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Lot 51 Bryen, Camille – Tzara, Tristan
Vigies. Eaux-fort de Camille Bryen. Mit 5 farbigen ganzseitigen Original-Radierungen von Camille Bryen. Paris, A. Loewy, 1962. 26 S., 3 Bl. 33 x 25,5 cm. Lose Lagen in Original-Broschur mit Deckeltitel, in Original-Pappdeckel mit Rückentitel in Original-Schuber (dieser minimal berieben). [*]
Result 400 €
Eins von 90 (GA 120) nummerierten Exemplaren auf BFK Rives, Druckvermerk vom Verfasser und Künstler signiert. – Monod 10817 – Harwood 26. – Mit eigenhändiger Widmung von Camille Bryen auf dem Vortitel, datiert “12. XII. 66”. – Die Original-Ausgabe dieser Dichtungen von Tzara erschienen 1937 in Paris. – Druck der Radierungen auf der Presse Raymond Jacquet, Paris. Die Platten wurden nach dem Druck zerstört. – Der Dichter, Maler und Graphiker Camille Bryen (1907-77) gilt als wichtiger Vertreter des französischen Tachismus. Er war zudem ein Multitalent und widmete sich nicht nur bildkünstlerischen Arbeiten, sondern auch der Schriftstellerei. – Tadelloses Exemplar.

Lot 52 Burgert Handpresse
Sammlung von 4 Künstlerbüchern mit zahlreichen Original-Graphiken von Hans-Joachim Burgert. Berlin, Burgert Handpresse, 1969-1973. 29,5 x 20 cm bis 31,5 x 24 cm. Original-Kartonagen mit Deckelvignette bzw. -illustration in Blockbuchbindung, in schwarzen Original-Pappumschlägen mit Leinenrücken und Deckelvignette (diese teils minimal berieben). [*]
Result 240 €
Vorhanden sind: I. Ludus scribendi. Schriftbilder von Hans-Joachim Burgert. Band 1. Mit 23 Original-Fräsungen, Strich- und Kupferätzungen von Hans-Joachim Burgert. 1969. 14 Bl. – Eins von 300 nummerierten Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Spindler 154,8. – II. Loblieder aus Qumran. Ein Psalm aus der Jüdischen Gemeinde vom Toten Meer 1. Jahrh. v. Chr. Mit 6 Zinkätzungen, ornamentalen Rahmen und Vignetten von Hans-Joachim Burgert. 1970. 18 S. – Eins von 200 nummerierten Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Spindler 154,10. – III. Friedrich Hölderlin. Elegien. Mit 6 ganzseitigen vier- und fünffarbigen Zinkätzungen von Hans-Joachim Burgert. 1971. 26 S. – Eins von 130 nummerierten Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Spindler 154,11. – IV. Dschau Vä. Purpurjade. Eine chinesische Novelle. Mit 5 (2 farbigen) ganzseitigen Filmgraphiken von Hans-Joachim Burgert. 1973. 2 Bl., 19 S. – Eins von 140 nummerierten Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Spindler 154,12. – Tadellos.

Lot 53 Cassirer, Bruno
Vom Beruf des Verlegers. Eine Festschrift zum sechzigsten Geburtstag von Bruno Cassirer. 12. Dezember 1932. Mit zahlreichen Abbildungen. Berlin, Privatdruck gewidmet von Mitarbeitern und Freunden, 1932. 119 S. 23 x 15,5 cm. Illustrierte Original-Kartonage (angerändert, etwas berieben und gebräunt).
Result 160 €
Seltener Privatdruck. – Texte von Walter Bauer, Ernst Cassirer, A. Döblin, S. Fischer, Marie-Luise Kaschnitz, G. Kiepenheuer, Ernst Rowohlt, Max Tau u.v.a. – Illustrationen von Karl Walser, Max Liebermann, R. Großmann, George Groß (!), A. Kubin u.a. – Vereinzelt etwas braunfleckig, sonst gut erhalten.

Lot 54 Chagall, Marc
Dessins pour la Bible. Texte par Gaston Bachelard. Mit 24 Original-Farblithographien, 23 schwarz-weißen Original-Lithographien und 96 Tafeln. Paris, Verve, 1960. 9, 8 Bl. 36 x 27 cm. Illustrierter Original-Pappband (Rücken lose beiliegend, etwas gebräunt, Ecken etwas bestoßen, Kanten etwas berieben).
Result 1000 €
Verve X, 37-38 – Mourlot 230-280 – Cramer 42. – Die zweite “Chagall-Bibel” erschien als Nr. 37/38 der Reihe “Verve”. – Bereits 1956 erschien die erste “Chagall-Bibel”, ebenfalls als Doppelheft Nr. 33/34 in der Reihe “Verve”. In den Jahren 1958-1959 entstanden weitere Zeichnungen zur Bibel, die vor allem die Frauen des Alten Testamentes vorstellen und die Schöpfungsgeschichte ins Bild setzen. Die beiden Bibeln zählen zu den bedeutendsten Werken Chagalls im Bereich der Original-Druckgraphik. – Mit einer Einleitung von Gaston Bachelard und den Erläuterungen zu den 96 Tafeln. – Die schönen Original-Lithographien bei Mourlot gedruckt. – Leicht, in den Rändern teils etwas gebräunt.

Lot 55 Chagall, Marc
Glasmalereien für Jerusalem. Text von Jean Leymarie. Mit 2 Original-Farblithographien sowie zahlreichen, teils farbigen Tafeln und Textabbildungen. Monte Carlo, Sauret, 1962. 211 S., 2 Bl. 33,5 x 25,5 cm. Original-Leinwand mit Original-Umschlag und Klarsichtfolie (Umschlag an den Rändern etwas berieben).
After-Sale Price 400 €
Cramer 49 – Mourlot 365-66 – Sorlier 78. – Die beiden Original-Farblithographien sind eigens für dieses Werk angefertigt worden. – Schönes Exemplar.

Lot 56 Chagall, Marc – Cain, Julien
Chagall Lithograph. Bände I-III (von 6) Mit 26 (19 farbigen) Original-Lithographien (inklusive 3 Schutzumschläge) von Marc Chagall und zahlreichen teils farbigen, teils ganzseitigen Abbildungen. Monte Carlo, Sauret, 1960-1969. 32,5 x 25 cm. Original-Leinwandbände mit (3 farblithographischen) Schutzumschlägen und Klarsichtumschlägen. (Die Schutzumschläge von Band I und II mit nur minimalen Randläsuren, der Klarsichtumschlag von Band III mit kleinerer Fehlstelle, der darunterliegende Schutzumschlag dort gebräunt). [*]
Result 1500 €
Die ersten drei Bände der deutschen Ausgabe, mit allen dazugehörigen Originalen von Marc Chagall. – Innen tadellose Exemplare. – Dabei: Chagall, Marc. Die biblische Botschaft. Mit 1 Original-Farblithographie von Chagall. Paris, Mourlot / Genf, Weber, 1972. 199 S. 32,5 x 25 cm. Original-Leinwandband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel mit farbig illustriertem Original-Schutzumschlag und Klarsichtumschlag (dieser eingerissen, der Schutzumschlag mit Randläsuren). – Innen sehr gutes Exemplar.

