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Lot 51 Astronomie – Obbarius, Christoph Ludwig
Christliche und vernünfftige Gedancken vom Stern der Weisen, und dem Zeichen des Menschen Sohnes … Zugleich werden Johann Heyns … Gedancken davon, so er in seinem Versuch einer Betrachtung über die Cometen vorgetragen, bescheiden geprüfet und untersuchet. Nordhausen, Groß, 1743. 4 Bl., 96 S. 17 x 10 cm. Rückenbroschur. [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Einzige Ausgabe. – Nicht bei Brüning. – Christoph Ludwig Obbarius (1709-1763), Archidikon in Heringen (Werra), untersucht und prüft hier Heyns “Versuch einer Betrachtung über die Cometen”. – Etwas gebräunt.

Lot 52 Astronomie – Rhode, Johann Gottlieb
Versuch über das Alter des Thierkreises und den Ursprung der Sternbilder. Mit 1 gefalteten Tabelle und 2 mehrfach gefalteten Kupfertafeln. Breslau, Korn, 1809. IV, 112 S., 1 Bl. 20,5 x 17 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Ecken und Kanten bestoßen, Gelenke berieben, das vordere angeplatzt). [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Seltene erste Ausgabe. – Houzeau/L. 674. – Die Tafeln zeigen den Tierkreis aus dem Tempel der Isis zu Tentyra, eine von zwei Platten gedruckt. – Titel mit Prägestempel, drei Blatt mit alten Stempeln einer Stadtbibliothek, etwas gebräunt.

Lot 53 Astronomie – Russell, Henry Chamberlain
Photographs of the Milky-Way & Nubeculae taken at Sydney Observatory, 1890. (Photographs taken under the direction of H.C. Russell). Mit 16 auf Karton montierten Original-Photographien. Sydney, Observatory, 1890. 4 S. (Titel und Einleitung). 29 x 21 cm. Leinwand der Zeit (leicht bestoßen). [*]
Zuschlag 3500 €
Sehr seltener Atlas mit Original-Photographien der Magellan-Wolken, die ersten astro-photographischen Aufnahmen des südlichen Himmels, jeweils mit begleitendem Text von H. C. Russell, der auf dem Gebiet der astronomischen Photographie in Australien Pionierarbeit leistete. Russell war von 1870 bis zu seiner Pensionierung 1905 Direktor der Sternwarte in Sydney, deren technische Ausstattung er permanent verbesserte. – Über KVK kein Exemplar in deutschen Bibliotheken nachweisbar, weltweit nur in zwei Bibliotheken vorhanden. – Photos meist 21 x 15,5 cm. – Ein Trägerkarton stärker, sonst nur teilweise etwas stockfleckig, vorderes Innengelenk angebrochen.
With 16 mounted original photographs. Contemp. cloth. – Exceedingly rare photographic atlas on the Magellanic clouds, being the first astro-photographs of the Southern Skies. – Inner front hinge cracked, occasional foxing.

Lot 54 Astronomie – Tanner, Adam
Astrologia Sacra: Hoc est, orationes et quaestiones quinque, quibus explicatur, an et qua ratione fas sit homini Christiano, de rebus occultis, praesertim futuris, ex astris iudicium ferre. Dictae & discussae in catholica et celebri Academia Ingolstadiensi, cum anno salutis M.DC.XIV. Die 19. Novemb. … D. Otho Henricus Bachmair Monacensis, Archidecanus & Parochus Donastauffensis & D. Fridericus Pirchinger Monacensis, Suprema Theologici Doctoratus laurea insignirentur. Promotore Adamo Tannero, e Societate Jesu … Ingolstadt, Elisabeth Angermaier, 1615. 4 Bl., 64 S. 18 x 14,5 cm. Rückenbroschur. [*]
Nachverkaufspreis 300 €
Interessante Disputation des bedeutenden Ingolstädter Theologen Adam Tanner (1572-1632) zu Astronomie und Astrologie. – VD17 23:238787Z – Brüning, Bibliographie der alchemistischen Literatur 1097. – Im ersten Teil beschäftigt er sich mit dem Verhältnis von Astronomie und Astrologie zueinander und dem Nutzen des Gebrauchs von Teleskopen zur Beobachtung der Sterne. Im zweiten Teil u.a. über die von Galileo Galilei im Sidereus Nuncius beschriebenen Entdeckungen. Tanner hatte bereits nach Gerüchten über Galileis Erkenntnisse selbst 1611 Sonnenflecken beobachtet. – Tanner war der Astrologie gegenüber positiv aufgeschlossen, er sah darin eine Möglichkeit, himmlisch Angekündigtes auch auf Erden vorhersehen zu können. Allerdings darf sie sich nicht des Magieverdachts schuldig machen. – Tanner starb in dem Dorf Unken bei Salzburg. Das Grab ist seit einem Umbau der Kirche nicht mehr auffindbar. Der Legende nach hatten die Dorfbewohner ihm vorerst ein christliches Begräbnis verweigert, weil in seinem Nachlass ein Mikroskop mit einem kleinen haarigen Insekt gefunden wurde, das sie für einen “Glasteufel” hielten. Das Mikroskop hatte er von dem Mitentdecker der Sonnenflecken Christoph Scheiner erhalten. Auf dem Mond ist der Tannerus-Krater nach ihm benannt. – Teilweise gering braunfleckig.

Lot 55 Biologie – Botanik – Dietrich, David
Gemeinnütziges Herbarium für Schule und Haus. 150 theils nützliche, theils schädliche Pflanzen, gesammelt, bestimmt und aufgelegt. Mit 150 Original-Pflanzen, montiert auf 55 Faltblättern, auf dem Deckblatt jeweils typographisch bezeichnet. Königsberg, Otto Moewig, 1871. 26 x 17,5 cm. Lose in farbig illustrierter Original-Halbleinenflügelmappe (berieben und etwas fleckig, Bindeband fehlt). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Sehr seltenes Herbarium. – Der Botaniker David Nathanael Friedrich Dietrich (1799-1888) war Kustos am Herbarium der Universität Jena. – Verlagsangabe von Ludwig Hestermann in Hamburg überklebt. – Die eine oder andere Pflanze mit kleinen Verlusten, vereinzelt Wurmspuren.

Lot 56 Biologie – Botanik – Digby, Kenelm
Dissertatio se plantarum vegetatione. Habita in collegio Greshammensi per Kenelmum Digbaeum, equitem, ad diem 23. Januarij 1660. In conventu Societatis, philosophiam experimentis promovendi gratia. Ex Anglica in linguam Latinam versa. Amsterdam, Pluymert, 1678. 3 Bl., 78 S. 13 x 7,5 cm. Kartonage der Zeit (Rücken mit Fehlstellen). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Pritzel 2281* – Rubin, Digby 98. – Von Olfert Dapper übersetzt. – Digbys bedeutendstes Werk erschien erstmals 1661 unter dem Titel “Discourse concerning the vegetation of plants”. Er war einer der Ersten, die die Bedeutung des Sauerstoffs (“vital air”) für den Stoffwechsel von Pflanzen erkannten. – Angebunden sind die S. 85-132 (Schluss) eines für uns nicht zu identifizierenden alchemistischen Werks, eventuell auch von Pluymert gedruckt. – Etwas gebräunt.

