Lot 14 Beendet Karsch, Anna Louisa Handschriftliche Dankesode mit eigenhändiger Unterschrift "A. L. Karschin geborene Dürbach". Berlin, "im Rosenmonde", 1787. 3 S. auf Doppelblatt. 21 x 16,5 cm. An die in der Schlusszeile genannte Franziska (von Hohenheim) für die Freilassung von Schubart aus der Festung Hohenasperg im Mai 1787. Der Text (11 Vierzeiler) abgedruckt im Marbacher Katalog 31 "Wieland - Schubart" (1980), S. 68. Die zweite Strophe lautet: "Nun hat's Europa schon gelesen, Weit überm Meer liest's nun der Deutsche nach, Daß Du der Engel bist gewesen Der Schubarts Ketten brach." Die vorliegende Fassung in kindlich-bemühter Schönschrift auf holländischem Papier. - Beiliegend: 2 Handschriftenfaksimiles von Karsch. - Knitterig, Faltspuren, das zweite Blatt mit kleinem Eckausriss.
Lot 19 Verkauft Liebermann, Max Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Berlin, 17.II.1920. 1 S. 21 x 16 cm. – Umschlag erhalten. An Herrn Rosenthal in Hamburg. – “Soeben kam der mir gütigst übersandte Stoff zu einem neuen Anzuge an: er ist sehr schön in Qualität u. Farbe u. sobald Jureit in Frankfurt a/M … ihn gemacht hat, werde ich darin wie ein Jüngling aussehen!” Liebermann bittet um Mitteilung des Preises, “oder, was noch einfacher, ziehen Sie die Summe von dem Gelde für das Bild ab. Oder – was mir noch viel lieber wäre – behalten Sie das ganze Geld bei sich u. schicken mir dafür Zucker u. Fleisch (wenn Sie es bekommen sollten, hier ist namentlich Zucker sehr knapp). So schlagen Sie 2 Fliegen mit einer Klappe …” – Gedruckter Briefkopf “Pariser Platz 7”. Zuschlag: 450,00 €
Lot 11 Beendet Haftmann, Werner Eigenhändiges Tagebuch. Mit 49 Skizzen meist in Blei- oder Farbstift, davon 9 ganzseitig, 1 mehrfarbig. 7.XII.1957 - 4.I.1967. 119 unnummerierte, ein- oder beidseitig beschriebene, 3 leere und 6 lose beiliegende Bl. Blaue oder grüne Füllfeder, Bleistift, vereinzelt Kugelschreiber. 18,5 x 11 cm. Original-Leinenband (fleckig, bestoßen, Gelenkbezüge angeplatzt). Heterogen geführtes Journal, lässt sich in vier Bereiche gliedern: Bl. 2r-35r ausführlicher, mit einigen Zeichnungen illustrierter Bericht über die Libanon-Reise im Dezember 1957. - Bl. 36r-68r Jahreschronik von Leben und Werk Emil Noldes, durch eine illustrierte Bilderbeschreibung eingeleitet, die auf den losen (aus einer anderen Kladde Haftmanns entfernten Blättern) fortgesetzt ist. - Bl. 75v-97r illustriertes chronologisches Werkverzeichnis von Ernst Wilhelm Nay, hierzu Eintrag in Gmund: "Am 10.3.59 Beginn der Niederschrift des Nay-Buches". - Dazwischen und bis zum Schluss knapp gehaltenes Tagebuch unentwegter Reisetätigkeit mit Treffen, Ausstellungseröffnungen, Vorträgen, Besichtigungen; dazwischen einzelne persönliche Einträge. 1959 übernahm Haftmann die kunsthistorische Leitung der documenta II, er notiert eine mehrseitige Gliederung der modernen Malerei, ferner: "Seit 4.5. Arbeit am Katalog ... Wols-Kapitel ... 9. Juli - 15. Juli in Kassel zur Eröffnung der Documenta. Am 11.7. Rede im Museum Fridericianum. 15. Juli Rückkehr nach Gmund. Sehr erschöpft, kränklich, ohne Mut ... Böse Tage. Am 1. Aug. nehme ich die Arbeit am Nay wieder auf. Böse Tage." Die Reisen nach Brasilien, New York und London im Spätjahr 1959 sind in Stichworten festgehalten. Am 20.IV.1960 trifft Haftmann in Florenz die Kriegsgeliebte Giorgia (Valensin) wieder. Die Einträge werden immer kürzer, die einmonatige Orientreise März/April 1963 z.B. ist nurmehr durch die besuchten Hauptstädte festgehalten, ebenso lapidar die documenta III im Herbst 1963 sowie die Teilnahme am Guggenheim-Award Januar 1965. Im Oktober diesen Jahres ist eine "Reise nach Berlin wegen Berufung an Nat. Gal." festgehalten, dort ein Jahr später "Begutachtung des Mies-Baues". - Geringe Benutzungsspuren, gut erhalten.