Lot 57 Chagall, Marc
Derrière le Miroir. Nr. 198 und 225. Mit zusammen 4 (2 doppelblattgroßen) Original-Farblithographien von Marc Chagall und zahlreichen, teils farbigen und ganzseitigen Abbildungen. Paris, Maeght, 1972. 27 S.; 23 S. 38 x 28 cm. Lose in illustriertem Original-Umschlag (minimal fleckig).
Result 160 €
Mourlot 649-651. – Cramer 91. – Enhält den Text “Chagall l`admirable, par Aragon”. – U.a. mit den Original-Lithographien “Pantomime” (M. 649) auf dem vorderen Umschlag, “Jour de printemps” (M. 650) und der doppelblattgroßen Arbeit “Après l’hiver” (M. 651). – Sehr guter Zustand.

Lot 58 Chagall, Marc
Derrière le miroir. Nr. 225, 235 und 246. Mit 4 Original-Farblithographien (davon 3 doppelblattgroß, 1 Umschlag) von Marc Chagall und zahlreichen, teils farbigen und ganzseitigen Abbildungen. Paris, Maeght, 1977-81. 38 x 28 cm. Illustrierte Original-Umschläge. [*]
Result 300 €
Tadellose Exemplare.

Lot 59 Chagall, Marc – Goll, Ivan und Claire
Poèmes d’amour. Mit 4 ganzseitigen Illustrationen von Marc Chagall. Paris, Jean Budry Collection Surréaliste, 1925. 60 S., 2 Bl. 19,5 x 14,5 cm. Original-Kartonage mit montiertem Rücken- und Deckelschild (Rückenschild geblichen und mit Randläsuren, leicht berieben, Ecken etwas bestoßen).
Result 200 €
Erste Ausgabe. – Raabe/Hannich-Bode 85,7. – Unnummeriertes Exemplar (GA 625) “dédié à nos chers amis Sima (?) cordialement”, signiert mit der ligierten Unterschrift von Ivan und Claire Goll. – Mit 16 Gedichten von Ivan und 15 von Claire Goll. – Die erste Illustration von Chagall, die das Paar im Profil zeigt, diente als Vorlage für das Porträt der beiden auf ihrem Grabstein auf dem Père-Lachaise. – Unaufgeschnitten, Buchblock vom Einband gelöst, papierbedingt minimal gebräunt.

Lot 60 Chagall, Marc – Goll, Ivan und Claire
Zehntausend Morgenröten. Gedichte einer Liebe. Mit 4 ganzseitigen Illustrationen von Marc Chagall. Wiesbaden, Limes, (1954). 71 S. 19 x 11,5 cm. Original-Pappband mit Rückentitel und Deckelillustration nach einer Zeichnung von Chagall (minimal angestaubt).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe der deutschen Übertragung. – Raabe/Hannich-Bode 86,43. – Vorsatz mit eigenhändiger Widmung “Für Günter Rossipaul mit Dank für ‘Germaine Berton’ und herzlichen Wünschen Claire Goll”, gefolgt von einer längeren handschriftlichen Zusammenfassung der Editionsgeschichte der Liebesgedichte und der Bitte “Auch hätte ich gern noch mehr Exemplare: Das tätowierte Herz, eingeschrieben. Dank im voraus”, datiert und monogrammiert “20. XII. 75 C.G.” – Der “Buchkulturer” Günther Rossipaul ist vor allem als Sammler, aber auch für seine “ABCD Bund und Kunst”-Handlung in Reutlingen und als Herausgeber der “Reutlinger Kassette 88” bekannt. – Mit 29 Gedichten von Ivan und 27 von Claire Goll. – Die als Deckel-Illustrationen und Frontispiz verwendete Zeichnung von Chagall diente auch als Vorlage für das Porträt des Paares auf ihrem Grabstein auf dem Père-Lachaise. – Vorsätze leicht gebräunt.

Lot 61 Chagall, Marc – Lassaigne, Jacques
Chagall. Mit 15 (inklusive Umschlag, davon 5 doppelblattgroßen, 13 farbigen) Lithographien von Marc Chagall. Paris, Maeght, 1957. 177 S., 1 Bl. 23,5 x 20,5 cm. Original-Karton mit farbig illustriertem Original-Umschlag (Umschlag an den Kapitalen etwas berieben). [*]
Result 450 €
Mourlot 192-205, 207 – Sorlier 193-205 – Cramer 34. – Nachdruck der ausgezeichneten Monographie. – Die berühmte Chagall-Monographie über Leben und Werk des Künstlers enthält auch zahlreiche Texte von Chagall. – Im Rand teils leicht gebräunt.

Lot 62 Chagall, Marc
Sammlung von 2 Werken sowie 1 eigenhändigen Neujahrskarte von Vivi Chagall und 1 Buch über Miro. Mit insgesamt 4 farbigen Original-Lithographien von M. Chagall (2) und Miro (2). 1973-1977. Unterschiedliche Formate und Original-Einbände.
Result 200 €
Vorhanden: I. Hommage à Marc Chagall. Mit 1 Original-Farblithographie und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Wiesbaden, 1976. Original-Leinwand mit farbigem Original-Umschlag. – II. Chagall Monumental. Mit 1 Original-Farblithographie und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Paris, XXe Siècle, 1973. Original-Leinenband mit farbigem Original-Umschlag. – III. Chagall, Vivi. Eigenhändige Neujahrsgrüße auf Postkarte. Datiert 1977. In Original-Briefkuvert mit Aufkleber von Marc Chagall auf der Rückseite. – IV. Pierre, José und José Corredor-Matheos. Céramique de Miró et Artigas. Mit 2 Original-Farblithographien von Miro. Paris, Maeght, 1974. Original-Leinwand mit Original-Umschlag. – Umschläge teils leicht angerändert und fleckig, sonst gute Exemplare.

