Lot 224 Verkauft Große Bibliotheken der Welt 4 Bände der Reihe. Mit jeweils 10 faksimilierten Miniaturen unter Passepartouts und Kommentarheften. Lachen, Coron Verlag, 1995-ca. 2000). 41 x 29 cm. Mit Samt bezogene Original-Holzkassetten mit gold- bzw. silbergeprägten Rückentiteln und gold- bzw. silbergeprägten Wappenapplikationen in Metal bzw. Kunststoff auf den vorderen Deckeln. Jeweils eins von 1995 bzw. 1490 Exemplaren. - Vorhanden sind die Bände: Schätze der Österreichischen Nationalbibliothek. Schätze der Staatsbibliothek und des Kupferstichkabinetts Preußischer Kulturbesitz Berlin. Schätze der Bibliotheque Nationale. Schätze der British Library. - Tadellos. - Dabei: Wolf, Norbert. Die Galerie der schönsten Bücher - Buchmalerei erleben. Bände 1-16 (alles Erschienene). Mit Faksimilebeilagen und zahlreichen Abbildungen. Luzern, Faksimile Verlag, 2004-2007. 33 x 23,5 cm. Blaue Original-Leinwandbände in 4 Original-Schubern. - Dabei: Der Neue Michelangelo. Wiedergeburt der wahren Farben in der Sixtinischen Kapelle. 4 Bände. Faksimile Verlag, Luzern, 1989-1991. 43,5 x 30,5 cm. Rote Original-Lederbände mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel in Original-Halblederschubern. Zuschlag: 400,00 €
Lot 242 Verkauft Hoffmann, E. T. A Fantasiestücke in Callot's Manier. Blätter aus dem Tagebuche eines reisenden Enthusiasten. Mit einer Vorrede von Jean Paul. 4 Bände. Mit 2 gestochenen Titelvignetten von C. Frisch nach Hoffmann. Bamberg, Neues Leseinstitut von C.F. Kunz (Bände 3 und 4: bey C. F. Kunz). 1814-1815. XVI, 240 S.; Titel, 360 S.; Titel, 273 S., Titel, 389 S. 17 x 10,5 cm. Halblederbände um 1900 mit je 2 Rückenschildern und etwas Rückenvergoldung (berieben). Erste Ausgabe von Hoffmanns erster Erzählsammlung, u.a. mit dem Erstdruck von "Der goldene Topf" und "Johannes Kreisler's, des Kapellmeisters musikalische Leiden". - Goedeke VIII, 486, 16. - Titel jeweils mit altem Besitzvermerk, verso große Stempel der Tetschner Bibliothek, teils stockfleckig und gebräunt, breitrandig. Zuschlag: 450,00 €
Lot 243 Verkauft Hoffmann, E. T. A Klein Zaches genannt Zinnober. Ein Mährchen herausgegeben von E.T.A. Hoffmann. Berlin, Ferdinand Dümmler, 1819. 231 S. 17 x 10 cm. Illustrierter Original-Pappband in Sepia-Aquatinta nach Zeichnungen Hoffmanns in modernem Schuber, auf den Innendeckeln zwei Original-Federzeichnungen von Steffen Faust, signiert und datiert 2007 (Ecken, Kanten und Gelenke etwas berieben und teils nachgefärbt). Erste Ausgabe. - Goedeke VIII, 493, 40. - Die Idee zu Klein Zaches entstand im Frühjahr 1818 aus Fieberphantasien während einer Krankheit Hoffmanns, einem "Unterleibsübel mit gichtischen Zufällen" (Hitzig). Hoffmann entwarf erstmals einen Buchumschlag selbst. "Er versuchte, wie Runge in symbolischer Form den Inhalt des ... Werkes im Ganzen zu erfassen." (E.Riemer). Dem Grafen Pückler-Muskau schrieb er dazu: "Zinnobers Porträt auf dem Deckel ist sehr ähnlich, denn da sonst niemand den Kleinen zu Gesicht bekommen konnte als ich selbst, so verfertigte ich auch selbst die Zeichnung." (24.I.1819). - Radiertes Exlibris des Hoffmann-Verlegers Michael Duske (Serapion vom See) auf die Titelrückseite montiert. Beiliegend: 4 Entwürfe Fausts zu den Innendeckel-Illustrationen (Federzeichnungen auf Karton, 17 x 10 cm, signiert, 2006). Der Graphiker Steffen Faust (geb. 1959) ist auf Illustrationen zum Werk Hoffmanns spezialisiert. Die vorliegenden scheinen sonst nicht nachweisbare Original-Arbeiten zu sein.- Durchgehend etwas wellig und gebräunt. Zuschlag: 650,00 €
