Lot 238 Beendet Zerbster Prunkbibel "Cranachbibel". Die Apokalypse. Faksimile und Begleittext von J. Jahn in 1 Band. Leipzig, Edition Leipzig, 2008. 18 Bl., XXXIII S., 1 Bl. 38 x 26 cm. Original-Lederband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel im Original-Schuber. Eins von 800 nummerierten Exemplaren. - Tadellos. - Dabei: Die Bibel Ludwigs des Heiligen. Ms. M. 240 der Pierpont Morgan Library, New York. Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1995. 40 x 28,5 cm. Original-Kartonage in Original-Kassette und Original-Pappband. - Eins von 980 (1230) nummerierten Exemplaren. - Dabei: Die Kupferbibel Matthäus Merians von 1630. Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Stuttgart, Müller und Schindler für Zürich, Coron Verlag, 1985. 45 x 30 cm (Faksimile)/ 24 x 16 cm (Kommentar) Blind- und goldgeprägter Original-Ganzlederband mit Eckbeschlägen und 2 Metallschließen und Original-Leinwand. - Dabei: Beschreibung und Contrafactur der vornembster Stät der Welt. Auswahlband mit den schönsten Ansichten aus der Topographie von Georg Braun und Franz Hogenberg. Stuttgart, Müller & Schindler/ Lachen, Coron Verlag, 1999. 43 x 29 cm. Roter Original-Ganzlederband mit reicher Goldprägung.
Lot 263 Beendet Zedlitz-Neukirch, Leopold von Huldigungsschrift, oder König Friedrich Wilhelm IV., seine Vorfahren und sein Land. Grünberg unbd Leipzig, Levysohn & Siebert, 1840. Titel, 178 S. 18,5 x 11,5 cm. Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild (Kanten etwas berieben). Seltene erste Ausgabe. - Nur in wenigen Bibliotheken nachweisbar, das Exemplar der Stabi "Kriegsverlust". - Titel mit restauriertem Einriss, teils leicht gebräunt.
Lot 281 Beendet Wichmann, Johann Ernst Johann Georg Zimmermann's Krankheits-Geschichte. Ein biographisches Fragment für Aerzte bestimmt. Hannover, Helwing, 1796. 48 S. 17,8 x 11 cm. Rückenbroschur. Erste Ausgabe. - Hirsch VI, 263. - Der Schweizer Arzt, Gelehrte, Philosoph und Schriftsteller, Johann Georg Zimmermann (1728-1795) begegnete mehrmals Goethe. Sein 1784/85 erschienenes Hauptwerk "Über die Einsamkeit", in dem das damals aktuelle Thema der Melancholie eine große Rolle spielt, machte Zimmermann im damaligen gebildeten Europa weithin bekannt. Tatsächlich war Zimmermann an einer schweren Depression leidend, "an Leib und Seele krank, verfiel in völligen Trübsinn und geistige Umnachtung." (ADB 45, 273ff.). - Vorliegende Krankheitsgeschichte ist eines der frühesten Zeugnisse einer medizinischen Begleitung in den letzten Monaten des Verlaufs einer schweren psychischen Störung bis zum Tode. - Wichmann (1740-1802) war Hofarzt sowie Armen- und Waisenhausarzt in Hannover. - Die ersten und letzten Blatt leicht gebräunt.
Lot 258 Beendet Weiss, C. E Amicis amicus (Titelaquarell des Halters). Mit 8 (2 blattgroßen) Aquarellen, 2 kolorierten Kupfern, 11 Lackpapier-Silhouetten und 1 Punktierstich-Silhouette in Sepia, alles montiert. Schneeberg, Eutritzsch, Leipzig, Dresden u.a. Orte, 1803-18. Ca. 160 Bl. (einige entfernt) mit ca. 70 Einträgen. 12 x 19 cm. Lederband der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern, Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren, marmorierten Vorsätzen und Goldschnitt (berieben). Als Eigner nennt sich auf dem Titelaquarell C. E. Weiss, er wird 1803 in Schönfeld als "Futuro Jurium Culturi" angesprochen und zählt in Leipzig 1808 ff. etliche Juristen zu seinen Kommilitonen. Nach Angabe des Vorbesitzers handelt es sich um Christian Ernst Weiss (1787 Leipzig - 1850 Bautzen), 1821 Appellationsrath in Dresden, 1845 Präsident des Oberlausitzer Appellationsgerichtes. Seine Schulzeit scheint er jedenfalls in Schneeberg verbracht zu haben, dort verabschieden ihn 1803 Rektor Johann Friedrich Schaarschmidt, Konrektor, Kantor und ein "Lycei Collega". Halle 1804 trägt sich mit Punktierstich-Silhouette Georg Christian Knapp ein, Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen; Leipzig 1808 u.a. der spätere Advokat Ludwig Gotthold Feder sowie der Jurist Carl Wilhelm August Porsche aus Zittau. 1805 erfolgen in Döhlen bei Dresden einige Einträge, u.a. einer Familie Vollrath, in Dresden selbst inskribiert französisch der Kontrolleuer beim Hofzahlamt Charles Henry Cubaldi. Im hinteren Innendeckel koloriertes Kupfer mit dem beliebten Eintrag "Wer Dich lieber hat als ich - Der schreibe sich hinter mich", unterschrieben Carl Arnold, Dresden April 1813. - Etwas gebräunt und fingerfleckig, am hinteren Vorsatz privater Stempel, insgesamt wohlerhalten.
