Lot 1326 Menzel, Adolph von Der Schafgraben. Kaltnadelradierung auf Japan. 1843. Motivmaße: 16,5 x 23 cm. Blattmaße: 30 x 42,4 cm. Bock 1145/IV. - Motiv aus dem Berlin der Zeit. - Das Blatt am oberen Rand auf Unterlage montiert, leicht gebräunt, im Passepartout-Ausschnitt etwas stärker, stockfleckig sowie selten minimal angeschmutzt. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 1327 Menzel, Adolph von Die schlafende Näherin am Fenster. Radierung auf Papier. In der Platte signiert und datiert. 1843. Plattenmaße: 26 x 21 cm. Blattmaße: 31,8 x 26 cm. Bock 1134/IV. - Die abgebildetete schlafende Frau ist Menzels Schwester Emilie, die spätere Frau Kigar. - Das Blatt in den oberen Ecken auf Unterlage montiert, etwas gebräunt, lichtrandig sowie leicht berieben, gewellt und fingerfleckig. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 1328 Menzel, Adolph von Speisenkarte für den herzoglichen Hof in Meiningen. Radierung in rotbraunem Druck. In der Platte signiert und datiert. 1843. Blattmaße: 22,7 x 17 cm. Bock 1144. - Die vorliegende, sehr seltene Radierung kommt in verschiedenen Farben vor. - Das Blatt in den Ecken auf Unterlage montiert, etwas berieben und fingerfleckig, ein Braunfleck in der oberen linken Ecke. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda; ehemals Sammlung Carl Heumann, Chemnitz. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 1329 Menzel, Adolph von (nach) Sammlung von 147 Illustrationen zu den Werken Friedrichs des Großen. Holzstiche, meist auf festem Velin, teils auch auf losem oder aufgewalztem China. Meist im Stock mit den Initialen Menzels, teils auch mit seiner Signatur, sowie der Signatur des jeweiligen Xylographen (Unzelmann, Vogel, Müller). Verso teils mit Sammlerstempeln von Ludwig Ginsberg, dem Kupferstichkabinett Berlin u.a. (Lugt 1728b, 2745, 5998). Blattmaße: 7,5 x 7,5 cm bis 16 x 17 cm. Bock 825-829, 832-842, 844-846, 848, 850-860, 862-867, 869-873, 876-882, 884, 886, 891, 893-897, 899-914, 918-921, 923-927, 929-937, 939, 941-946, 949-957, 960-963, 965, 967, 970-972, 974-980, 983-984, 987-989, 992-997, 999-1000, l004, l007-10l0, 1012, 1021-1024. - Bock 902 und 856 in 2 Exemplaren, Bock 837 im I. Zustand, alle übrigen Blätter im endgültigen Zustand. - Von September 1843 bis Dezember 1849 zeichnete Menzel die insgesamt 200 Illustrationen auf die Holzstöcke, die unter seiner Aufsicht von Friedrich Unzelmann, von den Brüdern Albert und Otto Vogel und von Hermann Müller geechnitten wurden. Sie waren bestimmt für eine große Prachtausgabe der Werke Friedrichs des Großen, die, von König Friedrich Wilhelm IV. veranlasst, von 1846 bis 1857 in 30 Bänden erschien und nur für Geschenkzwecke bestimmt war. Erst 1882 kam eine von der Kunsthandlung H. Pechter herausgegebene vierbändige Ausgabe der von den Originalstöcken gedruckten Illustrationen in den Handel. - Die Holzstiche größtenteils verso auf Archivkartons montiert, dort mit eingedruckter Nummerierung. - Teils etwas gebräunt und fleckig. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 1.500,00 €