Lot 244 Verkauft Hoffmann, E. T. A Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern. 2 Bände. Berlin, Dümmler, 1820-1822. XII, 400 S.; Titel, 406 S. 18 x 10 cm. Moderne Halbpergamentbände mit Rückenschildchen im Leinenschuber, die illustrierten Original-Umschläge (Sepia-Aquatinten von Thiele nach Zeichnungen Hoffmanns) beigebunden (zum ersten Band in 2 paarweise aufeinandermontierten Druckvarianten), vordere Vorsatzblätter verso mit 2 Original-Bleistiftporträts des Katers von Steffen Faust, datiert 2011. Erste Ausgabe. - Goedeke VIII, 495, 48. - Die Original-Umschläge zum ersten Band in je einer dunkel und einer hell eingefärbten Variante. - Ohne Exlibris, aber aus dem Nachlass des Hoffmann-Verlegers Michael Duske (Serapion vom See), der mit Steffen Faust befreundet war. Der 1959 geborene Graphiker ist auf Illustrationen zum Werk Hoffmanns spezialisiert. Die beiden Vorsatz-Zeichnungen scheinen originale, sonst nicht nachweisbare Arbeiten Fausts zu sein. - Umschläge mit kleinen Randdefekten, die dunkleren Varianten zum ersten Band stärker berieben, die rückwärtige zum zweiten Band mit Tintenfleck am Kopf. - Vorsätze recto mit kleinem Kugelschreiber-Besitzvermerk, erste und letzte Lagen im Falz verstärkt, durchgehend etwas gebräunt und braunfleckig, vereinzelt Ausbesserungen in den breiten, lediglich berauften Rändern. Zuschlag: 800,00 €
Lot 250 Beendet Schmidt, Friedrich Bescheidene Frage und Vorwurf eines lebend und todt seligen Menschenfutteralabfall- und Papiermüllerfabrikatfetzen Sammlers, Kummerwagen- und Gassenkehrichthaufeninspectors, Händler mit allen namenlosen Gegenständen u.s.w. u.s.w. Lithographiertes Plakat, im Stein signiert. Lübeck, Selbstverlag, um 1860. Darstellung mit Titel und gereimter Legende: ca. 43 x 30 cm. Blattgröße: 48,5 x 40 cm. Karikatur aus Sicht des Paria auf die Ängste der Lübecker Zünfte vor der Gewerbefreiheit, 1866 eingeführt: "Warum bin ich übergangen Bei der Namensammelei. Könnt' nicht auch mein Name prangen Zwischen Namen mancherlei. Und wie hätt' ich sammeln wollen Im Gewerbefreiheitssinn, Hättet es schon sehen sollen Dass ich Sammelmeister bin." - Johann Friedrich Theodor Schmidt (1822-83) war Zeichner und Porzellanmaler in Lübeck, so der Titel seiner 1909 von J. Warncke herausgegebenen Biographie mit Werkverzeichnis. Warncke kannte das vorliegende Blatt nurmehr als "Spottbild auf die Abfuhr von Straßenkehricht", benennt aber ein Pendant: "Gewerbefreiheit oder: Menschenknochenbilligermachungsinstitut. 1862. - Steindruck. Dieses Blatt greift mit ein in den um Einführung der Gewerbefreiheit geführten Kampf" (S. 14). Wir weisen derzeit keine der beiden Lithographien nach. - Fragiles Papier, flächig gebräunt, kleine Stockflecken und Randdefekte.
Lot 255 Beendet Neumeister, Wilhelmine Stammbuch der späteren Gattin des Inspektors (1849 Direktors) der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen, Heinrich Gottlieb Kühn. Mit 1 Stickbild, 2 Aquarellen und 1 Notenseite. Überwiegend Meißen und Dresden, 1807-16. 121 Bl. mit 102 Einträgen. 10,5 x 19 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild, Rückenvergoldung goldgeprägten Deckelbordüren (vorne um die Initialen W.N.), marmorierten Vorsätzen und Goldschnitt (berieben und bestoßen, Vorderdeckel lose). Die Eignerin heiratete 1816 den sächsischen Bergrat Heinrich Gottlieb Kühn, am 28.III.1815 in Meißen prominentester Einträger. Er zitiert das lange, unter dem Titel "Größe" leicht abgewandelte Gedicht "Was ist's, was unsterbliche Geister entzückt" von Mahlmann. Kühn (1788-1870) war seit 1814 technischer Inspektor der Meißner Porzellanmanufaktur, deren Öfen er stark optimierte. Er erfand 1817 das Chromoxidgrün, 1827 die Glanzvergoldung, 1837 die Lüsterfarben; ab 1849 wirkte er als Direktor der Manufaktur. Bereits am 11.IX.1810 trug sich sein Vater ein, der Dresdener Oberkonsistorialrat Carl Gottlieb Kühn ("liebes Mühnchen"), im gleichen Jahr mehrere Cousins und Cousinen Kühn. Wilhelmine selbst war die Tochter des Akzise-Inspektors und Meißner Bürgermeisters Johann George Neumeister; sie starb 1833 nach der Geburt von 4 Söhnen und 5 Töchtern. - Weitere Beiträger sind ihr Onkel G. F. Neumeister in Heldrungen, Postmeister Christian Traugott Miersch in Stauchitz mit Gattin, Gerichtsdirektor Ernst Gottlob Schmorl, seine Gattin (geb. Miersch) und Söhne, die "Vettern" Theodor, Ernst Leberecht und Benjamin Gotthold Weiske (Philologe, 1783-1836), Hofrat Carl August Weiske, der Dresdener Prediger Johann Ludwig Kell (1743-1819) mit Gattin, der Jurist Paul Reinhard (1785-1839), ferner etliche Freundinnen. - Privater Sammlerstempel, wenige Blatt entfernt, gering fingerfleckig, sonst innen gut erhalten. Eine Dokumentation liegt bei.
