Lot 1 Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg, Herzogin von Schleswig-Holstein 14 eigenhändige Briefe (zus. ca. 160 Seiten) auf persönlichem Briefpapier mit schwarzem Trauerrand und geprägter Krone und Unterschrift "Mama", meist Dresden 1889-1892. Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg (1835-1900), Herzogin von Schleswig-Holstein. - Meist an ihre Tochter Louise Sophie (1866-1952), Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg "Meine gute Yaya". Schätzpreis: 450,00 €
Lot 2 Aleksandr III. und Olga Aleksandrovna sowie Sergej L. Levickij Photographisches Porträt des Zaren Aleksandr III., mit handschriftlicher signierter und datierter Widmung der Großfürstin Ol'ga Aleksandrovna, verso auf einer Kabinett-Aufnahme des Studios Levickij und Sohn. Sankt-Petersburg und Ballerup, ca. 1883 (Aufnahme), ca. 1888 (Vintage-Abzug) und 1945 (Autograph). Bildgröße: 13 x 8,5 cm. Kartongröße: 16 x 10,5 cm. Die Aufnahme besorgte der Hof-Photograph S. Levickij, der sie in seinem Studio auch abziehen und auf eine bei I. Skamoni gefertigten Karte montieren ließ. Die Aufnahme entstand einige Jahre vor dem Studio-Karton, dieser wohl anlässlich des zweiten Attentats auf den "Friedensstifter"-Zaren Aleksandr III. Der Schwester des Zaren Nikolaj II., Ol'ga Aleksandrovna, gelang als einer der wenigen Romanovs nach der Oktoberrevolution die Flucht ins Ausland. Sie floh mit der dänisch-stämmigen Mariya Fedorovna (Dagmar) nach Dänemark. Den Adressaten des Autographs, den "letzten Kammer-Pagen Aleksandrs III.", können wir nicht sicher benennen. - Verso mit illustrierter, zweisprachiger Reklame des Photostudios in goldenem Druck. Die Photographie mit geprägter Randlinie, rechts unter die Abbildung prägte das Studio seine Signatur in die etwas stärkere Gelatineschicht. - Die Gelatineschicht mit kleinen Abplatzungen und Bereibungen, kaum Kratzspuren, die unteren Ecken minimal bestoßen. Verso minimal gebräunt. Schätzpreis: 1.500,00 €
Lot 3 Armstrong, Neil, Michael Collins und Edwin (Buzz) Aldrin Maschinenschriftlicher Brief mit den eigenhändigen Unterschriften der 3 Apollo-XI-Astronauten. Washington, National Aeronautics and Space Administration, 17.X.1969. 1 S. DIN A4. Dankschreiben an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz. Die Astronauten hatten am 13. Oktober 1969 im Rahmen ihrer "Giants-of-Earth-Tour" Berlin besucht. "We owe you and your fellow Berliners our sincerest thanks for the enthousiastic welcome we received in your city . The contrast between the warm hospitality of the Berliners and the cold grayness of the wall which so tragically divides your beautiful city made a lasting impression on us. We want you and all Berliners to know that we and the American people stand with you in maintaining the freedom of Berlin." - Am Kopf maschinenschriftlicher Eingangsvermerk "LPD" (Leitstelle für politische Dokumentation?) vom 31.X., kleine Paraphe "S" (wohl Schütz ) überklebt, Heftspur und Lochung links, Falt- und schwache Knickspuren. - Bemerkenswertes Zeitdokument, Schreibmaschinen-Übersetzung beiliegend. Schätzpreis: 900,00 €
Lot 4 Bellmer, Hans Eigenhändiger, zweiseitiger Brief an "mon cher Richard" (wohl der Kunstsammler Claude Richard), mit eigenhändiger voller Unterschrift. Paris, "11 mars 1951". Blaue Füllfeder auf dünnem Papier. Blattmaße: 26,7 x 21 cm. In schwarzer Maroquinmappe mit Deckelschild. In dem längeren Brief bedankt sich Bellmer für ein "mandant récent qui était venu me sauver d'un de mes perpétuels ennuis" und bietet "mon cher Richard" dafür eines der "grandes photos de la poupée qui ont survécus à la guerre" an. Eine "gouache et les deux ex. de l'album" habe er bereits an den Sammler geschickt, eine große Lithographie solle noch folgen. - Der Brief richtet sich offensichtlich an seinen Sammler und Mäzen Claude Richard, der 1950/51 nicht nur Bellmer, sondern später auch Pierre Molinier, der ihn als "ambassadeur de la maison JJ Pauvert" bezeichnete, immer wieder finanziell unterstützte. So schildert Bellmer ausführlich seine monetären Schwierigkeiten: "Inutile de dire que je me débats toujours et encore dans les terreurs quotidiennes" und beschreibt mehrere seiner Projekte, für die ihm derzeit das Geld und die Zeit fehlten, u.a. "c'est l'Anatomie de l'inconscient physique - ou l'Anatomie de l'image! Il me faudrait trois mois de paix pour le terminer (texte et dessins) c.a.d. un miracle." - Zweifach gefaltet, minimal gebräunt und knickspurig. - Dabei: Derselbe. Die Puppe. 1. Die Puppe. 2. Die Spiele der Puppe. 3. Die Anatomie des Bildes. Mit 25 teils farbigen, montierten Abbildungen und zahlreichen Textillustrationen. Berlin, Gerhardt, 1962. 190 S. 21 x 17 cm. Illustrierte Original-Kartonage in Transparentschutzhülle (diese mit kleineren Fehlstellen). - Nummeriertes Exemplar mit der unausgefüllten, lose einliegenden Versicherung des potentiellen Käufers "daß ich das einundzwanzigste lebensjahr vollendet habe". - Etwas gebräunt. Schätzpreis: 500,00 €
