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Lot 53 Biologie – Zoologie – Brehm, Christian Ludwig
Handbuch für den Liebhaber der Stuben-, Haus- und aller der Zähmung werthen Vögel, enthaltend die genauesten Beschreibungen von 200 europäischen Vögelarten … Unter Mitwirkung des Grafen von Gourcy-Droitaumont. Mit 8 altkolorierten Kupfertafeln und 1 lithographischen Tafel. Ilmenau, Voigt, 1832. XXXVI, 410 S. 20 x 11,5 cm. Leinwand (um 1860) mit goldgeprägtem Rückentitel (etwas berieben).
Zuschlag 400 €
Erste Ausgabe. – Nissen IVB 141 – Zimmer 91: “Many varieties, individual and otherwise, are described under binimial names and many new generic and specific names are proposed, although some of them were discussed in the author’s work of the previous year, ‘Handbuch der Naturgeschichte…’.” – Die kolorierten Kupfer jeweils mit mehreren Singvögeln. – Das letzte Blatt mit restaurierten Läsuren im Falz, Tafeln etwas gebräunt, 1 Tafel mit Farbflecken im Rand. – Angebunden: Finkler, W. Die Kanarien-Hecke oder die Zucht der Kanarienvögel und deren Bastarde. Nach eigenen Beobachtungen und Erfahrungen bearbeitet. Leipzig, Krappe, 1848. VI, 40 S. – Erste Ausgabe. – Über KVK nur in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden nachweisbar.

Lot 54 Biologie – Zoologie – Buffon, George-Louis Leclerc de
Natural history abridged. A new edition by the Rev. W. Hutton. Embellished with 100 engravings, in 2 volumes. Mit 2 altkolorierten gestochenen Titeln mit Vignette und 98 altkolorierten Kupfertafeln. London, T. Tegg u.a., 1821. IV, VIII, IV, 352 S.; IV, 426 S., 1 Bl. 21 x 13 cm. Dunkelblauer Ganzlederband der Zeit mit jeweils 2 roten Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie blindgeprägten Deckeln (etwas bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 300 €
Vollständiges Exemplar der gekürzten Fassung, die Tafeln meist mit Abbildungen aus dem Tierreich und in schönem Altkolorit. – Nissen ZBI 724. – Vorderes Innengelenk von Band 2 lose, drei Blatt lose, teilweise etwas, nur wenige Blatt stärker gebräunt.

Lot 55 Biologie – Zoologie – Buffon, George-Louis Leclerc de
Oeuvres complète de Buffon. Avec la nomenclature Linnéenne et la classification de Cuvier. Revues sur l’édition in-4° de l’Imprimerie Royale et annotées par M. Flourens. 12 Bände. Mit Stahlstich-Frontispiz und -Porträt, 4 grenzkolorierten Stahlstich-Karten und 148 kolorierten Stahlstich-Tafeln. Paris, Garnier, 1855-57. 27,5 x 18 cm. Rote Halbleinwandbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln (etwas angestaubt und leicht berieben, Rücken etwas ausgeblichen und teilweise fleckig, Kapitale und Ecken teilweise etwas bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Zweite von Flourens herausgegebene Werkausgabe Buffons, gegenüber der ersten, 1853-55 erschienenen nur leicht verändert. – Nissen 705. – Die Hinzufügung der Linnéschen Nomenklatur sowie der Klassifikation nach Georges Cuvier machten das populärste naturgeschichtliche Werk des 18. Jahrhunderts auch für die systematische Wissenschaft des 19. Jahrhunderts nutzbar. – Die Stahlstich-Tafeln nach Vorlagen von Edouard Traviès und Henry Gobin in schönem, teilweise eiweißgehöhten Kolorit. – Buchblöcke etwas gelockert, Bände 1 und 10 stellenweise stärker stockfleckig, gebräunt und wasserrandig, sonst etwas stockfleckig, Tafeln meist etwas gebräunt.

Lot 56 Biologie – Zoologie – Hessling, Theodor von
Die Perlmuscheln und ihre Perlen naturwissenschaftlich und geschichtlich mit Berücksichtigung der Perlengewässer Bayerns. Mit 8 (6 kolorierten bzw. teilkolorierten) lithographischen Tafeln, 2 gefalteten Tabellen und 1 gefalteten kolorierten lithographischen Karte. Leipzig, Engelmann, 1859. VIII, 376 S. 24,5 x 16,5 cm. Halbleinwandband (um 1900) mit aufgezogenem vorderen Original-Umschlag (etwas angestaubt).
Zuschlag 220 €
Erste Ausgabe der seltenen Monographie. – Nicht bei Nissen und Poggendorff. – Die Karte mit einer Übersicht “der geographischen Verbreitung der Perlmuscheln in Bayern”. – Titel etwas fleckig, sonst nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 57 Biologie – Zoologie – Kiener, Louis Charles
Spécies général et iconographie des coquilles vivantes comprenant la collection du Muséum d’Histoire naturelle de Paris, la collection Lamarck, celle du Prince Masséna (appartenant maintenant A. M. B. Delessert) et les découvertes récentes des voyageurs. Famille des canalifères. III. Rocher, triton, ranelle. Mit 80 handkolorierten gestochenen Tafeln. Paris, Rousseau und J. B. Baillière, 1841-1843. 2 Bl., 130 S., 1 Bl., 48 S., 40 S. 33 x 26 cm. Halbleinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (Kanten etwas berieben, leicht beschabt). [*]
Nachverkaufspreis 1350 €
Sehr seltene große Ausgabe. – Caprotti 197 – Dance 137 – Faber 64 – Nissen ZBI 2183. – Wunderschön ausgeführten Werkes von großer wissenschaftlicher Bedeutung, das die Beschreibungen und Illustrationen vieler neuer und wenig bekannter Muscheln enthält. – Nissen erwähnt nur die 8vo-Ausgabe, aber auf Originalverpackungen aus der Zeit von Kiener wurde angegeben, dass das Werk in “Grand in-8 °, papier grand-rosin. figures coloriées. 6 fr.” Und “Grand in-4°” verfügbar ist. – Louis Charles Kiener (1799-1881) nutzte die berühmte Delessert-Sammlung und die des Naturhistorischen Museums von Paris, eine der größten Sammlungen von conchologischem Material. – “He soon put it to good use; and in 1834 he published the first part of his Spécies . This exquisitely illustrated iconography, started before the Sowerbys and Reeve began to issue theirs, appeared at intervals up to 1880, when eleven volumes had been completed” (Dance, A History of Shell Collecting). – Dieser Band umfasst die Stachelschnecken (Rocher), die Froschschnecken und Cymatiidae (Ranelle) und weitere Cymatiidae (Triton) sowie einige Hornschnecken (Colubraria) und Gitterschnecken (Plesiotriton). – Die feinen, handkolorierten Tafeln von Maubert, Roch, De la Haye und anderen gehören zu den schönsten Illustrationen von Muriziden und Ranelliden, die jemals veröffentlicht wurden. Die Veröffentlichung begann 1841 und wurde zwei Jahre später abgeschlossen (Faber, 2011). – Text etwas braunfleckig (meist im Rand), vereinzelte Tafeln leicht gebräunt, Tafeln meist nur wenig oder nicht fleckig.

Lot 58 Biologie – Zoologie – Lacépède, B. E. G. de
Histoire naturelle comprenant les cétacées, des quadrupèdes ovipares, les serpents et les poissons. Nouvelle édition. Précédée de l’éloge de Lacépède par Cuvier. Avec des notes et la nouvelle classification de A.-G. Desmarest. 2 Bände. Mit 34 (von 36) kolorierten und teilweise eiweißgehöhten gestochenen Tafeln. Paris, Furne, 1839. 2 Bl., XII, 668 S.; 2 Bl., 647 S. 27 x 17 cm. Grüne Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (etwas berieben, Ecken etwas bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Nissen ZBI, 2346. – Mit Abbildungen zum Wal- und Haifang, Fische, Schlangen und Echsen. Die qualitativ hochwertigen, teilweise eiweißgehöhten Tafeln zeigen die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung, oft beim Beutefang. Der Band 2 ist ausschließlich den Fischen vorbehalten. – Text teilweise stockfleckig, Tafeln teilweise etwas, teilweise stärker gebräunt.