Lot 259 Beendet Meyer von Knonau, Ludwig Neue Fabeln. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette und 58 Kupfertafeln von D. Düringer nach Zeichnungen des Verfassers. Zürich, Orell, 1757. 20 Bl., 166 S., 1 Bl. 20 x 12 cm. Marmorierter Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild, floraler Rückenvergoldung und marmorierten Vorsätzen (berieben, etwas bestoßen und narbig, hinteres weißes Vorsatzblatt entfernt). Dritte Ausgabe, erstmals 1744 als "Ein halbes Hundert Neuer Fabeln" erschienen. - Goedeke IV/1, 93, 2 - Kat. Wolfenbüttel, Fabula docet 127. - Schöne Folge selbst erfundener und eigenwillig-skizzenhaft illustrierter Fabeln. Die "Critische Vorrede" von J. J. Bodmer. - Exlibris, durchschlagender Stempel von Gottfried Doehler Titel verso, etwas gebräunt und fleckig, Tafel 18 mit teilweise hinterlegtem Einriss, etliche Tafeln vor dem Binden seitlich schmal angerändert.
Lot 276 Beendet Seckendorff, Veit Ludwig von Bericht und Erinnerung, auff eine neulich in Druck Lateinisch und Teutsch ausgestreuete Schrifft, im Latein Imago Pietismi, zu Teutsch aber Ebenbild der Pietisterey genannt. Sambt einer Vorrede Philipp Jacob Speners. Ohne Ort und Druck, 1692. 18 Bl., 79 S. 21,5 x 17 cm. - Mit 9 Beibänden zum Thema (s. unten) in Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben, kleine Wurmspuren). Eine von mindestens 6 Druckvarianten im gleichen Jahr (vgl. VD17). - Gegen die 1691 erschienene Schrift "Imago Pietismi" von Albrecht Christian Rotth gerichtet. - Vor- und nachgebunden 9 weitere seltene Drucke, fast alle in mehreren Varianten nachweisbar: 1. Johann Friedrich Mayer. Abgenöthigte Schutz-Schrifft, worinnen wieder die harte und ungegründete Beschuldigungen ... Speners ihren Revers und Religions-Eyfer verthaidiget das Ministerium in Hamburg. Ohne Ort und Druck, 1691. 1 Bl., 86 S. - VD17 12:186040N. - 2. Christian Thomasius. Jacob Ander Sohn, Holsati, Send-Schreiben aus Hamburg, an eine vornehmen Freund, von den Leipzigischen Collegiis Biblicis, und daher so genanten Pietisten. Ohne Ort und Druck, 1689. 4 Bl. - VD17 23:667495P. - 3. Vier theologische Responsa, auff einige des Hamburgischen Ministerii Fragen. Hamburg, Spieringk, 1690. 40 S. - VD17 3:304187S. - 4. Hans Wandal. Chiliasmi veteris et novi orthodoxa consideratio. Kopenhagen, Bockenhoffer für Liebe, 1692. 24 Bl., 267 S. - 5. Johann Wilhem Petersen. Send-Schreiben an einige Theologos und Gottes Gelehrte, betreffend die Frage ob Gott nach der Auffahrt Christi nicht mehr heutigen Tages durch Göttliche Erscheinung den Menschen-Kindern sich offenbahren wolle, und sich dessen gantz begeben habe? Sampt einer erzehlten Specie facti von einem Adelichen Fräulein (Rosamunde Juliane von Asseburg). Ohne Ort und Druck, 1692. 26 Bl. - VD17 23: 308752K. - 6. Derselbe. Weiteres Nachdencken über einige Bedencken ... vom Chiliastischen Reich und Bekehrung der Juden. Ohne Ort und Druck, 1692. 30 S., 1 Bl. - VD17 12:000084C. - 7. Johann Winckler. Schrifftmäßiges wohlgemeintes Bedencken über das Send-Schreiben an einige Theologos. Hamburg, Ziegler für Liebezeit, 1692. 123 S. - VD17 3:003956X. - 8. Johann Friedrich Mayer. Prüfung des Geistes, so sich durch ein Adeliches Fräulein (Asseburg) itzo offenbahren soll. Ohne Ort und Druck, 1692. 16 Bl. - VD17 1:073345Y. - 9. Immanuel Weber. Der ungewissenhaffte Gewissens-Rath ... Bedencken über etzliche Brieffe Johann Ludewig Langhansens ... darinnen er Ihre Churfürstl. Durchl. zur Desertion dero Gemahlin, und ungebührlichen Buhlen-Liebe mit einer gewissen Hof-Dame verleiten wollen. Ohne Ort und Druck, 1692. 4 Bl., 63 S. - VD17 3:006149H. - Etwas gebräunt, wenige schwache Wasserränder, 2 Bl. der Vorstücke von Wandal mit alt gedeckten Papierfehlern im Rand, insgesamt wohlerhaltener und gehaltvoller Sammelband.