Lot 5 Berlin Amtliches Hinterlassenschafts-Inventar des Berliner Huf- und Waffenschmiedes Christian Fuhrmann. Deutsche Handschrift auf Papier. Berlin, 4.VI.1789. 45 S., 1 weißes Bl. 35 x 21 cm. Schnurheftung unter dem papiergedeckten Stadtsiegel. Fuhrmann, ehemals wohnhaft Wallstraße Nr. 216 auf dem Friedrichswerder, war am 14.III.1787 verstorben. In seinem Testament vom 22.V.1784 hatte er seine vier namentlich genannten Kinder zu Erben erklärt. Das Inventar verzeichnet wie üblich Barschaft, Activa (Obligationen), Gold und Silber, Spiegel, Glas und Porzellan, Kupfer, Messing etc., Hausrat und Kleidung sowie Vorerbschaften und Passiva. Haus, Werkstatt und Handwerkszeug habe er bereits 1772 an den Sohn Carl Ludwig Fuhrmann verkauft, sei aber in der Stube wohnen geblieben. Der Sohn listet am Schluss die ihm entstandenen Zins-, Instandhaltungs- und Reparaturkosten auf und bezeugt sie mit seiner Unterschrift. Das gesamte Dokument trägt fünf gerichtliche Unterschriften, darunter Wackenroder, Buchhholtz und von Eisenhart. Angenadelt ein Quittungszettel von 1796 über bezahlte Gebühren und Auslagen für die "Erbtheilungs Sache" des Sohnes Christian Daniel Fuhrmann und seiner Schwester Charlotte Louise, diese wiederum als Erbin ihres Bruders Carl Ludwig. - Hüllblätter angestaubt und mit kleinen Randdefekten, sonst wohlerhalten. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 6 Breton, André Au Meeting des Horticulteurs (40è anniv. de la Révol. d'Octobre). Eigenhändiges Schreiben an ein von der P.C.I. (Parti Communiste Internationaliste) organisiertes Treffen zur Feier des 40. Jahrestages der Oktoberrevolution, mit eigenhändiger Unterschrift, datiert "Paris, 6 novembre 1957". Schwarze und blaue Füllfeder auf dünnem Papier, mit mehreren eigenhändigen Durchstreichungen und Korrekturen. 27 x 21 cm. Die leidenschaftliche Botschaft Bretons (1896-1966) an die Teilnehmer des von der trotzkistischen P.C.I. veranstalteten Festaktes wurde am 19.11.1957 in "La Verité" veröffentlicht. - Nachdem Breton sich den "élan inconditionnel", den die Geschehnisse des Oktober 1917 in ihm als jungem Mann ausgelöst hatten und die persönlichen Begegnungen mit Trotzki in Mexiko in Erinnerung riefen, beschwört er den Glauben an "à une cause, la plus sacrée de toutes, celle de l'émancipation de l'homme" und endet in dem Aufruf: "Qu'il soit ce qui nous scrute et nous soutient ce soir, dans une perspective où la Révolution d'octobre couve en nous la même inflexible ardeur que la Révolution espagnole, la Révolution hongroise et la lutte du peuple algérien pour sa libération." - Das Manuskript wurde 2003 bei der von Camels Cohen im Pariser Drouot veranstalteten André-Breton-Auktion versteigert (Lot 2450). - Sehr gut. Schätzpreis: 750,00 €
Lot 7 Bruch, Max Kleine Maria auf der Wiese (Chorlied). Zweiseitige Notenhandschrift in Tusche mit Unterschrift auf Papier. Datiert 24.11.1912. Blattmaße: 34 x 16,5 cm. Auf der Rückseite mit kurzer eigenhändiger Widmung von Max Bruch (1838-1920): "Meiner lieben alten Freundin, dem 'Hohenschildchen' zur Erinnerung M.B.", datiert 22. April 1918. Mit "Hohenschildchen" ist vermutlich die Altistin und Gesangspädagogin Auguste Hohenschild (1851-1938) gemeint. - Mit wenigen geringen Randläsuren, gering gebräunt und fleckig. Schätzpreis: 600,00 €
Lot 8 David, Hans Walter Turm-Musiken für zwei Diskant- und Bassflügelhörner gesetzt. Eigenhändiges Musikmanuskript mit doppelter Unterschrift. Wels, Juli 1928. 7 1/3 S. auf 4 druckrastrierten Bl. 34 x 27 cm. Defekte Fadenheftung. - Dazu: Derselbe. Eigenhändiger Begleitbrief mit Unterschrift. Wels, 13.VII.1928. 3/4 S. 26,5 x 21 cm. Für uns nicht nachweisbarer Wiederbelebungsversuch des Turmblasens mit Vermerk "Für Eferding" (nahe Wels). David, jüdischer Abkunft und kommunistisch ausgerichtet (1893-1942), war bis 1933 Kapellmeister am Schauspielhaus in Düsseldorf, emigrierte 1936 in die Sowjetunion, wurde 1940 nach Deutschland ausgeliefert und 1942 in Majdanek ermordet. Die Komposition enthält vier Transkriptionen nach Josquin de Prez, Heinrich Isaak und Johann Sebastian Bach sowie ein eigenes "Turmlied" für drei Flügelhörner. Eigenhändige Vorbemerkung: "Die Lieder sind als typische Turmmusik gewählt. Sie sind in schönem Legato und ohne Vibrato-Ton vorzutragen. Es ist darauf zu sehen, daß die Linien auf den Mittelstimmen ganz klar und logisch phrasiert werden ... Der Satz aller fünf Stücke ist nicht original und mußte oft durch Versetzung bzw. Vertauschung der Mittelstimmen das 'Bläsermäßige' hergestellt werden." - Der Begleitbrief an den Komponisten und Jugendfreund Hitlers, (August) Kubizek, 1920-45 Stadtkapellmeister in Eferding. David entschuldigt sich für verzögerte Ausführung der beauftragten Turmmusik und fasst ihren Inhalt zusammen. "Ich meine, man müßte sich bei Wiedereinführung des Turmblasens auf historischen Standpunkt stellen, ohne damit theoretisch zu werden". - Außenbogen der Komposition im Falz gerissen, Titel angestaubt und etwas fleckig, durchgehender kleiner Randeinriss seitlich. Der Brief mit Faltspuren und etwas stockfleckig. Schätzpreis: 600,00 €