Lot 59 Biologie – Zoologie – Martens, Eduard von
Ueber vorderasiatische Conchylien nach den Sammlungen des Prof. Hausknecht. Mit 9 kolorierten lithographischen Tafeln. Kassel, Theodor Fischer, (ca. 1880). 127 S. 30 x 22,5 cm. Blindgeprägte Leinwand mit goldgeprägtem Deckeltitel (minimal berieben).
Zuschlag 240 €
Pfeiffer, Novitates conchologicae. Band 5. – Erste Ausgabe. – Nicht bei Nissen. – Ohne den Reihentitel. – Tafeln etwas gebräunt und teilweise mit Wasserfleck im oberen Rand.

Lot 60 Biologie – Zoologie
Naturhistorische Bildersammlung in 1164 lithographirten Abbildungen des Thierreichs. Wohlfeiles, schönes und nützliches Geschenk für die Jugend. Mit 48 lithographischen Tafeln. Reutlingen, Mäcken, 1828. 25,5 x 34 cm. Neuer Pappband mit beigebundenem vorderen Original-Umschlag (dieser etwas fleckig).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – “Auch zu jedem Lehrbuch der Naturgeschichte brauchbar” (Titel). – Ohne das Textheft. – Teilweise leicht fleckig, eine Tafel mit hinterlegtem Einriss.

Lot 61 Biologie – Zoologie – Pfurtscheller, Paul
Mammalia. Mus dec. Tab. 28. Wien, Pichler’s Witwe & Sohn, um 1910. Auf kräftiges Papier montierte zweiteilige Chromolithographie. 138 x 129 cm. Im oberen Rand mit 2 Metallösen versehen. [*]
Zuschlag 240 €
Zoologische Wandtafeln, Tafel 28. – Seltene Wandtafel, die die Morphologie und Anatomie einer Maus darstellt. – Nissen ZBI, 3152. – Der österreichische Zoologe und Naturwissenschaftler Paul Pfurtscheller (1855-1927) produzierte ab 1902 die Reihe “Zoologischen Wandtafeln” (es erschienen 39 von geplanten 70). Ab 1877 war Pfurtscheller Mitglied der Zoologischen und Botanischen Gesellschaft Wien und erstellte die Wandkarten, um seinen Unterricht zu veranschaulichen. Diese wurden später vom Zoologischen Institut der Universität verwendet und von hervorragenden Zoologen geschätzt. – Die Tafeln wurden ursprünglich von A. Pichlers Witwe & Sohn, Buchhandlung und Lehrmittelanstalt herausgegeben (ebenso wie dieses Exemplar), einer Buchhandlung, die sich auf Unterrichtsliteratur und Lehrmittel in Wien und Leipzig spezialisiert hatte. – Etwas knickspurig, teils etwas wellig, stellenweise leicht gebräunt, leicht fleckig, leichte Randläsuren am Trägerpapier, verso mit Resten von Klebeband.

Lot 62 Biologie – Zoologie – Redi, Francesco
Experimenta circa generationem insectorum ad Nobilissimum Virum Carolum Dati. Mit gestochenem Titel, gestochener Titelvignette, 2 (1 ganzseitigem) Textkupfern und 38 (10 gefalteten) Kupfertafeln. Amsterdam, A. Frisius, 1671. 5 Bl., 230 (recte 330) S., 10 Bl. 14 x 8 cm. Lederband der Zeit mit rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben).
Nachverkaufspreis 240 €
Erste lateinische Ausgabe von einem der Hauptwerke Redis, der zu den Begründern der Verwendung von Mikroskopen in der Zoologie zählt. – Nissen ZBI 3320. – Ein Texblatt mit ergänzter Fehlstelle (halbseitiger Textverlust), sonst sehr gutes und vollständiges Exemplar, dekorativ gebunden.

Lot 63 Biologie – Zoologie – Schäffer, Jacob Christian
Sammelband mit 14 naturwissenschaftlichen Abhandlungen. Mit insgesamt 35 gefalteten kolorierten Kupfertafeln. Regensburg, 1754-1764. 23,5 x 19 cm. Halblederband der Zeit mit floraler Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückenschild (Kanten berieben, etwas beschabt). [*]
Zuschlag 1900 €
Bis auf eine Schrift alles in erster Ausgabe. – Nissen ZBI 3631. – Der umfangreiche Sammelband enthält die Schriften: I. Die Krebsartige Kiefenfuss mit kurzen und langen Schwanzklappe. 1756. 7 Tafeln, 142 S. – II. Das Zwiefalter oder Afterjüngferchen. 1763. 1 Tafel, 3 Bl., 26 S. – III. Die Blumenpolypen der süßen Wasser beschrieben und mit den Blumenpolypen der salzigen Wasser verglichen. 1755. 3 Tafeln, 3 Bl., 54 S. – IV. Die Armpolypen in den süßen Wassern um Regensburg entdektet und beschrieben. 1754. 3 Tafeln, 2 Bl., 84 S. – V. Die grünen Armpolypen die geschwanzten und ungeschwandzten zaktigen Wasserflöhe und eine besondere Art kleiner Wasseraale. 1763. 3 Tafeln, 1 Bl., 96 S. – VI. Der weichschaalige Cronen- und Käulenkäfer. 1763. 1 Tafel, 3 Bl., 22 S. – VII. Verschiedene Zwiefalter und Käfer mit Hörnern. 1763. 3 Tafeln, 2 Bl., 40 S. – VIII. Neuentdeckte Theile an Raupen und Zwehfaltern nebst der Verwandlung der Hauswurzraupe zum schönen Tagvogel mit rothen Augenspiegeln. 1763. 2 Tafeln, 2 Bl., 56 S. – IX. Die Mauerbiene in einer Rede beschrieben. 1764. 5 Tafeln, 3 Bl., 38 S. – X. Der wunderbare und vieleicht in der Natur noch nie erschienene Eulenzwitter nebst der Baumraupe aus welcher derselbe entstanden und welche vor einigen Jahren an vielen Orten Sachsens überaus großen Schaden gethan hat. 1761. 1 Tafel, 3 Bl., 30 S. – XI. Die eingebildeten Wurmer in Zähnen nebst dem vermeyntlichen Hülsmittel wider dieselben. 1757. 1 Tafel, 2 Bl, 44 S. – XII. Vorläufige Beobachtungen der Schwämme um Regensburg angesteller und mit vier Kupfertafeln ausgemahlter Abbildungen erläutert. 1759. 4 Tafeln, 3 Bl., 62 S. – XIII. Der Sichtschwamm mit grünschleimigen Hute. 1760. 5 Tafeln, 6 Bl., 36 S. – XIV. Jacob Christian Schäffers erläuterte Vorschläge zur Nusbesserung und Förderung der Naturwissenschaft. Zweyte Auflage. 1764. 2 Bl., 38 S. – Die Paginierung von I. springt von 42 auf 49 ohne Textverlust. – Erster Titel leicht gebräunt, sonst frisches und kaum fleckiges Exemplar mit feinem Kolorit.

Lot 64 Chemie – Sickingen, Carl Heinrich von
Versuche über die Platina. Mit gefaltetem gestochenen Titel mit Vignette, 1 gefalteten Tabelle und 2 mehrfach gefalteten Kupfertafeln. Mannheim, Hofdruckerei, 1782. 8 Bl., 324 S., 1 Bl. 19 x 11 cm. Neue Halbleinwand.
Zuschlag 440 €
Seltene erste Ausgabe, der zuerst in der Pariser Akademie vorgetragenen Abhandlungen, anonym erschienen und übersetzt von dem Kameralisten G. A. Suckow. – Poggendorff II, 922 – Ferchl 502. – ” S. ist in der Geschichte der Chemie als der Verfasser der wichtigsten Arbeiten bekannt, welche im 18. Jahrhundert über das Platin ausgeführt worden sind. Er war der erste, welcher die Schweißbarkeit dieses Metalls erkannte und dem es gelang, das Platin in Blechform auszuhämmern und es zu feinen Drähten auszuziehen” (ADB XXXIV, 158). – Titel fleckig und mit Stempel verso, am Anfang im Rand etwas feuchtfleckig, später im Falz, etwas gewellt, teilweise etwas gebräunt.