Lot 63 Chinesische Farbholzschnitte – Tschi Pai-Schi (Qi Baishi)
Qi Baishi hua jizuo zhe Qi Baishi (Bildersammlung von Qi Baishi). Leporello mit 22 Original-Farbholzschnitten sowie 1 Seite typographischem Text mit Holzschnitt-Porträt des Künstlers. Peking, Rongbaozhai xin ji, 1952. 31 x 21,5 cm. Mit ornamentaler Seide bezogene Pappdeckel mit Deckelschild (Schild etwas gebräunt, Kanten leicht berieben).
After-Sale Price 400 €
Im Mosaikdruck-Verfahren hergestellte Farbholzschnitte aus der berühmten Pekinger Rongbaozhai-Druckerei nach Gemälden von Qi Baishi. – Die Holzschnitte zeigen Blumen und Tiere. – Obere Ecke durchgehend mit Stauchspur, leicht stockfleckig. sonst gut erhalten.

Lot 64 Clergue, Lucien
Poesie der Photographie. Mit einem Vorwort von Jean Cocteau und einer Einführung von Jean Marie Magnan. Mit illustriertem Titel nach Picasso und zahlreichen photographischen Abbildungen. Köln, DuMont Schauberg, 1960. 12 Bl. (Text), 62 S. (photographische Abbildungen). 32,5 x 24,5 cm. Illustrierter Original-Pappband nach Pablo Picasso (etwas fleckig, Rücken und Kanten etwas berieben). [*]
Result 160 €
Mit einer ganzseitigen Original-Zeichnung und Widmung von Lucien Clergue auf dem Vortitel, entstanden in Arles 1962. – Innen gut erhalten.

Lot 65 Cornélius, Jean-Georges – Wilde, Oscar
La ballade de la geôle de Reading. Mit 9 farbigen Kupferstichtafeln und 6 farbigen Textkupfern von Jean-Georges Cornélius. Paris, Javal et Bourdeaux, 1927. 3 Bl., 25, XLV S., 1 Bl. 30,3 x 24 cm. Lose Lagen in Original-Kartonage mit Deckeltitel mit Original-Pergaminumschlag, in Original-Pappdecke und illustriertem Original-Schuber (dieser etwas gebräunt und beschabt, Kanten berieben und mit kleineren Bezugsfehlstellen, Decke am Rücken leicht gebräunt).
Result 200 €
Eins von 225 Exemplaren auf “Impérial du Japon”, “No H.C.”. – Druckvermerk mit signierter Widmung, wohl von der Hand des Übersetzers und Herausgebers Henry D. Davray. – Typographie und Buchschmuck in Grün und Schwarz von A. Lahure. – Die farbigen Kupferstiche nach den “compositions de G. Cornelius ont été gravées par Thévenin sur 3 cuivre sans planche de noir”. – Die Hemdchen etwas gebräunt und teils knittrig.

Lot 66 Corominas, Quim
I love colors. Aquarelliertes Kinderbuch. (Ohne Ort und Verlag), 1982. 4 Bl. 15,5 x 17,5 cm. Illustrierte Original-Kartonage.
Result 240 €
Eins von 10 nummerierten Exemplaren. – 5 Blatt vom Künstler signiert und datiert, der hintere Deckel nummeriert und bezeichnet “Berlin”. – Beigegeben: Derselbe. Forats i Talls (Löcher und Schnitte). Leporello mit 5 farbigen Papierarbeiten und 1 handgemalten Titel. (Ohne Ort und Verlag), 2004. 14,5 x 19,5 cm. Original-Halbleinwand. – Leporello: 14 x 114 cm. – Zwei schöne, farbenkräftige Künstlerbücher des katalanischen Künstlers.

Lot 67 DADA
Anthologie Dada. Paraît sous la direction de Tristan Tzara. Mit 7 (inklusive Vorderumschlag) Original-Textholzschnitten von Hans Arp, 1 Original-Holzschnitt von Marcel Janco (hinterer Umschlag), 2 von Raoul Hausmann und 1 von H. Richter, 2 Lithographien von Eggeling, illustriertes Titelblatt und 2 Illustrationen von Picabia sowie 7 einmontierte Bilder von Giacometti, Richter, Kandinsky, Klee, van Rees und Arp. Zürich, Mouvement Dada (Julius Heuberger), (15. Mai 1919). 16 Bl. 28 x 19 cm. Illustrierter Original-Umschlag (gebräunt und mit kleinen Randläsuren bzw. etwas angerändert, leichte Knickspuren). [*]
After-Sale Price 2400 €
DADA 4-5. – Doppelnummer der insgesamt sieben Nummern umfassenden, von Tzara gegründeten wichtigsten Zeitschrift des Züricher Dadaismus mit dem Sondertitel “Anthologie Dada”. – Verkauf 21f. – Motherwell-Karpel 66 und S. 130ff. – Arntz 40-47 – Raabe 34 – Dada in Zürich 90. – Exemplar der französischen Ausgabe mit den zusätzlichen Holzschnitten von Hans Arp, die an Stelle seiner deutschen Texte in dieser Ausgabe erschienen. – Auch andere deutsche Texte wurden von Tzara für diese Ausgabe durch französische Texte ersetzt. – Enthalten sind Beiträge von Tzara, Picabia, Cocteau, Reverdy, Breton, Aragon, Radiguet u.a. – Auf blauem, rotem und weißem Papier gedruckt. – Klammerung gerostet, papierbedingt gebräunt bzw. etwas ausgeblichen, vereinzelt mit kleinem Randeinriss.

Lot 68 DADA – Hausmann, Raoul
Hurrah! Hurrah! Hurrah! 12 Satiren. Mit 3 (inklusive Einband) Illustrationen nach Zeichnungen des Verfassers. Berlin, Malik, 1921. 45 S., 1 Bl. (inklusive Umschlag). 24 x 15,5 cm. Original-Kartonage (Rücken etwas gebräunt, gering angestaubt und fleckig).
Result 1300 €
Erste Ausgabe. – Dada global 62 – Verkauf S. 179 – Hermann 182 – Gittig/Herzfelde 33. – Die erste größere selbstständige Veröffentlichung Hausmanns enthält acht Erstdrucke, vier Texte waren bereits in der Malik-Zeitschrift “Der Gegner” erschienen. – Block lose, papierbedingt leicht gebräunt, sonst sehr gut erhalten. – Sehr selten.