Lot 9 Dumas Fils, Alexandre Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Ohne Ort und Jahr. 1/2 S. 13 x 10,3 cm. Mit seinen blindgeprägten Initialen. Kurzbrief: "Merci - quelle est la dimension en long et en large - Si ce n'est pas trop grand je le prendrai. Mes Compliments ..." - Ecken etwas verknickt und fleckig, kleiner Randeinriss in der Mittelfalte. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 10 Ernst August II. (der Jüngere), Herzog zu Braunschweig-Lüneburg Kanzleischreiben mit eigenhändiger Unterschrift "Augustus HZBuL". Wolfenbüttel, 28.XII.1644. 1 S. Mit originalem Briefumschlag, noch am papiergedeckten Siegel anhängend. 33,5 x 19,5 cm. Umschlag: 9 x 17 cm (ausgefaltet: 20 x 33,5 cm). Der Gründer der Herzog August Bibliothek (1579-1666) an Johann Berlach von Hambstedt (Hammenstedt, Northeim?): "Uns ist unterthänig vorgetragen, was du wegen des dir abgefoderten Provisionsgetreides anhero verlangen lassen, So viel nun die Anlage von Ao. 1643 belangent, haben wir dieselbe nach proportion dero auf den Hambstedtschen Gütern haftenden contribution unter die interessenten ab: und eintheilen lassen, wie du auß der (nicht mehr vorhandenen) Beylage fürsehen, und wirstu deine portion zubührlich einzuschaffen wissen. Wenn solches geschehen, soll alsdann des von vorigen Jahren außstehenden Restes halber weitere verordnunge erfolgen ...". - Der Umschlag mit Erledigungsvermerk vom 20.I.1645 und zwei schwarzen Kreuzen, der Kennzeichnung von herzoglicher Post. - Am Kopf mit Fälzchen auf Museumskarton mit Welfenwappen und gedruckter Kurzbeschreibung montiert, der Umschlag durch Photoecken geschützt. - Etwas gebräunt und angestaubt, sonst sehr gut erhalten. - Beiliegend: Ernst August von Braunschweig-Calenberg, Fürstbischof von Osnabrück, 1692 erster Kurfürst zu Braunschweig-Lüneburg. Eigenhändige "Confirmacion pur le fief ..." (3 Zeilen) mit seinen Initialen. Auf der 4. Seite eines unvollständigen Kanzleibriefes an seinen Hofbankier Francesco Stechinelli. Ohne Ort und Jahr (um 1680). 2 S. auf Doppelblatt (Einlage mit der Fortsetzung des Textes fehlt). 31 x 20,5 cm. - Die Beilage wasserfleckig, angestaubt und mit Randdefekten. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 11 Esmarch, Henriette von 11 eigenhändige Briefe (zus. ca. 52 Seiten) auf persönlichem Briefpapier mit schwarzem Trauerrand und geprägter Krone und Unterschrift "Ihre dankbar ergebene Henriette", Kiel 1886-1904. Blattmaße: 21,5 x 13,5 cm (gefaltet). Henriette von Esmarch (1833-1917), geb. Prinzessin Henriette Elisabeth von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. - 5 Briefe an Stephanie Cerrini de Monte Varchi, der Hofdame ihrer Schwester Prinzessin Karoline Amalie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (1826-1901). - 6 Briefe an ihre Nichte Louise Sophie (1866-1952), Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg "Meine liebe Jaja". Schätzpreis: 450,00 €
Lot 12 Feininger, Lyonel Maschinenschriftlicher Brief an die Galerie Springer, Berlin, mit eigenhändiger voller Unterschrift in schwarzer Tinte auf Briefpapier mit eingedrucktem Kopf "LYONEL FEININGER NEW YORK". Datiert "July 31st, 1954". 1 S. 25,5 x 18,5 cm. Direkt an Rudolf Springer (1909-2009) gerichteter Brief, in dem Feininger "Ihre Anregung eine Ausstellung meiner Arbeiten in Berlin zu veranstalten, ... leider aus vielen Gründen ablehnen" muss. - Der Urenkel des Berliner Verlagsgründers Julius Springer war von 1947 bis 1948 als Ausstellungsleiter und Geschäftsführer der Galerie Gerd Rosen tätig, bevor er 1948 seine eigene Galerie im elterlichen Haus in Berlin-Zehlendorf eröffnete und damit zu den ersten Galeristen zählte, die den Kunsthandel im Nachkriegs-Berlin etablierten. Ab 1950 mit Räumlichkeiten im "Maison de France", dann ab 1953 im "Quartier Bohème" zog die Galerie 1954 in die hier erwähnte Adresse am Kurfürstendamm 16. - Zweifach gefaltet und mit Lochung am linken Blattrand ist das Blatt punktuell auf Karton montiert, minimal fleckig. Schätzpreis: 500,00 €
Lot 13 Fried, Erich Maschinenschriftliches Gedicht in 2 Fassungen, die erste mit eigenhändiger Unterschrift "Erich Fried", die zweite mit eigenhändigem Zusatz und Unterschrift "Erich". London, 22./23.IV.1981 (Poststempel der erhaltenen Briefumschläge). Je 1 S. auf Luftpostpapier. 23 x 21 cm und 18 x 19,5 cm. Fried sendet das Gedicht "Die Nachfolger" in erster und in verbesserter Fassung an die "Die Neue" in Berlin zur Veröffentlichung. Der Text zieht Parallelen zwischen der Judenverfolgung der NS-Zeit, der Verfolgung von Palästinensern durch libanesische Phalangisten und zionistischer Abstempelung von Kritikern als Nazis. In der zweiten Fassung hat Fried die erste der drei Strophen wesentlich pointierter formuliert. Er schreibt dazu eigenhändig: "Lieber Rüdiger (Schaper, als Redakteur) - falls Du das Gedicht, das ich Dir gestern schickte, noch nicht etwa in Satz gabst, hier ist eine verbesserte Zweitfassung. Verzeih!" - Faltspuren, Erstfassung aus 2 Papierstreifen zusammengesetzt, mit Frieds Stempel sowie Kugelschreibervermerken des Empfängers, eine Briefmarke ausgeschnitten. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 14 Kant, Immanuel Metz, Andreas. Einleitung in das Studium der theor. formalen Philosophie oder Logic nach Kants Grundsätzen. Deutsche Vorlesungsnachschrift auf Papier. Würzburg, datiert 29.I.1799. 