Auktion 28 - Autographen, Alte Bücher, Reisephotographie & Dekorative Graphik15. Mai 202513 Uhr Katalog herunterladen
Lot 241 Verkauft Heine, Heinrich Poems by Heinrich Heine. Translated by Julian Fane. Not Published. Vienna, Imperial Court and Government Printing Office, 1854. 2 Bl., 95 S. 23,5 x 15 cm. Neuere Broschur. Heines Gedichte übersetzt von dem englischen Diplomaten und Dichter Julian Henry Charles Fane (1827-1870). - Auf kräftigem Papier gedruckt. - Titelblatt gebräunt und fleckig, innen vereinzelt fleckig. Zuschlag: 500,00 €
Lot 242 Verkauft Hoffmann, E. T. A Fantasiestücke in Callot's Manier. Blätter aus dem Tagebuche eines reisenden Enthusiasten. Mit einer Vorrede von Jean Paul. 4 Bände. Mit 2 gestochenen Titelvignetten von C. Frisch nach Hoffmann. Bamberg, Neues Leseinstitut von C.F. Kunz (Bände 3 und 4: bey C. F. Kunz). 1814-1815. XVI, 240 S.; Titel, 360 S.; Titel, 273 S., Titel, 389 S. 17 x 10,5 cm. Halblederbände um 1900 mit je 2 Rückenschildern und etwas Rückenvergoldung (berieben). Erste Ausgabe von Hoffmanns erster Erzählsammlung, u.a. mit dem Erstdruck von "Der goldene Topf" und "Johannes Kreisler's, des Kapellmeisters musikalische Leiden". - Goedeke VIII, 486, 16. - Titel jeweils mit altem Besitzvermerk, verso große Stempel der Tetschner Bibliothek, teils stockfleckig und gebräunt, breitrandig. Zuschlag: 450,00 €
Lot 243 Verkauft Hoffmann, E. T. A Klein Zaches genannt Zinnober. Ein Mährchen herausgegeben von E.T.A. Hoffmann. Berlin, Ferdinand Dümmler, 1819. 231 S. 17 x 10 cm. Illustrierter Original-Pappband in Sepia-Aquatinta nach Zeichnungen Hoffmanns in modernem Schuber, auf den Innendeckeln zwei Original-Federzeichnungen von Steffen Faust, signiert und datiert 2007 (Ecken, Kanten und Gelenke etwas berieben und teils nachgefärbt). Erste Ausgabe. - Goedeke VIII, 493, 40. - Die Idee zu Klein Zaches entstand im Frühjahr 1818 aus Fieberphantasien während einer Krankheit Hoffmanns, einem "Unterleibsübel mit gichtischen Zufällen" (Hitzig). Hoffmann entwarf erstmals einen Buchumschlag selbst. "Er versuchte, wie Runge in symbolischer Form den Inhalt des ... Werkes im Ganzen zu erfassen." (E.Riemer). Dem Grafen Pückler-Muskau schrieb er dazu: "Zinnobers Porträt auf dem Deckel ist sehr ähnlich, denn da sonst niemand den Kleinen zu Gesicht bekommen konnte als ich selbst, so verfertigte ich auch selbst die Zeichnung." (24.I.1819). - Radiertes Exlibris des Hoffmann-Verlegers Michael Duske (Serapion vom See) auf die Titelrückseite montiert. Beiliegend: 4 Entwürfe Fausts zu den Innendeckel-Illustrationen (Federzeichnungen auf Karton, 17 x 10 cm, signiert, 2006). Der Graphiker Steffen Faust (geb. 1959) ist auf Illustrationen zum Werk Hoffmanns spezialisiert. Die vorliegenden scheinen sonst nicht nachweisbare Original-Arbeiten zu sein.- Durchgehend etwas wellig und gebräunt. Zuschlag: 650,00 €
Lot 244 Verkauft Hoffmann, E. T. A Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern. 2 Bände. Berlin, Dümmler, 1820-1822. XII, 400 S.; Titel, 406 S. 18 x 10 cm. Moderne Halbpergamentbände mit Rückenschildchen im Leinenschuber, die illustrierten Original-Umschläge (Sepia-Aquatinten von Thiele nach Zeichnungen Hoffmanns) beigebunden (zum ersten Band in 2 paarweise aufeinandermontierten Druckvarianten), vordere Vorsatzblätter verso mit 2 Original-Bleistiftporträts des Katers von Steffen Faust, datiert 2011. Erste Ausgabe. - Goedeke VIII, 495, 48. - Die Original-Umschläge zum ersten Band in je einer dunkel und einer hell eingefärbten Variante. - Ohne Exlibris, aber aus dem Nachlass des Hoffmann-Verlegers Michael Duske (Serapion vom See), der mit Steffen Faust befreundet war. Der 1959 geborene Graphiker ist auf Illustrationen zum Werk Hoffmanns spezialisiert. Die beiden Vorsatz-Zeichnungen scheinen originale, sonst nicht nachweisbare Arbeiten Fausts zu sein. - Umschläge mit kleinen Randdefekten, die dunkleren Varianten zum ersten Band stärker berieben, die rückwärtige zum zweiten Band mit Tintenfleck am Kopf. - Vorsätze recto mit kleinem Kugelschreiber-Besitzvermerk, erste und letzte Lagen im Falz verstärkt, durchgehend etwas gebräunt und braunfleckig, vereinzelt Ausbesserungen in den breiten, lediglich berauften Rändern. Zuschlag: 800,00 €
Lot 245 Beendet Hoffmann, E. T. A Meister Floh. Ein Mährchen in sieben Abentheuern zweier Freunde. Frankfurt, Wilmans, 1822. Titel, 267 S., 1 Bl. 18,5 x 11,5 cm. Illustrierter Original-Pappband in Sepia-Aquatinta (berieben, Ecken stärker bestoßen, Rücken unter Verwendung von Fragmenten des Original-Bezugs restauriert). Erste Ausgabe von Hoffmanns letztem Werk. - Goedeke VIII, 498, 65. - Die Einbandillustrationen Thieles nach einem Entwurf E.T.A. Hoffmanns mit den beiden Floh-Abbildungen. - Vorderer freier Vorsatz entfernt, durchgehend stockfleckig, teils stark.