Lot 69 Dada – Ostaijen (Ostayen), Paul van
Bezette Stad. Originaalhoutsneden en tekeningen van Oskar Jespers. Mit 5 (inklusive Titelvignette) Original-Holzschnitten von Oskar Jespers und zahlreichen typographischen Elementen. Antwerpen, Uitgave van het Sienjaal, 1921. Unpaginiert. 28 x 22 cm. Farbig illustrierter Original-Umschlag (Rücken mit teils restaurierten Fehlstellen, rechter Deckelrand mit kleinen hinterlegeten Läsuren, angestaubt, etwas berieben und fleckig) in moderner Leinenkassette mit montiertem Rückentitel. [*]
Result 800 €
Erste Ausgabe. – Eins von 500 (GA 540) Exemplaren auf Vélin. – Berühmtes Werk des belgischen Dichters Paul van Ostaijen (1896-1928) über die Situation von Antwerpen während der Besatzung durch die Deutschen im Ersten Weltkrieg. Van Ostaijens expressionistisches Werk ist stark beeinflusst vom Dadaismus. Typographisch hervorragend gestaltet von dem belgischen Konstruktivisten Oskar Jespers (1887-1970). – Exlibris auf Vortitel, teils unaufgeschnitten, papierbedingt etwas gebräunt.

Lot 70 DADA – Sauermann, Alfred
DaDa-Encyklopädie Kakophonie des OSIRIS von hinten. 2. Band. Berlin, Verlag Groteske Kunst, 1920. 6 S. 30,2 x 21 cm. Original-Umschlag mit Klammerheftung (Mittelfalz etwas eingerissen und mit kleineren Fehlstellen, darüber etwa 10 cm langer geklebter Einriss, minimal gebräunt und fleckig). [*]
Result 3000 €
Dada, Centre G. Pompidou, 2005, S. 172 und 302 – vgl. Gallwitz, Dada in Europa, 3/252. – Nicht bei Verkauf. – Äußerst seltenes, “von hinten” zu lesendes Anti-Dada-Pamphlet in schönster Dada-Typographie. – Mit der “Tuschzeichnung: Die Entstehung der arten Durch Natürliche zuchtwahl”, untertitelt “OSIRIS LINKSHÄNDER MACHT jagd auf große anfangsbuchstaben schneidet hosenknöpfe ab und proklamiert die geDanken- Und charakterlosigkeit …”. – Die ersten beiden Blatt am Mittelfalz etwa 10 cm eingerisssen, kleine Fehlstelle unterhalb der Klammerung.

Lot 71
daily bul. Hefte 1-14 (alles Erschienene) und eine Variante von Heft 9. Herausgegeben von André Balthazar und Pol Bury. Mit zahlreichen Illustrationen. La Louvière, Editions de Montbliart, 1957-1983. Verschiedene Formate. Illustrierte Original-Kartons bzw. Original-Umschläge (Karton-Umschlag von Heft 8 unsachgemäß gefaltet, vereinzelt leicht knickspurig bzw. angerändert). [*]
After-Sale Price 4000 €
Wye/Weitman S. 139 – Dobke S. 161 (zur Nr. 8, Diter Rot) – Archiv Sohm 48f. “1957 entstand in Belgien die betont anspruchlose Zeitschrift ‘daily bul’ von André Balthazar und Pol Bury, an die ein gleichnamiger Verlag angeschlossen wurde, der bis heute fortbesteht. ‘Bul’ war als Reizwort in Abwandlung auf ‘Bulletin’ eingeführt worden, um eine verbalakrobatische Alternative zu Kunstkritik und Geschichtswissenschaft zu schaffen. Die im Lauf der Jahre erschriebene ‘Bul’-Philosophie aus Paradoxien, Sarkasmen und Sprichwörtern präsentierte sich in Stichen von alten Werkzeugen oder Karikaturen…” – Von der seltenen Zeitschrift erschienen bis 1983 lediglich 14 Nummern. – Von Heft 9 liegen 2 Hefte mit unterschiedlichen montierten Vorderdeckel-Illustrationen vor. – Mit dem sehr seltenen Heft 8 “Dagblegt Bull” von Dieter Roth. – Das Dieter Roth-Heft zu Beginn mit kleiner Druckspur, insgesamt sehr gut erhalten. – Komplett sehr selten. – Provenienz: Privatsammlung Schweiz.

Lot 72
Derrière le miroir. No. 250. Hommage à Aime et Marguerite Maeght. Mit 24 (inklusive Umschlag) Original-Lithographien bzw. Original-Serigraphien und teilweise ganzseitigen Abbildungen. Paris. Maeght, 1982. 111 S., 1 Bl. 38 x 28 cm. Illustrierter lithographischer Original-Umschlag (minimal fleckig).
Result 220 €
Schlussheft der Reihe. – Mit Original-Graphiken von Steinberg, Chagall, Chillida, Miro, Palazuelo, Bram van Velde, Rebeyrolle, Tapies, Tal-Coat, Alechinsky, Ubac, Pol Bury, Klapheck, Titus-Carmel, Kelly, Monory, Bazaine, Adami, Arakawa, Riopelle, Takis, Garache, Gardy-Artigas, Fiedler. – Tadellos.

Lot 73 Dinet, Étienne & Sliman Ben Ibrahim.
Khadra. Danseuse Ouled Naïl. Mit 16 (10 ganzseitigen) pochoirkolorierten, teils goldgehöhten Illustrationen von E. Dinet und Buchschmuck von Mohammed Racin. Paris, Edition d’Art H. Piazza, 1926. 4 Bl., XI, 178 S., 1 Bl. 23 x 17 cm. Roter Ganzmaroquinband der Zeit (signiert “Ésther Fournés”) über 4 Zierbünden mit Rückentitel, Rücken- und Deckelvergoldung sowie zwei umlaufenden Bändern mit 36 türkisfarbenen Blattwerk-Intarsien, goldgeprägten Deckelfileten auf beiden Deckeln, Innenkantenvergoldung, Seidenvorsätzen, Originalumschlag mit eingebunden in Halbmaroquin-Schuber (dieser an den Kanten etwas berieben, Lederband an den Gelenken leicht berieben). [*]
Result 500 €
Eins von 800 nummerierten Exemplaren auf “Vélin B.F.K.”. – Brahimi/Benchikon S.74 ff und S.301 – Monod 3805 – Carteret IV, S.140. – Etienne Dinet war weder Ethnologe noch Wissenschaftler einer anderen Disziplin und folglich auch kein Theoretiker. Gerade deswegen aber sind seine schriftstellerischen Arbeiten (genauso wie übrigens seine Malerei) einzigartig. Mehrere Jahre lang lebte Dinet in Bou-Saâda mit den Ouled Naïl. Zusammen mit seinem Freund Slimân Ben Ibrahîm beschreibt er in Khadra mit einer einzigartigen Einfühlsamkeit und einer ungeheuren Intensität, mit großer Liebe, Achtung und Respekt vor den Menschen und der Landschaft in der sie lebten, die (tatsächliche) Liebesgeschichte der Protagonistin. Und so erfahren wir eine Menge Einzelheiten zur Sittengeschichte eines Stammes in einer längst untergegangenen Zeit. – Sehr schönes, sauberes und meisterhaft gebundenes Exemplar.

