft, um sich als Gutsbesitzer in Porto Alegre in Brasilien niederzulassen. Dies bedeutete dann wohl auch das Ende der vorliegenden Vorzugsausgabe, deren erster Band bereits 1885 (Normalausgabe 1886) datiert und von der kein weiteres Exemplar bekannt ist. – Tadellos erhalten.

Lot 417 Lever, Charles
The novels of Charles Lever. Edited by his daughter. Edition de luxe. 37 Bände. Mit 1 Porträt, 638 teilweise kolorierten Holzschnitt-Tafeln von Phiz und Textabbildungen. London, Downey & Co., 1897-1899. 22 x 14,5 cm. Hellbraune Ganzmaroquinbände (signiert: “Bound by Zaehnsdorf 1902”) mit 2 roten und 1 grünen Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (teilweise minimal berieben bzw. minimal fleckig).
Result 1800 €
Eins von 100 Exemplaren der Luxus-Ausgabe, Vorsatz von Band 1 mit einem handschriftlichen Brief des Verfassers (zweiseitig mit Umschlag) an Sir Alexander Spencer. – Teilweise leicht gebräunt, sonst tadelloses Exemplar, prachtvoll gebunden.
One of 100 copies of the de-luxe-Edition. – 37 vols. With portrait, 638 partly col. woodcut plates and text-illustrations. Contemp. full light brown morocco with 3 col. labels, richly gilt, a.e.g. – Two-page ms. letter by the author to A. Spencer at endpapers of vol. 1. – Minor browning in places. – Beautiful and very decoratively bound set.

Lot 418 Lexika – Diderot, D. und J. le Rond d’Alembert
Suite Du Recueil De Planches, Sur Les Sciences, Les Arts Libéraux, Et Les Arts Méchaniques, Avec Leur Explication. Mit 201 (von 215, 17 doppelblattgroßen) Kupfertafeln. Paris et al., Panckoucke et al. 1777. 3 Bl. 22 S. 41,5 x 26,5 cm. Interimspappband (etwas bestoßen und beschabt, ohne Rücken).
Result 300 €
Tafelband der “Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers”. – Die eindrucksvollen Tafeln zeigen u.a. landwirtschaftliche Geräte, antike Monumente, Grundrisse und Bauelemente, Waffen, Kostüme, zoologische Darstellungen, chirurgische Techniken, Musikinstrumente und Notenbeispiele, mechanische und optische Gerätschaften, astronomische Schemata sowie Abbildungen zu Berg- und Pfeifenbau. – Ohne die Tafeln 19, 125-127, 160-169. – Die doppelblattgroßen Tafeln lose, vereinzelt leicht wasserrandig und mit leichten Randläsuren.

Lot 419 Lexika – Jablonski, Johann Theodor
Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften; oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Cörper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe; ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats- Rechts- Kriegs- Policey- Haußhaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten, mit Beysetzung der lateinischen und frantzösischen Benennungen, wo solche vorhanden. Mit gestochenem illustrierten Titel, 2 Kupfertafeln und einigen Textholzschnitten. Leipzig, Thomas Fritsch, 1721. 7 Bl., 918 S., 21 Bl. 24 x 19 cm. Pergamentband der Zeit (leicht fleckig).
Result 240 €
Seltene erste Ausgabe des geschätzten Nachschlagewerks. – Ebert I, 6704f. – Humpert 4719 – Zischka 5: “Das erste allgemeine Lexikon … seinerzeit sehr beliebt. Index der lateinischen und französischen Wörter. Illustriert. Vorläufer der Konverstionslexika.” – Name auf Vorsatz, etwas gebräunt, teilweise dezente Unterstreichungen in Rot.

Lot 420 Liber amicorum
Presented to Ann-Elizabeth Aldred on her leaving the Bourne Street British School Hollinwood. October 8th, 1875. Mit zahlreichen handschriftlichen Texten, 8 montierten farbigen Luxuspapieren, 7 Original-Federzeichnungen, 3 Original-Aquarellen und 1 Original-Bleistiftzeichnung. Auf unterschiedlichen Papieren. Hollinwood-Chadderton u.a., 1875-1901. 50 Bl. 27 x 21,5 cm. Neue Halbleinwand mit marmoriertem Bezugspapier. [#]
After-Sale Price 200 €
Die genannte Schule (Region Greater Manchester) war erst 1872 eröffnet worden, ging aber auf eine früher gegründete methodistische Schule zurück. Das erste Blatt wurde von Lilly Romer geschrieben, die ab 1872 bis zur Schließung der Schule 1910 “headmistress” war. Es folgen wohl Mitschüler, andere Lehrkräfte und Freunde. Der jüngste datierte Eintrag stammt von 1910. Eine der Federzeichnungen zeigt den Binger Mäuseturm (“Mouse Tower” !), eine weitere eine Shakespeare-Szene, eine dritte einen Hund, ein Aquarell zeigt eine Farbpalette. – Schönes Beispiel viktorianischer Zeichen- und Schriftkultur. – Selten etwas fleckig und braunfleckig, nur selten etwas angerändert, insgesamt gut.

Lot 421 Lichtenberg, Georg Christoph
Ueber Physiognomik; wider die Physiognomen. Zu Beförderung der Menschenliebe und Menschenkenntniß. Zweyte vermehrte Auflage. Göttingen, Johann Christian Dieterich, 1778. 4 Bl., 93 S., 1 (weißes) Bl. 16,5 x 10 cm. Lederband im Stil der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
Result 800 €
Erste Buchausgabe, anonym erschienen. – Goedeke IV/1, 639, 4 – Jung 23. – Eine erheblich kürzere Fassung nahm im Göttinger Taschen Calender für das Jahr 1778 die Seiten 1-24 ein. Dieser erste Kalenderbeitrag Lichtenbergs bewirkte ungeheures Aufsehen, was sich in sensationellen 8000 verkauften Exemplaren niederschlug. Für die verlangte Neuauflage, auch dies höchst ungewöhnlich für einen Kalenderaufsatz, verfasste Lichtenberg ein umfangreiches Vorwort (19 S.) und fügte die Teile wieder zu, die “schon im Manuscript des Aufsatzes (stunden) und … nur, während des Abdrucks, damit nicht ein ganzes, kostbares Sedez-Bändchen mit Physiognomik angefüllt würde, hier und da ausgehoben” (S.2) wurden. Diese “zweite vermehrte Auflage” bringt also eigentlich den ursprünglichen Text. “Der Almanachartikel (ist) fast verdoppelt: von den 96 Seiten sind 43 neu. Die Zusätze dienten dazu, die Ablehnung eines ‘wissenschaftlichen’ physiognomischen Systems eindeutiger auszusprechen und deutlicher zu begründen, auch die eigene Kompetenz ausführlicher darzulegen.” (H.L.Gumpert, in: Kaldewey, Hehres & Triviales, VII, S. 8). Der Name Lavater kommt in der sachlichen und ruhig gehaltenen Schrift nicht vor. Doch war jedem halbwegs interessierten Leser klar, dass es eine gegen diesen gerichtete Streitschrift war. “Wenn es je Polarität zwischen zwei Menschen gegeben hat, dann war das hier der Fall. Den sachlichen, skeptischen und ironischen Naturforscher mußten die schwärmerische Salbaderei und pseudowissenschaftliche Scharlatanerie des herzensguten Theologen reizen.” (Ebda S. 7). – Etwas stockfleckig, zeitgenössischer handschriftlicher Verfasser- und Besitzername auf dem Titel.

Lot 422 Locke, John
The works in four volumes. The seventh edition. 4 Bände. Mit gestochenem Frontispiz-Porträt. London, Woodfall u.a., 1768. 29,5 x 23 cm. Lederbände unter Verwendung der alten Deckel mit goldgeprägtem Rückentitel (berieben und bestoßen, hinteres Gelenk von Band 1 und vorderes von Band 4 gebrochen).
After-Sale Price 200 €
Name auf Titel, teilweise etwas gebräunt, sonst innen meist sauber.

Lot 423 Loen, Johann Michael von
Gesammelte kleine Schrifften: Besorgt und heraus gegeben von J. C. Schneidern. 4 Teile in 4 Bänden. Mit 4 Titelkupfern und 4 (2 wiederholten) gestochenen Titelvignetten. Frankfurt und Leipzig, Brönner, 1753/ 1751-1752. 18 x 10 cm. Lederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und Rückenvergoldung (Kapitale teilweise leicht bestoßen, vorderes Gelenk von Band 4 mit Wurmgang). [*]
Result 300 €
Band 1: Vierte Auflage. – Band 2: Zweyte Auflage. – Bände 3-4: Erste Ausgabe. – Goedeke III, 348, 10 – Faber du Faur 1594. – J. M. von Loen (1694-1776), Großonkel Goethes, war vielseitig gebildet und hoch angesehen. – “Mehrfach äußerte der preußische Staat Interesse an der Person Loens, aber erst 1752 nahm dieser den Ruf Friedrichs II. … an” (Killy VII, 322). – Titel mit Namenseintrag. Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 424 Machiavelli, Niccolo
Regierungskunst eines Fürsten. Mit Herrn Amelots de la Houssaye historischen und politischen Anmerkungen, und dem Leben des Machiavels. – Angebunden: Friedrich II. Anti-Machiavel, oder Versuch einer Critik über Nic. Machiavels Regierungskunst eines Fürsten. – Angebunden: Historie des Anti-Machiavels. 3 Teile in 1 Band. Frankfurt und Leipzig, 1745. 1 Bl., 204 S., 1 Bl.; S. (205)-397, 1 Bl.; 136 S. 17 x 10,5 cm. Halbpergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel (etwas berieben und fleckig, Signaturschildchen).
Result 240 €
Erste Ausgabe des Zusammendrucks von Regierungskunst, Friedrichs II. “Anti-Machiavel” (etwa dritte Ausgabe) und einer “Historie des Anti-Machiavels. Nebst denen darüber gefällten Urtheilen”. – Fromm 28014 – Bertelli-I. 58 (ohne Teil III, vgl. 73). – Der Anti-Machiavel wurde von Voltaire herausgegeben. – Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets-Ministers Freiherrn von Berstett”. Das Exemplar stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Ohne Vortitel. – Bindung leicht gelockert, leicht gebräunt, Vorsatz mit handschriftlichem Besitzvermerk.

Lot 425 Manét, Édouard – Zola, Émile
Éd. Manet. Étude biographique et critique. Mit radiertem Porträt Manets von Bracquemond und einer Original-Radierung von Manet. Paris, Dentu, 1867. 48 S. 23,5 x 15,5 cm. Pappband (um 1930).
Result 500 €
Erste Ausgabe des Essays, das zur Eröffnung einer Ausstellung mit Gemälden Manets erschien. – Carteret II, 491 – Monod 11598 – Vicaire VII, 1199. – Mit der schönen Original-Radierung “Olympia” (Harris 53/V) nach dem Gemälde des Künstlers. – Die beiden Radierungen papierbedingt gleichmäßig etwas gebräunt, Text teilweise etwas braunfleckig.

Lot 426 Mellish, Joseph Charles
Gedichte. (Deutsche Gedichte eines Engländers. Nebst einigen Uebersetzungen in das Englische und Lateinische). Mit 9 Aquatinta-Textvignetten und 12 Holzstich-Textvignetten. Hamburg, Perthes und Besser, 1818. 6 Bl., 182 S. 18,5 x 15 cm. Lithographisch illustrierter Original-Pappband (von S. Bendixen). (Etwas gebräunt, Kanten etwas bestoßen, Kapitale mit kleinen Fehlstellen, Rückenbezug am vorderen Gelenk angeplatzt).
Result 800 €
Erste Ausgabe. – Goedeke XIII, 156, 5, 6 und 594, 1529, I – Kippenberg 3457 – Winkler, Litho 069, 7. – Die Einbandillustrationen sind Inkunabeln der Lithographie von Siegfried Bendixen unter der Darstellung bezeichnet “Hamb. Steindr.” – Der Engländer Joseph Charles Mellish lebte in Weimar und pflegte regen Umgang mit Goethe, Herder, Schiller u.a. Neben zahlreichen Widmungsgedichten an Persönlichkeiten des Weimarer Kreises sind auch einige ins Englische übersetzte Gedichte von Goethe, Klopstock, Hölty u.a. in dem Band vertreten. – 1814 wurde Mellish britischer Konsul in Hamburg. – Fleckfreies Exemplar.

Lot 427 Mendes, Catulle
Pour lire au couvent. Mit 60 Holzstich-Textillustrationen und Vignetten von Lucien Métivet. Paris, Marpon und Flammarion, 1887. 5 Bl., 249 S., 3 Bl. 26 x 17 cm. Halbpergamentband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschildchen, Deckel und Vignette der farbig illustrierten Original-Broschur montiert und eingebunden (leicht berieben und etwas fleckig).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Eins von 25 (GA 1100) nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Chinapapier. – Innendeckel mit Exlibris des lothringischen Künstlers Alfred Pellon für den Metzer Kunstliebhaber und Regierungsrat Alfons Federspil. – Unbeschnitten, teils im Rand und die ersten Blatt etwas stärker braunfleckig.

Lot 428 Moritz, Karl Philipp von
Beiträge zur Philosophie des Lebens. Herausgegeben von Carl Philipp Moritz. Zweite verbesserte Auflage. Berlin, bey Arnold Wever, 1781. 167 S. 16,5 x 9,5 cm. Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten floralen Deckelfileten und goldgeprägtem Deckelmonogramm “U. L. 1790” (leicht berieben, vorderer Deckel mit Schabstelle).
Result 1100 €
Sehr seltene zweite Ausgabe von Moritz’ erster literarischer Veröffentlichung. – Goedeke V, 490, 8, 1 (datiert 1781, die erste Ausgabe erschien jedoch 1780) – Wolfstieg 24825: “Samml. von philosophischen Betrachtungen üb. ethische Gegenstände.” – Die erste Ausgabe mit 120 Seiten war ein Jahr vorher mit dem Titel “Beiträge zur Philosophie des Lebens aus dem Tagebuche eines Freimäurers” erschienen. – Vorsatz mit Widmung von 1790, etwas gebräunt, obere Ecke teilweise leicht knickspurig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 429 Müller, Wilhelm
Rom, Römer und Römerinnen. Eine Sammlung vertrauter Briefe aus Rom und Albano mit einigen späteren Zusätzen und Belegen. 2 Bände. Berlin, Duncker und Humblot, 1820. 4 Bl., 278 S., 1 weißes Bl.; 5 Bl., 286 S. 17 x 10,5 cm. Etwas spätere Halbleinwandbände mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Bezug an den Kapitalen leicht angeplatzt).
Result 240 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VIII, 263, 17 – Borst 1346 – Killy VIII, 280: “Seine fiktiven Briefe u. Tagebuchnotizen ‘Rom, Römer und Römerinnen’ (Bln. 1820), die aus seinem Italienaufenthalt hervorgingen, sind in ihrer klaren Darstellung des Volkslebens ein unverzichtbares Beispiel für die Italienliteratur dieser Zeit. M. beobachtete genau u. gibt ein facettenreiches Bild ital. Kultur, nicht ohne auf krit. Bemerkungen zu verzichten.” – Erster Band: Briefe aus Albano. Zweiter Band: Briefe aus Rom, Orvieto, Perugia, Florenz, und Anhang. – Teilweise etwas stockfleckig, wenige Bleistiftanmerkungen. Gutes Exemplar, hübsch gebunden.

