Lot 1164 / Auktion 25

Roth, Dieter

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Lot 1164 / Auktion 25

Roth, Dieter

Roth, Dieter. Sehr umfangreiche Korrespondenzsammlung. Mit 53 Briefen, darunter 39 Manuskripte, 18 Typoskripte und 3 Telegramme, darin 7 Original-Photographien, 12 Briefe mit teils mehreren Zeichnungen und Skizzen. Meist Reykjavik, 1966-1973 und 1976. Meist signiert oder monogrammiert. Insgesamt 80 Bl. Teils in 29 meist eigenhändig beschrifteten Briefumschlägen.
Roth schreibt seinem langjährigen Freund und Geschäftspartner Rudolf Rieser ausführlich zu verschiedenen gemeinsamen Projekten (Wolken, Poetrie, Mundunculum, Portrait of the artist as Vogelfutterbüste, Printenmann, Piccadillies, SNOW, Gesammelte Werke, kleiner Sonnenuntergang etc.) mit Textentwürfen, Zeichnungen und Skizzen, Vorschlägen zu Ausstattungen und Gestaltung, Verhandlungen mit Verlagen, Vertrieb, Absatzmöglichkeiten, Abrechnungen etc., zu gemeinsamen Freunden, zu seiner Gesundheit, zu seiner Familie u.a.: “wenn du die 130 weissen bücher noch nicht abgeschickt hast behalte sie… (ich glaube nämlich, ich habe keine lust, die alle anzumalen) Mit der Signatur können wir es ja so machen, DU signierst einfach mit meinem NAMEN – oder geht das nicht?…” (Reykjavik, August 1966 zu Poetrie 1). – “ich liege krank im bett (ein anfall von depression) und kann nicht viel schreiben…” (Reykjavik, ca. März 1967). – “… werde ich mich wieder nach island verpflanzen…ich möchte nämlich die möglichkeit haben, meine kinder öfter zu sehen… obwohl ich natürlich nicht in den alten kriegsschauplatz bei meiner alten zuhause einsteigen werde… jetzt singen sie wagner hier im radio – der junge hats auch gewusst, wie man der welt beikommt, nicht wahr?” (Providence, ca. Januar 1967). – “ich glaube ich habe einen verleger für die WOLKEN gefunden das ist EDITION ET in berlin, die wollen mir was bezahlen wenn sies annehmen. für unsere nächste nummer poetrie kann ich dann was ganz schweinisches bringen ich hab schon eine idee so obszöne dinge sind sehr richtig in privatausgaben…” (Reykjavik, 30.1.1967). – “ich muss noch sagen: die lederdinger sind einfachst groesstest gemacht, man kann dir schon einiges zutrauen sehe ich, und ich gratuliere recht von herzen…” (Reykjavik, 18.4.1967). – “”lie RIE, habe ich dir schon geschrieben seit wir von der frankfurzer buch miste zurückgekommen sind?” (Basel, 3.11.1967). – “emmett (Williams) und wir anderen haben eine woche lang gefeiert, das hat gedonnert, die nerfen sind immer nicht in ordnung” (Reykjavik, 5.7.1967). – “SOS IM HOECHSTEN GRADE SCHICK ZWEI TAUSEN ODER MEHR – DEIN SOS” (Telegramm vom 14.1.1970). – “der Setzer versteht kein Wort von der Masse die er mir da zurechtknetet. Ein Teil des Manuskripts ist ganz flüchtig und rasant (im Bett, wenn ich nachts nicht wieder mal schlafen kann) von hand hingebetet, und ich lasse es den Setzer so setzen, wie er es sieht – da kommt vielleicht was raus. Manchmal jodele ich im Schlaf vor Freude!” (Reykjavik 14.1.1971 zu “einem Band Essays”). – Zahlreiche Briefe mit handschriftlichen Ergänzungen, Streichungen etc. – Briefe und Umschläge teils mit kleinen Einrissen oder kleinen Fehlstellen, 1 Brief mit Tesafilm mehrfach geklebt, 1 Brief mit 2 Fehlstellen durch entfernte Photos. – Beigegeben: 2 Briefe von Hanns Sohm an Rieser. Signierter maschinenschriftlicher Brief vom 5.3.1967 über komplizierte Ankäufe von Werken Roths “ich schicke von zeit zu zeit geld an ihn und bekomme dann irgendwas…” – Signierter maschinenschriftlicher Brief vom 17.11.1976 mit einer Aufstellung und Bestätigung der Übergabe von Dokumenten an das Archiv Dieter Roth. – Beigegeben: 7 undatierte Blätter mit handschriftlichen Notizen, 1 Skizze und Anweisungen Roths für Rieser. – Teils eingerissen und knickspurig. – Beigegeben: 2 handschriftliche Vollmachten in Kopie. Beide Düsseldorf, 10.2.1972. Von Roth handschriftlich verfasste Vollmachten mit dem Briefkopf der Eat Art Galerie, für Carlo Schröter für den Kauf der Restbestände der “Funktürme” (?) sowie zum Erhalt der “Anisuhr”, “Selbstturm” und “Bohnenrotkohlbild” in Kommission. – Kopien aufgehellt. – Fast alle Briefe mit beiliegender handschriftlicher Übersetzung ins Englische, diese mit Ordnungsnummern versehen, in 9 Umschlägen aus Bütten, diese ebenfalls mit Ordnungsnummern. – Eine detaillierte Aufstellung aller Schriftstücke kann auf Wunsch zugesandt werden. – Provenienz: Nachlass Rudolf Rieser.

Dieses Los ist differenzbesteuert. Auf den Zuschlagspreis fallen 30% Aufgeld an. Die Mehrwertsteuer ist enthalten aber nicht ausweisbar nach §25a UstG.