Lot 74
Documents. Archéologie, Beaux-Arts, Ethnographie variété. Magazine illustré. 2. Jahrgang, Nr. 2. Mit zahlreichen, häufig ganzseitigen Abbildungen. Paris, 1930. 27 x 21,5 cm. Bedruckte Original-Broschur (Rücken etwas eingerissen, leicht fleckig und lichtrandig, mit kleiner Widmung und Unterstreichung). [*]
After-Sale Price 160 €
Zeitschrift für Archäologie, Ethnographie, Alte und Moderne Kunst, die sich der These vom Einfluss der sogenannten “Primitiven Kunst” auf die Moderne verschrieben hat. Mit reich illustrierten Texten von Michel Leiris (über Picasso), Carl Einstein, Georges Bataille, René Grousset, Marie Elbé u.a. – Bindung etwas gelockert, teils leicht eselsohrig und minimal fleckig.

Lot 75 Dongen, Kees van – France, Anatole
La révolte des anges. Mit 59 (1 ganzseitigen) Original-Farblithographien von Kees van Dongen. Paris, Scripta et Picta, 1951. 220 S., 5 Bl. (das letzte weiß). 37 x 29 cm. Lose Doppelblatt in goldgeprägtem Original-Umschlag mit grüner Original-Kunstlederdecke und Original-Kunstlederschuber mit goldgeprägtem Rückentitel (dieser an den Kanten leicht berieben, Bezug teils gelöst).
After-Sale Price 1200 €
Eins von 210 (GA 225 zuzüglich einiger Exemplare für die Mitarbeiter) arabisch nummerierten Exemplaren auf Vélin Lana. – Monod 4944 – Strachan S. 343 und 159. – “La Révolte des Anges which was published in 1951, came like a voice from the past, in as much as both its author Anatole France and the artist Kees van Dongen (born 1877) had been neglected, the former having died in 1924, the later having made his great reputation among the early Fauves.” – Druck der Farblithographien von Célestin bei Mourlot. – Unbeschnitten, schönes Exemplar mit farbfrischen Drucken.

Lot 76 Dongen, Kees van – Proust, Marcel
À la recherche du temps perdu. Édition illustrée. 3 Bände. Mit 77 Farbtafeln nach Aquarellen von Van Dongen. Paris, Gallimard, 1947. 655; 764; 724 S., 1 Bl. 23 x 18 cm. Original-Leinenbände mit ornamentaler Prägung in Gold, Grün und Pink mit goldgeprägtem Rückentitel nach einem Entwurf von Paul Bonet (minimal berieben und bestoßen, die Leinwandbeschichtung partiell leicht angelöst). [*]
After-Sale Price 240 €
Eins von 8500 (GA 9250) nummerierten Exemplaren. – Huret 443. – Minimal gebräunt, schönes Exemplar.

Lot 77 Eglau, Otto – Flemming, Hanns Theodor
Otto Eglau. Das graphische Werk. 2 Ausgaben des Werkes. Jeweils mit Widmung von Eglau sowie eine Widmung mit Zeichnung. Flensburg, Wolff, 1966. 131 S. 26 x 20 cm. Original-Leinwand mit Original-Umschlag (dieser etwas angerändert). [*]
After-Sale Price 300 €
Mit Widmung für Familie Jendralski sowie für Frl. Semm mit kleiner Zeichnung. – 1 Titelblatt lose, sonst gute Exemplare. – Dabei: Derselbe. Sammlung von 2 kleinen signierten Original-Zeichnungen und 12 signierten Original-Radierungen, meist als Weihnachts- bzw. Neujahrswunschkarten. 1967-1991. Blattgrößen von 10,5 x 21 bis 18 x 21 cm. – Gut erhalten.

Lot 78 Ehlotzky, Fritz
Schemen. Ein Zyklus. Mit 12 lithographischen Tafeln. Fürth, Hans Krause, um 1925. 2 Bl. 38 x 29 cm. Lose in Original-Papiermappe (diese fleckig und lädiert).
Result 950 €
Äußerst seltene Graphikmappe des österreichischen Graphikers, Holzschneiders und Autors Fritz Ehlotzky (1886 – nach 1942), der u.a. als Gestalter einiger Brettspiele wie “Fang den Hut” und “Grosse Walze” bekannt geworden ist. – Die Lithographien sind alle im Stein monogrammiert und tragen Titel wie: Wohnstätten; Arbeit; Der Maschinist; Geselligkeit; Intellektueller, Liebe, Tanz, Der Herr der Welt etc. Gemeinsames Merkmal aller Motive ist die Gesichtslosigkeit der Menschen. – Titel und Inhaltsverzeichnis etwas gebräunt, sonst innen sehr gut erhalten.

Lot 79 Einbände
Dunkelblauer genarbter Ganzlederband mit geprägten Rosenranken in Gold und Orange auf Deckeln und Rücken, vergoldeter Perlschnur auf Deckeln und Kanten sowie Kopfgoldschnitt. 21,5 x 14 cm. Im marmorierten Pappschuber (Rücken des Bandes etwas verblichen, Schuber bestoßen und beschabt). [*]
After-Sale Price 240 €
Unsigniert. Enthält: Stefan Zweig. Erstes Erlebnis. Leipzig, Insel, 1917. Zweite Auflage. Druck auf gutem Papier. – Innen sauber, insgesamt gut.

Lot 80 Einbände – Enders, E. A
Hellbrauner, feingenarbter Ganzlederband (signiert: “111/ DE”) mit goldgeprägtem schwarzen Rückenschild, schwarzgeprägten Rücken- und geometrischen Deckelfileten (ca. 1923). 23,5 x 16 cm. (Kapitale minimal berieben).
After-Sale Price 200 €
Schöner Handeinband aus der Sonderabteilung für Handeinbände bei E.A. Enders, Leipzig. – Enthält: Die deutsche Schriftgiesserei. Eine gewerbliche Bibliographie. Berlin, Berthold, 1923. 287 S. – Eins von 500 nummerierten Exemplaren. – Rodenberg 202.