Lot 65 Chemie – Stahl, Georg Ernst
Ausführliche Betrachtung und zulänglicher Beweiß von den Saltzen, daß dieselbe aus einer zarten Erde, mit Wasser innig verbunden, bestehen. Halle, Waisenhaus, 1723. 8 Bl., 432 S. 16,6 x 10 cm. Halblederband der Zeit mit rotem Rückenschild (berieben und etwas bestoßen, Kapital mit schmaler Fehlstelle).
Zuschlag 750 €
Erste Ausgabe. – Ferguson II, 397 – Ferchl 513 – Kopp I, 69. – Der bedeutende Arzt und Chemiker G. E. Stahl (1660-1734), Leibarzt des preußischen Königs in Berlin, gilt neben J. J. Becher als Hauptbegründer der Phlogiston-Theorie, die erst am Ende des Jahrhunderts durch Lavoisiers Oxydationstheorie der Verbrennung überwunden wurde. – “Wichtige chemische Beobachtungen enthaltende” Schrift (Kopp), bedeutsam durch die in ihr dokumentierte Abkehr Stahls von alchemistischen Gedanken (im 36. Kapitel über Goldmacherei). – Vorsatz und Titel mit Stempel der “Halleschen Pfännerschaft”, Vorsätze, Titel und letztes Blatt etwas stärker gebräunt.

Lot 66 Chemie – Stas, Jean-Servais
Oeuvres complètes. 3 Bände. Mit 3 Porträt-Frontispizen. Brüssel, Librairie Européenne C. Muquardt, 1894. 28 x 21 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln und etwas Rückenvergoldung und goldgeprägten Wappensupralibros der “Académie Royale de Belgique” auf den Deckeln (Rücken minimal berieben). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Der belgische Chemiker Jean Servais Stas (1813-1891) führte erstmals exakte Messungen der Atommasse, unter anderem des Kohlenstoffs durch. – Ein Vortitel und zwei Frontispize auf der Rückseite etwas fleckig, sonst nahezu fleckenfrei und sehr gut erhalten.

Lot 67 Chemie – Trommsdorff, Johann Bartholomäus
Kallopistria, oder die Kunst der Toilette für die elegante Welt. Erfurt, Hennings, 1805. Titel, XIV, 286 S. 15,8 x 9 cm. Neuer Halbpergamentband.
Zuschlag 200 €
Seltene erste Ausgabe des pharmazeutisch-kosmetischen Rezeptbuches. – Poggendorff II, 1137 – Ferchl 453. – Mit Anleitungen für “unschädliche Parfums und Schönheitsmittel, Pulver, Pommaden, Schminken, Pasten, aromathischen Bädern …” (Titel). – Trommsdorf (1770-1837) gründete das erste pharmazeutische Institut in Deutschland und errichtete eine der ersten Fabriken für chemisch-pharmazeutische Präparate. – Titel gebräunt und teilweise hinterlegt, teilweise etwas stockfleckig.

Lot 68 Geologie – Cuvier, Georges
Die Umwälzungen der Erdrinde in naturwissenschaftlicher und geschichtlicher Beziehung. Nach der fünften Original-Ausgabe übersetzt und mit besondern Ausführungen und Beilagen begleitet von J. Nöggerath. 2 Bände. Mit 1 mehrfach gefalteten Tabelle. Bonn, Weber, 1830. XIV, 378 S., 1 Bl.; 2 Bl., 424 S., 1 Bl. 19,5 x 11,5 cm. Bedruckte Original-Broschuren (angerändert, kleine Fehlstellen an den Kapitalen, Rücken mit Bibliotheks-Schild, Deckel von Band 1 mit Bibliothekssignatur). [*]
Zuschlag 500 €
Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 6370 – Poggendorff I, 507 – Reichardt I, 28. – – Cuviers Werke waren bei Goethe hoch angesehen. Nöggerath, Professor der Mineralogie und Bergwerkswissenschaften in Bonn, gehörte zu jenem Kreis von Gelehrten, denen Goethe größte Beachtung schenkte. – Unbeschnitten. – Teilweise etwas gebräunt, Band 1 zum Schluss mit Wasserfleck im oberen Rand.

Lot 69 Geologie – Groß, Ludwig von
Geologie, Geognosie und Petrefactenkunde. Mit 500 Abbildungen der die Gebirgsformationen characterisirenden Petrefacten. Mit 16 gefalteten gestochenen Tafeln. Weimar, Voigt, 1844. X, 323 S., 1 Bl. 20 x 13 cm. Pappband der Zeit mit 2 goldgeprägten Rückenschildern (etwas berieben und bestoßen).
Nachverkaufspreis 200 €
Seltene einzige Ausgabe. – Mit den Kapiteln: Geologie oder Bildung der Erdkugel. – Elemente der Geognosie. – Petrefactenkunde. – Geognosie. – Text gebräunt und braunfleckig, Tafeln nur leicht gebräunt und leicht fleckig, erste Tafel mit leichtem Abklatsch.

Lot 70 Geologie – Leonhard, Karl Cäsar von
Geologischer Atlas zur Naturgeschichte der Erde. Mit 11 kolorierten gestochenen bzw. lithographierten Karten und 1 kolorierten lithographierten Profiltafel. Stuttgart, Schweizerbart, 1841. 33 S. 19,5 x 24,5 cm. – Beigebunden: Derselbe. Vulkanen-Atlas zur Naturgeschichte der Erde. Mit 15 (4 kolorierten) gestochenen bzw. lithographierten Karten. Ebda., (1844?). Titel, 1 Bl. Neuer Pappband mit altem montierten Deckelschild.
Zuschlag 600 €
Die beiden Teile bilden zusammen den seltenen Atlasband zu Leonhards 1836-1844 erschienener “Geologie oder Naturgeschichte der Erde”. – Der erste Titel alt gestempelt, leicht gebräunt. Gutes und vollständiges Exemplar.

