Lot 11 Beendet Cooper, James Fenimore Eigenhändige Zahlungsanweisung und Unterschrift "J. Fenimore Cooper" auf einem Scheck-Vordruck der Otsego County Bank. Cooperstown, 26.IX.1849. 1 S. Mit rotem Quittungsstempel. 7 x 15 cm. Für "Paul" über 16 Dollar. - Kleine Randschäden, sonst schön erhalten.
Lot 15 Beendet Felixmüller, Conrad Eigenhändiger Brief mit voller Unterschrift, Nachschrift und eigenhändig adressiertem Briefumschlag. Tautenhain, 14.III.1946 (Poststempel). 2 S. - Dazu: Original-Photographie des Malers "mit Frau u. Lotti u. Schnipps" (rückseitige Beschriftung von anderer Hand) vor der Scheune in Tautenhain. Vintage. Silbergelatine. 6 x 4,5 cm. Kurioser Brief an den befreundeten Maler (Oskar) K(urt) Döbrich, zu dieser Zeit in Weißenfels. "Ihr Brief hat mich sehr erfreut - obwohl es mich sehr bekümmert, dass er an eine ganz andren FM gerichtet ist ... Denn nie habe ich Frau Lilly Burbulla gesehen, noch ihren Namen gekannt, bis auf den Moment, da ich von ihr grossartige Briefe in Liebe u. Verehrung für einen Mann (Träger meines Namens!) erhielt -, die, ich bedaure es geradezu, mich nichts angehen ... Merkwürdig ist jedenfalls, dass Otto Pankok, der mich 1920 drei Stunden nach der Geburt meines II. Sohnes besuchte, - auch von diesem II. FM weiss!? Ich bin jedenfalls derjenige Maler, der seit 1916 mit Pfemfert bekannt dessen graph. Mitarbeiter an der Aktion war u. ab 1933 von den Nazis totzuschweigen versucht wurde". Berichtet ferner von den letzten Kriegsmonaten und seinem Wunsch, im Osten zu bleiben, aber frei nach dem Westen reisen zu können. Bittet um Weiterleitung eines Briefes an Pankok in dieser Angelegenheit. - Transkription sowie Anzeigenausschnitt über die 1925 erschienene Radierungsmappe "Frau" beiliegend. - Etwas gebräunt, der Umschlag eingerissen und ohne Briefmarke.
Lot 16 Beendet Fidus (das ist: Hugo Höppener) Eigenhändige Grußformel mit Unterschrift, in: Aus der Germanenbibel des ehemaligen Volkserzieher-Verlages. 12 Tafeln nach Fidus-Leisten. Woltersdorf, Fidus-Verlag, nach 1918. 11,5 x 21 cm. Lose im Original-Faltumschlag (blasser Privatstempel auf der Außenklappe). Auf der Innenklappe: "Mit nordischem Gruße zum neuen Jahr 1948". - Sehr gut erhalten.
Lot 22 Verkauft Hardenberg, Henriette (Margarete Rosenberg) Eigenhändiges Gedicht "Die Zeit", mit ihrem Künstlernamen unterschrieben. (London), Ostern 1991. - Auf der Rückseite einer eigenhändigen Briefkarte mit Unterschrift "Grete, Erri genannt". 28.IV.1991. Zusammen 2 S. 10,5 x 14,5 cm. Altershandschrift der expressionistischen Dichterin (Berlin 1894 - 1993 London). Das Gedicht (12 Zeilen): "Zeit, du Unausweichbare, aneinandergekettetes grenzenloses Sein. Tag und Nacht, gesichtslos ... stimmloses Gespenst, das Niemand erdrosseln kann." - Die Nachricht an "Liebe Alice", deren Besuch Hardenberg am Sonnabend nicht hatte entgegennehmen können, da (ihr Sohn?) Frank sie für Sonntag eingeladen und bereits einen Tag früher beköstigt hatte. "Die Morgenden sind immer noch düster, wie so viel in der Welt. Der Wunsch für Frieden bleibt unerfüllt ..." - Frisch. Zuschlag: 200,00 €
Lot 27 Beendet Jünger, Ernst Signierte Photographie (Offsetdruck) "Gerold Jäggle - Portraitsitzung mit Ernst Jünger am 20. November 1988". Rückseitig eigenhändiger Brief Jüngers mit weiterer Unterschrift. Wilflingen, 15.I.1991. 1 S. 20,5 x 14,5 cm. Die Briefnachricht an Lina Oldenburg: "Sie haben mich wieder durch ein wertvolles Ostasiaticum zu reich beschenkt ... Immer langsamer hinke ich hinter meiner Korrespondenz her ...". - Links etwas verknickt.