Lot 430 Neubeck, Valerius Wilhelm
Die Gesundbrunnen. Ein Gedicht in vier Gesängen. Mit 5 (1 in Aquatinta) Kupfertafeln. Leipzig, Georg Joachim Göschen, 1798. Titel, 94 S., 1 Bl. 39,8 x 25 cm. Grüner Halbmaroquinband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen, Deckel etwas fleckig). [*]
Result 440 €
Luxusvariante der ersten Ausgabe bei Göschen. – Goedeke V, 457, 13, 3 – Füssel, Göschen 449 – Rümann 796. – Vollständig mit allen Illustrationen ist das Buch in dieser Variante äußerst selten. 1797 hatte A. W. Schlegel in einer begeisterten Rezension auf die kaum bekannte erste Ausgabe des Werks aufmerksam gemacht und gewünscht, “es möge bald in einer gefälligeren Form erscheinen”. Daraufhin übernahm Göschen das Buch in seinen Verlag, der wie kein anderer die Bibliophilie in Deutschland durch die Herstellung von Luxusdrucken parallel zu Normalausgaben förderte. So handhabte er es auch bei “Die Gesundbrunnen”. – “Von diesem heute fast ganz vergessenen Lehrgedicht hatte Göschen 1798 zwei Ausgaben erscheinen lassen. Neben der Oktavausgabe, typischerweise in Fraktur für einen breiten Käuferkreis gedruckt, steht – auf dem Schmutztitel der kleinen Ausgabe gleich bekanntgegeben – eine ‘Prachtausgabe in Groß Quart (tatsächlich in Folio) mit vier vortrefflichen Landschaften und einem Titelkupfer’.” (Debes, G. J. Göschen, S. 77, mit zwei ganzseitigen Abbildungen). – Auf Velin, teilweise etwas stärker stockfleckig.

Lot 431 Nicolai, Johann
Tractatus de phyllobolia seu florum et ramorum sparsione in sacris et civilibus rebus… Mit gestochenem Titel. Frankfurt, Öhrling, 1698. 22, 185 S. 14 x 8 cm. Pergamentband der Zeit mir handschriftlichem Rückentitel (etwas fleckig).
Result 240 €
Seltene einzige Ausgabe. – ADB XXIII, 593. – Über die Verwendung von Pflanzen zur Dekoration bei religiösen und anderen Festen. – Der Antiquar, Antiquitätensammler und -händler Johann Nicolai (1665-1708) studierte an den Universitäten von Jena, Helmstedt, Leipzig, Marburg und Gießen, und wurde 1702 außerordentlicher Professor der Altertumskunde in Tübingen. – Vorgebunden: Derselbe. Diatribe de juramentis hebraeorum, graecorum, romanorum, aliorumque populorum. Frankfurt, Reber, 1700. 4 Bl., 255 S. – Einzige Ausgabe. – Schrift über Form und Inhalt von Eiden in der Antike in verschiedenen Gesellschaften. – Vorgebunden: Derselbe. Tractatus de calcarium usu et abusu nec non juribus illorum;… Mit Textholzschnitten. Frankfurt, Johannes Bauer für Öhrling, 1702. 6 (1 w.) Bl., 188 S., 8 (1 w.) Bl. – Einzige Ausgabe. – Schrift über Geschichte, Etymologie und inhaltliche Bedeutung der Begriffe “Sporn” und “Ansporn”, in der Nicolai in lateinischer, deutscher, aber auch in griechischer, hebräischer und arabischer Sprache (und Schrift) berichtet. – Innenspiegel mit gestochenem Exlibris. – Stellenweise etwas gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 432 Nicolai, Ludwig Heinrich von
Vermischte Gedichte und prosaische Schriften. 8 Teile in 4 Bänden. Mit 1 gefalteten gestochenen Plan von Monrepos. Berlin und Stettin, Nicolai, 1792-1810. 21,5 x 15,5 cm. Grüne Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken teilweise etwas bestoßen).
Result 1100 €
Seltene vollständige erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 629, 5 – Hayn-Gotendorf V, 383 – Raabe, Katalog Nicolai 283. – “Deutschland hat dem Verfasser dieser Gedichte längst einen ehrenvollen Platz unter seinen vorzüglichsten Dichtern zugestanden. Der Verfasser hat sie jetzt mit so vielem feinen Geschmack als Unparteilichkeit und Strenge aufs neue der Feile unterworfen und zum Theil ganz umgearbeitet, wie diese neue Ausgabe zeigt” (Vorbericht des Verlegers). – Ludwig Heinrich von Nicolai (1737-1820) war Erzieher des Großfürsten Paul von Russland und später dessen Bibliothekar, seit 1798 Direktor der russischen Akademie der Wissenschaften. – Mit dem fast immer fehlenden 8. Teil, der erst 15 Jahre nach Teil 7 erschien. Dieser enthält als Anhang mit eigener Paginierung “Das Landgut Monrepos in Finnland, 1804” mit dem gestochenen Plan und einem zusätzlichen Separat-Titel: “Wer die Balladen besonders kaufen will, schneidet beliebig den allgemeinen Titel zum achten Bande weg” (Nachschrift des Verlegers). – Teilweise etwas, nur wenige Blatt etwas stärker gebräunt. Breitrandiges Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 433 Oswald, Heinrich Siegmund
Gedichte, moralischen, analogischen, allegorischen und satyrischen Inhalts. Mit gestochener Titelvignette von F. G. Endter. Breslau, Graß und Barth, 1804. Titel, 8 Bl., 200 S. 16,4 x 10 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten und Ganzgoldschnitt (leicht berieben, Ecken etwas bestoßen).
Result 200 €
Seltene erste Ausgabe, kein Nachweis über KVK. – Goedeke V, 442, 18, 4. – Heinrich Siegmund Oswald (1751-1834), preußischer Beamter und Dichter geistlicher Lieder, war Buchhalter in Breslau. 1791 wurde Oswald nach Berlin berufen und wurde Vorleser beim König Friedrich Wilhelm II. Nach dessen Tod im Jahr 1797 ging er zurück nach Breslau, wo er bis an sein Lebensende blieb. – Widmung auf Vorsatz, teilweise leicht gebräunt bzw. etwas fingerfleckig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 434 Philosophie – Kant, Immanuel
Sammlung von 6 frühen (2 Erstausgaben) Veröffentlichungen von Kant und 2 frühen Veröffentlichungen über Kant (Erstausgaben). 5 Bände. Verschiedene Orte und Verlage, 1791-1804. Pappbände der Zeit (4) und Interimsbroschur der Zeit (Pappbände berieben und etwas bestoßen, Signaturschildchen, 2 Kapitale mit Fehlstellen, Broschur mit Läsuren).
Result 400 €
Die Sammlung beinhaltet: I. Der Streit über die Fakultäten. Königsberg, Nicolovius, 1798. – Erste Ausgabe. – Warda 193. – II. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Neueste Auflage. Frankfurt und Leipzig, 1791. – Warda 92. – III. Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. Neue vermehrte Auflage. Königsberg, Nicolovius, 1796. – Warda 156. – IV. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Frankfurt und Leipzig, 1797. – Warda 172. – V. Angebunden: Anhang zu den zerstreuten Aufsätzen. Frankfurt und Leipzig, 1794. – VI. Angebunden. Heynich, Hermann. Immanuel Kants philosophischer Entwurf zum ewigen Frieden. Fortgesetzt. Germanien, 1797. – Erste Ausgabe. – VII. Angebunden: Von der Macht des Gemüths durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu seyn. Jena, Academische Buchhandlung, 1798. – Warda 181. – VIII. Wasianski, E. A. C. Immanuel Kant in seinen letzten Lebensjahren. Ein Beytrag zur Kenntniß seines Charakters und häuslichen Lebens aus dem täglichen Umgange mit ihm. Königsberg, Friedrich Nicolovius, 1804. – Erste Ausgabe. – Adickes 2798. – Unbeschnitten. – Jeder Band mit dem montierten Exlibris auf dem Innenspiegel: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfarin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Teils etwas gebräunt.

Lot 435 Philosophie – Spinoza, Baruch de
Über Heilige Schrift, Judenthum, Recht der höchsten Gewalt in geistlichen Dingen, und Freyheit zu philosophiren. Aus dem Lateinischen. Gera, Bekmann, 1787. XXII, 3 Bl., 456 S. 20,5 x 12,5 cm. Pappband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel (Signaturschildchen, etwas berieben und bestoßen).
Result 450 €
Spinoza, Philosophische Schriften, Band 1. – Erste Ausgabe. – Van der Linde 42a. – Die Bände 2 und 3 erschienen 1790 und 1793. – Ohne den Reihentitel. – Etwas braunfleckig. – Beigegeben: Jacobi, Friedrich Heinrich. Ueber die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn. Neue vermehrte Ausgabe. Mit gestochenem Porträtfrontispiz von Thelott, gestochener Porträt-Titelvignette und -Schlussvignette von Thelott nach Langer sowie ein Textkupfer nach Seyffer. Breslau, Löwe 1789. LI, 440 S. 18 x 11 cm. Kartonage der Zeit (berieben und etwas bestoßen, Rücken mit kleinen Fehlstellen). – Zweite Ausgabe der erstmals 1785 erschienenen, den »Spinoza-Streit« auslösenden Schrift. – Van der Linde 344. – Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Das Exemplar stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Stellenweise etwas braunfleckig.

Lot 436 Philosophie und Pädagogik – Baader, Franz von
Sämmtliche Werke. Systematisch geordnet, durch reiche Erläuterungen von der Hand des Verfassers bedeutend vermehrte, vollständige Ausgabe der gedruckten Schriften sammt dem Nachlasse, der Biographie und dem Briefwechsel. Herausgegeben von Franz Hoffmann. 16 Bände. Mit 1 Stahlstich-Porträt und 1 lithographischen Faksimile. Leipzig, Bethmann (Band 16: Verlag des literarischen Instituts), 1851-1860. 22 x 13,5 cm. Grüne Lederbände (um 1880) mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (etwas beschabt, Kapitale teilweise berieben, Deckel von Band 11 mit Wurmspuren, Rücken verblasst, Band 9 falsch mit “1” bezeichnet). [*]
After-Sale Price 600 €
Erste Gesamtausgabe. – Goedeke V, 9, 19, 20 – Jost 4-19 – Ziegenfuss I, 62. – Franz Benedikt von Baader (1765-1841) war Professor für Philosophie an der Universität München und Mitglied der Akademie. “B. ein Schüler Jakob Böhmes, hat besonders nachhaltig auf Schellings Naturphilosophie eingewirkt. Als das Endziel seiner Spekulation bezeichnete er die Vereinigung der katholischen Theologie mit der Philosophie” (BBKL I, 313). – Laut Bleistift-Eintrag auf dem Vorsatz von Band 1 aus dem Nachlass des Germanisten und Baader-Herausgebers Eugène Susini (1900-1982). – Unterschiedlich (teils stärker) stockfleckig und gebräunt, einige Bände mit kleinem Aufkleber (handschriftliche Bandnummer) auf dem Titel.

Lot 437 Philosophie und Pädagogik – Bacon, Francis
The philosophical works, methodized, and made English, from the Originals. With occasional notes … by Peter Shaw. 3 Bände. London, Knapton u.a., 1733. 26,5 x 20 cm. Halblederbände im Stil der Zeit mit Rückenschild (etwas bestoßen, Gelenke teilweise angeplatzt).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe dieser Übersetzung, neben der englischen Werkausgabe von 1730 die zweite englische Ausgabe überhaupt. – Gibson 250 – Lowndes 93: “This edition does not contain the whole of Lord Bacon’s works. (The translator has extensively altered Lord Bacon’s arrangement by the way of improving it.)” – Band 1: Name auf Titel, wenige Blatt im Rand etwas fleckig, Band 2: die ersten und letzten Blatt im Rand wasserfleckig, Band 3: die letzten Blatt mit Wasserfleck im Rand.

Lot 438 Philosophie und Pädagogik – Basedow, Johann Bernhard
Neue Lehrart und Uebung in der Regelmäßigkeit der Teutschen Sprache. Kopenhagen, Johann Benjamin Ackermann, 1759. 10 Bl., 180 S. 17,5 x 10 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe. – Meusel I, 191. – Frühe Schrift des bedeutenden Pädagogen Basedow (1724-1790), entstanden in der Spätphase seiner Tätigkeit als Professor der Moral und schönen Wissenschaften an der Ritterakademie Soroe in Dänemark, bevor er 1761 entlassen wurde. Basedows “Neue Lehrart” wird heute unter die fortschrittlichen Sprachlehrbücher seiner Zeit gezählt, war aber in Deutschland kaum bekannt und wenig einflussreich. – Titel im Bund mit Klebespuren, ein Blatt im Unterrand verstärkt, ein Blatt mit älterem Bibliotheksstempel im Unterrand, gelegentlich etwas stockfleckig.

Lot 439 Philosophie und Pädagogik – Bolte, Johann Heinrich
Die Aussichten der Christen in die bessere Welt. In Predigten für denkende Leser. Ruppin, Kühn, 1793. 387 S. 17,5 x 10,5 cm. Dekorativer Lederband der Zeit mit golgeprägtem Rückenschild und reicher floraler Rückenvergoldung (leicht berieben, Deckel leicht aufgebogen, vorderes Gelenk oben ca. 2 cm angeplatzt). [*]
Result 200 €
Sehr seltene einzige Ausgabe. – Nur ein Exemplar im KVK nachweisbar. – Johann Heinrich Bolte (1750-1817) war von 1776-1793 Pfarrer in Kränzlin bei Neuruppin, von 1793-1805 in Karwesee und von 1805-1817 Pfarrer und Superintendent in Fehrbellin. Als Mitglied der Märkischen Ökonomischen Gesellschaft, Mitautor an Campes Revisionswerk und Tellers “Magazin für Prediger” wirkte Bolte über seine Amtsgeschäfte hinaus als Aufklärer. Er war Autor zahlreicher volksaufklärerischer Schriften gemeinnützlichen, staatswissenschaftlichen, religiösen und pädagogischen Inhalts. Ab 1810 reformierte er – unterstützt von der kurmärkischen Regierung – die Fehrbelliner Stadtschule nach Pestalozzischen Grundsätzen und setzte die reglementsmäßige Erhebung des Schulgeldes durch. – Vorsatz mit gelöschtem Bibliotheksstempel, Titel mit kleinem handschriftlichen Besitzvermerk, letztes Blatt etwas fleckig, sonst fast fleckenfrei und gut erhalten.