Lot 197 Verkauft Hugo, Hermann Das Klagen der büssenden Seel Oder die so genante Pia Desideria, Erstlich Von P. Hermanno Hugone der Societ. Jesu in Lateinische Kunst-Verß Anjetzo von Magistro Andrea Presson Volcacense Francone, Iuris Candidato ... Mit grossem Fleiß und Mühe auff das vertreulichste, nicht allein in hochteutsche Poesin, sondern auch sambt betrückung der Lateinischen Carminum mit schönen anmühtigen Melodeyen neuen Kupfferstichen und annotationen sowohl auß Heiliger Schrifft als andern Authorn gezieret ... Editio Prima. 3 Teile in 1 Band. Mit 3 Kupfertiteln, 46 gestochenen Tafeln bzw. ganzseitigen Kupferstichen und zahlreichen Noten im Text. Bamberg, In Verlegung des Authoris, Getruckt ... Durch Jahann Jacob Immel, 1672-1677. 5 Bl., 256 S., 4 Bl., 239 S., 5 Bl., 192 S. 13,4 x 8,3 cm. Schwarzer Lederband der Zeit mit Ganzgoldschnitt und 2 Metallschließen. Erste Ausgabe dieser seltenen deutschen Bearbeitung. - RISM P 5425-5428 (unter Presson) - Goedeke III, 196, 8 a und b - Faber du Faur 1002. - Der zweite Teil mit dem Titel: Der weitberühmten Trutz Nachtigall Töchterlein, Oder das Verlangen der heiligen Seel; der dritte Teil: Der lieblichen Trutz Nachtigall Enckel Oder das Seüfftzen der verliebten Seel. - Dieses sehr schön ausgestattete Werk des aus Volkach in Franken stammenden deutschen Übersetzers Andreas Presson (1637-1701) war, trotzdem es im Selbstverlag erschien, zu seiner Zeit sehr verbreitet. - Die emblematischen Kupfer mit dem lateinischen Text über und dem deutschen Text unter der Darstellung entsprechen denen im lateinischen Original. Sie zeigen zwei Kinder, die als personifizierte menschliche Seele und göttliche Liebe einander suchen und zusammen durchs Leben gehen. Die Gedichte halten sich innerhalb des Rahmens der bayerisch-katholischen Kirchendichtung des 17. Jahrhunderts. Spees Einfluss wäre auch ohne den Hinweis durch den Titel spürbar. - Mit zahlreichen Noten für "Cantus, Cantus II und Bassus". Der Komponist ist wahrscheinlich Andreas Presson. - Etwas gebräunt. - Sehr gutes Exemplar. Zuschlag: 500,00 €
Lot 208 Beendet Beauchamp, Comte de Louis XIII d'apres sa correspondance avec le Cardinal de Richelieu. Mit 20 Tafeln, 1 Karte und Textillustrationen. Paris, Renouard 1902. 2 Bl., 460 S. 30 x 21 cm. Roter Maroquinband der Zeit mit reicher Goldprägung, Goldschnitt (signiert: Ferdinand Bakala Wien). Prachtvoller Einband gefertigt von dem weit über die Grenzen Österreich-Ungarns bekannten Meisterbuchbinder Ferdinand Bakala. - Kanten teils berieben. Kleiner Einriss am hinteren Rückengelenk. Innen papierbedingt etwas gebräunt.
Lot 219 Beendet Das Brüsseler Stundenbuch. Heures de Bruxelles Ms. 11060-61 Bibliotheque Royale Albert Ier Bruxelles. Faksimile und Kommentarband in 2 Bänden. Mit 20 ganzseitigen goldgehöhten Miniaturen und 17 Initialseiten mit Teilbordüren auf 276 faksimilierten Seiten. Luzern, Faksimile-Verlag, 1996. 292 S., 2 Bl. (Kommentar). 28 x 19 cm. Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel (Kommentar) und roter Ziegenlederband mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel, breiten goldgeprägten Deckelbordüren und blindgeprägten Deckelvignetten in der Original-Plexiglaskassette (diese mit leichten Kratzspuren). Eins von 980 (GA 1060) nummerierten Exemplaren. - Der Kommentar auf Deutsch und Französisch von Bernard Bousmanne, Pierre Cockshaw, Gerhard Schmidt, und mit Beiträgen von Ann Peckstadt und Lieve Watteeuw. - Tadellos.
Lot 221 Beendet Das deutsche Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg Hs. Durlach 2 der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. Faksimile, Kommentar und Dokumentation. 2 Bände und 1 Mappe. Mit 47 vergoldeten Miniaturen und zahlreichen Goldinitialen. Luzern, Faksimile Verlag, 2002. 378 S.; 512 S. 16,5 x 11,5 cm bzw. 23 x 32 cm (Mappe). Schwarzes Original-Veloursleder mit 8 Messingbuckelbeschlägen und 2 emaillierten Mittelstücken mit Wappen und Ganzgoldschnitt im Plexiglasschuber. Eins von 980 (GA 1060) arabisch nummerierten Exemplaren. - Die Handschrift wurde 1520 anlässlich der Hochzeit Susannas von Bayern mit Casimir, Markgraf von Brandenburg-Ansbach, fertiggestellt. - Tadellos.