Lot 246 Verkauft Hoffmann, E. T. A Nachtstücke herausgegeben von dem Verfasser der Fantasiestücke in Callots Manier. 2 Bände. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1817. Titel, 321 S.; Titel, 374 S. 17 x 10,5 cm. Halblederbände des späteren 19.Jahrhunderts mit goldgeprägten Rückentiteln (Rücken mit Oberflächenabplatzungen, Gelenke am Kopf teils angebrochen, Signatur am Fuß mit Klebeband gedeckt). Erste Ausgabe. - Goedeke VIII, 489, 29. - "Die Nachtstück-Manier bezieht sich bei Hoffmann vor allem im übertragenen Sinn auf die wichtigen Themen dieser Sammlung, die Nachtseite der Psyche, das Grauenvolle, Unheimliche, auf traumatische Erlebnisse, Wahnideen und die Frage der Heilung der psychisch Kranken. ... Wenn auch diese 'dunkle' Seite überwiegt, so werden bisweilen heiter-ironische Gegenakzente gesetzt." (KNLL VII, 959). - Titelblätter mit überklebtem Stempel einer Rostocker Schulbibliothek, vereinzelt stockfleckig, letzte Bl. von Band 1 mit etwas Druckabklatsch. Zuschlag: 500,00 €
Lot 247 Beendet Hoffmann, E. T. A Seltsame Leiden eines Theater-Direktors. Aus mündlicher Tradition mitgetheilt vom Verfasser der Fantasiestücke in Callots Manier. Berlin, Maurer, 1819. VI, 266 S. 18 x 10 cm. Moderner Pergamentband im Schuber, Deckel und Rücken figürlich in lavierter Original-Federzeichnung gestaltet. Erste vollständige Ausgabe. - Goedeke VIII, 492, 38. - Vollständig mit den oft fehlenden Verlagsanzeigen ab S. 251. - Einzelne Gesprächspassagen der Dialogerzählung wurden als eigenständige theaterkritische Artikel vorab publiziert, eine erste Fassung erschien 1817 anonym unter dem Titel "Die Kunstverwandten" in der Zeitschrift "Dramaturgisches Wochenblatt". Gegenüber dieser Fassung ist die Buchfassung um das Dreifache erweitert. Hoffmann verarbeitet in dem Werk Erfahrungen am Theater in Bamberg. - Titel mit altem Stempel "Philipp Prinz von Hanau", im Innendeckel radiertes Exlibris des Hoffmann-Verlegers Michel Duske (Serapion vom See), für ihn wohl die Einbandgestaltung mit nicht identifiziertem Monogramm am Rückdeckel. - Gelegentlich etwas stockfleckig, sauberes Exemplar.
Lot 248 Verkauft Böttiger, Carl August Entwicklung des Ifflandischen Spiels in vierzehn Darstellungen auf dem Weimarischen Hoftheater im Aprilmonath 1796. Leipzig, Göschen, 1796. XVI, 407 S. 15,5 x 9,5 cm. Schöner Halblederband (um 1900) im Stil der Zeit mit rotem Rückenschild. Erste Ausgabe. - Goedeke IV/1, 678, 18, 1. - Beschreibt Iffland in vierzehn verschiedenen Rollen, vielfach in eigenen Stücken, u.a. auch als Franz Moor in Schillers Räubern bzw. Egmont in Goethes gleichnamigem Schauspiel. - Böttiger (1760-1835), der gelehrte klassische Philologe, Archäologe und Berater Goethes, versucht, in dieser seiner ersten selbständigen Veröffentlichung "einem so schnell vorübergehenden, nur in der veränderlichsten Mannigfaltigkeit und in der stets wechselnden Aufeinanderfolge gegründeten Kunstwerke ein dauerhafteres Andenken" zu stiften (S. VI/VII), wie ja auch "Franzosen und Engländer ihre großen Schauspieler in einzelnen sehr interessanten Situationen abgebildet und vervielfältigt" haben. - August Wilhelm Iffland war neben A. v. Kotzebue einer der erfolgreichsten Dramatiker und Schauspieler seiner Zeit. Weimar erlebte unter Goethes Direktion mehr als 350 Aufführungen von über 30 Stücken Ifflands. Auf vier Gastspielreisen trat Iffland auch selbst in Weimar auf. So gab er im Frühjahr 1796 vierzehn Vorstellungen, die Böttiger aufmerksam verfolgt hat. - Mit dem schönen Exlibris des bedeutenden österreichischen Schauspielers Josef Kainz (1858-1910). - Durchschossenes Exemplar, teils mit alten Notizen. - Teils gebräunt, mit Anstreichungen. Zuschlag: 260,00 €
Lot 249 Verkauft Sammelband mit 7 Schriften zu den Jesuiten Verschiedene Orte und Verlage. 1766-1774. 16,5 x 10 cm. Pappband der Zeit (Gelenke berieben, Rücken mit Einriss). In der Reihenfolge der Bindung: I. Unumstößliche Gründe, welche verhindern sollen, daß die Vertilgung der Gesellschaft Jesu weder von dem Papst zugestanden, noch von denen Monarchen gefordert werde, So lang dieser Streithandel in dem Zustand seyn wird, in welchem er sich dermalen befindet. Aus dem Französischen in das Deutsche übersetzt. Ohne Ort und Verlag, 1773. 84 S. - II. Zufällige Gedanken, und Sätze über das Verfahren gegen die Jesuiten in dem Kirchenstaat, und über das, was ihnen aus Verhängniß des römischen Hofes vielleicht auch anderswo bevorstehen mag. Straßburg, 1773. 112 S. - III. Merz, A. Der Jesuit vor dem Richterstuhle des Herrn Johann Jacob Moser. Berlin und Frankfurt (das ist: Augsburg), 1774. 102 S. - IV. Stattler, Benedikt. Freundschaftliche Vertheidigung der Gesellschaft Jesu. Berlin und Breslau, 1773. 