Lot 440 Philosophie und Pädagogik – Edler von Büttner, Philipp
Glückseligkeitslehre, oder: Anleitung, schon in der ersten und dann ferneren Erziehung der Kinder das physische und moralische Wohl zu begründen, eine glückliche Wahl in der Ehe zu treffen, und das ehelige Glück auch zu erhalten, in jedem Stande und Verhältnisse zufrieden zu leben, und selbst im hohen Alter noch reichen Lebensgenuß zu finden. Prag, Enders, 1825. 2 Bl., 183 S., 2 S. 21,5 x 13,5 cm. Buntpapierbroschur der Zeit (mit altem Bibliotheksschildchen, etwas angestaubt und knitterig, Kapitale mit teils größeren Fehlstellen). [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Schriftsteller-Lexicon der jetzt lebenden Aerzte (1831) IV, 2064. – Seit 1812 als außerordentlicher Professor für Dietik an der Prager Universität, las “der Edle von Büttner bei oft übervollem Hörsaale über die Pflicht und die Mittel, das höchste aller Erbengüter, die Gesundheit zu erhalten”. So wirkt der Ansatz seines Buches “welches den Krankheiten vorbeugen lehrt” anstatt “Heilvorschriften, die den Eintritt der Krankheit voraussetzen” zu enthalten, moderner denn je (Unterhaltungsblätter, Nr. 4, Jan. 1828). – Unbeschnitten, Innendeckel und Titel mit kleinem handschriftlichen Besitzeintrag, gebräunt und schwach stockfleckig. – Sehr selten, nur einmal im KVK nachweisbar.

Lot 441 Philosophie und Pädagogik – Fellenberg, Emanuel
Darstellung der Armen-Erziehungsanstalt in Hofwyl. Von ihrem Stifter … Aus dem vierten Hefte der landwirthschaftlichen Blätter besonders abgedruckt. Aarau, Sauerländer, 1813. 95 S. – Angebunden: Derselbe. Darstellung des religiösen Bildungsganges der wissenschaftlichen Erziehungsanstalt in Hofwyl. Von ihrem Stifter. Aarau, Sauerländer, 1822. 90 S., 2 Bl. – Angebunden: Rengger, Albrecht. Bericht über die Armen-Erziehungsanstalt in Hofwyl, im Namen der zu Beaufsichtigung derselben niedergesetzten Commißion abgefaßt. Mit XXIII Tabellen auf 12 gefalteten Bl. Tübingen, Cotta, 1815. 6 Bl., 144 S. Roter Halblederband (um 1880) mit Rückenvergoldung, Original-Umschläge teils beigebunden (Kanten berieben, Rücken mit Kratzspuren, Deckelbezüge mit Fehlstellen). [*]
After-Sale Price 240 €
Erste Ausgaben. – Interessanter Sammelband mit den wichtigsten Schriften zu einem der bemerkenswertesten pädagogischen Projekte der Zeit. “Der Erziehungsstaat Fellenbergs in Hofwyl ist eines der eigenartigsten und bedeutendsten Phänomene der neuern Schweizergeschichte. … Hofwyl ist wohl das größte jemals von einem einzelnen Menschen geschaffene Erziehungswerk. Es faßt alle mit Pädagogik verbundenen Bestrebungen des 18.Jahrhunderts zusammen.” (W. von Wartburg, in: Schweizer. Zeitschrift für Geschichte, Band 5, Heft 1). – Unser Exemplar von Renggers Schrift hat die fast immer fehlende Widmung an Zar Alexander von Russland. Der Zar stand seit 1813 in Kontakt mit Fellenberg, dessen liberales Erziehungssystem er in Russland einführen wollte, was aber die einsetzende Restauration verhinderte. – Papierbedingt teils etwas gebräunt, ein vorgebundenes Blatt der Interimsbroschur mit späteren handschriftlichen Einträgen.

Lot 442 Philosophie und Pädagogik – Fichte, Johann Gottlieb
Sammlung von 5 frühen (4 Erstausgaben) Veröffentlichungen. 5 Bände. Verschiedene Orte und Verlage, 1794-1798. Pappbände der Zeit (4) und Kartonage der Zeit (Pappbände berieben, etwas bestoßen und fleckig, Signaturschildchen, Kartonage knickspurig, Rücken beschädigt).
Result 480 €
Die Sammlung beinhaltet: I. Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre als Handschrift für seine Zuhörer. Leipzig, Gabler, 1794. – Erste Ausgabe. – Goedeke V, 8, 5. – II. Angebunden: Grundriss des Eigenthümlichen der Wissenschaftslehre in Rücksicht auf das theoretische Vermögen als Handschrift für seine Zuhörer. Jena und Leipzig, Gabler, 1795. – Erste Ausgabe. – Goedeke V, 8, 8. – III. Grundlage des Naturrechts nach Principien der Wissenschaftslehre. 2 Teile in 2 Bänden. Jena und Leipzig, 1796-1797. – Erste Ausgabe. – Goedeke V, 8.9. – IV. Das System der Sittenlehre nach Principien der Wissenschaftslehre. Jena und Leipzig, 1798. – Erste Ausgabe. – Goedeke V, 8, 16, 11. – V. Über den Begriff der Wissenschaftslehre. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Jena und Leipzig, Gabler, 1798. – PMM 244 (zur ersten Ausgabe von 1794) – Goedeke V, 8, 4. – Jeder Band mit dem montierten Exlibris auf dem Innenspiegel: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Stellenweise etwas gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 443 Philosophie und Pädagogik – Hegel, Georg Wilhelm Friedrich
Encyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse. Zum Gebrauch seiner Vorlesungen. Heidelberg, August Oßwald, 1817. XVI, 288 S. 20 x 12,5 cm. Pappband der Zeit mit handschriftlichem Rückenschild (Signaturschildchen, etwas berieben und fleckig).
Result 650 €
Erste Ausgabe. – Steinhauer 341 – Schmid 2303 – Ziegenfuß I, 485. – Die erste in sich geschlossene Zusammenfassung des Hegelschen Systems. – Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Das Exemplar stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Etwas gebräunt und braunfleckig.

Lot 444 Philosophie und Pädagogik – Hegel, Georg Wilhelm Friedrich
System der Wissenschaft. Erster Teil, die Phänomenologie des Geistes (alles Erschienene). Bamberg und Würzburg, Goebhardt, 1807. 3 Bl. (Titel und Inhalt), XCI, 2 Bl. (Verbesserungen und Reihentitel), 765 S., 1 Bl. 20 x 12 cm. Pappband der Zeit mit handschriftlichem Rückenschild (fleckig, Signaturschildchen, etwas berieben und bestoßen).
Result 4500 €
Erste Ausgabe von Hegels philosophischem Hauptwerk. – Goedeke V, 10, 25, 4 – Ziegenfuss I, 485 – PMM 283. – “Für die Erforschung des Selbstverständnisses des Menschen in seiner mit ihm und durch ihn geschichtlich gewordenen Welt ist das Werk sicher eines der faszinierendsten Dokumente” (KNLL VII, 520). – Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Das Exemplar stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Etwas gebräunt und stellenweise etwas braunfleckig.

Lot 445 Philosophie und Pädagogik – Herbart, Johann Friedrich
Theses quas pro summis in philosophia honoribus consequendis. De XXII. Octobris publice defendet. (Und:) Theses quas pro loco in philosophorum ordine rite obtinende de XXIII. Octobr. publice defendet. Göttingen, Druck bei Rosenbusch, 1802. 8 S. 19,5 x 11,5 cm. Original-Broschur mit alter Fadenheftung.
Result 500 €
Erste Ausgabe der sehr seltenen Dissertation und Habilitation des Philosophen (1776-1841). – Von uns online nur ein Exemplar in einer öffentlichen deutschen Bibliothek nachweisbar (Göttingen). Ab 1809 war Herbart Nachfolger Kants in Königsberg. – Breitrandig, wohl weitgehend unbeschnitten. – Anfangs wenige kleine Tabakfleckchen, sonst frisch.

Lot 446 Philosophie und Pädagogik – Herder, Johann Gottfried
Briefe zu Beförderung der Humanität. 1.-10. Sammlung in 5 Bänden. Mit gestochenem Frontispiz von H. Lips nach H. Meyer. Riga, Hartknoch, 1793-1797. 16,5 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit zwei farbigen Rückenschildern und Rückenvergoldung (berieben, 2 Rückenschilder abgerieben, 2 kleine Wurmlöcher).
Result 240 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 732, 88 – Schulte-Strathaus 61. – Mit Beiträgen von Knebel und J. N. Goetz sowie Gedichten von Claudius, Klopstock, Ramler, Stolberg, Uz und Voß. – In der 9. Sammlung fehlen, wie fast immer, die Seiten 179-197 mit dem Gedicht vom Nationalruhm, das Herder aus Furcht vor der Zensur in den meisten Exemplaren wegschneiden ließ. – Teilweise etwas gebräunt, in 3 Bänden die ersten vier Blatt mit kleinen Wurmgängen (leichter Buchstabenverlust).

Lot 447 Philosophie und Pädagogik – Herder, Johann Gottfried
Gott. Einige Gespräche. Gotha, Karl Wilhelm Ettinger, 1787. VIII, 252 S. 15,5 x 10 cm. Pappband der Zeit (etwas bestoßen und berieben).
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 731, 83 – Schulte-Strathaus 56, 53a: “Herder schrieb das Büchlein in der Erinnerung an die Gespräche, welche er, oft im Beisein seiner Gattin, mit Goethe in den Jahren 1784 und 1785 über die Philosophie Spinozas geführt hatte, angeregt durch Fr. H. Jacobis Streit mit Moses Mendelssohn über Lessings Spinozismus. Von den drei Personen ist Theophron Herder selbst, Theano soll Caroline sein, mit Philolaus ist Goethe gemeint” (Schulte-Strathaus). – Etwas gebräunt bzw. braunfleckig, Vorsatz mit handschriftlichem Besitzvermerk und Kritzelei.

Lot 448 Philosophie und Pädagogik – Herder, Johann Gottfried
Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. 4 Teile in 2 Bänden. Riga und Leipzig, Hartknoch, 1784-1791. 20,2 x 15,5 cm. Halblederbände der Zeit mit zwei farbigen Rückenschilden und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken teils bestoßen, Deckel etwas fleckig und mit kleinen Papierfehlstellen, Vergoldung etwas oxydiert). [*]
Result 450 €
Erste Ausgabe, Teil 1: zweiter Druck. – Schulte-Strathaus 48a – Goedeke IV/1, 730, 79. – Die große Ausgabe (jeweils ein Jahr versetzt folgte eine im kleinen Oktav-Format) von Herders geschichtsphilosophischem Hauptwerk, das als Beginn der Geschichtsphilosophie in Deutschland gilt. Die Ideen sind eine Weiterführung des Frühwerks “Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit” (1774). – Fehlpaginierung in Teil 1, Seitenzählung springt von S. 144 auf S. 165. – Druckvermerk “Rudolstadt, gedruckt in der Bergmannischen Buchdruckerei” in Teil 1 auf S. 318; das ist das Kennzeichen für den zweiten Druck. – Teilweise etwas stockfleckig, Teil 1 etwas stärker, alter Name auf den Vorsätzen und erstem Titel “Albert Bovari”.

Lot 449 Philosophie und Pädagogik – Herder, Johann Gottfried
Kalligone. Erster Theil. Vom Angenehmen und Schönen. (Und:) Zweiter Theil. Von Kunst und Kunstrichterei. (Und:) Dritter Theil. Vom Erhabnen und vom Ideal. In drei Bänden. Leipzig, Hartknoch, 1800. 17,5 x 11 cm. Zweifarbige Original-Interimspappbände mit gedrucktem Rückentitel (Rücken etwas gedunkelt, Gelenke etwas berieben und beschabt). [*]
Result 240 €
Erste Ausgabe, Exemplar der besseren Ausgabe auf “Holländischem Schreibpapier”. – Goedeke IV/1, 734, 105 – Schulte-Strathaus 76. – Nach “Verstand und Erfahrung” (1799) ist Kalligone der zweite heftige Angriff Herders gegen die kritische Philosophie, hier die “Critik der Urtheilskraft”, seines ehemaligen Lehrers Kant. – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Vereinzelt leicht fleckig. Gutes Exemplar im originalen Lieferzustand.

Lot 450 Philosophie und Pädagogik – Jacobi, Friedrich Heinrich
David Hume über den Glauben oder Idealismus und Realismus. Ein Gespräch. Breslau, Loewe, 1787. 230 S. 17 x 11 cm. Pappband der Zeit (Signaturschildchen, etwas bestoßen und berieben, etwas fleckig).
Result 550 €
Erste Ausgabe. – Goedeke IV/1, 694, 15 – Ziegenfuß I, 583. – Neben den “Spinoza-Briefen” ist “David Hume über den Glauben” das philosophisch bedeutendste Werk Jacobis. – Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Das Exemplar stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Stellenweise etwas gebräunt.

Lot 451 Philosophie und Pädagogik – Kant, Immanuel
Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels, oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonischen Grundsätzen abgehandelt. Neue Auflage mit des Herrn Verfassers eignen neuen Berichtigungen. Frankfurt und Leipzig, 1797. 10 Bl., 130 S., 1 (weißes) Bl. 20,5 x 12 cm. – Angebunden: Derselbe. Von der Macht des Gemüths durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu seyn herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von C. W. Hufeland. Zweyte verbesserte und vermehrte Auflage. Leipzig, Lauffer, 1824. 96 (recte 69) S., 5 Bl. Pappband (um 1950) mit Rückenschild.
Result 550 €
I. Zweite Ausgabe, die Erstausgabe erschien 1755 und ist nahezu unauffindbar, da sie durch die Insolvenz des Verlegers nicht ausgeliefert werden konnte. – Warda 6 – Adickes 20. – “In diesem stets denkwürdig bleibenden Buche erklärte Kant die Entstehung der Weltkörper aus den Anziehungs- und Abstoßungskräften der Materie und stellte hiermit als der erste jene Theorie auf, welche nicht lange hernach (1761) durch Lambert’s “Kosmologische Briefe” und viel später (1796) von Laplace, “Exposition du système du monde” näher ausgeführt, sowie nachmals durch Herschel’s Entdeckungen vielfach bestätigt wurde” (ADB XV, 84). – Etwas gebräunt. – II. Warda 186. – Etwas gebräunt.

Lot 452 Philosophie und Pädagogik – Kant, Immanuel
Critik der practischen Vernunft. Riga, Hartknoch, 1788. 292 S. 21,5 x 12 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (berieben und bestoßen, oberes Kapital mit Fehlstelle und 3 cm eingerissen, Rücken mit Signaturschildchen).
Result 1100 €
Erste Ausgabe. – Warda 112. – Das zweite Hauptwerk Kants mit der kritischen Begründung der Sittenlehre. – Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Das Exemplar stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Vorsätze etwas leimschattig, gebräunt, stellenweise etwas braunfleckig.

