Kategorie / Auktion 27 – ARCHIV

Geschichte

Auktion 25 -

Lot 128 Beendet

Rocker, Rudolf (Hg.)

Rocker, Rudolf (Hg.). Germinal. Magazin für anarchistische Weltanschauung (Jiddisch). Jahrgang 1-4 mit 49 (von 61) Ausgaben. Mit 1 illustrierten Titel, 2 montierten photographischen Abbildungen und vereinzelten Textabbildungen. London und Leeds, 1900-1907. 28 x 22 cm (3 Jahrgänge) und 24 x 16 cm. Leinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (berieben, bestoßen und fleckig, Gelenke angeplatzt) und Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (berieben und bestoßen). Die ersten vier kompletten Jahrgänge der sehr seltenen jiddischsprachigen anarchistischen Zeitschrift, die von dem deutschstämmigen Anarchisten Rudolf Rocker (1873-1958) in England herausgegeben wurde. – Umfasst: Jahrgang 1: Heft 1-20, 16.3.1900-August 1902. – Jahrgang 2: Heft 1-5, September 1902-März 1903. – Jahrgang 3: Heft 1-12, Januar 1905-Dezember 1905. – Jahrgang 4: Heft 1-12, April 1906-März 1907. – Der gelernte Handwerker Rocker war trotz seiner nichtjüdischen Herkunft Autor, Herausgeber und Verleger zahlreicher jiddischer Zeitungen und Zeitschriften. 1900 gründete Rocker mit Hilfe eines jungen Druckers namens Narodiczky die Zeitschrift, die zunächst alle vierzehn Tage erschien und nach dem gleichnamigen Roman von Émile Zola benannt war. Im Vergleich zu Arbeter Fraynd, einer weiteren Veröffentlichung Rockers, richtete sie sich an ein intellektuelleres Publikum. 1903 musste aus Geldmangel das Erscheinen eingestellt werden, um im Januar 1905 von Rocker und seinen Mitstreitern wiederbelebt zu werden. Die jüdisch-anarchistische Arbeiterbewegung in London war auf dem Vormarsch, sodass sich für die Zeitschrift eine erhöhte Nachfrage ergab und sie auf 48 Seiten erweitert wurde. 1908 wurde die Veröffentlichung dennoch eingestellt. – Mit einem Titelblatt und Inhaltsverzeichnis (2 Bl.) für 1900-1902 und einem illustrierten Titel für 1906/07. – Jahrgänge 1-3: leicht gebräunt, Block am Schluss gebrochen, stellenweise leicht braunfleckig. – Jahrgang 4: Block aus Bindung gelöst und gelockert, illustrierter Titel im Bug verstärkt und mit Randläsuren, ohne das Inhaltsverzeichnis, 2 fehlende Blätter durch Kopien ersetzt, stellenweise etwas fleckig, die ersten und letzten Blätter mit Randläsuren.

Auktion 25 -

Lot 158 Beendet

Lünig, Johann Christian

Lünig, Johann Christian. Das Teutsche Reichs-Archiv. 4 Serien und Register in 24 Bänden (alles Erschienene). Leipzig, Friedrich Lanckisch Erben, 1713-1722. 33,5 x 22 cm. Glatte Pergamentbände der Zeit mit durchzogenen Bünden und goldgeprägtem Rückenschild (Rücken mit kleinen alten Bibliotheks-Schildern). Einzige Ausgabe. – Pütter I, 308ff. – Stintzing/Landsberg III/1, 43: “Lediglich die entscheidenden Urkunden, nicht auch die langwierigen vorbereitenden Staatsschriften, Deductionen u.s.f., füllen diese 24 Folianten: allein darnach kann man sich denken, welcher Schatz von Grundgesetzen, Verträgen, Privilegien, Testamenten, Lehensbriefen, Verzichtleistungen, Statuten u.s.f. hier angehäuft ist.” – Gestochenes, gekröntes Exlibris auf Innendeckel. – Sehr schönes und vollständiges Exemplar von außergewöhnlich guter Erhaltung. – Aus einer dänischen Schlossbibliothek.

Auktion 25 -

Lot 164 Beendet

Christian VII., König von Dänemark

Forordning om Neger-Handelen. S. 69-71 in: Kong Christian den Syvendes allernaadigste Forordninger og aabne Breve for Aar 1792. Mit königlichem Holzschnitt-Signet auf dem Titelblatt. Kopenhagen, P. M. Hopffner, 1793. 323 S., 6 Bl. 21 x 17 cm. Moderner Lederband im Stil der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung. Originaldruck im Jahresband der königlichen Verordnungen, ein Separatdruck ist für uns nur in Kopenhagen und Paris nachweisbar. - Hogg, The African Slave Trade and its Suppression 3165. - Weltweit das erste Verbot des Sklavenhandels, erlassen am 16.III.1792. Nach einem Moratorium von zehn Jahren durfte damit kein Afrikaner mehr versklavt und in die dänisch-westindischen Kolonien verbracht werden. Nicht verboten wurde der Einsatz dort bereits befindlicher Sklaven und ihrer Nachkommen, der erst 1848 aufgehoben wurde. Das Edikt ist dennoch der Startschuss zur Beendigung des transatlantischen Sklavenhandels. Erst 1807 und 1808 folgten England und die Vereinigten Staaten, weitere europäische Länder schlossen sich bis 1817 an. - Etwas gebräunt und fleckig, etwa die ersten zwei Drittel des Bandes mit Wasserrand im Bund.