1 Bl., 232 S. 22 x 17 cm. Deutsche Kursive von 2 Händen in braunschwarzer Tinte. Pappband der Zeit (stark berieben, Rücken fehlt). Metz (1767-1839 las ab 1794 Philosophie am Würzburger Julianeum, ab 1798 auch an der Universität. Kants Lehre trug er im Auftrag von Fürstbischof Fechenbach in verkürzter, der Kirche nicht anstößiger Form vor. – Am Kopf des Titels Namenszug “Fuchs”, offenbar Verfasser der Nachschrift bis S. 166. Laut Merkle, Matrikel der Universität Würzburg, 1922, Nr. 24304 wurde im Wintersemester 1798/99 Franz Josef Fuchs “von Sulzdorf” als Theologe im ersten Studienjahr immatrikuliert. Der Ort ist wohl für Sulzfeld im Grabfeld verschrieben, ein Folgevermerk von 1860 ist mit dem Sulzfelder Gemeindeteil Kleinbardorf bezeichnet. Der Rest der Handschrift von einer zweiten Hand, ein ebenfalls 1799 datierter weiterer Namenszug am Fuß des Titels unlesbar durchgestrichen. Die Handschrift schließt mit der Abkürzung von “Omnia ad maiorem dei gloriam” sowie Sichtvermerk (?) “ita ego docens mp.” – Unbeschnitten, gebräunt, Brandlöchlein im ersten Textblatt, kleine Wurmspuren im Bund. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 15 Karoline Mathilde von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg 22 eigenhändige Briefe (zus. ca. 100 Seiten) auf persönlichem Briefpapier (auch "Schloss Berlin" oder "Neues Palais") mit Unterschrift "Calma" oder "Caroline Mathilde". Grünholz / Glücksburg / Bückeburg 1886-1911. Unterschiedliche Formate. Karoline Mathilde von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (1860-1932), Herzogin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. - Adressaten sind u.a. ihre Hofdame Stephanie Cerrini de Monte Varchi (1826-1901) und ihre Schwester Prinzessin Louise Sophie (1866-1952) "Liebste Louise". Schätzpreis: 450,00 €
Lot 16 Kennedy, John F Eigenhändige Unterschrift in Filzstift auf Original-Photoporträt des White House Press Office vom 20.II.1961. Vintage. Bild: 16,6 x 12,8 cm. Blatt: 25 x 20 cm. Kräftiges Photopapier, Abzug in Seidenmatt. Bekannte Aufnahme, bei Wikimedia unter "White House photo portrait, looking up" abrufbar und von Kennedy mehrfach mit leichten Abweichungen signiert. - Rand etwas fleckig, unten Oberflächenläsur. Schätzpreis: 360,00 €
Lot 17 Kennedy, John F Brandt, Willy. Ausführliche eigenhändige Gesprächsnotiz mit Unterschrift. "An Bord des Lufthansa-Senator-Dienstes" (gedruckte Kopfzeile), 5.X.1962. 5 S. auf 3 einseitig beschriebenen Doppelblättern. 21 x 14,5 cm. Kugelschreiber auf Luftpostpapier. Kennedy empfing Brandt als Regierenden Bürgermeister von Berlin am 5. Oktober 1962 im Weißen Haus. Die vorliegende Notiz ist auf Brandts Rückflug entstanden. "In dem Gespräch, das Kennedy heute mittag im Anschluss an die Unterhaltung in seinem Amtszimmer mit mir unter vier Augen führte, wurden folgende Punkte berührt: 1.) Kennedy äußerte sich skeptisch über die Möglichkeit, in den nächsten Jahren einen Zusammenprall mit der Sowjetunion vermeiden zu können. 2.) In diesem Zusammenhang traf der Präsdent die Feststellung, er habe auf eine Intervention in Kuba wegen der wahrscheinlichen Rückwirkungen auf Berlin verzichtet. 3.) Kennedy äußerte noch deutlicher als im größeren Kreis seine Enttäuschung darüber, dass die meisten Vorschläge aus Washington von europäischer Seite zerredet oder sogar verdächtigt würden . 4.) Während der Präsident Berlin als ein einleuchtendes und vordringliches Problem betrachtet, sieht er keine Möglichkeit, die Frage der deutschen Wiedervereinigung in den nächsten Jahren zu lösen. Er wollte meine Meinung dazu hören. 5.) Auf Wunsch des Präsidenten erläuterte ich ihm kurz meine Auffassungen zu a) der Notwendigkeit, die Forderung nach einem Friedensvertrag nicht der sowjetischen Propaganda zu überlassen, b) der etwaigen Möglichkeit, durch Erweiterung der Treuhandstelle für den Interzonenhandel zu einer Einrichtung (zu) gelangen, die auch andere praktische Fragen im gespaltenen Deutschland regeln könnte. - Stenographischer Vermerk am Kopf, horizontale Faltspur, untere Ecke der ersten Seite mit Knickspur. - Beiliegend: Eine bedruckte Bordkarten-Klapphülle der American Airlines, gestempelt "Boston Departure Oct. 2 1962". Vorder- und linke Innenseite mit stenographischen Notizen in Kugelschreiber bedeckt, rechte Innenseite mit Bildkritzelei. - Brandt hielt am 2./3. Oktober 1962 die berühmten "Koexistenz"-Vorträge in Harvard, möglicherweise entstammen die Stenogramme seiner Entourage. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 18 Komponisten Konvolut von 5 Albumblättern. 1. Apostel Hans Erich (1901-1972). Albumblatt mit eigenhändigem Notenzitat mit Text "Horch! Horch, es Flötet die Nachtigall im Gebüsch" aus "Frühe Lieder", Widmung "Mit Gruß und manchem Dank!" und Unterschrift. (Wien) "im Sept. (19)47". 17 x 15 cm .- 2. Kont, Paul (1920-2000). Albumblatt mit eigenhändigem Notenzitat aus "Wiegenlied für Margarethe" sowie mehrzeiliger Widmung und Unterschrift. (Wien) "9.7.(19)48". 17 x 15 cm. - 3. Wildgans Friedrich (1913-1965). Albumblatt mit eigenhändigem Notenzitat, Widmung "Zur freundlichen Erinnerung" und Unterschrift. "Wien, 16.IX.1947". 