Lot 81 Einbände – Günther, Albert
Roter Maroquinband nach einem Entwurf von Franz Katzer mit goldgeprägter floraler Deckelvignette, vergoldeten Fileten auf beiden Deckeln und goldgeprägtem Rückentitel sowie Kopfgoldschnitt und Innenkantenfileten. Im Pappschuber des Buchbinders, dieser zweifach gestempelt “Kunstwerkstätte für Buchbinderei Albert Günther Wien” und mit Bleistift bezeichnet “Entwurf Katzer”. 20,4 x 15 cm (Einbandrücken minimal geblichen, Schuber etwas lichtrandig). [*]
Result 200 €
Vgl. Fünfundzwanzig Jahre Georg Müller Verlag, 1928, S. 78. – Enthält: Miguel de Cervantes Saavedra. Die geflickte Tugend oder: Die vorgebliche Tante des hochedlen Don Miguel de Cervantes Saavedra von Alcala de Henares. Mit 4 ganzseitigen Holzstich-Illustrationen von Wilhelm Plünecke. München, Georg Müller Verlag, 1921. 50 S., 2 Bl. – Eins von 500 nummerierten Exemplaren. – Der Wiener Illustrator und Maler Franz Katzer (1901-1975) hatte bei Franz Cizek an der Wiener Kunstgewerbeschule studiert. – Tadelloses Exemplar.

Lot 82 Einhorn-Presse – Lechter, Melchior
Ein achtblättriger Lotus. Gebete der Nacht. Mit einem nirvänischen Vor- und Nachgesang. Als Handschrift. Einmaliger Sonderdruck. Mit reichem Buchschmuck von Melchior Lechter. Berlin, Einhorn-Presse, 1935. 15 nn. Bl. 34,5 x 22 cm. Original-Halbpergament mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel im Original-Schuber (dieser etwas lichtrandig, Rückenbeschriftung etwas abgeblättert).
After-Sale Price 200 €
Erste Ausgabe des siebenten und letzten Drucks der Presse. – Raub A 129. – Eins von nur 150 Exemplaren, von Lechter im Kolophon eigenhändig nummeriert und monogrammiert. – Tadellos.

Lot 83 Ellmann, Tobias
Fluchtlicht. Bild Text. Mit 9 meist farbig serigraphierten, teils gefalteten Blatt mit Bild und Text. Leipzig, Eigen+Art, 1988. 18,8 x 30,2 cm. Teils Blockbuchbindung in schwarzer strukturierter Original-Kartonage mit blindgeprägtem Deckeltitel.
Result 300 €
3. Buchexperiment. – In einer Auflage von 50 Exemplaren erschienen, vom Künstler im Druckvermerk als “e.a 1-20” bezeichnet und recto in Rot “Tobias E.” signiert. – Druck teils auf Bütten, teils auf Pergamin und schwarzem Tonpapier. – Tadelloses Exemplar.

Lot 84 Entartete Kunst
Entartete “Kunst”. Ausstellungsführer (Deckeltitel). Führer durch die Ausstellung Entartete Kunst. Mit zahlreichen Abbildungen. Berlin, Verlag für Kultur- und Wirtschaftswerbung, 1937/1938. 30 S., 1 Bl. 21 x 15 cm. Illustrierter Original-Karton (im unteren Drittel deutlich geknickt, rechte untere Ecke mit Fehlstelle, berieben und gebräunt, Rücken teils eingerissen). [*]
Result 200 €
Erste Ausgabe der berüchtigten Schrift. – Vgl. Hüneke, S. 356 (in: Baron, Entartete Kunst, 1992) – Bolliger 9, 701 – Reed/Rifkind 4. – Die erste Ausgabe ist erkennbar an der schlechten Papierqualität und an der Bezeichnung von Richard Haizmann als Jude (Seite 29), was nach Haizmanns direkter Intervention bei Göring Ende 1938 für die zweite Ausgabe geändert wurde. – Dabei: Postkarte mit zwei Sonderstempeln der Berliner Ausstellung “Entartete Kunst”, abgestempelt 24.4.1938. Adressiert, sonst aber unbeschriftet und ohne Absender, zart mit Bleistift als “Mangelabdruck” bezeichnet – Papierbedingt gebräunt, knickspurig, die Karte nur gering gebräunt und insgesamt ordentlich.

Lot 85 Entartete Kunst
Entartete “Kunst”. Ausstellungsführer (Deckeltitel). Führer durch die Ausstellung Entartete Kunst. Mit zahlreichen Abbildungen. Berlin, Verlag für Kultur- und Wirtschaftswerbung, (um 1939). 30 S., 1 Bl. 21 x 14,5 cm. Illustrierter Original-Karton (berieben und gebräunt, Rücken teils eingerissen und geklebt).
Result 240 €
Zweite Ausgabe. – Vgl. Hüneke, S. 356 (in: Baron, Entartete Kunst, 1992) – Bolliger 9, 701 – Reed/Rifkind 4. – Es gibt vom Katalog mindestens drei in Text und Bild leicht voneinander abweichende Fassungen, von denen hier die zweite vorliegt. Die erste ist auf recht schlechtem Papier gedruckt und nennt auf Seite 29 Richard Haizmann einen Juden, was nach Haizmanns direkter Intervention bei Göring Ende 1938 für die vorliegende Ausgabe geändert wurde. – Beigegeben: I. W. Willrich. Die Säuberung des Kunsttempels. Zweite Auflage. 1938. Verweist im Vorwort auf die o.a. Ausstellung. – II. A. Dresler. Deutsche Kunst und entartete Kunst. (1938). Bringt Abbildungen von Kunstwerken nach dem Motto “richtig – falsch”. – III. K.K. Eberlein. Was ist Deutsch an der deutschen Kunst ? 1934. – Teils etwas gebräunt und fleckig, insgesamt ordentlich.

Lot 86 Enzensberger, Marianne, Peter Peix u.a.
Nach-Geschmack Zeitung. Nummer eins im Juni. Mit zahlreichen Abbildungen. Berlin, (1982). 8 Bl. 47 x 32 cm. Zeitungsfaltung (papierbedingt etwas gebräunt, kleine Randläsuren).
After-Sale Price 160 €
Vermutlich das einzig erschienene Heft. – Mit weiteren Beiträgen von Frank Kunkel, Thomas A. Lipiens, Wolfgang Peetz, Karin Wolk u.a. Typisches Produkt der Westberliner 1980er alternativen Szene, hier mal in der Moabiter Variante mit einem Beigeschmack von SO36: Bilder, Texte und Inserate um Punk, selbstgemachten Schmuck, Second Hand Läden, spätes Aufstehen etc. Retrospektiv vermisst man die Thematisierung der täglichen Kachelofen-Befeuerung. – Insgesamt gut.

Lot 87 Exil
Deutschland-Information des Zentralkomitees der K.P.D. Vier Hefte der Jahrgänge 1937-38, dazu zwei Doubletten. Zusammen 6 Hefte. Antwerpen, 1937-38. Einseitig bedruckte Blatt auf grünlichem Papier. Ca. 20,5 x 13,5 cm. Geklammerte Original-Broschuren (etwas lichtspurig und knickspurig).
After-Sale Price 240 €
Stroech 127 – Erschien wohl von 1936 bis 1939. – Innenansichten aus der Diktatur, zu Themen wie: Jugend im Dritten Reich, Die deutsche Sportbewegung, Kunstverfall im Dritten Reich, Frauen im Dritten Reich u.a. – Beigegeben: vier Einzelnummern der Sozialistischen Aktion, 1933-1937. – Etwas knick- und knitterspurig, innen sauber, insgesamt recht gut.