Lot 204 Verkauft Weikard, Melchior Adam Vom Duell Point d'honneur und dergleichen. Eine Beylage zum Philosophischen Arzt. Frankfurt und Leipzig, Fleischer, 1787. 68 S. 17 x 9,5 cm. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (Deckel etwas berieben, unteres Kapital mit Wurmgang). Erste Ausgabe, anonym erschienen. - Weikard (1742-1803) war Professor der Medizin in Fulda und vorübergehend auch Leibarzt der Zarin Katharina II. in St. Petersburg. Sein berühmtestes Werk "Der philosophische Arzt" hatte ihm viele Feinde eingebracht, so dass er auch dieses kleine Werk noch anonym verfasste. - Er lehnt das häufige Duellieren als "ritterliche Donquixotterie" ab, die Polizei solle solche "Narren geradewegs nach dem Tollhause schicken", und resümiert: "Man bilde den Staat zu einer aufgeklärten, wohldenkenden, ehrbaren und rechtliebenden Menschengesellschaft: und man wird alsdenn leicht aller Verfügungen für und wider Duelle entbehren können." (S. 67). - Gutes Exemplar. Zuschlag: 240,00 €
Lot 280 Verkauft Vulpius, Christian August Vulpius, Christian August. Die beyden Majolino oder die Zwillinge. Vom Verfasser des Rinaldo Rinaldini. Neue Ausgabe. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 gestochenen Titelvignetten nach Schubert. Leipzig, Fleischer 1805. 1 Bl., 234 S.; 1 Bl., 254 S. 15,5 x 9,5 cm. Pappband der Zeit mit 2 Rückenschildern (Kanten etwas berieben). Zweite Ausgabe, anonym erschienen. – Meier, Verzeichnis der Schriften von Christian August Vulpius, 51 – nicht bei Goedeke. – Nicht im KVK. – Erschien erstmals 1796 unter dem Titel “Maiolino: Ein Roman aus dem sechszehnten Jahrhundert”. – Recht seltener Trivialroman des Schwagers von Goethe. – Titel verso mit Stempel “v. Böhl Cramon” (Johann Friedrich von Böhl, der 1818 in den Adelsstand erhoben wurde; Cramon ist ein Ortsteil der Gemeinde Cramonshagen im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern). – Etwas gebräunt. Gutes Exemplar. Zuschlag: 380,00 €
Lot 278 Verkauft Voß, Julius von Fräulein, Mamsell und Jungfer Kunkel, oder die Streitigkeiten in Alten-Wortklau. Ein Zeitgemälde. Berlin, Schöppel, 1817. Titel, 390 S. 16 x 9,5 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (Rücken etwas berieben, Ecken etwas bestoßen). Erste Ausgabe. - Goedeke V, 538, 38. - Julius von Voß (1768-1832) darf als "interessantester Judendarsteller der Zeit gelten: Der entidealisierten Lebenstüchtigkeit jüdischer Randexistenz unverkennbar zugetan, konfrontiert er diese wiederholt durch effizienten Einsatz jiddischer Sprache oder (vermeintlich) jüdischer Charakterzüge mit Kunstschwelgerei lebensferner Intellektuellenkreise." (Killy). Voß gilt als der Vater der Berliner Posse und früher Vertreter des Berliner Lokalstücks. "Humoristische Begabung und 'semirealistische Aktualitätsmanier' (Albertsen) erheben ihn zum bedeutenden Seismographen virtueller Zeitströmungen von hoher literaturhistorischer Relevanz." (Killy). - Titel verso mit Stempel "v. Böhl. Cramon" (Johann Friedrich von Böhl, der 1818 in den Adelsstand erhoben wurde; Cramon ist ein Ortsteil der Gemeinde Cramonshagen im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern). Zuschlag: 350,00 €
Lot 279 Verkauft Voß, Julius von Der Kirgisenraub, oder die jungen Greise. Ein Roman. Berlin, Voss, 1812. 1 Bl., 430 S. 16 x 9,5 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (hintere untere Ecke gestaucht). Erste Ausgabe. - Goedeke V, 538, 27. - Julius von Voß (1768-1832) hatte die "Berliner Lokalposse" begründet und darf als "interessantester Judendarsteller der Zeit gelten: Der entidealisierten Lebenstüchtigkeit jüdischer Randexistenz unverkennbar zugetan, konfrontiert er diese wiederholt durch effizienten Einsatz jiddischer Sprache oder (vermeintlich) jüdischer Charakterzüge mit Kunstschwelgerei lebensferner Intellektuellenkreise." (Killy). - Titel verso mit Stempel "v. Böhl Cramon" (Johann Friedrich von Böhl, der 1818 in den Adelsstand erhoben wurde; Cramon ist ein Ortsteil der Gemeinde Cramonshagen im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern). - Die letzten Blatt unten etwas gestaucht. Zuschlag: 350,00 €
