Lot 1191 / Auktion 28 – ARCHIV

Schmidt-Rottluff, Karl

Auktion beendet

Lot 1191 / Auktion 28 – ARCHIV

Schmidt-Rottluff, Karl

Schmidt-Rottluff, Karl. Stadtbild aus Soest. Holzschnitt auf chamoisfarbenem Maschinenbütten. Signiert mit Bleistift unten rechts "SRottluff" sowie unten links mit der Werknummer "235" bezeichnet. Motivmaße: 60 x 50 cm. Blattmaße: 75 x 62,7 cm.
Schapire H 285. - Expressiver Holzschnitt mit Blick auf den Turm des romanischen St.-Patrokli-Doms und die barocke Spitzhaube der St.-Petri-Kirche in Soest. Eine Reise Schmitt-Rottluffs durch Westfalen, wo ihn insbesondere die romanischen Bauwerke interessierten, führten den Künstler 1921 auch in die mittelalterlich geprägte westfälische Stadt. Noch im selben Jahr entstand ein Aquarell mit dem "Patroklusturm in Soest", 1922 folgte das gleichnamige großformatige Ölgemälde, das sich heute im LWL-Museum in Münster befindet (Inventar 987 LM, ursprünglich aus der Sammlung von Paul und Martha Rauert, Hamburg). 1922 schuf Schmidt-Rottluff auch den weit häufigeren Holzschnitt des Soester Stadtbildes (Schapire H 279), der die beiden Türme von einem anderen Standpunkt wiedergibt. Ein Exemplar des hier vorliegenden, sehr seltenen Holzschnitts aus dem Jahr 1923 befand sich ursprünglich im Besitz der Kunsthistorikerin und Kunstsammlerin, Mäzenin Rosa Schapire und gehört heute dem Brücke-Museum Berlin (Inventar 98/67), wo es 2024 in der Ausstellung "Biografien der Moderne. Sammelnde und ihre Werke" zu sehen war. Wie dieses stammt auch das vorliegende Exemplar aus Hamburg: auf der alten Rahmenpappe finden sich alte Aufkleber der "Commeter'sche Kunsthandlung" und der Spedition "Julius Schumacher". - Verso umlaufend mit Papierstreifen hinterlegt, das Papier etwas gebräunt und brüchig, teils schwach fleckig in den Rändern, die hinterlegten Blattkanten mit kleineren Randläsuren, oben mit nach vorn durchschlagenden Spuren einer früheren Montage sowie mit ca. 3,5 cm langem Randeinriss oben links. - Provenienz: Claus Ulrich Freund, Kassel.

Dieses Los ist differenzbesteuert. Auf den Zuschlagspreis fallen 30% Aufgeld an. Die Mehrwertsteuer ist enthalten aber nicht ausweisbar nach §25a UstG.