Lot 88 Exil – Haringer, Jakob
Souvenir. Amsterdam/Paris, Christof Brundel, 1938. 1 weißes Bl., 66 S., 1 weißes Bl. 22,5 x 15 cm. Bedruckte Original-Broschur mit Fadenheftung (insbesondere am Rücken geblichen, schwach knickspurig, hinterer Deckel mit kleinen Randläsuren).
Result 550 €
Erste Ausgabe. – Raabe/Hannich-Bode 104/16 – Sternfeld/Tiedemann 196. – Die Verlagsangabe ist fiktiv, tatsächlich handelt es sich um einen Privatdruck Haringers, der nur in sehr kleiner Auflage erschien. – Enthält 10 Gedichte “Für H. F. Neide dem edlen einzigen”. – Auf S. 14 und 16 mit handschriftlichen Korrekturen des Autors. – Unbeschnitten, papierbedingt minimal gebräunt. – Sehr selten, nicht im KVK nachweisbar.

Lot 89 Exil
Kommunistische Internationale. Fünf Hefte der Jahre 1936-39. Straßburg und Paris, Ed. Promethée, 1936-1939. Original-Broschuren (gebräunt, teils gestempelt, Randläsuren).
After-Sale Price 200 €
Vorhanden sind die Hefte 3/1936, 5/1938 sowie 5, 6 und 8/1939. – Dabei: Fünf Hefte der “Kommunistische Fraueninternationale” 1921/22 sowie Heft 2 und 3/1939 von “Krieg und Frieden”. – Zusammen 12 Hefte. – Innen etwas gebräunt und fleckig, insgesamt ordentlich.

Lot 90 Exil – Krämer, Theodor
Blut-März 1933. Luxemburg, Selbstverlag des Verfassers, (1933). 48 S. 22,5 x 14,7 cm. Farbig illustrierte Original-Kartonage (etwas angestaubt, teils leicht geblichen und bestoßen, Klammerheftung angerostet).
Result 280 €
Das äußerst seltene Heft berichtet u.a. vom sogenannten “Dolgesheimer Mord” an dem jüdischen Reichsbanner-Mitglied Julius Frank. Ein anderer Exilant namens Paul Kreglinger übernahm Krämers Text und verbreitete ihn im gleichen Wortlaut in seinem Buch “Judenverfolgung in Deutschland. Dokumente, die die Kulturwelt erschüttern” (Utrecht, 1933). Dieser brutale Mord war der Grund dafür, dass der Gestapo-Chef Werner Best rückwirkend zum Tattag, dem 7. März 1933, alle SA-Männer zu Hilfspolizisten ernannte, um ihre gewalttätigen Aktionen zu legalisieren. – Titel verso gestempelt, leicht gebräunt.

Lot 91 Exil
Das neue Tage-Buch. Herausgeber Leopold Schwarzschild. 23 Hefte der Jahrgänge 3 bis 7. Paris und Amsterdam, 1935-39. 27 x 21 cm. Original-Broschuren (papierbedingt gebräunt, Deckel teils lose, gelegentlich Randläsuren).
After-Sale Price 160 €
Mit Beiträgen des Herausgebers sowie von Walter Mehring, Ludwig Marcuse, Rudolf Olden, Max Hermann-Neisse, Hermann Kesten, Paul Zech, Berthold Viertel, Alfred Döblin, Oscar Levy (als Defensor Fidei) u.a. – Innen sauber, insgesamt ordentlich.

Lot 92 Exil
Sammlung von 23 Nummern von Exilzeitschriften. Um 1933-40. Unterschiedliche Formate und Papiersorten (gefaltet, Gebrauchsspuren).
Result 320 €
Vorhanden sind u.a.: Neuer Vorwärts (Paris, 28.8.1938); Die Tat (Prag, September 1937); Die Wahrheit (Prag, 18.8.1934); Die Zukunft (Paris, 6.10.1939); AIZ (Prag, 2.5.1935); Freies Deutschland (Brüssel, 25.8.1938). – Meist gebräunt, Läsuren, nicht eingehend kollationiert, ohne Rückgaberecht.

Lot 93 Exil
Sammlung von ca. 45 linken antifaschistischen Kleinschriften, Zeitschriften bzw. Flugblättern. Gesteckt in modernen Ordner. Paris, Prag, Mexiko u.a., um 1933-44. Unterschiedliche Formate (Gebrauchsspuren).
Result 300 €
Vorhanden sind: Die linke Front (Februar 1933); Das neue Tage-Buch (drei Nummern von 1936-37); Solidarität. Organ der IAH. September 1934; Gegen den Strom. Organ der KPD-O. Nummer 4, 1934; Flugblatt der Bewegung Freies Deutschland; Int. Pressekonferenz, Januar 1933; Arbeiter-Zeitung. Organ der österreichischen Sozialisten. 23 Nummern des ersten Jahrgangs 1934. – Inside nazi Germany. Nummer 1 vom Oktober 1939. – Weitere. – Papierbedingt etwas gebräunt, meist nur kleine Altersspuren.

Lot 94 Exil – Schnog, Karl
Kinnhaken. Kampfgedichte 1933/34. Luxemburg, Malpaartes-Verlag Evy Friedrich, 1934. 38 S., 1 Bl. 22,2 x 14,3 cm. Farbig illustrierte Original-Kartonage nach einem Entwurf von Raymon Mehlen (etwas lichtrandig, berieben und knickspurig, Klammerheftung angerostet).
Result 400 €
Erste Ausgabe. – Sternfeld-Tiedemann 449 – Kosch XV, 694. – Karl Schnog gehörte neben Erich Weinert und Erich Mühsam zu den großen, linken Kabarett-Dichtern der Weimarer Republik und arbeitete u.a. für Piscators “Rote Revue”, die Zeitschrift “Lachen links” (= Der wahre Jakob) und das Kabarett “Die Wespen”. 1933 floh Schnog ins Ausland, zuerst in die Schweiz und im Oktober 1933 über Frankreich nach Luxemburg. Dort war er in den folgenden Jahren Mitarbeiter verschiedener Luxemburger Zeitungen und Organen der deutschen Exilpresse wie der “Deutschen Freiheit” und des “Neuen Vorwärts”. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Luxemburg wurde er im Mai 1940 von der Gestapo verhaftet und blieb bis zum Kriegsende in KZ-Haft. – Die “Kinnhaken”-Gedichte sind eine mutige Kampfansage an die Nazis, deren mörderisches Treiben Schnog ohne Umschweife in Verse fasst. – Minimal eselsohrig.