Lot 57 Biologie – Botanik – Dioscorides, Pedanius
Kräuterbuch deß uralten und in aller Welt berühmtesten Griechischen Scribenten Pedacii Dioscoridis Anazarbaei, von allerley wolriechenden Kräutern, Gewürtzen, köstlichen Oelen, Salben, Bäumen, Hartzen, Gummi, Getränk, Kochkräutern, scharpff-schmäckenden Kräutern. Erstlich durch Ioannem Danzium von Ast verteutscht, nun mehr aber von Petro Uffenbach, auffs newe ubersehen, verbessert, in ein richtige Form gebracht … auch mit des Hieronymi Braunschweig zweyen Büchern, als der Kunst zu destillieren vermehrt. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 gestochenen Titelbordüren, 1 doppelblattgroßen Holzschnitt-Tafel und 569 Pflanzenkupfern im Text. Frankfurt, Johann Bringer für Conrad Corthoys, 1610. 6 Bl., 469 S.; 1 Bl., S. 474-616, 18 Bl. (das letzte weiß). 33,5 x 21 cm. – Angebunden: Colombo, M. Realdo. Anatomia, das ist: Sinnreiche, künstliche, gegründte Auffschneidung, Theilung, unnd Zerlegung eines vollkommenen menschlichen Leibs und Cörpers. In die teutsche Zung und Sprach ubersetzt. Mit angefügter analogischer Zugaab oder Beschreibung und Contrafacturn der BeinCörper underschiedlicher Thier begriffen. Mit gestochener Titelvignette, 41 (von 44) meist blattgroßen Textkupfern und 1 gefalteten Tabelle. Frankfurt, M. Becker für de Bry Witwe & Söhne, 1609. 4 Bl., 269 (statt 273) S., 1 weißes Bl. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit Heiligenrolle und datierter und monogrammierter Medaillonrolle (HSE, 1601) auf den Deckeln sowie 2 intakten Messingschließen und altem handschriftlichen Rückentitel (etwas gebräunt und berieben, Rücken nummeriert). [*]
Zuschlag 3000 €
Zu I: Erste Ausgabe in der Übersetzung Uffenbachs, mit dem angehängten Destillierbuch von H. Braunschweig. – VD 17 3:608860N – Nissen, BBI 498 – Pritzel 2322. – Mit der Holzschnitt-Tafel im zweiten Teil, die als Umrahmung für ein Gedicht auf den Destillierofen dient. – Die Kupferstiche in guten Abdrucken mit dem Plattenton. – Etwas stockfleckig bzw. gebräunt, wenige Blatt stärker, teilweise im oberen Rand mit Wasserrand. – Zu 2: Erste deutsche Ausgabe der Anatomie Colombus, die die Erstbeschreibung des pulmonalen oder kleinen Blutkreislaufes enthält. – VD17 23:298029G (eine von drei Varianten) – Krivatsky 2617 – Nissen, ZBI 921 – Waller 2075. – vgl. Norman 501 bzw. 497 (Colombo 1559 bzw. Coiter 1575). – Das Werk besteht aus drei Teilen, jeweils mit eigenem, 1608 datierten Titelblatt. – Dem Text Colombos ist eine Serie von 24 anatomischen Kupfern vorangestellt, Nachstiche Vesal’scher Tafeln. Dem Text angehängt ist die erste deutsche Ausgabe von Volcher Coiters “Diversorum animalium sceletorum explicationes iconibus illustratae”, mit weiteren 20 (16 blattgroßen) Kupfern, zuerst in seinen “Lectiones G. Fallopii” Nürnberg 1575 erschienen. Coiter “was the first to elevate comparative anatomy to the rank of an independant branch of biology … Coiter’s illustrations occupya prominent position in the history of zoology and comparative anatomy” (Norman). – Die Kupfer in schönen, gratigen Abdrucken mit Plattenton. – Es fehlen die Seiten 45 bis 48 mit drei Textkupfern. – Titel mit kleinem Randausriss durch früheren Blattweiser, teils leicht gebräunt.

Lot 58 Biologie – Botanik – Gasparis, Stephano de
Liquoris artifcialis pro opobalsamo orientali in conficienda theriaca Romae adhibiti physica oppugnatio. Mit Kupfertitel. Rom, Landini, 1640. 10 Bl., 287 S., 14 Bl. 15 x 7,5 cm. – Angebunden: Francisus Perla. De orientali opobalsamo nuper in Teriacae confectione adhibito. Rom, Grinani, 1641. 4 Bl., 214 S., 13 Bl. Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel (leicht gebräunt). [*]
Zuschlag 600 €
Zwei sehr seltene Werke in erster Ausgabe über den mysteriösen antiken Balsam “Opobalsamum”, der auch als Mecca Myrrhe oder Balm von Gilead bekannt ist. – “Commiphora gileadensis, der arabische Balsambaum, ist eine Strauchart der Gattung Commiphora, die in Saudi-Arabien, im Jemen, im südlichen Oman, im Sudan und im Südosten Ägyptens wächst” (Wikipedia). – Der Balsam, dessen Herstellung geheim gehalten wurde, wurde als Bestandteil von Parfüm und als Heilmittel verwendet. – Nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 59 Biologie – Botanik – Goethe, Johann Wolfgang von
Versuch über die Metamorphose der Pflanzen. Übersetzt von Friedrich Soret, nebst geschichtlichen Nachträgen – Essai sur la métamorphose des plantes. Traduit par Frederic Soret, et suivi de notes historiques. Stuttgart, Cotta, 1831. 2 Bl., 239 S. 21 x 13 cm. Grüner Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel, Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten (Deckel etwas fleckig). [*]
Zuschlag 600 €
Erste Ausgabe der “Editio definitiva”, zugleich die erste französische Ausgabe. – Hagen 214 – Hirzel A 450 – Sammlung Kippenberg I, 814 – Goedeke IV/3, 577, 3. – Erweiterte Fassung von Goethes botanischem Hauptwerk (erstmals 1790 erschienen) mit deutsch-französischem Paralleltext. – Die Nachträge und Zusätze gehören zu Goethes letzten naturwissenschaftlichen Arbeiten. Die Übersetzung Sorets (dem Erzieher des Prinzen Carl Alexander) erfolgte im steten Gedankenaustausch mit Goethe selbst. – Teilweise stockfleckig.

Lot 60 Biologie – Botanik – Heister, Lorenz (praes.) und Johann Hermann Anton Wilberding (resp.)
Dissertatio inauguralis medica de Aurantiis eorumque eximio usu medico. Mit gestochenem Frontispiz. Helmstaedt, Schnorr, 1741. 70 S. 20,5 x 16 cm. Halblederband der Zeit (vorderes Gelenk angebrochen, Kapital mit kleiner Fehlstelle, Deckel verblasst). [*]
Zuschlag 400 €
VD18 15038777. – Sehr seltene Dissertation über den medizinischen Nutzen der Orange unter dem Vorsitz des bedeutenden Mediziners und Botanikers Lorenz Heister. – Gutes Exemplar.

Lot 61 Biologie – Botanik – Ingen-Housz, Jan
Versuche mit Pflanzen, hauptsächlich über die Eigenschaft, welche sie in einem hohen Grade besitzen, die Luft im Sonnenlichte zu reinigen, und in der Nacht und im Schatten zu Verderben; nebst einer neuen Methode, den Grad der Reinheit und Heilsamkeit der atmosphärischen Luft zu prüfen. Aus dem Französischen übersetzt von Johann Andreas Scherer. Verbesserte und vermehrte Auflage. 3 Bände in 2 Bänden (alles Erschienene). Mit 1 gefalteten Kupfertafel und 1 gefalteten Tabelle. Wien, Wappler, 1786-1790. LXXXVIII, 437 S.; 4 Bl., LXXVIII, 288 S.; 2 Bl., LXXXVIII S., 2 Bl., 240 S. 22 x 13,5 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (leicht berieben, 2 winzige Bezugsfehlstellen). [*]
Nachverkaufspreis 1200 €
Erste vollständige und beste deutsche Ausgabe, übersetzt nach dem Handexemplar des Verfassers und mit dessen Annotationen ergänzt. – DSB VII, 15 – Partington III, 278O – Waller II, 11541 (diese Ausgabe, nur Bände 1-2) – Poggendorff I, 1170 (diese Ausgabe). – Eine erste deutsche Ausgabe von Band 1 erschien bereits 1780, ein Jahr nach der englischen Erstausgabe. – Teilweise etwas gebräunt bzw. leicht braunfleckig. Sehr gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 62 Biologie – Botanik
Moosbilder. (Deckeltitel). Verzeichniß der in der Naumburg enthaltenen Laubmoose nebst Angabe der Fundörter (handschriftlicher Titel). 68 Tafeln mit montierten Moosproben jeweils mit goldener Tinte bezeichnet. 19. Jahrhundert. 4 Bl. (handschriftlicher Index). Text und Tafeln: 14,5 x 23,5 cm. Lose in Leinwand-Kassette (signiert: “G. H. Schnepel/ Buchbinder in Essen”) mit goldgeprägtem Deckeltitel und Deckelfileten (26 x 16,5 x 4,8 cm) (vorderes Gelenk mit kleinen Einrissen). [*]
Nachverkaufspreis 1000 €
Sehr schönes und seltenes Herbarium, wohl nur in kleinster Auflage hergestellt. – Die Tafeln jeweils mit Seidenhemdchen und Bezeichnung mit goldener Tinte. – Der handschriftliche Index mit Bezeichnung der Moose und ihrer Fundorte. – Bei der hier genannten “Naumburg” handelt es sich wohl nicht um Naumburg an der Saale.