17 x 15 cm - 4. Eckhardt-Gramatté, Sophie-Carmen (1899-1974). Albumblatt mit eigenhändigem Notenzitat "Basset Horn Thema aus dem 1. Bläser-Quartett 1947", Widmung "Freundlichen Grüssen" und Unterschrift (in Bleistift). "Wien 1947". 17 x 15 cm. - 5. Schiske Karl (1916-1969). Albumblatt mit eigenhändigem Notenzitat "Aus dem 1. Satz meiner 2. Symphonie op. 26", Widmung "Herzlichst" und Unterschrift. (Wien 1948). 17 x 15 cm. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 19 Minetti, Bernhard Fetzen über Schauspielerei. Eigenhändiges Manuskript, am Schluss seine Initialen. Wohl Berlin, um 1980. 4 S. auf 4 einseitig mit Filzstift beschriebenen Bl. 29,5 x 21 cm. -Dazu: 37 Rollen- und 5 Privatphotos, teils spätere Abzüge, teils Vintages. Überwiegend Silbergelatine. 1931-85. 17 x 12 cm bis 30 x 23,5 cm. Rückseitig meist bezeichnet und mit Copyright-Stempeln. Reinschrift vielleicht eines Redemanuskriptes, lediglich am Schluss Korrekturen. - "Schauspielkunst woher? Der Trieb mit dem eigenen Körper, der eigenen Stimme zu 'spielen'. Vergleichbar dem Trieb, der Lust, zu musizieren, zu malen ... Ist die Rolle probiert, ist sie 'fertig' - dabei sind eigentlich nur die Weichen gestellt, denn das Entscheidende ereignet sich, kommt Publikum hinzu ... Fähigkeit zur Konzentration gleich Fähigkeit das Gestaltete wiederzugewinnen als ein Lebendiges, gar lustvoll - dies Lebendige innerhalb eines Ensembles von Lebendigen gibt erst das Element Theater ... Technisches als Voraussetzung, muss Mittel bleiben, unauffälliges Mittel. Technik als Selbstzweck, eitel ausgespielt wird Virtuosität, Brillanz, äusserlich, sinnlos ... Verführung ohne Eitelkeit für Schauspieler kaum denkbar. Natürlich geht es um Shakespeare, Kleist. Gruppentheater prächtig wenn gesellschaftliche Ziele angepeilt, inhaltlich orientiert. Ästhetisch das zu kontern: Bob Wilson grossartig: etwa: er sitzt, minutenlang unschlüssig, soll er das Telefon abheben oder nicht ... Sein Gesicht sagt nichts. Ich wüsste nicht was spannender wäre ... Einen wirklich Dummen sollten nur Kluge spielen. Oder? Nun ja, nicht grundsätzlich. Tabori brachte seine Freunde dazu, drei (oder zwei?) Tage zu hungern, um Hungernde zu spielen. Mag sein, dies ergibt auch Kunst. Fantasie gibt sie auch: Kunst. Ich meine: Vollgefressen sein inclusive Champagner und nackt und bloss auf der Bühen stehn und 'Hunger' zu zeigen, überzeugend, ist für mich durchaus Schauspielerei ... Die Schauspielkunst ... kann schreien, sternenkalt oder strohwarm. Zart küssen und wild. Stammeln und überreden ... Eine unbegrenzte Freiheit, eine unheimliche Vielfalt. Im Einzelnen zu verkörpern wie im Ensemble. Nicht selbstherrlich. Sondern im Dienst. Der grossen Autoren ... von damals und heute. B.M." - Horizontale Mittelfalte, kleiner (Reproduktions-?) Vermerk am Kopf der ersten und letzten Seite, diese am Unterrand etwas fleckig, sonst tadellos. - Rollenphotos: Mephisto (Goethe, Faust, 1931/32), Weislingen (Goethe, Götz, 1931/32), Godem (Griese, Mensch aus Erde, 1933/34), Strolch (Hauptmann, Musik, 1933/34, 2), Chabot (Johst, Thomas Payne, 1935/36, 2), Kronprinz Friedrich (Rehberg, Friedrich Wilhem I, 1935/36), Ritter (Grabbe, Don Juan und Faust, 1936/37), Prinz Heinrich (Rehberg, Siebenjährige Krieg, 1937/38, mit Gründgens), Marinelli (Lessing, Emilia Galotti, 1937/38, 2 mit Gründgens), Frank Gardner (Shaw, Frau Warrens Gewerbe, 1937/38), Leonhard (Hebbel, Maria Magdalena, 1938/39), Ottokar (Grillparzer, König Ottokar, 1940/41, 3), Sebastiano (Riefenstahl, Tiefland, 1940-44), Wolsey (Rehberg, Heinrich und Anna, 1941/42), James Tyrone (O'Neill, Eines langen Tages Reise, 1956/57), Caribaldi (Bernhard, Macht der Gewohnheit, 1974), Spooner (Pinter, Niemandsland, 1975/76), Prospero (Shakespeare, Sturm, 1977/78, 3), Otto Quangel (Fallada-Revue, Jeder stirbt für sich allein, 1980/81, 9), Unidentifizierte Altersrolle (Bernhard?, um 1985, 2). - Privatphotos: 5 großformatige Kopfstudien im Alter, 3 mit Zigarre, Copyright-Stempel Peter Adler, Berlin (4) und Hannes Kilian, Wäschenbeuren. - Ecken teils etwas bestoßen oder verknickt, sonst gut erhalten. - Beiliegend: 2 Dias sowie Festschrift zum 75. Geburtstag (26.I.1980) mit eigenhändiger Widmung Minettis auf dem Schlussblatt. Schätzpreis: 600,00 €
Lot 20 Moissi, Alexander 73 eigenhändige Briefe mit Unterschrift (Alexander, Alessandro, Dasandro oder nur A.) sowie 5 eigenhändige Postkarten. Italien, Deutschland, Schweiz und Österreich, verschiedene Orte, September 1931-März 1935. Etwa 160 S., meist in Füllfeder. Briefe 18 x 14,5 cm bis 29 x 23 cm. Vielfach auf Hotelpapier. - Mit beigelegten Original-Photographien (s. unten). Sämtlich an seine letzte große Liebe, die dänische Tänzerin und Schauspielerin Sonja Wiberg. Moissi und Wiberg lernten sich 1931 in Salzburg kennen, er war 51 Jahre alt, sie 19 und von Max Reinhardt für den "Jedermann" engagiert, in dem Moissi wie bei der Uraufführung 1911 die Hauptrolle spielte. Die Beziehung wurde diskret in den Hotelunterkünften des rastlos reisenden Bühnenhelden und Erotomanen gelebt, sie bestand bis zu Moissis plötzlichem Tod am 22.III.1935. Seine Briefe an die Geliebte sind undatiert und nur