Lot 274 Verkauft Vilitz, Johann Regale Sacerdotium, Das ist: Die hochnötige und zugleich anmütige heilsame Lehre, Von dem Geist- und Königlichem Priesterthumb, In dreyen Puncten und Predigten, Als I. Daß alle gläubige Christen durch die Banck, warhafftig Geist- und Königliche Priester, und demnach hochverpflichtet seyn ... II. Worinn solch Geistlich Priesterthumb bestehe? ... III. Und letztens: Von den wichtigen Motiven und Ursachen, warumb überauß hoch von der Noth sey: Solch Geistliches ... Priesterthumb wieder ... in schwang zubringen? In der Pfarrkirchen S. Wiperti zu Quedlinburg Anno Christi 1639. ... zum andernmal erkläret und fürgetragen ... Quedlinburg, Johann Ockel, 1640. 40 nn. Bl. 19 x 15 cm. Geheftet. Einzige Ausgabe, verfasst von dem Schwiegervater Heinrich Ammerbachs, Johann Vilitz, der in "dreyen Puncten und Predigten" das Priestertum behandelt. - VD17 1:063351W - British Library (German books) V390. - Teils etwas stärker gebräunt. Zuschlag: 200,00 €
Lot 257 Beendet Stammbuch-Kassette mit 62 eingelegten Widmungsblättern, davon eins mit allegorischem Aquarell. Lübeck, Wismar u.a., 1832-1835. 11 x 17 cm. Leder der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung. Unter den Beiträgern Johann Heinrich Bartelsen aus Schleswig (1806-1866, Kapitän und Kämpfer für die Unabhängigkeit Dänemarks). - Beigegeben: Stammbuch einer unbekannten Halterin. Württemberg, 1843-1854. 25 Widmungsblätter (davon 1 rückseitig mit Blumenaquarell), 1 aquarellierter Stich und Deckkarton. 9 x 14 cm. Lose in blindgeprägter schwarzer Lederkassette der Zeit mit Umschlag und Schuber. - Unter den genannten Orten Großkuchen (Heidenheim a.d. Brenz) und Obermarchtal. - Tadellos erhalten.
Lot 256 Beendet Springer aus Schneeberg Denkmal der Freundschaft (kalligraphischer Titel). Mit 1 kolorierten montierten Kupferstich, 1 kleinen Aquarell und 1 Flechtkranz. Schneeberg, Hannover u.a., 1818, 1825 und 1828. 183 Bl. mit 34 Einträgen. 12 x 19,5 cm. Lederband der Zeit mit 2 Rückenschildern, etwas Rücken- und Deckelvergoldung, grünen und gelben Buntpapiervorsätzen sowie Goldschnitt (berieben und verkratzt). Identifiziert durch Einträge von Vater Friedrich August Springer in Schneeberg, der Mutter sowie von Bruder und zwei Schwestern, alle 1818. Ein namhafter Beiträger war Springers Lehrer Johann Gotthilf Clauß, verdienter Pädagoge an der Bürgerschule von Schneeberg (1780-1862). Weitere Einträge stammen von dortigen Kaufleuten (Magnus und Alexander Schnorr, Ferdinand Härtel), den Apothekern Christoph L. Wicke in Tostedt und Caspar Gustav Hoffschlaeger in Bremen, dem späteren Berliner Buchhändler Louis Baumgaertner u.a. - Privater Sammlerstempel, gleichmäßig gebräunt, etwas fingerfleckig. Eine Dokumentation liegt bei.
Lot 214 Beendet Solaras, Francisco Relatio Deß Hochwürdigen in Gott Fürsten und Herrn Francisci Solaras Bischffen zu Salamina, in dem H. Concilio zu Trient 1546. für die Pest. Ohne Ort, 1665. Einblattdruck. 33 x 20,5 cm. Nicht im VD 17, kennt aber eine Ausgabe München, Sebastian Rauch 1679, 6 Bl. in 12°.; auch nicht im KVK, dort noch 2 Ausgaben des 18. Jhdts. - Offensichtlich sehr seltener sogenannter "Zachariassegen", eine Segensformel, die als Schutz- und Heilmittel diente, hier speziell gegen die Pest. Er ist nach dem Jerusalemer Patriarchen Zacharias benannt. Man findet ihn auf Zetteln und als Inschrift von Patriarchen- und Tatzenkreuzen oder Medaillen. Gedruckt erscheint er erstmals in der Erstausgabe des Geistlichen Schild von 1647, eines indizierten Sammelwerks. Im Kapitel "Buchstaben gegen die Pest zu tragen" wird dort berichtet, der Patriarch von Antiochien habe beim Konzil von Trient 1546 den anwesenden Bischöfen geraten, den Zachariassegen als Pestschutz zu tragen. Einer der Bischöfe soll auch ein Armband mit dem Segen getragen haben. - Der vorliegende Einblattdruck greift die Geschichte auf. Zentral ist hier ein Kreuz, gefüllt mit magischen Buchstabenkombinationen, der Text mit Gebets- und Beschwörungsformeln zu den einzelnen Buchstaben "+ Z + DIA + BIZ + SAB + Z + HGF + BFRS". - Der Verfassername ist fingiert, "Salamania" soll wohl Salamanca sein. - Etwas knittrig und stockfleckig, aber insgesamt recht gut erhaltenes und frühes Dokument zum Volksaberglauben des Zachariassegens.