Lot 29 Verkauft Kästner, Erich Maschinenschriftlicher Brief mit eigenhändiger Unterschrift und eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift. München, 25.X. und 27.XII.1966. Zusammen 3 S. (2 eigenhändig). 21 x 14,5 cm und 10,5 x 15 cm. Beide an Tom Maschler in London, Sohn von Kästners Exil-Verleger Kurt Maschler und selbst Leiter des Verlages Jonathan Cape, an dessen Adresse der Maschinen-Brief gerichtet ist. Kästner drückt seine Freude darüber aus, Tom Maschler wiedergesehen zu haben und dankt für einen Blumenstrauß, der "mir nicht nur das Hotelzimmer, sondern auch den Londoner Aufenthalt überhaupt sehr verschönt" habe. - Die eigenhändige Karte in Kugelschreiber an "Lieber Tom" mit Dank für ein ledergebundenes Exemplar des "Kleinen Mann" zu Weihnachten und besten Wünschen "zum kommenden Jahr (und nicht nur für das kommende) ... Ich schreibe gerade das letzte Kapitel des 2. Bandes vom Kleinen Mann. Wie verkauft sich bei Ihnen der 1. Band?". Grüßt auch im Namen von "Lotte", Kästners Lebensgefährtin Luiselotte Enderle. - Etwas verknickt. Zuschlag: 260,00 €
Lot 32 Verkauft Publikationen des Ordnungsgerichts Sammelabschrift auf Papier. Wohl Kreis Dorpat, Zeitraum 1819-44. 118 beidseitig von einer Hand beschriebene Bl. Deutsche Kursive in brauner Feder. 25 x 20 cm. Unbeschnittene, in der Größe etwas variierende Faszikel unter modernem Leinen. Vermutlich für die Verwaltung eines Gutes angelegte Abschrift von Bestimmungen eines der zu dieser Zeit neun Ordnungsgerichte Livlands. Entsprechend den Aufgaben dieser für die Selbstverwaltung zuständigen Organe sind teils umfangreiche Bestimmungen über Abgaben, Handelspreise, Briefporti (nach Entfernung in Werst), Straßeninspektion, Dokumentationspflichten der Güter (Personalstand, Buchhaltung), Führung von Soldaten und Rekruten, Besoldung von Predigern und Kirchendienern etc. enthalten. Für letztere ist 1842/43 explizit das Kirchspiel Roddafer im dorpatischen Kreis genannt. - Erstes und letztes Bl. sowie vorstehende Ränder angestaubt, sonst gut erhalten. Zuschlag: 200,00 €
Lot 39 Beendet Reimann, Hans Eigenhändige Widmung mit Namensnennung als "Maylein" für den Soziologen Franz Fürth. Ohne Ort und Datum. - In: Hans Reimann. Das Buch von Frankfurt, Mainz/Wiesbaden. Mit Original-Zeichnungen von Karl Friedrich Beust. München, Piper, 1930. 206 S., 1 Bl. 18,5 x 12 cm. Originale, von Walter Tier illustrierte englische Broschur (fleckig und berieben, Knickspuren, Gelenke eingerissen). Erste Ausgabe, Band IX der Reihe "Was nicht im Baedeker steht". - Die Widmung auf dem Vorsatz lautet: "Nicht von Herrn v. Weinberg dem Frankfurter Zoo, sondern vom Maylein dem Dr. Fuerth geschenkt". - Beiliegend: Derselbe. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift "Ich" an Fürth. Frankfurt, 20.XI.1929 (Poststempel). 1 S. und Adresse (c/o Georg Lengbach). - "Wer hatte sein Ehrenwort gegeben, mich am 18. November mit einer Liste Frankfurter Persönlichkeiten zu überraschen? Und wer hat sein Ehrenwort gebrochen ... Und wer wartet darauf? Ich." - Schnitt braunfleckig, teils in die Ränder eingezogen; die Karte gebräunt, stockfleckig und gelocht (Buchstabenverlust im ersten Wort).
Lot 3 Verkauft Sammlung von 14 Porträtdrucken nach Farbphotographien. Mit eigenhändigen Unterschriften. Ca. 1979-81. Ca. 25 x 20 cm. Meist Astronauten im Apollo-Programm mit Mondlandungen: Alan L. Bean (1932-2018; 2 Ex.) - Frank Borman (1928-2023; 4 Ex.) - James B. Irwin (1930-1991; vor der Mondfähre, mit Widmung) - Ernst Messerschmidt (geb. 1945; 3 Ex.) - David R. Scott (geb. 1932) - Thomas P. Stafford (geb. 1930; 2 Ex., davon 1 zusätzlich mit Widmung) - John W. Young (1930-2018). - Beilagen: Wernher von Braun (Autopen) und Hermann Fritz, ferner diverse Sendungsumschläge an die Sammlerin der Aufnahmen. - Gut erhalten. Zuschlag: 650,00 €
Lot 10 Beendet Cocteau, Jean Eigenhändiger Brief mit voller Unterschrift samt Sternchen. St. Jean Cap Ferrat, 6.XI.1952. 1 S. 27 x 21 cm. An "Mon très cher docteur" im Umkreis des "Cocteau théâtre", offensichtlich in Wien, da mit Stempel "Allierte (= Österreichische) Zensurstelle Z. 1". Hierzu Wien Geschichte Wiki: "Am 17. Oktober 1952 eröffnete Leo Hainitz auf dem Hohen Markt das Cocteau Theater Wien mit der Produktion Dreimal Taschen Cocteau. Das Theater musste jedoch nach nur wenigen Tagen wieder schließen. 'Ingold Platzer war die wichtigste darstellerische Kraft dieses Unternehmens ... Die Zeit für Cocteau sollte in Wien erst kommen' (H. Lederer, Bevor alles verweht ... Wiener Kellertheater 1945 bis 1960, S. 116)". - Cocteau äußert sich sehr persönlich: "J'ai su que les jeunes gens du Cocteau théâtre avaient fait des erreurs - du moins qu'on les en accuse. Quels jeunes n'ont fait des erreurs et n'ont souffert de la critique? Il est déjà noble qu'ils s'efforcent d'essayer quelque chose. Si votre charmante secretaire les voit, qu'elle les console en ce qui me concerne. Je serais très indigne de leur amitié si je leurs en voulais de fautes qui sont l'essence même de l'effort. Par leur silence je crains qu'ils n'avaient honte de me dire la vérité. En ce cas ils se tromperaient sur mon caractère, que votre coeur devine. Mille et mille bonnes choses de la Villa Santo Sospir ..." - "Villa Santo Sospir" wurde 1931-35 für Francine Weisweiller erbaut und durch Cocteaus Aufenthalte bekannt. - Blasser (deutschsprachiger) Eingangsstempel, auch die Schrift etwas blass, aber gut lesbar.