Lot 1330 Mucha, Alphonse Byzantinischer Kopf. Tondo. Eisenguss, verchromt. Rückseitig mit eingeprägter Modellnummer "2059" sowie dem Wiener Stempel "Gesetzlich geschützt St. W". Entwurf: um 1897. Durchmesser: 22,2 cm. Korrosionsspuren, verso mit Aufhängung. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1331 Müller, Johann Gotthard Anton Graff, sitzend, in halber Figur. Kupferstich auf festem Papier. Nach 1797. Motivmaße: 34 x 25 cm. Blattmaße: 42,5 x 31 cm. Vgl. Andresen (in: Naumanns Archiv für die zeichnenden Künste 11, 1865) S.1-41, Nr.3/I. - Der Stich nach einer Kreidezeichnung Müllers von 1797, in der Müller wiederum ein Selbstporträt des Malers Anton Graff aus den Jahren 1794/95 kopierte (Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden). Goethe schrieb dazu 1797 an Schiller: "Professor Müllern fand ich an dem Graff'schen Porträt, das Graff selbst gemalt hat. Das Kupfer ist übrigens auf dem Wege, gleichfalls fürtrefflich zu werden." (Berckenhagen 1967, Notiz zu Nr.514). - Erster Zustand vor aller Schrift. - Das Blatt etwas gebräunt und berieben, teils stärker fingerfleckig bzw. leicht angeschmutzt, verso mit handschriftlicher Notiz und Resten einer alten Montierung. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 600,00 €
Lot 1332 Oberländer, Adolf Vier Frauen im Café. Federzeichnung auf chamoisfarbenem Zeichenpapier mit blauen Fasern. Signiert, datiert und bezeichnet "Beweisführung". 1883. Blattmaße: 16 x 20,8 cm. Heise 1959, S.142 und Abb.116, Auktionskatalog Karl und Faber München, 1959, Nr.622. - Das Blatt im linken Rand auf Unterlage montiert, die Montierung setzt sich auf der Vorderseite etwas heller ab, das Blatt etwas gebräunt, rechte untere Ecke mit kleinem Papierverlust. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda; ehemals Sammlung Richard von Kühlmann, Berlin. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 1333 Ostade, Adriaen van Die verlangte Puppe. Radierung auf festerem Bütten. Monogrammiert und datiert in der Platte. 1679. Plattenmaße: 10,3 x 9,1 cm. Blattmaße: 11 x 10 cm. Hollstein/Bartsch/Godefroy 16 - New Hollstein 50. - Mit der Einfassungslinie, kräftiger Druck mit Rändchen um die Plattenkante, verso entlang der linken Blattkante auf Karton montiert. - Dabei: Derselbe. Die Bezahlung der Zeche. Radierung auf Bütten. In der Platte signiert "Av Ostade" unten rechts. Um 1653. Blattmaße: 10,3 x 8,9 cm. - Hollstein/Bartsch/Godefroy 42 - New Hollstein 22. - Später Zustand der zwischen 1647 und 1653 immer wieder überarbeiteten Kupferplatte (vgl. die Original-Druckplatte in der Sammlung der Hamburger Kunsthalle, Inv. Nr.: DP 84). - Etwas unregelmäßig bis fast an die Einfassungslinie beschnitten, Braunfleck in der Türöffnung links, verso entlang der linken Blattkante auf Karton montiert. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1334 Quaglio, Domenico Stadt und Schloss Füssen. Bleistiftzeichnung auf festem Velin. Signiert rechts unten mit Bleistift "DQuaglio" sowie auf einem auf dem Unterkarton angebrachten Klebestreifen betitelt. Nach 1832. Blattmaße: 43 x 46,7 cm. Vorzeichnung Domenico Quaglios (1786-1837), der seit 1832 mit der Wiederherstellung der Ruine Hohenschwangau bei Füssen befasst war, für die beigegebene Lithographie von Carl August Lebschée. - Verso in den oberen Ecken in ein Klapp-Passepartout montiert, etwas gebräunt und fleckig. - Provenienz: Bassenge, 1963, Nr. 682 (mit Abb. auf S. 101). - Dabei: Carl August Lebschée. Stadt und Schloss Füssen. Lithographie mit gelblicher Tonplatte auf festem Velin. Im Stein bezeichnet "C.Lebschée ft München 42", unter der Darstellung bezeichnet "N.d.Nat.gez.v.Dom.Quaglio.", "Lith.v.C.A.Lebsché", "Gedr.v.J.B.Kuhn." sowie betitelt "STADT UND SCHLOSS FÜSSEN München bei Mey und Widmayer". Motivmaße: 36,8 x45,5 cm. Blattmaße: 46,5 x 55,8 cm. - Gleichseitige, nur mit kleinen Änderungen versehene Lithographie nach der Zeichnung von Domenico Quaglio. Als Blatt I von insgesamt 12 Lithographien der "Sammlung malerischer Burgen und anderer geschichtlich merkwürdiger Baudenkmale der bayerischen Vorzeit" erschienen, die 1846 von Mey und Widmager in München herausgegeben wurde. - Gebräunt, knickspurig und mit kleineren Randläsuren, verso mit Spuren einer früheren Montierung. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 600,00 €