Lot 222 Verkauft Egbert-Codex Faksimile der Bilderhandschrift Ms. 24 aus der Stadtbibliothek Trier. Faksimile und Kommentarband. 2 Bände. Luzern, Faksimile Verlag, 2005. 167 Bl.; 248 S. 28 x 23 cm. Original-Leinwand (Kommentar)/ Grüner Original-Seideneinband mit versilberter und patinierter Metallplatte und genagelten Metallkanten in Original-Leinenkassette mit Plexiglas-Sichtfenster (Sichtfenster etwas kratzspurig). Prachtvolles Faksimile des Meisterwerks der ottonischen Buchkunst, in einem aufwendig gestalteten Einband mit der Darstellung Egberts nach dem Mettlacher Kreuzreliquar auf der vorderen Metallplatte. - Eins von 980 nummerierten Exemplaren. - Mit dem Kommentar von G. Franz, mit Beiträgen von S. D. Dornheim, F. J. Ronig u.a. - Sehr gutes Exemplar. Zuschlag: 500,00 €
Lot 236 Verkauft Das Schwarze Stundenbuch Faksimile der Handschrift Ms. M. 493 der Pierpont Morgan Library, New York. Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Luzern, Faksimile Verlag, 2001. 122 Bl.; 187 S. 18,5 x 14 cm. Schwarzer Original-Samtband mit 10 Metallbuckeln auf den Deckeln und 1 Metallschließe in flexiblem Original-Leinwandschuber in Plexiglas-Schuber. Eins von 980 (GA 1060) nummerierten Exemplaren. - Mit dem Kommentarband von Bernard Bousmanne, enthält die kodikologische Beschreibung von William Voelkle. - Das Schwarze Stundenbuch wurde um 1475 in Brügge im Künstlerkreis um den Buchmaler Willem Vrelant für die Herzöge von Burgund angefertigt. Es handelt sich um eines von weltweit nur sechs überlieferten illuminierten Manuskripten, die auf schwarzem Pergament verfasst wurden. Enthalten sind 14 großformatige Miniaturen. - Sehr gut erhalten. Zuschlag: 750,00 €
Lot 198 Verkauft Ruysbroeck, Jan van Doctor Ecstaticus, Bestehend auß allen desselben sehr Gottseligen Schrifften/ Welche die höchsten geheimnüsse der Göttlichen beschauung abhandeln, Die übungen eines Christlichen und Geistlichen Lebens lehren, Eine wunderwürdige art allerhand tugenden außzuüben, vorlegen und anzeigen ... Vormahls von dem P. F. Laurentio Surio, einem Carthäuser zu Cölln auß dem Holländischen ins Lateinische, Nun aber zum gemeinen nutz Alles ins Teutsche treulichst übersetzet, von G. J. C. Und mit einer Vorrede herauß gegeben, von Gottfried Arnold. Mit gestochenem Frontispiz. Offenbach am Main, Launoy, 1701. Getrennt paginiert (nach Dünnhaupt zus. 2 Bl., 657 S.). 20,5 x 18 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (Deckel etwas aufgebogen). Erste deutsche Gesamtausgabe. - Dünnhaupt 331, 26, 1 (Arnold) - Herzog-H. XVII 270. - Die paraphrasierende Übersetzung von Surius bildete die Grundlage für die von G. Arnold, dem großen Sektenforscher und Sektenhistoriker, edierte deutsche Ausgabe der Schriften, die, wie die Mystik überhaupt, im evangelischen Pietismus des Barock neue Beachtung fand. Als bedeutendster niederländischer Mystiker steht Ruysbroeck (1294-1381) gleichrangig neben Meister Eckart, Suso und Tauler. - Titel mit Namenszug des dänischen Pietisten Peder Schwan (Svane), dat. 1705. - Teils leicht gebräunt, am Anfang mit dezenten Anstreichungen im Rand. - Sehr gutes Exemplar. Zuschlag: 750,00 €
Lot 226 Verkauft Das Lorscher Evangeliar Ms. R II I der Biblioteca Documentara Batthyaneum der Rumänischen Nationalbibliothek und Codex Vaticanus palatinus 50 der Biblioteca Apostolica Vaticana. Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Luzern, Faksimile-Verlag und Vatikan, Biblioteca Apostolica, 2000. 473, 279 S. 38 x 27,5 cm (Faksimile)/ 29 x 21 cm (Kommentar). Brauner Original-Lederband im Original-Leinwand-Schuber/ Original-Halblederband im Original-Leinwand-Schuber (beide Schuber etwas berieben). Codices e Vaticanis selecti, Vol. XLIV. - Eins von 60 (GA 433) nummerierten Exemplaren der "Bibliotheksausgabe", ohne die Replikate der Elfenbeindeckel. Zuschlag: 850,00 €
Lot 231 Beendet Die Ottheinrich-Bibel Faksimile nach der Ausgabe der Handschrift Cgm 8010/1.2 der Bayerischen Staatsbibliothek München. Faksimile und Kommentar. 2 Bände. Luzern, Faksimile Verlag, 2002. 78 num. Bl.; 245 S. 56 x 39,5 cm (Faksimile/ 29 x 21,5 cm (Kommentar). Goldgeprägter brauner Original-Lederband mit 8 Eckbeschlägen und 4 Metallschließen in blauer Original-Leinwandkassette bzw. Original-Halblederband. Eins von 980 (GA 1040) nummerierten Exemplaren des kostbar gestalteten Faksimile-Druckes in einem Einband, dem der Ottheinrich-Einband von 1558 des Cod. Pal. germ 833 Pate stand.