Lot 453 Philosophie und Pädagogik – Kant, Immanuel
Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen. Königsberg, Kanter, 1763. 4 Bl., 72 S. 17,2 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas bestoßen, Kapitale mit kleinen Fehlstellen).
Result 350 €
Zweiter Druck der ersten Ausgabe, kenntlich an der abweichenden Holzschnitt-Titelvignette. – Warda 27 – Adickes 34. – Teilweise minimal gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 454 Philosophie und Pädagogik – Leibniz, Gottfried Wilhelm
Theodicaea, oder Versuch und Abhandlung wie die Güte und Gerechtigkeit Gottes in Ansehung der menschlichen Freiheit, und des Ursprungs des Bösen, zu vertheidigen. Aus dem Französischen. Bey dieser Auflage an vielen Orten verbessert … Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Amsterdam, Boudestein, 1726. 14 Bl., 64, 1030 S., 1 w. Bl. 17 x 10,5 cm. Halbpergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel und späterem Deckelbezug (etwas fleckig, Ecken etwas bestoßen).
Result 200 €
Zweite Ausgabe der deutschen Übersetzung von Georg Friedrich Richter. – Ravier 375 – Fromm 28313. – Im Anhang mit der Lebensbeschreibung von Fontenelle, in der Übersetzung von J. C. von Eccard. – Die Kupfertafel zeigt die berühmte, von Leibniz entwickelte Rechenmaschine. – Ohne das gestochene Porträt. – Titel mit kleinem handschriftlichen Besitzvermerk, vereinzelt mit An- und Unterstreichungen sowie Annotationen in Tinte und Bleistift, ein Blatt mit Brandspuren in einer Ecke (kein Textverlust), nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 455 Philosophie und Pädagogik – Schelling, Friedrich Wilhelm Josef von
Sammlung von 5 frühen (4 Erstausgaben) Veröffentlichungen. 5 Bände. Verschiedene Orte und Verlage, 1798-1809. Pappbände der Zeit (4) und Interimsbroschur der Zeit (Pappbände berieben, etwas bestoßen und fleckig, Signaturschildchen, Broschur fleckig, knickspurig, Rücken beschädigt).
Result 600 €
Die Sammlung beinhaltet: I. System des transcendentalen Idealismus. Tübingen, Cotta, 1800. – Erste Ausgabe. – Goedeke V, 11, 27, 8. – II. Philosophie und Religion. Tübingen, Cotta, 1804. – Erste Ausgabe. – Goedeke V, 12, 14. – Unbeschnitten. – III. Bruno oder über das göttliche und natürliche Princip der Dinge. Berlin, Unger, 1802. – Erste Ausgabe. – Goedeke V, 11, 27, 10. – Angebunden: Spazier, Karl. Ueber Kants Kritik der Urtheilskraft. Neue Auflage. Neuwied, Gehra, 1798. – IV. Philosophische Schriften. Erster Band (alles Erschienene). Landshut, Krüll, 1809. – Zweiter Druck der ersten Ausgabe. – Goedeke V, 12, 19. – V. Von der Weltseele, eine Hypothese der höheren Physik zur Erklärung des allgemeinen Organismus. Dritte verbesserte Auflage. Hamburg, Perthes, 1809. – Jeder Band mit dem montierten Exlibris auf dem Innenspiegel: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Stellenweise etwas gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 456 Philosophie und Pädagogik – Tessin, Carl G
Briefe an einen jungen Prinzen von einem alten Manne. Aus dem Schwedischen übersetzet von Johann David Reichenbach. 2 Bände. Mit 5 gestochenen Kopfvignetten von Crusius. Leipzig, Breitkopf, 1756. 8 Bl., 404 S., Titel, 430 S. 20,8 x 12,5 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit (Kapital mit kleinem Einriss, leicht berieben).
Result 200 €
Erste deutsche Ausgabe der Fürstenschule. – Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur III, 490ff – Heinsius II, 426 – Holzmann/Bohatta I, 7539. – Das Buch war als Erziehungsgrundlage für den jungen schwedischen Kronprinzen gedacht. – Die von Tessin signierten Briefe behandeln die klassischen Sprachen, Geschichte, Theologie, Philosophie, Dichtkunst, aber auch Sprichwörter, Fabeln und Märchen. – Nur teilweise leicht stockfleckig bzw. minimal gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 457 Philosophie und Pädagogik
Vernünftige und schriftmäßige Gedanken über den zweifachen Zustand der Menschen nach dem Tode den alten und neuen Träumen von der Ewigkeit entgegen gesetzet. Stendal, Franzen und Grosse, 1785. XXX, 1 Bl., 228 S. 17,5 x 11 cm. Pappband der Zeit (etwas berieben und fleckig, Ecken bestoßen).
Result 200 €
Seltene anonym erschienene einzige Ausgabe. – Der unbekannte Verfasser “legt oft falsche Erklärungen zum Grunde, und leitet daraus seine Beweise ab… Ebenso unrichtig wie die Definitionen des Verfassers sind sehr oft auch seine Schlüsse… Er denkt überdies sehr inconsequent und verwickelt sich bei seinen vermeintlichen Demonstrationen häufig in handgreifliche Widersprüche… Endlich misshandelt der Verfasser auch die Schrift seinem System zu gefallen, und ist gar ein armseliger Bibelerklärer…” (Allgemeine deutsche Bibliothek, 1786, Band 70, S. 436-440). – Titel mit schwachem Stempel, leicht gebräunt.

Lot 458 Philosophie und Pädagogik – Zabuesnig, Johann Christoph von
Historische und kritische Nachrichten von dem Leben und den Schriften des Herrn von Voltaire und anderer Neuphilosophen unserer Zeit. Mit 2 gestochenen Porträts. Augsburg, Veith, 1777. 2 Bl., 352 S., 3 Bl.; 2 Bl., 453 S., 1 Bl. 17 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild (etwas berieben).
Result 200 €
Seltene erste Ausgabe. – Wallich/v.M. 45. – Behandelt neben Voltaire (Band 1) und Rousseau (mit deren Porträts) auch Bayle, Bruno, Diderot, Helvetius, Hobbes, Marmontel, Montesquieu, La Mettrie, Spinoza u.a. – Nur teilweise leicht gebräunt, vordere Innendeckel mit altem Namenseintrag.

Lot 459 Pope, Alexander
Lockenraub, ein scherzhaftes Heldengedicht. Aus dem Englischen in deutsche Verse übersetzt von Luise Adelgunde Victoria Gottsched. Nebst einem Anhange zwoer freyer Uebersetzungen aus dem Französischen. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 5 Kupfertafeln von Johann Benedikt Bernigeroth nach Anna Maria Werner. Leipzig, Breitkopf, 1744. 8 Bl., 56 S. 24 x 16 cm. Neuer Pergamentband mit Bezug im Stil eines Inkunabelblatts. [*]
Result 650 €
Erste deutsche Ausgabe. – Goedeke III, 362, 11 – Rümann 366. – Die mit “liebevoller Hingabe an das Detail” (Rümann) ausgeführten Illustrationen trugen viel zum Erfolg des Buches bei. – In der Vorrede polemisiert die Gottschedin gegen eine französische Übersetzung des Werks, auf die sie zuerst hereingefallen sei und überhaupt gegen die Einstellung mancher französischer Kritiker gegen deutsche Geisteszeugnisse. – Bei den Übersetzungen aus dem Französischen im Anhang handelt es sich um zwei “Épitres Chagrines” der Mme Deshoulières. – Unbeschnitten. – Titel mit hinterlegtem Ausschnitt, teils leicht gebräunt.

Lot 460 Questel, Caspar
Umbständlicher Bericht von dem, aus auffrichtiger Liebe zu Gott, recht Feyrenden-Sabbath, oder christl. Sonn- und Feyertage, wie solches in heiligem göttlichen Worte geboten, … Mit doppelblattgroßem Titel in Schwarz und Rot. Jena, Bielcke, 1700. 14 Bl., 128 S. 16,5 x 10 cm. – Angebunden: Derselbe. Kurtze, doch gründliche Vorstellung eines auch im Tode getrosten Christen … Plön, Tobias Schmidt, 1698. 12 Bl., 88 S. – Angebunden: Derselbe. Nützlicher Unterricht von schuldiger Beobachtung der rechtmässigen Gelübden, derer Beschaffenheit vornehmlich aus H. Göttlicher Schrifft, und dabey so wol aus geist- als weltlichen Rechten gründlich angezeiget, auch mit alten und neuen Exempeln deutlich erklähret … Plön, Tobias Schmidt, 1699. 8 Bl., 136 S. Pergamentband der Zeit. [*]
Result 800 €
Schöner Sammelband mit drei seltenen Schriften des sächsischen Juristen Caspar Questel der in Jena und Plön im Herzogtum Schleswig und Holstein wirkte. Er beschäftigte sich in einigen seiner Schriften mit den Themen Tod und Sterben. – Zu 1: Erste Ausgabe. – Über KVK nur in Dresden nachweisbar (hier mit zwei zusätzlichen Bl. am Schluss), das Exemplar der HAAB Weimar als Brandschaden verzeichnet. – Zu 2: Erste Ausgabe. – Zum Plöner Erstdrucker Tobis Schmidt vgl. Benzing S. 845. – Über KVK nur in der HAAB Weimar (Brandschaden) nachweisbar. – Zu 3: Titelauflage der Erstausgabe von 1698. – Alle Schriften nur teilweise leicht gebräunt. – Angebunden: Schwartz, Josua. Wahrer Bericht vom Sabbath, wider Doct. Francisci Burmanni, Professoris Theologiae in Utrecht, verdeutschten Falschen, welchen ein Prediger in Holstein … kund gemachet hat. Mit einem Kupfertitel. Altona, Reymer, 1701. 23 Bl., 384 S. – Erste Ausgabe. – Text vollständig, am Schluss aber offenbar ein Blatt mit Korrekturen entfernt (das aber auch in den Bibliotheks-Exemplaren nicht beschrieben wird). – Gebräunt.

Lot 461 Rabener, Gottlieb Wilhelm
Das Märgen vom Ersten Aprile, ausm holländischen ins hochteutsche übersetzt. Dritte und mit zwey Büchern vermehrte Auflage (recte: erste Ausgabe). Mit 1 gestochenen Titelvignette in Sepia und 1 in Rot gedruckten Textseite. Buttstädt, bey Peter Frankens seel. Erben (das ist: Leipzig, Dyk), 1755. 162 S., 2 Bl. 13,5 x 8 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (Vergoldung etwas oxydiert, leicht berieben). [*]
Result 600 €
Erste (!) Ausgabe von Rabeners erster Veröffentlichung, anonym erschienen. – Goedeke IV/1, 41, 1 – Holzmann/Bohatta I, 3277 (ungenau) – Weller, Druckorte I, S.89 (irrig: “drei Auflagen”) – Maltzahn, Bücherschatz III, 1855 (irrig: “Nachdruck”). – Es handelt sich entgegen der manche Bibliographen irreleitenden Angaben auf dem Titel tatsächlich um die erste (und einzige) Einzelausgabe; das Märgen ist auch nicht aus dem Holländischen übersetzt, wenngleich Rabener, (Pseudonym: Art Beuzelaars van Saerdamm), ihm eine rührende “Zueignungsschrift an seine liebe Amme Aafje Praatmoer van Sloten” voransetzt. Später im Jahr 1755 erschien das “Märgen” auch in Band 4 von Rabeners Sammlung satyrischer Schriften (S. 457ff.), jedoch sprachlich “modernisiert” (z.B. “Märchen” statt “Märgen”), wodurch der Text viel von seinem volkstümlichen, “märchenhaften” Reiz verliert. Es ist dies “das erste, das heißt im vollen Wortlaut überlieferte deutsche Märchen des 18.Jahrhunderts” (Graetz, Das Märchen in der deutschen Aufklärung, Stuttgart 1988, S. 155). Die letzte Seite ist nur noch mit einem Satz bedruckt “Die Fortsetzung folgt künftig”. Das Buch ist so vollständig! – Der oben genannte Abdruck in der Sammlung enthält diese Fortsetzung, wo Rabener auch verrät: “Ich ließ vor einigen Wochen das Märchen vom ersten April (sic) an einem auswärtigen Orte, unter verstelltem Namen, und auf so eine Art drucken, daß ich gewiß hoffte, unerkannt zu bleiben.” (S. 556). – Titel verso mit altem Stempel, Blatt 2 mit kleinem Loch (Papierfehler), vereinzelt leicht fleckig.

Lot 462 Ramberg, Johann Heinrich
Reineke Fuchs. In 30 Blättern gezeichnet und radiert. Dritte Auflage. Mit radiertem Titel und 29 radierten Tafeln von J. H. Ramberg. Gera, C. B. Griesebach, 1874. 3 Bl. 28,5 x 38,5 cm. Bedruckter Original-Halbleinenband (fleckig, Kanten etwas berieben). [*]
Result 330 €
Vgl. Rümann 1722. – Schöner Abdruck von den Original-Platten der erstmals 1826 erschienenen Bildfolge, die vorliegende dritte Auflage mit Angabe der jeweiligen Zitatstellen nach Soltau und Goethe. – Der Maler, Satiriker und Buchillustrator Johann Heinrich Ramberg (1763-1840) illustrierte insbesondere literarische Werke und war mit einigen bedeutenden Verlegern und Schriftstellern seiner Zeit befreundet. – Stellenweise etwas braunfleckig (meist im Rand).

Lot 463 Ramdohr, Friedrich Wilhelm Basilius von
Ueber Mahlerei und Bildhauerarbeit in Rom für Liebhaber des Schönen in der Kunst. 3 Teile in 3 Bänden. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1787. 20,8 x 12,5 cm. Marmorierte Lederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschilden und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken teils etwas bestoßen, kleine Bezugsfehlstelle am Vorderdeckel von Band 1 an der Unterkante). [*]
Result 360 €
Erste Ausgabe. – Kosch³ 12, Sp. 557. – F. W. B. von Ramdohr (1757-1822) verbrachte 1784 ein halbes Jahr in Rom. Ergebnis dieses Aufenthalts ist sein vorliegendes erstes größeres Werk, das zwar von Goethe als “monströses Mittelding zwischen Compilation und eigen gedachtem Werk” kritisiert wurde, aber weite Verbreitung bei den Italienreisenden seiner Zeit fand. – Papierbedingt leicht gebräunt, gelegentlich etwas stock- bzw. braunfleckig, zeitgenössisches dänisches Wappenexlibris auf den Innendeckeln. Gutes Exemplar.

Lot 464 Reichardt, Johann Friedrich
Vertraute Briefe aus Paris geschrieben in den Jahren 1802 und 1803. 3 Teile in 3 Bänden. Hamburg, Hoffmann, 1804. 17,4 x 10,5 cm. Grüne Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (Deckel berieben, Kanten leicht bestoßen).
Result 300 €
Erste Ausgabe. – Hayn-Gotendorf VI, 98. – Steinbrink 69, 14. – Pendant zu Reichardts “Vertraute Briefe über Frankreich”, konzentriert sich im Gegensatz zu diesen jedoch vornehmlich auf Beschreibung des kulturellen Lebens in Paris. Reichardt war überzeugter Republikaner und Gegner Napoleons. – Name auf Titel von Band 1, nur wenige Blätter etwas stärker gebräunt bzw. stockfleckig.

Lot 465 Robinsonaden – Boussenard, Louis
Les Robinsons de la Guyane. 3 Bände. Mit zusammen 24 Holzstich-Tafeln. Paris, Librairie Illustrée/ M. Dreyfous, 1882. 17,5 x 11 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Kanten etwas berieben).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe oder erste illustrierte Ausgabe. – Ullrich 220, 208a. – Vorsatz mit eigenhändiger Widmung des Verfassers: “A Lorenzo Ventura/ trés amical souvenir/ Boussenard”. – Ullrich nennt eine Ausgabe 1880, die wir aber, genauso wie eine bei Wikipedia genannte Ausgabe von 1881 über KVK nicht nachweisen können. – Der Schriftsteller und Wissenschaftsjournalist Louis Boussenard (1847-1910) gilt neben Jules Verne als der bedeutendste französische Verfasser von Abenteuerromanen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. – Die drei Teile mit den Titeln: Le Tigre blanc, Le Secret de l’Or und Les Mystères de la Forêt vierge. – Nur teilweise leicht gebräunt. Schöne einheitlich gebundene Reihe.