Lot 20 Verkauft Hahn, Otto Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Tausend Grüsse Dein Otto". Ohne Ort (Großes Hauptquartier), 15.I.1918. 2 S. 21,5 x 14 cm. An Hahns Frau Edith (geborene Junghans), geschrieben an der deutsch-französischen Front während Hahns Tätigkeit in Fritz Habers "Gastruppe", u.a. über die schlechte Versorgungslage in Deutschland: "... Ich bin nämlich ein bischen unruhig geworden wegen Deiner 'Gehirnerschütterung'. Mit so Sachen darf man nicht spassen ... Wegen der Butter brauchst Du nicht gerührt zu sein. Wir haben hier wirklich genug. Grebe spart seit einiger Zeit von seiner auch. Morgens esse ich halb statt nur Butter, Butter und Marmelade. Und Mittags meinen Aufschnit esse ich nie nicht ganz auf, weil ich ja nur ziemlich dünn streiche. Also gross ist das Opfer durchaus nicht, und für Euch in Berlin macht es doch was aus ... Julius habe ich heute kurz geschrieben und ihn gefragt, wo er sein Bein herbekommen hat. Hier ist ein Mann, dessen Sohn jetzt auch ein Bein bekommen hat, und der Julius in seinem Gehen of bewundert hat. Frl. Meitner hab ich auch angepflaumt, dass sie garnicht schreibt, ihr ausserdem eine Rechnung um 19,90 geschrieben, die sie Dir bezahlen soll ...". - Bei Julius dürfte es sich um Hahns Bruder Julius Hahn handeln. - Von Januar 1915 bis zum Kriegsende 1918 war Otto Hahn Mitglied der von Fritz Haber geleiteten Spezialeinheit für chemische Kriegsführung. Er erprobte Gasmasken und neue Giftgase, beriet in der Heimat die Industrie bei der Herstellung von Gasmunition und war eine Zeit lang Verbindungsmann der Gastruppe im "Grossen Hauptquartier". Von Dezember 1916 bis September 1917 weilte Hahn hauptsächlich in Berlin, wo er seine Radium-Forschungen mit Lise Meitner zum Abschluss brachte. Nach der Entdeckung des sog. "Proto-Actininium" war er wieder an der deutsch-französischen Front unterwegs. - 1944 erhielt er den Nobelpreis. - Sehr gut erhalten. Zuschlag: 380,00 €
Lot 24 Verkauft Hohlwein, Ludwig Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Prof. Ludwig Hohlwein". Ohne Ort, 8.X.1946. 1 1/2 S. 29,5 x 21 cm. An einen Herrn Seufert: "... Die fünf Minuten Ratlosigkeit von Ihrer Schreibmaschine haben mich mit Humor + Eleganz ausgetrickst: ich hab mich sauber gefreut ... Danke für Ihren netten Brief wegen des Hirschbildes. Ihr Angebot ist gar leider etwas niedrig, aber wenn Sie 500.- bepieseln kännen, solls Ihnen gehören. Freilich ists ein erleichtertes Machen, wenn Sie mir in baar 300.- geben und den Rest etwa in etwas Anderem, was Sie verkraften können. Äpfel, Eier, Zucker und sowas würde gern gesehen ... Die Hirsche haben ausgeschrieen, auf den Almen liegt Neuschnee, im Ofen krachen die Scheite ... und ich machen grad ein Kind (pardon!) für das Kalenderbild der hiesig. Sparkasse ...". - Hohlwein malte mehrmals Hirsche, u.a. für die Bayrische Geweih-Ausstellung in München 1906. - Liniertes Nachkriegspapier, etwas gebräunt, kleiner Faltenriss. - Selten. Zuschlag: 240,00 €
Lot 28 Verkauft Kästner, Erich 2 maschinenschriftliche Briefe mit eigenhändiger Unterschrift, der zweite mit 2 eigenhändigen Kommata-Korrekturen. München, 30.XII.1948 und 2.V.1949. Je 1 S. 17,5 x 15 cm und 29,5 x 21 cm. An Ursel Katz in Stockholm, 1949 am "Social Pedagogiska Seminariet", Kungsholmsgatan 11. - Ende 1948 dankt Kästner für einen "reizenden Brief" und sendet Neujahrsgrüße und Neujahrswünsche. Im Mai 1949 äußert er sich ausführlich mit Hinweis auf das bereits abgeschlossene "Doppelte Lottchen": "Das besondere Verständnis für Kinder, das Sie mir schmeichelhafterweise zubilligen, hat im Grunde wenig damit zu tun, daß ich früher einmal Volksschullehrer werden wollte ... der eigentliche Grund liegt vielmehr darin, daß ich mir im Rahmen des Möglichen die Fähigkeit bewahrt zu haben glaube, mich ohne Umstände und Verstellungskünste in meine eigene Kindheit zurückversetzen zu können ... Hätten mehr Menschen diese Fähigkeit und diesen Willen, dann, glaube ich, stünde es ein bisschen besser um die Welt". - Kleiner weiterer Briefwechsel zwischen Katz und Kästner im DLA Marbach. - Faltspuren, sonst sehr gut erhalten. Zuschlag: 350,00 €