Lot 211 Beendet Sittmann, Wilhelm Prachteinband: Leder über Holzdeckeln, aufwändige Beschläge des Kölner Silberschmieds Wilhelm Sittmann mit Rocaillen und Kartuschen, Silber und Bronze versilbert, Metallschließen, mit punziertem Meisterzeichen "WS", um 1770. Rückentitel: "Missale Romanum". 35 x 24 cm. Einband mit Silberbeschlägen von Wilhelm Sittmann. (Köln), um 1770. Leerband mit ca. 80 weißen Seiten. - Arbeiten des bedeutenden Silber- und Goldschmiedemeisters Wilhelm Sittmann (1725-1778, seit 1753 Meister) befinden sich in der Schatzkammer des Kölner Doms, im Museum Schnütgen und auch im Louvre. - An den Gelenken restauriert, vorderes Gelenk unten angebrochen, die Beschläge sehr gut erhalten.
Lot 276 Beendet Seckendorff, Veit Ludwig von Bericht und Erinnerung, auff eine neulich in Druck Lateinisch und Teutsch ausgestreuete Schrifft, im Latein Imago Pietismi, zu Teutsch aber Ebenbild der Pietisterey genannt. Sambt einer Vorrede Philipp Jacob Speners. Ohne Ort und Druck, 1692. 18 Bl., 79 S. 21,5 x 17 cm. - Mit 9 Beibänden zum Thema (s. unten) in Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, kleine Wurmspuren). Eine von mindestens 6 Druckvarianten im gleichen Jahr (vgl. VD17). - Gegen die 1691 erschienene Schrift "Imago Pietismi" von Albrecht Christian Rotth gerichtet. - Vor- und nachgebunden 9 weitere seltene Drucke, fast alle in mehreren Varianten nachweisbar: 1. Johann Friedrich Mayer. Abgenöthigte Schutz-Schrifft, worinnen wieder die harte und ungegründete Beschuldigungen ... Speners ihren Revers und Religions-Eyfer verthaidiget das Ministerium in Hamburg. Ohne Ort und Druck, 1691. 1 Bl., 86 S. - VD17 12:186040N. - 2. Christian Thomasius. Jacob Ander Sohn, Holsati, Send-Schreiben aus Hamburg, an eine vornehmen Freund, von den Leipzigischen Collegiis Biblicis, und daher so genanten Pietisten. Ohne Ort und Druck, 1689. 4 Bl. - VD17 23:667495P. - 3. Vier theologische Responsa, auff einige des Hamburgischen Ministerii Fragen. Hamburg, Spieringk, 1690. 40 S. - VD17 3:304187S. - 4. Hans Wandal. Chiliasmi veteris et novi orthodoxa consideratio. Kopenhagen, Bockenhoffer für Liebe, 1692. 24 Bl., 267 S. - 5. Johann Wilhem Petersen. Send-Schreiben an einige Theologos und Gottes Gelehrte, betreffend die Frage ob Gott nach der Auffahrt Christi nicht mehr heutigen Tages durch Göttliche Erscheinung den Menschen-Kindern sich offenbahren wolle, und sich dessen gantz begeben habe? Sampt einer erzehlten Specie facti von einem Adelichen Fräulein (Rosamunde Juliane von Asseburg). Ohne Ort und Druck, 1692. 26 Bl. - VD17 23: 308752K. - 6. Derselbe. Weiteres Nachdencken über einige Bedencken ... vom Chiliastischen Reich und Bekehrung der Juden. Ohne Ort und Druck, 1692. 30 S., 1 Bl. - VD17 12:000084C. - 7. Johann Winckler. Schrifftmäßiges wohlgemeintes Bedencken über das Send-Schreiben an einige Theologos. Hamburg, Ziegler für Liebezeit, 1692. 123 S. - VD17 3:003956X. - 8. Johann Friedrich Mayer. Prüfung des Geistes, so sich durch ein Adeliches Fräulein (Asseburg) itzo offenbahren soll. Ohne Ort und Druck, 1692. 16 Bl. - VD17 1:073345Y. - 9. Immanuel Weber. Der ungewissenhaffte Gewissens-Rath ... Bedencken über etzliche Brieffe Johann Ludewig Langhansens ... darinnen er Ihre Churfürstl. Durchl. zur Desertion dero Gemahlin, und ungebührlichen Buhlen-Liebe mit einer gewissen Hof-Dame verleiten wollen. Ohne Ort und Druck, 1692. 4 Bl., 63 S. - VD17 3:006149H. - Etwas gebräunt, wenige schwache Wasserränder, 2 Bl. der Vorstücke von Wandal mit alt gedeckten Papierfehlern im Rand, insgesamt wohlerhaltener und gehaltvoller Sammelband.