Lot 232 Verkauft Die Oxforder Bibelbilder Ms. W. 106. Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Luzern, Faksimile Verlag, 2004. 31 Bl.; 263 S. 14,5 x 10 cm bzw. 20 x 14 cm. Original-Samteinband mit eingefasstem Elfenbeinreplikat auf dem Deckel sowie 2 Messingschließen und Original-Leinwand (Kommentar) in roter Original-Maroquinkassette mit Sichtfenster. Eins von 980 (GA 1060) nummerierten Exemplaren. - In eine Aussparung des vorderen Buchdeckels ist das Replikat einer doppelseitigen Elfenbeinschnitzerei mit der Geburt bzw. Kreuzigung Christi im Format 8 x 5 cm eingelassen. - Sehr gutes Exemplar. Zuschlag: 500,00 €
Lot 237 Verkauft Das Stundenbuch des Herzogs von Bedford MS Add. 18850 The British Library, London. Faksimile und Kommentarband in 2 Bänden. Mit 38 reich mit Gold verzierten, großformatigen Miniaturen sowie mehr als 1250 kleineren Medaillonminiaturen. Luzern, Faksimile Verlag, 2006. 289 Bl.; 244 S. (Kommentar). 27,5 x 19,5 cm. Roter Original-Samteinband mit großen ziselierten, vergoldeten Schließen und Goldschnitt und roter Original-Samteinband mit goldgeprägtem Rückenschild im Plexiglas-Schuber (Schuber leicht kratzspurig und mit Klebespuren, untere Kante mit Fehlstelle). Eins von 980 (GA 1060) nummerierten Exemplaren. Die Handschrift mit der Bibliothekssignatur MS Add. 18850 der British Library gehört zu den prachtvollsten Stundenbüchern des Mittelalters. - Tadellos. Zuschlag: 700,00 €
Lot 225 Verkauft Hainricus-Sacrista-Sakramentar Codex Ms. M 711 der Pierpont Morgan Library, New York. Faksimile, 2 Kommentare und Dokumentationsmappe in 4 Bänden. Mit 5 ganzseitigen, mit Silber und punziertem Gold versehenen Miniaturen, 2 ganzseitigen ornamentierten Initialen, 24 Kalendermedaillons, 35 historisierten und 20 Tier- und Rankeninitialen. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 2005-2010. 294; 110; 272 S. 25 x 17,5 cm (Faksimile), 25 x 17,7 cm bis 30,5 x 24,5 cm (Kommentare). Blindgeprägtes braunes Original-Kalbsleder mit goldgeprägtem Rückentitel und 2 Metallschließen sowie zahlreichen seidenen Lesezeichenbändchen in Original-Holzkassette bzw. Original-Leinwandbände. Codices selecti CX. - Eins von 280 (GA 310) arabisch nummerierten Exemplaren. - Das Hainricus-sacrista-Sakramentar entstand um 1217 im Benediktinerstift Weingarten und zählt zu den Werken des sogenannten 'Berthold-Meisters'. - Tadellos. Zuschlag: 650,00 €
Lot 227 Verkauft Das Mainzer Evangeliar Hofbibliothek Aschaffenburg, Ms. 13. Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Mit 71 teils ganzseitigen Miniaturen und 310 Initialen. Luzern, Faksimile Verlag, 2007. 100 Bl.; 196 S. 37 x 27,5 cm (Faksimile); 28,5 x 21,5 cm (Kommentar). Original-Lederband über Holzdeckeln mit eingelegter, reliefierter und versilberter Metallplatte und 5 aufgebrachten vergoldeten Medaillons der Evangelisten bzw. des thronenden Christus mit Ganzgoldschnitt und Original-Leinwand (Kommentar) in Original-Leinwandkassette mit Plexiglas-Fenster und goldgeprägtem Rückentitel (Kassette mit kleiner Stoßstelle). Eins von 980 (GA 1060) nummerierten Exemplaren. - Tadellos. Zuschlag: 750,00 €
Lot 210 Beendet Prunkmappe mit Auszeichnungsurkunde des Gemeinderates der "Reichshaupt- und Residenzstadt" Wien für den k.k. Major der Geniewaffen Carl Kocziczka Edlen von Freybergswall für seine Verdienste beim Bau der Wiener Hochquellenwasserleitung. Ausgestellt in Wien am 20. Dezember 1872 mit Unterschrift des Bürgermeisters Cajetan Felder. - Mappe in weinrotem Samt gebunden, Deckelränder mit Messingleisten gefasst und teils emailierten Eckbeschlägen, mittig mit großem Medaillon mit Doppeladler in Messingguss und emaillierten Wiener Wappen aus der Werkstatt des k.k Hof-Buchbinders Leopold Groner in Pappkassette mit gepolstertem Innendeckel. In sehr gutem Zustand.