Lot 1335 Rode, Christian Bernhard Triumph Davied und Sauls. (Sauls Triumph über Davids Sieg). Radierung auf gerippten Bütten. Im unteren Bereich mit Signatur, Datierung und Bezeichnung in der Platte. 1780. Plattenmaße: 40 x 55,5 cm. Blattmaße: 42,7 x 59 cm. Nagler 13, Jacobs 12. - Das Blatt stärker gebräunt und stockfleckig, berieben und im unteren Rand mit Wasserfleck, teils leicht knickspurig, mit Randläsuren, die rechte obere Ecke mit Einriss (5 cm), im oberen linken Rand mit oberflächlichem Einriss der oberen Papierschicht, verso mit Rückständen einer alten Montierung. Schätzpreis: 360,00 €
Lot 1336 Ruscheweyh, Ferdinand Luise, Königin von Preußen. Kupferstich nach Johann Heinrich Schröder. Probedruck, vor der Schrift. Um 1800. Plattenmaße: 29,8 x 21,5 cm. Blattmaße: 43,8 x 29,5 cm. Vorlage war das Pastell von Johann Heinrich Schröder. - Unbeschnittenes Blatt. - Etwas stockfleckig. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1337 Sammlung von 5 Landschaftsradierungen von J. W. Schirmer, J. C. Reinhart, J. A. Koch und J. W. Mechau 5 Radierungen auf unterschiedlichen Papieren. Jeweils in der Platte monogrammiert oder signiert. 1792-1845. Plattenmaße: 17 x 22,5 cm bis 37 x 28 cm. Blattmaße: 25 x 36 cm bis 47,5 x 34 cm. Enthalten sind: I. Johann Wilhelm Schirmer. Der Sturm. Radierung auf aufgewalztem China. Monogrammiert "IWS" links unten in der Platte. - Erschienen in der Mappe "Acht landschaftliche Original-Radierungen von Joh. Wilh. Schirmer" (erschienen 1845 in Düsseldorf bei Aug. Wilh. Schulgen etc.). - II. Johann Christian Reinhart. Der ruhende Wanderer am Wege unter großen Bäumen. 1810. - Aus einer Folge von sechs Blättern im heroischen Stil, radiert in den Jahren 1810 bis 1815. - III. Jacob Wilhelm Mechau. Blick auf Castel Gandolfo. 1792. - Entstanden während Mechaus römischem Aufenthalt 1790 bis 1798. - IV./V. Joseph Anton Koch. Rocca di mezzo bei Civitella / Das Tal des Garigliano be! Olevano. - Zwei Blatt aus der Folge von 20 radierten Ansichten von Rom und dessen Umgebung, erschienen 1810 in Rom. - Jeweils verso in den oberen Ecken auf Karton montiert, etwas gebräunt, fleckig, das Blatt von Reinhart etwas knickspurig.- Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 500,00 €
Lot 1338 Schick, Rudolph Villa am Meer. Bleistiftzeichnung mit Deckweiß gehöht auf Bütten. Um 1864. Blattmaße: 18 x 25 cm. Die Zeichnung ist unter der Nummer F22 im Werkverzeichnis von Hans Holenweg "Arnold Böcklin - Die Zeichnungen", hrsg. vom Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaften 1998, als Fälschung bzw. falsche Zuschreibung aufgeführt. Laut Holenweg handelt es sich um eine "Nachzeichnung" des Böcklin-Schülers Rudolph Schick von einer Photographie eines Böcklin-Gemäldes aus der über Jahre hinweg entstandenen Werkgruppe "Villa am Meer". Schick fertigte viele Kopien nach den Werken seines Mentors Böcklin an. Diese wurden nach seinem frühen Tod 1887 von seiner Witwe an den Kunsthändler Wolfgang Gurlitt verkauft und im vorliegenden Fall von Gurlitt 1964 bei Kornfeld und Klipstein eingeliefert. - Das Blatt in den oberen Ecken auf Unterlage montiert, etwas gebräunt und berieben, der obere Rand etwas ungerade beschnitten. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 1339 Schrödter, Adolf Münchhausens Entenfang. Radierung und Kaltnadel auf festem Velin. In der Platte mit dem Korkenzieher-Signet, sowie datiert und bezeichnet "Düsseldorff". 