Lot 63 Biologie – Botanik – Redouté, Pierre Joseph
Les roses, décites et classées selon leur ordre naturel par C. A. Thory. Troisième édition, publiée sous la direction de M. Pirolle. 3 Bände. Mit beikoloriertem Farbstich-Frontispiz, 2 lithographischen Porträts und 181 (von 182) beikolorierten Farbstich-Tafeln. Paris, Dufart, 1828-1829. 25,5 x 17 cm. Rote Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (berieben und etwas bestoßen, Kapitale von Band 1 geklebt). [*]
Zuschlag 4000 €
Um 21 Rosentafeln erweiterte dritte Ausgabe und zugleich zweite Ausgabe im Oktavformat, genannt die “Kleinen Rosen”. – Stafleu-Cowan 8751 – Dunthorne 233 – Nissen 1599 – De Belder 291. – Das wohl berühmteste Werk der botanischen Literatur, das erstmals 1817-1824 in Folio erschien. – Die Tafeln mit den bekannt schönen Darstellungen verschiedener Rosenarten. – “Der Redoutésche Farbdruck, licht, klar und schön, ist so recht repräsentativ für das Napoleonische Empire” (Nissen S. 141). – Zweiseitig unbeschnitten, die Tafeln durch Seidenhemdchen geschützt. – In Band 2 fehlt die Tafel “Rosier de Van Eeden.” – Nur teilweise minimal gebräunt, wenige Blatt mit kleinen Randläsuren, teilweise leicht eselsohrig. – Gutes Exemplar.
3rd edition, 2nd octavo-edition. – 3 vols. With col. engr. frontispiece, 2 lithogr. portraits and 181 (of 182) col. engr. plates. Contemp. red half calf, gilt (somewhat rubbed, spine ends of vol. 1 glued). – Lacking plate “Rosier de Van Eeden” in vol. 2. – Minor browning in places, a few leaves with minor fraying. – Very good copy.

Lot 64 Biologie – Botanik
Sammlung von 23 botanischen Original-Aquarellen meist nicht europäischer Blumen und Pflanzen. Deutschland oder Österreich, um 1800. Auf Karton montiert und im unteren Rand meist mit lateinischer Bezeichnung, teils mit umfangreicher Legende in Tinte. Auf Papier mit dem Wasserzeichen ” C & I. Honig”. Blattgröße: Ca. 46 x 30 cm. Lose in roter Ganzmaroquin-Kassette (44 x 60 cm.) mit Rücken- und reicher Deckelvergoldung sowie 2 Metall-Schließen (berieben und etwas bestoßen, Kapital mit Einriss, Seitenteile teils gelockert). [#]
Zuschlag 1800 €
Die fein ausgeführten Aquarelle eines unbekannten Künstlers wurden zumindest teilweise nach folgenden Werken ausgeführt: Jacquin’s Plantarum rariorum horti Schoenbrunniensis von 1797 (ein seltenes Werk, das wahrscheinlich nur in 200 Exemplaren gedruckt wurde), Roxburgh’s Plants of coast Coromandel (1795), Smith, Icones pictae plantarum (1790-93) und Kerner’s Hortus semper virens. – Das Bild einer Ananas blieb unvollendet. – Vorderes Innengelenk der Kassette gebrochen. – Die Tafeln nur teilweise leicht gebräunt bzw. im Rand etwas fleckig.

Lot 65 Biologie – Zoologie – Breitmeier, Johannes
Sammlung von 5 (2 signierten, 1 monogrammierten) ornithologischen Original-Aquarellen auf Papier. 1950er Jahre. Blattgrößen von 26 x 20,5 cm bis 29,5 x 20,5 cm.
Zuschlag 440 €
Prachtvolle Vogel-Aquarelle von Johannes Breitmeier (1913-2002), der als einer der bekanntesten Tiermaler und Buchillustratoren der ehemaligen DDR gilt und für seine genaue Beobachtungsgabe und seine fein ausgeführten Zeichnungen bekannt war. – Sehr gut erhalten.

Lot 66 Biologie – Zoologie – Breitmeier, Johannes
Sammlung von 5 (3 monogrammierten) ornithologischen Original-Aquarellen auf Papier. 1950er Jahre. Blattgrößen von 25,5 x 6 cm bis 30 x 21 cm.
Zuschlag 200 €
Prachtvolle Vogel-Aquarelle von Johannes Breitmeier (1913-2002), der als einer der bekanntesten Tiermaler und Buchillustratoren der ehemaligen DDR gilt und für seine genaue Beobachtungsgabe und seine fein ausgeführten Zeichnungen bekannt war. – Sehr gut erhalten.

Lot 67 Biologie – Zoologie – Breitmeier, Johannes
Sammlung von 5 (3 signierten, 2 monogrammierten, 1 montierten) Original-Aquarellen mit Rehen auf Papier. 1950er Jahre. Blattgrößen von 19,5 x 19 cm bis 29,5 x 21 cm.
Zuschlag 400 €
Prachtvolle Darstellungen von Rehen von Johannes Breitmeier (1913-2002), der als einer der bekanntesten Tiermaler und Buchillustratoren der ehemaligen DDR gilt und für seine genaue Beobachtungsgabe und seine fein ausgeführten Zeichnungen bekannt war. – Sehr gut erhalten.

Lot 68 Biologie – Zoologie – Breitmeier, Johannes
Sammlung von 5 (3 signierten, 2 monogrammierten) Original-Aquarellen mit Löwen und Raubkatzen auf Papier. 1950er Jahre. Blattgrößen von 12 x 19,5 cm bis 29,5 x 21 cm.
Zuschlag 330 €
Prachtvolle Darstellungen von Löwen und Raubkatzen von Johannes Breitmeier (1913-2002), der als einer der bekanntesten Tiermaler und Buchillustratoren der ehemaligen DDR gilt und für seine genaue Beobachtungsgabe und seine fein ausgeführten Zeichnungen bekannt war. – Sehr gut erhalten.

Lot 69 Biologie – Zoologie – Breitmeier, Johannes
Sammlung von 5 (4 monogrammierten; 4 montierten) Original-Aquarellen mit Greifvögeln und Enten auf Papier. 1950er Jahre. Blattgrößen von 11 x 16 cm bis 29,5 x 21 cm.
Zuschlag 650 €
Prachtvolle Darstellungen von Raubvögeln (4) und Enten von Johannes Breitmeier (1913-2002), der als einer der bekanntesten Tiermaler und Buchillustratoren der ehemaligen DDR gilt und für seine genaue Beobachtungsgabe und seine fein ausgeführten Zeichnungen bekannt war. – Ein Blatt leicht stockfleckig, ein Trägerkarton mit Einriss, sonst sehr gut erhalten.

Lot 70 Biologie – Zoologie – Breitmeier, Johannes
Sammlung von 5 (4 signierten, 1 verso mit Atelier-Stempel) Original-Aquarellen mit Eulen auf Papier. 1950er Jahre. Blattgrößen von 26 x 19,5 cm bis 29,5 x 20,5 cm.
Zuschlag 600 €
Prachtvolle Eulen-Aquarelle von Johannes Breitmeier (1913-2002), der als einer der bekanntesten Tiermaler und Buchillustratoren der ehemaligen DDR gilt und für seine genaue Beobachtungsgabe und seine fein ausgeführten Zeichnungen bekannt war. – Sehr gut erhalten.