Lot 270 Verkauft Schöne, J. H Gründliche und ausführliche Anweisung zur Anwendung der Taktschreibmethode in Seminarien und Volksschulen. Zweite, sehr vermehrte ... Auflage. Mit 8 lithographierten Falttafeln. Langensalza, Schulbuchhandlung, 1855. X, 98 S. 18,5 x 11,5 cm. Pappband der Zeit (gering berieben, Signaturetikett). Erstmals 1844 erschienen, ein Vorläufer "Amerikanische oder Takt-Schreibmethode" bereits 1843. Die vorliegende Ausgabe für uns nur in der Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung Berlin nachweisbar. - Innendeckel und Textbeginn mit Stempel "Süddeutsche Lehrerbibliothek München", deren Bestände 2023 auf verschiedene Institutionen verteilt bzw. verschenkt wurden. - Vorderer freier Vorsatz entfernt, Titel angestaubt, durchgehend etwas wellig. Zuschlag: 500,00 €
Lot 239 Verkauft Schnapper, J D. Johann Wolfgang Goethe. Herzogl. Weimarischer geh. Legationsrath. - J. Schnapper Sc. Offenbach. 1786. Kupferstich. Blattgröße: 14,8 x 12,8 cm. Rheinische Goethe-Ausstellung (Katalog der Ausstellung in Düsseldorf 1899) 339 - nicht bei Rollett, Goethe-Bildnisse, Zarcke und Schulte-Strathaus. - Der aus Offenbach stammende jüdische Stecher J. Schnapper, Sohn des Isaac ben Jochel Levi Schnapper, lernte seinen Beruf in der blühenden jüdischen Gemeinde seiner Heimatstadt Offenbach; es sind u.a. einige Exlibris und ein gestochener Titel einer Ausgabe der Leiden des jungen Werthers von ihm bekannt. Allerdings wurde er bald Hoffaktor. - The Jewish Encyclopedia V, 176 führt Schnapper als ersten jüdischen Kupferstecher in Deutschland auf (irrt allerdings, der Vater Isaac war auch schon tätig), nennt vorliegendes Porträt und erwähnt ein weiteres von Katharina II. - Rückseitig zwei kleine Montagereste. Zuschlag: 650,00 €
Lot 250 Beendet Schmidt, Friedrich Bescheidene Frage und Vorwurf eines lebend und todt seligen Menschenfutteralabfall- und Papiermüllerfabrikatfetzen Sammlers, Kummerwagen- und Gassenkehrichthaufeninspectors, Händler mit allen namenlosen Gegenständen u.s.w. u.s.w. Lithographiertes Plakat, im Stein signiert. Lübeck, Selbstverlag, um 1860. Darstellung mit Titel und gereimter Legende: ca. 43 x 30 cm. Blattgröße: 48,5 x 40 cm. Karikatur aus Sicht des Paria auf die Ängste der Lübecker Zünfte vor der Gewerbefreiheit, 1866 eingeführt: "Warum bin ich übergangen Bei der Namensammelei. Könnt' nicht auch mein Name prangen Zwischen Namen mancherlei. Und wie hätt' ich sammeln wollen Im Gewerbefreiheitssinn, Hättet es schon sehen sollen Dass ich Sammelmeister bin." - Johann Friedrich Theodor Schmidt (1822-83) war Zeichner und Porzellanmaler in Lübeck, so der Titel seiner 1909 von J. Warncke herausgegebenen Biographie mit Werkverzeichnis. Warncke kannte das vorliegende Blatt nurmehr als "Spottbild auf die Abfuhr von Straßenkehricht", benennt aber ein Pendant: "Gewerbefreiheit oder: Menschenknochenbilligermachungsinstitut. 1862. - Steindruck. Dieses Blatt greift mit ein in den um Einführung der Gewerbefreiheit geführten Kampf" (S. 14). Wir weisen derzeit keine der beiden Lithographien nach. - Fragiles Papier, flächig gebräunt, kleine Stockflecken und Randdefekte.