Lot 71 Geologie – Lyell, Charles
L’ancienneté de l’homme prouvée par la géologie et remarques sur les théories relatives à l’origine des espèces par variation. Traduit … par M. Chaper. Mit 2 Holzschnitt-Tafeln und 58 Textholzschnitten. Paris, Baillière, 1864. 560 S. 22,5 x 13,5 cm. – Beigebunden: Appendice. L’homme fossile en France. Communications faites a l’institut (Academie des sciences). Mit 2 gefalteten Tafeln und 10 Textholzschnitten. Ebda., 1864. 4 Bl., 296 S. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung (Kapital mit kleiner Fehlstelle, Gelenke teilweise geklebt). [*]
Zuschlag 220 €
Erste französische Ausgabe. – Stempel auf Titel, farbige Randanstreichungen. – Beigegeben: Derselbe. Manuel de géologie élémentaire ou changements anciens de la terre et de ses habitants. Traduit de l’anglais sur la cinquième édition par M. Hugard. Cinquième édition considérablement augmentée et illustrées de 750 gravures sur bois. 2 Bände. Mit Holzschnitt-Frontispiz, Holzschnitt-Titelvignetten und 717 Textholzschnitten. Paris, Langlois und Leclercq, 1856-1857. XVI, 492 S.; VII, 520 S. 22 x 13 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Rückenvergoldung. – Nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 72 Geologie – Rasch, Johann
Erdbidem Chronic. Nach art eines Calenders, sambt einem kurtzen bericht un Catalogo Autorum. Darin allerley Erdbiden und Erdkluefften, vor Christi Geburt 1569. und sovil deren biß auff diß 1591. Jar her beschrieben: Diese seyen von innerlichem Erdrich herauß, oder vom Himmel herab, von Lufft, Wind, und Wetter verursacht, darauß zusehen und zulernen, was desto troestlicher sich menniglich darnach zurichten hat. Mit 1 großen Titelholzschnitt. München, bey Adam Berg, 1591. 20 nn. Bl. 19,5 x 16,5 cm. Interimskartonage des 18. Jahrhunderts mit altem handschriftlichem Titeletikett auf dem Deckel. [*]
Zuschlag 1300 €
Einzige Ausgabe der ersten selbständigen Abhandlung über Erdbeben in deutscher Sprache. – VD16 R 299. – Rasch (ca. 1540 – ca. 1615) war Mathematiker, Astronom und Organist. Insbesondere in seinen astronomischen und meteorologischen Schriften setzte er sich auch mit dem Pseudo-Prophetismus auseinander, den er als in Wien universitär ausgebildeter Mathematiker und Astronom vor allem der Astrologie unterstellte. – Vorliegende, beim herzoglich bayerischen Hofbuchdrucker Adam Berg in München gedruckte Schrift enthält neben der eigentlichen, beschreibenden Chronik von Erdbeben seit 1569 vor Christi (bis Drucklegung) eine kurz kommentierte Bibliographie von neun Schriften zum Thema, eine Vorrede über das Wesen von Erdbeben (als Widmungsrede an den Drucker verfasst) und eine aus den zeitgenössischen Darstellungen von Antoine Mizauld und Guglielmo Grataroli gezogene Darlegung der Vorzeichen von Erdbeben. – Der große Titelholzschnitt mit einer Erdbeben-Szenerie. – Titel gebräunt, mit zwei alten unleserlichen Stempeln, wovon einer großenteils rasiert ist und handschriftlicher Datierung “i59i”, etwas stockfleckig und gebräunt, kleine Wurmgänge im Falz.

Lot 73 Geologie – Theophrastus
Abhandlung von den Steinarten. Aus dem Griechischen übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Carl Schmieder. Freyberg, Craz und Gerlach, 1807. XII, 84 S. 19,6 x 12 cm. Pappband der Zeit mit grünem Rückenschild (Rücken mit Bibliotheksschild).
Zuschlag 330 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff II, 822. – Carl Schmieder (1778-1850) war Lehrer an der Realschule in Halle, später Direktor der Bürgerschule in Kassel und Mitglied der mineralogischen Gesellschaft in Jena. – Stempel auf Vorsatz, schwacher Stempel auf dem Titel. Gutes Exemplar.

Lot 74 Landwirtschaft – Leo, Joseph Christoph Otto
Reizendes Beyspiel der Nützlichkeit und Möglichkeit zu Abschaffung der Brache. Nebst desselben Abhandlung von dem Beyspiel und dem hierüber gefällten kunstrichterlichen Urtheil. Frankfurt, Eichenberg, 1777. 10 Bl., 268 S., 2 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild (Kapitale mit kleinen Fehlstellen, etwas berieben, hintere Rückenkante mit Wurmgang).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe der ersten größeren landwirtschaftlichen Abhandlung des Agrarreformers. – Dieser Titel nicht bei Humpert. – Gutes Exemplar.

Lot 75 Landwirtschaft – Stöcker, W
Wiesenbau. Manuskript. Deutsche Handschrift auf Papier. Mit 36 (6 mehrfach gefalteten) meist aquarellierten Tafeln mit Tuschzeichnungen. Nauen, um 1906. 360 S. 33 x 22 cm. Späterer Halbleinenband (berieben und etwas bestoßen, Rücken zur Hälfte gelöst). [#]
Nachverkaufspreis 300 €
Sauber ausgeführtes Manuskript mit kalligraphischen Tafel- und Kapitelüberschriften über die Bewirtschaftung von Wiesen, wohl das Werk eines Landwirtschaftsschülers aus dem Brandenburger oder Lausitzer Raum. Der Text und die sorgfältig gezeichneten Tafeln beschäftigen sich vorrangig mit der Be- und Entwässerung von Wiesen. Die Tafeln zeigen entsprechende Vorrichtungen und Techniken wie Überstauung, Furchenbewässerung, verschiedene Wehre, Stauvorrichtungen, Schleusen sowie von Teichanlage, Querschnitt durch den Dortmund-Ems-Kanal (als Beispiel eines “Rohrdruckers”), Beispiele für Uferschutz, künstliche Uferbefestigung, Fischteiche, Werkzeuge etc. Enthält u.a. die Kapitel Bewässerungssysteme, Hangbau, Rückenbau, Abstecken von Kurven und Stauanlagen. – Vorsatz mit handschriftlichem Besitzvermerk W. Stöcker. – Stellenweise leicht fleckig, sonst gut erhalten.

Lot 76 Landwirtschaft – Gartenbau – Rhagor, Daniel
Pflantz-Gart. Darinn grundtlicher Bericht zu finden, welcher gestalten 1. Obs-Gärten, 2. Kraut-Gärten, 3. Wein-Gärten. Mit lust und nutz anzustellen, zu bawen und zu erhalten, … Vermehret, mit einem sehr nutzlichen Bericht, was deß Pflantzens halb 1. In gewissen Monaten fürzunemmen, 2. Auff etlichen nammhafften Tagen zu halten, 3. Auß der Witterung zu schließen seye. Auß langwiriger, selbs eygener Erfahrung zusamen getragen … und … zum anderen mahl in Truck verfertiget. 4 Teile in 1 Band. Bern, Sonnleitner, 1650. 16,8 x 10 cm. Pergamentband der Zeit (etwas bestoßen, gebräunt). [*]
Zuschlag 600 €
Zweite Ausgabe des ersten in der Schweiz gedruckten Werkes über Obst-, Gemüse- und Weinbau. – Wimmer/Lauterbach 85 – Janson 405 – Schoene 1750 – Martini 45-46. – Daniel Rhagor (1577-1648) war Ratsherr in Bern. “Einige von Rhagor kurz beschriebenen Obst- und Rebsorten haben sich bis heute erhalten. Der Berner Rat beschloss noch im Erscheinungsjahr des ‘Pflantz-Gart’, Daniel Rhagor als Anerkennung für sein Werk ein Geschenk von 40 Dublonen und ein Fass Ryffwein auszurichten. Daniel Rhagor kann man als Vorläufer jenes grossen Agronomen Emanuel von Fellenberg und des Pomologen Friedrich Zehender betrachten” (Martini 46). – Exlibris, teilweise stärker braunfleckig, am Ende einige Leerblätter alt beigebunden.

Lot 77 Landwirtschaft – Gartenbau – Vallemont, Pierre Le Lorrain de
Curiositez de la nature et de l’art sur la vegetation, ou l’agriculture, et le jardinage dans leur perfection: Où l’on voit le secret de la multiplication du blé, & ley moyens d’augmenter considerablement le revenu des biens de la Campagne. De nouvelles découvertes pour grossir, multiplier, & embellir les fleurs & les fruits, &c. Nouvelle edition. Revûë, corrigée, & augmentée. I. De la culture de jardin potager. II. De la culture du jardin fruitier. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 gestochenen Frontispizes und 12 Kupfertafeln. Brüssel, Jean Leonard, 1715. Titel, 8 Bl., 311 S., 3 Bl., Titel, 359 S., 3 Bl. 16 x 10,5 cm. Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel.
Zuschlag 220 €
Die erste Ausgabe erschien 1705. – Vgl. Hunt, 410 – Nissen BBI, 2037n. – Sehr gutes Exemplar des Standardwerks des Abbé de Vallemont (1649-1721).