Lot 71 Biologie – Zoologie – Dezallier d’ Argenville, Antoine Joseph
Conchyliologie oder Abhandlung von den Schnecken, Muscheln und andern Schaalthieren welche in der See, in süssen Wassern und auf dem Lande gefunden werden, nebst der Zoomorphose oder Abbildung und Beschreibung der Thiere welche die Gehäuse bewohnen. Aus dem Französischen übersetzt und mit Anmerkungen vermehret. 2 Teile in 1 Band. Mit Kupfertitel und 40 Kupfertafeln. Wien, Krauß, 1772. Drucktitel, XII, 302 S., 82, LVIII S., 7 Bl. 40 x 26 cm. Einfacher Pappband der Zeit (teils stärker berieben und bestoßen, Rückenschild fehlt zur Hälfte). [*]
Nachverkaufspreis 1200 €
Erste deutsche Ausgabe, übersetzt mit den zahlreichen Ergänzungen nach der zweiten französischen Ausgabe von 1757. – Nissen, ZBI 147 (irrige Kollation) – Fromm 7157 – vgl. DSB I, 244: “D’Argenville profited from the 18th century’s infatuation with the natural sciences and contributed to his vogue.” – Die schönen, zusammen an den Schluss gebundenen Kupfertafeln zeigen jeweils mehrere Abbildungen und wurden von J. S. Leitner gestochen (vgl. Thieme-Becker XXIII, 3). – Unbeschnittenes, breitrandiges Exemplar. – Sammlerstempel verso Kupfertitel und auf dem Drucktitel, nur teilweise etwas gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 72 Biologie – Zoologie – Fourcroy, Antoine François de
Entomologia Parisiensis; sive catalogus insectorum quae in agro Parisiensi reperiuntur; secundum methodum Geoffraeanam in sectiones, genera & species distributus: cui addita sunt nomina trivalia & fere trecentae novae species. 2 Bände. Paris, Via et Aedibus Serpentineis, 1785. VII, 231 S.; 1 Bl., (233)-544 S. 14,5 x 8,5 cm. Lederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten (Rückentitel etwas abgerieben). [*]
Nachverkaufspreis 240 €
Erste Ausgabe der umfangreichen Bestandsaufnahme der in Paris und Umgebung gefundenen Insekten. – Hagen I, 246 – Horn & Schenkling 6923. – Wenig fleckig, Titel mit altem Besitzeintrag. Gutes Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 73 Biologie – Zoologie – Gottwaldt, Christoph
Physikalisch-anatomische Bemerkungen über den Biber, aus dem Lateinischen übersetzt. Mit 7 gefalteten Kupfertafeln. Nürnberg, Gabriel Nicolaus Raspe, 1782. 31 S. 25 x 20,5 cm. Neuer Halbpergamentband. [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Erste Ausgabe der seltenen Abhandlung. – Cole 1966 – Nissen, ZBI 1656 – Cobres 817, 14. – Eine lateinische Ausgabe existiert nicht, die Übersetzung von B.F. Hummel erfolgte aus dem Manuskript. – Die Tafeln überwiegend mit anatomischen Details. – Innendeckel mit dem Exlibris “Bibliotheca Venatoria”. – Die ersten sieben und die letzten fünf Blatt mit Wurmgang im unteren bzw. oberen weißen Rand, etwas gebräunt.

Lot 74 Biologie – Zoologie – Hornschuch, C. F. und Hugo Schilling
Verzeichnis der in Pommern vorkommenden Vögel. Greifswald, F. W. Kunike, 1837. VIII, 24 S. 21 x 12 cm. Neuer Pappband mit rotem Rückenschild. [*]
Zuschlag 400 €
Seltene Liste der in Pommern vorkommenden Vögel durch den deutschen Naturwissenschaftler Christian Friedrich Hornschuch (1793-1850) und Hugo Schilling, die Direktor bzw. Konservator des zoologischen Museums der Universität Greifswald waren. – Die Liste nennt 306 Vogelnamen und ihr Vorkommen: “Der europäische Pelikan, Pelecanus Onocrotalus L. Im Jahre 1819 sollen drei Stück auf der Oder bei Stettin gesehen worden seyn. Im Jahre 1833 will ein glaubwürdiger Mann zwei Stück zwischen Greifswald und Anclam gesehen haben.” – Stockfleckig, Vorsatz mit Exlibris und Sammlerstempel.

Lot 75 Biologie – Zoologie – Joly, Nicolas
Notice sur l’histoire, les moeurs et l’organisation de la Girafe (Camelopardalis Giraffa; Linn.). Mit 2 gefalteten lithographischen Tafeln. Toulouse, Augustin Manavit, 1844. 30 S., 1 Bl. 21,5 x 14 cm. Bedruckte Original-Broschur lose in neuen Halbleder-Deckeln mit Rückentitel im Schuber. [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Sehr seltene Abhandlung, speziell über die 1836 mit drei männlichen Giraffen auf Befehl von König William IV. nach England gelangte Giraffe “Zaida”, die von 1839 bis 1856 siebzehn Junge zur Welt brachte, die den Londoner Zoo bevölkerten. – Bindung etwas gelockert. – Sehr gutes, unbeschnittenes Exemplar.

Lot 76 Biologie – Zoologie – Linné, Carl von
Museum Ludovicae Ulricae Reginae. In quo animalia rariora, exotica, imprimis insecta & conchilia describuntur & determinantur. Prodromi instar editum. – Museum Adoplphi Friderici regis. In quo animalia rariorua imprimis & exotica, aves, amphibia, pisces, describuntur. 2 Bände in 1 Band. Stockholm, L. Salvius 1764. 4 Bl., 720 S., 1 Bl., 110 S., 1 Bl. 21 x 13 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas fleckig und berieben). [*]
Zuschlag 2200 €
Sehr seltene erste Ausgabe der Beschreibung der von Linné in den Jahren 1751-54 geordneten kostbaren Konchylien- und Schmetterlingssammlung Ulrikes von Schweden, der Schwester Friedrich des Grossen. Wie meist mit dem angebundenen Supplement zum 1754 erschienenen Katalog des Naturalienkabinetts ihres Gatten Adolph Friedrich. – Horn/Schenckling 13592: “Sehr selten” und vgl. 13583 – Agassiz III, 476, 2 und vgl. III, 477, 18 (1754). – Brunet III, 1088: “Peu commun et fort recherché”. – Die ersten und letzten Blatt etwas gebräunt, Vorsatz und Titel (dieser auch verso) mit kleinen Stempeln.

Lot 77 Biologie – Zoologie – Mullen (oder: Molines), Allen
An anatomical account of the elephant accidentally burnt in Dublin, on Friday, June 17. in the year 1681. Sent in a letter to Sir Will. Petty … Together with a realation of new anatomical observations in the eyes of animals; communicated in another letter to … R. Boyle. 2 Bände in 1 Band. Mit 2 gefalteten Kupfertafeln. London, Smith, 1682. 72 S., 2 Bl. 20,5 x 15 cm. Ganzmaroquinband (um 1950) im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild und goldgeprägten Deckelfileten (Kapital leicht bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 2500 €
Seltene erste Ausgabe. – Allan Mullen (1653/4-1690) war Mitglied des “College of Physicians” in Irland und angesehener Anatom. – “Unfortunately, on the night of Friday the 17th of June 1681, things went disastrously wrong for his zoological enterprise. At approximately three in the morning the wooden booth caught fire and was quickly enveloped by flames. The elephant, trapped inside, was over come by the fire and smoke. News of the elephant’s death soon drew a large crowd of onlookers, many of whom had not been able to see the living animal due to the high admission price. It was a motley crew and things soon got out of hand. As the flames died down many of the onlookers rushed forward and attempted to carry parts of the dead animal away. The manager, Mr. Wilkins, became alarmed as he realized there was still money to be made out of the unfortunate animal. Ever the businessman, he intended to put the elephants skeleton’s on display and he couldn’t afford to lose any of its corpse. He quickly sent for a troop of musketeers who were ordered to guard the dead animal by force arms. Work was also started on a shed to cover the elephant’s body and this was completed by 7 o’clock on the Friday evening. Wilkins then assembled a team of butchers to deflesh the elephant’s corpse. These were just about to commence work when Dr. Mullen arrived at 8pm. Mullen, who was a graduate of Trinity College Dublin and a member of The Royal Society, had a keen interest in anatomy. Unsurprisingly he wanted to carry out a far more clinical dissection of the dead animal and he requested Mr. Wilkins to wait until a proper team was assembled. However, this appeal fell on deaf ears. The elephant’s corpse was beginning to stink and Wilkins feared that the Lord Mayor would order its removal as the newly built shed was located very close to the Custom House and City Council Chambers. In addition, he was worried about how much longer the ‘rabble’ assembled outside could be held at bay. Wilkins would allow Mullen to oversee the work, but it had to commence immediately. Thus by candlelight Dublin’s very first elephant dissection began. A team of local butchers slowly took the animal apart under the watchful eyes of the doctor. Mullen studiously recorded the impromptu dissection and his observations were published the following year.” (Landstown, Petty correspondence, 1928, 95, 97). – Titel gebräunt und etwas angerändert, teilweise leicht fleckig.
First edition. – 2 vols. in 1 vol. With 2 fold. engr. plates. Later full morocco, gilt. – Title page browned and with some fraying, minor staining in places.