mit den Wochentagen, vereinzelt mit späteren Datierungen in Bleistift versehen. Moissi drückt seine Sehnsucht aus, berichtet teils kurz, teils ausführlich von Tagesereignissen, Engagements und Reiseterminen, gelegentlich von seinen nächtlichen Träumen, er kommentiert die politische Lage und ihre Auswirkungen auf sein und Wibergs Leben. - Textbeilagen: Ausgedruckte Gesamttranskription mit Datierungsversuchen; vorgedruckte Einladungskarte von Max Reinhardt für Wiberg nach Schloss Leopoldskron bei Salzburg; eigenhändige Bestätigung von Moissi mit voller Unterschrift über Wibergs Mitgliedschaft in seiner "Schauspielgesellschaft" (1934); 2 maschinenschriftliche Briefe an Wiberg (Engagement in Prag, Übersendung eines Schecks von Moissi); 2 nicht zugehörige Postkarten. - Photo-Porträts Moissi: Große Aufnahme (22,5 x 16,5 cm) kurz vor dem Tod, auf dem Untersatzkarton bezeichnet "Engberg Foto Paris 35"; Rollenphoto 16,5 x 11,5 cm; 8 Postkarten (1 bildseitig 1903 gewidmet und signiert, gelaufen; 1 rückseitig später bezeichnet "Jedermann Tischgesellschaft 1931 Salzburg Domplatz" mit Moissi und Wiberg); Mäppchen mit 16 gesteckten Aufnahmen meist 11 x 8 cm (Moissi ca. 1934, mit Mutter und anderen, Villa in Mödling, Wiberg, 3 kleine Bühnenbilder "Jedermann"). - Photo-Porträts Wiberg: 4 großformatige zeitgenössische Aufnahmen, davon 2 Rollenbilder. 23,5 x 17,5 cm bis 30 x 23,5 cm, alle mit Atelier- oder Photographenbezeichnungen, 2 auf Karton montiert. - Erhaltung: Faltspuren, gelegentlich Randeinrisse, wenige Briefe stärker beschädigt, Ecken der Photos teils bestoßen, Kartons gebräunt, einer mit Eckbruch. - Textauszüge: Bad Teplitz/Schönau, November/Dezember 1931: "Ich kann meinen Durchfall in Berlin (wohl von der "Gefangene" auf der Berliner Volksbühne) gar nicht begreifen, ein böser Traum und dann glaube ich, daß es sich um einen vorbedachten Mord handelt und nicht um Kritik. Du sollst nicht und niemandem meine Briefe zeigen." - Berlin, Januar 1933: "Liebling, nur wenige Worte, das Erste: ich hab' Dich lieb! - Ich kam an u. fand Berlin illuminiert: der Reichstag brannte lichterloh ... nicht recht gemütlich u. ich fürchte, daß es blos ein Vorspiel ist." - Mantua, Juni 1934: "Mein süßer Liebling, versteht sich, daß ich ohne Nachricht von meinem Mädchen bin, ich habe es erwartet, denn es ist nicht leicht zigeunernde Menschen zu erreichen. Ich hoffe immerhin, in Bologna etwas vorzufinden ... Auch wird die nächste Zeit irgendwie totgeschlagen, bis ich wieder mein Mädchen sehe u. dann führe ich's aufs hohe Meer nach dem Norden, wo es kühl ist und nicht so schrecklich lärmend wie im schönen Italien." - Bologna, Juni 1934?: Ein schwedischer Diplomat warnt davor, der Krieg könne demnächst ausbrechen. "Aber ich glaube nicht, daß es jetzt dazu kommt, im Gegenteil hoffe ich, daß wir unsere Seereise ohne Störung u. glücklich machen werden. - Süsses, Du sollst nicht immerfort um 4 Uhr morgens schlafen gehen ... Du bist ein ausnehmend gutes Mädel, aber Du glaubst z.B. gar gern an ital. Professoren, die auf der Straasse herumkucken u. Dich malen wollen - Sei vorsichtig u. ein bischen stolz u. sehr unnahbar.". - Bissone 1934: "Liebling, heute Nacht habe ich von Dir geträumt. Es muß Karlsbad gewesen sein, nachts, ich öffnete Deine Thür, Du stelltest Dich schlafend u. schimpftest schrecklich, daß ich Dich stören komme - schließlich ging ich stumm in mein Zimmer ... Ich fürchte für die Zukunft, besonders für Dich. Wo sollst Du Deinen Arbeitsdrang befriedigen? Wien dürfte wohl kaum mehr ernsthaft in Betracht kommen - von Deutschland gar nicht zu reden. Für ein Provinzengagement in der Schweiz od. Tschechei kommst Du wohl nicht (in) Betracht - was solltest Du dort? . Das Jahr 34/35 wird das bisher schwerste sein, wenn kein Wunder geschieht." - Bissone, 9. August 1934: "Liebling, glaubst Du, daß mich die Gutsbesitzerin Sonja lieb hat? So wie die kleine Sonja, die ich in Salzburg sah? ... Oder hast Du noch den Wunsch, mich zu sehen? Ich kenne mich nicht mehr aus u. habe das Gefühl, mich Dir aufzudrängen u. Du weißt, wie wenig es in meiner Natur liegt, auf- und zudringlich zu erscheinen." - Bissone, wohl Ende August 1934: Er hat als der vermeintliche "Jude Moissi" das gesamte deutsche Tätigkeitsgebiet verloren und sorgt sich weiterhin um Wibergs Zukunft. "Österreich nimmt das italienisch-faschistische System an, der Idiot Starhemberg hat bereits seine Gewaltigen in Wien, um die Geheimpolizei und die sonstigen Segnungen zu studieren. Es wird schwer, nicht leichter und dann am Ende - ein sehr nahes Ende - steht der Krieg, der aller Wahrscheinlichkeit nach kaum länger als ein Jahr uns warten lässt. Deshalb wäre es für Dich so gut, Dir für diesen schwersten Fall in Dänemark eine kleine Basis zu schaffen od. Norwegen od. Schweden. Und wird der Krieg mich nicht auch in diese Gegenden treiben? Ich glaube es." - Februar/März 1935: Süsser Liebling, daß Du mir im großen Paris nicht verloren gehst - gefährlich! So viel Leute, Autos, Räuber, Verrückte Emigranten - gefährlich! Ich kann Dir nichts sagen von mir als: 1. & 2. u. 3. u. 1000stens: ich hab' Dich lieb, aber dann immer das Gleiche: schlechtester Schlaf (fast gar nicht mehr), viel Arbeit, keine Freude ...". Schätzpreis: 3.000,00 €