1840. Plattenmaße: 19 x 24 cm. Blattmaße: 22,5 x 27 cm. Vgl. A.Andresen, Leipzig 1873, Bd.II, S.474, Nr.2. - Früher Zustand vor aller gestochenen Schrift; die Landschaft ist nur zart gestochen. Die endgültige Fassung erschien im Deutschen Künstler-Album, Band VII, 1874. - Das Blatt in den oberen Ecken auf Unterlage montiert, etwas gebräunt, lichtrandig, sowie berieben und fingerfleckig. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1340 Stauffer-Bern, Karl Dr. Gottfried Keller. Radierung und Kaltnadel auf festem Velin. In der Platte signiert, datiert und gewidmet "Herrn Dr.Gottfried Keller verehrungsvoll von Stauffer-Bern 87". 1887. Verso mit Stempeln der Akademischen Kunstsammlung und des Kunstmuseums Bern (Lugt 4466 und 236a). Plattenmaße: 38,8 x 29,5 cm. Blattmaße: 56,5 x 44,5 cm. Unter den beiden Sammlungsstempeln mit dem doppelten Abgabestempel "Berner Kunstmuseum als Doublette ausgeschieden". - Lehrs 31/V. - Die Zeichnung zu dieser Radierung entstand in einem unbemerkten Augenblick, als Gottfried Keller (1819-1890) sich während einer Porträtsitzung erschöpft ausruhte. "Die Arbeit ist freilich an sich gut, aber das Bild seiner Entstehung nach dumm", schrieb Keller in einem Brief über die "gestohlene Aufnahme" (Lehrs, S.95). - Dabei: Franz Krüger. Baron von Kottwitz. Typographisch bezeichnet links unten "Gezeichnet und Lithographiert von Krueger". Um 1820. Motivmaße: 23,5 x 18,78 cm. Blattmaße: 35,5 x 25 cm. - Cohn, 1907, Nr. 4. - Laut Notiz auf dem Passepartout handelt es sich bei dem Porträtierten um "Baron von Kottwitz", d.h. den Philanthropen Hans Ernst von Kottwitz (1757-1843), einer führenden Persönlichkeit der Erweckungsbewegung, der 1814 an der Gründung der "Preußischen Haupt-Bibelgesellschaft" und der "Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden" beteiligt war. - Provenienz: Amsler & Ruthhardt, Berlin, 1913 (laut Erwerbungsnotiz auf dem Passepartout) / Sammlung von Dr. Heinrich Stinnes, Köln. - Beide Porträts aus der Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 1341 Thöny, Eduard Müder Kammerherr. Farbkreide, Aquarell und Deckweiß auf festem gelblichen Papier. Motivmaße: 26,5 x 24 cm. Blattmaße: 34,5 x 28,5 cm. Vgl. Auktionskatalog Karl und Faber München, 1964, Nr.1836. - Das Blatt in den linken Ecken auf Unterlage montiert, im linken Rand mit hinterlegten Rissen sowie knickspurig, insgesamt berieben und mit Atelierspuren, in den Ecken mit einigen Nadellöchern, Randläsuren. Schätzpreis: 600,00 €
Lot 1342 Thöny, Eduard Offizier und Bursche. Pinsel in Schwarz auf Karton mit fein geriffelter weißer Grundierung. Oben rechts monogrammiert und datiert. 1897. Blattmaße: 32,3 x 20,6 cm. Vgl. Auktionskatalog Bassenge 1963, Nr.754. - Das Blatt am Rand umlaufend mit Resten einer alten Montierung sowie Annotationen in Bleistift, im linken Rand mittig mit Einriss (4 cm), das Motiv etwas berieben, die Grundierung selten mit Haarrissen. - Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda. Schätzpreis: 750,00 €