Lot 78 Biologie – Zoologie – Potts, Edward
Album mit 35 Microphotographien und 18 Photos (Vintages, Albumin) von Zeichnungen mikroskopischer Details zu Süßwasser-Schwämmen, teilweise unten oder verso handschriftlich bezeichnet und teilweise von den Photographen signiert. Philadelphia (?), ca. 1887. Bildgröße: Ca. 7 x 10 cm bis 13 x 20,5 cm. Montiert auf 39 Kartons in Leinwandband (23,5 x 28 cm) mit Kordelbindung. . [*]
Nachverkaufspreis 1000 €
Enthält auch ein Porträt des im Garten sitzenden Edward Potts. – Die Photographen waren S. Fisher Corlies, Joseph Cheyney, John Carbutt und W. H. Walmsley; die Künstler Charles de Lannoy und S. G. Foulke. – Dabei: eine kleine Sammlung von gedruckten Abhandlungen und Manuskripten zum Thema. – Ein Manuskript (7 Blatt) mit dem Titel “Contributions towards a synopsis of the American forms of fresh water sponges” wohl von Potts selbst. – Ein anderes Manuskript (8 Blatt) in Deutsch mit dem Titel “Diagnosen der Spongilliden Europas …” von Professor Frantisek Vejdowskj (1849-1907), einem bekannten Zoologen und Schwamm-Experten aus Prag. Beiliegend: Ein handschriftlicher Brief desselben an Potts. – Photos teils etwas verblasst, ein Blatt in der Faltung getrennt.

Lot 79 Biologie – Zoologie – Schmarda, Ludwig Karl.
Neue wirbellose Thiere beobachtet und gesammelt auf einer Reise um die Erde 1853 bis 1857. Band 1 (alles Erschienene): Neue Turbellarien, Rotatorien und Anneliden. 2 Teile in 2 Bänden. Mit 37 kolorierten Kupfertafeln, einige auch in Farbstich und beikoloriert und Textholzschnitten. Leipzig, W. Engelmann, 1859-1861. 1 Bl., XVIII S., 1 Bl., 66 S.; 3 Bl., 164 S. 33 x 25,5 cm. Blindgeprägte grüne Original-Leinwandbände mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel (etwas fleckig). [*]
Zuschlag 1200 €
Erste und einzige Ausgabe der seltenen Abhandlung über wirbellose Tiere. – Nissen, ZBI 3698 – Krieg MNE II, 213 – Henze V, 71 f. – Der österreichische Zoologe und Forschungsreisende Ludwig Karl Schmarda (1819-1908) gilt als der Begründer der Tiergeographie (vgl. Henze). – Auf seiner Weltreise besuchte er von 1853 bis 1857 Südafrika, Australien, Neuseeland, Amerika und Ceylon. – Schmarda hatte in Wien studiert und wurde 1850 Professor an der Universität in Graz, wo er das Zoologische Museum gründete. Nach seiner Weltreise wurde er 1862 an die Universität in Wien berufen. – Teils etwas, Text von Teil 2 etwas stärker stockfleckig. Gutes Exemplar.

Lot 80 Chemie – Friedlieb, A. (das ist: Abraham Frankenberg) u.a.
Trium virorum chymicorum clarissimorum, nehmlich Amadei Friedlibii, Davidis Rebentrosts und Doctor George Keilings Collectanea curiosa de bismutho, das ist etliche rare, biß anhero noch nie bekannt, sondern sehr geheim gehalten gewesene chymische Processe, wovon auch bey denen autoribus chymicis nicht die allergeringste Meldung zu finden, welche vorietzo allen Liebhabern der edlen Chemie als besondere Arcana und in der Praxi niemahls fallibel befundene Processe, durch den Druck communiciret worden. Mit Textholzschnitten. Dresden und Leipzig, Lesch, 1718. 78 S., 1 weißes Bl. 17 x 10 cm. Rückenbroschur. [*]
Zuschlag 460 €
Erste Ausgabe. – Ferguson I, 290 (unter Franckenberg) – Brüning 3682: “Sammlung zahlreicher chemischer Prozeße (Herstellung von Tinkturen, Pulvern, etc.). Amadeus Friedlieb ist das Pseudonym von Abraham von Frankenberg (1593-1652), David Rebentrost starb 1704 und von Georg Keiling ist nichts bekannt.”

Lot 81 Chemie – Göttling, Johann Friedrich August
Chemische Versuche über eine verbesserte Methode den Salmiak zu bereiten, nebst einem Vorschlage diese Bereitung fabrikmäßig zu betreiben, und Beschreibung einiger chemischen Produkte, so mit einer solchen Fabrik zu verbinden sind. Weimar, Hoffmann, 1782. XVI, 140 S., 2 Bl. 17,2 x 11 cm. Kartonage der Zeit (angestaubt, Rücken mit kleiner Fehlstelle). [*]
Zuschlag 400 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff I, 923f. – NDB VI, 580f. – Der Chemiker und Pharmazeut Göttling (1753-1809) “fand um 1775 Anstellung bei dem Besitzer der Weimarer Hofapotheke, dem chemischen Unterweiser Goethes, W. H. S. Buchholz dem das vorliegende Buch auch gewidmet ist, der, … Göttling zu eigener wissenschaftlicher, auch literarischer Arbeit anregte” (NDB). – Unbeschnitten.

Lot 82 Geologie – Binzer, Ludvig Jacob
Versuch einer theoretisch-praktischen Anleitung zur Bergzeichnung, mit besonderer Hinsicht auf richtigen Zusammenhang der Höhen, Thäler und Ebenen. Nebst einer kleinen Abhandlung über Charten und Situationsplane. Mit 5 mehrfach gefalteten gestochenen Tafeln. Hamburg, Perthes, 1802. 2 Bl., 52 S. 20 x 17 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (Rücken mit Bibliotheksschild, leicht berieben). [*]
Zuschlag 600 €
Seltene Abhandlung des Königl. Dänischen Generalquartiermeisters von Binzer, die wir über KVK in Deutschland nur in den Staatsbibliotheken Berlin und Bamberg nachweisen können. – “Man kann demnach, meines Dafürhaltens, die Bergzeichnung eintheilen in 1) Erdbergzeichnung, 2) Felsenbergzeichnung, 3) vermischte Bergzeichnung. Für jede dieser Arten muß es angenommene oder anzunehmende Zeichen und Regeln geben, wodurch das Bild einer Gegend im Grundrisse, so viel möglich der Natur gemäß, dargestellt werden kann.” – Exemplar einer aufgelösten Militärbibliothek, mit Deckelprägung “Kong. Ingenieur Corps” und zwei alten Stempeln auf dem Titel. – Ein Blatt mit Einriss.

Lot 83 Geologie – Böckh, Hugo von
Verzeichnis der wissenschaftlichen Bibliothek des Professors Dr. Hugo von Böckh. (Deckelschild). Um 1935. 1 Blatt mit Photo von Böckh und kurzer Einführung, 296 Bl. 33 x 20,5 cm. Halbleinwand-Kartonage mit montiertem Deckelschild (leicht angerändert, hinterer Deckel mit Eckfehlstelle). [*]
Zuschlag 700 €
Die Bibliothek des ungarischen Geologen Hugó Böckh (1874-1931) umfasste ca. 10.000 Bände. – “Die Sammlung dieser wissenschaftlichen Bibliothek ist vor ca. 70 Jahren von dem hervorragenden Geologen, Johann von Böckh … begonnen worden und von dessen Sohne, Professor Dr. Hugo von Böckh …bis zu seinem im Jahre 1931 eingetroffenen Tode weitergeführt worden. Die Bibliothek enthält meistens Werke über Geologie und Paläontologie …” (Vorwort). – Blätter 15-21 mit einem Verzeichniss der Veröfffentlichungen von Johann und Hugo von Böckh. – Einige handschriftliche Korrekturen bzw. Ausstreichungen. – Etwas gebräunt, teils etwas eselsohrig.