Lot 78 Landwirtschaft – Schafzucht – Röver, Friedrich
Der Schäfer auf dem Lande. Ein Buch für Schafhirten und Landleute, die Schafe halten; oder Anweisung: welche Kenntnisse für Schäfer in gegenwärtigen Zeiten erforderlich sind, welche Pflichten sie haben, wie sie ihre Schafe behandeln müssen, und durch welche Arzeneymittel sie deren Krankheiten zu heilen im Stande sind. Mit Hülfe einiger Freunde und des Schafmeisters Gabriel Homann hieselbst herausgegeben. Magdeburg, Heinrichshoven, 1825. XII, 188 S. 17,4 x 10,5 cm. Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (Kanten etwas berieben).
Zuschlag 220 €
Seltene erste Ausgabe. – Der Prediger Röver war Verfasser mehrerer Werke für Landleute und Viehzüchter. – Name auf dem Titel, teilweise leicht gebräunt.

Lot 79 Mathematik – Clavius, Andreas
Die harmonische Verhältniß, wonach alle reguläre Vielecke geometrice erwiesen, und in einem Circkel beschrieben werden, als den Grund der widerrechtlich verhasseten und verruffenen arithmetischen Quadratur des Circkels, untersuchet und erweiset zum Vorschmack. Mit 1 gefalteten Kupfertafel. Frankfurt und Leipzig, (ohne Verlag), 1755. 3 Bl., 72 S. 17 x 10 cm. Halbpergamentband der Zeit (etwas fleckig). [*]
Zuschlag 400 €
Erste Ausgabe. – Murhard, Litteratur der mathematischen Wissenschaften I, 118. – Seltener Beitrag zur Leibniz’schen Monadenlehre des Wolffianers Andreas Clavius (1692-1755) aus Celle. – Vorsätze mit Berechnungen zur Quadratur des Kreises zeitgenössisch eng beschrieben. Beiliegend einige lose Blatt mit weiteren Anmerkungen von gleicher Hand. – Etwas gebräunt und teilweise leicht feuchtfleckig.

Lot 80 Mathematik – Euler, Leonhard
Vollständige Anleitung zur Algebra. 2 Teile in 1 Band. St. Petersburg, Akademie der Wissenschaften, 1770. 8 Bl., 356 S., 1 Bl., 532 S., 1 Bl. 20,4 x 12,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung (berieben und etwas bestoßen, Deckelbezug mit Fehlstellen).
Zuschlag 650 €
Erste deutsche Ausgabe. – Eneström 387 und 388 – Poggendorff I, 690 – Roller-G. I, 375 – Honeyman 1075. – Eines von Eulers schönsten Büchern (NDB IV, 689), vom bereits erblindeten Verfasser seinem Sekretär Nikolaus Fuß diktiert. Eine russische Übersetzung war bereits 1768-1769 veröffentlicht worden, daher “war das ganze Werk sicherlich schon 1767 fertig” (Enerström). – Es ist ein elementares Lehrbuch der Algebra und insbesondere zum Selbststudium gedacht. Und weil faszinierend klar geschrieben und didaktisch geschickt aufgebaut, wurde das Buch “the model of many later texts on algebra” (Honeyman). – Wenige Blatt mit schwachem Wasserfleck, wenige mit kleinem Wurmgang im Rand, nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 81 Mathematik – Reyher, Samuel
Mathesis mosaica, sive loca pentateuchi mathematica mathematice explicata, cum appendice aliorum S. Script. Iocorum mathematicorum. Mit 1 gefalteten Kupfertafel und einigen Textholzschnitten. Kiel, Reumann, 1679. 4 Bl., 808 S. 18,5 x 15 cm. Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel (leicht angestaubt).
Zuschlag 850 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff II, 617 – Kantor III, 524. – “So sind der ‘Mathesis mosaica …, Kiliae 1679, 808 Seiten in 4°’, zahlreiche Disputationen einverleibt, welche sich auf die verschiedenartigsten Dinge beziehen. Dies sonderbare Werk, welches noch im folgenden Jahrhundert manchen ähnlichen Schriften als Fundgrube diente, entsprach der damaligen Zeitrichtung, die Wissenschaften durch den Nachweis ihres usus in theologia zu verherrlichen. Auf Grundlage von Bibeltexten ließen sich wissenschaftliche Kenntnisse verbreiten und durch die Hinzufügung mancher Curiosa die Aufmerksamkeit fesseln. Loca mathematica waren dabei alle Stellen, die, wenn auch nur entfernt, eine Beziehung zur Mathematik in ihrem weitesten Sinne haben konnten. So kommen von den juristischen, dem Werke einverleibten Disputationen vor: die schon erwähnte ‘De jure primogeniorum’, dann ‘De mappa geographica Palestinae’, ‘De columnis templi Salomonici’, ‘De aeneo Salomonis mari’ u.s.w. Bei der Erwähnung des ersten Regenbogens wird die Cartesische Theorie des Regenbogens vorgetragen. Zu der in das Buch eingefügten Disputation ‘De diluvio Noachico’ wird auf die Angabe der Dauer vom 17. bis 27. Tage des zweiten Monats hingewiesen, doch ließ sich R. hierbei, wie Weyer bemerkt, die merkwürdige Beziehung entgehen, daß diese Dauer dem Unterschiede der Tage des Sonnenjahres und Mondjahres entspricht. Bei den Mauern Jericho’s wird das Mitklingen von Tönen abgehandelt u. dergl. mehr” (ADB XXVIII, 354ff.). – Eine weitere gestochene Tafel beigebunden. – Nur teilweise leicht gebräunt. Gutes Exemplar.

Lot 82 Mathematik – Weigel, Erhardt
Wienerischer Tugend-Spiegel. Darinnen alle Tugenden nach der Anzahl derer gleich so vielen Festungs-Linien und Wercken bei der weltgepriesenen nunmehr zum andernmal so tapffer wider Türck und Tartarn defendirten Kayserl. Residenz-Stadt Wien zu immerwährendem Gedächtnüß vorgestellet. 2 Teile in einem Band. Mit gestochenem Frontispiz und 35 Kupfertafeln. Nürnberg, Endter, 1687. 8 Bl., 136, 112, 44 (recte 40) S., 6 Bl., 452 S. 17 x 10 cm. Pergamentband der Zeit (fleckig). [*]
Zuschlag 300 €
Erste Ausgabe. – Gugitz 587 – Sturminger 3047 – VD 17 23:283541M. – Enthält im ersten Teil, dem titelgebenden “Wienerischen Tugend-Spiegel”, die Betrachtung von 35 Tugenden, im zweiten Teil eine wiederum zweiteilige Aretologistik. In dieser Tugendschule behandelt Weigel die Rechenkunst; im kleineren ersten Teil dieser Schule wird der Zusammenhang von Tugend und Rechnen entwickelt, welches Rechnen in einem sehr umfassenden Sinn alle auf Erkenntnis zielende Verstandestätigkeit meint, der recht umfangreiche zweite Teil ist dann tatsächlich dem Rechnen gewidmet. Und auch in diesem Teil macht Weigel deutlich, dass Rechnen kein bloßes “Zifferirn” ist, sondern in allen Rechenoperationen stets auf das Universelle gerichtetes Handeln. So haben Tugendlehre und Rechenkunst letztlich das gleiche Ziel: sie dienen der “Mathematischen Demonstration von Gott wider alle Atheisten”. Mit diesen Worten stellt Weigel den Skopos des ganzen Werkes bereits auf der Titelseite vor. – Erhard Weigel (1625-1699) war als Mathematiker, Astronom und Philosoph vielfältig anregender Geist in der frühneuzeitlichen Republik der Gelehrten, der “barocke Erzvater der deutschen Frühaufklärung”, wie er mehrfach in der neueren Literatur apostrophiert wird. – Ein Vergleichsexemplar im Handel enthält ein Frontispiz und 36 Kupfertafeln, davon eine mehrfach gefaltet; die im VD 17 verzeichneten Exemplare enthalten am Beginn meist zusätzlich ein gefaltetes Blatt oder einen gefalteten Kupfertitel. Ein Frontispiz gibt es bloß in einem Erfurter Exemplar mit nur 33 Kupfern, das wie unser Exemplar kein gefaltetes Blatt aufweist. – Gebräunt und teilweise etwas fleckig, Frontispiz und Titel gelockert.