Lot 466 Robinsonaden – Campe, Joachim Heinrich
Le nouveau Robinson Crusoé. Mit gestochenem Frontispiz, gestochenem Titel und 10 Kupfertafeln. Paris, Fuel, nach 1820. 205 S. 12 x 8 cm. Pappband mit hübscher floraler Goldprägung auf Deckel und Rücken, Goldschnitt im Pappschuber mit gleichem Dekor (gering berieben, Kapitale leicht eingerissen).
Result 200 €
Vgl. Gumuchian 4897 (datiert nach 1820 und gibt nur acht Kupfer an). – Nicht bei Ullrich und im Campe-Katalog der Staatsbibliothek Berlin, 1996. – Dekorative Taschenausgabe mit fein gestochenen Kupfern. – Schönes Exemplar, stellenweise leicht braunfleckig, hinteres Innengelenk geplatzt, Vorsatz mit handschriftlichem Besitzvermerk.

Lot 467 Robinsonaden – Oswald, Heinrich (das ist: F. W. Goedsche)
Schottischer Robinson oder des Schottländers Jakob Flinton’s Abentheuer und Reisen zu Wasser und zu Lande durch alle Welttheile. Mit gestochenem Titel mit Vignette und 15 (11 kolorierten) Kupfertafeln. Meißen, Goedsche, 1827. 264 S. (von 272, ohne S. 15-20 und 167/168); Titel, S. (273)-589 (ohne S. 567/568). 16,5 x 10 cm. Neuere blindgeprägte Halblederbände mit Rückentitel.
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe der seltenen und schön illustrierten Robinsonade. – Ullrich 197, 128. – Die schönen Kupfer vollständig. – Es fehlen vier Textblätter (15/16, 17/18, 19/20 und 167/168) im ersten und ein Blatt (567/568) im zweiten Teil. – Teilweise stock- und fingerfleckig, wenige kleine Randläsuren.

Lot 468 Robinsonaden – Schnabel, Johann Gottfried
Die ungemein schöne und gelehrte Finnländerin Salome… Es finden sich in dieser ihrer Lebens-Geschichts-Beschreibung verschiedene nigromantische, magische, auch curieuse Liebes-Begebenheiten… Zweyte und vermehrte Auflage. Mit gestochenem Frontispiz. Frankfurt und Leipzig, ohne Drucker, 1751. 316 S. 17,5 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (stark berieben, bestoßen und fleckig). [*]
Result 1100 €
Seltene zweite etwas erweiterte Ausgabe. – Ullrich, Robinsonaden 26a – Dünnhaupt 7.1 – Hayn-Gotendorf VII, 43. – Kuriose Robinsonade um ein entführtes Mädchen aus Finnland, das nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel landet, unterwegs aber genug schwarze wie weiße Künste gelernt hat, um sich abwechslungsreich die Zeit vertreiben zu können. Ungewöhnlich für eine Robinsonade ist die große Rolle, die Alchemie und Magie spielen. Salome “macht allerley curieuse und theils gefährliche Experimenta”, sie bringt Leiern zum verstummen, kann durch Anhauchen vergiften und wieder heilen, stellt “sodomitisches Obst” her, “worinnen nichts als Staub und Asche befindlich” etc. – Das hübsche Frontispiz zeigt die gelehrte Heldin zwischen Büchern, Landkarten, naturwissenschaftlichen Instrumenten, einem Globus etc.. – Etwas gebräunt, teils etwas fleckig, Vorsätze mit alten Notizen.

Lot 469 Rousseau, Jean-Jacques
Collection complete des oeuvres. 24 Bände und 9 Supplementbände in 33 Bänden. Mit 3 gefalteten Kupfertafeln und 16 gefalteten gestochenen Musikbeilagen (davon 5 beidseitig bedruckt). Genf, ohne Verlag und Drucker, 1782-1789. 19 x 12,5 cm. Dekorative Lederbände der Zeit mit je 2 goldgeprägten Rückenschildern und etwas Rückenvergoldung (Kanten leicht berieben, Deckel leicht beschabt, Rücken teils leicht fleckig, jeweils 1 Rückenschild der Supplementbände etwas aufgehellt). [*]
Result 500 €
Seltene Genfer Ausgabe. – Graesse VI, 176. – Vorsätze etwas leimschattig, sonst frische und saubere Ausgabe in uniform gebundenen dekorativen Lederbänden der Zeit.

Lot 470 Rousseau, Jean-Jacques
Sammelband mit 37 gestochenen Titelblättern, 52 gestochenen Tafeln und 2 gestochenen Porträts von Le Barbier, Moreau le jeune, C. Monnet, Le Clerc, Cochin u.a. Um 1780. 22 x 14,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (leicht berieben, Kanten etwas bestoßen). [*]
Result 280 €
Illustrierte gestochene Titel und Tafeln aus einer für uns nicht bestimmbaren Rousseau-Gesamtausgabe. – Gut erhalten und kaum fleckig.

Lot 471 Ruhl, Ludwig Sigismund
Capricci. Radierter Titel in Rot und Schwarz und 17 Original-Radierungen. Kassel, 1827. 20,5 x 29,5 cm. Typographisch verzierter Original-Umschlag in Halbleinwand-Mappe (um 1900) mit handschriftlichem Deckelschild und 2 Schließbändern (der Original-Umschlag etwas angerändert und mit kleinen Randeinrissen, etwas angestaubt). [*]
Result 1800 €
Seltene zweite Ausgabe, anonym erschienen. – Vgl. Rümann 2168 (Erstausgabe: 1823). – “Den Sinn für Humor bewies Ruhl in den Capricci, Szenen aus dem bürgerlichen Leben, die von herzerquickender Drastik sind. Im zweiten Teil der Folge bringt Ruhl ein figürliches Alphabet in grotesken Figuren, die in geistreicher Verschlingung zu den einzelnen Buchstaben abgebogen und vereinigt sind” (Rümann, Das illustrierte Buch, S. 227f.). – Die Unterschriften unter dem Alphabet mit deutschen, italienischen und englischen Begleitzeilen. – Die Genreszenen und das Alphabet hier abwechselnd geheftet. – Unbeschnitten. – Leicht stock- bzw. fingerfleckig.

Lot 472
Sammlung der besten deutschen prosaischen Schriftsteller und Dichter. 174 Bände in 227 Bänden. Mit 28 Titelkupfern, 37 Frontispizen und 1 gefalteten Kupferkarte. Karlsruhe, Christian Gottlieb Schmieder, 1774-1791. 17,5 x 10,5 cm. Lederbände der Zeit mit reicher floraler Rückenvergoldung, 2 goldgeprägten Rückenschildern, goldgeprägter Deckelfilete, Stehkantenvergoldung und goldgeprägtem Wappensupralibros von Karl Ludwig von Baden auf beiden Deckeln (Kanten berieben, etwas beschabt und bestoßen, 14 Bände mit Rückenfehlstellen, einige Bände mit etwas eingerissenen Kapitalen oder angeplatzten Gelenken, handschriftliche Signaturschildchen auf den Rücken).
Result 1300 €
Die sehr umfangreiche Sammlung umfasst die Bände 1-2, 4-40, 42-143, 146, 148-171, 173-179 und 181 sowie die Teilbände 145 Teil 3 und 147 Teil 1, 3 und 4. – Der Verleger und Buchhändler Christian Gottlieb Schmieder (1750-1827) war einer der bekanntesten Nachdrucker seiner Zeit. 1774 erhält Schmieder ein Druckprivileg von Karl Friedrich von Baden (dem Vater von Karl Ludwig, dem ehemaligen Besitzer dieser Sammlung) auf die von ihm geplante Nachdruckreihe “Sammlung der besten prosaischen Schriftsteller und Dichter”. Das Privileg stand jedoch mit Druckprivilegien anderer Fürsten- und Königshäuser bzw. deren Verleger in Konkurrenz, da es noch kein ausreichendes Urheberschutzrecht gab. Schmieder veröffentlichte daraufhin in seiner Reihe Nachdrucke der erfolgreichsten Autoren der Zeit. Deshalb legte u.a. der Leipziger Buchhändler G. J. Göschen Beschwerde beim Badischen Markgraf ein und schrieb im Oktober 1787 im Intelligenzblatt: “Christian Gottlieb Schmieder in Carlsruhe hat die beyspiellose Bosheit begangen, und sechs neue Bücher aus meinem Verlage auf einmal nachgedruckt. Ich klage diesen Menschen hiermit öffentlich eines unerhörten Raubes an und warne jedermann der so unglücklich ist mit Ihm in Geschäften zu stehen oder in Verhältniße zu kommen sich für diesen Bösewicht wohl in Acht zu nehmen. Ein Mann ohne Redlichkeit, ohne Ehre, ohne Gewißen ist der gefährlichste Mensch in jedem Verhältniße des Lebens…” – Alle Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett). – Gut erhalten, kaum fleckig.

Lot 473
Sammlung von 5 Titeln aus der Bibliothek von Wilhelm Ludwig Leopold Reinhard Freiherr von Berstett. 6 Bände. Verschiedene Orte und Verlage, 1785-1820. 15,5 x 10 cm bis 19,5 x 11,5 cm. Pappbände der Zeit (3), Broschuren der Zeit (2) und Halblederband der Zeit (etwas fleckig, Pappbände berieben und etwas bestoßen, Broschuren mit beschädigten Rücken, Randläsuren und kleinen Fehlstellen, Halblederband Rücken erneuert unter Verwendung des alten Materials).
After-Sale Price 240 €
Die Sammlung aus der Bibliothek des badischen Ministerpräsidenten und Staatsmanns Wilhelm Ludwig Leopold Reinhard Freiherr von Berstett (1769-1837) umfasst die Titel: I. Herder, Johann Gottfried. Zwei Preisschriften… Zweite berichtigte Ausgabe. Berlin, Voß, 1789. – Goedeke IV/1, 731, 85. – Neue Bearbeitung der Ausgaben “Abhandlung über den Ursprung der Sprache”, 1772 und “Ursachen des gesunknen Geschmacks…”, 1775. – II. Herder, Maria Carolina von. Erinnerungen aus dem Leben Joh. Gottfrieds von Herder. Gesammelt und beschrieben. 2 Bände. Tübingen, Cotta, 1820. – Erste Ausgabe. – Goedeke IV, 1, 701, A, II, h. – Erinnerungen von Herders Ehefrau. – III. Hufeland, Gottlieb. Versuch über den Grundsatz des Naturrechts nebst einem Anhange. Leipzig, Göschen, 1785. – Erste Ausgabe. – Unbeschnitten und teils unaufgeschnitten. – IV. Kohlrausch, Friedrich. Deutschlands Zukunft. In sechs Reden. Elbersfeld, Büschler, 1814. – Erste Ausgabe. – V. Voss, Johann Heinrich. Verwandlungen. Nach Publius Ovidius Naso. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Frontispiz nach Bolt. Berlin, Vieweg, 1798. – Erste Ausgabe der metrischen Übertragung von Voss. – Goedeke IV/1, 1072, 29. – Alle Innenspiegel mit dem montierten Exlibris: “Aus der Bibliothek des Staats- u. Cabinets- Ministers Freiherrn von Berstett”. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass von Dieter Schnebel und seiner Frau Iris Kaschnitz-Schnebel (Tochter von Marie Luise Kaschnitz, einer Nachfahrin Berstetts, geborene Freiin von Holzing-Berstett).

Lot 474 Satire
Leuchtkugeln. Randzeichnungen zur Geschichte der Gegenwart. Bände 1-7 (Nummern 1-168) in 3 Bänden (alles Erschienene). München, Roller, 1847-1851. Je Heft 4 Bl. 29 x 22 cm. Halbleinwandbände der Zeit (berieben und bestoßen, Band 3 abweichend gebunden).
After-Sale Price 1000 €
Vollständige Folge einer der bedeutendsten politisch-satirischen Zeitschriften der Zeit um 1848. – Diesch 2371 – Kirchner 7667 – Friedlaender 8. – Mit ihren scharfen und treffsicheren Texten und herausragenden Karikaturen war sie stets im Blickfeld der Zensur. Da einige Hefte gleich bei Erscheinen konfisziert wurden, sind vollständige Folgen sehr selten. – Die Zeitschrift erschien zuerst dreimal monatlich, ab Band 2 wöchentlich; 24 Hefte wurden jeweils zu einem Band zusammengefasst. – Mit allen beschlagnahmten Nummern, allen Titeln und Inhaltsverzeichnissen und der seltenen Beilage zu Heft 13. – Titel von Band 5 gestempelt, ein Blatt mit Einschnitt, ein Blatt mit kleinem Randeinriss, ein Blatt in Band 5 alt mit Tesa geklebt, nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 475 Satire – Rachel, Joachim
Zehn neu verbesserte teutsche satyrische Gedichte. … Zum fünfften mahl aufgelegt, und vor die Liebhaber der edlen Poesie gedruckt zu Freyburg im Hopfen-Sack (das ist: Kopenhagen, Lamprecht, ca. 1730). 144 S. 18 x 10,5 cm. – Angebunden: Lauremberg, Johannes. I. De veer olde berömede Schertz-Gedichte; als erstlik: Van der Minschen itzigem verdorvenen Wandel unde Maneeren. II. Van Almodischer Kleder-Dracht. III. Van vermengder Sprake unde Titeln. IV. Van Poesie unde Rym-Gedichten. In’t Nedderdütsch gerymet dörch Hans Willhelm L. Rost. Met eenem Anhange van etlicken in düssen Tyden ny-ingeschlekenen Mißbrücken. Gedrücket in düssen itzigen Jahr (das ist: Kopenhagen, Lamprecht, ca. 1730). 136 S. Marmorierter Pappband im Stil der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
After-Sale Price 200 €
Dünnhaupt 3260, 7. 8 (Rachel) und 2526, 22. 17 (Lauremberg) – Hayn-Gotendorf IV, 52 und VI, 345. – Zu 1) Enthält zehn satirische, teils auch derb erotische Gedichte: “Das Poetische Frauen-Zimmer”, “Der vortheilige Mangel”, “Die gewünschte Hauß-Mutter”, “Die Kinder-Zucht”, “Das Gebeth”, “Das Gute und Böse”, “Der Freund”, “Der Poet”, “Die Jungfern-Anatomie” und “Jungfern-Lob”. Die beiden letzten zotigen Gedichte stammen wohl nicht von Rachel, ebensowenig das angehängte “Probe einer bösen Sieben”. – Zu 2) Lauremberg war der Lehrer Rachels. Seine Scherzgedichte “gehören zu den besten, welche die deutsche Literatur besitzt” (Hayn-Gotendorf), geschrieben in niederdeutscher Sprache, in frischem Tone, eine scharfe Kritik an den Übelständen der heimischen Dichtkunst, Spott auf das Modeunwesen in Kleidung und Sitte und die Nachahmung des Fremden. – Beide Schriften wurden seit der dritten Auflage in der Regel zusammen ausgegeben. – Gebräunt, der erste Titel fleckig.