Lot 1343 Thornton, Robert John (Hg.) Dunkarton, Robert. The Night-Blowing Cereus. Mezzotinto, in Farben gestochen und von Hand koloriert, auf festem Velin. In der Platte unterhalb der Darstellung bezeichnet "The Flower by Reinagle, Moonlight by Pether" und "Dunkarton sculpt." sowie mittig betitelt und darunter datiert mit "London, Published May 20, 1800 by Dr. Thornton". Plattenmaße: 48,6 x 36,2 cm. Blattmaße: 57 x 44 cm. Dunthorne 301 Platte A, erster Zustand. - Hervorragendes Schabkunstblatt von Robert Dunkarton (1744-1815) aus Robert John Thortons lendendärem "The Temple of Flora". Die Vorlage für die Blüte der "Königin der Nacht" lieferte Philip Reinagle (1749-1833), während die Landschaft im Hintergrund von Abraham Pether (1756-1812) stammt. - Der Arzt und Botaniker Robert Thornton (1768-1837) begann 1799 mit der Arbeit an der "New Illustration of the Sexual System of Carolus von Linnaeus", deren dritter Teil "The Temple of Flora" besonders ambitioniert war. Von den ursprünglich 70 geplanten Tafeln, wurden letztlich zwar nur 33 in Zusammenarbeit mit einer Reihe renommierter Künstler produziert, was jedoch ausreichte um Thornton finanziell zu ruinieren. Während sein Florilegium bis heute als eines der bedeutendsten künstlerischen Beiträge zur botanischen Kunst gefeiert wird und "The Temple of Flora" als "one of the greatest prizes of collectors of fine flower-books" (Great Flower Books, S. 143) gilt, konnte ihn nicht mal eine durch den "Thornton's Paintings, Drawings, Engravings and Books Act 1811" authorisierte Lotterie vor dem Ruin retten. Schätzungsweise wurden rund 800 Exemplare des "Temple" gedruckt, die jeweils 31 Tafeln mit Gedichten und Erläuterungen zu Blumenbräuchen und -legenden enthielten. - Die aufwendig produzierten Tafeln zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Einheitlichkeit in Ton und Erscheinungsbild aus. Neu war vor allem, dass Thornton und seine Künstler die Blumen in stimmungsvolle Landschaften setzten. - Die hier dargestellte in Jamaika und Kuba heimische "Selenicereus grandiflorus" ist mit Abstand das gefragteste Blatt des "Temple". Nicht nur ihre spektakuläre Blüte, sondern vor allem ihre romantische Gewohnheit, nur in wenigen Nächten zu erblühen, um von nachtaktiven Insekten bestäubt werden zu können - worauf die auf kurz nach Mitternacht stehende Turmuhr im Hintergrund verweist - macht sie zu einem besonders interessanten Blatt. - Verso in den oberen Ecken unter Passepartout montiert, rechte Blattkante mit ca. 6 cm langem, hinterlegten Randeinriss (bis ins Motiv), etwas gebräunt, lichtrandig und fleckig, das Papier entlang der Plattenränder teils etwas brüchig. Schätzpreis: 900,00 €
Lot 1344 Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm Die Auferstehung Jesu Christi. Radierung auf Bütten mit Wasserzeichen (bekrönter Wappenschild mit Straßburger Lilie, darüber Doppellilie). Signiert und datiert in der Platte "J. H. Tischbein Pinx: et Sculp: 1763" sowie betitelt. Plattenmaße: 43,6 x 29,7 cm. Blattmaße: 48,5 x 34,3 cm. Nagler 2 - Le Blanc 2. - Das radierte Hauptblatt von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) nach seinem Altargemälde in der Hauptkirche Sankt Michaelis in Hamburg aus demselben Jahr, das 1906 einem Brand zum Opfer fiel. - zum Wasserzeichen eines bekrönten Wappenschilds mit Lilie (sog. Straßburger Lilie) und darüberliegender Doppellilie, vgl. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Inv. IX 5159-36-29-2. - Schöner Druck mit vollem Rand, die obere Blattkante etwas unregelmäßig beschnitten, schwach fleckig und gebräunt, im weißen Rand etwas knittrig, kleiner Eckabriss unten links. Schätzpreis: 360,00 €