Lot 13 Beendet Haftmann, Werner & Felicitas Pallat Gegenseitige Korrespondenz. Ca. 27 eigenhändige und 3 maschinenschriftliche Briefe sowie 28 eigenhändige Postkarten von Haftmann mit Unterschrift "Werner"; ca. 30 eigenhändige Briefe und 2 eigenhändige Postkarten von Pallat mit Unterschrift "Fee". Gmund, Vence, San Casciano u.a. Orte (Haftmann) sowie meist Berlin (Pallat), September 1971 - Juli 1985. Ca. 80 S. (Haftmann) und knapp 110 S. (Pallat). Briefe meist DIN A4. Etliche Umschläge erhalten. Lose und annähernd chronologisch in 2 Aktenmappen. Unbekannte und bisher nicht ausgewertete Quelle zur gemeinsamen Lebens- und Schaffensphase des Kunsthistorikers Werner Haftmann (1912-1999) sowie der Malerin und Kunstsammlerin Felicitas Pallat (geb. Ziesemer, 1925-2022). Beide hatten geschiedene Ehen hinter sich und führten ab 1970 eine freie, durch Abwesenheit Haftmanns häufig unterbrochene Beziehung. In Haftmanns als Abschiedsbrief zu wertendem Maschinenschreiben vom 25.XI.1984 erwähnt er bereits seine zweite Ehefrau Evelyn Gutbrod. - Von Haftmanns Seite liegen bei: 1 Telegramm, 1 Entwurf in Bleistift (ca. 1980, 1 1/2 S.), 1 Einkaufszettel für Weihnachten 1980, 1 Brief an Pallats Sohn Konstantin, ferner 11 eigenhändige Briefe von Haftmanns "Muttel" an ihn (Magdeburg, 1949-54, 32 S.) sowie Brief über deren Tod von "Tante Martha", 5.V.1956. - Von Pallat liegen 3 Briefe an ihren Sohn sowie "Rudolf" bei; 4 ihrer Briefe sind abgebrochen oder unvollständig. - Unbedeutende Versand- und Lagerspuren.
Lot 24 Beendet Nay, Ernst Wilhelm 7 eigenhändige Briefe, 4 eigenhändige Postkarten und 1 maschinenschriftlicher Brief, alle mit Unterschrift. Hofheim/Taunus u.a. Orte, 27.V.1949 - 9.V.1950 und 18./26.11.1966. Zusammen 29 S. Meist DIN A4. Sämtlich an den langjährigen Freund Werner Haftmann, Autor der ersten Nay-Monographie (1960). - Ausführliche, teils mehrseitige Berichte von Leben und Werk vor allem der Jahre 1949/50. - 16.XII.1949: "Lieber Haftmann, Am liebsten hätte ich Sie als Trauzeuge am 21. d. Mts hier gehabt. Aber das Reisegeld hat es verhindert, denn Ihnen mochte ich diese Ausgabe nicht zumuten. Wir haben also nun geheiratet. Die beiden Monate vorher waren außerordentlich anstrengend ... doch die Gesamtlage ist für mich bei einiger Vorsicht ganz ordentlich und wir sehen nicht sorgenvoller als alle Welt in die Zukunft. In diesen 2 Monaten habe ich trotzdem 12 neue Bilder gemalt und eine stattliche Reihe besonders wichtiger Zeichnungen kleinen Formates gemacht. Wie man so etwas kann, ist mir ja manchmal ein Rätsel, aber schliesslich ist mir vollends klar, daß Kunst und Leben zweierlei sind und es nur sehr geheime Verbindungen gibt, auf deren Fluktuation man kaum Einfluß gewinnen kann ...". - 9.V.1950 (6 S.): "Grohmann hat in Berlin einen zweiten Surrealismus kreieren wollen, was mißglückt ist. Wer nimmt Trökes und ähnliche schon ernst? In München heisst diese Nachläuferwelle blauer Reiter, Bauhaus, die Literaten haben das inszeniert, die ahnungslosen jüngeren Künstler fielen darauf herein. Natürlich wäre es wünschenswert diese vagen Filiaturen anzupacken und mit einer scharfen, ganz anders gearteten Linie zu stärken. Aber erstens ist diese andere Linie außer bei mir nirgends scharf ausgeprägt und zweitens würde deshalb also eine Ausstellung, wie sie Franke vorhat, nur anders, in der Qualität aber nicht besser sein ... So habe ich noch einen Vorschlag, den Sie ihm vielleicht auch mal andeuten können. Weil ich ihn sehr genau kenne und weiss, daß er zur Zeit gewisse Animositäten noch nicht ganz los ist, mache ich ihm den Vorschlag nicht selbst. Der Vorschlag lautet: Nay-Ausstellung mit Lofotenbildern und neuesten Bildern, dazu gehängt einige meiner Zeichenblätter ...". - In das Jahr 1966 fällt eine Weltreise des Ehepaares Nay, hiervon 2 Postkarten aus Amerika, am 18.XI.1966 berichtet Nay ausführlich brieflich. Eine Woche später (26.XI.) bringt Nay Ärger und Enttäuschung über Haftmann zum Ausdruck: "Zusagen, absagen, absagen, zusagen, absagen usw. Im Laufe der Zeit haben Sie dieses 'System' bis zur Schrullenhaftigkeit entwickelt. Zur Selbstbestätigung brauchen Sie das 'Gebetensein', das mehrfache Gebetensein ... Und Sie geben Ihre Absage nach Berlin und nicht an mich - gaben die Absage, als ich auf einer langen Reise war. Dies der Tatbestand und seine psychoanalytische Ausdeutung. So seien Sie also gebeten, in Berlin die Nay-Ausstellung (Akademie der Künste, Januar/Februar 1967) zu eröffnen, indem Sie als Einleitung erklären, daß Sie nicht als Direktor dastünden ... Außerdem ist Ihr Text so prägnant und gut, daß es einen kleinen Winkes nicht bedarf ...". Im erhaltenen Umschlag liegt ein (geheimes) Begleitschreiben von Elisabeth Nay unter gleichem Datum bei: "Ich bitte Sie sehr herzlich in Berlin zu sprechen. Nay war tief verletzt ... und er hat 3 Tage völlig verstummt herumgesessen und nicht gearbeitet, ja er zweifelte, ob es noch eine Freundschaft gibt ...". - Faltspuren, kleine Eckknicke, insgesamt sehr gut erhalten.
Lot 12 Beendet Korrespondenz-Splitternachlaß Ca. 32 an Haftmann gerichtete eigenhändige Briefe, 33 eigenhändige Post- und Grußkarten, 11 maschinenschriftliche Briefe und Karten mit Unterschriften sowie 7 Antwortdurchschläge von ihm. Diverse Orte, 1939-81. Zusammen etwa 120 S. Verschiedene Formate, Briefe meist DIN A4. Enthält Schreiben folgender Maler und Bildhauer: Eduard Bargheer (Br., 3 S. und PK), Heinz Battke (2 Br., 8 S.), Willi Baumeister (Masch. PK), Arnold Bode (Br.), Raffaele Castello (PK), Werner Gilles (Br. und 4 PK), Ludwig (Br.) und Ottilie (2 PK) Kasper, Wifredo Lam (PK), Jacques Lipchitz (Br.), Georg von Kovats (Br. und 3 PK), Alfred Mahlau (Br., 3 S.), Marino Marini (2 Br., 2 Antwortdurchschläge), Mattia Moreni (Br.), Heinrich Richter (3 Br., 1 PK, 1 PK von Mila Richter), Giuseppe Santomaso (Masch. Br.), Jochen Senger (PK und masch. Br. an Felicitas Pallat), Pierre Soulages (Masch. Br.), Toni Stadler d. J. (Br., 3 S., 2 Antwortdurchschläge), Hermann Teuber (2 Br., 2 PK, 3 Grußkarten mit Linolschnitten), Hans Uhlmann (3 Br., 2 Antwortdurchschläge), Emilio Vedova (2 Br.), Conrad Westphal (Br.). - Ferner des Kunsthistorikers Carl Georg Heise (Br., 6 S., masch. Br. und masch. "Memorandum" für eine Anstellung Haftmanns, zusammen 4 S.), der Kunsthistorikerin Elfriede Schulze (-Battmann; Br., 4 S.) und des Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler (2 masch. Br.). - Einige weitere Schreiben, teils nicht identifiziert, darunter Postkarte von Tut Schlemmer und Antwortdurchschlag Haftmanns an Karl Hartung wegen der Ausstellung "Plastik im Freien" zur IGA Hamburg 1953. - Kleinere Randschäden, insgesamt wohlerhalten.
Lot 5 Verkauft Einstein, Albert Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift "A. Einstein." Berlin-Wilmersdorf (Poststempel), 21.VII.1920. 3/4 S. und Adresse. 14 x 9 cm. An den Physiker und ersten Osram-Direktor Karl Mey (1879 - nach dem 3.V.1945), Sickingenstraße 21 in Berlin. "Ich habe Ihren Entwurf gelesen und bin überzeugt, daß Sie der Phys. Gesellschaft und überhaupt der Physik in Deutschland einen grossen Dienst leisten. Möglich, dass Ihre Rechnung über die 'Verhandlungen' etwas optimistisch ist; aber dies korrigiert sich von selbst." - Vermutlich im Zusammenhang mit den Versuchen, die deutschen physikalischen Zeitschriften nach dem ersten Weltkrieg zu fusionieren. - Unter Verlust eines Buchstabens gelocht, gebräunt und schwach fleckig. Zuschlag: 3.000,00 €