60 S. - V. Brief, welchen der Pater Neuville Königl. Französischer Hofprediger gewesener Jesuit, nach kund gemachtem Aufhebungsbreve der Gesellschaft Jesu, an einen seiner ehemaligen Gesellen den 3. Sept. 1773 geschrieben hat, Von einem Musenfreunde in deutsche Verse übersetzet. (Gazette de Cologne N. LXXVII). 8 S. - VI. Gesler, Johann Georg. Spanisch-jesuitische Anecdoten, oder aufgefangene Briefe einer spanischen Privatperson an seine vertraute Freundin die Frau von L ... in T. Zweytes-Drittes Stück. Straßburg (das ist: Ulm, Bartholomai), 1767. 112, 104 S. - VII. Vattel, Emer de. Supplément aux Mémoires pour servir à l'histoire de nôtre tems, par rapport aux affaires des PP. Jésuites de Portugal. Frankfurt und Leipzig, 1766. - Zu III.: Antwort des Augsburger Dompredigers und Jesuiten Merz auf Mosers Schrift: Rechtliches Bedencken von Aufhebung des Jesuiter-Ordens, besonders so viel es die Befügnisse eines Evangelischen Reichs-Standes dabey betrifft. - Titel (teils verso) jeweils alt gestempelt, teilweise etwas stockfleckig. Zuschlag: 240,00 €
Lot 250 Beendet Schmidt, Friedrich Bescheidene Frage und Vorwurf eines lebend und todt seligen Menschenfutteralabfall- und Papiermüllerfabrikatfetzen Sammlers, Kummerwagen- und Gassenkehrichthaufeninspectors, Händler mit allen namenlosen Gegenständen u.s.w. u.s.w. Lithographiertes Plakat, im Stein signiert. Lübeck, Selbstverlag, um 1860. Darstellung mit Titel und gereimter Legende: ca. 43 x 30 cm. Blattgröße: 48,5 x 40 cm. Karikatur aus Sicht des Paria auf die Ängste der Lübecker Zünfte vor der Gewerbefreiheit, 1866 eingeführt: "Warum bin ich übergangen Bei der Namensammelei. Könnt' nicht auch mein Name prangen Zwischen Namen mancherlei. Und wie hätt' ich sammeln wollen Im Gewerbefreiheitssinn, Hättet es schon sehen sollen Dass ich Sammelmeister bin." - Johann Friedrich Theodor Schmidt (1822-83) war Zeichner und Porzellanmaler in Lübeck, so der Titel seiner 1909 von J. Warncke herausgegebenen Biographie mit Werkverzeichnis. Warncke kannte das vorliegende Blatt nurmehr als "Spottbild auf die Abfuhr von Straßenkehricht", benennt aber ein Pendant: "Gewerbefreiheit oder: Menschenknochenbilligermachungsinstitut. 1862. - Steindruck. Dieses Blatt greift mit ein in den um Einführung der Gewerbefreiheit geführten Kampf" (S. 14). Wir weisen derzeit keine der beiden Lithographien nach. - Fragiles Papier, flächig gebräunt, kleine Stockflecken und Randdefekte.
Lot 251 Verkauft Knorring, (geb. Tieck, auch Bernhardi), Sophie von Flore und Blanscheflur. Ein episches Gedicht in 12 Gesängen. Herausgegeben und mit einer Vorrede begleitet von A. W. von Schlegel. Berlin, Reimer, 1822. XXXIV S., 1 Bl., 293 S. 14,8 x 10 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit schwarzem Rückenschild (Kapital leicht berieben). Erste Ausgabe. - Pataky I, 439. - Sophie von Knorring (1775-1833) war die jüngere Schwester von Ludwig Tieck. 1799 heiratete Sophie Tieck einen Freund und ehemaligen Lehrer ihres Bruders Ludwig, August Ferdinand Bernhardi. Die Eheleute trennten sich im Jahre 1804, nach einer Affäre mit August Wilhelm Schlegel. 1807 wurde diese Ehe geschieden, jedoch folgten noch jahrelange Auseinandersetzungen um das Sorgerecht für die Kinder. Im Frühjahr 1805 reist Sophie Bernhardi zusammen mit ihrem Bruder nach Rom, wo sie zum ersten Mal den estländischen Gutsbesitzer Baron Karl Gregor von Knorring traf. Sie reiste im Jahre 1807 mit von Knorring über München und Prag nach Wien, ehe sie im folgendem Jahr zusammen mit ihrem Bruder Ludwig nach München zurückreiste und mit ihm zusammen lebte. Im Jahre 1810 entschloss sich Bernhardi zum katholischen Glauben zu konvertieren um Karl Gregor von Knorring zu heiraten. Dies war der Anlass eines riesigen Skandals. In diese Kontroverse mischten sich zahlreiche Freunde und Bekannte der Dichterin ein, wie beispielsweise ihr Bruder Ludwig Tieck, August Wilhelm Schlegel, ihr ehemaliger Geliebter, aber auch Friedrich de la Motte Fouque und Johann Gottlieb Fichte. So schrieb Friedrich Schlegel an Ludwig Tieck unter dem 12.05.1813: "Sie hat gewiß herrliche Geistesanlagen; aber Leidenschaftlichkeit und Ehrgeiz haben, wie es mir scheint, ihre Seele sehr zerrüttet". - Das vorliegende Werk ist eine Adaption des altfranzösischen höfischen Romans "Floire et Blancheflor". - Schönes Exemplar. Zuschlag: 260,00 €