Lot 211 Beendet Sittmann, Wilhelm Prachteinband: Leder über Holzdeckeln, aufwändige Beschläge des Kölner Silberschmieds Wilhelm Sittmann mit Rocaillen und Kartuschen, Silber und Bronze versilbert, Metallschließen, mit punziertem Meisterzeichen "WS", um 1770. Rückentitel: "Missale Romanum". 35 x 24 cm. Einband mit Silberbeschlägen von Wilhelm Sittmann. (Köln), um 1770. Leerband mit ca. 80 weißen Seiten. - Arbeiten des bedeutenden Silber- und Goldschmiedemeisters Wilhelm Sittmann (1725-1778, seit 1753 Meister) befinden sich in der Schatzkammer des Kölner Doms, im Museum Schnütgen und auch im Louvre. - An den Gelenken restauriert, vorderes Gelenk unten angebrochen, die Beschläge sehr gut erhalten.
Lot 217 Verkauft Das Berthold-Sakramentar Vollständige Faksimile-Ausgabe der Handschrift Ms. M. 710 der Pierpont Morgan Library New York. Faksimile und Kommentarband. 2 Bände. Mit zahlreichen ganz- und halbseitigen Miniaturen und teils figürlichen Initialen. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1995-1999. 164 Bl. (Faksimile, 30 x 20,5 cm); 286 S. (Kommentar, 33,5 x 23,5 cm). Weinroter Original-Lederband über Doppelwanddeckeln mit geprägten Kantenbeschlägen aus versilbertem Metall in Original-Halblederkassette mit Rückenschild und geprägtem Deckeltitel (diese leicht berieben); Original-Leinwand mit Rücken- und Deckeltitel (Kommentar). Codices selecti, Vol. C. - Eins von 280 (GA 330) nummerierten Exemplaren. - Mit dem Kommentarband von F. Heinzer und H. U. Rudolf, ohne den Interimskommentar von H. Swarzenski. - Vollständige reich illustrierte Faksimile-Ausgabe, die mit ihren goldenen Miniaturen und fantasievollen Initialen den Übergang von der Romantik zur Gotik zeigt. Entstand im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts im Kloster Weingarten unter dem Abt Berthold. - Sehr gutes Exemplar. Zuschlag: 1.000,00 €
Lot 258 Beendet Weiss, C. E Amicis amicus (Titelaquarell des Halters). Mit 8 (2 blattgroßen) Aquarellen, 2 kolorierten Kupfern, 11 Lackpapier-Silhouetten und 1 Punktierstich-Silhouette in Sepia, alles montiert. Schneeberg, Eutritzsch, Leipzig, Dresden u.a. Orte, 1803-18. Ca. 160 Bl. (einige entfernt) mit ca. 70 Einträgen. 12 x 19 cm. Lederband der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern, Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckelbordüren, marmorierten Vorsätzen und Goldschnitt (berieben). Als Eigner nennt sich auf dem Titelaquarell C. E. Weiss, er wird 1803 in Schönfeld als "Futuro Jurium Culturi" angesprochen und zählt in Leipzig 1808 ff. etliche Juristen zu seinen Kommilitonen. Nach Angabe des Vorbesitzers handelt es sich um Christian Ernst Weiss (1787 Leipzig - 1850 Bautzen), 1821 Appellationsrath in Dresden, 1845 Präsident des Oberlausitzer Appellationsgerichtes. Seine Schulzeit scheint er jedenfalls in Schneeberg verbracht zu haben, dort verabschieden ihn 1803 Rektor Johann Friedrich Schaarschmidt, Konrektor, Kantor und ein "Lycei Collega". Halle 1804 trägt sich mit Punktierstich-Silhouette Georg Christian Knapp ein, Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen; Leipzig 1808 u.a. der spätere Advokat Ludwig Gotthold Feder sowie der Jurist Carl Wilhelm August Porsche aus Zittau. 1805 erfolgen in Döhlen bei Dresden einige Einträge, u.a. einer Familie Vollrath, in Dresden selbst inskribiert französisch der Kontrolleuer beim Hofzahlamt Charles Henry Cubaldi. Im hinteren Innendeckel koloriertes Kupfer mit dem beliebten Eintrag "Wer Dich lieber hat als ich - Der schreibe sich hinter mich", unterschrieben Carl Arnold, Dresden April 1813. - Etwas gebräunt und fingerfleckig, am hinteren Vorsatz privater Stempel, insgesamt wohlerhalten.