Lot 21 Moltke, Helmuth von Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Gr. Moltke Feldmarschall" sowie eigenhändig adressiertem Umschlag. Berlin, 12.VI.1881. 3 Zeilen (ohne die Unterschrift). 20 x 14 cm. An Daisy Strauss, Frankfurt am Main, Pfingstweidtstraße 9. - In militärischer Kürze: "Die gefällige Zuschrift vom 10 dM erwiedernd ergebenst ...". - Faltspuren, am linken Rand Leimflecken sowie kleiner Einriss, auch der Umschlag etwas fleckig. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 22 Politiker Sammlung von ca. 130 Autogrammen und Grußformeln deutscher und Berliner Politiker, einiger Botschafter, Offiziere und weiterer Persönlichkeiten. Auf Visitenkarten, Briefausschnitten und 28 Porträts, meist Original-Photographien. Berlin, um 1950-80. Photos gesteckt, sonst auf DIN A4-Blättern montiert. In Klarsichthüllen und Ringordner. Auf Papier: Heinrich Albertz, Holger Börner, Willy Brandt, Karl Carstens, Heinz Galinski (3), Hans Dietrich Genscher (2), Alfons Goppel, Heinz Kammer, Helmut Kohl, Teddy Kollek (2), Hans Koschnick, Peter Lorenz (2), Heinrich Lübke, Heinrich Lummer, Joseph C. McDonough, Heinrich Mendelssohn (6), Walter Mischnick, Walter Momper, Ernst Reuter (10), Axel Springer (2), Dietrich Stobbe, Shepard Stone (2), Wolfgang Stresemann (2), Hans-Jochen Vogel (2) und andere. - Auf Photos (meist 14,4 x 10,5 cm, einige größer, wenige farbig): Willy Brandt, Peter Lorenz (2), Helmut Schmidt, Klaus Schütz, Horst Schumann, Dietrich Stobbe (4), Hans-Jochen Vogel, Richard von Weizsäcker und andere. - Dazu: 2 Signaturen von Heinrich Lummer auf seiner Broschüre "Der politische Witz in der DDR" und der Single "Ich kenn' eine Stadt (Berlin, Berlin, Berlin) - 25 Jahre, 5 Kanzler und mehr". Schätzpreis: 360,00 €
Lot 23 Radis Acta Inquisitionis contra Michael Zezschen und Anna Maria Kraussin in pto. Adulterii. Gerichtsakte. Deutsche Handschrift auf Papier. Radis, Bodenhausisches Gericht, 1711-13. Titel, 55 num. Bl., 9 Bl. Original-Briefe bzw. Brief-Adressen, teils mit Siegeln. 33 x 20 cm. Geheftet. Berichte, Protokolle, Verteidigungsschriften, Gutachten, Gesuche an den Kurfürsten, Antworten aus dessen Kanzlei etc. wegen eines Falles von Ehebruch. - Dazu: 2 weitere handschriftliche Gerichtsakten aus Radis. 1. Acta Judicialia die von Marien Elisabeth Friesin in Gräfenhaynichen ... anhängigen Schwängerungs Sache, wider Andreas Ludley in Uthausen ausgebrachte Verkümmerung des dem letztern zuständigen väterlichen Erbtheils, und von selbigen deshalb geführten Beschwerde ... betr(effend). 1796. 4, 19 num., 1 Bl. 35 x 21 cm. Unter Aktenfalz geheftet. - 2. Des Hauses Radiß Gerichts Prothocoll Anno MDCLXXV. Sammlung von 53 durch ein späteres Verzeichnis erschlossenen Akten des "Gerichtshalters" aus dem Jahr 1675. 5, 116 num., 2 Bl. 34 x 21 cm. Unter Aktenfalz geheftet. - Unbeschnitten, vereinzelt ausgefranst, Titelblätter gebräunt, fleckig und mit Randschäden. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 24 Reinhartin, Anna Barbara Christ catholisches Gebett Büchlein. Worinen Sehr schönne Morgen Gebetter Mess Vesper Beicht und Communion gebetter wie auch zu der H. Dreyfaltigkeit vom bitteren Leiden. Zu der mutter gottes und denen Heiligen sambt Etlichen Lietaneyen aus etlichen Bücheren heraus gemomen (sic). Deutsche Handschrift auf Papier. 3 Teile in 1 Band. Mit 6 blattgroßen Zeichnungen in roter und schwarzer (einmal auch blauer) Feder sowie einigen roten Initialen. Miltenberg 1765. 1 Bl., 317 (recte 320) S., S. 195-230, 45, (2) S., 36 weiße Bl. Deutsche Kursive in schwarzer Feder, Überschriften in roter Auszeichnungsschrift. 16,5 x 10 cm. Lederband der Zeit über Holzdeckeln (berieben und bestoßen, Bezug über der vorderen Unterkante geplatzt). Zeitgenössisch aus drei Handschriften zusammengestelltes Gebetbuch, die mittlere schließt trotz der neu einsetzenden Zählung mit Heiligengebeten an die erste an. Der dritte Teil enthält "Allgemeine Lebensregeln" (die letzten 2 1/2 S. mit zusätzlichem Gebet von späterer Hand). Die Schreiberin zeichnet S. 106 des ersten Teils mit ihren Initialen, S. 199 des zweiten Teils mit dem vollen Namen, Ort und Jahr (dieses an mehreren Stellen). Auch die sechs bemerkenswerten Zeichnungen wohl aus ihrer Feder, darunter Gebet vor dem Gekreuzigten, Leidenswerkzeuge, Mondsichelmadonna, Christus in Ketten mit Dornenkrone. - Stempel des Franziskanerklosters Miltenberg an Haupttitel und S. 168 des ersten Teils, etwas gebräunt und fingerfleckig. Schätzpreis: 900,00 €
Lot 25 Rosenberg (-Lipinsky), Familie Gästebuch mit zahllosen Einträgen, meist in Füllfeder. Schweidnitz, Breslau, Frankfurt/Oder, Berlin-Wilmersdorf, Potsdam, 1910-42. 82 S., etliche Leerblätter. 23 x 18 cm. Original-Lederband mit Goldschnitt (berieben, gelockert, Rücken fragmentarisch). Über mehr als 30 Jahre geführtes Gästebuch der schlesischen Adelsfamilie von aufeinanderfolgenden Standorten. Enthält Unterschriften, Dankadressen und ganze Gedichte von Familienmitgliedern (u.a. Anna v. Rosenberg-Lipinsky, "die böse Schwiegermutter", Familien Gsell und Steinacker), befreundeten Adeligen (von Thaden, von Rosen, Tieschewitz, Douglas, Prittwitz, Both, Unruh, Marschall, Seidlitz, Casembroot, Piech etc.), zunehmend auch von dankbaren bürgerlichen Gästen sowie einigen Militärs (z.B. Oberleutnant Alexander von Bülow, Potsdam, Juni 1940). - Innen wohlerhalten. Schätzpreis: 360,00 €