Lot 1345 Trübner, Wilhelm Damengesellschaft. Dunkelbraune Kreide und schwarze Tusche, laviert, auf Velin. Monogrammiert und datiert unten links "WT. 11/70." 1870. Verso Skizze eines sitzenden Mannes mit Kappe. Blattmaße: 14,6 x 25 cm. Elias (1921), Tafel 8. - Aus dem Nachlass des 1917 verstorbenen Künstlers stammende Zeichnung, die 1918 bei Prestel in Frankfurt versteigert wurde. Die Skizze entstand wohl in München, wohin Heinrich Wilhelm Trübner (1851-1917) 1870 zurückkehrte, um bei Wilhelm von Diez zu studieren. - Verso entlang der oberen Blattkante montiert, etwas gebräunt und fingerfleckig. - Provenienz: Wilhelm Trübner - Graphischer Nachlass, Prestel, Frankfurt, 1918, Nr. 24 (Abb. 4)/Sammlung Richard von Kühlmann, Berlin/Rosen, Berlin, 1960, Nr. 1353 (mit Abb.)/Sammlung Werner Bauer, Fulda. Schätzpreis: 500,00 €
Lot 1346 Unbekannt Anbetung der Könige. Öl auf Leinwand. Unten rechts datiert. 1722. Maße: 71,5 x 54 cm. Andächtiges Gemälde mit einer klassischen Anbetung der heiligen drei Könige, dem Jesuskind, sowie Maria und Josef. - Die Leinwand beschnitten und doubliert, mit frischer Firnis und Retuschen, sowie auf neuen Keilrahmen aufgezogen, einige Bereibungen, Kratzspuren und Farbverluste. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 1347 Unbekannt Franziskus von Paola. Öl auf Leinwand. Wohl 19. Jahrhundert. Leinwand: 98,5 x 81,5 cm. Gerahmt: 126 x 109,5 cm. Franz von Paola (1416-1507), Gründer des Paulanerordens (Ordo Minimorium oder auch Minimiten), heilig gesprochen, Wundertäter, Asket, Eremit und Schutzpatron der Seeleute. Das Wappen und das Motto seines Ordens war "Caritas". Diesem Wort wendet sich Franz von Paola im Gemälde zu, er schaut fromm und flehentlich gen Himmel. Im Arm hält er den Hirtenstab. Das vorliegende Werk lehnt sich sehr stark an ein anderes, wohl im 17. Jahrhundert geschaffenes Gemälde des Ordensgründers an, das im Wadham College der University of Oxford aufbewahrt wird. Es entstammt wohl der spanischen Schule. - Die Leinwand doubliert und neu gefirnisst, starkes Krakelee und wenige oberflächliche Bereibungen, sowie sichtbare Retuschen, an den Rändern teils mit starken Bereibungen und Farbverlusten, der dunkle Holzrahmen teils bestoßen. - Aufgrund der Größe muss der Transport vom Käufer organisiert werden. Schätzpreis: 1.200,00 €
Lot 1348 Unbekannt Sammlung von 12 Aquarellen (11 über Bleistift, 1 über Feder) sowie 2 Tuschpinselzeichnungen auf Vor- und Rückseite eines Blattes. Wohl Süddeutschland, Mitte 19. Jahrhundert. Meist ca. 17 x 20 cm, wenige kleiner. Die Aquarelle (meist am Oberrand) auf dünne graue oder braune Tonpapiere montiert. Reizvolle, sauber ausgeführte Arbeiten eines begabten Amateurs. Dargestellt sind historische Gebäude wie Bauernhäuser, Fachwerkbauten, Burg- und Toranlagen, eine Kapelle sowie einige Landschaften. Drei Blätter rückseitig in Bleistift mit Heidingsfeld, Giebelstadt sowie Hirschfeld am Main bezeichnet (Mainfranken). - Trägerpapiere teils mit kleinen Randschäden, sonst wohlerhalten. Schätzpreis: 450,00 €
Lot 1349 Walker, Edmund View of the Transept of the Great Exhibition Building, Hyde Park. Farblithographie auf stärkerem Papier. London, Ackermann, 1851. Motivmaße: 84,5 x 64,5 cm. Blattmaße: 112 x 81 cm. Schöne großformatige Farblithographie des englischen Künstlers Edmund Walker (1814-1882) mit Blick durch das Querschiff der Weltausstellung 1851 in London. - Mittelfalte, mit Randeinrissen (2 davon leicht ins Bild reichend), 2 Fehlstellen im unteren linken und rechten Rand, mit stärkeren Randläsuren, in den weißen Rändern etwas angeschmutzt, fleckig und gebräunt. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1350 Abbo, Jussuf Aufstehende Frau. Kohle auf festem Velin. Signiert und datiert mit Bleistift unten rechts sowie unten links betitelt, verso mit dem Sammlerstempel von Helmut Goedeckemeyer (Lugt 6239). 