Lot 273 Beendet Schindler, Johann Sacra Vaticinia de Ecclesiae Christianae statu: Oder Kurtze Delineatio des gantzen Buchs Der Offenbahrung S. Johannis, Und deutliche Erklärung des XII. Cap. aus dem Propheten Daniel, wie solches in unser Deutschen Bibel abgetheilet worden, Nebenst Einem Entwurff des AntiChristlichen Reichs/ und was Gott in seinem Wort uns offenbahret, das vorm Jüngsten Tage annoch Mit dem Pabst und Türcken geschehen soll, ... Braunschweig, Zilliger, 1670. 12 Bl., 143 S. 20 x 16,5 cm. - Angebunden: Derselbe. Tractatus De Regno Chiliastico, Das ist: Von dem erdichteten tausendjährigem Reich Christi auff dieser Erden, Was der alten und neuen Chiliasten Irrthumb sey, und wie solche Opinion jemehr aus dem XX. Cap. der Offenbahrung S. Johannis könne widerlegt werden, als daß jemand sich unterstehen dörffe, daheraus sie zu beweisen; Nebenst einem kurtzen Bericht De futuro Ecclesiae Christianae statu, Was Gott uns in seinem heiligen Wort offenbahret hat, das künfftig annoch mit der Christlichen Kirchen sich werde zutragen biß an den Jüngsten Tag ... Ebda, 1670. 2 Bl., 88 (recte 92) S. Pappband der Zeit (berieben, Kapitale mit Fehlstellen). Erste Ausgaben. - VD17 3:002762H und 3:002760T. - Zwei gegen den Millenarismus oder Chiliasmus gerichtete Schriften des Pastors von St. Andreas in Braunschweig, Johann Schindler (1613-1682). - Die Chiliasten vertraten unter Berufung auf die Johannes-Offenbarung die Ansicht, Jesus Christus werde als irdisches Paradies ein tausendjähriges Reich aufrichten. Meist ging diese Auffassung einher mit dem Glauben an das nahe Ende der gegenwärtigen Welt. Einen erneuten Aufschwung erlebte der Chiliasmus, der auf das dritte nachchristliche Jahrhundert zurückgeht, im 17. Jahrhundert bei verfolgten Gemeinden in England und in den Niederlanden (wie etwa den Quäkern) und im radikalen Pietismus. - Teils etwas gebräunt.
Lot 269 Verkauft Schellenberg, Johann Rudolph Fabeln von Hagedorn, Gleim und Lichtwer. Mit gestochenem Frontispiz und 20 Kupfertafeln von Schellenberg. Winterthur, Steiner, 1777. 6 Bl., 80 S. 17,5 x 10,5 cm. Roter Halblederband im Stil der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung. Erste Ausgabe. - Bodemann 165.1 - Lanckoronska/Oehler II, 175. - Schöne Folge von Illustrationen vor landschaftlichem Hintergrund mit "lebendig erfassten Figuren." (Lanck./Oehler). Mit Widmung für Daniel Chodowiecki in Schreibschrift-Type. Das Frontispiz aus der französischen Ausgabe 1780 (bis auf die Inschrift identisch). - Kleines modernes Exlibris, gering gebräunt und stockfleckig, insgesamt frisch. Zuschlag: 450,00 €
Lot 206 Beendet Sammlung von 17 Zirkularen, Todesurteilen, Fahndungsaufrufen, Jahrmarktschriften usw Meist Süddeutschland und Österreich, 1819-1875. Einblattdrucke bzw. Doppelblätter, meist 21 x 18 cm bis 30 x 20 cm. Lose. Enthält u.a.: "Geschichtliche Darstellung der Verbrechen des Michael Battistella aus Tauriano im Königreiche Italien", München 1875. - "Die schauderhafte Ermordung des ungarischen Grafen Stephan von Belesnay verübt von seinem eigenen Sohne ...", Pest 1821. - "Geschichtliche Darstellung der Verbrechen der Anna Maria Hager von Neugattendorf", Bayreuth 1854. - "Geschichtliche Darstellung des Verbrechens des Anton Englhardt von Schröttmoos", Straubing 1858. - "Blandine, die 18jährige Sclavin unter den Löwen und ihr schrecklicher Tod" usw. - Teilweise mit Liedtexten. - Teils gebräunt bzw. etwas wasserfleckig, teils etwas angerändert.
Lot 205 Beendet Sammlung von 10 Todesurteilen Österreich, meist Wien, 1827-1844. Doppelblätter, meist 24 x 19 cm. Lose. 10 Todesurteile, meist durch den Magistrat bzw. das Criminalgericht in Wien, wegen Raubmord, Brandlegung und Gatten-Mord. Die Vollstreckung erfolgte durch den Strang. - Einem Sammelband entnommen. - Teils etwas gebräunt und faltspurig.