Lot 84 Geologie – Brocchi, Giovanni Battista
Dello stato fisico del suolo di Roma. Memoria per servire d’illustrazione alla carta geognostica di questa città. Con due tavole in rame. Mit 2 gefalteten kolorierten Kupfertafeln. Rom, Stamperia De Romanis, 1820. 281 S. 24,5 x 15,5 cm. Halbpergamentband (um 1950), (Deckel berieben). [*]
Zuschlag 390 €
Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 303 – DSB II, 481: “His ‘De stato …, still contains valuable data on the geology of the imperial city.” – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Teilweise leicht gebräunt, Tafeln schwach wasserfleckig, hinterer Innendeckel fleckig.

Lot 85 Geologie
Kurze und deutliche Vorstellung der Edlen Probierkunst, Was eigentlich dieselbe sey, worinnen sie bestehe, was vor Instrumenten darzu erfordert worden, wie man zur rechten Erkäntnus aller Mineralien und Metallischen Ertzen zu gelangen .. Nürnberg, J. Zieger, 1695. 19 Bl., 523 S. – Angebunden: Nutz- und sonderbahre Erfindung Einer Neuen Seigerung und Ertz-Beizung, Nemlich Wie man mit Holtz alle Operationes bey Seigerung der Silberichten Kupffer, anstatt der Kohlen verrichten, und die Kupffer-Ertze, mit grösserm Vortheil, als ins gemein, zu gut bringen könne; In drey Theil abgetheilet. Mit 6 gefalteten Kupfertafeln und 2 mitpaginierten Falttabellen. Frankfurt und Leipzig, Boethius, 1690. 45 (st. 47) Bl., 240, S. 265-324, 140 (recte 138) S., 11 Bl. 14 x 8 cm. Lederband der Zeit mit Rückentitel und Rückenvergoldung (Rücken vertikal gebrochen, Leder dort durchgerissen, berieben und bestoßen). [*]
Zuschlag 500 €
Zu I.: VD 17, 3:606584F – Darmstaedter S. 102 – Ferchl S. 425 – nicht bei Hoover, Ferguson und Neu. – Seltenes, selbständiges Probierbuch, das der Verfasser “aus eigner langwierig- und bewährt-befundener Erfahrung” erstellt hat. – Neben einer allgemeinen Einführung in die Probierkunst werden notwendige Geräte, einzelne Metalle sowie Glas und die Salpetersiederei vorgestellt. Der Anhang mit Erklärung der wichtigsten chemischen Begriffe und Redensarten. – Ohne das Frontispiz. – Stellenweise mit kleinem Wasserrand, Block angeplatzt, vereinzelt mit kleinen Randläsuren, etwas gebräunt. – Zu II.: Anonym erschienen. – Der Erste Theil Handelt von der Operation an sich selbst, samt deren Progress. – Zweyter Theil, Handelt von Erbauung Des Holtz-Seiger-Ofens. Item Von der Beschickung. – Dritter und Letzter Theil, Welcher ist ein Discurs, mit beyfügung Einiger Experimentorum. Woraus zusehen Was auff das sonst verachtete Erthbeitzen zuhalten seye. – Die Tafeln zum Bau den Holtz-Seiger-Ofens. – Es fehlt die Titelei. – Block angeplatzt, das letzte Blatt mit Wurmspur, gebräunt und leicht fleckig.

Lot 86 Geologie – Leichhardt, Ludwig
Beiträge zur Geologie von Australien. Mit 2 gefalteten lithographischen Tafeln. Halle an der Saale, 1855. 62 S. 29,5 x 23 cm. Neuere Kartonage mit montiertem Teil der Original-Broschur (Deckel mit Stempel und Aufkleber). [*]
Zuschlag 1200 €
Sonderdruck aus: Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle, Band 3, 1. Quartal. – Sehr seltener erster Druck von Leichhardt’s geologischen Untersuchungen in Australien, herausgegeben von seinem Freund H. Girard. Eine andere Ausgabe mit separatem Titelblatt erschien in kleiner Auflage im gleichen Jahr. – Ludwig Leichhardt (1813-1848?) ist eher als Reisender bekannt, nicht als Wissenschaftler, jedoch zeigen seine unveröffentlichten Tagebücher und einige seiner Veröffentlichungen, dass er auch ein talentierter Botaniker und Geologe war. – Seite 1 gestempelt und mit rot unterstrichenem Verfassernamen, Ränder etwas gebräunt.

Lot 87 Geologie – Leopold, Johann Friedrich
Relatio epistolica de itinere suo Suecico Anno MDCCVII facto. Ad excellentissimum atque celeberrimum virum, Dn Johannem Woodward, … Mit 8 gefalteten Kupfertafeln. London, Timoth. Childe, 1720. VIII, 111 S. 19,5 x 12 cm. Neuer Pappband mit goldgeprägtem Rückenschild. [*]
Nachverkaufspreis 600 €
Erste Ausgabe der posthumen Veröffentlichung zur schwedischen Mineralogie, Geologie und dem Bergbau, hier speziell zu den Kupferbergwerken in Falun. – Poggendorff I, 1428 – Bring, Itineraria svecana 116 – nicht bei Schuh und Hoover. – Leicht gebräunt.
First edition, posthumously published. – With 8 fold. engraved plates showing mineral specimens and maps. Modern boards. – With wormhole to upper margin of title page. Slightly browned.

Lot 88 Geologie – Roth, Justus
Die Kugelformen im Mineralreiche und deren Einfluss auf die Absonderungsgestalten der Gesteine. Ein Beitrag zur geognostischen Formenlehre mit Rücksicht auf Landschaftsmalerei. Mit 8 lithographischen Tafeln. Dresden und Leipzig, Arnold, 1844. VIII, 40 S. 32 x 22,5 cm. Neuer Pappband mit beigebundener Original-Broschur. [*]
Zuschlag 400 €
Erste Ausgabe der Erstveröffentlichung des Geologen und Mineralogen Justus Ludwig Adolf Roth (1818-1892). – Poggendorff I, 701 – ADB LIII, 533 – DSB XI, 560f. – Etwas stockfleckig, unterer Rand teils mit schwachem Wasserfleck, letzte Tafel mit hinterlegtem Einriss.

Lot 89 Landwirtschaft – Gartenbau – Duhamel du Monceau, Henri Louis
Abhandlung von der Erhaltung des Getraides, und besonders des Weizens. Aus dem Französischen übersetzt von Johann Daniel Titius. Mit 13 gefalteten Kupfertafeln. Leipzig, Lankisch, 1755. XXX, 220 S. 17,5 x 10,5 cm. Lederband der Zeit (etwas berieben, hinterer Deckel mit kleiner Schabstelle). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste deutsche Ausgabe, erschien zwei Jahre nach der französischen Original-Ausgabe. – Ebert 6467 – Goldsmith 8777. – Wichtige Abhandlung über die Volksernährung. “Die Einwohner in den Städten kennen fast kein anderes als Weizenbrodt, und die Reichen würden viel Leiden wenn sie kein feines Brodt hätten. Es gibt aber ganze Provinzen wo das Brodt nur aus Roggen, Gersten oder Buchweizen gemacht wird. Ja in den schlechten Jahren, müssen sich die Bauern von Haber, Hirsen, Erbsen, Bohnen und anderer dergleichen Hülsenfrüchte ernähren”. – Eines der Hauptwerke des französischen Botanikers und Ingenieurs Duhamel du Monceau (1700-1782). Duhamel gilt als Begründer der Forstbotanik und war Spezialist für Nutzpflanzen. – Die Kupfertafeln zeigen Getreidespeicher, Geräte, Maschinen, Öfen u.a. – 1768 erschien noch eine “Ergänzung”. – Gutes Exemplar.

Lot 90 Landwirtschaft – Gartenbau
Gründliche Einleitung zum Garten-Bau, und insonderheit zur Baum-Zucht. Aus den Frantzösischen Schrifften des berühmten Hrn. Quintinye und des Jardinier Solitaire, wie auch aus dem mündlichen Unterricht geschickter Gärtner. Mit 4 gefalteten Kupfertafeln. Hamburg, Wierings Erben, 1725. 4 Bl., 199 S., 2 Bl. 21 x 17 cm. Pappband der Zeit (etwas fleckig). [*]
Zuschlag 240 €
Erste Ausgabe dieser Kompilation aus französischen Gartenbüchern. – Mit Anleitungen zur Baumzucht und der Veredelung von Spaliergehölzen und Fruchtbäumen. – Teilweise schwach wasserrandig bzw. gebräunt, die letzten beiden Blatt lose.