Lot 476 Satire – Reuter, Christian
Schelmuffskys wahrhafftige curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und zu Lande. Erster Teil, und zwar die allervollkommendste und accurateste Edition in hochdeutscher Frau Mutter Sprache eigenhändig und sehr artig an den Tag gegeben von E. S. 2 Teile in 1 Band. Gedruckt zu Schelmerode in diesem Jahr (und: 2. Teil) Gedruckt zu Padua eine halbe Stunde von Rom bey Peter Martau (das ist: Leipzig, Wigand, 1848). 4 Bl., 160 S., 4 Bl., 84 S., 16 Bl. 18 x 11 cm. Neuer Halbpergamentband mit rotem Rückenschild. [*]
Result 200 €
Bekannter Nachdruck der 1817 von August von Haxthausen veranstalteten Ausgabe, die lange Zeit für die erste Ausgabe gehalten wurde, hier auch mit dem letzten Blatt mit dem Druckvermerk “Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig”, anonym erschienen. – Goedeke III, 261, 58, 2g.: “Eines der genialsten Erzeugnisse auf dem Gebiete des Komischen, das gegenwärtig vielleicht noch frischer und lebhafter wirkt, als zur Zeit des ersten Erscheinens.” – Die zwei Blatt “Hochgebohrner Potentate etc.” hier statt nach dem Titel von Teil 1 nach dem Titel von Teil 2 gebunden. – Sehr gutes Exemplar.

Lot 477 Satire – Seybold, David Christoph
Lucian’s neueste Reisen oder wahrhafte Geschichten. Alethopel (das ist: Tübingen, Cotta oder Reutlingen, Grözinger), 1791. 4 Bl., 354 S. 17,2 x 10 cm. Grüner Halblederband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goedeke IV/1, 593, 41, 8 – Hayn-Gotendorf IV, 296: “Amüsantes, satyrisches Werk gegen Vielschreiber, Nachahmer, Anekdotensammler (und) Satyre auf die Werther-Nachahmer.” – Titel mit vier Monogramm-Stempeln, die letzten Blatt mit schwachem Wasserfleck.

Lot 478 Satire – Tieck, Ludwig (Pseudonym: Gottlieb Färber)
Die sieben Weiber des Blaubart. Eine wahre Familiengeschichte herausgegeben von Gottlieb Färber. Istambul, bey Heraklius Murusi, Hofbuchhändler der hohen Pforte; im Jahr der Hedschrah 1212 (das ist: Berlin, Nicolai, 1797). 268 S., 2 Bl. 17 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (etwas berieben). [*]
Result 300 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 36, 40. – “Selten” (Carl Georg von Maassen). – Innerhalb der die Frühzeit der romantisch-literarischen Bewegung charakterisierenden experimentellen Dichtung ist diese “wahre Familiengeschichte” Tiecks ein Extrem. Märchen, Satire, Gedichte, surrealer NonSens in einer Nicht-Geschichte wurde das Buch lange Zeit nicht oder nur am Rande beachtet. – R. Haym, entschiedener Gegner dieser Art frühromantischer Literatur, gleichwohl ihr erster, einflussreicher Monograph (Die romantische Schule. 1870), urteilt: “(…) eine Composition, die jeder litterarischen Kategorie spottet, das Unsinnigste und Verworrenste, was je aus Tieck’s Feder geflossen ist.” (S. 111f.). – Leicht, Außenblätter etwas stärker stockfleckig. S. 163/164 mit kleinem Loch im oberen Rand.

Lot 479 Satire – Voß, Julius von
Die travestirte Jungfrau von Orleans. Posse in zwei Akten mit Prolog und Epilog. Mit gestochenem Frontispiz. Berlin, Schmidt, 1803. Titel, XXVIII, 108 S. 16,4 x 9,5 cm. – Angebunden: Coyer, Gabriel Francois. Chinki, eine chochinchinesische Geschichte, die andern Ländern nützen kann. Aus dem französischen des Abtes Coyer übersetzt (von Franz Siber). Nebst angehängten 75. Lehrsätzen aus der Polizey, Handlung und Finanzwissenschaft welche … unter dem Vorsitze Josephs von Sonnenfels … zu vertheidigen die Ehre haben wird Franz Siber von Wien gebürtig. Wien, Kurzböck, 1770. 7 Bl., 99 S., 9 Bl. Ganzlederband (um 1800) mit Rückenvergoldung, goldgeprägte Deckel-, Steh- und Innenkantenvergoldung (restauriert, etwas berieben). [*]
After-Sale Price 300 €
Zu 1: Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Hayn-Gotendorf III, 491. – Eine Parodie auf Schillers “Die Jungfrau von Orleans”, die 1801 erschienen war. – Leicht gebräunt, ohne das letzte Blatt (Errata?), Text vollständig. – Zu 2: Erste deutsche Ausgabe. – Fromm II, 6141 – Hayn-Gotendorf I, 605: “Irrthümlich Voltaire zugeschrieben.” – Seltenes satirisches, staatsphilosophisches Werk. Im Anhang 9 Blatt mit den Kaiser Joseph II. gewidmeten Lehrsätzen des Übersetzers Franz Siber. – Innendeckel mit dem “Ex Libris Eroticis Rudolf Jelinek”, beide Titel mit dessen Bibliotheks-Stempel. – Block neu eingehängt, Vorsätze erneuert, teilweise leicht gebräunt.

Lot 480 Scheffner, Johann Georg
Gedichte im Geschmack des Grecourt. Mit 1 gestochenen Titelvignette. Frankfurt und Leipzig, bey Dodsley und Compagnier (das ist: Königsberg, Kanter), 1773. 8 Bl., 216 S. 16,2 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung. [*]
After-Sale Price 200 €
Zweite rechtmäßige Ausgabe im Jahr der Erstausgabe. – Goedeke IV/1, 113, 5 – Hayn/Gotendorf II, 523. – Aus der Bibliothek des Hamburger Senators und Bibliophilen “Johann A(rnold) Günther” mit dessen handschriftlichen Namen und Datum “1779” auf dem Titel. Ein Teil der Bibliothek Günthers (1755-1805) kam in den Besitz seiner Großnichte Charlotte Möller, später geschlossen in eine Schweizer Sammlung. Diese wurde 1965 in einer großen Auktion aufgelöst (Erasmushaus-Katalog 40). – Teils etwas fleckig, Titel mit Leimspuren im Bund.

Lot 481 Schiller, Friedrich von
Don Karlos Infant von Spanien. Mit Kupfern. Mit 1 Porträt-Frontispiz und 5 Kupfertafeln. Leipzig, Göschen, 1802. Titel, 432 S. 20,6 x 13 cm. Roter Ganzlederband mit goldgeprägtem Rückentitel, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Ganzgoldschnitt (leicht berieben, Deckel etwas fleckig). [*]
Result 440 €
Erste “Luxusausgabe” im größeren Format und auf Velinpapier, mit dem Porträt Elisabeths von Valois als Frontispiz und fünf gestochenen Szenenbildern. – Goedeke V, 181, 10 – Marcuse 229. – Göschen bemühte sich, das Buch mit der größtmöglichen typographischen Schönheit drucken zu lassen und Schiller schrieb nach Erscheinen dieser Prachtausgabe an den Verleger Crusius: “Die neueste Ausgabe des D.Carlos bei Göschen ist das Schönste, was ich in dieser Art kenne.” – Titel mit Stempel einer österreichischen Leihbibliothek, teilweise etwas, wenige Blatt stärker braunfleckig. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 482 Schiller, Friedrich von
Kleinere prosaische Schriften. Aus mehrern Zeitschriften vom Verfasser selbst gesammelt und verbessert. 4 Teile in 4 Bänden. Leipzig, Crusius, 1792-1802. 17,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken und Kanten etwas bestoßen). [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe der Sammlung, zweiter Druck. – Goedeke V, 150, 1 – Marcuse 123, 187, 199, 222 – Sammlung Kippenberg I, 1592. – Versammelt diejenigen seiner philosophischen und kunsttheoretischen Aufsätze, die Schiller “der Vergessenheit zu entziehen” wünscht, darunter die wichtigen, bis dahin ungedruckten: “Ueber das Erhabene” (Band 3) und “Gedanken über den Gebrauch des Gemeinen und Niedrigen in der Kunst” (Band 4). Sie bilden gleichsam das ästhetische Programm der deutschen Klassik. – Leicht stockfleckig, Außenblätter etwas leimschattig, Anmerkungen und Anstreichungen (teilweise in Rot).

Lot 483 Schlegel, August Wilhelm von
Über dramatische Kunst und Litteratur. Vorlesungen. 3 Teile (Band 2 in 2 Abteilungen) in 3 Bänden. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1809-1811. 17,4 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit rotem und grüner Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (berieben, Ecken und Kanten bestoßen).
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 12, 32. – “Die 1808 in Wien gehaltenen Vorlesungen ‘Über dramatische Kunst und Litteratur’ (3 Bde., Heidelb. 1809-11) u. der als Abschluß seiner Shakespeare Übersetzungen erschienene ‘Richard III.’ krönten seine Tätigkeit als romant. Literat” (Killy X, 257). – Teilweise etwas gebräunt.

Lot 484 Schlegel, Friedrich
Geschichte der Poesie der Griechen und Römer. Ersten Bandes erste Abtheilung (alles Erschienene). Berlin, Unger, 1798. Titel, 236 S. 21,5 x 12 cm. Halblederband im Stil der Zeit mit zwei farbigen Rückenschildern und Rückenvergoldung. [*]
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe von Schlegels zweiter Veröffentlichung. – Goedeke VI, 21, 18 – MNE II, S.209. – “Wichtigstes Werk des jungen F. Schlegel vor der Herausgabe des Athenaeum.” (Kaldewey, Lesekabinett 14, 168). Die allein erschienene erste Abteilung des ersten Bandes ist ausschließlich der griechischen Poesie gewidmet. Die Verse aus dem Griechischen, aber auch einige aus dem Lateinischen des Lukrez übersetzte Friedrichs Bruder August Wilhelm. – Titel etwas gebräunt, teils etwas stockfleckig, Ränder teils mit kleinen Läsuren.

Lot 485 Schmid, Christian Heinrich
Biographie der Dichter. 2 Bände. Leipzig, Dyck, 1769-1770. 8 Bl., 534 S., 1 Bl.; 12 Bl., 478 S., 1 Bl. 20 x 11,5 cm. Lederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Band 1 fleckig, Rücken mit Bibliotheksschild).
Result 300 €
Erste Ausgabe der frühen Veröffentlichung des “Gießener Schmid” Christoph Heinrich Schmid (1746-1800). – Hamberger/Meusel X, 588 – Kosch XV, 268 – nicht bei Goedeke. – Schmid war Herausgeber des “Deutschen Musenalmanachs”, mit Laukhard Begründer einer Studentenbühne und ab 1790 Leiter der Erfurter Universitätsbibliothek. Erst 23jährig, hatte er 1769 in Erfurt eine Stelle als Jura-Professor erhalten; im selben Jahr erschien der erste Teil der “Biographie der Dichter”. Er gab zahlreiche Anthologien und Almanache heraus, übersetzte aus verschiedenen Sprachen und gilt als Wegbereiter einer wissenschaftlichen deutschen Literaturhistorie (vgl. Killy X, 299f). – Behandelt werden die folgenden Dichter: Band 1. Chr. E. von Kleist, Kronigk, Brawe, Caulieu, Plautus, Racine und James Thomson. – Band 2. Shakespeare, Spenser, Prior, Pyra, Uz, Pindar, Hagedorn, Rost, Gay und Lichtwer. – Vorsätze mit Bibliotheksschild: “Baron von Hertefeld in Liebenberg”. Titel mit altem Stempel der Bibliothek. – Band 1 teilweise schwach wasserfleckig, nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 486 Schriftmusterbücher – Roschi, Johann Jacob
Typographische Gravüren. Mit zahlreichen teils ganszeitigen und gestochenen Druckbeispielen. Wien, Mechitaristen-Kollegium, 1838. Titelei, 6 Bl. 29,5 x 42 cm. Illustrierte Original-Broschur (bestoßen, knickspurig, angestaubt und etwas fleckig). [*]
Result 440 €
In armenischer Sprache hergestellter früher Katalog für das seit 1810 publizistisch tätige Wiener Mechitaristen-Kollegium (Ordo Mechitaristarum Vindobonensis) und deren eigene Druckerei bzw. Verlags-Buchhandlung. Vorliegender Titel sammelt das Titelblatt einer Publikation von A. Palceanz zur Mission (1838) sowie weitere typografisch-allegorische Kompositionen (Mariengruß u.a.). – Etwas angestaubt und wasserrandig.

Lot 487 Schwartze, Carl
Seltsame Geschichten aus der Welt und aus Berlin. Berlin, Selbstverlag, 1832. 8 Bl., 304 S. 18,5 x 11 cm. Bedruckte Original-Broschur (etwas angerändert und knickspurig, hinterer Umschlag mit Eckfehlstelle).
Result 260 €
Seltene erste Ausgabe. – Goedeke X, 408, 4 – Hayn/Gotendorf I, 317: “Der Titel ist deplacirt, da bis auf die Subscr.-Liste und eine Notiz bezügl. Josty-Bier auf S. 160, im ganzen Buche von Berlin nicht die Rede ist. … Längst vergriffen u. selten.” – Nur ein Nachweis über KVK (Universitätsbibliothek Münster). – Mit 14 Seiten Subskribenten-Liste (meist Berlin). – Unbeschnitten.

Lot 488
Seifenblasen von Amor dem Knaben. Leipzig, Grasse, 1805. XVIII (recte XVI), 156 S., 1 Bl. 15,5 x 9,5 cm. Neuere Halbleinwand.
Result 240 €
Einzige Ausgabe. – Hayn-Gotendorf I, 70f. – Über KVK nur in der British Library und der Universitätsbibliothek Salzburg nachweisbar. – “Inh.: Einleitung. – Die wüthende, sinnliche, getheilte, blinde, eigennützige, eifersüchtige, unschlüssige, gezwungene, wüste, gewissensschmollende, kokette, treulose, herrische, geitzige Liebe; die Liebe zu einem Hässlichen. – Zugabe: Flüchtige Skizze der wahren Liebe.” (Hayn-Gotendorf). – Etwas gebräunt.

Lot 489 Seume, Johann Gottfried
Ein Nachlaß moralisch-religiösen Inhalts. (Zweiter Titel:) Kurzes Pflichten- und Sittenbuch für Landleute. Leipzig, Göschen, 1811. XVI, 296 S., 1 Bl. (Verlagsanzeigen). 16,5 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken und Kanten etwas bestoßen). [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke V, 419, 16 – Füssel, Göschen 698. – Auf Göschens Anregung hin verfasste Seume im Winter 1798/9 diese Morallehre für den Bauernstand. Der Text blieb damals ungedruckt, weil Göschen Änderungen wünschte, die Seume nicht zu leisten bereit war. Als er dann seinen “Spaziergang nach Syrakus” antrat, schenkte er die Handschrift dem Pastor Schieck in Pomsen zum Andenken, falls er nicht zurückkehren sollte. Dieser ist Herausgeber der posthumen Veröffentlichung, zu der er auch eine Vorrede (S. V – XII) verfasste. Das Exemplar hat die “Wichtige Verlagswerbung, die sich zu weiteren Schriften im Verlag Göschen bekennt, die anonym und ohne Verlagsangaben erschienen waren” (Füssel S. 131). – Papierbedingt etwas gebräunt.