Lot 83 Medizin – Descartes, Rene
Tractatus de homine, et de formatione foetus. Quorum prior notis perpetuis Ludovico de la Forge, M.D. illustratur. Mit zahlreichen Textholzschnitten. Amsterdam, Blaeu, 1686. 39 Bl., 239 S. 22 x 16,5 cm. Blindgeprägter Pergamentband der Zeit (fleckig, Deckel etwas aufgebogen).
Zuschlag 350 €
Osler 931 – Waller 236 – Wellcome II, 453 – vgl. Garrison-Morton 574 (für die Erstausgabe von 1662): “Descartes considered the human body a material machine, directed by a rational soul located in the pineal body. This book was the first attempt to cover whole field of ‘animal physiology’.” Die teils auf Descartes zurückgehenden Holzschnitte zeigen meist anatomische Darstellungen. – Angebunden: LaForge, Ludwig de. Tractatus de Mente Humana, ejus facultatibus & functionibus, nec non de ejudem unione cum corpore, secundum principia Renati Descartes. Mit zwei Textholzschnitten. Amsterdam, Blaeu, 1688. 11 Bl., 241 S., 3 Bl. – Erste lateinische Ausgabe. – Willems 1411 – Krivatsy 6554. – Vorsatz, Titel, die ersten und die letzten drei Blätter mit schmaler Fehlstelle im Rand, stellenweise leicht gebräunt und fleckig.

Lot 84 Medizin – Graumann, P. B. C
Diätetisches Wochenblatt für alle Stände, oder gemeinnützige Aufsätze und Abhandlungen zur Erhaltung der Gesundheit. 1.-3. Jahrgang mit jeweils 48 Heften (alles Erschienene) in 1 Band. Rostock, Müller, 1781-1783. 17,5 x 10 cm. Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (Ecken und Kanten bestoßen). [*]
Nachverkaufspreis 240 €
Einzige Ausgabe. – Kirchner 3593. – Vollständig wie vorliegend sehr selten, besonders mit den vier Blatt “Ankündigung”, die wir sonst nicht nachweisen können, die aber interessant sind, da hier auch eine Liste der Orte und Personen abgedruckt ist, bei denen das Blatt pränumeriert werden konnte. Daraus geht hervor, dass das Wochenblatt seine Leserschaft praktisch ausschließlich in Nord- und Ostdeutschland suchte. – Heute fast unbekannt, muss das Wochenblatt seinerzeit doch einige Popularität besessen haben, denn noch 1815 schreibt Hufeland’s “Journal der pactischen Heilkunde” (Band 41, S. 128), Graumann habe sich “besonders durch sein diätetisches Wochenblatt hinlänglich bekannt gemacht”. – Das Spektrum der Themen reicht von der Haarpflege über Kleidung bis zu den hohen Absätzen der Schuhe und die Schädlichkeit starker Gerüche. Umfangreich wird über Wert und Wirkung bestimmter Nahrungsmittel und deren Zubereitung berichtet. Aufgelockert wird das Ganze durch Erzählungen (“Orientalische Geschichte” u.a.). – Exlibris “Bücherei des Vereins für Rostocks Alterthümer” auf dem Innendeckel, deren Stempel und Abgabestempel auf dem ersten Titel verso und letzter Seite, auf dem Vorsatz handschriftlich “Geschenk von H. Buchhändler Meyer 1888”. – Etwas stockfleckig, unterer Teil feuchtrandig.

Lot 85 Medizin – Hecker, Johann Julius
Betrachtung des menschlichen Cörpers nach der Anatomie und Physiologie, nebst einem Anhang allerhand zur Erhaltung der Gesundheit dienender Regeln und Anmerckungen, samt Ubersetzung einer vormals in lateinischer Sprache von dem Hochberühmten Herrn Fried. Hoffmann … hieselbst gehaltenen Rede. Mit nöthigen Kupferstichen erläutert. Mit gestochener Titelvignette und 12 Kupfertafeln. Halle, Waisenhaus, 1734. 32 Bl., 624 S., 20 Bl. 17,5 x 10 cm. Blindgeprägter Lederband der Zeit mit Rückenschild (etwas fleckig).
Zuschlag 260 €
Erste Ausgabe des seltenen medizinischen Lehrbuchs des evangelischen Theologen und Reformpädagogen Johann Julius Hecker (1707-1768). Er gilt als Gründer der praxisorientierten Realschule und war der Begründer des ersten preußischen Lehrerseminars im Jahr 1748. – Titel mit gelöschtem Namen und etwas angerändert, teilweise leicht gebräunt. – Angebunden: Derselbe. Einleitung in die Botanic, worinnen die nöthigste Stücke dieser Wissenschaft kürtzlich abgehandelt werden. Mit gestochener Titelvignette. Halle, Waisenhaus, 1734. 14 Bl., 547 S. – Erste Ausgabe. – Teilweise leicht gebräunt, wenige Unterstreichungen.

Lot 86 Medizin – Venette, Nicolas
Von Erzeugung der Menschen. Mit gestochenem Porträtfrontispiz und 12 gestochenen, römisch nummerierten Figuren auf 8 Tafeln. Leipzig, Fritsch, 1698. 31 Bl., 608 S. 16,4 x 9,5 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Titel auf rotem Rückenschild und reicher Rückenvergoldung (professionell restauriert). [*]
Zuschlag 200 €
Seltene erste deutsche Ausgabe. – Hayn/Gotendorf IX, 599 – Hirsch/H. V, 725 – Waller 9863 – Lesky 677 – Wolfenbüttel 1719. – Wichtige und umfangreiche Schrift der Aufklärungsliteratur zu den Themen Zeugung, Liebe und Geburt nach den damaligen wissenschaftlichen Kenntnissen. – Die französische Erstausgabe war 1687 anonym erschienen. Der Verfasser dieses von Hirsch/Hübotter als “obszön” bezeichneten Werks war Professor für Anatomie und Chirurgie in La Rochelle. Berühmt ist der erste “Sexologe” Nicolas Venette (1633-1698) vor allem für sein erstmals 1886 in Amsterdam erschienenes “Tableau de l’amour conjugal”, das die Grenzen zur erotischen Literatur zumindest streifte. – Die achte Tafel mit fünf Illustrationen von Hermaphroditen. – Titel am unteren Rand mit faksimilisierter Verlagsangabe angesetzt, durchgehend gebräunt und etwas fleckig, wenige Blatt schwach wasserrandig.

Lot 87 Medizin – Anatomie – Bock, Carl Ernst
Hand-Atlas der Anatomie des Menschen. Nebst einem tabellarischen Handbuche der Anatomie. Mit 28 handkolorierten Stahlstichtafeln. Leipzig, Volckmar, 1841. IV, 137 S., 29 Bl. 24,5 x 16,5 cm. Leinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (angestaubt und fleckig, Gelenke geplatzt, etwas bestoßen).
Zuschlag 200 €
Erste Ausgabe. – Der Anatom Carl Ernst Bock (1809-1874) lehrte ab 1839 als außerordentlicher Professor der Medizin an der Universität Leipzig und ab 1845 als Professor der pathologischen Anatomie. – Die “28 fein illuminierten Abbildungen” beinhalten “4 Knochentafeln, 1 Bändertafel, 3 Muskeltafeln, 10 Gefässtafeln, 6 Nerventafeln und 4 Eingeweidetafeln”. – Gebräunt und teils etwas fleckig, Bindung leicht gelockert, Tafeln in schönem Kolorit.