Lot 91 Landwirtschaft – Gartenbau – Köppen, P. von
Lexicon der Genuß- und Nahrungsmittel, für Freunde der Gesundheit und des langen Lebens. Stendal, Franzen und Große, 1810. X, 487 S. 17,5 x 10 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (berieben und bestoßen, Deckel mit Bibliotheksetikett, Schild mit Randfehlstelle). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Einzige Ausgabe, anonym erschienen. – Holzmann/Bohatta III, 1778 – Zischka S. 252 (mit gleichem Jahr und Druckort, jedoch mit abweichendem Untertitel). – Über KVK nur in der Stabi Berlin nachweisbar. – Titel verso gestempelt, etwas gebräunt bzw. stockfleckig.

Lot 92 Landwirtschaft – Gartenbau – Rozier, Jean-François
Cours complet d’Agriculture, théorique, pratique, économique, et de médecine rurale et vétérinaire, suivi d’une méthode pour étudier l’agriculture par principes; ou Dictionnaire universel d’agriculture. 12 Bände. Mit gestochenem Porträt, 12 gestochenen Titelvignetten, 272 teils gefalteten Kupfertafeln und 8 gefalteten Tabellen. Paris, Rue et Hotel Serpente, Moutarider u.a., 1783-1805. 25 x 21 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (etwas berieben, Band 7 mit angeplatztem Vordergelenk). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 710 – Stafleu 2741a. – Reich illustriertes enzyklopädisches Werk, das die landwirtschaftlichen Kenntnisse des späten 18. Jahrhunderts wiedergibt. Der Botaniker Rozier (1734-1793) war Leiter der agrarwissenschaftlichen Schule in Lyon. Während der Revolution wurde er von einer Bombe getötet. – In Band 10 fehlen die Seiten 457-464. – Wenig gebräunt bzw. fleckig. – Gutes, breitrandiges Exemplar, einheitlich gebunden.

Lot 93 Mathematik – Euclid
Elementorum libri XIII. Succinctis & perspicuis demonstrationibus comprehensi à Ambrosio Rhodio. Editio postuma, priore correctior & emendator. Mit zahlreichen Holzschnitt-Diagrammen im Text. Wittenberg, Paul Helwig, 1634. 8 Bl., 594 S. 15,5 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit (berieben, Kanten bestoßen). [*]
Zuschlag 1800 €
Seltene Bearbeitung von Euclid des deutschen Mathematikers, Astronomen und Arztes Ambrosius Rhode (1577-1633), die erstmals 1609 erschien. Die hier vorliegende endgültige Ausgabe erschien posthum 1634. – Poggendorff II, 621 – Hoffmann II, 172 – Murhard II, 17 – Steck 89. – Als Freund von Tycho Brahe, bei dem er ein Jahr in Prag verbrachte, und Kepler schrieb er auch ein Lehrbuch über die Optik. – Vorderer Vorsatz fehlt, Titel mit altem Besitzeintrag, etwas gebräunt, die letzten Blatt mit winziger Fehlstelle in der oberen Ecke.

Lot 94 Mathematik – Fontana, Gregorio
Analyseos sublimioris opuscula. Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Venedig, Simon Occhi, 1763. VIII, 136 S. 22 x 13,5 cm. Kartonage der Zeit (etwas angestaubt). [*]
Zuschlag 800 €
Erste Ausgabe der seltenen Abhandlung, wohl eine der ersten Veröffentlichungen des Mathematikers Gregorio Fontana (1735-1803) . – Poggendorff I, 767. – Nur ein Nachweis über KVK in deutschen Bibliotheken (Stabi Berlin: Kriegsverlust). – Fontana war zunächst Priester und Lehrer in den Ordenshäusern zu Rom, Sinigalia und Bologna. 1763 wurde er Professor der Mathematik an der Universität Pavia als Nachfolger von Roger Joseph Boscovich. Er übersetzte verschiedene Werke (u.a. von Leonhard Euler) aus dem Englischen und Deutschen ins Italienische. – Er gilt als Begründer der Polarkoordinaten. Nach ihm sind die sogenannten Fontana-Zahlen benannt. – Unbeschnitten. – Letztes Blatt und die Tafel leicht fleckig.

Lot 95 Mathematik – Fuss, Paul Henri (Hg.)
Correspondance mathématique et physique de quelques célèbres géomètres du XVIIIème siècle précédée d’une notice sur les travaux de Léonard Euler. 2 Bände. Mit 2 gestochenen Porträts (Euler und Bernoulli), 7 Kupfertafeln und 8 lithographierten Schriftfaksimiles. St. Petersbourg, Academie Imperiale des Sciences, 1843. CXXI, 673 S.; XXIII, 713 S. 23,5 x 15 cm. Halblederbände (um 1900) mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (berieben). [*]
Nachverkaufspreis 1000 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff I, 823 – Cat. Russica F 878. – Enthält in Band 1 den Briefwechsel von Euler mit Goldbach und auf den Seiten LI-CXXI die erste Bibliographie der Werke Eulers. – Band 2 enthält den Briefwechsel von Euler mit Jean Bernoulli (père), Nicolas Bernoulli mit Goldbach, Daniel Bernoulli und Nicola Bernoulli mit Euler. – Exlibris, teilweise leicht stockfleckig bzw. gebräunt, wenige Randanmerkungen und Unterstreichungen.

Lot 96 Mathematik – Tacquet, André
Opera mathematica. Demonstrata et propugnata a S. L. Veterani. 3 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Titel, gestochenem Porträt, gestochenem Wappenkupfer im Text und zusammen 87 gefalteten Kupfertafeln. Antwerpen, J. Meurs, 1669. 29 Bl., 356 S., 1 Bl., 1 Bl., 303 S., 168 S., 2 Bl. 32 x 20,5 cm. Ganzlederband (18. Jh.) mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung (vorderes Gelenk oben etwas angeplatzt, etwas berieben und bestoßen, Supralibros und Name auf dem Deckel ausgekratzt). [*]
Nachverkaufspreis 2800 €
Erste Gesamtausgabe, posthum erschienen. – Roller-G. II, 480 – Houzeau/L. 3406 – Zeitlinger 4715 – de Backer-Sommervogel VII, 1810 – vgl. Deutsches Museum, Libri rari 272 (Ausgabe 1707). – Vortitel mit handschriftlichem Besitzeintrag des Astronomen Joseph-Nicola Delisle (1688-1768): “Ex Libris Jos. De l’Isle 1709”. – Enthält Astronomie, Geometrie, Optik, Katoprik, Militärarchitektur und Zylinderberechnungen. – “In particular, it is interesting to note that the work of Andre Tacquet (1612-1660) on infinitesimals helped provide the groundwork for the development of the calculus by exploring aspects of limits that were important to understand fully. In this, he ran counter to some religious arguments regarding the nature of infinity, since many felt that God’s infinity should not have to accommodate a mathematical infinity. However, Tacquet’s work remained important, and was among the first to describe many of the concepts later expanded on by Newton, Gottfried Leibniz (1646-1716), and Blaise Pascal (1623-1662) in their work” (Feingold. Jesuit Science 406). – Kupfertitel oben eng beschnitten, teilweise etwas gebräunt, Tafeln teils etwas fleckig. Sehr gutes und vollständiges Exemplar.
First collected edition, posthumously published. – 3 parts in 1 vol. With engr. title, engr. portrait, engr. coat of arms in text and 87 fold. engr. plates. Full calf (18th century), gilt (tear to upper front hinge, somewhat rubbed and bumped, supralibros and name to cover scraped out). – Engr. title cropped in upper margin, occasional browning, plates partly with staining else a very good and complete copy.