Lot 41 Beendet Sadat, Mohamed Anwar El Maschinenschriftlicher Brief mit eigenhändiger Unterschrift. Kairo, 31.VIII.1979. 1 S. Mit schwarz- und blindgeprägtem Briefkopf in arabischer und französischer Sprache. 30 x 20 cm. Antwort in deutscher Sprache auf den Brief einer Verehrerin in Deutschland: "... Ich freue mich, daß meine Friedensbemühungen bei dem befreundeten Volk der Bundesrepublik Deutschland ein gutes Echo gefunden haben, und daß meine Initiativen und mein Handeln für einen gerechten Frieden anerkannt werden ... ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß der Frieden nicht nur in unserer Region, sondern auch in der ganzen Welt im Interesse der Menschheit erhalten wird ..." - Sadat hatte 1978 den Friedensnobelpreis erhalten. - Im oberen Drittel knitterfaltig. - Selten.
Lot 42 Beendet Schmidt-Rottluff, Karl Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "K. u. E. SR". Berlin-Zehlendorf, 20.II.1958. 2 S. in Kugelschreiber. 21 x 14,5 cm. Mit eigenhändig adressiertem Umschlag. An Hanna Schreiber-Weigand, der Witwe des Kunsthistorikers Friedrich Schreiber-Weigand in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz): "... Dass Sie sich mit Umzugsplänen tragen ist ein ungemütlicher Gedanke - aber gewiss haben Sie ganz recht wenn Sie sich zu diesem Entschluss aufgerafft haben - hoffentlich finden Sie etwas Angenehmes - was Ihnen zusagen kann. So ganz ohne Grippeanfälle ist's bei uns nicht abgegangen, es war eine miesse (!) Zeit seit Januar. Augenblicklich ärgere ich mich mit einer üblen Zahnsache herum, die mich recht mitgenommen hat, aber das schlimmste ist wohl überstanden ...".
Lot 2 Beendet Arrhenius, Svante Eigenhändige Postkarte mit voller Unterschrift. Stockholm, 16.II.1904. 1 S. und eigenhändige Adresse. 9 x 14 cm. An den Physiologen und Chemiker Leonor Michaelis (1875-1949), "Biochem. Centralblatt", in Berlin: "... Leider habe ich noch keine Separate von meiner Abhandlung 'Zur physikalischen Chemie der Agglutinine' erhalten. Ich schreibe noch heute an Engelmann um die Separate zu reklamieren. Sobald ich sie erhalten habe, werde ich Ihnen ein Exemplar senden ..." - Der genannte Forschungsbericht war 1903 in der "Zeitschrift für Physikalische Chemie" erschienen und befasste sich mit speziellen Stoffen für die Serumtherapie von Typhus und Cholera. - Arrhenius sagte 1896 als erster eine globale Erwärmung aufgrund der anthropogenen Kohlendioxid-Emission voraus. Den Treibhauseffekt wertete er damals noch positiv als "wärmeren Himmel". - Etwas fleckig. - Selten.
Lot 8 Beendet Urkunde der Ratsmänner der Stadt Breslau über einen Hausverkauf. Deutsche Handschrift auf Pergament, alt unter Glas montiert. Breslau, 2. Hälfte 17. Jahrhundert (Datum und Unterschriften durch die Plica verdeckt). 22 Zeilen. Regelmäßige und gut lesbare Kanzleikursive in brauner Feder, 2 kalligraphische Initialen. Ca. 16,5 x 19,5 cm. Mit anhängendem großen Wachssiegel (Durchmesser: 7 cm). Rahmen: 32 x 27 cm. Nicht ausgerahmt. Magdalena Scholtz, Witwe des Balbiers (sic) und Wundarztes Paul Wetzel, verkauft dem Balbier- und Wundarzt-Ältesten Johann Gottfried Sommer ihr "auf der äußersten Schweidnitzischen Gasse, neben Paul Heinrich Hoffmanns Hause gelegenes Hauß mit allen Rechten und Gerechtigkeiten ... vermöge des zwischen Ihnen getroffenen, besiegelten und unterschriebenen, auch Unsern Stadtbüchern einverleibten Kaufs". Der Rat beurkundet die Übergabe der "zum Angelde versprochenen Ein Tausend Thaler ... richtig und baar" an die Verkäuferin. - Gut erhalten, ansprechend gerahmt.