Lot 249 Verkauft Sammelband mit 7 Schriften zu den Jesuiten Verschiedene Orte und Verlage. 1766-1774. 16,5 x 10 cm. Pappband der Zeit (Gelenke berieben, Rücken mit Einriss). In der Reihenfolge der Bindung: I. Unumstößliche Gründe, welche verhindern sollen, daß die Vertilgung der Gesellschaft Jesu weder von dem Papst zugestanden, noch von denen Monarchen gefordert werde, So lang dieser Streithandel in dem Zustand seyn wird, in welchem er sich dermalen befindet. Aus dem Französischen in das Deutsche übersetzt. Ohne Ort und Verlag, 1773. 84 S. - II. Zufällige Gedanken, und Sätze über das Verfahren gegen die Jesuiten in dem Kirchenstaat, und über das, was ihnen aus Verhängniß des römischen Hofes vielleicht auch anderswo bevorstehen mag. Straßburg, 1773. 112 S. - III. Merz, A. Der Jesuit vor dem Richterstuhle des Herrn Johann Jacob Moser. Berlin und Frankfurt (das ist: Augsburg), 1774. 102 S. - IV. Stattler, Benedikt. Freundschaftliche Vertheidigung der Gesellschaft Jesu. Berlin und Breslau, 1773. 60 S. - V. Brief, welchen der Pater Neuville Königl. Französischer Hofprediger gewesener Jesuit, nach kund gemachtem Aufhebungsbreve der Gesellschaft Jesu, an einen seiner ehemaligen Gesellen den 3. Sept. 1773 geschrieben hat, Von einem Musenfreunde in deutsche Verse übersetzet. (Gazette de Cologne N. LXXVII). 8 S. - VI. Gesler, Johann Georg. Spanisch-jesuitische Anecdoten, oder aufgefangene Briefe einer spanischen Privatperson an seine vertraute Freundin die Frau von L ... in T. Zweytes-Drittes Stück. Straßburg (das ist: Ulm, Bartholomai), 1767. 112, 104 S. - VII. Vattel, Emer de. Supplément aux Mémoires pour servir à l'histoire de nôtre tems, par rapport aux affaires des PP. Jésuites de Portugal. Frankfurt und Leipzig, 1766. - Zu III.: Antwort des Augsburger Dompredigers und Jesuiten Merz auf Mosers Schrift: Rechtliches Bedencken von Aufhebung des Jesuiter-Ordens, besonders so viel es die Befügnisse eines Evangelischen Reichs-Standes dabey betrifft. - Titel (teils verso) jeweils alt gestempelt, teilweise etwas stockfleckig. Zuschlag: 240,00 €
Lot 272 Beendet Sailer, Sebastian Marianisches Orakel, Das ist: Heilsame Räthe Mariä von dem guten Rath Ihren Pflegkindern und Verehrern ihres Wunderbildes zu Gennazano, auch dessen durch die katholische, und allein wahrglaubende Christenheit fast allgemeinen Ebenbildern, Auf die in zerschiedenen Zufällen vorgetragene Anfragen ertheilt, und in eine Sammlung gebracht. 2 in 3 Bänden. Mischauflage. Mit 2 gestochenen Frontispizes von G. Pinz nach G. Eichler. Augsburg, Rieger, 1769-1771. 15 Bl., 688 S.; 15 Bl., 480 S.; 4 Bl., S. 482-983. 19 x 11 cm. Lederbände der Zeit (berieben, Rücken mit kleinen Wurmgängen). Band 1 in 3., beide Teile von Band 2 in 2. Auflage. - Goedeke XV, 887, 82. - Vorsätze mit Besitzvermerk von alter Hand, teils etwas gebräunt und fleckig.
Lot 234 Verkauft Sachsenspiegel. Die Heidelberger Bilderhandschrift Cod. Pal. germ. 164 der Handschrift der Universitätsbibliothek Heidelberg. Faksimile, Textband und Kommentar in 3 Bänden. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 2009. 60, 136, 162 S. 31 x 24 cm (Faksimile); 33 x 25 cm (Text und Kommentar). Original-Lederband mit golgeprägtem Deckeltitel im Original-Holzschuber (Faksimile)/ Original-Leinwandbände. Eins von 580 (GA 600) nummerierten Exemplaren. - Tadellos. Zuschlag: 450,00 €
Lot 198 Verkauft Ruysbroeck, Jan van Doctor Ecstaticus, Bestehend auß allen desselben sehr Gottseligen Schrifften/ Welche die höchsten geheimnüsse der Göttlichen beschauung abhandeln, Die übungen eines Christlichen und Geistlichen Lebens lehren, Eine wunderwürdige art allerhand tugenden außzuüben, vorlegen und anzeigen ... Vormahls von dem P. F. Laurentio Surio, einem Carthäuser zu Cölln auß dem Holländischen ins Lateinische, Nun aber zum gemeinen nutz Alles ins Teutsche treulichst übersetzet, von G. J. C. Und mit einer Vorrede herauß gegeben, von Gottfried Arnold. Mit gestochenem Frontispiz. Offenbach am Main, Launoy, 1701. Getrennt paginiert (nach Dünnhaupt zus. 2 Bl., 657 S.). 20,5 x 18 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (Deckel etwas aufgebogen). Erste deutsche Gesamtausgabe. - Dünnhaupt 331, 26, 1 (Arnold) - Herzog-H. XVII 270. - Die paraphrasierende Übersetzung von Surius bildete die Grundlage für die von G. Arnold, dem großen Sektenforscher und Sektenhistoriker, edierte deutsche Ausgabe der Schriften, die, wie die Mystik überhaupt, im evangelischen Pietismus des Barock neue Beachtung fand. Als bedeutendster niederländischer Mystiker steht Ruysbroeck (1294-1381) gleichrangig neben Meister Eckart, Suso und Tauler. - Titel mit Namenszug des dänischen Pietisten Peder Schwan (Svane), dat. 1705. - Teils leicht gebräunt, am Anfang mit dezenten Anstreichungen im Rand. - Sehr gutes Exemplar. Zuschlag: 750,00 €