Lot 252 Beendet Lavater, Johann Kaspar Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. Erster-vierter Versuch. Vier Bände. Mit vielen Kupfern. Mit 4 gestochenen Titelvignetten, 488 Textkupfern und 343 Kupfertafeln nach Berger, Chodowiecki, Fueßli, Lips, Schellenberg, Tyroff, Wachsmuth u.a. Leipzig und Winterthur, Weidmanns Erben und Reich, und Heinrich Steiner und Compagnie, 1775-1778. 31 x 27 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und Rückenvergoldung (etwas berieben und bestoßen, Kapitale von Band 4 mit schmalen Läsuren, die Schilder mit der Bandzählung teils abgerieben). Erste Ausgabe des berühmten Werkes, dessen Drucklegung Goethe besorgte, von dem auch einige Beiträge stammen. - Schulte-Strathaus 77.a - Goedeke IV/1, 262, 31 (Lavater) und IV/3, 139, 131 (Goethe) - Hagen 540 (11 Beiträge Goethes) und 550 (14 Beiträge Goethes) - Lanckoronska/O. III, 93f. - Sammlung Kippenberg I, 578 - Kippenberg, Technik der Silhouette II., 3. - Über ihren heute noch bedeutenden kulturhistorischen Wert als umfassende Darstellung einer obsolet gewordenen Wissenschaft, die damals jedoch in weiten Teilen der Gesellschaft heftig und konträr diskutiert wurde, sind die " Physiognomischen Fragmente" in vieler Hinsicht ein Höhepunkt der deutschen Buchproduktion der Zeit, ein Werk, das "in seiner künstlerisch kostbaren und reichen Ausstattung und dem vorbildlichen Typensatz nicht nur zu den originellsten, sondern auch schönsten illustrierten Büchern aus der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts" gehört.(Lanckoronska/O. II, S. 222). - In ca. 750 Exemplaren gedruckt. - Innendeckel mit gestochenem Wappen-Exlibris. - Innen überwiegend sehr sauberes, nahezu fleckfreies Exemplar.
Lot 253 Beendet Lelly, Chevalier de (das ist F. C. E. von Vaerst) Cavalier-Perspective. Handbuch für angehende Verschwender. Leipzig, Brockhaus, 1836. XXXIV S., 1 Bl., 351 S. 21 x 13 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit handschriftlichem Rückenschild und Bibliotheksetikett (berieben und bestoßen). Erste Ausgabe. - Goedeke XIII, 251, 5a - Hayn-Gotendorf IV, 138 - Horn-Arndt 612. - Vorsatz mit eigenhändiger Widmung von Carl Georg von Maassen für Hilmar von der Recke: "Niemand wandelt ungestraft unter Palmen. Dies zur Beherzigung bei dem Studium dieses Werkes, lieber Hilmar Recke, schrieb Dir am 3. Febr. 1919 Dein Carl Maassen". - Der Beschenkte zählte mit Maassen und Rolf von Hörschelmann zu dem von Erich Mühsam so benannten Kreis der "Balten" oder "adeligen Bibliophilen". - Ein Dandy war auch der Verfasser Friedrich Christian Eugen von Vaerst (1792-1855), preußischer Offizier, Gastrosoph und Literat, der die Vollendung eines genußvollen Lebensstils in Paris fand und hier beschrieb. - Stempel der Lesegesellschaft "Bremer Museum" auf dem Titel, gedruckte Benutzungsordnung in den Innendeckel montiert. Unter der Widmung Exlibris-Stempel Maassens (Stempel 1). - Etwas stockfleckig, zu Beginn und Ende stärker, Außenrand dort auch angeschmutzt.
Lot 254 Beendet Hofmann, Friedrich Freundschaftsalbum des Karlsruher Schülers und Studenten Friedrich Hofmann. Mit 13 Original-Zeichnungen in Gouache, Öl, lavierter Tusche und Bleistift, 1 Presspflanzen-Bouquet, 37 Graphiken (überwiegend Lithographien, teils koloriert) sowie 25 Photographien und Lichtdrucken, meist montiert. Karlsruhe und Heidelberg, 1861-69. 120 Bl. mit 79 teils kurzen, teils ganz- oder zweiseitigen Einträgen. 23,5 x 30 cm. Gold- und blindgeprägter Original-Lederband, am Vorderdeckel vertieftes Oval mit Wappen und Initialen des Eigners in Messing auf Stoffgrund (berieben, bestoßen und gelockert). Enthält Einträge von Vater Wilhelm Hofmann, Mutter, Schwester und Brüdern, ferner Mitschülern, Freundinnen und Freunden, meist in Karlsruhe. Ein Photoporträt von 1865 zeigt den Eigner mit seinem Heidelberger Freund Curt Ritzhaupt, der auch einen langen Eintrag und ein Abschiedsblatt in getönter Lithographie mit kleinem Medaillonporträt hinterlässt. Ein weiteres blattgroßes Photoporträt mit Höhung in Feder scheint den Bruder Carl Hofmann zu zeigen, sein Eintrag von 1862 rückseitig. Der Karlsruher Porträt- und Historienmaler Carl Brünner (1847-1918) steuert eine schöne aquarellierte Allegorie auf den Handel bei, von ihm auch die getönte und eigenhändig signierte Lithographie "Locomotive der grossh. badischen Staatseisenbahn". Unbezeichnet sind ein Bleistift-Bildnis Luthers und eine gouachierte Wappenkartusche gleich zu Beginn. Am 13.III.1862 trägt sich der Botaniker Wilhelm Velten ein, ein montierter Zeitungsausschnitt meldet seinen tödlichen Unfall in den Tiroler Alpen 1876, die von ihm unterzeichnete Illustration herausgeschnitten. Weitere Zeichnungen und Graphiken zeigen Ansichten und Genreszenen, die übrigen Photos und Lichtdrucke meist nach Gemälden oder Graphiken. - Insgesamt 5 Illustrationen entfernt, 2 Bl. lose beigelegt, einige eingefalzt, durchgehend etwas fingerfleckig und mit Gebrauchsspuren.
