Lot 286 Beendet Tschi Pai-Schi (Qi Baishi) Pei-ch'ing Yung-pao-ch'ai shih-chien-p'u. Briefpapier-Sammlung (große Ausgabe). 2 Blockbücher. Mit ca. 200 Farbholzschnitten. Peking, Rong bao ziai xin ji, 1951. 4, 2 und zusammen 100 beidseitig bedruckte Doppelbl. 31,5 x 21 cm. Goldgesprenkelte blaue Original-Umschläge mit montierten Deckel- und Verlagsschildern unter Kordelbindung, in Original-Seidenmappe mit Kranichmuster, Deckelschild und 2 beinernen Schließen (minimal bestoßen, Innendeckel etwas leimfleckig). Tschi Pai-Tschi (Ch'i Pai-Shih, auch Qi Baishi; 1863-1957), Holzbildhauer und Tischler, stieß durch Vorlagenwerke auf die Malerei. Beeinflusst von den chinesischen Impressionisten, entwickelte er die für ihn charakteristische zarte und heitere Bildsprache. Die farbigen Holzschnitte zeigen Landschaften, Blumen, Vögel, Insekten, Fische, Tiere und Menschen. Sie gehören dank der scharfen Naturbeobachtung des Künstlers zu den hervorragendsten Werken dieses auch in der westlichen Welt weithin beachteten führenden Malers des modernen China (vgl. Vollmer IV, 477 f). - Sehr gut erhalten.
Lot 273 Verkauft Propaganda Fide Sammelband mit 14 Alphabeten (Schriftmustern exotischer Sprachen für missionarische Zwecke). Mit 2 Faltkupfern, 2 gefalteten Holzschnitt-Tafeln und 8 Falttabellen. Rom, Sacra Congregatio de Propaganda Fide, 1771-1809. 19 x 12 cm. Halblederband des frühen 19. Jahrhunderts mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung (etwas berieben und bestoßen). Umfangreicher Sammelband der teils sehr seltenen Schriftmuster, bis 1792 von G. C. Amaduzzi herausgegeben. Meist erste Ausgaben, teils Erst- oder Frühverwendungen exotischer Typen in Europa. - Smitskamp, Philologia orientalis (PO), 204-217. - Enthält in der Bindefolge: 1. Alphabetum aethiopicum sive gheez et amharicum. 1789. 32 S. - PO 213. - 2. Alphabetum arabicum. 1797. 15 S. - PO 216. - 3. Alphabetum armenum. 1784. 32 S. - PO 211. - Mit Holzschnitt-Alphabet in Rebus-Buchstaben. - 4. Alphabetum barmanorum seu regni avensis. Editio altera emendatior. Mit 1 Faltkupfer. 1787. 1 Bl., S. V-XVI, 64 S. (ohne das weiße Bl. nach dem Titel). - PO 212. - Zweite Ausgabe, erstmals 1776 (s. Nr. 6). - 5. Alphabetum brammhanicum seu Indostanum universitatis Kasí. 1771. XX, 152 S. - PO 206. - Mit Devanagari-Typen in Holzschnitt. - 6. Alphabetum barmanum seu bomanum regni avae finitimarumque regionum. Mit 1 Faltkupfer. 1776. 1 Bl., S. V-XLIV, 51 S. (ohne das wohl weiße Bl. vor oder nach dem Titel). - PO 209. - Erste Ausgabe, zur zweiten Ausgabe s. Nr. 4. - 7. Alphabetum cophtum sive aegyptiacum (reimprimatur). Ohne Druckvermerk, (1809). 4 Bl. - PO 217. - 8. Alphabetum hebraicum addito samaritano et rabbinico. 1771. 16 pp. - PO 204. - 9. Alphabetum graecum. 1771. 15 S. - PO 205. - 10. Alphabeta indica id est granthamicum seu samscrdamico-malabaricum indostanum sive vanarense nagaricum vulgare et talinganicum. 1791. 24 S. - PO 214. - Vergleichstabelle indischer Alphabete. - 11. Alphabetum grandonico-malabaricum sive samscrudonicum. Mit 1 gefalteten Holzschnitt-Tafel und 8 typographischen Falttabellen. 1772. XXVIII, 100 pp. - PO 207. - 12. Alphabetum persicum. 1783. 24 S. - PO 210. - 13. Alphabetum syro-chaldeum. 