Lot 12 Beendet Corinth, Lovis Eigenhändige Postkarte mit voller Unterschrift. Berlin, 11.XII.1907 (Poststempel). 1 S. und eigenhändige Adresse. 9 x 14 cm. An "die Redaction des 'März', Verlag Albert Langen, München, Kaulbachstr.: Sehr geehrter Herr, Ihrer liebenswürdigen Aufforderung für den 'März' einen Aufsatz über R(udolf) Wilke zu schreiben, kann ich jetzt wegen der Zeit nicht Folge leisten; auch könnte es nur immer Ähnliches sein, was ich über Heine und Gulbransson geschrieben habe; vielleicht könnten Sie mir nach Neujahr ein anderes Thema aufgeben. Falls ich das Album zurückschicken soll bitte zu schreiben ..." - Corinths Aufsätze über die "Simplicissimus"-Künstler Thomas Theodor Heine und Olaf Gulbransson erschienen 1909 in "Legenden aus dem Künstlerleben." - Mit minimalem Buchstabenverlust gelocht.
Lot 13 Beendet Corinth, Lovis Eigenhändiger Brief mit voller Unterschrift. Berlin, 14.VI.1924. 1 S. mit Briefkopf "Prof. Dr. h.c. Lovis Corinth, Berlin NW 23, Klopstockstraße 48". 28 x 22 cm. An den Kunsthistoriker und Museumsdirektor Eberhard Hanfstaengl (1886-1973) in München, zu dieser Zeit Kurator der Pinakotheken: "Ihr verehrtes Schreiben vom 16. Juni findet auch mein vollständiges Einverständnis. Ich möchte Sie noch bitten mir mittheilen zu wollen, welche Bilder von mir eigentlich bei Ihnen ausgestellt sind; auch Ihren reproduzierten Katalog hätte ich gern. Sind die Bilder aus Zürich 'Graf Keyserling' und 'Ansorge' schon zurück? und figurieren dieselben auch in der Ausstellung. Diese - meine - Neugierde ist wohl verständlich und zeichne ich als ihr ergebenster Lovis Corinth". - Gemeint sind die Ausstellungen im Kunsthaus Zürich von Mai bis Juni 1924 und in der Münchner Neuen Pinakothek. "Graf Keyserling" war 1900, "Der Pianist Conrad Ansorge" 1903 entstanden. - Ohne Textberührung gelocht, 2 minimale Randschäden.
Lot 14 Beendet Deutsche Kunst Darmstadt Ausstellung der Hessischen Gemeinschaft für Kunstpflege, Mathildenhöhe. 10 Anmeldungsvordrucke für Ausstellungsobjekte, von den Künstlern eigenhändig ausgefüllt und unterschrieben. Verschiedene Wohnorte, 1918 (7) und 1922 (3). DIN A 4. Lose. Einzutragen waren Name und Wohnort des Künstlers, Titel und Versicherungswert des Kunstwerkes, Besitzer und Rücksendungsadresse. - 1918: Karl Walser ("Ölgemälde Königin Augustaufer in Berlin"), Amandus Faure ("Ölgemälde Zirkus im Freien"), Gustav Essig, Fritz Erler ("Die Pest"), Philipp Franck (2 Formulare für je 3 Radierungen), Paul Scheurich (Kleinplastiken "Apollo" und "Daphne" in Berliner Porzellan). - 1922: Faure ("Zigeuerlager") und Franck (2 Formulare für dasselbe Gemälde "Susanna im Bade"). - Beiliegend: 2 von Amandus Faure ausgefüllte und unterschriebene Anmeldungsvordrucke für die "Ständige Ausstellung der Kunstpflege in Hessen" und die Ausstellung "Kunst des Jahres", beide Darmstadt 1919. - Etwas gebräunt und stockfleckig, teils kleine Randschäden, 4 Bl. am linken Rand angesengt (Buchstabenverlust).