Lot 26 Sammlung von 136 meist signierten Autogrammkarten, Photos, signierten Widmungen etc. von Schauspielern, Musikern, Politikern etc. 20. Jahrhundert Unterschiedliche Formate. In Plastikhüllen gesteckt und alphabetisch in 4 Ringordnern geordnet. Mit Autogrammen von Percy Adlon, Hans Albers, Peter Alexander, Eddi Arent, Charles Aznavour, Albert Bassermann, Willy Brandt, Horst Buchholz, Doris Day, Drafi Deutscher, Tilla Durieux, Heinz Erhardt, Fernandel, Willy Fritsch (3), Johannes Heesters (4), Lilian Harvey, Olivia de Havilland, Brigitte Helm, Katharine Hepburn, Emil Jannings, Curd Jürgens, Udo Jürgens, Klaus Kinski Hildegard Knef (3), Zrah Leander (5), Theo Lingen, Sophia Loren (2), Ernst Lubitsch, Jayne Mansfield, Hans Moser, Marcel Marceau, Asta Nielsen, Gret Palucca, Max Reinhardt, Leni Riefenstahl, Heinz Rühmann (2), Romy Schneider, u.v.a. - Vereinzelt leicht knickspurig bzw. fleckig, insgesamt sehr gut erhalten. Schätzpreis: 1.800,00 €
Lot 27 Stenbock-Fermor, Alexander Mensch allein. Matrizenabzug des Typoskriptes mit eigenhändigen Vermerken auf dem Titelblatt, eigenhändigem Inhaltsverzeichnis in Füllfeder und zahlreichen kleinen Bleistiftkorrekturen. Berlin-Wilmersdorf, um 1960. 2, 177 gezählte Bl. 30 x 21 cm. Lose. Offenbar unveröffentlichte Erzählung um den von der rumänischen Siguranza 1928 festgenommenen auslandsdeutschen Journalisten Peter Burkard, seine Gefangenschaft und Freilassung. Hintergrund ist der erstarkende Widerstand der Bauernparteien gegen die Bratianu-Regierung. - Graf Stenbock-Fermor, proletarisch-revolutinärer Belletrist, Drehbuchautor und Widerstandkämpfer im 3. Reich (1902-72), wurde 1947 Cheflektor von "Volk und Welt" und lebte seit den fünfziger Jahren in Berlin-Wilmersdorf, seine wechselnden Adressen auf dem Titelblatt vermerkt. "Mensch allein" wird dort als "vorläufiger Titel" bezeichnet. - Dazu: Derselbe. 1. Peter Lorenz (Pseudonym). Buchhaendler unterm Dach. Typoskript-Durchschlag. Ohne Ort und Jahr. 4 S. 28 x 22,5 cm. Lose, mit Spuren von Kreuzfaltung. - 2. Erlebnisse als Puppenspieler. Eigenhändiges Redemanuskript in Füllfeder mit Namensnennung. Ohne Ort und Jahr. 12 S. auf 6 Bl., 1 Bl. mit Zitat aus Shakespeares Sonetten. 28 x 22 cm. Lose, mit Spuren von Kreuzfaltung. - Ränder der Typoskripte etwas ausgefranst (am Durchschlag rechts stärker), vereinzelt Eckknicke, das Manuskript wohlerhalten. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 28 Strauss, Richard Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift (Bleistift) "Dem ausgezeichneten Baron, Kaiser, Herodes dankbar ergeben Karlsruhe 28.9.(19)31". Blattgröße: 16,5 x 13 cm. Für den Kammersänger Theo Strack (1881-1946), der in Karlsruhe in den Strauss-Opern "Intermezzo" den Baron Lummer, in "Die Frau ohne Schatten" den Kaiser und in "Salome" den Herodes sang.- Provenienz: Nachlass Käthe Strack. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 29 Theater Wiesenthal, Grete. Eigenhändiger Brief (1 Seite) an den Schauspieler Hermann Thimig. "Wien 26. Februar 1946". - Bleibtreu, Hedwig, Schauspielerin (1868-1958). Eigenhändiger Brief (3 Seiten) mit Unterschrift an den Schauspieler Hermann Thimig. "Sils Maria, 26.VIII.(19)34". Doppelblatt. - Seidler, Alma, Schauspielerin (1889-1977). Eigenhändiger Brief (2 1/2 Seiten) mit Unterschrift an den Schauspieler Hermann Thimig. "Wien, 1.V.1941". Doppelblatt. I. Über Goldonis "Der Diener zweier Herren", aufgeführt bei den Salzburger Festspielen 1946 in der Regie von Hermann Thimig und mit der Choreographie von Grete Wiesenthal: "Das Buch habe ich bereits erhalten und gelesen - kann aber nichts weiter tun bevor ich nicht die Musik habe... Fräulein Kurzbauer wurde bereits zu der Kostümprobe gerufen - all das ist verfrüht - ich brauche die Musik." - Grete Wiesenthal (1885-1970) tanzte und spielte 1928 bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele in Billingers Stück Perchtenspiel durch die Exl-Bühne in der Rolle der schönen Perchtin. Von 1930 bis 1959 war sie choreografische Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele. - Gelocht, etwas knittrig, teils leicht ausgeblichen. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 30 The Beatles Original-Photographie. Vintage. Silbergelatine. Mit eigenhändigen Signaturen aller 4 Mitglieder. 1960er Jahre. Motivmaße: 12,2 x 10,5 cm. Blattmaße: 14,8 x 10,5 cm. Frühe Autogrammkarte der Beatles. - Laut Aussage der Einlieferin in einem beiliegenden handschriftlichen Schreiben, wurde ihr nach einer schriftlichen Anfrage an den Beatles-Manager Brian Epstein die vorliegende Karte von Epstein in die DDR (Berlin Pankow) zugeschickt. - Die Signaturen mit verschiedenen Kugelschreibern in Blau und Schwarz. - Oberer weißer Rand mit 7 kleinen Nadellöchlein, rechter Rand und Ecken leicht bestoßen, leicht kratzspurig. Schätzpreis: 1.200,00 €