Lot 268 Beendet Mosselanus, Fridericus Reuterischer Striegel, und Außwüscher: Wider die von Jesuiten in Reichs: auch andern mehr der Augspurgischen Confessionverwandten Städten eyngeschleichten Schartecken ... angestelt. Mit welchem, Ihren unnothigen, und auffgeworffenen Jesuitischen exolirten drey Fragen, recht abgestriegelt, und ... erwiesen, daß weder Herman Ioseman, noch jemandt anders seiner Societet einigs wegs vermöge ... Newstadt an der Hardt, Schramm, 1608. 18 Bl., 320 S., 6 Bl. - Angebunden: Cambilhom, Johann. Von der Jesuiten Geheimsten Sachen, Kurtze Relation. Auß Dem Lateinischen verteutscht. Ohne Ort und Verlag, 1608. 1 Bl., 29 S. 16,5 x 9,5 cm. Pergamentband der Zeit (tintenfleckig, hinterer Deckel alt beschrieben). Zu I.: VD17 23:281392G - British Library, German books M1448 - De Backer-Sommervogel I, 76 und XI, 421 - Graesse III, 479. - Polemik gegen die verbreitete Homosexualität in der katholischen Kirche, u.a. mit umfangreichen Gedichten. - In Rom sollte man "Buben all außführn, wegen der schrecklichen Sodomey", über Sodomie bei Päpsten, Italienern und Jesuiten, über ein Kloster mit Knabenschändern, die 6.000 Schädel von Kindern, die Papst Gregorius in einem See gefunden hat, Über die Sodomiter-Mönche in Flandern etc. etc. - Zu II.: VD17 12:114891Q - De-Backer-Sommervogel XI, 41 - Der wohl aus Augsburg stammende Johann Cambilhon trat im März 1608 in Augsburg als ehemaliger Jesuit und Exulant aus Graz in der Steiermark auf. Aus dem Orden sei er im Alter von 32 Jahren ausgetreten; Augsburg, die Stadt, die ihm als erste Asyl gewährte, verglich er mit dem biblischen Zufluchtsort Zoar. Seine antijesuitischen Pamphlete, wo er u.a. behauptete, in den Kellern unter der Jesuitenkirche in Graz würden Ordensangehörige gefoltert, Teufel angebetet und Schätze gehortet, sorgten für empörte Gegenreaktionen und Gegenschriften u.a. durch den bedeutenden Ingolstädter Jesuiten Jakob Gretser. - Gebräunt.
Lot 215 Beendet Arndt, Johann Sämtliche Bücher vom wahren Christenthum ... Samt dem Paradies-Gärtlein. 2 in 1 Band. Mit gestochenem Frontispiz, 1 blattgroßen Kupferporträt und 62 blattgroßen Emblemkupfern von J. C. Sysang in architektonischen Rahmen. Leipzig, J. S. Heinsius, 1737. 24 Bl., 1114 S., 27 Bl.; 24, 249 S., 5 Bl. 23 x 17,5 cm. Gefleckter Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit goldgeprägtem Rückenschild, reicher Rücken- und Deckelvergoldung aus Frucht-, Blatt- und Blütenstempeln, Innenkantenvergoldung, farbigen Kleisterpapiervorsätzen, Goldschnitt sowie 2 wohl späteren Messingschließen (Riegel fehlen, Bünde, Gelenke und Kanten etwas berieben). Erste Leipziger Ausgabe. - Vgl. Landwehr V, 81 (1743) und Praz 262 (1750). - Berühmtes Erbauungsbuch, zwischen 1606 und 1885 in etwa 80 Ausgaben erschienen. Mit den schönen Emblemkupfern sowie dem Porträt der Ehefrau Augusts des Starken, Kurfürstin Christiana Eberhardina, sämtlich gestochen von Johann Christoph Sysang (1703-57). - Prachtvoller, wohl skandinavischer Barockeinband mit augenfällig häufiger Verwendung des symbolträchtigen Granatapfels. Auf den weißen Vorsatzblättern befindet sich ein Schenkungsvermerk an "Friherre J. Alströmer" (vielleicht der Landwirtschaftspionier Jonas A., 1685-1761), ferner kleine Trockenstempel einer schwedischen Missionsbibliothek. - Frontispiz am Fuß schief beschnitten, Titel etwas fingerfleckig, sonst sauberes Exemplar.
Lot 252 Beendet Lavater, Johann Kaspar Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. Erster-vierter Versuch. Vier Bände. Mit vielen Kupfern. Mit 4 gestochenen Titelvignetten, 488 Textkupfern und 343 Kupfertafeln nach Berger, Chodowiecki, Fueßli, Lips, Schellenberg, Tyroff, Wachsmuth u.a. Leipzig und Winterthur, Weidmanns Erben und Reich, und Heinrich Steiner und Compagnie, 1775-1778. 31 x 27 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 farbigen Rückenschildern und Rückenvergoldung (etwas berieben und bestoßen, Kapitale von Band 4 mit schmalen Läsuren, die Schilder mit der Bandzählung teils abgerieben). Erste Ausgabe des berühmten Werkes, dessen Drucklegung Goethe besorgte, von dem auch einige Beiträge stammen. - Schulte-Strathaus 77.a - Goedeke IV/1, 262, 31 (Lavater) und IV/3, 139, 131 (Goethe) - Hagen 540 (11 Beiträge Goethes) und 550 (14 Beiträge Goethes) - Lanckoronska/O. III, 93f. - Sammlung Kippenberg I, 578 - Kippenberg, Technik der Silhouette II., 3. - Über ihren heute noch bedeutenden kulturhistorischen Wert als umfassende Darstellung einer obsolet gewordenen Wissenschaft, die damals jedoch in weiten Teilen der Gesellschaft heftig und konträr diskutiert wurde, sind die " Physiognomischen Fragmente" in vieler Hinsicht ein Höhepunkt der deutschen Buchproduktion der Zeit, ein Werk, das "in seiner künstlerisch kostbaren und reichen Ausstattung und dem vorbildlichen Typensatz nicht nur zu den originellsten, sondern auch schönsten illustrierten Büchern aus der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts" gehört.(Lanckoronska/O. II, S. 222). - In ca. 750 Exemplaren gedruckt. - Innendeckel mit gestochenem Wappen-Exlibris. - Innen überwiegend sehr sauberes, nahezu fleckfreies Exemplar.