Lot 17 Verkauft Fidus (das ist: Hugo Höppener) Sammlung von 3 eigenhändigen Künstlerpostkarten mit Unterschrift, 2 davon unadressierte Meditationen über die abgebildeten Werke von ihm. 1944 (2) und 1947. 9,5 x 14,5 cm. 1. Michael-Antlitz. Bildseitig mit eigenhändigem Kommentar in runenartiger Schrift: "Das Reich sie sollen lassen stahn! 1918-1944". Schriftseite vollständig beschrieben und mit Unterschrift: "1916 zum Kriege gezeichnet. Aber für später gedacht als riesiges Mosaik in atmosfärischen Farben, aufragend hinter dem Altare im Tempel des deutschen Michael ... Hornung 44." - 2. Luzifer-Antlitz. Ebenfalls bildseitig Kommentar mit Unterschrift: "Diesen muß der deutsche Michael überwinden - nicht töten!" Verso wiederum vollständig beschrieben und nochmals unterzeichnet: "Hornung 1944 ... er ist der ewige Erreger des Ichbewußtseins, im Einzelnen anfangs irrend ... schließlich aber den Logos im Geschehen erkennend und zum Christos reifend. - Fidus zeichnet immer dasselbe Gesicht?". - 3. Zwielichter. An "sehr liebe Nachbarn" mit Dank für einen Neujahrsgruß, der Farbdruck von 1902 als "Blick in das Dunkel der Zukunft" apostrophiert. Datiert "31. Julmonds (XII.) 47", Unterschrift "das Fidushaus". - "Michael" gebräunt, und mit winzigem Randschaden, sonst sehr gut erhalten. Zuschlag: 300,00 €
Lot 31 Beendet Kubin, Alfred Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Zwickledt bei Wernstein, Mitte Juni 1950 (Eingangsvermerk des Empfängers: 21.VI.50). 2 S. 21,2 x 16,2 cm. An Piet Tommissen (1925-2011) in Lanklaar (Belgien) mit Übersendung von Autographen "bekannter deutschsprachiger Künstler" (Formulierung des beiliegenden Antwortbriefes). - "... Ihre informierenden Bestell(un)gen betreffs Ihres Interessenkreises, erfülle ich, doch, es ist ja eine Vertrauenssache, und unter solcher Bedingung stifte ich Ihnen hier alle Beiträge zu Ihrer Autografensammlung. Also: diese 7 Stücke sind nicht zum Herumzeigen sondern für Sie persönlich. Trakl kannte ich leider überhaupt nicht, er war in der Apotheke bei dem Vater eines meiner Kameraden, welcher heute der Chef ist, als Volontär in Salzburg. Es giebt seit rund 25 Jahren ein Kubin-Archiv in Hamburg und dahin gebe ich in der Regel interessante Schrift-Dokumente von mir. Freilich würde mich eine schöne Grafik von (Edgard) Tytgat erfreuen. Ich selbst bin durch mein Alter und (die) damit gekommenen Beschwerden zu meiner zurückgezogenen Lebensführung gezwungen, und wie ich mit diesen Schwierigkeiten auskomme zeigt das Auf und Ab jeden einzelnen Tages. Solange die sogenannte 'gute' Jahreszeit leidlich mit uns verfährt, bin ich zufriedener, kommt aber kalte, so wird alles schlimmer. Inzwischen wird der Band 'Offenbarung und Untergang' bei Ihnen eingetroffen sein. Mit meinen durch Raubbau u.s.w. überanstrengten Augen und Folgen, Astigmatismus bin ich gar nicht zufrieden ..." - Die erwähnte Veröffentlichung ist: Kubin, Alfred / Trakl, Georg, Offenbarung und Untergang. Die Prosadichtungen. Salzburg, 1947.
Lot 33 Verkauft Mann, Thomas & Katia Eigenhändige Unterschriften "Dr. Thomas Mann" und "Katharina Mann" in Kugelschreiber auf der Rückseite eines Scheck-Vordruckes der Bank of America. Hollywood, 19.VII.1946. 1 S., in grüner Tinte ausgefüllt. Mit Perforationsstempel "Paid" und 2 farbigen Stempeln auf der Rückseite. 7,5 x 18 cm. Über 100 Dollar. - Ecken etwas verknickt, sonst gut erhalten. Zuschlag: 300,00 €
Lot 36 Verkauft Oppenheimer, Max Eigenhändige Widmung mit Unterschrift “MOPP” für Fritz Mangold, August 1913. – In: Wilhem Michel. Max Oppenheimer. Mit zahlreichen Abbildungen. München, G. Müller, 1911. 2 Bl., 50 S., 2 Bl. 27 x 20 cm. Original-Pappband (bestoßen). Dazu: 2 eigenhändige Briefe Oppenheimers mit Unterschrift “MOPP”. Berlin, 24.VII.1913 und ohne Datum. Je 1/2 S. Tinte und Bleistift. Ca. 21 x 16,5 cm. – Der datierte Brief an “Sehr geehrter Herr!”, mit Wahrscheinlichkeit ebenfalls der Schweizer Wirtschaftshistoriker und Politiker Fritz Mangold (1871-1944). “Herr Franz Pfemfert bittet mich, Sie für die ‘Aktion’ zu zeichnen, zudem teilt er mir mit, daß Sie in diesen Tagen nach Berlin kämen … Wollen Sie bitte die Freundlichkeit haben mir zu schreiben ob und wann Sie mich in meinem Atelier aufzusuchen gewillt sind?” – Die undatierte Note in Bleistift an “Lieber Herr Mangold”, mit der Bitte, “doch morgen zu mir” zu kommen. Die Zeichnung Oppenheimers erschien zu einem Artikel über Mangold in “Die Aktion” 1913, Spalte 833 ff. – Erste und letzte Bl. der Biographie etwas stockfleckig, ebenso der erste Brief. Zuschlag: 300,00 €