Lot 255 Beendet Neumeister, Wilhelmine Stammbuch der späteren Gattin des Inspektors (1849 Direktors) der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen, Heinrich Gottlieb Kühn. Mit 1 Stickbild, 2 Aquarellen und 1 Notenseite. Überwiegend Meißen und Dresden, 1807-16. 121 Bl. mit 102 Einträgen. 10,5 x 19 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild, Rückenvergoldung goldgeprägten Deckelbordüren (vorne um die Initialen W.N.), marmorierten Vorsätzen und Goldschnitt (berieben und bestoßen, Vorderdeckel lose). Die Eignerin heiratete 1816 den sächsischen Bergrat Heinrich Gottlieb Kühn, am 28.III.1815 in Meißen prominentester Einträger. Er zitiert das lange, unter dem Titel "Größe" leicht abgewandelte Gedicht "Was ist's, was unsterbliche Geister entzückt" von Mahlmann. Kühn (1788-1870) war seit 1814 technischer Inspektor der Meißner Porzellanmanufaktur, deren Öfen er stark optimierte. Er erfand 1817 das Chromoxidgrün, 1827 die Glanzvergoldung, 1837 die Lüsterfarben; ab 1849 wirkte er als Direktor der Manufaktur. Bereits am 11.IX.1810 trug sich sein Vater ein, der Dresdener Oberkonsistorialrat Carl Gottlieb Kühn ("liebes Mühnchen"), im gleichen Jahr mehrere Cousins und Cousinen Kühn. Wilhelmine selbst war die Tochter des Akzise-Inspektors und Meißner Bürgermeisters Johann George Neumeister; sie starb 1833 nach der Geburt von 4 Söhnen und 5 Töchtern. - Weitere Beiträger sind ihr Onkel G. F. Neumeister in Heldrungen, Postmeister Christian Traugott Miersch in Stauchitz mit Gattin, Gerichtsdirektor Ernst Gottlob Schmorl, seine Gattin (geb. Miersch) und Söhne, die "Vettern" Theodor, Ernst Leberecht und Benjamin Gotthold Weiske (Philologe, 1783-1836), Hofrat Carl August Weiske, der Dresdener Prediger Johann Ludwig Kell (1743-1819) mit Gattin, der Jurist Paul Reinhard (1785-1839), ferner etliche Freundinnen. - Privater Sammlerstempel, wenige Blatt entfernt, gering fingerfleckig, sonst innen gut erhalten. Eine Dokumentation liegt bei.
Lot 256 Beendet Springer aus Schneeberg Denkmal der Freundschaft (kalligraphischer Titel). Mit 1 kolorierten montierten Kupferstich, 1 kleinen Aquarell und 1 Flechtkranz. Schneeberg, Hannover u.a., 1818, 1825 und 1828. 183 Bl. mit 34 Einträgen. 12 x 19,5 cm. Lederband der Zeit mit 2 Rückenschildern, etwas Rücken- und Deckelvergoldung, grünen und gelben Buntpapiervorsätzen sowie Goldschnitt (berieben und verkratzt). Identifiziert durch Einträge von Vater Friedrich August Springer in Schneeberg, der Mutter sowie von Bruder und zwei Schwestern, alle 1818. Ein namhafter Beiträger war Springers Lehrer Johann Gotthilf Clauß, verdienter Pädagoge an der Bürgerschule von Schneeberg (1780-1862). Weitere Einträge stammen von dortigen Kaufleuten (Magnus und Alexander Schnorr, Ferdinand Härtel), den Apothekern Christoph L. Wicke in Tostedt und Caspar Gustav Hoffschlaeger in Bremen, dem späteren Berliner Buchhändler Louis Baumgaertner u.a. - Privater Sammlerstempel, gleichmäßig gebräunt, etwas fingerfleckig. Eine Dokumentation liegt bei.
Lot 257 Beendet Stammbuch-Kassette mit 62 eingelegten Widmungsblättern, davon eins mit allegorischem Aquarell. Lübeck, Wismar u.a., 1832-1835. 11 x 17 cm. Leder der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung. Unter den Beiträgern Johann Heinrich Bartelsen aus Schleswig (1806-1866, Kapitän und Kämpfer für die Unabhängigkeit Dänemarks). - Beigegeben: Stammbuch einer unbekannten Halterin. Württemberg, 1843-1854. 25 Widmungsblätter (davon 1 rückseitig mit Blumenaquarell), 1 aquarellierter Stich und Deckkarton. 9 x 14 cm. Lose in blindgeprägter schwarzer Lederkassette der Zeit mit Umschlag und Schuber. - Unter den genannten Orten Großkuchen (Heidenheim a.d. Brenz) und Obermarchtal. - Tadellos erhalten.