1922. Blattmaße: 37,5 x 27,3 cm. Dynamischer weiblicher Akt des jüdischen Palästinensers Jussuf Abbo (1890-1953), der ab 1911 in Berlin lebte, seit 1913 an der Hochschule für Bildende Künste studierte und später Mitglied des Deutschen Künstlerbundes war. Der Bildhauer und Graphiker war u.a. eng mit Else Lasker-Schüler befreundet, die ihm 1923 ein schwärmerisches Gedicht widmete. Noch bevor seine Werke als "entartet" diffamiert wurden, emigrierte er 1935 nach London. - Leicht gebräunt und fleckig, Nadellöcher in den Ecken, linke Blattkante mit kleiner Knickspur, verso an zwei Punkten in ein Klapp-Passepartout montiert und mit Spuren einer früheren Montierung. - Provenienz: Usprünglich aus der Sammlung des passionierten Frankfurter Kollwitz-Kollektioneurs Helmut Goedeckemeyer (1898-1983); Berliner Privatsammlung. Schätzpreis: 360,00 €
Lot 1351 Abbo, Jussuf Ohne Titel. (Akt mit hinter dem Kopf verschränktem Arm). Kohle und roter Buntstift auf grauem Velin. Signiert, datiert und ortsbezeichnet mit Bleistift unten rechts. 1921. Blattmaße: 48 x 33,5 cm. Nur mit zarten roten Strichen akzentuierter Akt des jüdischen Palästinensers Jussuf Abbo (1890-1953), der ab 1911 in Berlin lebte, seit 1913 an der Hochschule für Bildende Künste studierte und später Mitglied des Deutschen Künstlerbundes war. Der Bildhauer und Graphiker war u.a. eng mit Else Lasker-Schüler befreundet, die ihm 1923 ein schwärmerisches Gedicht widmete. Noch bevor seine Werke als "entartet" diffamiert wurden, emigrierte er 1935 nach London. - Die Blattkanten recto umlaufend mit Papierklebeband verstärkt, verso an zwei Punkten in ein Klapp-Passepartout montiert, minimal knickspurig, mit wenigen kleinen Randläsuren. - Provenienz: Berliner Privatsammlung. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1352 Ackermann, Max Nocturno. Farblithographie auf festem Bütten. Unten rechts signiert und datiert. 1958. Motivmaße: 26,5 x 42,5 cm. Blattmaße: 50,5 x 70,5 cm. Bayer/ Enßlin-List S 5807. - Aus einer Gesamtauflage von 100 Exemplaren. - Herausgegeben beim Kunstverlag Fingerle, Esslingen, gedruckt bei Domberger, Stuttgart. - Das Blatt etwas gebräunt, berieben und griffspurig, selten mit kleinen Fleckchen und Knickspuren. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1353 Ackermann, Max Ohne Titel. (Dame mit Hut). Kohlezeichnung auf dünnem chamoisfarbenen Papier, dieses auf Unterlage montiert. Unten rechts monogrammiert und datiert, verso auf der Unterlage signiert, datiert und bezeichnet "Stuttgart". 1919. Maße: 26 x 21,5 cm. Das Blatt leicht berieben, in den Ecken wegen der Montierung etwas gewellt, leicht griffspurig, im oberen Rand verso auf Unterlage montiert. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1354 Ackermann, Max Ohne Titel. (Gast und Kellnerin). Kohlezeichnung auf sehr dünnem hellgrauen Papier, dieses punktuell auf Unterlage montiert. Unten rechts monogrammiert und datiert, verso auf der Unterlage signiert und datiert. 1921. Maße: 33,4 x 21,6 cm. Das Blatt mit Nadellöchlein in den Ecken, teils etwas gewellt und mit Atelierspuren, verso in den oberen Ecken auf Unterlage montiert. Schätzpreis: 300,00 €
Lot 1355 Ackermann, Max Sammlung von 3 Graphiken. Zwei Lithographien und eine Radierung auf unterschiedlichen Papieren. Je signiert und nummeriert, zwei Blätter betitelt. Blattmaße: zwischen 49,5 x 32,5 cm und 53,5 x 40,5 cm. Enthalten sind die Titel: "Straße" (Ex. 9/75), "Triberg" (Ex. 3/10) und ein Männerporträt (Ex. 3/10). - Die Blätter teils stärker gebräunt und mit milden Knickspuren, ein Blatt etwas angeschmutzt und gewellt, ein Blatt mit starken Stockflecken und einer Knickspur am oberen Rand. Schätzpreis: 360,00 €