1797. 30 S. (19/20 gefaltet). - PO 215. - 14. Alphabetum tangutanum sive tibetanum. Mit 1 gefalteten Holzschnitt-Tafel. 1773. XVI, 138 S. - PO 208. - Von G. Beligatti bearbeitete Kurzfassung von Georgis berühmtem "Alphabetum tibetanum" (1759/62), der ersten einschlägigen Publikation in Europa. - Laut Besitzvermerk im vorderen Innendeckel gesammelt von und gebunden für den rheinischen Priester Johann Baptist Berger (1806-88), der 1825-30 am Kolleg der Propaganda studierte. - Vor allem die erste Bandhälfte mit teils kräftigem Wasserrand im Bund, einzelne Drucke etwas gebräunt, sonst gut erhalten. Zuschlag: 3.000,00 €
Lot 327 Verkauft Mansfeld, Johann Georg und Vincencz Georg Kininger Abbildung der neuen Adjustirung der K.K. Armee. Mit altkoloriertem gestochenen Titel mit Bordüre, gestochenem Widmungsblatt mit Porträt des österreichischen Erbprinzen Ferdinand Karl und 46 altkolorierten Kupfertafeln von Mansfeld nach Kininger, alles in Aquatinta. Wien, Tranquillo Mollo, 1796-1798. 51,5 x 38 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel ("King of Prussia's Regiments") und Rückenvergoldung in späterer Halblederkassette mit goldgeprägtem Rückentitel und montiertem Deckeltitel (Einbanddeckel etwas berieben, Ecken und Kanten teils leicht bestoßen, 2 Seitenteile der Kassette gelockert). Vollständiges und nahezu frisches Exemplar der ersten Ausgabe eines der schönsten und seltensten österreichischen Uniformwerke mit hervorragend gezeichneten und gestochenen Darstellungen von Offizieren und Mannschaften, jeweils vor fein ausgeführter Staffage, alles in prachtvollem Altkolorit. - Colas 1609 - Hiler 499 - De Ridder 82 ff. (alle 44 Tafeln). - Innendeckel mit gestochenem Wappenexlibris "Duke of Buccleuch", Vorsatz mit handschriftlichem Besitzeintrag "Lord Dalkeith" (das ist: Earl of Dalkeith, dem späteren 4. Duke of Buccleuch). - Nur teilweise minimal gebräunt bzw. leicht fingerfleckig, Tafel 14 im unteren Rand minimal beschnitten. Zuschlag: 3.500,00 €
Lot 267 Beendet Blaeu, J (Atlas major). Troisième volume de la Geographie Blaviane, contenant l'Allemagne, qui fait le huitième livre de l'Europe. Mit altkoloriertem Titelkupfer und 38 (37 doppelblattgroßen) kolorierten Kupferkarten. Amsterdam, J. Blaeu, 1667. Aufwendig goldgeprägter Pergamentband der Zeit, monogrammiert O.F.V.S. (angestaubt, Deckel etwas aufgebogen, Kapitale ca. 2 cm eingerissen). Van der Krogt 2:611.3. - "As with all productions by the firm Blaeu, the engraving and layout and elegance of decoration are all of the highest standard." (Shirley 428). - Enthält u.a. die Karten von Deutschland Mähren, Schlesien, Grafschaft Glatz, Steiermark, Vogtland, Meißen, Anhalt, Brandenburg, Ruppin, Mecklenburg, Elbe, Bremer Förde, Magdeburg, Halberstadt, Hildesheim, Westfalen, Oldenburg, Hessen und Oberschwaben. - Die schönen altkolorierten Karten mit figürlichen Kartuschen, Vignetten, Wappen, Schiffsdarstellungen etc. - Die Donaukarte als Fragment (ca. zwei Drittel) erthalten. - Innenspiegel mit gestochenem Wappenexlibris. - Einige Karten im Bug mit Einriss bis in die Darstellung, teils im weißen Rand unten etwas wasserrandig, einige Quetschfalten, etwas fleckig und leicht gebräunt.