Lot 258 Beendet Weiss, C. E Amicis amicus (Titelaquarell des Halters). Mit 8 (2 blattgroßen) Aquarellen, 2 kolorierten Kupfern, 11 Lackpapier-Silhouetten und 1 Punktierstich-Silhouette in Sepia, alles montiert. Schneeberg, Eutritzsch, Leipzig, Dresden u.a. Orte, 1803-18. Ca. 160 Bl. (einige entfernt) mit ca. 70 Einträgen. 12 x 19 cm. Lederband der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern, Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren, marmorierten Vorsätzen und Goldschnitt (berieben). Als Eigner nennt sich auf dem Titelaquarell C. E. Weiss, er wird 1803 in Schönfeld als "Futuro Jurium Culturi" angesprochen und zählt in Leipzig 1808 ff. etliche Juristen zu seinen Kommilitonen. Nach Angabe des Vorbesitzers handelt es sich um Christian Ernst Weiss (1787 Leipzig - 1850 Bautzen), 1821 Appellationsrath in Dresden, 1845 Präsident des Oberlausitzer Appellationsgerichtes. Seine Schulzeit scheint er jedenfalls in Schneeberg verbracht zu haben, dort verabschieden ihn 1803 Rektor Johann Friedrich Schaarschmidt, Konrektor, Kantor und ein "Lycei Collega". Halle 1804 trägt sich mit Punktierstich-Silhouette Georg Christian Knapp ein, Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen; Leipzig 1808 u.a. der spätere Advokat Ludwig Gotthold Feder sowie der Jurist Carl Wilhelm August Porsche aus Zittau. 1805 erfolgen in Döhlen bei Dresden einige Einträge, u.a. einer Familie Vollrath, in Dresden selbst inskribiert französisch der Kontrolleuer beim Hofzahlamt Charles Henry Cubaldi. Im hinteren Innendeckel koloriertes Kupfer mit dem beliebten Eintrag "Wer Dich lieber hat als ich - Der schreibe sich hinter mich", unterschrieben Carl Arnold, Dresden April 1813. - Etwas gebräunt und fingerfleckig, am hinteren Vorsatz privater Stempel, insgesamt wohlerhalten.
Lot 259 Beendet Meyer von Knonau, Ludwig Neue Fabeln. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette und 58 Kupfertafeln von D. Düringer nach Zeichnungen des Verfassers. Zürich, Orell, 1757. 20 Bl., 166 S., 1 Bl. 20 x 12 cm. Marmorierter Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild, floraler Rückenvergoldung und marmorierten Vorsätzen (berieben, etwas bestoßen und narbig, hinteres weißes Vorsatzblatt entfernt). Dritte Ausgabe, erstmals 1744 als "Ein halbes Hundert Neuer Fabeln" erschienen. - Goedeke IV/1, 93, 2 - Kat. Wolfenbüttel, Fabula docet 127. - Schöne Folge selbst erfundener und eigenwillig-skizzenhaft illustrierter Fabeln. Die "Critische Vorrede" von J. J. Bodmer. - Exlibris, durchschlagender Stempel von Gottfried Doehler Titel verso, etwas gebräunt und fleckig, Tafel 18 mit teilweise hinterlegtem Einriss, etliche Tafeln vor dem Binden seitlich schmal angerändert.
Lot 260 Beendet Kant, Immanuel Sämmtliche Werke. Herausgegeben von Karl Rosenkranz und Friedr. Wilh. Schubert. 12 Bände in 13 Bänden. Mit gestochenem Porträt und 1 gestochenen Tafel. Leipzig, L. Voss, 1838-1842. 28 x 13 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und etwas Rückenvergoldung (berieben und bestoßen, wenige Gelenke angebrochen, 3 Rücken mit Bezugsfehlstellen). Goedeke V, 2, 2 - Adickes 2 - Ziegenfuß I, 643. - Erschien gleichzeitig mit der Hartensteinschen Ausgabe. - Band 11/II enthält die Kant-Biographie von Schubert. - Aus der Bibliothek des deutsch-baltischen Komponisten und Pianisten Eduard Erdmann, dessen Bibliothek von Gesamtausgaben deutscher Literatur 1959 bei Hauswedell in Hamburg versteigert wurde. Alle vorderen Innendeckel mit seinem Exlibris. - Teilweise etwas gebräunt.
Lot 261 Beendet Lange, Johann Christian Ausführliche Vorstellung von einer neuen und gemein-ersprießlichen zu beßtem Behuf und Auffnahm Aller wahren und rechtschaffenen Gelehrtheit gereichenden Anstalt Welche unter Hoch-Fürstl. Nassauischen Auspiciis, nochmals zu öffentlichem Versuch gebracht, unter dem Nahmen und Titul (auch mit dazu behöriger Arbeit und Fleisse) einer Societatis Universalis Recognoscentium, umb gewisse Acta Eruditarvm Recognitionum, (oder Geschichte gelehrter Erkundigungen,) nach und nach heraus zu geben, ... Mit gestochenem Frontispiz und 1 blattgroßen Kupferstich. Und: Acta Eruditarum Recognitinoum, In publicam Lucem & Censuram Societatis Universalis Recognoscentium decenter progressu temporis edenda. ... Gedruckt zu Itzstein, bey Erdm. Andr. Lyce, Fürstl. Hof-Buchtrucker, 1720. 3 Bl., 212, 24 S. 22 x 18 cm. Ungebundene, lose Lagen. Erste Ausgabe, anonym erschienen. - Jöcher, Supplement III, 1223, 37 - Ravier 353. - Seltene Schrift der ersten Idsteiner Offizin (1704-1745, vgl. von der Linde 512ff.). - Lange, ein Anhänger Gottfried Arnolds, war Superintendent und erster Hofprediger in Idstein, zuvor u.a. Professor der Logik und Metaphysik in Gießen. - Sein Vorschlag zur Gründung einer nassauischen wissenschaftlichen Gesellschaft wurde von Leibniz unterstützt, dessen Briefe an Lange sowohl in deutscher Übersetzung als auch im lateinischen Original enthalten sind (S. 94-95, 97-98 und 209-211). - Unbeschnitten und unaufgeschnitten. - Teils stärker gebräunt, teilweise angerändert bzw. randknickspurig.