Lot 95 Exil
Weg und Ziel. Blätter für Theorie und Praxis der Arbeiterbewegung. Neun Hefte der Folge. Prag u.a., 1937-45. 19 x 13 cm. Original-Broschuren (bestoßen, angestaubt, teils kleine Randläsuren).
Result 200 €
Redakteur war lange Jahre Richard Veitenhansel. Vorhanden sind hier 7 Hefte der Jahre 1937/1938 (Prager Ausgabe), dann 2 Hefte mit dem Nebentitel “Informationsblatt der deutschen Antifaschisten aus der CSR in Schweden” von Dezember 1944 (Nummer 10) bzw. März 1945 (Nummer 13). – Weiter dabei: E. Lustmann, “Weg und Ziel. Die Politik der österreichischen Kommunisten”. London 1943. – Bauchbinden teils fehlend bzw. mit Fehlstellen., etwas bestoßen und angestaubt, ordentlich.

Lot 96 Exlibris – Rheude, Lorenz Max
Sammlung von knapp 220 heraldischen Exlibris. Verschiedene Techniken und Papiere. Deutschland, um 1910-1925. Montiert auf ca. 130 Kartons. [*]
Result 200 €
Alle in der Platte monogrammiert, meist auch datiert, nur vereinzelt von Rheude eigenhändig signiert. Rheude (1863-1939) war einer der bedeutendsten Heraldiker seiner Zeit und schuf mehr als 350 überwiegend heraldische Exlibris, von denen hier ein aussagefähiger Querschnitt vorliegt. Häufig liegen in vorliegender Sammlung zu den Stücken Varianten in unterschiedlichen Formen, Papieren und Formaten vor. Man könnte vermuten, dass die vorliegende Sammlung von Rheude selber als Dokumentation seines Schaffens angelegt wurde. Alle Stücke tragen zudem fein mit Bleistift in einer Ecke verzeichnet eine Nummer wie bei einem Werkverzeichnis. – Nur ganz vereinztelt wurden Stücke entfernt, sonst gut erhalten.

Lot 97 Expressionismus
Der Anbruch. II. Jahrgang (1920), Hefte 1-12 in 8 Heften. Herausgegeben von I.B. Neumann. Mit 26 ganzseitigen Abbildungen (inklusive der Titelblätter). Berlin, Graphisches Kabinett I.B. Neumann, 1919/1920. 26 Bl. 42 x 29 cm. Lose im Original-Umschlag (etwas gebräunt und knickspurig, vorderer Deckel mit kurzem Randeinriss, Rücken mit längerem Riss).
Result 500 €
Raabe 37 – Lang 73 – vgl. Söhn 603. – Der zweite Jahrgang dieser seltenen, vom Kunsthändler I.B. Neumann herausgegebenen Zeitschrift. Mit 26 hervorragenden Reprodukionen nach Holzschnitten und Lithographien von Feininger, Heckel, Kokoschka, Meidner, Pechstein, Rohlfs, Nolde, Beckmann, Schmidt-Rottluff u.a. Auf stärkerem Papier gedruckt. – “Die expressionistischen graphischen Beiträge waren ganzseitig, die Seiten nicht numeriert, sodaß sie als graphische Blätter aus der Zeitschrift herausgenommen werden konnten. Das Titelblatt war wechselnd und brachte expressionistische Holzschnitte” (Herzog S. 62). – Teils unaufgeschnitten, etwas gebräunt und partiell fleckig, nur vereinzelt minimale Randläsuren.

Lot 98 Expressionismus – Behrens, Franz Richard
Blutblüte. Gedichte. Berlin, Der Sturm, 1917. 64 S. 24,2 x 16,4 cm. Original-Broschur mit rotem Deckeltitel (etwas gebräunt, fleckig und bestoßen, Kapitale kurz eingerissen und mit kleinen Fehlstellen).
After-Sale Price 160 €
Erste Ausgabe. – Raabe 22,1. – Einzige selbstständige Buchveröffentlichung von Franz Richard Behrens, laut Gerhard Rühm “nicht nur einer der bedeutendsten und ästhetisch radikalsten Dichter der ersten Jahrhunderthälfte, ist er zugleich – so unglaublich wie symptomatisch – einer der am meisten mißachteten und vergessenen”. – Behrens (1895-1977), der seit 1919 in Berlin als Drehbuchautor und Journalist unter dem Pseudonym “Erwin Gepard” und als Sportreporter unter dem Namen “Peter Mohr” tätig war, hatte eine eigene “Wortkunsttheorie” entwickelt und publizierte u.a im “Sturm” und der “Aktion”. – Unbeschnitten, erstes weißes Blatt mit altem Besitzeintrag – selten.

Lot 99 Expressionismus – Bosshart, Jakob
Neben der Heerstrasse. Erzählungen. Mit Deckelillustration und 23 (inklusive Titelvignette) Original-Textholzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner. Zürich und Leipzig, Grethlein, 1923. 434 S., 3 Bl. 20 x 13 cm. Illustrierte Original-Halbleinwand mit Rücken- und Deckeltitel (Block etwas verzogen). [*]
Result 260 €
Erste Ausgabe. – Dube 808-831 – Lang 174 – Jentsch 143. – Vorderes Innengelenk geklebt, dadurch die ersten Blätter etwas überstehend und leicht angerändert, Vorsatz mit gelöschtem Besitzeintrag.

Lot 100 Expressionismus
Der Fels. Einblattdrucke. 8. Folge. Mit 5 signierten Graphiken von Franz Bronstert, Fritz Fuhrken, Georg Philipp Wörlen, Reinhard Hilker und Carry Hauser. Leipzig, Krieg, (1924). 32 x 23 cm. Lose in illustrierter Original-Kartonmappe (leicht knickspurig). [*]
After-Sale Price 300 €
Sehr seltene Mappe der von Franz Bronstert, Fritz Fuhrken und Georg Philipp Wörlen (später kamen noch Reinhard Hilker und Carry Hauser dazu) gegründeten Künstlergruppe “Der Fels”, die von ca. 1920 bis 1927 existierte und in dieser Zeit acht Graphikfolen herausbrachte. – Mit dem Linolschnitt “Tennisspielerin” von Reinhard Hilker, der Lithographie “Kathei” von Carry Hauser, dem Holzschnitt “Häuserblock” von Franz Bronstert, der Lithographie “Weiblicher Akt” von G.P. Wörlen, der Lithographie “Laternenkinder” von Fritz Fuhrken. – Blätter leicht randknickspurig, sonst gut erhalten.