Lot 88 Medizin – Anatomie – Frohse-Brödel
Neun farbig lithographierte anatomische Lehrtafeln. Entworfen von Fritz Frohse, herausgegeben und überarbeitet von Max Brödel. Aufgezogen und gerollt, im originalen Wandhalter. Chicago, Nystrom, 1918. Format der Karten: 150 x 104 cm, Maße des Wandkastens: 126 x 54,5 x 8 cm. [#]
Zuschlag 1800 €
Die Karten sind nummeriert von 1-7 und 9-10, der Halter ist aber damit voll, Platz für Karte 8 ist gar nicht vorhanden. Vermutlich ist das Set also so komplett. Frohse (1871-1916) war ein deutscher Mediziner und Anatom, die hier angebotenen hochwertigen Lehrbilder erläutern die Anatomie des Skelettes, der Muskeln, des Nervensystems, des Herzkreislauf-Systems und der Haut, des Ohrs und der Augen, der Brust und des Unterleibs, des Kopfes und des Nackens sowie der Hormondrüsen und des weiblichen und männlichen Beckens. Die Karten sind auf Leinen aufgezogen und auf Kiefernholz gerollt, der Kasten besteht wohl aus Eiche. Die Karten werden mittels einer Mechanik in den Kasten eingehängt und können einzeln auf- und eingerollt werden. – Karten teils etwas lichtgebräunt und an den Rändern wasserrandig, sonst recht gut erhalten.

Lot 89 Medizin – Anatomie – Walter, Johann Gottlieb
Anatomische Beobachtungen. Aus dem Lateinischen übersetzt von Johann Gottlob Daniel Michaelis. Mit gestochener Titelvignette und 13 (1 kolorierten) gefalteten Kupfertafeln nach J. B. Hopffer. Berlin und Stralsund, G. A. Lange, 1782. VIII, 111 S. 27 x 21 cm. Pappband (um 1900) mit handschriflichem Rückenschild (Kanten berieben, etwas fleckig).
Zuschlag 300 €
Erste deutsche Ausgabe. – Goldschmid 70 – Blake 480 – Engelmann 610/611 – Hirsch/H. V, 835. – Sehr seltenes und vollständiges Exemplar der hervorragend illustrierten Sammlung von anatomisch-pathologischen Abhandlungen. – J. G. Walter (1734-1818) studierte in Königsberg und Berlin, wurde 1760 Prosector seines Lehrers Meckel; nach dessen Tod erhielt er 1774 die erste Professur für Anatomie an der Charité, wo er auch zeitweise eine geburtshilfliche Professur betreute. Er galt als einer der geschicktesten Anatomen seiner Zeit und schuf ein bedeutendes anatomisches Museum, das vom Staat für die Berliner Universität angekauft wurde. – Exlibris, Vorsatz mit einmontierten Informationen zum Werk, teilweise etwas gebräunt.

Lot 90 Medizin – Balneologie – Goldfail, L. F
Letschenije wodoi. (Heilung durch Wasser). Mit fotografischen Illustrationen. Moskau und Leningrad, Staatlicher Medizinverlag, 1930. 72 S. 18 x 12,5 cm. Illustrierte Originalbroschur (etwas fleckig, Spuren eines entfernten Bibliotheksschildes).
Nachverkaufspreis 200 €
Wasseranwendungen wurde in Analogie zu Kneipps Verfahren in Deutschland auch in der Sowjetunion ein hoher (teilweise fragwürdiger) Wert als naturheilkundliches Verfahren beigemessen. – Alte Bibliothekstempel, papierbedingt gebräunt.

Lot 91 Medizin – Chirurgie – Arnaud de Ronsil, Georges
Memoires de chirurgie, avec quelques remarques historiques sur l’état de la médecine & de la chirurgie en France & en Angleterre. 2 Bände. Mit 24 (2 gefalteten) Kupfertafeln. London, J. Nourse, 1768. 3 Bl., XVI, 4 Bl., S. XVII, 14 S., 2 Bl., S. 15-403 (recte 423), 19 Bl.; 5 Bl., VIII, S. 401-828 (recte 826), 14 Bl., 13 S. 25 x 18 cm. Gesprenkelte Kalbslederbände der Zeit mit floraler Rückenvergoldung, goldgeprägten doppelten Stehkantenfileten und je 2 Rückenschildern (minimal berieben). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste und wohl einzige Ausgabe. – Waller 475 – Wellcome II, 58. – George Arnaud de Ronsil (1698-1774), französischer Chirurg aus der Blütezeit der Chirurgie des 18. Jahrhunderts, praktizierte in London. Seine Schriften zeichnen sich durch Klarheit und Tiefe aus (vgl. Hirsch/H.). – Vortitel und letzte Blätter im Rand leicht gebräunt, sonst von tadelloser Gesamterhaltung.
First edition. – 2 vols. With 24 (2 fold.) engr. plates. Contemp. full calf, richly gilt. – Minor browning to margin of half title and last leaves else fine.

Lot 92 Medizin – Chirurgie – Velpeau, Alfred-Armand-Louis-Marie
Nouveau éléments de médecine opératoire. Atlas. Mit 21 (1 ankolorierten) lithographischen Tafeln. Brüssel, Dumont, 1834. 1 Bl. (Titel). 34 x 25 cm. Halblederband der Zeit (fehlender Rücken mit Textilklebeband überklebt, bestoßen und berieben). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Garrison-M. 5592 – Hirsch-H. V, 721 – Waller 9850. – Exlibris, Bindung gebrochen, gebräunt und stockfleckig.

Lot 93 Medizin – Chirurgie – Zimmermann, Karl
65 Tafeln Abbildungen zur Lehre des chirurgischen Verbandes und dessen Verbesserungen. Mit 65 (2 gefalteten) lithographischen Tafeln. Leipzig, Köhler, 1834. Titel. 26,8 x 21 cm. Halblederband der Zeit mit grünem Rückenschild (etwas berieben).
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe des Tafelbandes. – Der hier fehlende Textband erschien bereits 1831. – Etwas stockfleckig.

Lot 94 Medizin – Gynäkologie – Boehmer, Philipp Adolph
Observationum anatomicarum rariorum fasciculus alter notabilia circa uterum humanum continens. 2. Teil (von 2). Mit gestochener Titelvignette und 8 Kupfertafeln von G. A. Gründler und N. Bernigeroth. Halle, Gebauer, 1756. LXVIII S. 43 x 28 cm. Spätere Halbleinwand-Kartonage (berieben und etwas bestoßen).
Zuschlag 240 €
Einzige Ausgabe, selten. Ohne Teil 1, der nur 3 Tafeln enthielt. – Blake 52 – Wellcome II, 188 – Goldschmid 246: “Die 11 Tafeln des prächtig ausgestatteten Werkes bringen lebensgroße Abbildungen von ektopischer Schwangerschaft, Myom, Uterusmißbildung und Mißgeburt in plastischem Linienstrich.” – Böhmer war Sachsen-Weimarischer Leibarzt und wurde 1741 auf den anatomischen Lehrstuhl in Halle berufen. – Teilweise etwas gebräunt.

Lot 95 Medizin – Ophthalmologie – Panum, Peter Ludvig
Physiologische Untersuchungen über das Sehen mit zwei Augen. Mit 57 (4 farbigen) Textholzschnitten und Figuren im Text und auf 2 Tafeln. Kiel, Schwers, 1858. 2 Bl., 94 S., 1 Bl. 27,5 x 22,5 cm. Halblederband der Zeit mit Rückentitel (Kanten etwas beschabt, Rücken etwas aufgehellt). [*]
Zuschlag 300 €
Erste Ausgabe. – Hirsch IV, 429 ff. – Waller 7098. – Seltene und berühmte Schrift des dänischen Physiologen Peter Ludvig Panum (1820-1885), in der erstmals das stereoskopische Sehen erklärt wird, welches später als das nach ihm benannte Panum-Areal benannt wurde. Panum studierte u.a. bei Rudolf Virchow und war Professor in Kiel und Kopenhagen. Das Panum-Institut an der Universität Kopenhagen wurde nach ihm benannt. – Teils etwas gebräunt, Titel mit Sammler- und gelöschtem Bibliotheksstempel.