Lot 490 Shakespeare, William
Dramatische Werke, übersetzt von August Wilhelm Schlegel. Bände 1-9/1 in 9 Bänden. Berlin, Unger, 1797-1810. 17,5 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 grünen Rückenschildern und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken und Kanten teilweise etwas bestoßen).
Result 220 €
Erste Ausgabe der Übersetzung – Goedeke VI, 9, 8 und VII, 709, 13. – Ohne die 2. Abteiilung von Band 9, die erst 1830 erschien. – Sammlerstempel auf Vorsätzen und Titeln, teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 491 Shakespeare, William
The pictorial edition of the works of Shakspere. Edited by Charles Knight. Revised edition. 8 Bände. Mit 8 illustrierten Holzschnitt-Titeln und zahlreichen teilweise ganzseitigen Text-Holzschnitten. London, Routledge & Sons, ca. 1865. 25,5 x 17,5 cm. Rote Ganzmaroquinbände mit je 2 grünen Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Stehkanten- und Innenkantenfileten sowie Ganzgoldschnitt (leicht berieben bzw. leicht kratzspurig).
Result 400 €
Reich illustrierte Ausgabe. – Band 8 mit der Biographie Shakespeares von Charles Knight. – Gutes Exemplar in prachtvollen roten Maroquinbänden.
8 vols. With 8 illustr. woodcut titles and numerous partly full-page woodcut illustrations. Full red morocco, richly gilt, a.e.g. – Very decoratively bound set.

Lot 492 Sprachwissenschaft
Wiedergefundene Hieroglyphen der heiligen Schrift. Oder Blicke in das tiefe Weisheitssystem. Frankfurt und Leipzig, 1793. XVI, 112 S. 20 x 12 cm. Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, etwas Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten (leicht berieben, Ecken etwas bestoßen).
Result 200 €
Seltene erste Ausgabe, über KVK nur in der Bayerischen Staatsbibliothek und der Universitätsbibliothek Leipzig nachweisbar. – “Ich werde hierinne von den Accenten und ihrer nützlichen Anwendung, was den Verstand der heiligen Schrift betrift, vorzüglich handeln; und in dieser Absicht werde ich 1) von denselben insgemein reden; 2) werde ich den Nachdruck derselben mit deutlichen Beispielen erweisen und bestätigen” (Vorrede). – Gutes Exemplar.

Lot 493 Stael-Holstein, Anne Louise Germaine de
Corinna oder Italien. Aus dem Französischen übersetzt (von Dorothea Schlegel) und herausgegeben von Friedrich Schlegel. 4 Teile in 2 Bänden. Berlin, Unger, 1807. 16,7 x 10 cm. Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken und Kanten bestoßen, vorderes Gelenk vom 2. Band 2 cm angeplatzt).
Result 330 €
Seltene erste deutsche Ausgabe des berühmten Liebes- und Italienromans. – Goedeke VI, 28, 4 und VII, 679, 310, 7a – Fromm VI, 24662 – Borst 1062. – Vorsätze etwas leimschattig, sonst innen nahezu fleckfrei.

Lot 494 Steffens, Henrich
Caricaturen des Heiligsten. 2 Teile in 2 Bänden. Leipzig, F.A.Brockhaus, 1819-1821. VI, 451; VIII, 730 S., 1 Bl. 20,2 x 12 cm. Halblederbände der Zeit mit rotem Rückenschild und reichster Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken bestoßen, Deckel etwas fleckig). [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 174, 22 – Ziegenfuß II, 624. – “In den beiden Bänden der Karikaturen, in denen Steffens mit großem Elan gegen – wie er es sieht – Zerrbilder des öffentlichen Lebens kämpft, steht nicht mehr die Verkündigung einer qualitativ neuen Zeit im Vordergrund, sondern die Verteidigung einer im Prinzip konservativen Idee des Staates, wird nicht mehr nach dem radikalen Einschnitt auf geistigem wie auf politischem Gebiet gefragt, sondern auf die allein heilbringende allmähliche Entwicklung des Ganzen, die als einzige die Entfaltung einer zukünftigen großen Zeit garantiert hingewiesen.” (F.Lüke, Die neue alte Zeit, Dissertation, Freiburg 1961, S.203). – Vortitel und Titel verso mit zeitgenössischem Stempel “Graf York Kl. Oels” bzw. “Graf Yorck Klein-Oels Majorats-Bibliothek”. – Beide Bände am Anfang etwas stockfleckig bzw. gebräunt. Gutes Exemplar, sehr dekorativ gebunden.

Lot 495 Steffens, Henrich
Was ich erlebte. Aus der Erinnerung niedergeschrieben. 10 Bände. Breslau, Josef Max und Komp., 1840-1844. 16,8 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (Rücken und Gelenke der Bände 1 und 2 stärker berieben, Band 1 Kapitale etwas bestoßen, Rückentitel abgerieben, sonst nur etwas berieben, Ecken teils bestoßen, Bände 1 und 2 mit Etikett der Buchbinderei “Ferd. Werner, Christiania”, die übrigen mit “I. Aars, Christiania”). [*]
Result 600 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 176, 46. – Exemplar aus dem Besitz von Henrich Steffens Junior, dem Sohn des Verfassers, mit handschriftlichem Namen und Datum 1849 auf den Vorsätzen. – Eine Hauptquelle für die Erforschung des Geisteslebens zur Zeit der Romantik in einem vollständigen Provenienz-Exemplar. – H. Steffens (1773-1845) studierte seit 1796 in Kiel. Nach 1798 hielt er sich mehrfach in Jena und Weimar auf, wo er in teils engen Kontakt mit den Protagonisten der Frühromantik kam, mit Brentano, Tieck, den Schlegels, Novalis und Ritter. Besonders die Bekanntschaft mit Schelling und dessen Naturphilosophie beeinflusste ihn tief. Bereits 1798 hatte er ein erstes “ungünstiges Zusammentreffen mit Göthe”, was sich jedoch nicht dauerhaft nachteilig auswirkte. 1800 verbrachte er die “Neujahrsnacht auf dem Maskenball in Weimar mit Göthe, Schiller und Schelling”. Zwischen 1804-1806 und 1808-1811 war er Professor in Halle, seit 1811 in Breslau und seit 1832 in Berlin, wo er besondere Förderung durch den geistesverwandten Prinzen, seit 1840 König Friedrich Wilhelm IV., dem “Romantiker auf dem preußischen Thron” erfuhr. – Zwei Bände im Oberrand etwas feuchtrandig, sonst gelegentlich leicht, vereinzelt etwas deutlicher stockfleckig.

Lot 496 Theologie – Matenesius, Johann Friedrich
Ara Busiridis, sive syntagma criticum, de hospitalitate & contesteratione quorundum Christianorum inhospitali. Titel mit Holzschnitt-Vignette. Köln, Butgen, 1613. 91 S. 16 x 10,5 cm. Späterer Lederband (berieben, etwas fleckig, Rücken erneuert)
After-Sale Price 300 €
Erste Ausgabe. – VD17 23:278247K. – Seltene Abhandlung über das christliche Gebot, Fremden gegenüber entgegenkommend zu sein, ausgehend von dem mythologischen Ägyptischen König Busiris, der Fremde auf dem Altar opferte, wenn sein Land in Schwierigkeiten geriet. – Stellenweise stärker gebräunt. Angebunden: Pralander, Johannes. Trewhertziges Sendschreiben An unsere Liebe Teutschen, insonderheit der Oesterreichischen in vil umbligenden Länder, so durch deß Luthers, Calvins, und jres gleichen, falschgenante Evangelische newe Lehr un Ungrund, von der wahren Catholischen Römischen Kirchen, unnd deren alleinseligmachenden Glauben, zur andern Gemeinden, unnd zuvor unerhörten Religionen abgeführt, und darinn entweder mutwilliglich, oder aber auß Einfalt zu beharren vorhabens sein. Ingolstadt, Eber, 1601. 38 nn. Bl. – Erste Ausgabe. – VD17 12:110098G. – Titel und ein Blatt etwas, sonst kaum fleckig.

Lot 497 Tieck, Ludwig (Pseudonym: Peter Leberecht)
Volksmährchen herausgegeben von Peter Leberecht. 3 Bände. Mit 1 Titelkupfer und 3 gestochenen Titelvignetten (W. Jury del. et sc. 1797). Berlin, Nicolai, 1797. 16,5 x 10 cm. Schwarze Pappbände der Zeit mit Rückenschild und vergoldeter Bandnummerierung (leicht berieben, kleine, kaum erkennbare Retuschierungen). [*]
Result 2000 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 36, 39 (Goedekes Nummerierung legt nahe, die Volksmährchen seien nach den Einzelausgaben daraus erschienen, das ist falsch). – “Wir dürfen, wenn wir das dichterische Moment als ausschlaggebend betrachten, Ludwig Tieck an die Spitze der Romantiker stellen.” (Carl Georg von Maassen). – “Das Erscheinen der Volksmährchen, schon 1795 als ‘wunderbare und abentheuerliche Geschichten im zweiten Teil des teilweise noch aufklärerischen Intentionen verpflichteten Peter Leberecht-Romans angekündigt und mit diesem durch den fiktiven Herausgeber-Namen …. einen äußerlichen Zusammenhang wahrend, markiert den Beginn der eigentlich romantischen Dichtung Tiecks und gibt in vielem entscheidende Anstöße der romantischen Dichtung überhaupt.” (KNLL XVI, 588f.). – In seiner Rezension einzelner Märchen (Ritter Blaubart und Der gestiefelte Kater) in Athenäum, dem Organ der frühromantischen Bewegung (1797, Band 1, S. 176ff.) nennt A. W. Schlegel deren Verfasser einen “Dichter im eigentlichen Sinn” und charakterisiert das Neue dieser Dichtung: “Es ist der romantische Ausdruck der wahrhaften Innigkeit, schlicht und fantastisch zugleich.” – Gelegentlich leicht stockfleckig, S. 155/6 in Band 2 mit Bräunung (Papierfehler ?) in der Mitte.

Lot 498 Totentanz – Meglinger, Kaspar
Der Todtentanz. Gemälde auf der Mühlenbrücke in Luzern, ausgeführt von Kaspar Meglinger 1626-1635. Mit lithographischem Titel und 59 Tafeln. Luzern, Gebr. Eglin, 1881. 1 Bl. (Tafelverzeichnis). 14 x 20 cm. Original-Halbleinwand mit illustriertem Deckeltitel (leicht angestaubt und minimal fleckig, etwas berieben und bestoßen).
Result 200 €
Vgl. Minns 438 und Oppermann 1190 (Erstausgabe von 1867). – Umrisslithographien (Bildgröße: ca. 9,5 x 13 cm) nach einem der größten, ursprünglich 67 Bilder umfassenden Totentanz-Gemäldezyklen, einer Vereinigung “der Totentanzfiguren Holbeins, Dürers, Urs Grafs, Hans Hugo Klaubers und Nikolaus Manuels mit denjenigen Johann Rudolf Meyers von Zürich. Die unter den Tafeln angebrachten Sinnsprüche sind eine katholische Umformung derjenigen des Pfarrers Müller von Thalwil, die dieser für den von J. R. Meyer gemalten Zürcher-Totentanz dichtete” (Oppermann). – Die in den Giebelfeldern der Spreuerbrücke angebrachten Holztafeln (die 45 erhaltenen Bilder sind dort bis heute zu sehen) wurden unter der Leitung des Schweizer Malers Kaspar Meglinger (1595-1670) ausgeführt. – Die Umschlagillustration ist mit “Ed. Weingrebe”, einige der Zeichnungen sind mit “E. W.” signiert. – Handschriftliche Widmung auf dem Vorsatz (datiert 1939), gutes Exemplar.

Lot 499 Trivialliteratur der Goethezeit – Laumier, Charles Lazare
Der Jesuiten-Zögling als Schuhflicker à la Rousseau, Seminarist, Libertiner, Hofmeister, Pfarrer, Hanswurst, Bär, Gassenkehrer, Polizeispion, König, Vatermörder, Revolutionär, Kassenbeamter, Galeerensklave, Baronet, Fuhrmann, Bourbonist der Restauration und – Bettler. Nach dem Französischen des Leaumier frei bearbeitet von Conradin. Mit koloriertem lithographischen Frontispiz. Altenburg, Hofbuchdruckerei, 1831. VIII, 256 S. 16,5 x 10,5 cm. Neuer Pappband.
Result 200 €
Seltene erste deutsche Ausgabe des satirischen Erziehungsromans “L’enfant du jesuite” (Paris 1822). – Vgl. Quérard IV, 615 – Hayn-Gotendorf III, 415 – nicht bei Fromm. – Stempel einer alten Leihbibliothek auf Frontispiz, Titel und wenigen Seiten, teilweise etwas gebräunt bzw. fingerfleckig.

Lot 500 Trivialliteratur der Goethezeit – Planck, Gottlieb Jacob oder Johann Karl Wezel
Tagebuch eines neuen Ehmanns. Frankfurt und Leipzig, 1779. 150 S. 17,8 x 10,5 cm. Pappband der Zeit (Kanten berieben, unteres Kapital lädiert). [*]
Result 200 €
Raubdruck im Jahr der Erstausgabe. – Goedeke IV/1, 923, 15 (mit Wezel als vermutetem Autor) – Hayn/Gotendorf VII, 510: “… nicht von J. C. Wezel. … Geführt von der Hochzeitsnacht an.” – Vorsatz fehlt, Titel neu eingefalzt, teilweise leicht gebräunt.

Lot 501 Trivialliteratur der Goethezeit – Shebbeare, John
Der Ehestand. Ein Roman in drei Bändchen. Nach der dritten Ausgabe des englischen Originals deutsch bearbeitet, von L. v. S. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Frontispizes. Nürnberg, Zeh, 1822. 17 x 10 cm. Pappbände der Zeit mit altem handschriftlichen Rückenschild (berieben und bestoßen). [*]
Result 200 €
Anonym erschienen, die erste deutsche Ausgabe von 1755 wurde von Johann Gottfried Gellius übersetzt. – Hayn-Gotendorf II, 110 (ohne Verfasserangabe). – Price & Price, Literature 958 (ohne diese Ausgabe). – Ausgeschiedenes Exemplar einer zeitgenössischen Leihbibliothek. – Teilweise gebräunt bzw. etwas stockfleckig, Band 2 teilweise mit Wurmspuren (leichter Buchstabenverlust).