Lot 262 Verkauft Nietzsche, Friedrich Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophirt. Leipzig, Naumann, 1889. 4 Bl., 144 S. 20,5 x 14,5 cm. Spätere Halbleinwand (leicht berieben). Erste Ausgabe. - Borst 3811. - Eines der umstrittensten Werke Nietzsches, in dem er zentrale Texte seines Schaffens sammelte. Ursprünglich wollte Nietzsche es "Müßiggang eines Philosophen" nennen, er selbst bezeichnete die Schrift als "eine große Kriegserklärung". - Titel mit hinterlegter Läsur, 1 Blatt mit kleinem Randeinriss, Besitzeintrag auf Seite 9 und 51, S. 52 und 53 mit Anstreichung und Anmerkung, leicht gebräunt und vereinzelt gering fleckig. Im Ganzen etwas knapp beschnitten. Zuschlag: 400,00 €
Lot 263 Beendet Zedlitz-Neukirch, Leopold von Huldigungsschrift, oder König Friedrich Wilhelm IV., seine Vorfahren und sein Land. Grünberg unbd Leipzig, Levysohn & Siebert, 1840. Titel, 178 S. 18,5 x 11,5 cm. Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (Kanten etwas berieben). Seltene erste Ausgabe. - Nur in wenigen Bibliotheken nachweisbar, das Exemplar der Stabi "Kriegsverlust". - Titel mit restauriertem Einriss, teils leicht gebräunt.
Lot 264 Beendet Reim-Kalender zum Gebrauche des Dichters. Berlin, Bureau für Literatur und Kunst (das ist Jeremias Heinemann), 1823. VIII, 76 S. 18 x 11,5 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild (bestoßen, Rücken verblichen und mit kleinen Fehlstellen). Für uns nur in der Staatsbibliothek Berlin und in der HAAB Weimar nachweisbarer Reimfinder. Der erste Besitzer ist dem Rat des Vorwortes gefolgt, den Kalender für weitere Reime mit Papier durchschießen zu lassen. Außer zwei kleinen Ergänzungen findet sich lediglich auf die Endung "uckt" (S. 63) ein Reim von älterer Hand in Bleistift: "Zwei Jungfrauen gingen hochbeglückt / In einen Rosengarten / Die eine wurde gleich gefickt / Die andere mußte warten." - Die letzten sechs Seiten enthalten einen Verlagskatalog des 1815 durch den israelitischen Pädagogen und Schriftsteller J. Heinemann gegründeten "Bureau", überwiegend Hebraica. - Exlibris, Stempel und Bleistiftsignatur der Deutschen Technischen Hochschule Brünn, ein Namenszug am Vorsatz abgeschnitten. Sauberes Exemplar.
Lot 265 Verkauft Reineke Fuchs, das ist ein sehr nützliches, lust- und sinnreiches Büchlein. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 40 teils wiederholten Textholzschnitten von Virgil Solis. Rostock, J. Wilde, 1662. 421 S., 9 Bl. (letztes weiß). 16,5 x 10 cm. Lederband der Zeit mit Resten von Rückenvergoldung (berieben, Kapitale defekt). Zweite Ausgabe dieser Bearbeitung in Alexandrinern aus dem Umkreis der Nürnberger Pegnitzschäfer, erstmals 1650. - VD17 39: 120999S - Goedeke II, 322, 3 (datiert 1663). - Gebräunt, letzte Bl. mit Wurmspuren im Kopf- und Fußsteg vom Rückdeckel her. Zuschlag: 380,00 €
Lot 266 Verkauft Reynaert den Vos ofte het Ordeel der Dieren. Mit Titel- und 27 Textholzschnitten. Antwerpen, J. Thys, um 1840. 80 S. - Angebunden: Aerdig Leven van Thyl Ulenspiegel. Mit Titel- und 29 Textholzschnitten. Gent, van Paemel, um 1850. 48 S. 17,5 x 10,5 cm. Roter Halblederband der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln (etwas berieben). Zwei seltene Faksmiledrucke des 19. Jahrhunderts nach Ausgaben des 17., die Approbation des "Reynaert" 1661 datiert. - Stockfleckig und gebräunt. Zuschlag: 300,00 €
Lot 267 Verkauft Richardson, Samuel Pamela oder die belohnte Tugend eines armen doch wunderschönen Dienst-Mädgens, aus ihren eigenen, auf Wahrheit und Natur gegründeten, Briefen entdecket, ans Licht gestellet, und nach der dritten Auflage aus dem Engländischen übersetzt von M. (Johann Mattheson). 6 Teile in 2 Bänden. Frankfurt und Leipzig, ohne Druck und Verlag, 1742. 11 Bl., 40, 454 S.; 654 S. - Angebunden: Derselbe. Pamela, oder die belohnte Tugend, in einem kurtzen Begriff des Dritten und Vierten Bandes (der Originalausgabe), als ein Siebender und Letzter Theil, aus dem Engländischen übersetzet von M. (Mattheson). Hamburg, Wiering Erben, 1743. 