Lot 233 Verkauft Rothschild-Gebetbuch Codex Vindobonensis Series Nova 2844 der österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Faksimile und Kommentar. 2 Bände. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1979. 252 Bl., 97 S., 5 Bl. 22,5 x 16 cm. Roter Samteinband und Original-Pappband in Original-Pappkassette mit Rückenschild. Codices selecti, Vol. LXVII. - Eins von 864 (GA 990) nummerierten Exemplaren. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Original-Format. - Tadellos. Zuschlag: 280,00 €
Lot 267 Verkauft Richardson, Samuel Pamela oder die belohnte Tugend eines armen doch wunderschönen Dienst-Mädgens, aus ihren eigenen, auf Wahrheit und Natur gegründeten, Briefen entdecket, ans Licht gestellet, und nach der dritten Auflage aus dem Engländischen übersetzt von M. (Johann Mattheson). 6 Teile in 2 Bänden. Frankfurt und Leipzig, ohne Druck und Verlag, 1742. 11 Bl., 40, 454 S.; 654 S. - Angebunden: Derselbe. Pamela, oder die belohnte Tugend, in einem kurtzen Begriff des Dritten und Vierten Bandes (der Originalausgabe), als ein Siebender und Letzter Theil, aus dem Engländischen übersetzet von M. (Mattheson). Hamburg, Wiering Erben, 1743. 1 Bl., 14, 359 S. 17 x 10,5 cm. Lederbände der Zeit mit Rückenvergoldung (berieben, Kapitale ausgefranst, Block von Band 2 etwas ausgebunden, 2 freie Vorsätze entfernt, 1 bekritzelt). Erste, für uns in keinem Exemplar nachweisbare Übersetzung von "Pamela, or Virtue rewarded" (1740-42) durch den Hamburger Musikschriftsteller Mattheson. - Price & Price, Literature 831 (ungenau). - Bereits ab 1743 erschienen neue und vollständige Übertragungen "nach der 6. englischen Auflage", nun regelmäßig in vier Bänden mit Kupfern. Die vorliegende ist noch unillustriert, die Bände 3/4 des Originals sind nur im Auszug übersetzt und als separater Teil 7 angehängt. - Diesem beigedruckt: Neuestes Verzeichniß bisheriger Matthesonischer Wercke von 1708 bis 1742 gedruckt. 8 S. - Umfasst 58 Nummern, die letzte nennt etwas beschönigend 4 Bände "Pamela" bei Wiering, 1742. - Gelegentlich fleckig, Buchblock von Band 2 verschoben, zu Beginn und Ende mit größerem Braunrand, das "Verzeichniß" mit kleiner Wurmspur im Falz, insgesamt benutztes Exemplar. Zuschlag: 750,00 €
Lot 266 Verkauft Reynaert den Vos ofte het Ordeel der Dieren. Mit Titel- und 27 Textholzschnitten. Antwerpen, J. Thys, um 1840. 80 S. - Angebunden: Aerdig Leven van Thyl Ulenspiegel. Mit Titel- und 29 Textholzschnitten. Gent, van Paemel, um 1850. 48 S. 17,5 x 10,5 cm. Roter Halblederband der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln (etwas berieben). Zwei seltene Faksmiledrucke des 19. Jahrhunderts nach Ausgaben des 17., die Approbation des "Reynaert" 1661 datiert. - Stockfleckig und gebräunt. Zuschlag: 300,00 €
Lot 265 Verkauft Reineke Fuchs, das ist ein sehr nützliches, lust- und sinnreiches Büchlein. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 40 teils wiederholten Textholzschnitten von Virgil Solis. Rostock, J. Wilde, 1662. 421 S., 9 Bl. (letztes weiß). 16,5 x 10 cm. Lederband der Zeit mit Resten von Rückenvergoldung (berieben, Kapitale defekt). Zweite Ausgabe dieser Bearbeitung in Alexandrinern aus dem Umkreis der Nürnberger Pegnitzschäfer, erstmals 1650. - VD17 39: 120999S - Goedeke II, 322, 3 (datiert 1663). - Gebräunt, letzte Bl. mit Wurmspuren im Kopf- und Fußsteg vom Rückdeckel her. Zuschlag: 380,00 €
Lot 264 Beendet Reim-Kalender zum Gebrauche des Dichters. Berlin, Bureau für Literatur und Kunst (das ist Jeremias Heinemann), 1823. VIII, 76 S. 18 x 11,5 cm. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild (bestoßen, Rücken verblichen und mit kleinen Fehlstellen). Für uns nur in der Staatsbibliothek Berlin und in der HAAB Weimar nachweisbarer Reimfinder. Der erste Besitzer ist dem Rat des Vorwortes gefolgt, den Kalender für weitere Reime mit Papier durchschießen zu lassen. Außer zwei kleinen Ergänzungen findet sich lediglich auf die Endung "uckt" (S. 63) ein Reim von älterer Hand in Bleistift: "Zwei Jungfrauen gingen hochbeglückt / In einen Rosengarten / Die eine wurde gleich gefickt / Die andere mußte warten." - Die letzten sechs Seiten enthalten einen Verlagskatalog des 1815 durch den israelitischen Pädagogen und Schriftsteller J. Heinemann gegründeten "Bureau", überwiegend Hebraica. - Exlibris, Stempel und Bleistiftsignatur der Deutschen Technischen Hochschule Brünn, ein Namenszug am Vorsatz abgeschnitten. Sauberes Exemplar.