Lot 96 Medizin – Pharmazie – Boyle, Robert
Medicinische Experimente: Oder hundert zusammengetragene auserlesene Artzney-Mittel, welche meistentheils schlecht und leicht zu verfertigen, dem geneigten Leser zu Gefallen außm Englischen ins Teutsche übersetzt. Leipzig, Gleditsch, 1692. 78 S., 5 Bl. 13,5 x 7,5 cm. Neuer marmorierter Pappband mit Rückenschild. [*]
Zuschlag 800 €
Erste deutsche Ausgabe. – Hirsch/H. I, 552 – Krivatsy 1725. – Sehr seltene erste deutsche Übersetzung der im gleichen Jahr erstmals veröffentlichten “Medicinal Experiments” (London, Smith) des in vieler Hinsicht bedeutenden Mitglieds der Royal Society Robert Boyle (1627-1692), der als ein Mitbegründer der modernen Naturwissenschaften gilt. – Leicht gebräunt.

Lot 97 Medizin – Psychiatrie – Brierre de Boismont, Alexandre Jacques François
Des hallucinations ou histoire raisonnée des apparitions, des visions, des songes, de l’extase, du magnétisme et du somnambulisme. Seconde édition entièrement refondue. Paris, Baillière, 1852. XVI, 720 S. 22 x 14 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben und beschabt). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Zweite Ausgabe. – Standardwerk zum Thema, verfasst vom französischen Arzt und Psychiater Alexandre Jacques François Brière de Boismont (1797 -1881). Erstmals 1845 erschienen, hier in der korrigierten und erweiterten Ausgabe. – “Briere de Boismont, one of the leading members of Esquirol’s circle published this first psychiatric survey of hallucinations at Paris in 1845. He considered hallucinations to be one of the most important aspects of man’s psychological history. In the work he discussed the theories that had been developed to explain the occurrence of hallucinations, divided them into ten groups based on whether they occurred alone or together with various mental or organic diseases, and presented a wide variety of clinical cases to illustrate his points” (Eimas 1602 zur 3. Ausgabe). – Etwas gebräunt, Schnitt und äußere Lagen etwas stockfleckig.

Lot 98 Medizin – Radiologie – Köhler, Alban
Knochenerkrankungen im Röntgenbilde. Mit 20 photographischen Tafeln und 17 Textabbildungen. Wiesbaden, Bergmann, 1901. 4 Bl., 78 S. 30 x 21,5 cm. Bedruckter Original-Halbleinenband (fleckig, etwas berieben, Rücken mit kleiner Fehlstelle, mit handschriftlichem Besitzvermerk). [*]
Zuschlag 300 €
Erste Ausgabe. – Fischer I, 788. – Die sehr frühe Veröffentlichung zum Thema erschien bereits fünf Jahre nach Röntgens Erfindung und im selben Jahr, in dem er dafür den Nobelpreis erhielt. – Der Radiologe Alban Köhler (1874-1974) aus Wiesbaden war u.a. Mitbegründer der Deutschen Röntgengesellschaft. – Papierbedingt leicht gebräunt.

Lot 99 Medizin – Toxikologie – Fontana, Felice
Traité sur le vénin de la vipère sur les poisons américains sur le laurier-cérise et sur quelques autres poisons végétaux. On y a joint des observations sur la structure primitive du corps animal. Différentes expériences sur la réproduction des nerfs et la description d’un nouveau canal de l’oeil. 2 Bände. Florenz, Paris, London, Nyon L’Ainé, Emsley, 1781. XXVIII, 328 S.; XI, 373 S. 26 x 19,5 cm. Dekorative gesprenkelte Kalbslederbände der Zeit mit floraler Rückenvergoldung und je 2 Rückenschildern (Rücken professionell im Stil der Zeit und kaum merklich erneuert, Kanten leicht berieben). [*]
Nachverkaufspreis 800 €
Erste französische Ausgabe. – Haeser II, 586 – Sabin 24988 – Wellcome III, 37. – “The quality of Fontana’s scientific accomplishment is evident from his first work, on irritability and sensitivity, a subject that he continued to pursue so intensely as to earn the praise of Haller in 1767 … The research on the movement of the Iris (1765) and on viper venom (1767, 1781) is strictly tied to irritability. After a series of impressive and ingenious experiments, Fontana retracted the action of the bite of the viper to an alteration in the irritability of the fibers which he maintained was mediated by the blood: in other words, the viper’s poison directly alters the blood, coagulating it, and this in turn alters all parts of the organism – especially nerve fibers – that the blood would normally nourish. Fontana extended his toxicological experiments to other substances, especially to curare. Fontana also took advantage of microscopic investigations …(and he) belongs, together with Spallanzani, among the major microscopists of the 18th century” (DSB V, 55 – 57). – Teils etwas stockfleckig, sonst ungewöhnlich schönes und sauberes Exemplar.
First French edition. – 2 vols. Contemp. full calf, richly gilt (spine renewed). – Some foxing in places else a fine copy in decorative bindings.

Lot 100 Medizin – Veterinärmedizin – Gurlt, E.F und H.C. Hertwig
Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte. Mit 10 ganzseitigen anatomischen Kupfern. Berlin, Reimer, 1847. IV, 209 S., 8 S. 44,5 x 30,5 cm. Späterer Halblederband mit goldgeprägtem Rückenschild (Kanten etwas berieben). [*]
Zuschlag 400 €
Seltene erste und wohl auch einzige Auflage. – Hirsch II, 703 (ohne Nennung dieses Titels, ein vollständiges Schriftenverzeichnis Gurlts würde ca. 150 Nummern umfassen.) – Beschäftigt sich stark mit Operationen von Pferden, dazu meist auch die Tafeln. – Stellenweise etwas braunfleckig, durchgehend etwas (schwächer werdend) wasserrandig im rechten Rand.

Lot 101 Metallurgie – Kunckel von Löwenstern, Johann
Collegium physico-chymicum experimentale, Oder Laboratorium Chymicum, in welchem deutlich und gründlich von den wahren Principiis in der Natur und denen gewürckten Dingen, so wohl über als in der Erden, als Vegetabilien, Animalien, Mineralien, Metallen, wie auch deren wahrhafften Generation, Eigenschafften und Scheidung, nebst der Transmutation und Verbesserung der Metallen gehandelt wird. Herausgegeben von Johann Caspar Engelleder. II. Edition. Mit 1 gestochenen Porträt. Hamburg und Leipzig, Heyl, 1722. 15 Bl., 455 (recte 739) S., 18 Bl. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit Rückenschild und 2 Schließen (leicht berieben). [*]
Zuschlag 900 €
Zweite Ausgabe des erstmals 1716 erschienenen ausführlichen Werkes über Metallurgie. – Dünnhaupt 10.2 – DSB VII, 525 – Brüning 3819 – Wellcome III, 420. – “Daß K. noch den Traditionen der Alchimie verhaftet ist, andererseits aber schon … der Chemie als Wissenschaft die Bahn bereitet, zeigen seine zahlreichen wissenschaftlichen Versuche, welche J. G. Engelleder als ‘Collegium Physico-Chymicum Experimentale oder Laboratorium Chymicum’ postum veröffentlicht” (NDB XIII, 288). – Ohne die häufig fehlende Kupfertafel. – Teilweise stärker gebräunt, sonst gutes Exemplar.

Lot 102 Mineralogie – Dufrénoy, Armand
Handbuch zum Bestimmen der Mineralien auf dichotomischem Wege nach Dufrénoy’s Traité de Minéralogie. Mit einem Vorwort von Chr. Zimmermann. Mit 8 gestochenen Tafeln auf 2 mehrfach gefalteten Tafeln mit 240 Abbildungen. Clausthal, Schweiger, 1848. III-XII, 372 S. 16,5 x 11 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (etwas berieben, leicht bestoßen).
Zuschlag 220 €
Einzige Ausgabe. – Poggendorff I, 614. – Der französische Geologe Armand Dufrénoy wurde 1835, als Nachfolger von Bronchant de Villiers, Professor für Mineralogie an der École des Mines. – Ohne den Vortitel. – Titel verso mit gelöschtem Stempel, etwas gebräunt.