1 Bl., 14, 359 S. 17 x 10,5 cm. Lederbände der Zeit mit Rückenvergoldung (berieben, Kapitale ausgefranst, Block von Band 2 etwas ausgebunden, 2 freie Vorsätze entfernt, 1 bekritzelt). Erste, für uns in keinem Exemplar nachweisbare Übersetzung von "Pamela, or Virtue rewarded" (1740-42) durch den Hamburger Musikschriftsteller Mattheson. - Price & Price, Literature 831 (ungenau). - Bereits ab 1743 erschienen neue und vollständige Übertragungen "nach der 6. englischen Auflage", nun regelmäßig in vier Bänden mit Kupfern. Die vorliegende ist noch unillustriert, die Bände 3/4 des Originals sind nur im Auszug übersetzt und als separater Teil 7 angehängt. - Diesem beigedruckt: Neuestes Verzeichniß bisheriger Matthesonischer Wercke von 1708 bis 1742 gedruckt. 8 S. - Umfasst 58 Nummern, die letzte nennt etwas beschönigend 4 Bände "Pamela" bei Wiering, 1742. - Gelegentlich fleckig, Buchblock von Band 2 verschoben, zu Beginn und Ende mit größerem Braunrand, das "Verzeichniß" mit kleiner Wurmspur im Falz, insgesamt benutztes Exemplar. Zuschlag: 750,00 €
Lot 268 Beendet Mosselanus, Fridericus Reuterischer Striegel, und Außwüscher: Wider die von Jesuiten in Reichs: auch andern mehr der Augspurgischen Confessionverwandten Städten eyngeschleichten Schartecken ... angestelt. Mit welchem, Ihren unnothigen, und auffgeworffenen Jesuitischen exolirten drey Fragen, recht abgestriegelt, und ... erwiesen, daß weder Herman Ioseman, noch jemandt anders seiner Societet einigs wegs vermöge ... Newstadt an der Hardt, Schramm, 1608. 18 Bl., 320 S., 6 Bl. - Angebunden: Cambilhom, Johann. Von der Jesuiten Geheimsten Sachen, Kurtze Relation. Auß Dem Lateinischen verteutscht. Ohne Ort und Verlag, 1608. 1 Bl., 29 S. 16,5 x 9,5 cm. Pergamentband der Zeit (tintenfleckig, hinterer Deckel alt beschrieben). Zu I.: VD17 23:281392G - British Library, German books M1448 - De Backer-Sommervogel I, 76 und XI, 421 - Graesse III, 479. - Polemik gegen die verbreitete Homosexualität in der katholischen Kirche, u.a. mit umfangreichen Gedichten. - In Rom sollte man "Buben all außführn, wegen der schrecklichen Sodomey", über Sodomie bei Päpsten, Italienern und Jesuiten, über ein Kloster mit Knabenschändern, die 6.000 Schädel von Kindern, die Papst Gregorius in einem See gefunden hat, Über die Sodomiter-Mönche in Flandern etc. etc. - Zu II.: VD17 12:114891Q - De-Backer-Sommervogel XI, 41 - Der wohl aus Augsburg stammende Johann Cambilhon trat im März 1608 in Augsburg als ehemaliger Jesuit und Exulant aus Graz in der Steiermark auf. Aus dem Orden sei er im Alter von 32 Jahren ausgetreten; Augsburg, die Stadt, die ihm als erste Asyl gewährte, verglich er mit dem biblischen Zufluchtsort Zoar. Seine antijesuitischen Pamphlete, wo er u.a. behauptete, in den Kellern unter der Jesuitenkirche in Graz würden Ordensangehörige gefoltert, Teufel angebetet und Schätze gehortet, sorgten für empörte Gegenreaktionen und Gegenschriften u.a. durch den bedeutenden Ingolstädter Jesuiten Jakob Gretser. - Gebräunt.
Lot 269 Verkauft Schellenberg, Johann Rudolph Fabeln von Hagedorn, Gleim und Lichtwer. Mit gestochenem Frontispiz und 20 Kupfertafeln von Schellenberg. Winterthur, Steiner, 1777. 6 Bl., 80 S. 17,5 x 10,5 cm. Roter Halblederband im Stil der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung. Erste Ausgabe. - Bodemann 165.1 - Lanckoronska/Oehler II, 175. - Schöne Folge von Illustrationen vor landschaftlichem Hintergrund mit "lebendig erfassten Figuren." (Lanck./Oehler). Mit Widmung für Daniel Chodowiecki in Schreibschrift-Type. Das Frontispiz aus der französischen Ausgabe 1780 (bis auf die Inschrift identisch). - Kleines modernes Exlibris, gering gebräunt und stockfleckig, insgesamt frisch. Zuschlag: 450,00 €
Lot 270 Verkauft Schöne, J. H Gründliche und ausführliche Anweisung zur Anwendung der Taktschreibmethode in Seminarien und Volksschulen. Zweite, sehr vermehrte ... Auflage. Mit 8 lithographierten Falttafeln. Langensalza, Schulbuchhandlung, 1855. X, 98 S. 18,5 x 11,5 cm. Pappband der Zeit (gering berieben, Signaturetikett). Erstmals 1844 erschienen, ein Vorläufer "Amerikanische oder Takt-Schreibmethode" bereits 1843. Die vorliegende Ausgabe für uns nur in der Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung Berlin nachweisbar. - Innendeckel und Textbeginn mit Stempel "Süddeutsche Lehrerbibliothek München", deren Bestände 2023 auf verschiedene Institutionen verteilt bzw. verschenkt wurden. - Vorderer freier Vorsatz entfernt, Titel angestaubt, durchgehend etwas wellig. Zuschlag: 500,00 €