Lot 37 Beendet Sammlung von 6 Schreiben an Bürgermeister und Rat der Stadt Pegau im Landkreis Leipzig. Nach 1515-1623. Zusammen ca. 20 S., meist auf Doppelblättern. Teils mit papiergedeckten Siegeln. 33 x 21 cm. Lose. Enthält: 1. Legata der "Rosenwinklerin". Nicht unterzeichnetes Schreiben, nach 1515. 2 S. - 2. Simon Roth, Amtmann zu Weissenfels. Schreiben "den Bader zu Groitzsch belangende". 1564. 1 1/2 S. einschließlich Adresse. - 3. Richter und Schöffen zu Groitzsch. Schreiben in der derselben Sache. 1565. 1 1/2 S. und Adresse. - 4. Amtsschreiben aus Dresden, eine (nicht mehr inliegende) Supplication des Hans Klette (?) zu Pegau betreffend. 1575. 1/2 S. und Adresse. - 5. Aktenabschrift in einer Schuldsache zu Droyßig, gezeichnet von den Pegauer Bürgern Max Marckart und Jeremias Wenzel. Datiert 1588. 5 S. und 9 S. Beilagen A-G. - 6. Quittung der Universität Leipzig über den Empfang von 30 Gulden vom Rat der Stadt Pegau. 17.X.1623. 1/2 S., mit Siegel. - Gebräunt, teils angestaubt, einzelne Wasserflecken.
Lot 38 Verkauft Pollhammer, Josef Gedenkbuch (Deckel- und Rückentitel). Zum Andenken gewidmet von J. P. (bis zur Unlesbarkeit ligiert). Aussee am 17. Dezember 1860 (Titel). Mit kalligraphischem Titelblatt in Gold und Farben sowie montierter aquarellierter Medaillon-Ansicht in gleich gestaltetem floralen Rahmen, beide Bl. brauner Karton. 1860-1955. 370 nn. S. Geglätteter brauner Lederband der Zeit mit reicher Romantiker-Vergoldung sowie partieller Höhung in Grün und Rot auf Rücken und Deckeln, Goldschnitt und Vorsätzen aus weißer Moiré-Seide; Binderetikett “Eduard Hörnig, Buchbinder, Portefeuilles und Papp-Galanterie-Arbeiter in Gmunden Seeplatz N. 4” (gering berieben und bestoßen, unteres Kapital teilweise gelöst). Die Zuschreibung an den Schriftsteller und Dichter Josef Pollhammer (1832-1903) folgt den im “Gedenkbuch” erkennbaren Familienzusammenhängen. Pollhammer war der Sohn eines k.k. Postmeisters in Aussee. Das Jurastudium in Wien schloss er 1858 mit der Promotion ab, nach seinem Referendariat in Wien wurde er 1864 Notar in Gföhl, 1878 in Krems. Pollhammer verkehrte in jungen Jahren in literarischen Kreisen, gewann u.a. die Freundschaft Grillparzers und Bauernfelds und machte durch Lyrikveröffentlichungen auf sich aufmerksam, etwa “Gedichte” (1863). – Das vorliegende “Gedenkbuch” war ein Geschenk für seine jüngere Schwester Eleonore, genannt “Lori” (1843-1914), zu ihrem 17. Geburtstag am 17. Dezember 1860. Diese heiratete am 3. Februar 1864 den Forstdirektor und Ministerialrat Hermann Robert Bretschneider (1834-1904). Das “Gedenkbuch” erfüllte eine Doppelfunktion als poetischer “Ewiger Kalender” und als Stammbuch. Als solches wurde es von Eleonores gleichnamiger Tochter (verh. Ultzmann; geb. 1883) fortgeführt. – Zunächst hat Josef Pollhammer für jeden Tag des Jahres ein Gedicht eingetragen, eingerahmt von zwei weiteren Gedichten zum Neujahrs- und Sylvestertag. Das Korpus umfasst sowohl eigene Texte, als auch Sprichworte, Lebensweisheiten und Gedichtzitate nach Geibel, Engelhart, Tiedge, Schenkendorf u. a. – Später wurde der Kalender auch als Stammbuch genutzt, in welches sich 1861-90 an Gedenktagen ca. 60 Personen eingetragen haben; 1939-55 weitere ca. 32. Aus der älteren Periode sind hervorzuheben: I. Arthur von Wolff, preußischer Staatsrat (1828-1898). – II. Marie Egner, Malerin (1850-1940). – III. Irene von Brennerberg, Violinistin (1873-1922). – IV. Franz von Brennerberg, Bürgermeister von Kronstadt (1833-1900). – V. Eduard Hanausek, Professor der Warenkunde in Wien (1851-1911). – VI. Karl Petraschek, Forstwirt (1846-1928). – VII. Therese Etzelt, Sopranistin. – VIII. Johann, Hermenegild und Seraphia Pollhammer, Mutter und Geschwister des Dichters und der Stammbuchhalterin. – IX. Mitglieder der Familien von Wurmb und von Henning auf Schoenhoff. – X. Carl Balz Edler von Balzberg, Oberbergrat (1837-1899) . – Aus der späteren Periode sind erwähnenswert: XI. Wilhelm Junck, Generalmajor (1878-1953). – XII. Robert von Pohl, Generalstabchef (1876-1947). – XIII. Wilhelm Friedrich Ludwig Kühnert, Kirchenhistoriker (1900-1980). – XIV. Alfred Härtlein , Militärschriftsteller (1869-1961). – Das farbfrische Eingangsaquarell zeigt eine Ansicht des Aussee benachbarten Grundlsees mit dem markanten Massiv des Lofer, im Vordergrund ein Haus mit Altane, Strand- und Badehütte sowie Rehen als Staffage. – Gut erhaltenes, schön gebundenes Unikum. Zuschlag: 300,00 €
Lot 43 Beendet Strauss, Richard Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift "Dr. Richard Strauss". Teplitz, 27.I.1905. 1 S. und Adresse. 9 x 14 cm. An den Musikschriftsteller Ernst Décsey (1870-1941) in Graz: "... Wir warten mit Schmerzen auf 'Wien als Musikstadt'! Wann dürfen wir endlich das Eintreffen des Manuskriptes erhoffen? Das Bändchen ist schon lange annoncirt. Bitte, bitte! Mit herzlichen Gruß ...". - Das Buch scheint nicht erschienen zu sein. - Gebräunt.