Lot 502 Voltaire, Francois Marie Arouet de
Abhandlung über die Religionsduldung, aus dem Französischen des Herrn von Voltaire übersetzt, und mit einigen Anmerkungen begleitet. Leipzig, Fritsch, 1764. 4 Bl., 230 S., 1 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und Rückenvergoldung (leicht berieben).
Result 550 €
Seltene erste deutsche Ausgabe von Voltaires “Traité sur la tolerance à l’occassion de la mort de Jan Calas.” – Fromm 27173 (kennt nur die zweite Auflage von 1775). – “Der ‘Traité’ stellt ein glänzendes Beispiel für die Reife dar, mit der Voltaire in seiner Altersperiode die Belange der Aufklärung vertrat und jede Schwäche ihrer Gegner auszunutzen verstand. Der Stil steht ganz im Dienst der Gedankenführung, erlaubt sich aber in einigen Kapiteln aus tragischem Anlaß rhetorische Emphase. Ihr streitbarer Humanismus erhebt die Schrift zu einem Hauptwerk der polemischen Literatur und zugleich der Bewegung, die religiöse Toleranz und freie Wahl des Glaubensbekenntnisses im Gefolge hatte” (KNNL XVII, 272f.). – Name auf Titel, teilweise etwas gebräunt.

Lot 503 Voltaire, Francois Marie Arouet de
La pucelle d’Orléans. Poëme en vingt-un chants. Édition ornée de figures gravées par les meilleurs artistes. 2 Bände. Mit gestochenem Porträt und 21 Kupfertafeln. Paris, Crapelet, An VII (1799). XII, 223 S; 2 Bl., 243 S. 24 x 14,5 cm. Rote Halbmaroquinbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (leicht berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Result 200 €
Nachdruck der Ausgabe bei Didot 1795. – Bengesco 514 – Cohen-Ricci II, 1034. – Die Tafeln von Baquoy, Choffard, Delignong, Delvaux, Duhamel u.a. nach Lebarbier, Marillier, Monnet und Monsieau. – Unbeschnitten. – Teilweise etwas stockfleckig.

Lot 504 Voltaire, Francois Marie Arouet de
La pucelle d’Orléans. Poëme héroï-comique. En vingt-quatre chants. Nouvelle edition. Mit gestochener kolorierter Titelvignette, gestochenem kolorierten Frontispiz, 12 kolorierten Kupfertafeln und 2 gestochenen kolorierten Vignetten. London, “aux depens de la Compagnie”, 1761. 224 S. 22,5 x 13,5 cm. Roter Halbmaroquinband (um 1900) mit goldgeprägtem Rückentitel. [*]
Result 1200 €
Erste illustrierte Ausgabe von Voltaires Jungfrau von Orleans, erstmals 1755 erschienen. – Bengesco 487 – Cohen/Ricci 1029 – Lewine S. 558. – Unbeschnitten. – Nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 505 Wackenroder, Wilhelm Heinrich und Ludwig Tieck
Phantasien über die Kunst, für Freunde der Kunst. Herausgegeben von Ludwig Tieck. Hamburg, Friedrich Perthes 1799. IV S., 1 Bl., S. (5-)283. 18,5 x 11 cm. Grüner Maroquinband im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild, Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelbordüren. [*]
Result 350 €
Erste Ausgabe. – Goedeke VI, 36, 37 und VI, 47, 6 – Deneke 1012 – Borst 851. – Tiecks Freund Wackenroder starb am 13. Februar 1798 mit 25 Jahren. Aus seinem Nachlass gab Tieck, vermehrt durch eine Anzahl eigener Aufsätze, die “Phantasien” heraus. Zusammen mit den 1797 erschienenen “Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders” und daran anschließend gilt es als “im eigentlichen Sinne initiatorisches Dokument der Frühromantik” (KNLL XVII, 321), grundlegend für die romantische Kunst- und Musiktheorie. – Alte Besitzeinträge an Titel (“Bendavid”), Innendeckel (“Maler Palm”) und Vorsatz (“Erich Heyfelder”). Der erste Besitzer war Moses Mendelssohns Schüler Lazarus Bendavid (1762-1832), der auf ihn folgende “Maler Palm” war wohl der schwedische Maler Gustaf Wilhelm Palm (1810-1890), der 1837 Berlin besuchte; schließlich der Tübinger Kunsthistoriker Erich Heyfelder (1874-1957). – Frisches, sehr breitrandiges Exemplar auf feinstem Schreibpapier, dekorativ gebunden.

Lot 506 Wezel, Johann Karl
Belphegor, oder die wahrscheinlichste Geschichte unter der Sonne. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 Frontispizes und 2 (wiederholten) gestochenen Titelvignetten. Leipzig, S. L. Crusius, 1776. XIV, 288, 310 S. 16 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Ecken, Kanten und Kapital bestoßen, berieben).
Result 4300 €
Seltene erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goedeke IV/1, 922, 5 – Deneke 868 – Kaldewey, Hehres und Triviales X, 93: “Politisch-philosophische Satire auf absolutistische Verhältnisse, Despotismus und die Modephilosophie der Zeit. Aufbau und Vorbild nach Voltaires Candide. – Eine der kritischsten Schriften der 70er Jahre, die zur Veränderung der Verhältnisse aufruft. Auch als Staatsutopie interessant. – Von Wezel selbst als sein wichtigstes Werk angesehen.” – Teilweise etwas gebräunt.

Lot 507 Wieland, Christoph Martin
Aristipp. 4 Bände. Mit 4 gestochenen Frontispizen. Leipzig, Göschen, 1801-1802. 29 x 22 cm. 3 dekorative Lederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und je 3 goldgeprägten Rückenschildern und 1 grüner Halblederband (Band 3) mit etwas Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückentitel (Rücken und Kanten etwas berieben).
After-Sale Price 400 €
Sämtliche Werke. Band 33-36. – Exemplare der großen Fürstenausgabe auf Velin-Papier, die nur in 350 Exemplaren gedruckt wurde. – Goedeke IV/I, 568, 158 – Deusch 51 a. – Wieland beklagte sich über den schleppenden Absatz der Fürstenausgabe ” z. B. in einem drastischen Schreiben an seinen Verleger vom 15. Juli 1799: ‘Der König von Preussen hat mir zwar erst vor wenigen Tagen ein recht grosses Kompliment zu ihren Händen darüber gemacht, dass die Prachtausgabe meiner Werke der teutschen Nation so grosse Ehre machte, aber dieser zeitlichen Ehre wird doch unter zwanzig seiner reichen Edelleute in Schlesien schwerlich einer sein, der ein Exemplar dieser kostbaren Auflage kauft’.” (Deusch). – Innenspiegel und Vorsätze in jedem Band mit drei gestochenen Wappenexlibris. – Band 4 die ersten 50 Seiten und Band 1 die ersten 20 Seiten rechts mit sehr schmalem Wasserrand, sonst schöne kaum fleckige Exemplare.

Lot 508 Wieland, Christoph Martin
Sämmtliche Werke. Herausgegeben von J. G. Gruber. Bände 1-53 und Supplementband in 54 Bänden. Mit 49 gestochenen Frontispizes nach Schnorr von Karolsfeld, Opitz, Ramberg u.a., 1 lithographischen Frontispiz (Band 50: Porträt Wielands) und 2 gestochenen Tafeln. Leipzig, Göschen, 1824-1828. 12,8 x 10,5 cm. Geflammte Pappbände der Zeit mit rotem Rückenschild, etwas Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten (wenige Kapitale etwas stärker berieben bzw. mit kleinen Fehlstellen, Ecken teilweise bestoßen). [*]
After-Sale Price 300 €
Erste Grubersche Ausgabe. – Goedeke IV/1, 573, 193 – Günther-Zeilinger 8. – Die Ausgabe von Gruber gehört neben der von Düntzer (1879ff.) zu den am weitesten verbreiteten Gesamtausgaben von Wielands Schriften im 19. Jahrhundert. Die große Biographie in den Bänden 50-53 von Johann Gottfried Gruber erscheint nach C. Sommer als ein außerordentlicher Glücksfall. “Gruber hatte Wieland in seinen letzten Jahren noch persönlich kennengelernt und die Lebensbeschreibung, mit des Dichters eigener Unterstützung, von langer Hand vorbereitet. Sie besitzt dadurch in vielen sonst nicht belegten Details für uns authentischen Dokumentationswert, und keine der späteren Biographien kann sich als von ihr unabhängig betrachten”. – Der bei Fleischer erschienene Supplementband “Selbst-Schilderung in der Erläuterung der die letzte Ausgabe begleitenden Kupfer-Sammlung” von J.G. Gruber wie Band 3 der Biographie auch als Band 52 bezeichnet. – Wenige Blätter mit Knickfalte, teilweise leicht gebräunt bzw. etwas stockfleckig. Insgesamt wohl erhaltene und einheitlich gebundene Reihe.

Lot 509 Wieland, Christoph Martin
Vermischte Aufsätze literarischen, filosofischen und historischen Inhalts. Und: Singspiele und Abhandlungen. Und: Gespräche unter vier Augen. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Frontispizen. Leipzig, Göschen, 1796-1799. 29 x 22 cm. Dekorative Lederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und je 3 goldgeprägten Rückenschildern (Rücken und Kanten etwas berieben).
After-Sale Price 300 €
Sämtliche Werke. Band 24, 26 und 31. – Exemplare der großen Fürstenausgabe auf Velin-Papier, die nur in 350 Exemplaren gedruckt wurde. – Goedeke IV/I, 568, 158 – Deusch 51 a. – Innenspiegel und Vorsätze in jedem Band mit drei gestochenen Wappenexlibris. – Titel etwas, sonst kaum braunfleckig, Band 26 die ersten 70 Seiten mit schwächer werdendem Wasserfleck im Rand, sonst schöne, kaum fleckige Exemplare.

Lot 510 Winckelmann, Johann Joachim
Versuch einer Allegorie, besonders für die Kunst. Der Königlichen Groß-Britannischen Gesellschaft der Wissenschaften auf der berühmten Universität zu Göttingen zugeeignet. Dresden, Walther, 1766. X, 158, 6 Bl. 24,8 x 20 cm. Neuerer Pappband.
Result 200 €
Erste Ausgabe, anonym erschienen. – Goedeke IV/1, 302, 12 – Borst 166. – Eine der wichtigen ästhetischen Schriften Winckelmanns. – Schwacher Stempel auf dem Titel, Vorsatz fehlt, leicht gebräunt.

Lot 511 Xenien – Gleim, Johann Wilhelm Ludewig
Kraft und Schnelle des alten Peleus. Halberstadt, 1797. 29 S., 1 weißes Bl. 18,6 x 11 cm. Broschur der Zeit lose in Halbleder-Umschlag (um 1900) mit rotem Rückenschild (Broschur verblasst). [*]
Result 260 €
Erste Ausgabe dieser sehr seltenen, anonym erschienenen Flugschrift gegen Goethes und Schillers “Xenien” (“Ha! welch’ ein weiter Weg, von Iphigenien, zu diesen Xenien!”). – Goedeke IV/1, 88, 96 – Kippenberg 1483 – nicht bei Borst. – Mit 66 poetischen Anti-Xenien. – Sehr gutes Exemplar; ein bibliophiler Vorbesitzer hat sich einen hübschen Einband fertigen lassen, der aber nur als Schutz der lose einliegenden Broschur dienen sollte.

Lot 512 Young, Edward
Klagen, oder Nachtgedanken über Leben, Tod und Unsterblichkeit. Englisch und Deutsch. 2 Bände. Mit 2 (wiederholten) gestochenen Titelvignetten und 1 gestochenem Frontispiz von Crusius. Hannover, Schmidt, 1760-1761. 439; 495 S. 20,5 x 12 cm. Ganzlederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung sowie Stehkantenvergoldung (Ecken etwas bestoßen, leicht berieben).
Result 240 €
Die erste Ausgabe erschien 1742-45 in 9 Teilen. – Price & Price, Literature 1159. – Teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 513 Zeitschriften – Bäuerle, Adolf (Hrsg.)
Wiener allgemeine Zeitung für Theater, Musik, Kunst, Literatur, geselliges Leben, Conversation und Mode. Mit 22 (2 gefalteten, 20 kolorierten) gestochenen Tafeln (31 x 23 cm). Wien, 1851. 1226 S. 40 x 27 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (etwas bestoßen). – Und: Wiener Theaterzeitung. Conversationsblatt alles Neuen, Interessanten und Wissenswerthen. Jahrgänge 51, 52 und 53 (1. Halbjahr) in 3 Bänden. Mit zusammen 49 kolorierten gestochenen Tafeln (31 x 23 cm). Wien, 1857-1859. 40 x 26,5 cm. Marmorierte Original-Kartonagen (etwas bestoßen). [*]
After-Sale Price 400 €
Zu 1: Komplett in 302 Nummern. – Die Tafeln mit Modedarstellungen, die beiden unkolorierten und gefalteten Tafeln mit Ansichten aus der Londoner Industrie-Ausstellung. – Zu 2: 51. Jahrgang: Mit 298 von 299 Nummern, es fehlt die Nummer 1. 24 Tafeln mit Modedarstellungen, zwei Tafeln mit je einem Rebus. – 52. Jahrgang: Komplett mit 299 Nummern. Die Tafeln mit Modedarstellungen. – Erstes Blatt etwas knittrig. – 53. Jahrgang: Das erste Halbjahr mit 144 Nummern. – Die vier Bände teilweise etwas gebräunt.

Lot 514 Zeitschriften
Berlinische Monatsschrift. Bände 1, 3-9 und 11-16 in 14 Bänden. Herausgegeben von J. E. Biester und F. Gedike. Mit 9 (von 19) gestochenen Porträt-Frontispizen. Berlin, Unger und Haude und Spener, 1783-1790. 16 x 9,5 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und Rückenvergoldung (wenige Kapitale etwas bestoßen bzw. mit schmaler Fehlstelle, Ecken teilweise bestoßen, etwas berieben, Rücken mit altem Bibliotheksschild).
Result 300 €
Diesch 348 – Kirchner 369. – Teilstück dieses wichtigen Organs der Aufklärung. – Enthält u.a. drei Erstdrucke von Kant (Warda 83, 101 und 111). – Vorsätze gestempelt, Titel mit kleiner Bibliotheks-Signatur, etwas gebräunt. – Nicht eingehend kollationiert. Ohne Rückgaberecht.

Lot 515 Zeitschriften
Münchener Theater-Journal für dramatische und bildende Kunst, Literatur, Musik, Geselligkeit und für die Gesammt-Interessen der Bühnenwelt. Jahrgänge 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9 und 10 in 8 Bänden. München, 1856-1864. 32,5 x 24,5 cm. Marmorierte Kartonagen der Zeit. [*]
After-Sale Price 400 €
Kirchner 10531. – Mit Nachrichten sowohl aus der Münchner Theaterwelt wie von den deutschsprachigen Bühnen. – Im 4. Jahrgang fehlt das erste Heft. Sehr gut erhaltene Reihe. – Beigegeben: Deutsches Theater-Album. Organ für dramatische und bildende Kunst, Musik, Literatur, Industrie und geschäftliches Leben. Jahrgänge 3, 4, 5, 6 (in zwei Bänden) und 9 in sieben Bänden. München, 1858-1864. 35 x 22 cm. Marmorierte Kartonagen der Zeit. – Theaterzeitschrift mit Nachrichten von den deutschen Bühnen. – Sehr gut erhaltene Reihe. – Beigegeben: Die deutsche Bühne. Organ des Central-Bureau für Theater. Jahrgänge 5, 6 und 7 in drei Bänden. Schkeuditz, Elste, 1857-1859. 34 x 22 cm. Marmorierte Kartonagen der Zeit. – Kirchner 10524. – Theaterzeitschrift mit Nachrichten von den deutschen Bühnen. – Sehr gut erhaltene Reihe.