Lot 97 Mathematik – Weigel, Erhard
Philosophia mathematica, theologica naturalis solida, per singulas scientias continuata, universae artis inveniendi prima stamina complectens. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochenem Frontispiz und 14 Kupfertafeln. Jena & Helmstedt, Matth. Birckner, 1693. 19 Bl. 16, 156 (recte 160) S., 262 S., 1 Bl., 512 S. 16 x 9,5 cm. Pergamentband der Zeit mit Rückentitel (leicht gebräunt). [*]
Nachverkaufspreis 1400 €
Seltene erste Ausgabe von Weigels umfangreichen Werk über Mathematik und Mechanik, mit einer Abhandlung über Archimedes und einer Abteilung über seine zahlreichen Erfindungen. – VD17 1:065389L – BL (German books) W708. – Erhard Weigels (1625-1699) Bedeutung “beruht nicht so sehr auf einer gewissen Originalität oder Tiefe des Wissens, als vielmehr auf seiner Vielseitigkeit und Fähigkeit durch Wort, Schrift und That anregend zu wirken. Seinen Universitätsvorlesungen wird Anschaulichkeit und Lebendigkeit nachgerühmt; dabei kam ihm in seinen Sonderfächern, Mathematik, Astronomie, Physik, die Gabe gut zeichnen und experimentiren zu können wesentlich zu Hülfe. Sein Drang, sich auf den verschiedensten Gebieten zu bethätigen, brachte ihn wiederholentlich in Conflict mit Mitgliedern anderer Facultäten, so mit denen der theologischen, ‘weil er das mysterium trinitatis aus den principiis geometricis zu demonstriren sich unterfangen’; ebenso erklärte die rein philosophische Facultät ihn in ihrem Collegio nicht dulden zu können, weil er in seiner ‘Analysis Aristotelica Euclidea’ ‘alle disciplinas philosophicas seinem Gefallen nach zu reformiren und den Statuten zuwider auf ganz neue Art zu lehren angefangen, welches bei der studirenden Jugend große Confusion erwecket und viel andere Inconvenientien nach sich zog’, allerdings ein schweres Verbrechen zu einer Zeit, wo der Universitätsprofessor angestellt wurde lediglich zum Zweck des ‘tradere’. Ungemein fruchtbar erwies sich W. auch auf litterarischem Gebiet; nicht weniger als 104 größere oder kleinere Schriften kennen wir von ihm, wenn auch viele derselben uns nur dem Titel nach überliefert sind; sie behandeln Mathematik, Astronomie, Physik, Pädagogik, Jurisprudenz, Baukunst, Geschichte, Geographie, Ethik, berichten über von ihm gemachte Erfindungen allerhand Art u.s.w.” (ADB XLI, 465ff.) – Teilweise etwas stärker gebräunt.

Lot 98 Mathematik – Arithmetik – Graffenried, Johann Rudolff von
Arithmeticae logisticae popularis libri IIII. Jn welchen der Algorithmus in gantzen zahlen und Fracturen, sampt der Proportion, neben der Welschen Practic alle andere dienstliche Regeln, biß zu der Coß begriffen seynd, und gantz verständlich mit schönen fragen unnd exemplen auff das einfaltigest erklärt. Also dass ein jeder so eines zimlichen verstands diese kunst selber hierauss erlernen kan. Allen freyen Mathematischen Kunstbegierigen und jedermenniglich zu gutem auß den fürnembsten Authoren zusammen getragen. Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre, 3 Titelholzschnitten, 2 gefalteten Tabellen und Holzschnitt-Druckermarke auf dem letzten Blatt. Bern, Abraham Weerli in Verlegung deß Authoris, (1618)-1619. 28 Bl., 704 S., 8 Bl. 20 x 16 cm. Rotgefärbter Pergamentband der Zeit mit 2 Metallschließen (berieben und fleckig). [*]
Nachverkaufspreis 2500 €
Seltene erste Ausgabe, der Haupttitel ist 1619, die Titel der Bücher 2-4 sind 1618 datiert. – VD17 23:672916C (nur HAB Wolfenbüttel) – Poggendorff I, 936 – Sotheran, Supplement I, 1198 – Schärlig, Johann Rudolff von Graffenried und seine Arithmeticae Logisticae von 1619, (in:) Visier- und Rechenbücher der frühen Neuzeit, S. 275-287 (sehr ausführlich zum Inhalt). – Graffenried (1584-1648) war 1619-34 Landschreiber von Interlaken und Vogt von Unterseen. 1634 wegen Überschuldung seiner Ämter enthoben, trat er in den Kriegsdienst der Republik Venedig. G. war als Mathematiker Autodidakt, er verfasste auch ein Werk über Sonnenuhren. – “Dieses dicke Buch enthält eine unglaubliche Menge von Exempeln, mit praxisnahen Fällen aus dem täglichen Leben der Kaufleute und Handwerker. Dazu enthält es alle Themen – mit Ausnahme einer gründlichen Darlegung der Coß – die man in den damaligen Büchern finden kann. Und viele seiner Regeln sind auch eine Orginalität. Man darf also der Meinung sein, er sei mit Unrecht quasi unbekannt. Er hat (fast) alle damals vorhandene Bücher fleißig studiert. Und auch wenn er sich mehr oder weniger als Komilator vorstellt, muß man feststellen, daß er dennoch ein sehr vollständiges und bemerkenswertes Werk hinter sich gelassen hat. Es ist nicht übertrieben zu sagen, daß man seine arithmetische Logistik als das Hauptwerk in diesem Gebiet in Süddeutschland zu Anfang des 17. Jahrhundert ansehen kann” (Schärlig). – Spiegel lose, 1. Titel oben bis an die Bordüre beschnitten und unten mit kleiner Fehlstelle, teilweise etwas gebräunt, hinterer Vorsatz beschrieben.

Lot 99 Mathematik – Geometrie – Doppler, Christian
Versuch einer analytischen Behandlung beliebig begrenzter und zusammengesetzter Linien, Flächen und Körper; nebst einer Anwendung davon auf verschiedene Probleme der Geometrie descriptive und Perspective. Mit 3 gefalteten lithographischen Tafeln. Prag, G. Haase Söhne, 1839. 1 Bl., 78 S. 25,5 x 21,5 cm. Broschur der Zeit (restaurierte Eckfehlstellen). [*]
Nachverkaufspreis 350 €
Erste Separatausgabe von Dopplers Frühwerk “Aus den Abhandlungen der königl. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften” (Titelvermerk). – Poggendorff I, 594 (datiert: 1841) – Wurzbach III, 370ff. – Schuster, Doppler S. 51. – Vorderer Spiegel mit handschriftlicher Widmung des Verfassers: “Als ein geringes Zeichen meiner besonderen Hochachtung übersendet Ihnen/ diesen literarischen Versuch/ Der Verfasser.” – Bedeutung erlangte Dopplers spätere Entdeckung des nach ihm benannten Doppler-Effekts bei Wellenvorgängen in der Akustik und Astronomie. – Gebräunt.

Lot 100 Mathematik – Perspektive – Amato, Paolo
La nuova pratica di prospettiva nella quale si spiegano alcune nuove opinione, e la regola universale di disegnare in qualunque superficie qualsivoglia oggetto. Mit gestochenem Frontispiz-Porträt von Antonio Bova nach Nicolo Palma und 35 Abbildungen auf 18 (1 gefalteten) Kupfertafeln. Palermo, Vincenzo Toscano & Onofrio Gramignani, 1736. 4 Bl., 86 S. 44,5 x 26,5 cm. Pergamentband der Zeit mit rotem goldgeprägten Rückenschild (angestaubt, Einriss am Kapital). [*]
Nachverkaufspreis 3000 €
Erste Ausgabe der schön illustrierten Abhandlung über Architektur und Perspektive. – Vitry, 19 – nicht im Ornamentstich-Katalog Berlin. – Der sizilianische Geistliche, Ingenieur und Architekt Paolo Amato (1634-1714) begann schon 1701 mit seiner Abhandlung, die aber erst posthum 35 Jahre später erschien. – Er war Stadtarchitekt in Palermo. – “My impression is that the work is a rather traditional ‘prospettiva pratica’, though there are signs that Amato had some new ideas bearing in the direction of what later became descriptive geometry.” (Andersen, The Geometry of an Art, 383). – Innendeckel mit zwei Exlibris, wenige Blatt im oberen Rand mit Wasserfleck, eine Tafel mit hinterlegtem Einriss.
First edition. – With engr. portrait and 18 (1 fold.) engr. plates with 35 illustrations. Contemp. full vellum (somewhat soiled, tear to upper spine). – A few leaves with waterstain to upper margin, one plate with backed tear.