Lot 46 Verkauft Wien, Max Eigenhändiger und maschinenschriftlicher Brief, beide mit eigenhändiger Unterschrift "M. Wien" sowie ein Briefdurchlag und ein vervielfältigtes Typoskript. Jena, 29.IX. - 5.XII.1934. Zusammen 9 S. auf 9 Bl. Der eigenhändige Brief (1 S. und 4 Zeilen) 22,5 x 14,5 cm, die übrigen Bl. DIN A 4. An Karl Mey (1879-1945), 1933-35 Vorsitzender der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. - Maschinenschriftlich, 29.IX.34: "... Ich sende Ihnen anbei einen Notschrei bezüglich der Besetzung der Lehrstellen für Physik an den deutschen Hochschulen ... Ich weise nur auf die schwache Besetzung der Physik in Berlin, Bonn, Münster, Karlsruhe, Heidelberg hin. Wenn es so weiter geht, so muss nachher plötzlich eine ganz grosse Zahl besetzt werden, und auch beim besten Willen ist es dann wahrscheinlich, dass viele Missgriffe gemacht werden ...". - Wien verdeutlicht die prekäre Situation anhand der in vervielfältigtem Typoskript beiliegenden Denkschrift "Die Physik an den deutschen Hochschulen", gedruckt erst 2007 (in: Hoffmann/Walker, Physiker zwischen Autonomie und Anpassung. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft im Dritten Reich). - Eigenhändig, 5.XII.34: "... Vielen Dank für Ihre Zuschrift vom 4ten, aus der ich entnehme, daß Sie meine Sorgen teilen und auch Ihrerseits versuchen wollen, auf die Ministerien einzuwirken. Ich habe die Denkschrift ... an Herrn Minister (Bernhard) Rust geschickt ... auch an (Johannes) Stark habe ich einen Abzug gesandt, wenn ich auch fürchte, dass er dagegen arbeiten wird ...". Das Begleitschreiben zur Denkschrift an Rust im Durchschlag beigefügt. - Max Wien war seit 1911 Direktor des Physikalischen Instituts Jena, in Stark hatte er einen überzeugten Nationalsozialisten zum Gegner. - Gebräunt, ohne Textberührung gelocht, 2 rostige Büroklammern. Zuschlag: 380,00 €
Lot 26 Beendet Joachim, Joseph Porträt in Dreiviertelfigur mit Geige und Bogen. Original-Photographie (Albumin) mit eigenhändiger Widmung auf dem Untersatzkarton. Eindruck: J. C. Schaarwächter Hofphotograph ... Berlin, im Bild prägedatiert 1897. 15,3 x 11 cm. Die Widmung: "Joseph Joachim wünscht schöne Erholungszeit und freut sich auf ein baldiges Wiedersehen". - Gebräunt, vertikale Knickfalte, untere Ecken des Kartons etwas ausgebrochen.
Lot 4 Verkauft Bernhard, Thomas Karte mit eigenhändiger Unterschrift "Thomas Bernhard", zusammen mit eigenhändiger Unterschrift und Datierung von Bernhard Minetti. München, 20.VII.1986. 1 S. 10,5 x 14,5 cm. Wohl aus Anlass der Vorbereitungen zur Münchner Aufführung von "Einfach kompliziert" (Premiere 6.XI.1986) mit Bernhard Minetti und Wiltrud Haas entstanden. Bernhard hatte das Stück Bernhard Minetti zum 80. Geburtstag gewidmet. - Beiliegend: Privates Farbphoto Bernhards im Ledersessel einer Münchner Hotelbar. Rückseitig datiert "7'86". 9 x 13 cm. Zuschlag: 400,00 €